Mittwoch, 26. Oktober 2011

Rufanlage Stammheim

Wenn Old-School Kommunikationskanäle versagen gibt's neue


Wer mein Schlossblog schon länger liest weiß, dass ich gelegentlich die Ausrufe der Zeilitzheimer Ortsrufanlage aufnehme und ins Netz stelle. Eine ausführlichere Geschichte über die Ortsrufanlage findet sich hier bei storify.


Ich frage mich schon lange was wohl passiert, wenn die Ortsrufanlage ihren Geist völlig aufgibt. Einzelne Lautsprecher fallen ja immer wieder aus und bei den letzten zwei Ausrufen gab es wohl auch nicht die gewohnte Ankündigung mit Marschmusik - aus technischen Gründen?


In Stammheim, auch ein Dorf unserer Gemeinde Kolitzheim, wo unsere zwei Töchter den Kindergarten besuchen, ist dieser Fall bereits eingetreten: Die Ortsrufanlage funktioniert nicht mehr. Aber man hat dort schon ein Lösung gefunden: Die Rufanlage per Telefon. Ehrlich.


Gestern brachte meine Frau Kati aus Stammheim einen Handzettel mit (siehe unten). Stammheimer können nun ihre ausrufwürdigen Nachrichten per E-Mail an Gemeinderätin und Kreisrätin Nadine Friedrich senden oder direkt bei ihr abgeben. Wer die Ansagen dann hören möchte, kann diese im "Pull-Verfahren" über die "Hotline" 09381-716765 telefonisch abhören.


Gedacht ist dieser Dienst in erster Linie für Leute, die keinen Zugang zum Internet haben, oder dieses nicht nutzen (laut Flyer insbesondere Senioren bzw. "unsere älteren Mitbürger, die vielleicht etwas 'Schwierigkeiten mit der Technik' haben". Ich finde das ja eine ganz nette Idee einen alten, nicht mehr funktionierenden Kommunikationskanal durch einen ebenfalls alten, aber funktionierenden Kanal zu ersetzen. Wie oft das Teil wohl abgerufen wird? Man muss sich ja schließlich selbst daran erinnern, dort anzurufen. Nadine Friedrich ist somit jedenfalls bewusst oder unbewusst zur Telefon-Podcasterin geworden. Spannend...


Wie das dann klingt? Hier:


Rufanlage Stammheim (mp3)


Natürlich ist für das leibliche Wohl bestens gesorgt.


#alttext#

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Bewertungsportale im Internet - Fluch oder Chance?

Gestern Abend sprach ich auf Einladung von Klaus Wolfrum auf dem Internet-Abend in Erlangen über das Thema Onlinebewertungen. Ich habe dabei in etwa 12 Minuten kurz die gängigsten Möglichkeiten zur Onlinebewertung vorgestellt. Mein Fazit:

Es wird zunehmend online über uns gesprochen und geschrieben, egal ob wir das wollen, oder nicht. Wenn wir uns dessen bewusst werden und diesen Gesprächen und Bewertungen aktiv folgen, können wir sie erkennen und angemessen reagieren. Wir haben so im Sinne einer positiven Reklamationsbearbeitung die Chance sogar Kritiker zu Fans zu machen und im schlimmsten Fall zu beweisen, dass wir auch mit negativer Kritik souverän umgehen.

Wir können uns der Bewertung und Kommentierung nicht entziehen, auch wenn wir das wollten, weil die freie und öffentliche Meinungsäußerung der Menschen gesetzlich geschützt ist. Wenn wir Bewertungen - auch kritische - als Chance sehen unser eigenes Angebot zu verbessern und die Kommunikation mit unseren Kunden transparent zu machen, haben wir jedoch die Möglichkeit mit dem resultierenden Imagegewinn positiv auf unsere Unternehmen aufmerksam zu machen.

Ich habe die Kernpunkte des Vortrags in ein PDF Dokument mit etwa 2.300 Wörtern gepackt. Wer dieses lesen möchte, möge mir bitte eine kurze E-Mail an info (at) barockschloss.de senden. Ich schicke dann den Download-Link zu.

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Senore Matze Rossi

Gestern hatten Floh und ich einen unserer Lieblingsmusiker im Schweinfurtundso Podcast zu Gast: Senore Matze Rossi, aka Matthias Nürnberger, unterhielt sich etwa 30 Minuten lang mit uns über Musik und (veganes) Leben. Raus gekommen ist die Podcastfolge 24 (die man im swundso-Blog direkt anhören kann oder über iTunes abonnieren kann).

Als kleine Kostprobe eines meiner Lieblingslieder:

Montag, 10. Oktober 2011

Wo die Käferbohnen wohnen

Rückblick auf meine Woche als Praktikant in Österreich



Es war eine spannende Woche als "Praktikant" auf Reisen in Salzburg. Über den Workshop mit Mitarbeitern von ncm.at und österreichischen Hotelierskollegen berichtete ich bereits im Blog des TourismusBesprechungsraum: Märkte sind Gespräche.


Während sich meine neuen, vorübergehenden KollegInnen am Wochenende noch auf den Weg zu Kunden oberhalb der Schneegrenze begaben, fuhr ich unter dieser knapp vorbei und besuchte meine Schwester Sibylle in Klagenfurt. Natürlich machten wir auch gemeinsam die Stadt, die sich "Rose am Wörthersee" nennt, unsicher. In dieser Hinsicht kann ich das Augustin besonders empfehlen, in dem man ein vor Ort gebrautes, bernsteinfarbenes Wirtshausbier serviert. Aber auch das Essen ist dort sehr zu empfehlen. Ich hatte dort das Backhendl in Kürbiskernkruste auf Käferbohnensalat. Sehr lecker. Schade nur, dass der Raucherbereich sich vom Nichtraucherbereich trotz automatischer Schiebeglastür nicht sonderlich gut trennen lässt.


Auch konnte ich mit meiner Schwester Sibylle endlich mal das Bildhauerhaus Kunstwerk Krastal bei Villach besuchen, wo sie schon mehrmals beim Internationalen Symposion teilgenommen hat und sich seither ehrenamtlich im Künstlerverein engagiert.


Es war eine sehr spannende und interessante Woche, in der ich viel gelernt habe. Ich freue mich nun aber wieder zuhause bei der Familie zu sein. Im Schloss gibt es im abebbenden Weinherbst auch noch einiges zu tun. Und auch die Reise gilt es noch in Ruhe auszuwerten. Bei flickr wird es nach und nach auch noch mehr Fotos zur Reise geben...


Verwandte Beiträge:


Österreich verstehen

Märkte sind Gespräche

Am Mozartplatz gibt's WLAN

Der Igel ist gelandet

Immer in Bewegung bleiben


Foto: Mülltonne am Künstlerhaus im Krastal.


#alttext#

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Österreich verstehen

Mein Gastauftritt im Expat Podcast von Julia und Ben


Mittwochs podcaste ich ja meist mit meinem "partner in crime" Florian Kohl. Da ich mich zur Zeit in Salzburg aufhalte, fiel der Schweinfurtundso Podcast gestern jedoch aus. Was nicht heißt, dass ich nicht doch etwas mit dem Podcasten zu tun hatte...


Meine Kollegen für eine Woche, Julia und Ben, haben vor Kurzem den Podcast "Österreich verstehen" gestartet. Gestern durfte ich als deren erster Gast dabei sein.


Wir redeten über das Erleben des deutschen Nationalfeiertags in Österreich, einen urigen Lokalfeiertag in Bad Ischl und meine Eindrücke in Salzburg (vor allem natürlich über das Essen...). Bitte anhören... und die Shownotes im Österreich verstehen Blog lesen...


Österreich verstehen - Folge 3 - 2011-10-05 by artforeye


Verwandte Beiträge:


Artikel mit dem Stichwort "Podcast" im Schlossblog

Dienstag, 4. Oktober 2011

Am Mozartplatz gibt's WLAN

Mein erster Arbeitstag in der Internetagentur


Montag, 3. Okober 2011. Mein erster Arbeitstag in der Agentur. "Zuhause" in Deutschland ist heute Feiertag: Tag der deutschen Einheit. In dieser (österreichischen) Agentur arbeitet eine ganze Reihe deutscher Staatsbürger. Die am Morgen von Ben zum Feiertag aufgehängte deutsche Flagge wird jedoch schon bald entwendet und versteckt. Sie taucht hoffentlich irgend wann noch einmal auf. Jedenfalls neckt man sich - auf sehr freundliche Weise.


NCM.at bewohnt das Obergeschoss eines Gebäudes auf der Aignerstraße in Salzburg. Auf beiden Seiten des langgezogenen Gebäudes große Fenster und somit Blick auf Berge auf beiden Seiten - gekrönt von einer Dachterrasse. Die Arbeitsplätze sind alle von der Sicht her miteinander verbunden. Es gibt kurze Wege zum Abklären von Zwischenfragen.


Kurz nach 9 Uhr gibt es erst einmal ein All-hands Meeting zum Wochenstart zu Veränderungen und der Lage der Dinge. Ich verbringe dann den Vormittag damit vieles über einen potentiellen Kunden zu recherchieren, für den die Agentur noch ein Angebot erstellen wird. Dabei lerne ich parallel die Arbeitsweise der Agentur kennen. Beeindruckend...


Zur Mittagspause begleite ich meine Kollegen zum Billa an die Feinkosttheke, wo es Wraps und natürlich auch die obligatorischen Leberkässemmeln gibt. Und zuhause in der Agentur gibt es Almdudler vom Zapfhahn. Ich genieße das Mittagessen auf der Dachterrasse mit Bergblick und fühle mich gerade arbeitstechnisch sehr weit weg von Zeilitzheim, wenngleich dies die Sehnsucht nach meinen Mädels noch verstärkt.


Am Nachmittag weiteres Recherchieren. Zwischendurch ein Meeting von Projektleitern und Designern: Man überlegt proaktiv, wie man einem Kunden, bei dem die Conversions (leicht) rücklaufend sind, helfen kann. Dabei sind alle Vorschläge und Ideen willkommen. Es bleiben verschiedene Ideen hängen die man ausprobieren möchte. Spannend; hier werden alle an der Ideen- und Entscheidungsfindung beteiligt.


Danach darf ich einem Termin mit einem Kunden beiwohnen, bei dem an einem laufenden Projekt "geschraubt" wird. Sehr vernünftig, was Stefan und Julia für diesen empfehlen. Es ist schön zu sehen wie praxisnah an Problemlösungen gegangen wird, ohne den sonst vielleicht üblichen "Marktsprechbullshit". Der Kundennutzen (also nicht nur der Nutzen des Kunden der Agentur, sondern letztlich der Nutzen des Kunden des Kunden) steht dabei im Vordergrund.


Es folgt die Abstimmung eines Blogprojekts in einem kleineren Kreis von Projektleitern. Das interessiert mich als Schlossblogger natürlich besonders... Dennoch ist mir klar, dass gerade Blogs "schwer vermittelbar" sind und auch auf Anhieb kein sofortiges return of investment darstellen. Wer aus unmittelbarer Gewinnabsicht bloggt ist hier aber sowieso fehl am Platz. Es geht doch eher darum Gespräche zu führen, Mehrwert und Blicke hinter Kulissen zu geben und einen Rückkanal zu bieten. Der Erfolg lässt sich - im Gegensatz zu Anfragen, Buchungen oder Sales - nicht so leicht oder schnell messen und ist vielleicht vornehmlich in "weichen Faktoren" gegeben.


Mein Gastgeber, der Agentureigentümer Michael Mrazek, kommt am Nachmittag von einer Veranstaltung dazu und ist noch genau so gut drauf, wie ich ihn vom Mai 2009 in Erinnerung habe.


Am Abend erkundige ich die Salzburger Altstadt - zumindest auf einer Seite eines der Salzacharme (das mit den Armen der Salzach habe ich noch nicht so ganz raus bekommen, zumal ich unterwegs kaum Google Maps konsultieren kann; das muss ich dann tagsüber in der Agentur nachholen). Aber am Mozartplatz gibt es ein offenes WLAN. So kann ich mich zwischendurch bei meiner Familie melden und mich auch einchecken, so dass meine Anwesenheit an diesem Ort auch für die Freunde in aller Welt kurz sichtbar ist.


Am Dienstag geht es weiter mit der Recherche und dem Brainstorming für das Kundenprojekt.


Fazit des ersten Tages: Ich genieße das bewusste "neben der Spur laufen" und sauge auf, was ich aufsaugen kann und freue mich, dass ich hier und da auch etwas sinnvolles beitragen kann.


Verwandte Beiträge:


Der Igel ist gelandet - Status: Praktikant angekommen in Salzburg


Immer in Bewegung bleiben - "Schlossherr" als Praktikant auf Reisen


Foto: Abendlicher Blick auf den Untersberg bei Sonnenuntergang


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Montag, 3. Oktober 2011

Der Igel ist gelandet

Status: Praktikant angekommen in Salzburg


Sonntag, später Nachmittag: Angekommen in Salzburg. Mit Bus und Zug ist Salzburg also nur 5 Stunden von Zeilitzheim entfernt. Ein Katzensprung (zumindest nach amerikanischen Verhältnissen). Mein Freund Ben, den ich damals in Ischgl beim Tourismusbesprechungsraum zu Hotelbewertungen erstmals kennen lernte (er arbeitete damals noch für das Bewertungsportal Qype), holt mich vom Bahnhof ab und bringt mich auf verworrenen Pfaden entlang verschiedener Teile der Altstadt Salzburgs mit ihren hellen, hohen Häusern, in meine Pension. Diese ist ganz in der Nähe meiner neuen Wirkungsstätte für eine Woche (fortan "die Agentur" genannt). Während ich einchecke und mich häuslich niederlasse, fährt Ben erst einmal das Auto weg und sagt Stefan und Julia telefonisch Bescheid, dass ich nun angekommen bin. The eagle has landed.


Es ist Sonntagabend und die Sonne scheint. Perfektes Biergartenwetter. Der Biergarten meiner Pension blickt - wenn man aufsteht und über die Hecke schaut - Richtung Deutschland auf die Berge. Ein Traum. Stefan und Julia kommen schon bald dazu, Ben und seine Freundin Anja folgen. Es ist ein netter Abend mit guten alten Freunden.


Natürlich reden wir auch über die Arbeit. Anstatt mir zu erzählen, was er sich alles von mir erwartet, fragt mich Stefan was ich denn nach der Woche bei ncm.at erreicht haben möchte, was ich "mitnehmen" will. Ich will mich natürlich zuerst gut einfügen in das Team und nicht stören. Am Ende möchte ich sagen können, dass ich auch etwas beitragen konnte, helfen konnte. Wir reden über die Notwendigkeit auch mal die Perspektive zu wechseln, auch mal ausserhalb von gewohnten Strukturen zu denken, auch branchenfremde Vorgehensweisen zu überprüfen und ihre Vorzüge für die eigenen Vorhaben umzusetzen. Meine Verwendung des Begriffs "Praktikant" sorgt bei uns allen für Heiterkeit. Doch auch so will ich mich in meiner Woche bei NCM fühlen. Nur dass ich mich dabei nicht allzu tollpatschig anstellen möchte. Eines scheint schon mal fest geplant zu sein: Am Donnerstag werde ich ein Blogworkshop für NCM Kunden halten.


Alleine mal eine Woche in einem Hotel, das nicht mein eigenes ist, zu wohnen, gibt mir schon wichtige Einblicke in den eigenen Betrieb und eigene Vorgehensweisen. Ich werde die Augen offen halten...


Nur an eines muss ich mich noch gewöhnen: Ich habe in der Pension kein Netz. Während mein Internetdasein zuhause von der Gnade der TCom und ihrem inzwischen meist funktionierenden DSL-Light Anschluss abhängt, wird meine Woche in einer Internet-Full-Service Agentur von netzfreien Abenden begleitet sein. So habe ich an den Abenden wenigstens keine Ablenkung und kann mich meinen Überlegungen und eBooks widmen. In der Agentur, versichert mir Ben, sei die Internetanbindung sehr gut und schnell.


Blick auf den Untersberg von Salzburg-Aigen aus


#alttext#

Sonntag, 2. Oktober 2011

Immer in Bewegung bleiben

Schlossherr als "Praktikant" auf Reisen

Manchmal muss man die Perspektive wechseln, um besser zu sehen. Sich bewegen. So mache ich mich heute auf die Reise nach Salzburg, wo ich eine Woche lang bei Österreichs führender Internetagentur ncm.at für Hotellerie, Gastronomie und Tourismus sein werde. Diese Österreicher und die Österreicher im Allgemeinen haben es schon sehr gut verstanden, wie sich die Welt bewegt und wie wir Menschen Gespräche führen.

Ich freue mich auf die spannenden Projekte der kommenden Woche bei Michael Mrazek und seinem Team, das ich seit Ischgl 2009 auch schon teilweise persönlich kenne und schätze.


Auf geht's - mit Volldampf!



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