Dienstag, 24. Juli 2012

Was ist Kunst?

Besuch der Kindergartenkinder aus Zeilitzheim



Maria Brand, die Kindergärtnerin des Zeilitzheimer Kindergartens, berichtete mir, dass sich die Kinder des Kindergartens eine Woche lang mit dem Thema "Kunst" beschäftigen und fragte mich, ob sie mich in diesem Zusammenhang im Schloss besuchen dürften, denn dort gebe es ja "Kunst". Natürlich, jederzeit war meine Antwort. Also erschien letzten Donnerstag - es war der 19. Juli - eine große Schar kleiner Kinder. Das älteste war schon fünf, das kleinste klebte auf Frau Brands Schulter, es war erst zwei. Lauter große blaue und braune Augen schauten mir in der Eingangshalle entgegen, kein bisschen ängstlich oder aufgeregt. Ganz selbstverständlich. Ängstlich war eher ich.

So kleine Kinder habe ich noch nie im Schloss geführt. Wie sollte ich ihnen sagen, was Kunst ist… Ich versuchte es also zaghaft mit den diversen Gegenständen. "Also die Möbel da, die sind eigentlich nicht Kunst" (Mist. Man fängt doch nicht an zu sagen, was etwas nicht ist). Frau Brand kam mir zu Hilfe: "Aber der Stuck an der Decke, das ist Kunst." Super. Da fiel mein Blick auf die beiden Bronzeputten auf der Ballustrade: "Die sind Kunst. Das sind kleine Engel oder Kinder, man nennt sie Putten." "Aus was sind die?" Hm, Bronze, das hatten die Kinder sicher noch nie gehört. Also: "Die sind aus Metall". Im Freskensaal war es dann leichter. Die Bilder, die ein Maler auf die Wand gemalt hat (der durfte das!), die sind schön, das ist Kunst, meinten sie. Da sieht man Tempel und Landschaften, und unten sind Putten gemalt (aha, wieder Putten), die spielen mit ihrem Hund oder tragen Girlanden ("also Kränze aus Blumen"). Der Maler durfte das, an die Wand malen, und das ist auch das Besondere. Es sind nicht Bilder, die an der Wand hängen, wie bei mir oder bei Euch Bilder oder Fotos im Rahmen an der Wand hängen, sondern Fresken, direkt auf die Wand gemalt. Und so ging es dann weiter. Frau Brand schärfte ihnen ein, sich etwas von dem, was sie gesehen hatten, zu merken; sie würde sie morgen danach fragen.

Zum Abschied, begleitet von einem hübschen, mehrstrophigen Abschiedslied, überreichten sie mir einen leuchtend blauen Regenschirm. Auf dem waren in Gold die Namen der Kinder geschrieben, und an der Unterseite hingen an Bändchen die Fotos der Kindergesichter.

Das war ein schöner Besuch!

Marina v. Halem

Kunstprojekt der Kindergartenkinder aus Zeilitzheim