Sonntag, 30. Dezember 2012

Jahresrückblick 2012

Emilio
 
Rückblicke verankern, helfen beim Weg in die Zukunft. So habe ich in den vergangenen drei Jahren jeweils am Jahresende einen Blogartikel dem fast vergangenen Jahr gewidmet. Das möchte ich auch heuer tun.
 
Am schönsten ist es doch immer die Familie wachsen zu sehen (keine Angst: Es werden nicht mehr Familienmitglieder. Nur die Erlebnisse lassen uns wachsen). So wurde Katharina im September in Zeilitzheim eingeschult als einzige Zeilitzheimer Schülerin des Jahrgangs. Isa ist im Kindergarten in Stammheim nun Vorschülerin und geniesst ihre neue Rolle - ohne schwesterliche "Aufsicht" - sehr. Sie ist eine geborene Anführerin mit jeder Menge Mumm und frischen Ideen. Auch Katharina wächst mit der neuen Herausforderung. Sie lernt begierig, was zu lernen ist, auch wenn Hausaufgaben meist erst im zweiten Versuch gelingen wollen. Sie geht schließlich sehr nach ihrem Vater…
 
Das andere Kind, das uns nun schon ein ganzes Jahr beschäftigt, ist das Weingut. Die viele und sehr befriedigende Handarbeit im Weinberg wurde im September und Oktober mit einer fulminanten Weinlese belohnt. Die Weine reifen nun im Keller und versprechen schon Großes. Im Mai werden diese dann der Weltöffentlichkeit präsentiert (einer kleinen Weltöffentlichkeit, denn mit 1,4 ha. Rebfläche lässt sich die Weltbevölkerung noch nicht versorgen, aber im kommenden Jahr sind es ja schon 2 ha.).
 
Auch 2012 durfte ich wieder einige Barcamps und Konferenzen besuchen. Zum Tourismuscamp in Eichstätt kam erstmals auch das DestinationCamp in Hamburg hinzu, für das ich mich für 2013 schon wieder angemeldet habe. Über das online Netzwerken durfte ich bei Vorträgen im Jahre 2012 Realschüler und Zahnärzte aufklären. Fortsetzungen dieser Aktivitäten sind bereits geplant.
 
Der Höhepunkt des Jahres 2012 war ganz gewiss meine etwa zehntägige Reise nach China, wo ich mit befreundeten Gästeführern und der Fränkischen Weinkönigin den Frankenwein auf einer großen Wein- und Spirituosenmesse repräsentieren durfte. Ich hatte ja ausführlich darüber hier im Blog berichtet und jede Menge Fotos bei Flickr hochgeladen.
 
Medial bekamen wir im nun fast vergangenen Jahr Aufmerksamkeit u.a. in der BILD am Sonntag (!), im evangelischen Sonntagsblatt, einer Radiosendung des BR2 und einer Hundezeitschrift. 
 
Unser Podcast Schweinfurtundso feierte mit der 68. Folge seinen zweijährigen Geburtstag. Eine Zusammenfassung des 2. Sendungsjahres hatte ich ja auch schon hier im Blog veröffentlicht. 
 
Besonders gerne blicke ich auch auf die arbeitsreiche Woche von "Baukes Schlossliebe" zurück und auf das Buchsheckenschneiden, das mir zu manch Stunde Hörbuchhören verhalf.
 
2013 wird in vielen Teilen ganz sicherlich "more of the same" werden, denn der Buchs geht uns nicht aus und auch die Rebflächen werden mehr. Hinzu kommt jedoch die Vermarktung des Weines. Wobei ich mir noch gar nicht sicher bin, ob ich ihn überhaupt her geben möchte...

Samstag, 15. Dezember 2012

Erst Kapelle, dann Kilianssaal, nun Petrinisaal

Petrinisaal
 
Im Juni schrieb ich im ganz unten verlinkten Artikel über unsere Grübeleien unseren meist als Frühstücksraum genutzten und intern als "Kapelle" bezeichneten Saal neben dem Jagdsaal (beides waren früher vorübergehend Teile der Zeilitzheimer katholischen Pfarrkirche) einen neuen Namen zu geben. 
 
Ihr, liebe Blogleserinnen, habt uns dankenswerterweise zahlreiche Vorschläge zur Umbenennung gemacht. Wir einigten uns intern vorerst auf die Umbenennung in "Kilianssaal". Allerdings konnten wir uns nach anfänglicher Euphorie wohl doch nicht so recht damit anfreunden. Zu gering erschien uns der persönliche Bezug bzw. der Bezug zum Schloss. Einen heute wie ursprünglich weltlich genutzten Raum wegen der vorübergehenden Nutzung als Erweiterungsanbau eines provisorischen katholischen Kirchensaales nach einem in Würzburg aktiven irischen Missionar zu benennen… irgendwie passte da etwas nicht.
 
Sehr wohl etwas mit der Baugeschichte zu tun hat der Baumeister Antonio Petrini. Zu ihm lässt sich im Schloss oder in diesem nun nach ihm benannten kleinen Saal so einiges erzählen (siehe auch den unten verlinkten Blogartikel). Das neue Schild, das am Eingang des Saales hängt, ist nun auch schon fertig und der Namenswechsel nun komplett: Petrinisaal.
 
Der Name Petrini soll im kommenden Jahr wohl auch noch weitere Bedeutung im Schloss bekommen. Aber dazu wird jetzt noch nicht mehr verraten.
 

Das könnte Dich auch interessieren:

 
 

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Mein Bruder Fritz und ich

Kindheitserinnerungen von Marina von Halem

Drei Ölgemälde, gemalt im Kriegsjahr 1944, befinden sich in meinem Besitz. Es sind die Kinderportraits meiner beiden Geschwister und mir. Sie sind mir sehr lieb und sehr wertvoll aus  verschiedenen Gründen. Einer ist, daß das Ölbild meiner Schwester Karin, geboren 1932 und gemalt von dem Berliner Maler Höhl, von meiner Mutter vor der Flucht aus Schlesien im Januar 1945 aus dem Rahmen genommen und mit auf den Treck genommen wurde. Die beiden Portraits von meinem Bruder Fritz und mir, gemalt auf Holz, ließ sie aus Gründen des Gewichts und des Umfangs in Plohe, unserem Heimatort in Schlesien, zurück. Sie wurden uns 1947, nach der Vertreibung der Deutschen durch die Polen, von unserer ehemaligen Köchin Marthel mit  den wenigen Dingen, die sie mitnehmen durfte, als etwas Wertvolles (was sie für uns waren), nach Westdeutschland gebracht.

A. Höhl, ein Berliner Maler, war vor den Bombardierungen auf Berlin 1944 zu uns nach Schlesien gekommen und von meinen Eltern beauftragt, meine älteste Schwester zu malen. Aus Dankbarkeit, daß er wohl aufgenommen war, malte er danach noch meinen Bruder und mich. Ich erinnere mich ziemlich genau an ihn. Kein Wunder: man mußte ihm Modell sitzen (unendlilch lange, wie ich als siebenjährige empfand), aber in der Zeit erzählte er wunderbare Geschichten. Von Zigeunern in ihren Zigeunerwagen; daß sie in Lehm eingepackte Igel im Holzkohlenfeuer backten und aßen und nicht seßhaft waren wie wir und nicht gerne feste Arbeiten übernahmen und gelegentlich Hühner und kleinere Gegenstände mitnahmen, und daß sie wunderbar Geige spielten und mit Pferden umgehen konnten, und so vieles mehr.

Über meinem Schreibtisch hier in Zeilitzheim hängen die beiden Portraits von Fritz und mir. Bis zum Tod meiner Mutter waren sie natürlich in ihrer Wohnung. Ich liebe die schönen, braunen, verträumten Augen meines damals neunjährigen Bruders, den ich innig liebe und mit dem ich mich als Kind herzzerreißend gestritten habe - wie gute Geschwister eben. Hatte er mich massakriert und ich heulte wie am Spieß, bekniete er mich; "Heul doch nicht! Heul doch nicht!", wohl wissend, dass die Jüngere, Heulende meist alles Mitleid (und er die Schimpfe) der Erwachsenen bekam. Wir teilten ein Kinderzimmer. Am Samstag wurde gebadet und es gab Grießbrei im Kinderzimmer, wenn Gäste erwartet wurden. Onkel Adolf Rohde, immer unter den Gästen, versäumte nie, zu uns ins Kinderzimmer zu Besuch zu kommen. Keine Ahnung, was unsere große Schwester Karin derweil tat. Sie wurde von uns "Kleinen" kaum bemerkt. Von Henner, unserem Nachbarssohn und Sohn von Onkel Adolf, hatte Fritz mal zwei wunderschöne holzgeschnitzte Ochsen eingepackt und mit nach Hause genommen (Henner hatte doch mehrere!). Fritz musste die Ochsen dann unter Entschuldigungen zurückbringen und wurde von Henners Mutter, Tante Inga, empfangen und freundlich mit Tee bewirtet. Viele Vettern und Kusinen, mit denen wir unsere und deren Geburtstage begingen, waren uns nahe. Mit Fritz teile ich die Erfahrungen der frühen Kindheit in Schlesien, die Erfahrungen des Trecks mit Pferd und Wagen aus Schlesien bis nach Mittelfranken, die Nachkriegszeit auf dem Waldhof und die Schulzeit in Scheinfeld. Seit vielen Jahren lebt er in USA, aber noch immer sind wir uns gleich nahe.

Ich war die Jüngste der drei Geschwister. Es betrübt mich, daß ich nicht viele Erinnerungen aus meiner Kindheit vor dem Lebensalter von 8 Jahren habe. Mit acht habe ich den Treck erlebt, den Verlust des Zuhauses in Schlesien und die Nachkriegszeit auf unserem Bauernhof in Mittelfranken. Und davor?

Das Portrait über meinem Schreibtisch zeigt ein Kind mit Zöpfen in duftigem, von meiner Mutter gefertigten Smock-Kleidchen; ein Lächeln war mir von dem Portraitisten kaum abzugewinnen. Überhaupt: ich muß eigenwillig gewesen sein. Ich liebte Tiere und fühlte mich von Tieren mehr als von Erwachsenen verstanden. Mit 6 Jahren hatte ich Lungenentzündung. Unser Kinderarzt war Homöopath. Als sich nach 6 Wochen Bettruhe (schrecklich! schrecklich!) noch keine Besserung zeigte, wechselte meine Mutter den Arzt. Eine andere Behandlung erfolgte, und danach wurde ich mit einer Tante ins Riesengebirge auf die "Kleine Teichbaude" verschickt. Einmal wanderten wir zusammen auf dem Kamm bis zur höchsten Erhebung des Riesengebirges, der Schneekoppe. Dort war es winterlich, während "unten" an der kleinen Teichbaude Sommer-Gebirgsblumen blühten. Als die Nachricht von unserer Unternehmung nach Plohe kam, war man entsetzt, was man mit dem zarten Kind angestellt hatte. (ich bin glücklich heutzutage, daß ich dieses damals noch deutsche Gebirge noch kennengelernt habe!).

Als ich nach Hause nach Plohe kam, hatten mir meine Geschwister eine "Bude" in den Büschen des Parks gebaut. "Willkommen zur verzuckerten Himbeere" stand über dem Eingang dieser im Himbeergebüsch verborgenen, von Ranken umschlossenen Höhle. Für das meiste, das meine Geschwister "durften", z.B. die Ski- und Rodelferien mit dem "Hörnerschlitten" im Riesengebirge, war ich immer "zu klein", aber beim "Leben" in den Buden - eine davon war eine Baumbude hoch oben auf einem Baum, eine war unterirdisch - war ich immer mit dabei. Die unterirdische Bude hatte mein Vater für uns ausheben lassen. Sie hatte eine Decke, die begrünt war, sodaß man sie kaum entdecken konnte. Ich glaube, das war Tante Ellens Idee - eine schon betagte, aber im Wesen ganz junge Großtante, die aus Hundehaaren Mützen für uns strickte, aus Holunderzweigen Flöten schnitzte und voller Ideen steckte. Von dem Erfindungsreichtum der Tante Ellen zeugt zum Beispiel, daß sie sich in ihrem Haus in Potsdam beim Einzug der Russen 1945 mit schwarz verschmiertem Gesicht mit einem Spinnrad in den Eingang des Hauses setzte und den eindringenden Russen sagte, alle Bewohner des Hauses hätten Typhus. Damit schützte sie die bei ihr lebenden Frauen vor dem, was sonst den Frauen bevorstand.

Und sonst? Ich ging kurz (d.h. bis Dezember 1944) zur Grundschule im Nachbardorf: acht Jahrgänge zusammen unter dem gestrengen Lehrer Friebel lernten dort in einem Klassenzimmer. Am Nachmittag ging ich zu meiner Freundin Erika, Landarbeitertochter unseres Gutes. (Dieser Freundschaft verdanke ich, daß ich schlesisch sprechen konnte und heute noch kann). In den haushohen Bergen, zu denen im Herbst die Zuckerrüben aufgetürmt waren, gruben alle Kinder rundum -  und es waren viele - begehbare Gänge und Aushöhlungen. Das war streng verboten wegen der Einsturzgefahr der nachrutschenden Zuckerrüben und überhaupt.

Auf dem Gut waren eine Stellmacherei mit dem Stellmacher Karrasch, eine Schmiede und andere Handwerksbetriebe. (Karrasch war auch unser Kutscher und bediente bei Gastlichkeiten mit weißen Handschuhen bei Tisch). Da war die Brennerei, wo aus Pfefferminze  Pfefferminzessenz hergestellt wurde (unter Anderem für die "Pfefferminzkichla") und die "Darre", in der Kräuter getrocknet wurden. Mein Vater hatte sie entwickelt, denn er erkundete schon damals die Möglichkeiten des Heilkräuteranbaus und ihrer Anwendung. Dann waren da die Ställe: Kuhstall und Pferdestall für die Arbeits(Kaltblut)pferde. Auf einem Foto sind 30 Pferdegespanne mit je einem Pferdejungen abgebildet.  Die Warm- und Vollblut- und Araberpferde, d.h. die Reit- und Kutschpferde, hatten einen anderen Stall, nahe an unserem Haus, dem "Alten Schloss" im Gegensatz zum "Neuen Schloss", ca. 1910 von meinem Großvater erbaut, in dem meine Großmutter lebte.

Die "große Oma" (sie war recht umfangreich, im Gegensatz zur “kleinen Oma”, der Großmutter mütterlicherseits) war sehr beliebt. Fühlten wir uns zu Hause unverstanden, gingen wir rüber zur Großmutter. Dort wurden wir verwöhnt, wie Großmütter das eben tun. Ich erinnere mich an sie in ihrem Salon an der Südseite des Hauses sitzen und an ihren wunderschönen Schattenstich-Stickereien arbeiten. Wenn wir kamen, spielten wir Schweineschlachten mit ihr und schlitzten ihr, die auf dem Teppich lag und quieckste, im Spiel den Bauch auf. Danach gab es vermutlich Tee und Plätzchen.

Woran ich mich noch erinnere, war ein Zirkusbesuch in Breslau und eine Übernachtung im Nordhotel. Letzteres hatte ich mir zu meinem letzten Geburtstag in Schlesien gewünscht. Meine Mutter und ich gingen einkaufen in der Schweidnitzer Straße. Möglicherweise stammte meine Käthe-Kruse-Puppe von dort. So ist mir doch wenigstens ein bißchen von Breslau in Erinnerung. Der Zirkus Busch war ein großes Erlebnis. Kätzchen saßen in kleinen Körben und wurden in einer Schaukel bewegt, und Pudel sprangen über sie und zeigten ihre Kunststücke. (Nie wieder habe ich später Katzen im Zirkus gesehen). Ponies hatten einen wunderbaren Kopfputz, der nickte und wippte. Ein Pony wurde nachher zum Verkauf angeboten. Mein Vater kaufte Harry für uns Kinder als Reitpferd. Es war ziemlich eigenwillig, konnte aber zu unserem Entzücken auf den Hinterbeinen stehen und erschien gelegentlich, die Flügeltüren aufstoßend, in unserer Küche, wo es natürlich etwas Eßbares erhielt. Einmal hatte der Förster eine Fähe (eine Füchsin) erschossen. In ihrer Höhle waren 6 junge Füchslein. Er brachte sie uns, was uns eine Fahrt nach Breslau in den Zoo einbrachte, wo wir sie abgaben. Fahrten dieser Art geschahen mit Pferd und Wagen. Autos waren als kriegsnotwendig eingezogen worden.

Dann kam bald das letzte Weihnachtsfest in Schlesien 1944 und der Aufbruch im Januar 1945. Darüber habe ich schon berichtet.

Marina von Halem


Links:

Januarerinnerungen: Die Flucht aus Schlesien (Marina v. Halem): http://zeilitzheim.blogspot.de/2012/01/januarerinnerungen-die-flucht-aus.html

Hofgut Plohe (Kreis Strehlen, Schlesien): http://www.richthofen.de/allgemein/historisches/haeuser-und-orte/plohe.html

Marina von richthofen

Montag, 26. November 2012

Das war der Weihnachtsmarkt 2012

Ich danke allen Helfern und Ausstellern des gestrigen Weihnachtsmarktes mit Büchermarkt sehr herzlich! Dem harmonischen Zusammenspiel ist es zu verdanken, dass es wieder ein besonders stimmiger Markt war. Viele Besucher haben sich sehr positiv geäußert. Überhaupt scheint der Markt nun eine Konstanz und Richtung zu haben, die für alle Beteiligten sehr angenehm ist.

 
Seit Einführung des Eintrittspreises in Höhe von EUR 3,-- im Jahre 2007 haben sich die anfänglich geschrumpften Besucherzahlen langsam wieder hochgeschaukelt und sind nun seit etwa drei Jahren konstant. Es kommen nicht mehr so viele Besucher wie früher, aber dafür ein sehr interessiertes Publikum, dass den Charakter des Marktes und das Rahmenprogramm schätzt. Das hat natürlich auch zur Folge, dass das frühere Gedränge, das vielen Besuchern sehr unangenehm war, nicht mehr vorherrscht.
 
Der Förderkreis Schloss Zeilitzheim e.V., der mit den Bewirtungserlösen des Weihnachtsmarktes und den Erlösen des Büchermarktes das Kulturprogramm unterstützt, ist mit dem Ergebnis des Marktes sehr zufrieden. Es war in dieser Hinsicht der erfolgreichste Markt seit Jahren und der zweit erfolgreichste Markt der vergangenen zehn Jahre. Möglich ist das nur durch das Engagement der vielen ehrenamtlichen Helfer, die im Schlosscafé, am Bratwurststand oder im Büchermarkt aktiv sind. Danke für Euren Einsatz für das Schloss und sein Kulturprogramm!
 
Ein herzliches Dankeschön auch an die Kuchenspender aus Zeilitzheim und Umgebung und an die Aussteller, deren Zahl sich in den letzten zwei Jahren wieder erhöht hat und nun bei etwa 60 sorgfältig ausgewählter Kunsthandwerker liegt.
 
Das könnte Dich auch interessieren:
 
 
Tracht

Samstag, 24. November 2012

Hundefreundliches Hotel

Vor längerer Zeit zeichnete ein Freund aus Alaska, der zum Deutschlernen nach Zeilitzheim gekommen war, ein Bild in unser Gästebuch: er und seine Frau, in dicke Kleidung gehüllt und mit Pelzmützen ausgestattet, kommen auf einem von vier Huskies gezogenen Schlitten vor das Portal von Schloss Zeilitzheim. Das Ehepaar von Halem hat die Tür des Schlosses etwas aufgemacht und schaut vorsichtig heraus. Unter dem Bild folgender Text: "Guten Tag! Unsere Freunde in Alaska haben uns empfohlen, zum Schloss Zeilitzheim zu gehen, weil es drinnen immer schön kühl bleibt, und man kann ganz gutes Deutsch da lernen, und die Leute da sind sehr nett und gastfreundlich, und noch etwas dazu, und zwar etwas ganz Tolles - die Leue da sind sehr hundefreundlich!"
 
Es ist in der Tat so, dass Gäste mit Hunden im Schloss und seinen Hotelzimmern herzlich willkommen sind. Man sollte wissen, dass es im Schloss zwei Kater gibt (Charly und Emilio), die sich meist im Schlossgarten aufhalten, falls man einen Hund hat, der ein erwiesener Katzenjäger ist. Einen eigenen Hund haben wir schon einige Jahre nicht mehr.
 
Die Zeitschrift "Dogs" veröffentlichte in seiner September/Oktober Ausgabe ein Reise Special "Die besten 100 Hotels für Mensch und Hund" und listete uns gleich auf der ersten Seite, worüber wir uns natürlich sehr gefreut haben. 
 
Marina von Halem
 
Skizze whelan 500

Sonntag, 18. November 2012

Rotweingelee zum Schlossfrühstück

Am 31. Oktober ernteten Kati, unsere große Tochter Katharina (7) und ich die “Hangerli” (Nachkömmlinge) im Domina-Weinberg unseres Weingutes Barockschloss. Aus den roten Trauben, die wir bei der Weinlese bewusst nicht mit geerntet hatten, weil sie unseren Anforderungen an die Reife nicht genügten, wird aber keinesfalls mehr Wein gemacht. Sie wurden anders verarbeitet.

Wir brachten zwei kleinere Transportkisten voll nachgereifter Rotweintrauben zurück ins Schloss, wo sich meine Mutter, Marina von Halem, dieser erst einmal annahm. Sie kochte die Trauben zu Saft, um sie anschließend zu Gelee zu verarbeiten.

Das Traubengelee schmeckt natürlich klassisch auf dem Frühstücksbrot. Ich bevorzuge es jedoch zu pikanten, salzigen Speisen als interessanten Kontrast. Neulich probierten wir es zu Ofenkäse, was sehr lecker war. Aber auch mit Leberwurst und Kümmerli (Gewürzgurken) schmeckt das Dominagelee ganz prima.

Nachtrag 20.11.12: Aus Gramado, Brasilien erreichte uns folgende Rückmeldung unseres guten Freundes Ricardo:

Bei uns wird normalerweise Rottraubengelee konsumiert. Als ich in Zeilitzheim 96. dass erste mal war aß ich das erste mal weisstraubengelee. Traubensaft ist bei uns Rottraubensaft... Meistens aus Bordoux trauben. Mein nachbar am Marktplaz samstags morgens verkauft spitze geleen aus Mandarine mit pfeffer, Himbeeren mit pfeffer (chili?) usw. Ohne chili gibt es auch gelee... aus "Blueberry", feigen, gouaven, erdbeeren... Ich schmücke die gelee dosen mit meine Blumen...

Hangerli

Donnerstag, 15. November 2012

Antonio Petrini und Zeilitzheim

Dass man in Franken um 1670/80 noch im Renaissance-Stil dachte und baute, kann man vielen Bauten ansehen, auch dem Schlossbau in Zeilitzheim, den ein lokaler Baumeister aus Zeil am Main mit Namen Andreas Kessler von 1679 bis 1683 erstellte: Eine Vierflügelanlage mit einem arkadengeschmückten Innenhof. Der einzige Schmuck: ein Portal, bei dem ältere Bauteile wiederverwendet wurden, sehr kräftig und recht einfach. 

Der Bauherr des Zeilitzheimer Schlosses war Philipp Gaston Wolf von Wolfsthal. Er war weise genug, die Pläne seines Baumeisters nach Würzburg zu schicken. Dort hatte sich der aus der Gegend von Trient stammende Italiener Antonio Petrini als führender Festungsbaumeister und Barockarchitekt etabliert. Eine Reihe von mächtigen Bastionen und Torhäusern hatte er bereits gebaut sowie den Auftrag für die Stiftskirche Haug in Würzburg erhalten (ab 1670) und bald darauf auch für den für die Stadtkirche in Kitzingen, die "Petrini-Kirche". Petrini "richtete" die Zeililtzheimer Pläne "in Form" und versah die Scheitel jeder der zwei großen Torbögen, von denen heutzutage nur einer seitlich in den Innenhof führt, mit seinem "Markenzeichen": einer großen männlichen Laubmaske. (Das andere Tor wurde später zugemauert, hat aber noch die Torummauerung und die Petrini-Maske in seinem Scheitel).

Petrini hat eine große Zahl von privaten Häusern und Adelshöfen gebaut. Schloss Seehof gehört zu seinen Werken und das Juliusspital, das allerdings dann von Greising vollendet wurde, sowie eine stattliche Reihe von Kirchen im Würzburgr Umland. 

Die Stadt Würzburg vergibt als Ehrung dieses bedeutsamen Architekten alle zwei Jahre den Petrini-Preis.
 
Schloss Zeilitzheim zeichnet sich aus durch eine klare, harmonische Anlage. Die immer gleichen Stilelemente sind ein feiner Stuckdekor an fast allen Decken, sogar im Außenbereich unter den Arkaden, schön geschwungene schmiedeeiserne Fenstergitter und das schon erwähnte kräftige Portal an der Nordseite.
 
Die Säle und Zimmer im Schloss Zeilitzheim bekamen im Laufe der Jahre Namen, die an frühere Besitzer des Schlosses erinnern oder an fränkische Künstler. Einem Raum, der erst im Jahre 2000 restauriert und verwendbar wurde, gaben wir den Namen "Petrini-Saal".

Marina von Halem

Das könnte Dich auch interessieren:

Blogartikel zum Stichwort Geschichte: http://zeilitzheim.blogspot.de/search/label/Geschichte

Antonio Petrini (Wikipedia): http://de.wikipedia.org/wiki/Antonio_Petrini

Antonio Petrini Preis der Stadt Würzburg: http://wuerzburgwiki.de/wiki/Antonio-Petrini-Preis
 
Ostseite
Westseite

Montag, 12. November 2012

Kulturelles Jahresprogramm 2013

Veranstaltungskarten eignen sich gut als Weihnachtsgeschenk

Hier nun ein kleiner, wenn auch seltener "sales pitch": Eintrittskarten zu kulturellen Veranstaltungen im Schloss eignen sich hervorragend als Geschenk (auch Weihnachtsgeschenke). Bei uns können Sie ganz unbürokratisch Karten für bestimmte Veranstaltungen oder als Wertgutschein bestellen. Zum Verschenken drucken wir den Wortlaut in Klappkarten mit Schlossmotiv ein. Ob Sie dabei nur Karten für das jeweilige Konzert/Theateraufführung verschenken oder auch den Abendimbiss zusammen mit den Künstlern oder eine Übernachtung im Schloss, bleibt natürlich ganz Ihnen überlassen. Manche Gutscheinbesteller reservieren oft gleich Plätze für sich selber mit und begleiten ihre beschenkten Freunde dann zur Veranstaltung ins Schloss. Der "Gutscheinkalkulator" (Link: PDF Datei, 29 KB) hilft bei der Auswahl.

Also, lesen Sie selbst was im Schloss im kommenden Jahr alles geboten sein wird und machen Sie sich und Ihren Freunden "das Geschenk der Kultur"

Die Veranstaltungen ab jetzt bis Ende 2013:

Samstag, 17. November 2012, 19.30 Uhr
KAMMERKONZERT
mit klassischer und neuerer Musik.
Es musiziert das K.u.K. Klavierquintett Bad Königshofen Werke von Gustav Mahler, W. A. Mozart, Herbert Baumann, Hans Franke und Elke Tober-Vogt.
(Mit Unterstützung von Gerhard Vogt und Elke Tober-Vogt, Schweinfurt und des Förderkreises Schloss Zeilitzheim e.V.)
Eintritt: € 15,--
Abendessen im Anschluss: Szegediner Gulasch, Rotweinbirnen, € 15,-- inkl. Tischgetränke.

Sonntag, 25. November 2012, 10.00-18.00 Uhr
WEIHNACHTSMARKT MIT BÜCHERMARKT
Vorweihnachtlicher Markt in den Räumen des Schlosses und im Park.
Attraktives Rahmenprogramm. Das Schlosscafé ist geöffnet.
Tageskarte: € 3,-- (Kinder frei)
Zum Büchermarkt ist der Eintritt frei.

Sonntag, 10. März 2013, 10.00 - 17.00 Uhr
OSTERMARKT MIT BÜCHERMARKT
Frühlingshafter Kunsthandwerkermarkt und Büchermarkt in den Räumen des Schlosses und im Park. Attraktives Rahmenprogramm. Das Schlosscafé ist geöffnet.
Tageskarte: € 3,-- (Kinder frei). Büchermarkt: Eintritt frei.

Donnerstag, 9. Mai 2013, 18.00 Uhr
NACHT DER FILMMUSIK
Das Oberstufenorchester der Rudolf-Steiner-Schule München-Daglfing unter Leitung von Verena Mansky-Richardsen hat sich ein abwechslungsreiches Repertoire zum Thema "Filmmusk" erarbeitet. Melancholie, Sehnsucht, Abenteuer - dazu gibt es viele Motive in modernen Filmszenen. Im Schlosshof von Zeilitzheim wird es u.a. um Bilder und Melodien aus "New Moon", "Fluch der Karibik" und "Schindlers Liste" gehen.
(Mit Unterstützung des Förderkreises Schloss Zeilitzheim e.V.)
Eintritt: € 15,--

Sonntag, 26. Mai 2013
ERÖFFNUNGSWEINFEST IM WEINGUT BAROCKSCHLOSS
Präsentation des ersten Weinjahrgangs des Schlossweingutes.
Programm ab Anfang 2013 abrufbar unter www.weingut-barockschloss.de

Freitag, 7. Juni 2013, 19.30 Uhr
DIE HUMLI - KHYAMPA NENNEN SICH NEU BHOTE - KHAMPA
Veränderungen von Wirtschaft und Gesellschaft zwischen 1977 und 2010 bei Händlernomaden in Far West Nepal.
Diavortrag der Ethnologin Hanna Rauber über ihre Wanderungen mit Händlernomaden von der indischen Grenze über den Himalaya an die tibetische Grenze. In Bildern stellt sie die heutige Gesellschaft der traditionellen gegenüber und läßt Phulamo sowie Dil Bahadur aus ihrem Leben erzählen.
(Mit Unterstützung des Förderkreises Schloss Zeilitzheim e.V.)
Eintritt: € 8,--
Abendessen im Anschluss: dal bhaat und tarkari (rote Linsen, Gemüsecurry), € 15,-- inkl. Tischgetränke.

Zeilitzheimer Sommer 2013
“Begegnung mit Italien”
In Zusammenarbeit mit der Dante Alighieri-Gesellschaft, Würzburg und mit Unterstützung des Förderkreises Schloss Zeilitzheim e.V.
Schirmherr: Filippo Scammacca del Murgo, Generalkonsul des Italienischen Generalkonsulats München.

Freitag, 28. Juni 2013, 19.30 Uhr
"ITALIA IERI E OGGI"
Kammerkonzert alter und neuer italienischer Musik: Antonio Vivaldi, (1678-1741), Pietro Nardini (1722-1793), Gaetano Braga (1829-1907), Salvatore Sciarrino (*1947) und andere.
Es musizieren Solisten des Münchner Kammerorchesters: Eri Nakagawa-Hawthorne, Violine; Kelvin Hawthorne, Viola; Heiko Stralendorff, Klavier.
Eintritt: € 20,--
Abendessen im Anschluss: Antipasti e pasta, € 15,-- inkl. Tischgetränke.

Samstag, 29. Juni 2013, 19.30 Uhr
REISEBILDER AUS ITALIEN
Musikalisch-literarische Soiree mit dem DUO BOZZA (Köln).
Andreas Evers (Flöte) und Stephan Schäfer (Gitarre) begleiten den Schauspieler Axel Gottschick. Er rezitiert aus Heinrich Heines "Reise von München nach Genua", die ihn 1828 von München über Trient, Verona und Mailand nach Genua führte.
Die Musiker spielen im Wechsel mit den Texten Kompositionen des Gourmets und Hobbykochs Gioacchino Rossini und originale Duos der Gitarrenvirtuosen Francesco Molino und Mauro Giuliani.
Eintritt: € 20,--
Abendessen im Anschluss: "Pollo al buongustaio, Panna cotta", € 15,-- inkl. Tischgetränke.

Sonntag, 30. Juni 2013, 11.00 - 13.00 Uhr
"FÜR LEIB UND SEELE - von beidem etwas".
Italienische Köstlichkeiten und kurze Texte zum Thema "Shakespeare liebt (in) Italien". "Gott Amor droben kennt meinen Sinn und weiß aus vielen Proben, wie schwach ich bin." Reminiszenzen in deutscher, englischer und italienischer Sprache.
Bernd Lemmerich, Idee und Regie; Christine Hadulla, Rezitation.
Eintritt: € 20,-- inkl. Speisen und Tischgetränke

Begleitende Ausstellung
Gemälde von Donatella Lanzeni, Mailand: "VIAGGIO NELL`ANIMA DELLA CITÀ" (Reise in die Seele der Städte).

 

Freitag, 12. Juli 2013, 21.00 Uhr
THEATER: "LEONCE UND LENA"
Komödie von Georg Büchner (1813 - 1837).
Büchners Weltgeltung wurde erst im 20. Jahrhundert erkannt. Erich Kästner zählt "Leonce und Lena" zu den sechs wichtigsten klassischen Komödien deutscher Sprache.
Regie: Bernd Lemmerich, Theater an der Disharmonie (Schweinfurt).
Open air (bei ungünstiger Witterung im Gewölbekeller).
(Mit Unterstützung des Förderkreises Schloss Zeilitzheim e.V.)
Eintritt: € 15,--

Sonntag, 22. September 2013, 17.00 Uhr
KONZERT: “TANZ MIT DER GEIGE”
Musikalische "Saitensprünge" von Bach bis Tango. Eine musikalisch-fantasievolle Reise von Bach über ungarische und spanische Tänze, Mazurken, eigenen Jazz-Arrangements und Blues-Songs bis zu feurigem Tango in Bearbeitung für Violine.
Caroline Adomeit, Violine; Nadiya Chlodkova, Klavier.
(Mit Unterstützung des Förderkreises Schloss Zeilitzheim e.V.)
Eintritt: € 15,--
Abendessen im Anschluss: Ungarisches Gulasch, gefüllte Palatschinken, € 15,-- inkl. Tischgetränke.

Freitag, 4. Oktober 2013, 19.30 Uhr
EINE MUSIKALISCHE REISE DURCH DIE FRÄNKISCHE GESCHICHTE
Es musizieren die Oberndorfer Barden mit Instrumentalstücken und schlagen einen musikalischen Bogen über die Geschichte Frankens. Mit frechen Liedern aus der Carmina Burana, Minneliedern aus dem Hochmittelalter in alter Sprache, Lieder von Freud und Leid der Bauern bis hin zu romantischen Volks- und Wanderliedern aus der Renaissancezeit.
(Mit Unterstützung des Förderkreises e.V.)
Eintritt: € 15,--
Abendessen im Anschluss: "Fleysch und Zugemuos und ein Bratepfelin", € 15,-- inkl. Tischgetränke.

Samstag, 9. November 2013, 19.30 Uhr
KONZERT: MESSEN, MOTETTEN, MADRIGALE
Weltliche und geistliche A-Capella-Musik aus Mittelalter und Renaissance.
Die Gruppe "Vocal Appearance" musiziert: Joachim Vogt und Christian Vogt, Bass; Christian Roid und Nils Groppe, Counter Tenor; Ralf Jäkel, Tenor.
(Mit Unterstützung des Förderkreises Schloss Zeilitzheim e.V.)
Eintritt: € 15,--
Abendessen im Anschluss: “Ein Mahl für den Dogen”: Risi e bisi und Schmorhuhn, € 15,-- inkl. Tischgetränke.

Sonntag, 24. November 2013, 10.00 - 18.00 Uhr
WEIHNACHTSMARKT MIT BÜCHERMARKT
Vorweihnachtlicher Kunsthandwerkermarkt und Büchermarkt in den Räumen des Schlosses.
Attraktives Rahmenprogramm. Das Schlosscafé ist geöffnet.
Tageskarte: € 3,-- (Kinder frei).
Zum Büchermarkt ist der Eintritt frei.

Karten- bzw. Gutscheinbestellung: karten@barockschloss.de

Beratung: Tel. 09381-9389

 

Samstag, 10. November 2012

Kinderzeit in Zeilitzheim

Hilmar Spiegel stellt sein Buch im Schloss vor 

Gestern war es endlich so weit: Hilmar Spiegels stellte sein Buch "Kinderzeit in Zeilitzheim" in der Remise des Schlosses vor. Zuvor eröffnete er zusammen mit Bürgermeister Horst Herbert und zahlreichen Ehrengästen im historischen Rathaus Zeilitzheim die begleitende Ausstellung zum Buch mit vielen Fotos und Exponaten aus seiner Kinder- und Jugendzeit. Die Ausstellung und Buchpräsentation hatten wir vier vom Historischen Arbeitskreis Zeilitzheim (Hilmar Spiegel, Dr. Reinhold Holzheid, Kurt Scheuering und ich) unter Mitwirkung zahlreicher Zeilitzheimer Bürger, insbesondere Dietmar Hausstein und seinen "Hofsängern", dem Männerchor und dem Kolpingchor Zeilitzheim organisiert. Bei der Ausstellungseröffnung hob Schirmherr Helmut Wächter hervor, wie wichtig der Einsatz Hilmar Spiegels für sein Dorf ist und zollte ihm Respekt dafür.
 
In der Remise setze sich der festliche Abend fort. Die Lesung zweier Kapitel aus dem Buch durch Dr. Reinhold Holzheid und Hilmar Spiegel selbst wurde unterstützt durch Liedbeiträge der oben genannten Chöre. Der passionierte und teilweise sehr humorvolle Vortrag führte dazu, dass bereits in der Pause zahlreiche Zeilitzheimer Bürger das Buch kauften (der Reinerlös kommt der Arbeit des Historischen Arbeitskreises zu) und Hilmar fleissig Widmungen schreiben durfte. Die erste Auflage des Buches ist nun bereits fast ausverkauft. Eine weitere Auflage ist daher sehr wahrscheinlich.

 

Das könnte Dich auch interessieren:

 
Historischer Arbeitskreis (Blogartikel vom 27.2.2009): http://zeilitzheim.blogspot.de/2009/02/historischer-arbeitskreis-zeilitzheim.html
 
Foto: Hilmar Spiegel zeigt Isa und Katharina seine als Kind aus Lehm gefertigten Spielsachen
 
121109 hilmar

Dienstag, 30. Oktober 2012

Baukes Schlossliebe

"Schlossliebe" hat der holländische Vetter (der inzwischen vom Vetter zum nahen Freund wurde), Bauke van Halem, die Woche genannt, die er sich erkoren hat, um eine Woche lang Nützliches, Handwerkliches, Gutes am Schloss zu machen. Er arbeite gerne mit Holz, sagte er während seines Sommerurlaubs im Schloss, und wir sollten Freunde von uns und Freunde des Schlosses einladen, auch zu kommen.

So sehr viele kamen nicht. Die Zeiten, wo Jugendliche in Scharen zum Arbeiten, Helfen, Franken erkunden kamen, sind vorbei. Die sind jetzt im Beruf und Familienstand mit kleinen Kindern. Aber es kamen doch Ulrike Bauer mit Tochter Judith aus Heidelberg, die emsigst im Garten arbeiteten, Unkraut jäteten - alles Dinge, die ich allein nie hätte vollbringen können. ("Wie viele Gärtner haben Sie denn?" werde ich gelegentlich gefragt). Und es kam Bauke, der die ganze Woche lang alles aus Holz, das desolat war, reparierte: kaputte, vom Holzwurm zerfressene Dielen hat er ausgebaut und neues Holz eingeleimt und eingeschraubt; eine seit Jahrzehnten fehlende Türverschalung einer Schiebetür ist endlich angebracht; die schöne Holzstellwand aus Kaschmir mit dem feinen durchbrochenen Bienenwabenmuster, die in der Mitte ein großes Loch hatte, ist wieder ansehnlich geworden dank seines Erfingungsreichtums und handwerklichen Könnens. In Alexanders und Katis Wohnung ist nun ein fehlender Fußboden in Holz hergestellt worden.
 
Tanno und Assol haben die von Alexander und Bauke begonnene Arbeit den Teich von seinem Schlamm und Schilf zu befreien zu Ende gebracht. Zusammen haben die drei neuen Kies auf den Wegen des Schlossgartens verteilt. Sie haben einen eingesunkenen Weg, den Tanno vor Jahren mit alten Backsteinziegelsteinen gebaut hatte, repariert - und das alles bei miserablem Wetter! Unsere gemeinsame Belohnung: Wunderbare gemeinsame Abende mit oder ohne Kaminfeuer, in jedem Fall mit Wein und Gesprächen. Besonders schön war es, wenn Bauke uns seine Gedichte vorlas. Eine herrliche Woche. Sie soll nächstes Jahr in der zweiten Oktoberhälfte wiederholt werden.
 
Marina von Halem
 
Nachtrag von Alexander:
 
Ich danke allen Helfern von "Baukes Schlossliebe" herzlich. Es war schön alte Freunde wieder zu sehen und zu wissen, dass die Freundschaft noch immer so ist, wie sie immer sein wird. Ulrike und Judith haben im Garten Wunder vollbracht aber auch ganz selbstverständlich in der Küche mitgeholfen, was zu einer rundum harmonischen Theateraufführung zu Beginn der Woche führte. Und Tanno ist sowieso einer der "Hauptarchitekten" dieses riesigen und doch irgendwie kleinen Schlossprojekts. Ihm und Assol danke ich herzlich für die Freundschaft seit Tannos und meiner Jugend (schön, dass Assol in unseren reiferen Jahren dazu kam). 
 
Bauke will ich heute aber besonders herzlich danken, denn es war seiner Idee und seinem Einsatz zu verdanken, dass diese zur "Schlossliebe" umgetauften Arbeitsferien noch lange in guter Erinnerung bleiben werden. Wir sahen uns - trotz sehr weitläufiger - Verwandtschaft im Sommer zum ersten Mal und ich mochte ihn und Arda auf Anhieb sehr gern. Deshalb übertitelte ich den Artikel, in dem auch ein per Video aufgezeichnetes Gespräch zu finden ist, mit "Freundschaft ist noch wichtiger als Verwandtschaft". Bauke erzählte mir schon damals, im Juni,  von seiner Idee.
 
Ich bin also schon lange ein großer Fan von Tanno und nun auch ein großer Fan von Bauke geworden. Aus ganz vielen Gründen, aber auch wegen seiner stimmungsvollen Gedichte. Mit seiner Genehmigung werde ich hoffentlich noch das eine oder andere Gedicht hier zitieren dürfen. Dass Bauke und ich zusammen den ersten Jahrgang unseres Rieslings gelesen haben, verbindet natürlich auch. Ich hoffe mit Bauke und Arda (und weiteren Freunden/Familienangehörigen aller beteiligter Länder) diesen Wein bald gemeinsam verkosten zu können!
 
Ich freue mich, dass Schlossliebe übertragbar zu sein scheint und dass diese von aussen auch uns hier drinnen manchmal von neuem motiviert. Danke.
 
Das könnte Dich auch interessieren:
 
 
Foto: Bauke van Halem im Riesling Weinberg des Weingutes Barockschloss
 
Bauke 500

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Birnen, Bohnen und Speck

Mein nordisches Leibgericht



Nachdem ich heute auf dem Weg nach hause von der Grundschule in Zeilitzheim an einer Obstwiese vorbei schlenderte und ich mir als Frühstück einen roten Apfel stibitzte (Fallobst, natürlich!), kam mir eines meiner Leibgerichte wieder in den Sinn, das jetzt in der kälter werdenden Jahreszeit ein absoluter Knaller ist: ist Birnen, Bohnen und Speck.

Klingt eklig, ist aber äußerst lecker. Das Gericht aus dem Norden habe ich in meiner Bremer Jugend öfter gegessen. In Zeilitzheim kommt es etwa einmal im Jahr auf den Teller. Viel zu wenig, finde ich. Schließlich gedeihen die dafür perfekten Birnen im Schlossgarten und der Stammheimer Metzger hat einen guten Speck. Aber eigentlich lassen sich die Zutaten so gut wie überall finden. Also teil ich mal das Rezept mit Euch, zum Nachkochen:

Zutaten für 4 Personen:



4 große, feste grüne Birnen
4 dicke, durchwachsene Scheiben Speck
500g grüne Bohnen
8 mittelgroße, festkochende Kartoffeln

Zubereitung:



Die Birnen waschen (die Stiele können ruhig dran bleiben), in einen Topf mit etwas Wasser geben, dann den Speck darauf legen. Etwa 15 min. garen, dann die grünen Bohnen darauf legen und fertig dünsten, bis die Birnen weich und die Bohnen knackig gar sind. Parallel die gewaschenen, ungeschälten Kartoffeln in leicht gesalzenem Wasser kochen. Die Birnen mit dem Speck, den Bohnen und Kartoffeln in tiefen Tellern mit etwas von dem Sud servieren.

Und? Wer hat das schon mal gegessen? Wer kocht es jetzt nach? Ist ja nicht schwierig ;-)

Das könnte Dich auch interessieren:



Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Birnen,_Bohnen_und_Speck

#alttext#

Freitag, 12. Oktober 2012

Emma und die Irrungen und Wirrungen der Liebe

Theaterstück nach Janes Austen im Schloss am 20. Oktober 2012



"Ich werde eine Heldin schaffen, die keiner außer mir besonders mögen wird", sagte Jane Austen und schrieb einen Roman, der zusammen mit "Pride and Prejudice" (Stolz und Vorurteil) zum Klassiker der angelsächsischen Literatur wurde. Emma Woodhouse ist eine intelligente junge Frau, die glaubt, Ehen stiften zu können und dabei alles und alle durcheinanderwirbelt. Das Tournee Theater Stuttgart hat eine Bühnenfassung nach Jane Austens Roman “Emma” erarbeitet und präsentiert sie am Samstag, 20. Oktober um 19.30 Uhr im Schloss Zeilitzheim.

Das Tournee Theater Stuttgart ist schon zweimal im Schloss Zeilitzheim aufgetreten, einmal mit einer Komödie von Goldoni, einmal von Moliere, jedesmal mit großem Erfolg. Ihre Spielweise ist spontan, heiter, einfallsreich.

In England und Schottland, wo wir sechs Jahre gelebt haben, gehören Jane Austens Romane zur Pflichtlektüre in jeder Schule und zur beliebten Lektüre auch aller erwachsener Leser. Große Gefühle, Witz, menschliches Miteinander und soziale Interaktionen sind scharf beobachtet. Jane Austens Romane haben in der englischsprachigen Kultur einen ähnlichen Status wie Shakespeares Komödien. Sie sind weit mehr als nur Frauenromane oder Sittengemälde englischen Landlebens vor 200 Jahren. Spätestens seit dem großen Jane-Austen-Revival in den 1990er Jahren haben sie so viele Film- und Fernsehadaptionen erlebt wie kaum ein anderes Werk eines Dichters. Und auch sie selbst wurde 2007 in dem Kino-Hit "Geliebte Jane" zum Gegenstand eines rührenden Films über ihr Leben.

Das Tournee Theater stellt sich der Herausforderung, einen Roman als Theaterstück umzusetzen. Auf ein aufwändiges Bühnenbild wird verzichtet. Im Vordergrund stehen Jane Austens Witz und die großen Gefühle ihrer Figuren, die - so sagt der Leiter des Tournee Theaters Klaus Ellmer - “gerade in ihrer Reinheit auch in unserer reizüberfluteten Zeit begeistern und verzaubern”.

Hinterher serviere ich ein beliebtes englisches Abendessen: Shepherd`s Pie (das ist Hackfleisch mit Kartoffelbrei überbacken) mit Branston Pickle, gefolgt von Apple Crumble. Theaterkarten können jedoch auch ohne das optionale Abendessen im Anschluss vorreserviert werden.

Ihre

Marina von Halem


Schloss Zeilitzheim

Samstag, 20. Oktober 2012, 19.30 Uhr

"EMMA"

Theateraufführung über die Irrungen und Wirrungen der Liebe, frei nach Jane Austen, präsentiert vom Tournee Theater Stuttgart.

Eine Komödie von einer Frau - für alle Frauen (und ihre Begleiter). Regie - natürlich eine Frau!

(Mit Unterstützung des Förderkreises Schloss Zeilitzheim e.V.)

Eintritt: € 15,--

Abendessen im Anschluss: Shepherds Pie mit Branston Pickle, Apple Crumble, € 15,-- inkl. Tischgetränke.

Kartenvorreservierung:
E-Mail an info (at) barockschloss.de

Programmheft (PDF, 1,5 MB): http://www.tourneetheater.net/emma/pdf/11-0968%20Programmheft%20Emma_LowRes.pdf

Foto: Klaus Ellmer, Tournee Theater Stuttgart

#alttext#

Freitag, 21. September 2012

Schlaraffenland für scharfe Feinschmecker

Chinas Provinz Guizhou kulinarisch betrachtet



Nun bin ich schon fast wieder eine Woche zurück aus China, wo ich 9 Tage in der südwestlichen Provinz Guizhou verbrachte. Noch immer schwirren die Erinnerungen, verstärkt durch die vielen Fotos, die ich gemacht habe (siehe Links, unten) durch meinen Kopf. Worauf ich mich in Hinblick auf die Reise am meisten gefreut hatte und was sicherlich auch am längsten in bildhafter und schmackhafter Erinnerung bleiben wird, ist das Essen in China.

Eine der ersten Fragen, die mir nun oft nach meiner Reise zu China gestellt wird, ist: "Hast Du auch Hund gegessen?". Ganz ehrlich? Ich weiß es nicht. Und wenn es so wäre: Es hat alles sehr gut geschmeckt. Bewusst habe ich das nicht gegessen bzw. es wurde mir auch kein Hund explizit serviert. Allerdings haben wir auch so einiges gegessen, von dem wir gar nicht wussten, was es ist. Es wurde uns schlichtweg nicht gesagt, oder die Übersetzung war mangelhaft (bei dem als "kleiner Vogel" servierten Gericht vermuteten wir zum Beispiel kleine Singvögel). Im Qianling Park in Guiyang habe ich jedoch eine Frau gesehen, die junge Hunde mit sich führte. Mir kam es so vor, als würde sie diese für den Kochtopf verkaufen (Foto). Vielleicht war es aber einfach nur ein liebenswürdige, verrückte alte Schrulle mit Hunden. Als Schoßhündchen habe ich nämlich auch oft genug Hündchen gesehen.

Anderes war jedoch auch gut erkennbar, was den Verzehr nicht immer ganz einfach machte. So ging es mir gleich am ersten Abend an dem uns im Rahmen eines sehr umfangreichen und festlichen Essens (was eigentlich für die ganze Woche auch die Norm war) u.a. Schildkröte servierte. Wie vieles was wir aßen war das Tier quasi komplett serviert und daher als solches auch gut erkennbar. Mit Enten und Hühnern geschah das meist auch. Die Tiere werden zubereitet und kreuzweise mehrmals durchgeschnitten, so dass man sich mit den Stäbchen im Vorbeifahren (man isst oft an einem runden Tisch mit drehender Mittelplatte) ein Stückchen Fleisch angeln kann. Die Knochen, wie etwa in Hühnerfüßen, Ente oder besagter Schildkröte werden einfach ausgespuckt.

Sättigungsbeilagen sind selten. Während wir es in den (nicht vergleichbaren) chinesischen Restaurants in Deutschland gewohnt sind gleich zu Beginn des Essens eine Schüssel Reis zu bekommen, kommt diese in China meist - wenn überhaupt - gegen Ende des Essens. Als Sattmacher eben. Da man dem Gastgeber mit dem Essen von Reis signalisiert, dass man von den (meist sehr üppigen und zahlreichen) Fleisch- und Gemüsegerichten nicht satt geworden ist, ist es auch unhöflich, sich mit Reis voll zu stopfen. Es gibt jedoch meist auch Nudelgerichte verschiedenster Art (gebratene Glasnudeln, kalte Bandnudeln mit einer scharfen Soße…). Alles ausserordentlich lecker und - für die Provinz Guizhou und das benachbarte Hunan üblich - meist auch sehr scharf.

Während wir in Europa die Schärfe von Pfeffer und Chili bzw. Paprika in verschiedener Intensität kennen, habe ich in China auch eine Schärfe kennengelernt, die sich durch schlagartige Betäubung der Mundhöhle bemerkbar macht (oft in kalten Soßen zum Tunken von kaltem Rindfleisch). Es muss sich hierbei um den Szechuanpfeffer handeln, der nicht mit dem schwarzen Pfeffer, wie wir ihn kennen, verwandt ist.

Die Vielfalt der Küche in Guizhou ist vor allem auch geprägt durch die Vielfalt der dort lebenden Menschen. Neben den rund 15 autochtonen ethnischen Minderheiten (oft Bergvölker) gibt es auch zahlreiche (nicht sonderlich) religiöse Gruppierungen. So haben wir zum Beispiel in der Stadt Anshun an einem Tag mit dem dortigen Bürgermeister in einem muslimischen Restaurant "hot pot" gegessen (der Kochtopf steht in der Mitte des runden Tisches; Dieser ist unterteilt in zwei Hälften mit einer scharfen und einer sehr scharfen Brühe. Hinein kommt alles, was man sich nur vorstellen kann, ausser - im Fall dieses Restaurants - Schwein).

Am meisten fasziniert hat die Gruppenteilnehmer, die das erste Mal in China waren, wahrscheinlich das "einfachste" Abendessen der Woche: Als Gruppe von ca. 14 Personen überfielen wir am Mittwoch eine Garküche am Straßenrand. Im Handumdrehen wurden Tischplatten und Gartenmöbel herbei gebracht und zusammen gestellt. Unsere Co-Gastgeberin Lin Chen und Familie Haas vom Weinforum Franken sorgten für einen steten Nachschub leckerster auf Holzstäbchen über Holzkohle gegarter Gourmethäppchen von Lamm, Schwein, Tintenfisch, ganzen Fischen, Lotusscheiben, Tofu, Garnelen…), gebratene Nudeln und Bier. Da wir immer von den Familien Chen, Haas und verschiedenen Geschäftsleuten und Politikern Guiyangs in den feinsten Restaurants der Stadt eingeladen waren, kann ich nicht berichten, wie die Preisstruktur dort ist. Für das Abendessen an der Garküche auf der Straße, das im Geschmack den formelleren Essen keineswegs hinterher hinkte und bei dem alle satt wurden und auch das Bier reichlich floss, wurde für alle 14 Personen umgerechnet ca. EUR 50,-- bezahlt. Man kann - sofern man ein mit Deutschland vergleichbares Gehalt bezieht - also (zumindest essenstechnisch) ganz gut in China leben.

Das erwähnte Bier (oft chinesische Marken wie Tsingtao oder dem regionalen Bier aus Guizhou, Moutai) hat meist nur zwischen 2,4 und 3,3% Alkohol. Das ist auch ganz gut, denn es kommt oft im 12er Karton an den Tisch und wird aus schnapsglasgroßen Gläsern oder Bechern in rascher Abfolge sich gegenseitig zuprostend immer wieder auf Ex hinunter gekippt. Wohl bekomm's! Ganbei!

Das könnte Dich auch interessieren:



Erster Bericht im @barockschloss Blog zur Chinareise: http://zeilitzheim.blogspot.de/2012/09/bocksbeutel-mission-in-sudchina.html

Chinesische Küche (Wikipedia): http://de.wikipedia.org/wiki/Chinesische_K%C3%BCche


Szechuanpfeffer (Wikipedia): http://de.wikipedia.org/wiki/Szechuanpfeffer


Guizhou (Wikipedia): http://de.wikipedia.org/wiki/Guizhou

Anshun (Wikipedia): http://en.wikipedia.org/wiki/Anshun


Dienstag, 18. September 2012

Bocksbeutel-Mission in Südchina

China als Wachstumsmarkt für den Frankenwein



Wer zu faul ist den ganzen Beitrag zu lesen: Ich war vom 7.-16.9.12 mit einem Team aus Franken in Südchina, um den Frankenwein auf einer großen Wein- und Spirituosenmesse zu vertreten. Der Frankenwein bzw. Wein aus aller Welt hat gute Chancen auf dem chinesischen Markt. Aber die Chinesen arbeiten auch eifrig an ihrem eigenen Weinbau. Und in der chinesischen Weinwirtschaft ist das Thema Plagiate nicht zu unterschätzen.

Am 12. Juni 2012 riefen mein Freund Georg Bätz und Weinbauberater Dr. Hermann Kolesch von der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau mit der Überschrift "China erleben!?" die Weingästeführer und Weindozenten Frankens dazu auf, sich für die Standbetreuung auf der Weinmesse in Guiyang, Südchina, zu bewerben:

"Für eine der größten chinesischen Weinmessen in Guiyang suchen wir zur Standbetreuung 3 Gästeführer/Weindozenten. Der Stand mit 120 m2 wird durch das Weinforum Franken, Eibelstadt organisiert und betreut. ... Sprachunterstützung erhaltet ihr durch 3 Sinologiestudenten/innen … Das Weinforum Franken, Eibelstadt hat die Messe schon ... mit gutem Erfolg durchgeführt. Es ist jetzt beabsichtigt, die Beziehung dort zu vertiefen. Ein Ladengeschäft für Frankenwein ... ist ebenfalls im Entstehen, zudem findet vor der Messe eine Weinpräsentation in einem großen BMW-Autohaus statt."


Nachdem auch meine Weingutskollegen Heiko und Christian das für eine tolle Sache hielten, ist es doch klar, dass ich mich sofort dafür bewarb.

Am 16. Juli 2012 kam dann die Zusage von Georg: Ich würde zusammen mit meinen GästeführerkollegInnen Christiane Schmid und Johannes "Joe" Schmitt mit nach China reisen dürfen! Bald stand dann auch schon fest, dass auch die Fränkische Weinkönigin, Melanie Dietrich, mit nach China reisen würde.

Ich begann also mit den Vorbereitungen, die ich teilweise bereits in diesem Blog beschrieb (Stichwortsuche nach "China" im @barockschloss Blog: http://zeilitzheim.blogspot.de/search?q=china), und mit der nötigen Recherche zum Weinmarkt in China. Doch alle Recherche der Welt kann einen nicht wirklich auf einen Besuch im "Reich der Mitte" vorbereiten. China ist ein Land, dass man einfach mit eigenen Augen gesehen haben muss, um die Superlativen, die man immer erzählt bekommt, auch wirklich glauben zu können. Dennoch werde ich in diesem Beitrag versuchen - zumindest in Sachen Wein - ein paar Eindrücke zu schildern. Anderen Aspekten unserer gemeinsamen Reise, wie zum Beispiel das chinesische Essen und allgemeine Eindrücke, möchte ich mich noch in einem späteren Artikel widmen.

Die Beteiligten Personen



Die Organisation der Messe und Reise hatte das einladende Weinforum Franken in Eibelstadt bzw. deren Inhaberin Beate Osterheider-Haas und ihr Mann Edmund Haas. Von China aus organisierten Michael Haas und seine Lebensgefährtin Lin Chen (mit Eltern Linna und Lun Chen) die Details der Reise und die zahlreichen Termine vor Ort. Familie Chen hatte ca. 10 Jahre lang in Würzburg gelebt (Lun ist ehemaliger chinesischer Tischtennis-Nationalspieler und war Trainer der Tischtennisabteilung der Würzburg Kickers). Somit war die Sprachbarriere - die in China nicht zu unterschätzen ist, weil wir kaum jemandem begegneten, der Englisch sprach - überwunden.

Sehr hilfreich war es auch, dass uns "Weinexperten" mit den vier inzwischen graduierten Sinologiestudenten der Uni Würzburg, Dominik Franz, Tanja Hellpoldt, Franz Rügamer und Konstanze "Koko" Famira-Parcsetich vier fähige Dolmetscher zur Seite standen. So konnten wir Gästeführer/Weindozenten neben der gelegentlichen Weinprobe auf Englisch auch mit den Messebesuchern fundiert über Wein sprechen, die nur Chinesisch sprechen konnten. Auch hat uns Koko vor der Reise ein Merkblatt mit den wichtigsten Konzepten zur chinesischen Kultur, die man als Besucher kennen muss, zusammen gestellt. So lernten wir etwas über Mianzi ("Gesichtskonzept" bzw. wie man sein Gesicht wahrt und dem Gegenüber hilft seines zu wahren), Nationalstolz, Flexibilität (braucht man unbedingt, wenn man in China unterwegs ist, denn die Chinesen haben zum Beispiel ein ganz anderes Verständnis von Pünktlichkeit, als wir Deutschen), Esskultur, wie man Visitenkarten übergibt und annimmt etc.). Aber auch die wichtigsten Alltagswörter und deren Aussprache bzw. Tonalität bekamen wir so mit auf den Weg (ein klassisches Beispiel ist das Wort "ma", das je nach Aussprache/Tonlage Pferd, Hanf, Mutter oder schimpfen bedeuten kann).

Zum Ende der Weinmesse konnten die vier Sinologen bereits viele der Standardfragen zum Frankenwein selbst beantworten, so dass wir Gästeführer mehr und mehr nur für (teilweise recht merkwürdige) Fachfragen gebraucht wurden. Eine (sehr hübsche) Chinesin fragte mich zum Beispiel ob Frankenwein gut für die Haut sei und wieviel sie davon trinken müsse um schönere Haut zu bekommen. Eigentlich hatte sie es gar nicht nötig, aber ich wollte ihr und mir den Gesichtsverlust ersparen und ihre wichtige Frage ernst nehmen und riet ihr also dazu täglich ein oder zwei Gläschen Frankenwein zu trinken. Dass Franz und ich uns erst in China kennen lernten, obwohl er aus dem nur 6 km entfernten Gerolzhofen kommt, ist natürlich auch witzig.

Beates Sohn Tobias und seine Frau Mari (aus Norwegen, im Dirndl aber sehr Bayerisch aussehend und daher von der Regionalzeitung schon als "Wettergirl" eingesetzt) halfen auch kräftig mit - vor allem als sehr ästhetische Fotomodels für den Frankenwein.

Besonders wichtige Mitreisende und mit ihrem Messeausweis entsprechend auch als VIP gekennzeichnet war natürlich unsere Fränkische Weinkönigin Melanie Dietrich. Es war schön Melanie kennen zu lernen, denn sie ist eine vor Lebensfreude und Charme sprudelnde junge Frau, die den Frankenwein würdig, authentisch und offensichtlich mit viel Freude vertritt. Leicht kritisch hatte ich hier im @barockschloss Blog im Januar 2012 über den Umstand berichtet, dass es 2012 nur sie als alleinige Bewerberin für das Amt der Weinkönigin gab. Ich schrieb damals unter Anderem:

"Ganz fair ist es wahrscheinlich nicht, wenn wir alle Melanie Dietrich besonders beobachten. Aber umso besser wird sie ihre Arbeit, das Frankenland und seinen Wein zu repräsentieren, wohl machen. Ich wünsche ihr schon mal viel Erfolg!"


Mit ihrem (bereits zweiten) Chinabesuch mit den vielen offiziellen Terminen mit regionalen Politikern, Geschäftsleuten und Presse hat Melanie mal wieder bewiesen, dass sie genau die richtige Person für dieses Amt ist. Sie ist auch für höhere Ämter in Sachen Wein hervorragend geeignet und so überrascht es nicht, dass sie sich auch während unserer anstrengenden Reise auf den Vorentscheid zur Wahl der Deutschen Weinkönigin (am 22.9.12 in Neustadt an der Weinstraße) vorbereitete. Sie hat sehr gute Chancen in das im Fernsehen übertragene Finale am 29.9.12 zu kommen. Ich wünsche ihr viel Erfolg!

Die Messe



Es war nun schon die zweite Messe ihrer Art in Guiyang in der südchinesischen Provinz Guizhou. Wie es in China aber wohl generell üblich ist (für mich ist es wahrlich das Land der Superlativen), ist diese Messe bereits im zweiten Jahr um ein Vielfaches gewachsen. Noch mehr Aussteller, noch mehr Länder als im Vorjahr beteiligten sich in acht statt bisher nur einer oder zwei Messehallen. Die "2nd China Guizhou International Alcoholic Beverages Expo" war eine Großveranstaltung, gegen die so manche Messe in Deutschland "peanuts" ist.

Von den 1346 Ausstellern auf der Messe sollen laut Angabe der China Daily alleine mehr als 660 aus dem Ausland angereist sein. Der Pavillon für ganz Deutschland war zu zwei Dritteln durch uns Franken belegt. Das letzte Drittel teilten sich ein Familienweingut, das es im Vorjahr in ein chinesisches Buch über Wein in Deutschland und Österreich geschafft hatte (das Weingut Dr. Wehrheim aus Birkweiler, Pfalz) und ein Weinimporteur, der vor allem (recht süße) Moselweine im Angebot hatte.

Für die Bürger von Guiyang (Einwohner: 4,3 mio) war der Messebesuch kostenlos. Freikarten gab es nach Vorlage eines Ausweises bei vier Banken Guiyangs. Diese erschienen auch sehr zahlreich. Genaue Zahlen habe ich noch nicht, aber im letzten Jahr, als die Messe ungefähr ein Achtel der diesjährigen Größe hatte, sollen es schon über 200.000 Besucher gewesen sein.

Etwas lustig machten wir Langnasen uns über den Slogan zur Alkoholmesse: "Intoxicated with the beauty of Guizhou".

Der chinesische Weinmarkt



In ihrem Bericht zum Abschluss der Messe weist die China Daily darauf hin, dass das Wachstum im chinesischen Weinmarkt von 2005 bis 2011 um die 31% war, während dieser sich weltweit unter einem Prozent bewege. Dennoch sei der pro-Kopf Verbrauch in China bei 0,35 Litern nur 7,8% des weltweiten Wertes von durchschnittlich 4,5 Litern Wein jährlich. Da ist also noch sehr viel Luft nach oben, weshalb China vor allem von den Franzosen als interessantes Wein-Importland angesehen wird.

Man muss jedoch berücksichtigen, dass China in der Breite kaum etwas wie eine Weinkultur besitzt. Grundwissen darüber wie Wein getrunken wird ist mangelhaft. So verbrachten wir die meiste Beratungszeit damit zu erklären bei welcher Temperatur der Wein getrunken werden sollte und wie man ihn (für das eigene Geschmackserlebnis möglichst gewinnbringend) verkostet. Die Chinesen sind es nämlich gewohnt als Frage der Etikette sich in hierarchischer Abfolge der jeweiligen Bedeutsamkeit gegenseitig zuzuprosten, meist mit einem für unseren Geschmack sehr gewöhnungsbedürftig schmeckendem Schnaps und dann immer "auf Ex". Ein uns begleitender Reporter nutzte zum Beispiel die Chance der Verkostung, indem er sich in (sehr) rascher Abfolge den Wein aus dem Bocksbeutel in seine Drehverschlusskappe schüttete und diese "Becherchen" (seinem weiblichen Gefolgsteam zuprostend) immer wieder hinunter schüttete. Genuss ist etwas Anderes...

Ich will das aber keinesfalls schlecht reden. Es ist nun mal eine andere Kultur mit ihrer eigenen, sehr alten Tradition, gerade auch in Sachen Trink- und Genusskultur. Wir müssen uns, wollen wir auf dem chinesischen Markt Fuß fassen, von unseren eigenen Vorstellungen in Sachen Weinkultur größtenteils verabschieden. Dies betrifft auch die Geschmacksrichtung des Weines. So bevorzugen die Chinesen liebliche Weine und fragten deshalb sehr oft nach Eiswein. Auch (und gerade) beim Rotwein wünschten sie sich liebliche Weine.

Eine sehr oft gestellte Frage war auch nach der Haltbarkeit des Weines. Man wollte von uns wissen, wie lange man Zeit habe den Flascheninhalt nach dem Öffnen zu trinken und wie lange sich die ungeöffneten Flaschen halten. Das legt den Schluss nahe, dass es vielen Chinesen beim Einkauf hochwertiger Weine um ein zu hütendes und erhaltendes Prestigeobjekt geht und weniger um ein alltägliches Genussmittel, wie wir zum Beispiel einen leichten Sommerwein trinken. Das ist auch verständlich, beachtet man, dass so manche Flasche Importwein dort gerne 60 bis 70 Euro kostet. Mit der fränkischen Weinpyramide oder dem Rotweinhaus (siehe Blogartikel vom 21.3.2012) brauchen wir den Chinesen also gar nicht erst kommen.

Die Chance für den Export von Wein nach China liegt jedoch vor allem im Segment der hohen Qualität (und hoher Preise), denn gerade als Statussymbol für die rasant wachsende Schicht immer wohlhabender Chinesen hat ausländischer Wein in China eine große Zukunft.

So trifft es sich gut, dass das Weinforum Franken (auch Dank der familiären Beziehungen) voraussichtlich ab 2014 mit einer Vinothek in Guiyang eine ständige Vertretung haben wird. Das Projekt mit einer Investitionssumme von rund 100 Millionen Euro wird im noch im Bau befindlichen "Jinyang World Trade" angesiedelt sein.

Das Vorhaben in Guiyang selbst Wein anzubauen wird wohl noch eine Weile auf sich warten lassen, bat man mich bei einer der vielen offiziellen Veranstaltungen doch allen Ernstes, ich möge dem Bittsteller ein Päckchen Wein-Samen zuschicken als Grundlage der eigenen Produktion. Ich denke alle Seiten sind vorerst besser bedient, wenn wir fertigen Frankenwein in gewohnt hoher Qualität nach China exportieren!

Doch ganz zu verachten ist Chinas eigener Weinbau auch nicht. Immerhin: Im Gegensatz zu unseren 6.000 ha Rebfläche in Franken gibt es in China rund 240.000 ha Wein (siehe Wikipedia, Stand 1999). Andere Schätzungen belaufen sich hier auf etwa 260.000 ha.

Interessant war auch die Einladung an unsere Delegation an einer Diskussion zum Thema Plagiate, an der unsere Gästeführerkollegin Christiane Schmid teilnahm. Die Veranstaltung sollte uns Exporteuren wohl vor allem die Sicherheit geben zu wissen, dass Chinas Behörden etwas gegen Plagiate im Weinbau unternehmen. Ob dies letztlich etwas nützt, sei dahin gestellt, hörten wir doch auf der Messe vor allem von Kollegen aus Frankreich, dass gerade Bordeauxweine gerne mal in China gefälscht werden. Mit wachsender Beliebtheit des Frankenweines kann ihn dieses Schicksal auch noch einholen. So erlebten wir am Messestand auch, dass unsere Bocksbeutel fotografiert wurden und das nicht nur von vorn; Jemand hat auch ausführlich die Unterseite der Flasche mit ihren Prägungen und Chargennummern fotografiert. Ein Schelm, der Böses dabei denkt...

Presse



Mit unserer Teilnahme an einer Unterzeichnungsfeier zur Vertiefung der Beziehungen zwischen Franken und China schafften wir es auch in die regionale Zeitung mit Bild. Aber auch im regionalen Fernsehen waren wir mehrfach zu sehen. Die Chinesen waren von uns Bayern besonders angetan (hoffentlich nicht nur wegen unserer feschen Lederhosen und Dirndl) und hofierten uns was das Zeug hielt.

Fazit



China ist ein unfassbares Land mit großen Chancen, auch für den deutschen und somit auch den Frankenwein. Auch wenn ich selber nicht im Bocksbeutel abfüllen möchte: Der eindeutig mit Franken identifizierbare Bocksbeutel ist auf dem chinesischen Markt ein gutes Alleinstellungsmerkmal in einem Markt voller gleich aussehender Flaschen. Wenn Franken - sei es durch das Weinforum in Eibelstadt oder weitere Präsenz auf diesem Markt - seinen Wein dort als Premium-Produkt mit hoher Qualität und hohem Preis etabliert, wäre das für beide Märkte ein lukratives Geschäft. Aber auch dem Weintourismus nach Franken dürfte eine wachsende Präsenz auf dem chinesischen Markt helfen. Ich habe die Chinesischen Bürger Guiyangs jedenfalls als außerordentlich gastfreundliche und interessante wie interessierte Menschen kennen gelernt. Ich war bestimmt nicht das letzte Mal in China und würde mich auch über chinesischen Besuch in Franken sehr freuen.

Ich danke den Familien Haas und Chen für die nette Betreuung während unserer gemeinsamen Zeit in Guiyang, dem Weinbauverband Franken und der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau (insbesondere Georg Bätz und Dr. Hermann Kolesch) für die finanzielle Unterstützung des Projekts und meinen neuen Freunden Dominik, Franz, Koko und Tanja und meinen guten Freunden und Kollegen des "Weinexpertenteams" Joe, Christiane und Melanie für die gemeinsamen Erfahrungen!

Links:



Weingut Barockschloss: http://www.weingut-barockschloss.de/

Blogartikel zum Stichwort "China" im @barockschloss Blog: http://zeilitzheim.blogspot.de/search?q=china

Blogartikel zur "Wahl" der Fränkischen Weinkönigin 2012: http://zeilitzheim.blogspot.de/2012/01/die-konigin-ist-tot-lang-lebe-die.html

Deutsche Weinkönigin: http://www.deutscheweinkoenigin.de/Home/

Weinforum Franken: http://www.weinforum-franken.de/

Fränkischer Weinbauverband: http://www.frankenwein-aktuell.de/

Mianzi (Gesichtskonzept): http://de.wikipedia.org/wiki/Reputation#Bedeutung_in_Asien

Chinesische Sprache: http://www.i-live-my-life.de/chinesisch.htm

Wahl der 64. Deutschen Weinkönigin: http://www.deutscheweinkoenigin.de/icc/Weinkoenigin/nav/c84/c8413569-e933-9311-6cf9-0656f135e25d&_ic_uCon=4cd13569-e933-9311-6cf9-0656f135e25d

Artikel zur Messe in der China Daily vom 10.9.12: http://www.chinadaily.com.cn/cndy/2012-09/10/content_15746068.htm

Artikel "Foreign wine producers taking a closer look at China" in der China Daily vom 11.9.12: http://www.chinadaily.com.cn/m/guizhou/2012-09/11/content_15750466.htm

Blogartikel u.a. zu Weinpyramide bzw. Rotweinhaus: http://zeilitzheim.blogspot.de/2012/03/wir-wollen-social-media-aber-noch-nicht.html

Weinbau in China (Wikipedia): http://de.wikipedia.org/wiki/Weinbaugebiet#Weinbau_in_China

Mario Scheuermann zu "boomende Fälschungsindustrie in China": http://bordeaux.blogg.de/2011/08/10/boomende-falschungsindustrie-in-china/

Foto Zeitungsartikel in Guiyang: http://www.flickr.com/photos/barockschloss/8000003713/in/photostream

Guiyang (Wikipedia, Englisch): http://en.wikipedia.org/wiki/Guiyang

#alttext#