Seitdem ich mein iPhone 4S habe, fotografiere ich mehr damit, oft auch direkt in der Instagram app und nehme manchmal die große Fuji FinePix gar nicht erst mit. Nicht, dass ich nicht gerne mit ihr fotografiere. Was ich lästig finde ist die Verarbeitung der Fotos. Es sind eben zahlreiche und zeitaufwändige Schritte notwendig, ehe ich die Fotos vom Apparat heruntergeladen habe, diese verarbeitet habe und dann anschließend hoch laden kann. Zum Vergleich der jeweilige Workflow:
Digitalkamera mit SD-Karte:
1. Mit der Digitalkamera fotografieren
2. Zuhause angekommen die externe Festplatte anwerfen
3. iPhoto starten
4. Fotoapparat mittels USB Kabel anschließen
5. Warten, bis iPhoto erkennt, welche Fotos noch nicht importiert wurden
6. Noch warten, es dauert nämlich ziemlich lange, wenn die SD Karte voll ist und man vorherige Fotos nicht gelöscht hat
7. Fotos für den Import auswählen
8. warten, während iPhoto die Fotos importiert
9. Verbindung trennen und Digitalkamera trennen
10. Fotos in iPhoto bearbeiten
11. aus iPhoto oder mit flickr uploader zu Flickr hoch laden
12. dabei oder im Web bei Flickr taggen etc.
13. Aus Flickr zu Twitter posten oder
14. per Link in Facebook manuell einbetten
15. Fertig.
iPhone:
1. Mit der Foto-App fotografieren, oder gleich in Instagram fotografieren
2. in Instagram bearbeiten mit Filter, Tilt-Shift etc.
3. beim Hochladen zu Instagram gleich entscheiden, ob das Foto auch bei flickr, Facebook oder Twitter gepostet werden soll.
4. Fertig.
Sicherlich, die Instagram Fotos haben eine andere „Qualität“ als die herkömmlichen Bilder und das quadratische Format ist für viele Leute auf Dauer vielleicht Gewöhnungsbedürftig. Die so veröffentlichten Bilder sind jedoch meist aktueller. Ausserdem lebt der „Community-Effekt“, der bei Flickr in den letzten Jahren mehr und mehr verloren zu gehen scheint, bei Instagram wieder auf. Viel öfter wird bei Instagram mal auf „gefällt mir“ gedrückt und sogar mal ein kurzer Kommentar hinterlassen. Es wirkt mehr wie ein soziales Netzwerk: Ich sehe, was meine Freunde (solche, die „nur“ im Netz gute Freunde sind, aber auch IRL - in real life - Freunde, die halt auch bei Instagram sind) so machen, wo sie gerade sind.
Was durch diese Verhaltensänderung etwas zu kurz kommt, ist das Fotografieren der Kinder. Nicht, dass ich das nicht mehr täte. Aber Bilder der Kinder poste ich nur selten in soziale Netzwerke und wenn, dann mit Bedacht. Damit die Kinder (und wir!) später auf viele Bilder ihrer Kindheit zurück blicken können, muss ich also wieder öfter auch zur herkömmlichen Digitalkamera greifen. Und vielleicht rechtfertigt das auch irgendwann mal wieder zu einem schnelleren Mac mit einer größeren Festplatte… Naja. Externe Festplatten habe ich ja noch genug. Ich muss sie - und iPhoto - halt mal wieder anwerfen. Und die SD-Karte ausleeren… O je. Welch Fleissarbeit.
Wer genauer hinschaut, kann diese Verhaltensänderung in meinem Flickr Photostream beobachten.
Foto: Sonnenuntergang hinter Zeilitzheim (mit dem iPhone aus Instagram fotografiert)
