Mittwoch, 30. November 2011

Bücher teilen

Von analogen und digitalen Medien


Verlage sollen ja angeblich digitale Medien fürchten, weil Inhalte (Bücher etc.) digital (leichter) weiter verbreitet werden können und somit - an möglichen Gewinnen der Verlage vorbei - kopiert und verschickt werden können. Man hat Angst vor dem drohenden Raubkopierertum. Das stimmt ja auch - in Theorie.


Obwohl ich Bücher bevorzugt am iPad lese, ertappe ich mich immer öfter, trotzdem noch gedruckte Bücher online zu bestellen. Warum? Weil ich sie dann Freunden und Familie zum Lesen weiter geben kann, ohne gleichzeitig mein iPad aus der Hand geben zu müssen. Meine Kindle Bücher oder Audible Hörbücher kann ich ja nicht so einfach an Freunde weiter schicken. Genau das Gegenteil als das, was die Verlage befürchten, ist also bei mir der Fall: Wenn ich etwas (legal) teilen möchte, kaufe ich es gedruckt und es kann dann von mehreren Leuten (hintereinander) gelesen werden. Dagegen sagt man bei gedruckten Büchern ja auch nichts. Es wird ja sogar erwartet, dass Bücher geteilt werden (das nennt man zum Beispiel Bibliotheken oder Antiquariate bei dem der Wiederverkäufer sogar noch einen finanziellen Vorteil des Weitergebens hat). Und selbst Tageszeitungen erwähnen ihren Inserenten gegenüber, dass "jede Zeitung im Schnitt von mehreren Personen gelesen wird" (Quelle: Haßfurter Tagblatt). Ich weiß zwar nicht genau, was "mehrere" genau für ein Schnitt sein soll, aber die Implikation, man erreiche damit (theoretisch) mehr (Anzeigen-)leser, als die puren Abozahlen verkünden, leuchtet mir ein.


Warum darf ich dann meine gekauften eBooks nicht weiter geben? Die sollten es doch eigentlich technisch hin bekommen, dass die eBooks bis zu x Mal weiter gegeben werden können. Die Lesebefugnis erlischt dann halt auf dem ursprünglichen Gerät. Aber gerade an einer solchen Funktion wird wohl gerade gearbeitet. Amazon erlaubt nämlich das Verleihen (ausgewählter) Kindlebücher für eine Dauer von 14 Tagen. Wie das funktioniert findet man hier. Ich vermute jedoch, dass sich dies nur auf den U.S. Kindle-Store bezieht, was auch ebooksaktuell.de in einem Artikel bestätigt. Ich glaube auch, dass sich nur wenige Autoren bzw. Verlage dazu bereit erklären werden, dass ihre Bücher auch verliehen werden können. Aber die Hoffnung stirbt ja zuletzt.


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Dienstag, 29. November 2011

Lesen statt schreiben

Ein Rückblick auf den November der Vorjahre

Ich habe, weil meine Freundin Alexandra Graßler das in ihrem Blog neulich auch tat und ich ihre Ideen immer sehr schätze, heute mal in meinem Blogarchiv gewühlt. Genau genommen habe ich mir nur die alten Artikel aus den Novembern den Vorjahre angesehen, so wie es auch Alexandra in ihrem Blogartikel "WissensAgentur reloaded - ein Blick zurück" tat.

Ich war selbst überrascht, wie viel ich in den Vorjahren doch für das Schlossblog geschrieben habe und wie groß die Bandbreite an Themen war. Natürlich ist und war das Schloss und alles was in ihm und um es herum passiert der Fokus des Blogs. Aber auch der gelegentliche kritische Blick auf das lokale Politgeschehen und Schnapsideen sowie immer Gedanken über Medien und Journalismus finden Ausdruck in meinem Online-Tagebuch.

Heute also mal wieder lesen statt schreiben.

Alle Artikel aus dem November 2010

Alle Artikel aus dem November 2009

Alle Artikel aus dem November 2008

Ältere Artikel im Blog-Archiv bei web.mac.com

Foto: Abenddämmerung in Zeilitzheim am 30. November 2008.

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Sonntag, 27. November 2011

Machen!

Das Audiogästebuch - Teil 2

Gestern habe ich mir ja schon erste Gedanken gemacht zum Schlosspodcast und Euch Schlossblogleser auch nach Eurer Meinung gefragt. Inzwischen sind viele Anregungen und Ideen eingetroffen. Wie es im Netz Usus geworden zu sein scheint, kamen die wenigsten dieser Rückmeldungen jedoch hier im Blog an, sondern verteilten sich auf verschiedene Kanäle im Netz. Einige dieser Kommentare habe ich daher in der unten eingebetteten storify Geschichte zusammen gefasst.

Welches Zwischenfazit ziehe ich nach den ersten Erfahrungen und Rückmeldungen?

Es wird verstärkt nach Videoinhalten gerufen. Audio alleine ist vielen Leuten einfach zu wenig. Gut. Ich habe es gehört und werde versuchen gelegentlich auch Videos zu posten. Dies scheiterte bislang immer ein wenig an dem zusätzlichen Aufwand und der fehlenden Bandbreite im Dorf. Aber Webvideos sollen ja ohnehin nur kurz sein. Ich werde es also mal wieder angehen. Die FlipCam ist jedenfalls schon mal abgestaubt.

Was mache ich nun mit den Audioschnipseln?

Im gestrigen Blogeintrag habe ich ja die Testaufzeichnung vom Zoom H2 über SoundCloud eingebettet. Das funktionierte schon ganz gut und auch die (noch im beta-Status befindliche) Podcast-Integration von SoundCloud ist ganz vielversprechend. Ich glaube aber, dass die Abonnierbarkeit von kurzen Soundbites nicht so wichtig ist, wie zum Beispiel bei unserem Regionalpodcast Schweinfurtundso, der meist wöchentlich und dann in ca. 45-60 min. Länge erscheint. Kürzere Soundschnipsel bette ich dann doch lieber eher in Blogartikel ein (was nicht ausschließt, dass findige Hörer heraus finden, wie sie zusätzlich den RSS-Feed dazu abonnieren). Was mich bei SoundCloud jedoch stört, ist die Tatsache, dass die kostenlose Variante maximal 120 Minuten Aufzeichnung erlaubt, bevor man einen kostenpflichtigen Plan kaufen muss. Sind das 120 Minuten im Monat? Oder insgesamt? Ich habe es so verstanden, dass insgesamt 120 Minuten kostenlos gehostet werden können. Das wäre dann schon eine ziemliche Einschränkung.

Ich habe also nun doch noch einmal Audioboo ausprobiert und zu diesem Zweck auch einen Zweitaccount eingerichtet, um Schlosspodcastfolgen und die eher privateren Soundbites vom barockschloss account zu trennen. Hier sind beim kostenlosen Plan 30 Minuten monatlich möglich, wenn ich das richtig verstanden habe (ich finde nämlich nun diese Information nicht mehr auf der audioboo.fm Seite). Was ich erst nach dem Upload des gestrigen Audiobeitrags festgestellt habe, ist dass die Länge einzelner Boos auf maximal 3 Minuten begrenzt ist. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dort früher 5 Minuten pro Boo möglich waren. Ob ich mit 3 Minuten zurecht kommen werde? Gut, es ist ja nicht gesagt, dass ich nicht auch noch zur kostenpflichtigen Variante upgrade, wenn ich das Gefühl habe, dass der Podcast unseren Gästen und zukünftigen Gästen auch genügend Mehrwert bietet.

Der beste Tipp kam aber von meinem Freund Floh, der mir in Antwort auf den gestrigen Blogartikel mit den vielen Fragen einfach twitterte: "machen! erstmal ohne fragevorgaben! audio gästebuch". Recht hat er. Ich werde jetzt also erst einmal machen. Und schauen was passiert. Und ob etwas passiert.

Hier noch zum Vergleich zu SoundCloud der gestrige Audiobeitrag (der kanpp vor dem Ende bei exakt 3 Minuten abgeschnitten endet).

Erste Überlegungen zum Schlosspodcast (mp3)


Samstag, 26. November 2011

Schlosspodcast

Oder doch nur Audioblogbeiträge?

Seit einem Jahr podcaste ich zusammen mit meinem Freund Florian Kohl in Schweinfurt über regionale Themen, oft mit Gästen aus der Region als Gesprächspartner. Das macht uns großen Spaß und hat schon zu vielen Freundschaften und Vernetzungen geführt.

Für das Schloss habe ich bislang ohne großen Ehrgeiz mit Audioblogbeiträgen experimentiert. Das waren kurze Aufnahmen in unregelmäßigen Abständen, meist auf dem iPad im Schlossgarten aufgezeichnet und mittels Audioboo.fm ins Netz gestellt und dann hier im Schlossblog eingebettet. Das Audiobloggen oder Podcasten zu Themen rund um das Schloss möchte ich nun noch ein wenig disziplinierter angehen. Allerdings sollen in diesen Tonbeiträgen nicht (nur) Monologe von mir zu hören sein, sondern ich möchte - sofern sie sich darauf einlassen - auch hin und wieder Gäste des Schlosses befragen und diese Beiträge als Schlosspodcasts veröffentlichen.

Die Technik für den bis jetzt größtenteils in der Küche des Revistaverlags in Schweinfurt als Tonstudio aufgezeichneten Podcast Schweinfurtundso hat Florian angeschafft. Er ist auch derjenige, der die technische Nachbearbeitung der Audiospuren dafür macht. Das beinhaltet in der Regel das Wegschneiden vom Vor- und Nachgeplänkel und die Bearbeitung der Datei mit Levelator. Das meiste regelt Florian nämlich über das Behringer XENYX X1204 USB Mischpult und vom Format her ist unsere Philosophie so wenig wie möglich zu schneiden, sondern möglichst originalgetreu die Gespräche zu veröffentlichen. Manchmal senden wir sogar live und können dann während der Sendung Kommentare unserer Hörer über Chat und Twitter lesen.

Es ist toll mit solchen Möglichkeiten podcasten zu können, aber ich werde allein solchen Aufwand nicht betreiben (können). Um selber im kleineren Stil unterwegs bzw. im Schloss ohne großen Aufwand aufzeichnen zu können, habe ich mir jetzt einen Zoom H2 "field audiorecorder" angeschafft, was nichts anderes ist, als ein Mikrofon mit eingebauter Aufzeichnungstechnik (und SD-Karten Slot). Die Aufnahmequalität wird bei weitem nicht an das heran kommen, was Florian mit seiner Technik und Nachbearbeitung schafft. Aber die Idee ist es mit dem unaufdringlichen Tisch- bzw. Handmikrofon ad hoc Kurzinterviews mit unseren Gästen führen zu können, ohne diese mit einem "Studio" zu erschrecken (ich bin schon gespannt, ob sie sich darauf einlassen).

Ich möchte Euch Schlossblogleser jedoch zuerst um Eure Meinung und Ideen bitten. Das betrifft sowohl den Inhalt, als auch die Bereitstellungsform des geplanten Podcasts.

Inhalt:

Welche Themen würdet Ihr gerne besprochen wissen im Schlosspodcast?
Welche Art von Fragen soll ich Eurer Meinung nach meinen Gästen und Interviewpartnern stellen?
Wie oft (mindestens, maximal) sollte es Schlosspodcasts geben?
Wie lange sollten die Folgen sein?

Bereitstellung:

Wie wichtig wäre für Euch die Abonnierbarkeit über einen Podcatcher wie iTunes?
Genügt die Einbettung mittels Widget im Blog (wie bisher Audioboo) mit dem Tag "Audioblog"?
Was haltet Ihr von SoundCloud als hosting Platform für den Podcast? (siehe den Podcast meiner Freunde Ben und Julia: Österreich verstehen).
Soll ich das ganze überhaupt "Podcast" nennen, oder lieber Audioblog oder gar einen anderen Fantasienamen? Vorschläge?

Was haltet Ihr generell von der Idee? Welche weiteren Fragen und Ideen fallen Euch dazu noch ein?

Experimente in Audio by barockschloss

Freitag, 25. November 2011

Gatekeeper waren gestern

Vortrag von Klemens Skibicki in Schweinfurt

Mein Freund und Podcastkollege Florian Kohl nahm mich gestern mit zu einem Vortrag bei der Sparkasse Schweinfurt. Geladen waren die Firmenkunden der vor wenigen Jahren fusionierten Sparkasse der Region Schweinfurt Stadt und Land. Die Crème de la Crème der regionalen business elite also war dort anwesend. Glaube ich. Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, Johannes Rieger, versäumte es daher auch nicht, die Sparkasse vor zu stellen. Dies geschah durch ein Video, dass jedoch für YouTube wegen seiner Länge als ungeeignet eingestuft würde und deswegen auch für die rund 240 Anwesenden im Saal wohl eher als Pflicht, denn als Kür gesehen wurde. Doch dann stellte Rieger den Redner des Abends, Prof. Dr. Klemens Skibicki, vor. Er freute sich darüber, dass dieser seinen Vortrag nicht werde überziehen können, weil er noch am gleichen Abend mit dem Zug zurück nach Köln fahre. Rieger betonte auch, dass Skibicki eine "richtige" Ausbildung hinter sich habe (BWL und VWL Diplome) und gar im Fach Wirtschaftsgeschichte promovierte. Kein dahergelaufener Internetfuzzi also...

Noch bevor der Vortrag begann twitterte ich, dass Florian und ich vorne rechts sitzen, so dass unser Twitterfreund @Halluxinfo (der Schweinfurter Orthopäde Dr. Stefan Feiler) uns noch kurz aufsuchen konnte für eine kurze Begrüßung. Interessant fand ich, dass all diejenigen, die ihre iPhones und iPads während des Vortrags auf dem Schoß hatten, in den ersten 3 Reihen zu sitzen schienen…

Aber nun zum Vortrag selbst:

Klemens Skibicki stellte sich als einer, der zum Thema "Industrialisierung Oberschlesiens im 18. und 19. Jahrunderts" promoviert hat, humorvoll als "Fachmann für das Internet" vor. In der Tat hat er sich aber das Thema Social Web schon früh auf die Fahnen geschrieben und dieses - auch mit Unterstützung vieler Studenten, die zum Beispiel Facebookprofile analysierten - wissenschaftlich untersucht. Entstanden ist daraus eine Beratungstätigkeit für die "big player" der deutschen Industrie und Wirtschaft sowie zahlreiche "speaking engagements" wie das des gestrigen Abends. So zahlreich sind diese Vorträge, dass er nach sechs oder sieben veröffentlichten Büchern nun keine Zeit mehr zum schreiben hat. Leider fehlt wohl auch die Zeit zum Befüllen des eigenen Social Media Blogs, denn der letzte Eintrag dort ist nach heutigem Stand vom 7. September 2010.

Wichtiger als sein Blog ist wohl aber Skibickis Tätigkeit als Social Media Evangelist für Wirtschaft und Mittelstand, weswegen er ja auch von der Sparkasse nach Schweinfurt - wo er zum ersten (hoffentlich nicht letzten?) mal gewesen ist - geladen wurde. Der Titel seines Vortrags "Die Social Media Revolution - Facebook, Twitter & Co. - Verstehen oder untergehen" sollte wohl auch ein wenig provozieren oder wach rütteln. Ich muss gestehen, dass ich noch keine allzu große Hoffnung habe, dass die Schweinfurter "crowd" den transparenten Dialog mit ihren Kunden suchen wird bzw. sich darauf einlassen wird. Zu stark werden noch die Reaktionen der Menschen sein, die auch Skibicki immer wieder als Beispiele anführte, warum sich Menschen gegen Veränderung wehren. Auch wenn diese Veränderung gar nicht mehr auf zu halten ist.

Klemens Skibicki ging aber auch auf die Motive derer ein, die das Social Web bereits aktiv nutzen. Neben dem offensichtlichen (und laut seiner Recherche auch zahlenmäßig stark vertretenen) Drang zur Selbstdarstellung, sei die Informationssuche bei Freunden ein wichtiger Faktor. Das ist es, was das Social Web natürlich auch für Firmen und ihre Produkte und Dienstleistungen so wichtig macht. Denn es wird darin darüber geredet, ob man will oder nicht. Empfehlungen und Informationsaustausch gibt es jetzt direkt zwischen den Menschen. Die Torhüter Fernsehen, Radio, Zeitung etc., die uns früher durch Werbung mitgeteilt haben welche Dinge wir gut finden und kaufen sollen, haben an Bedeutung verloren. Wir vertrauen den Meinungen unserer Freunde und Bekannten viel mehr. Soziale Netzwerke geben uns die technische Möglichkeit, diese Informationen auch auszutauschen.

Skibicki erklärte anhand seiner Kriterien eines "Menschlichkeitstests" warum soziale Medien wie Facebook und Co. so erfolgreich sind: Die hier statt findende Kommunikation trägt Züge von Lebendigkeit und Fleischlichkeit (wir sind für einander "greifbar"). Auch spielen Ästhetik, Mobilität und Einfachheit eine Rolle beim Erfolg dieser Medien. Vor allem aber funktioniert es, weil wir soziale Wesen sind: Wir Menschen sind geprägt von Neugier und dem Wunsch nach Interaktion, Anerkennung, Liebe und dem Bedürfnis nach Mitteilung und Zuhören. Skibicki rät dazu die Kommunikation im Social Web so zu führen, als seien wir auf einer Gartenparty. Dort würden wir schließlich auch nicht jedem, der uns über den Weg läuft, zuerst unser Produkt verkaufen wollen. Auf die Pflege der Beziehungen kommt es an. Es geht um vertrauenswürdige Kommunikation. Werbung war gestern. Gatekeeper waren gestern.

Gut, das ist natürlich alles nicht (mehr) neu und ich habe hier im Schlossblog ja schon oft über diese Themen geschrieben (Artikel mit dem Stichwort "Medien") oder selbst auf Konferenzen als Redner beschrieben. Was für Schweinfurt und Umgebung durch den gestrigen Vortrag Skibickis aber vielleicht erst möglich wird, ist ein erstes Umdenken. Die Sparkasse hat, mit ihrem Vorstandsvorsitzenden vorne weg, ihren Kunden gegenüber dem Thema "Social Media" durch den Vortrag Skibickis Legitimität verliehen. Das hilft dem einen oder anderen Unternehmer vielleicht doch mal über das Thema "offene Kommunikation und Kollaboration mit Kunden, Lieferanten und Partnern" überhaupt erst nach zu denken. Der Vortrag hat zumindest hoffentlich einige der 480 anwesenden Augen dafür geöffnet, dass man "privat" (bzw. persönlich) und "beruflich" in einer vernetzten Welt nicht mehr wirklich trennen kann (und in vielen Dingen auch nicht sollte; lasst uns doch einfach Menschen sein!).

Leider war es in den Veranstaltungsräumen der Sparkasse nach kurzer Zeit unerträglich warm und stickig. Es waren schließlich nicht nur 480 Augen im Raum zu gegen, sondern auch 240 kleine Blockheizkraftwerke. Als Veranstalter weiß ich aber selbst, wie schwierig es ist perfekte Raumkonditionen bei großen Besucherzahlen her zu stellen bzw. zu regulieren. Ich danke der Sparkasse jedenfalls ausdrücklich, dass sie gerade diesen Vortrag für ihre Firmenkunden auswählte und möglich machte. Anschließend bewirtete die Sparkasse uns auch noch mit Häppchen und Getränken, die vom Team von Herrn Schimitschek (Warmuth Partyservice) serviert wurden. Vielen Dank!

Bereits auf dem Heimweg aus dem Zug heraus hat Klemens Skibicki sich mit mir vernetzt. Bei Facebook sind wir jetzt "Freunde" und er ist bereits "Fan" der Schloss Fanpage geworden. Ich werde durch seine Facebook Posts nun am Rande weiterhin mitbekommen, wo er überall unterwegs ist und kann ihn und seine Vorträge durch ein "like" oder einen Kommentar empfehlen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich unsere Wege mal wieder kreuzen sind durch diese Vernetzung um ein Vielfaches gestiegen. Früher hätte man sich vielleicht eine Visitenkarte entgegen geschoben. Doch was ist aus all diesen Visitenkarten in der Schublade geworden? Möge ein jeder in seiner eigenen Schublade kramen und darüber nachdenken...

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Mittwoch, 23. November 2011

Weihnachtsmarkt 2011

Ein kurzer Nachbericht

Der Weihnachtsmarkt am vergangenen Sonntag war wieder sehr schön und auch sehr erfolgreich. Es waren mit 48 Ausstellern etwas weniger, als im Vorjahr. Der Besuch war jedoch auch in diesem Jahr wieder sehr gut. Während in Haus und Hof schon schön geschmückt war, wollen wir uns 2012 noch mehr Mühe geben auch im Gewölbekeller weihnachtlich zu schmücken.

Vor allem der Büchermarkt war wieder sehr erfolgreich. Die vielen Stunden Arbeit des Sortierens durch die ehrenamtlichen Helfer des Förderkreises ermöglichten den Besuchern einen geordneten Markt. Manche Besucher stöberten nach eigenen Angaben mehrere Stunden im Fundus des Büchermarktes, der in diesem Jahr besonders im Bereich der Bildbände und englischer Bücher viele Neuzugänge hatte. Allen Bücherspendern ein herzliches Dankeschön! Auch für das Feedback und die Verbesserungsvorschläge, die ich zum Büchermarkt erhielt, danke ich unseren Besuchern. Ich werde diese an die ehrenamtlichen Hüter des Bücherschatzes weiter leiten, die jedoch eigenverantwortlich entscheiden, wie sie den Markt organisieren.

Kati war in diesem Jahr ganztags im Schlosscafé beschäftigt und koordinierte dort die Aktivitäten zahlreicher Helfer des Schloss-Förderkreises. Das bedeutete, dass ich mit unseren zwei Töchtern unterwegs war, die vom Markttreiben und natürlich besonders vom Weihnachtsmann und seiner Engelschar begeistert waren. Dem Weihnachtsmarkt (nur er weiß, wie er im "bürgerlichen Leben" heißt) und den jungen Engeln um Frau Fritz, die auf den Stationen des feierlichen Umzugs ein stimmungsvolles Gedicht vortrug und sich auch um die biedermeierliche Kostümierung der Kaffeehausdamen gekümmert hatte, ein herzliches Dankeschön!

Die Bewirtungserlöse des Weihnachtsmarktes und die des Büchermarktes kommen dem als gemeinnützig anerkannten Förderkreis Schloss Zeilitzheim e.V. zu. Der Verein bezuschusst mit diesen Einnahmen das Kulturprogramm des kommenden Jahres.

Gutes Feedback bekamen wir - neben dem zu den Ausstellern mit ihren kunsthandwerklichen Produkten - auch zum Rahmenprogramm. Ich danke allen, die mit ihren zahlreichen Auftritten zwischen 10.30 und 16 Uhr den Markt verschönt haben!

Leider habe ich das Vortragen der eigens für den Weihnachtsmarkt geschriebene Geschichte von "Edward dem Weihnachtspferd" von Claudia Albrecht und Michael Tropf verpasst. Aber Claudia hat mich schon getröstet: 2012 erscheint die Erzählung in einem Buch. Natürlich werde ich dann hier im Schlossblog davon berichten.

Ein herzliches Dankeschön geht auch an Joao Mimoso, der wieder mit seinem prachtvollen Hengst im Schlossgarten zu Besuch war, der diesmal Edward das Weihnachtspferd aus Claudia Albrechts gleichnamiger Geschichte verkörpert hat. Zuletzt hatten Ross und Reiter in barockem Gewand zum Zeilitzheimer Sommer "Begegnung mit Portugal" im Juli das Schloss besucht.  "Edward" habe ich nun im Schlossgarten vor die Linse bekommen:

Edward das Weihnachtspferd

Donnerstag, 17. November 2011

Zusammen arbeiten - aber wie?

Ein Plädoyer für die Online-Kollaboration


In den vergangenen 12 Jahren habe ich mich aktiv in verschiedenen Vereinen und Gruppierungen eingesetzt, oft auch im Vorstand. Das hat oft großen Spaß gemacht und wir haben oft auch viel erreicht und bewegt. Gemeinsam bewegt.


Bei Vereinen, Verbänden, Arbeitskreisen, Lenkungsausschüssen etc. geht es ja bekanntlich immer um die "Zusammenarbeit". Gemeinsam will man mehr erreichen, als jede/r Einzelne alleine erreichen könnte. Synergieeffekte will man dabei nutzen und durch das Zusammentragen von Wissen Fragestellungen von verschiedenen Blickwinkeln beleuchten und somit schneller und besser zu Ergebnissen kommen. Doch oft beschränkt sich diese Zusammenarbeit auf die paar wenigen physischen Versammlungen, auf die Vorstandssitzungen und Jahresversammlungen. Zu gering ist noch die Bereitschaft der meisten - selbst ehrenamtlich aktiven - Menschen, sich auch ausserhalb solcher Sitzungen gedanklich ein zu bringen. Woran liegt es?


An den Werkzeugen zur kollaborativen Zusammenarbeit kann es nicht liegen. Diese gibt es inzwischen zuhauf, von solchen einfachster Schlichtheit wie etherpad bis zur kollaborativen Officelösung des Platzhirschen Google. Es gibt einfache chat clients und chat in den gängigsten sozialen Netzwerken wie Facebook oder die Möglichkeit Videokonferenzen mittels Google+ oder Skype abzuhalten. Es gibt Whiteboardlösungen bei denen man während des ortsunabhängigen Zusammenarbeitens auch Bildschirme (und Programme) frei geben kann sowie Ergebnisse noch während der Besprechung schriftlich für ein gemeinsames Dokument zusammen tragen kann. Kurzum: Es gibt viele hervorragende Werkzeuge, die es einem ermöglichen zu mehreren Personen von unterschiedlichen Orten aus entweder zeitgleich oder zeitversetzt an gemeinsamen Inhalten zu arbeiten. Nur werden diese im "normalen" Verein noch kaum genutzt. Warum?


Die Hauptargumente, die mir entgegen schweben, wenn ich solche Werkzeuge in Gremien vorschlage, die sich sonst mühsam irgendwo treffen, um Themen breit zu treten, die teilweise nur einen Bruchteil der Anwesenden Personen interessiert oder betrifft, sind diese:


- Wir arbeiten doch alle ehrenamtlich und haben doch KEINE ZEIT, um wieder etwas neues zu lernen oder gar zu betreiben! Die Versammlungen und die Vor- und Nacharbeit dazu verschlingt schon so sehr viel zu viel Zeit. Da will ich nicht auch noch von zuhause aus an "virtuellen Besprechungen" teil nehmen.


- Es ist doch wichtig, den Personen, mit denen man zusammen arbeitet, bei einer Besprechung in die Augen sehen zu können. Wo bleibt das soziale, das Kameradschaftliche, wenn wir uns nur online zusammen finden?


- Wenn ich etwas online schreibe, können doch das auch möglicherweise andere, als die bedachten Empfänger aufgabeln und lesen. Und die Dinge, die wir online oder in E-Mails schreiben können leichter von Beteiligten an Dritte, nicht beteiligte Personen weiter geleitet werden. Das will ich aber nicht.


Das sind alles scheinbar gute Gründe, um sich lieber nur offline in kleinem Kreis bei Versammlungen zu treffen. Aber nur scheinbar. Es gibt nämlich aus meiner Sicht auch einige Gegenargumente:


- Wer sich über den Zeitverlust durch ehrenamtliche Tätigkeit beschwert und meint kollaboratives Arbeiten online würde noch mehr Zeit in Anspruch nehmen, liegt falsch. Sicherlich: Man könnte die Arbeit auch einfach verdoppeln und die offline Tätigkeit unverändert fortsetzen und die online Kollaboration einfach oben drauf satteln. Mit etwas Planung und vor allem Koordination kann das jedoch anders, zeitsparender ablaufen. Genau wie es bei einer offline Versammlung jemanden geben muss, der die Diskussion leitet, so sollte es auch bei der online-Kollaboration jemanden geben, der darauf achtet, dass die Diskussionen "on track" bleiben bzw. an die richtigen Stellen verschoben werden. Auch hier muss es jemanden geben, der zu einem vorher definierten Zeitpunkt fragt: Was sind die nächsten Schritte? Wer macht nun was bis wann? Und dies fest hält und überwacht. Es entfallen jedoch die gefahrenen Kilometer der einzelnen Teilnehmer, die sich ohnehin oft nicht auf eine bestimmte Zeit für ein Treffen einigen können. Wie oft trudeln bei Versammlungen Teilnehmer deswegen zu den unterschiedlichsten Zeiten ein und aus? Mittels online-Zusammenarbeit können wir zusätzlich zu gemeinsamen Absprachen in Echtzeit zu fest definierten Zeiten auch jeder für sich in die Dokumente sehen und unseren Senf dazu geben. Eltern mit Kindern kommt das zum Beispiel sehr entgegen: Sie können sich dieser Diskussion widmen, wenn die Kinder erst im Bett sind.


- Und, ja, es ist in der Tat wichtig, dass man den Menschen, mit denen man Projekte zusammen erarbeitet, auch gelegentlich in die Augen schauen kann. Doch das geht auch per Videotelekonferenz ganz gut. Und wenn man sich genügend selbst diszipliniert die Fach- und Sachthemen in den online-Dokumenten gemeinsam zu erarbeiten, bleibt bei Treffen im "realen Leben" umso mehr Zeit für das Pflegen der zwischenmenschlichen Beziehungen, weil man dann eben nicht mehr über jedes Thema, das nicht jeden am Tisch betrifft, endlos diskutieren muss, sondern dann auch Zeit hat sich auch über Persönliches zu unterhalten.


- Die Gefahr, dass Inhalte aus Versammlungen leichter verteilt werden können, auch an Unbefugte, als wenn diese nur "im stillen Kämmerlein" besprochen werden, ist schon gegeben. Aber wer unbedacht Geheimnisse mit den falschen Menschen bespricht, hat ohnehin ein Problem. Jede Form der Kommunikation kann auch ein "Leck im System" finden. Viel wichtiger in diesem Zusammenhang erscheint mir aber, das geteilte Informationen sich auch zum eigenen Vorteil viel schneller vermehren, als geheim gehaltene. Was schadet es uns in Vereinen und Verbänden Dinge Transparent zu machen, so dass sie auch branchenübergreifend einsehbar und kommentierbar werden? Natürlich sollten das keine personenbezogenen Daten sein. Aber warum scheuen sich so viele Verbände transparent über ihre Arbeit zu berichten und auch von außen Diskussion dazu zu erlauben? An dieser Diskussionskultur rütteln soziale Netzwerke gerade ganz erheblich. Es fehlt jedoch gerade in Vereinen und Verbänden oft der Mut zur Veränderung, um diese Diskussionen - auch zum eigenen Vorteil - nutzen zu können.


Mir ist es trotz aller Argumente in verschiedenen Gruppierungen NICHT gelungen, die kollaborative Arbeit online als eine zusätzliche Stütze der Vereinsarbeit zu etablieren. Entweder sind meine Überzeugungskünste zu schwach, meine Argumente zu schlecht, oder der Nährboden noch nicht genügend gediehen. Gerne nehme ich ich das Versagen meiner Überzeugungsfähigkeit auf mich. Aber, um es globaler zu sehen, möchte ich dennoch darüber nachdenken, welche weiteren Ursachen diese Veranlagung zu mangelnder online-Kollaboration haben könnte, denn diese scheint ja auch in Gegenden weit verbreitet zu sein, wo nicht solche ausstrahlungslose Möchtegernevangelisten wie ich Versager umher tappen. Ich kann jedoch momentan dazu nur Fragen stellen, auf die ich selber noch keine Antworten habe:


- Liegt es an der Erziehung und Persönlichkeitsbildung? Sehen Lehrpläne in den Schulen das kollaborative Erarbeiten von Lösungen noch nicht genügend vor?


- Liegt es an einer grundlegenden Technikfeindlichkeit der Menschen? Laufen unsere Lehrer den SchülerInnen noch hinterher, was Technik- und Medienkompetenz betrifft? Und wie sieht es mit der Fortbildung von Erwachsenen aus? Wie können wir als Gesellschaft ermöglichen, dass in einer sich immer schneller verändernden Welt auch erwachsene Menschen weiter mit wachsen?


- Liegt es nur an mangelnder Erfahrung mit solchen Werkzeugen? Wie können wir Menschen helfen Erfahrungen zu sammeln?


- Ist es überhaupt möglich diese Bildung auch später an zu gehen? ("You can't teach an old dog new tricks).


- Was, um Himmels Willen, können wir tun?


Ich habe es noch nicht aufgegeben, mich dort, wo ich eine Zusammenarbeit für sinnvoll erachte, auch die online Kollaboration zu empfehlen. Allerdings mache ich es mir nun nicht mehr zur aktiven Aufgabe Überzeugungsarbeit zu leisten (auch wenn ich jetzt diesen Artikel hier schreibe; denn: ähnlich wie in meinem Beitrag "GTD Evangelist - Hoffnungslose Aufgabe?" beschrieben, bin ich immer mehr davon überzeugt, dass man Menschen nicht zu ihrem eigenen Glück zwingen kann.


Es gibt einige Gruppierungen, wo die online-Zusammenarbeit sehr wohl bestens funktioniert. Aus diesem Erfolg ziehe ich nun den Trost für mein Versagen diese Vorgehensweise auch in anderen Gruppierungen ein zu führen. Ein Beispiel im "Kleinen" (wir sind nur zu zweit) ist unser Podcast schweinfurtundso.de, den ich mit Florian Kohl zusammen mache. Die meisten Sendungen nehmen wir gemeinsam vor Ort in einem Studio auf. Die Vor- und Nacharbeit (Recherche, Absprachen mit unseren Interviewpartnern, Ausarbeitung von Themen und Fragen, texten von "Shownotes" und Blogartikeln) geschieht jedoch online, teilweise, aber nicht nur, in Echtzeit. Zuerst verwendeten wir einen etherpad-Ableger (den Florian damals auch ausfindig machte). Inzwischen ist auch die Echtzeitkollaboration bei Google Docs (Texte und Tabellen) so weit voran geschritten, dass diese auch schön schnell und fast schon geschmeidig ist, so dass wir nun meist mit diesem Werkzeug arbeiten. Mit Vorstandsmitgliedern des Schloss-Förderkreises nutze ich Google Texte und Tabellen ebenfalls gelegentlich zur Abstimmung bevorstehender Projekte. Schön ist auch die Skizzenfunktion bei Google, die auch in Echtzeit bearbeitet werden kann und über die Hangout-Funktion eine Integration in Googles Netzwerk Google+ bekommen hat. Wir haben damit zum Beispiel schon Plakatentwürfe in Echtzeit zusammen skizziert und kommentiert.


Ein weiteres Erfolgsbeispiel der Online-Kollaboration ist die stARTconference zum Thema "Kultur und Social Web" in Duisburg. Bereits im vergangenen Jahr (ich trat 2010 dort auch als Sprecher auf) wurde vieles in Vorbereitung online abgewickelt. Auch die Kommunikation zur Erstellung des Buches zur Tagung, zu dem ich ein Kapitel bei gesteuert habe, lief größtenteils über soziale Netzwerke. Aber als besonders hervorhebenswert erachte ich die Art und Weise, wie die heute und morgen stattfindende stARTconference zum Thema "Transmedia Storytelling" geplant und organisiert wurde: Die Konferenzplanung erfolgte "offen, experimentell, zusammen" und das mittels einer Facebookgruppe und anderer online-Kollaborationswerkzeuge. Die stART11en (oder stARTelfen), die bei der kollaborativen Organisation und Durchführung der Konferenz mit halfen, wurden durch Freikarten oder ermäßigte Karten zu dieser belohnt. Durch die offene Planung arbeiteten nicht nur diejenigen zusammen, die sich ohnehin schon kannten, sondern es fanden sich für verschiedene Bereiche neue Experten, die sich zugunsten der stARTconference in ihrem jeweiligen Fachbereich einbrachten.


Wer hat noch weitere positive Beispiele von Vereinen, Verbänden oder Interessensgemeinschaften, die erfolgreich online-Kollaboration nutzen? Wie funktioniert es dort? Für die Schilderung Eurer Erfahrungen wäre ich dankbar.


Verwandte Beiträge:


Social Media: Wie überzeuge ich meinen Chef? Veränderung muss man wollen


Online und offline verschmelzen lassen: Kratzen an der Dichotomie


Hör doch einfach auf der geprellte zu sein!


Chaos, Kreativität und Wissen

Montag, 14. November 2011

Loslassen lernen

Was habe ich nur früher Bücher bei Goodwill und bei Poor Richard's Bookstore auf der Tejon Street in Colorado Springs gekauft, um sie zu besitzen. Ich wusste damals schon, dass ich sie nicht alle so schnell würde lesen können. Umzug über Umzug mussten diese (schweren) Bücher mich begleiten. Viele schafften es auch nach Zeilitzheim, weil die U.S. Army befand, dass es genau so günstig sei mein Zeug nach Deutschland zu verrfachten (so lange ich es nicht eilig hatte), als es von Kentucky nach Boston zu schicken. Ich hatte es nicht eilig. Irgendwann, Monate später, kamen alle meine Bücher nach Zeilitzheim per Spedition.

Habe ich ein einziges Mal in diesen Bücherschatz gesehen, in den letzten fast 13 Jahren, seitdem ich wieder hier in Zeilitzheim lebe? Ja. Aber nur selten. Es gibt ein paar Sammlungen in diesem Bücherschatz, die mir wichtig sind, wenngleich ich die wenigsten Bücher darin wohl wieder lesen werde. Dazu gehören einige der Philosophiebücher, die ich im Laufe des Studiums gelesen habe, oder die Beatnik Sammlung. Es sind aber auch viele Taschenbücher, die ich wohl nie wieder in die Hand nehmen werde - außer sie in den Büchermarkt des Förderkreises zu geben. Auch wenn ich sie selbst noch nicht gelesen habe. Denn wenn ich sie doch noch einmal lesen möchte, tue ich das eh lieber am iPad mit der Kindle app.

Ich gebe nun also - wenn ich es neben den anderen Marktvorbereitungen schaffe - viele meiner englischen Bücher in den Büchermarkt am kommenden Sonntag. Wenn ich es zeitlich nicht schaffe, sind sie halt beim Büchermarkt zum Ostermarkt am 18. März 2012 dabei. Die Sammlung englischer Bücher ist ohnehin recht groß und wächst. Einige meiner Freunde, mit denen ich zuerst - aber nicht ausschließlich - online zusammen kam, haben diese gespendet. Und ich weiß von anderen aus dieser Gruppierung, dass sie gerne englische Bücher lesen. Daher richten wir nun einen separaten Raum für die englischsprachigen Bücher ein. Ich bin gespannt, ob sie sich größerer Nachfrage erfreuen. Der Büchermarkt findet am kommenden Sonntag, 20. November 2011 von 10 bis 18 Uhr im ehemaligen Gasthaus "Zur Sonne" in Zeilitzheim statt, gegenüber vom Schloss, in dem zeitgleich der vorweihnachtliche Kunsthandwerkermarkt stattfindet.

Ein herzliches Dankeschön den vielen Bücherspendern, die ebenfalls ihre Bücher "los lassen" und dem Förderkreis Schloss Zeilitzheim e.V. spenden. Dieser bezuschusst mit den Erlösen aus dem Verkauf der Bücher abwechselnd Restaurierungsprojekte im Schloss und die (oft defizitären) kulturellen Veranstaltungen. Die Bücherspender ermöglichen mit ihren Spenden auch anderen Menschen in den Genuss ihrer Inhalte zu kommen. Und wir wissen ja: Geteiltes Wissen vermehrt sich. Einige der regelmäßigen Bücherspender sind LeserInnen dieses Blogs. Andere sind Twitter-Follower. Wiederum andere Bücherspender sind Freunde aus dem Kindergarten (Eltern und Erzieherinnen). Und viele, die Bücher spenden, sind auch Mitglieder des Förderkreises. Allen - egal ob sie ein Buch oder 20 Kartons voll Bücher spenden - danke ich herzlich.

Und wer - anders als ich - Bücher noch bevorzugt in "Hardcopy" liest, findet beim Büchermarkt am kommenden Sonntag sicherlich ein paar schöne Sachen. Es wäre schön, wenn die Leser diese Bücher wiederum auf den Weg schicken, sie anderen Menschen oder Einrichtungen schenken, die anderen damit eine Freude machen können.

Frühere Blogartikel zu unseren Märkten:

http://zeilitzheim.blogspot.com/search/label/markt

Donnerstag, 10. November 2011

Gute und schlechte Nachrichten

Die gute Nachricht: Unser gedrucktes Jahresprogramm für 2012 ist angekommen und wird nun an die Stammbesucher verschickt.

Die schlechte Nachricht: Unsere morgige Joachim Ringelnatz Lesung mit dem Rezitator Gerd Berghofer musste leider abgesagt werden, weil dieser erkrankte. Es ist halt auch schon (fast) Winter und so eine Kehle empfindlich. Wir wünschen Herrn Berghofer rasche Genesung und entschuldigen uns bei unseren angemeldeten Gästen, die nun ein anderes kulturelles Highlight für den Freitagabend suchen müssen.

Aber es gibt noch weitere gute Nachricht: Die Vorbereitungen für den Weihnachtsmarkt am Sonntag, 20. November 2011 (10 bis 18 Uhr) laufen auf vollen Touren. Das Rahmenprogramm steht auch schon fest:

Bewirtung während des Markttages durch den Förderkreis Schloss Zeilitzheim e.V.:
Im Schlosscafé (Jagdsaal): Kaffee und Kuchen, Wein, Getränke und Kartoffelsuppe. Die Schlosscafé-Damen erscheinen im biedermeierlichen Gewand.
Im Arkadenhof: Bratwurst und Tee.

Für Leseratten: der Büchermarkt im Saal des ehemaligen Gasthauses "Zur Sonne" ist ganztägig geöffnet. Er ist der größte in der Region, vielfältig (vom Taschenbuch, Sachbuch, Roman und Biografie zum Nachschlagewerk), aktuell durch laufende Neuzugänge, übersichtlich sortiert, von Mitgliedern des Förderkreises Schloss Zeilitzheim e.V. gestaltet.

Die Aussteller zeigen ihr Kunsthandwerk im Hof, Gewölbekeller, der Alten Schlosskelter und der Remise.

Von 10.30 bis 13.30 Uhr spielt das Zeilitzheimer Flötenduo im Treppenhaus des Barockschlosses.

Um 12.00 Uhr reitet Edward, das Weihnachtspferd, in den Schlossgarten ein. Edward ist ein weißer Lusitano mit langer Mähne und Schweif, mit roten Schleifchen geschmückt. Sein Reiter oder Reiterin zeigt barocke Dressurkunst. Um 15 Uhr werden sie uns wieder verlassen.

Von 12 bis 13 Uhr trägt eine Erzählerin die Geschichte von Edward dem Weihnachtspferd im Schlosscafé vor - mit musikalischer Begleitung.

Von 13.00 bis 16.00 Uhr erzählt der Barde Frederic Finn Märchen und singt keltische Folklore. Dabei wandert er mit seiner irischen Harfe durch das Schloss-Areal: Um 13 Uhr im Innenhof, um 14 Uhr Märchenerzählen im Kaminzimmer und Musik im Schlosscafé, um 15 Uhr im Innenhof.

Um 14.00 Uhr besucht der Weihnachtsmann mit "himmlischer Begleitung" das Schloss. Treffpunkt am Brunnen im Innenhof.

Um 14.30 bis 15.00 Uhr und um 15.30 bis 16.00 Uhr musizieren die Damen des Kartäuser Dreigesangs adventliche Lieder im Schlosscafé.

Ab 16.00 Uhr Kaffeehausmusik im Schlosscafé.

Eintritt zum Markt: EUR 3,-- (Kinder frei)
Eintritt zu Büchermarkt im ehem. Gasthaus "Zur Sonne" gegenüber ist frei.

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Mittwoch, 2. November 2011

Nach dem Programm ist vor dem Programm

Kulturelles Jahresprogramm geht in Druck

Heute habe ich den Druckauftrag erteilt zur Herstellung der ersten 5.000 Exemplare unseres kulturellen Jahresprogramms 2012. Was sich so lapidar in einer Aussage unspektakulär berichten lässt hat doch eine längere Vorgeschichte.

Die Abstimmung des Veranstaltungsprogramms mit den Künstlern erfolgte teilweise schon im Kalenderjahr 2011. Manche Angebote und Kontakte liegen aber auch schon mehrere Jahre zurück. Sammeln tut diese in erster Linie meine Mutter, Marina von Halem, die dann eine Vorauswahl an Programmen bündelt und diese dem Vorstand des Förderkreises Schloss Zeilitzheim vorstellt, der die kulturellen Veranstaltungen finanziell unterstützt. Manche Kontakte entstanden jedoch auch über das Social Web. So habe ich die Gitarristin Heike Matthiesen, die im September bei uns spielen wird, vor einigen Jahren bei Twitter kennen gelernt (@gitarra). Und 2013 wird es möglicherweise auch eine Aufführung einer Web-Bekanntschaft geben...

Dann ging es an das Texten der Programmeinträge und an viele, viele Iterationen des Korrekturlesens. Parallel dazu bekamen die Künstler ihre Verträge und die Gelegenheit ihre Einträge auf Richtigkeit zu überprüfen. Dabei wurden einige Titel geändert und auch begleitende Musiker ausgetauscht. Anschließend nochmals mehrfaches Korrekturlesen...

Heute Vormittag beschloss ich dann, dass damit nun genug sei und ich das Programm nun in Druck gebe. Ich habe es also am PC (ja, im Büro habe ich noch keine Macs, ausser wenn mein MacBook dabei ist) mittels Grafikprogramm für den Druck als DIN Lang 4-Seiter gesetzt. Dann noch einmal Korrekturlesen, um die beim Satz meist unvermeidbaren Umbruchsfehler und Ähnliches zu korrigieren. Die Dateien der Vorder- und Rückseiten dann als (für den Druck optimierte) PDF Datei exportiert, bei einer Online-Digitaldruckerei in Auftrag gegeben und die Dateien hoch geladen. Vorerst werden (nur) 5.000 Stück gedruckt. Es werden jährlich meist 10.000 gedruckte Exemplare benötigt, aber das gibt uns später die Möglichkeit eventuelle Fehler noch zu korrigieren.

Enstanden ist für 2012 mal wieder ein schöner Mix an Veranstaltungen (siehe unten; wer jetzt noch Tippfehler findet, kann sie gerne melden. Diese werden dann zumindest online berücksichtigt - und bei der nächsten Auflage).

Und jetzt? Nach der Veröffentlichung des Kulturprogramms ist vor der Veröffentlichung für 2013. Wir sind daher schon jetzt wieder in Planung und Absprache zu den Inhalten für das Kalenderjahr 2013 (und folgende).

Kulturelles Jahresprogramm 2012:

Samstag, 3. März 2012, 19.00 Uhr
KRIMIDINNER: "DIE HOCHZEIT IN SCHWARZ"
Zur Hochzeitsfeier von Cora, der Tochter des verstorbenen Lord Ashtonbury, finden sich Verwandte und Anverwandte auf dem Stammsitz der Familie Ashtonbury ein. Während eines Vier-Gänge-Menüs geschehen atemberaubende Dinge...
Eintritt: € 69,-- inkl. Aperitif und Vier-Gänge-Menü.

Sonntag, 18. März 2012, 10.00 - 17.00 Uhr
OSTERMARKT MIT BÜCHERMARKT
Frühlingshafter Markt in den Räumen des Schlosses und im Park.
Attraktives Rahmenprogramm. Das Schlosscafé ist geöffnet.
Tageskarte: € 3,-- (Kinder frei).
Zum Büchermarkt ist der Eintritt frei.

Samstag, 31. März 2012, 19.30 Uhr
GROSSE ARIEN UND DUETTE AUS 300 JAHREN OPER UND OPERETTE
Konzert des Bayreuther Opern- und Operetten Ensembles.
Jasmin von Brünken, Sopran; Ewald Bayerschmidt, Tenor und Moderation; Hans-Martin Gräbner, Klavier.
(Mit Unterstützung des Förderkreises Schloss Zeilitzheim e.V.)
Eintritt: € 15,--
Abendessen im Anschluss: Tafelspitz mit Kartoffeln und Gemüse der Saison, Apfelstrudel, € 15,-- inkl. Tischgetränke.

Mittwoch, 25. April 2012, 19.00 Uhr
FRAUEN DER REFORMATIONSZEIT ERGREIFEN WORT UND FEDER
Argula von Grumbach, ehem. Schlossherrin von Zeilitzheim, die mutig eintrat für die Ziele der Reformation und Olympia Fulvia Morata, in Italien geborene, in Schweinfurt ansässig gewordene Humanistin.
Vortrag von Gudrun Wurmthaler, Coburg.
Eintritt: Beitrag für Imbiss und Getränke: € 5,--
Anmeldung bei I. Schmiedel, Tel. 09381-9453 und Wiltrud Klapheck, Tel. 09381-802000 oder Dekanat Castell Tel. 09325-97970.
(Veranstaltung der Frauenbeauftragten der Dekanate Schweinfurt, Kitzingen und Castell)

Freitag, 11. Mai 2012, 19.30 Uhr
"ES LIEGT WAS IN DER LUFT"
Eine Revuette aus dem Berlin der 20er und 30er Jahre, als Marlene Dietrich, Friedrich Holländer und Margo Lion in Berlin in den musikalischen Revuen auftraten. Berühmte Texte mit unverwechselbarer musikalischer Note.
Ulrich Raue, Klavier und Gesang; Roswitha Dasch, Violine und Gesang.
(Mit Unterstützung des Förderkreises Schloss Zeilitzheim e.V.)
Eintritt: € 15,--
Abendessen im Anschluss: Bierbrauereintopf, Erdbeeren mit Schlagsahne, € 15,-- inkl. Tischgetränke.

Sonntag, 17. Juni 2012, 17.00 Uhr
"JÜDISCHE MELODIE"
Bedeutende jüdische Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts.
Es spielt das "Bamberger Violinduo": Eva Wengoborski-Sohni, Violine (1. Geigerin der Bamberger Symphoniker); Manfred Wengoborski, Violine und Theodore Ganger, Klavier.
(In Zusammenarbeit mit dem Förderverein ehemalige Synagoge Kitzingen, mit Unterstützung des Förderkreises Schloss Zeilitzheim e.V.) Eintritt: € 15,--
Abendessen im Anschluss: Orangen-Hühnchen nach Jaffa-Art mit Mandelreis, Flan, € 15,-- inkl. Tischgetränke.

Sonntag, 13. Mai 2012, 17.00 Uhr
MITGLIEDERVERSAMMLUNG
für Mitglieder des Förderkreises Schloss Zeilitzheim e.V.

Mittwoch, 25. Juli 2012, 20.00 Uhr
ABENDTANZ
Traditionelle englische und internationale Folk-Musik. Tanz zum Mitmachen.
Eintritt frei.
(Veranstaltung des Folk Camp Germany e.V.)

Freitag, 7. September 2012, 19.30 Uhr
GOETHE, MARIANNE VON WILLEMER UND DIE GITARRE
Konzert: Gitarrenmusik aus der Goethezeit.
Marianne v. Willemer, die Adressatin von Goethes Gedichten im West-Östlichen Divan, hatte ersten Gitarrenunterricht bei Clemens Brentano. Sie spielte für Napoleon und Josephine 1806 in Frankfurt, und für Goethe spielte und sang sie in der Gerbermühle aus dem Don Giovanni.
Heike Matthiesen, Gitarristin aus Frankfurt, spielt Solowerke für Gitarre aus Goethes Frankfurter Zeit.
(Mit Unterstützung des Förderkreises Schloss Zeilitzheim e.V.)
Eintritt: € 15,--
Abendessen im Anschluss: Goethes Leibgericht (Frankfurter Grüne Soße, Rindfleisch und Salzkartoffeln, Weincreme), € 15,-- inkl. Tischgetränke.

Samstag, 20. Oktober 2012, 19.30 Uhr
"EMMA"
Theateraufführung über die Irrungen und Wirrungen der Liebe, frei nach Jane Austen, präsentiert vom Tournee Theater Stuttgart.
Eine Komödie von einer Frau - für alle Frauen (und ihre Begleiter). Regie - natürlich eine Frau!
(Mit Unterstützung des Förderkreises Schloss Zeilitzheim e.V.)
Eintritt: € 15,--
Abendessen im Anschluss: Shepherd's Pie mit Branston Pickle, Apple Crumble, € 15,-- inkl. Tischgetränke.

Samstag, 17. November 2012, 19.30 Uhr
KAMMERKONZERT
mit klassischer und neuerer Musik.
Es musiziert das K.u.K. Klavierquintett Bad Königshofen Werke von Gustav Mahler, W. A. Mozart, Herbert Baumann, Hans Franke und Elke Tober-Vogt.
(Mit Unterstützung von Gerhard Vogt und Elke Tober-Vogt, Schweinfurt und des Förderkreises Schloss Zeilitzheim e.V.)
Eintritt: € 15,--
Abendessen im Anschluss: Szegediner Gulasch, Rotweinbirnen, € 15,-- inkl. Tischgetränke.

Sonntag, 25. November 2012, 10.00-18.00 Uhr
WEIHNACHTSMARKT MIT BÜCHERMARKT
Vorweihnachtlicher Markt in den Räumen des Schlosses und im Park.
Attraktives Rahmenprogramm. Das Schlosscafé ist geöffnet.
Tageskarte: € 3,-- (Kinder frei)
Zum Büchermarkt ist der Eintritt frei.