Sonntag, 7. August 2011

Stefan Grasse Trio

Das Konzert des Stefan Grasse Trios heute Abend hat den Besuchern sichtlich gefallen. Leider musste das als open-air geplante Konzert wegen des unbeständigen Wetters im Jagdsaal stattfinden, was wiederum für die Akustik sehr gut war.


Foto: Stefan Grasse (Foto Elke Tober-Vogt)


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Freitag, 5. August 2011

Mobiles Internet und Touristik-Apps im Ausland

Gastbeitrag von Kilian Martin



Kilian Martin ist gelegentlicher Gastblogger beim Schweinfurter revista verlag. Im folgenden Gastbeitrag im Schlossblog teilt er in Antwort auf meine Artikel (1) und (2) zum Thema seine persönlichen Erfahrungen bei der Nutzung von mobilen Touristik-Apps in Dublin. Die Praxistipps sind für Auslandsreisen - nicht nur nach Dublin - hilfreich.

Die sinnvolle Nutzung des mobilen Internets im Urlaub kennt fast keine Grenzen. Zwei Grenzen sind aber auf jeden Fall zu beachten: Der Akku des mobilen Geräts (in diesem Fall ein iPhone 3GS) und die Verfügbarkeit der mobilen Internetverbindung, bzw. die Kostenschwellen für das Datenroaming im Ausland.

Für einen Wochenendtrip nach Dublin hatte ich mich kürzlich mit einer Hand voll (vermeintlich) nützlicher Apps eingedeckt. Ich hatte dabei nur kostenlose Apps installiert. Offizielle Programme von Tourismusbehörden, Nahverkehrsunternehmen, etc. sind zumeist ja eh gratis. Bei anderen Angeboten kann es sicher sinnvoll sein die Vollversion zu wählen und ein paar Euro zu bezahlen, da sollte man sich aber vorher informieren, ob sich das tatsächlich lohnt.

Ich hatte diese Apps installiert:
Dublin Airport (Flughafen-App)
iGuide Dublin (Tourismusplattform der Dubliner Privatwirtschaft) Dublin Buster Lite (Nahverkehr, Busse)
LUAS (Nahverkehr, Straßenbahnen)
Visit Dublin (offizielle Tourismusplattform)

Die Airport-App, sowie die iGuide Dublin App hatte ich kaum benutzt. Die Airport-App ist sehr praktisch, da sie in Echtzeit die Starts und Landungen anzeigt und man sich so ggf. über Verspätungen etc. schon unterwegs informieren kann. Außerdem bietet sie umfangreiche Infos zu Parkplätzen. Aber da man sich am Flughafen während einer Reise ja eigentlich nur zwei Mal aufhält, kann ich über den tatsächlichen Mehrwert nichts sagen. Hätte das Flugzeug bspw. bei der Abreise Verspätung gehabt, wäre mir die Info über die App auch nicht sonderlich hilfreich gewesen. Und an einem internationalen Flughafen sind die Parkplätze ja zumeist recht gut ausgeschildert. Außerdem gibt es vor dem Terminal ja eigentlich auch immer Kurzzeitparkplätze.

Die iGuide Dublin App habe ich eigentlich nicht genutzt, da die ÖPNV-Infos ja in den anderen Apps verfügbar waren und ich in der Kürze der Zeit auch nicht wirklich spontan an irgendwelchen Events hätte teilnehmen können. Allerdings ist der Unterpunkt Events gut gemacht und kann wirklich hilfreich sein, wenn man bpsw. ein schönes Konzert oder Theaterstück, oder sonstwas besuchen möchte.

Die Dublin Buster App hat mich, so wie das Dubliner Bus-Netz überhaupt, etwas enttäuscht. Die Anzeige der Busrouten auf der Karte und die Infos zu den Haltestellen sind war wirklich gut und sehr praktisch, aber es ist leider nicht wirklich einfach die nächstgelegene, passende Haltestelle zu finden, weil man auch nicht wirklich weiß, welchen Bus man nehmen muss. Fahrzeiten sind sowieso nicht zu gebrauchen, da sie entweder durch den Berufsverkehr völlig verschoben werden, oder einfach unverständlich sind. Diese App ist praktisch, aber für den Touristen weniger toll, als für den Einheimischen. Aber auf jeden Fall besser als nichts.

Die LUAS App (LUAS ist das Straßenbahnunternehmen von Dublin) ist hingegen wesentlich praktischer, als das Straßenbahnnetz selbst. Die App bietet alles, was man braucht: Haltestellenübersicht, Linienplan auf einer Karte und aktuelle Abfahrtszeiten an den einzelnen Haltestellen. Die Info über die Fahrpreise ist nicht schlecht, aber für einen Touristen jetzt auch nicht sonderlich hilfreich (entweder hat man eh ein Tagesticket, oder man achtet zwecks fehlender Alternative einfach nicht auf den Preis). Die App ist auf jeden Fall empfehlenswert. Schade nur, dass sie nicht wirklich oft zum Einsatz kam. Dafür ist das Straßenbahnnetz einfach (noch) zu schlecht ausgebaut.

Zum Schluss noch zur offiziellen Visit Dublin App. Die App bietet sehr viele Funktionen und kann in verschiedenen Bereichen sehr hilfreich sein. Es verhält sich hier aber ähnlich, wie mit der iGuide-App:

Die Punkte „Events“, „Tours“ und „Entertainment“ habe ich zwecks Zeitmangels eigentlich nicht genutzt. Die Abteilung „See & Do“ eigentlich auch nur zur persönlichen Information, nicht direkt „im Einsatz“ (über die übrigen Punkte sage ich jetzt nichts, das sind schon eher spezielle Sachen). Etwas Besonderes ist der Punkt „What’s that?“. Mittels GPS und mobilen Daten wird der Standpunkt und die aktuelle Himmelsrichtung des Blicks ermittelt, wodurch man das Gerät bspw. auf ein Gebäude richten kann um direkt Informationen dazu zu erhalten. Befindet man sich weiter entfernt von der nächsten Sehenswürdigkeit, so werden die nächstgelegenen landmarks in der entsprechenden Himmelsrichtung angezeigt. Navigation (auch für Fußgänger optimiert) ist dann logischerweise integriert. Die Screenshots zur App zeigen das ganze sehr gut. Eine klasse Funktion ist das!

Nur spielen gerade bei dieser Funktion wieder die am Anfang genannten Grenzen eine wichtige Rolle. GPS-Ortung und Datenübermittlung fressen einfach viel Akku-Leistung. So schön diese Funktionen auch sind, wenn man sich auf sein iPhone als Karten- und Reiseführerersatz verlässt, kann es an einem langen Tag in der City sehr schnell eng werden. Ich habe es eigentlich an jedem Tag geschafft meinen Akku um weit über 90 % leer zu saugen, ohne dass ich Musik gehört, oder in gewohntem Umfang social media genutzt hätte. Darauf sollte man auf jeden Fall achten, wenn man nicht nachmittags um 16 h plötzlich mitten in einer fremden Stadt ohne Karte, Busfahrplan, etc. das stehen möchte.

Und auch wenn GPS-Ortung an sich nichts kostet, die Kartendaten müssen trotzdem aus dem mobilen Internet geladen werden. Ich hatte für den Trip bei der Telekom den Day Pass Europe S gebucht. Für knapp 2 €/Tag gibt es da 10 mb Datenvolumen (up- und download). Das ist im Grunde ausreichend, wenn man seine „normalen“ Internetgewohnheiten zurückschraubt. Das pushen von Nachrichten aller Art muss man dann natürlich abstellen und alle fünf Minuten facebook, twitter und Co. checken empfiehlt sich dann auch nicht unbedingt. Wer darauf nicht wirklich verzichten kann/möchte, der ist mit dem Day Pass Europe M für knapp 5 € und 50 mb Volumen gut bedient. Allerdings wird das dann schon wieder relativ teuer, wenn man mehrere Tage im Ausland unterwegs ist. Es lohnt sich auf jeden Fall sich öfter in freie WLAN-Netze einzuwählen um datenintensive Dinge, wie Bilder und Internetseiten zu laden. Allerdings ist die WLAN-Verbindung tendenziell auch verbrauchsintensiver, als mobile Datenverbindungen.

Ein Problem des iPhone habe ich dahingehend ausgemacht, dass das iPhone integriert nur einen relativ ungenauen Volumenzähler hat. Und auch die offizielle Kundencenter-App von der Telekom kann viel, aber das nicht. Es bietet sich daher an, dass man erst mal in einem freien WLAN verschiedene Funktionen der Apps ausprobiert um zu sehen, wie viele Daten dabei übertragen werden müssen. Zumindest mich hatte es nämlich schon überrascht, wie viele Daten bei einer einfachen Standortbestimmung in der integrierten Maps-App übertragen werden. Da kann man relativ schnell an seine Volumen-Grenze stoßen, ohne dass man das irgendwie geahnt hätte.

Als Telekom-Kunde bekommt man übrigens beim erreichen seiner Volumen-Grenze eine kostenlose Mitteilung. Danach sind die Paketpreise aber noch relativ human, insofern kann man nötigenfalls auch mal ein, zwei Megabyte über der Freimenge liegen.

Was auf jeden Fall ein Vorteil war: Am Campingplatz, auf dem wir die Nächte in Dublin verbracht hatten, gibt es ein freies und kostenloses WLAN für Gäste. Da kann man dann wenigstens am Abend nach Lust und Laune seinen social media Gelüsten und anderen online Angelegenheiten frönen; Strom gibt es ja.

Fazit: Der Einsatz spezieller Apps und mobilen Internets im Urlaub ist eine feine Sache, will aber schon ein wenig geplant sein. Man muss sich vor allem auch auf entsprechende Kosten einstellen.

Auf der anderen Seite kosten Reiseführer auch Geld, genauso wie Kartenmaterial und sonstige Infos. Was man sich da spart, kann man ja in die elektronischen Versionen investieren. Das wird nicht in jedem Fall auf Null aufgehen, aber gerade in größere Metropolen dürfte man mit der elektronischen Variante günstiger wegkommen, da es die meisten Apps mit sehr umfassenden Informationsangeboten kostenlos gibt.

Einen positiven Nebeneffekt hat das Ganze außerdem noch: Wer statt mit einer Stadtkarte, mit einem iPhone in der Hand durch eine fremde Stadt läuft, fällt wenigstens nicht gleich jedem als Tourist auf. Ich halte das tatsächlich für einen Vorteil.

Ich habe mir vorgenommen für meine nächste Auslandsreise eine iPhone App vom Lonely Planet Verlag zu laden. Die kostet zwar ca. € 6, das Geld sollte aber gut investiert sein. Einer der größten Vorteile dieser App: Alles Kartenmaterial ist integriert und kann per GPS-Signal offline, also kostenfrei genutzt werden. Damit spart man sich Geld und Akkuleistung. Außerdem sind die Reiseführer von Lonely Planet sowieso mit das Beste, was es auf dem Markt gibt (natürlich abhängig von den Reisegewohnheiten).

Die Bücher haben nur diesen kleinen Nachteil, dass sie leider so umfangreich sind, dass es logistisch schon wieder problematisch wird (Gewicht, Platz). Bei einem Stadturlaub ist es doch deutlich angenehmer, wenn man nicht so viel mit sich herumtragen muss.

Links:

Dublin-Airport-App: http://itunes.apple.com/ch/app/dublin-airport/id411482375?mt=8

iGuide-Dublin-App: http://itunes.apple.com/us/app/iguide-dublin/id368089322?mt=8#

Dublin-Buster-lite-App: http://itunes.apple.com/at/app/dublin-buster-lite/id406451487?mt=8

LUAS-App: http://itunes.apple.com/at/app/luas/id427959886?mt=8

Visit-Dublin-App: http://itunes.apple.com/ie/app/visit-dublin-official-mobile/id386857611?mt=8

Auslands-Datentarife der Telekom: http://www.t-mobile.de/business/auslandstarife/0,9925,20839-_,00.html

Lonely Planet Verlag: http://www.lonelyplanet.de/ueberlonelyplanet/index.htm

Lonely-Planet-Rome-App: http://itunes.apple.com/us/app/rome-guide-lonely-planet/id317284169?mt=8#

Kilian Martin

twitter: @kilianmartin
facebook: http://facebook.com/kilianpmartin

Ein ausführlicher, bebilderter Dublin-Reisebericht Kilians wurde beim revista verlag veröffentlicht.

Mittwoch, 3. August 2011

GTD Evangelist - Hoffnungslose Aufgabe?

Getting Things Done



Peer Wandiger rief in seinem Blog Selbständig im Netz kürzlich zu einer Blogparade (Definition) zum Thema Getting Things Done (GTD) auf.

Ich nutze das von David Allen stammende Organisationsprinzip GTD nun schon ein ganze Weile und habe eine immense Erleichterung feststellen können, die eine (konsequente) Anwendung des Prinzips bedeutet.

Ohne jetzt auf das Eingeweide von GTD einzugehen (man lese dazu den oben verlinkten Wikipedia Artikel oder gar das Buch von David Allen selbst) will ich kurz notieren, was für mich an GTD am wichtigsten ist: Das Grundprinzip Gedanken (vorrangig über Dinge, die zu erledigen sind, aber auch über Dinge, die man irgendwann einmal lernen, erleben, machen möchte) aus seinem Kopf heraus in ein System zu bringen, dem man vertraut einem diese Gedanken zum richtigen Zeitpunkt und am richtigen Ort (Kontext) wieder vorzulegen, so dass der Kopf bis dahin frei ist von der Sorge darum. Nutzt man aus GTD nichts Anderes ist einem schon sehr geholfen.

Welche Technik (computerbasiert, papierbasiert etc.) man dazu verwendet ist vollkommen Wurscht. Ich verwende dazu bislang das vom deutschen Startup culturedcode entwickelte Programm Things am mac, iPad und iPod Touch und bin damit sehr zufrieden, weil es die wichtigsten Prinzipien von GTD aufgreift, ohne zu komplex zu sein. Ausserdem hat es ein Design und eine Usability, die für einen Macianer ein Traum ist. Und auch wenn es etwas Besseres gäbe: Der Trick ist wohl nicht ständig an den System und Werkzeugen herum zu basteln, sondern einfach Dinge geregelt zu bekommen. Don't touch a running system...

Ich möchte mich in meinem Beitrag zur Blogparade weniger mit dm System GTD oder gar persönlichen Beispielen wo ich was wie ablege, wieder vor lege etc. beschäftigen, sondern mit einem tiefer liegendem Problem, das auch Peer Wandiger in einer seiner "Fragen… als Aufhänger" für den Artikel gestellt hat: Die größten GTD-Hindernisse. Spezieller: Wie kann ich anderen helfen GTD für sich zu entdecken?

Wer GTD bereits erfolgreich nutzt ist natürlich entsprechend davon überzeugt, gerade weil das Prinzip so einfach ist und sich Erfolge schon sehr schnell nach der ersten Umsetzung abzeichnen. Da liegt es nahe, dass man sich wünscht, dass Menschen, die einem am Herzen liegen, ebenfalls das GTD Prinzip anwenden; gerade wenn dies Menschen sind, die notorisch über Zeitmangel und zuviel Arbeit schimpfen. Doch meist sind es eben genau diese Menschen, die eine Adoption von GTD resistent ablehnen. Sie haben ja schon so viel zu tun… Nicht schon wieder etwas Neues lernen müssen… Muss ich da wirklich erst ein Buch lesen?

Wie können wir gerade diesen Menschen den Einstieg in GTD erleichtern? Ehrlich gesagt: Ich weiß es nicht, wüsste es aber gerne, weil ich einige Kandidaten kenne, die GTD sehr gut gebrauchen könnten. Ich will mir daher ein paar Gedanken dazu machen.

Zuerst sei angemerkt, dass man Menschen, die sich selbst nicht helfen wollen oder Veränderung im Allgemeinen ablehnen, auch kaum helfen kann. Es geht also viel mehr darum jemandem zu helfen zu erkennen, dass er sich wirklich ganz leicht selbst helfen könnte. Wenn er wollte… Lediglich aufzuzeigen "schau, für mich klappt das ganz wunderbar so, so und so" genügt nicht, denn der Andere ist eben nicht man selbst. Mit diesem Thema habe ich mich im vergangenen Jahr auch im Blogartikel mit dem Untertitel "Veränderung muss man wollen" beschäftigt. Doch wie werden wir (erfolgreich) zum GTD Evangelisten für diejenigen, die uns am Herzen liegen?

Wie viel Leidensdruck ist notwendig, dass man sich mit GTD beschäftigt, um sich aus einem Tal der chronischen Unorganisiertheit und nichts geregelt kriegen heraus zu helfen? Oder ist es in einem solchen Zustand nicht ohnehin schon zu spät? Wer neigt überhaupt dazu GTD anzuwenden? David Allen hat in einem Interview mal grob gesagt (ich weiß nicht mehr in welchem), dass meist solche Leute zu GTD neigen, die ohnehin schon organisiert und erfolgreich sind und darin eine Vorgehensweise sehen, diesen Zustand weiter zu verbessern. Können wir also als selbst ernannte GTD Evangelisten nur denen helfen, die noch nicht "vom Wagen gefallen" sind? Das will ich nicht hoffen, denn es würde bedeuten, dass wir gerade denen, von denen wir meinen sie könnten die Hilfe am meisten gebrauchen, gar nicht helfen können.

Können wir denn überhaupt helfen? Sollten wir uns überhaupt den Hut des GTD-Evangelisten aufsetzen? Misstrauen wir Menschen den Evangelisten nicht im Allgemeinen eher, als dass wir uns von Ihnen sofort anstecken und überzeugen lassen? Diese krankhaft leuchtenden Augen, die die Evangelisten haben, wenn sie von ihrer Überzeugung sprechen... Ja, mir geht es schon so: Diese leuchtenden Augen der Evangelisten lassen mich gleich glauben sie seien durch und durch krank. Womöglich wollen die noch über Wasser laufen. Nein, da müssen wir unsere Begeisterung wohl eher in Zaum halten, wenn wir andere vom Nutzen unserer Anliegen (hier: GTD) überzeugen wollen. Wir sollten unsere "Bibel" wohl nicht jedem auf den Nachttisch legen, sondern eher unter geheimnisvollem Verschluss halten. Werden wir danach gefragt, antworten wir geheimnisvoll zurückhaltend: "Ach das? Ist nur so eine Sache die mir hilft organisiert zu bleiben und mehr Freizeit zu haben. Das ist aber nicht etwas für jeden".

Ob das funktioniert? Vielleicht. Ist aber wohl eher gemein und manipulativ, als der Evangelismus. Besser wäre wohl ein Mittelweg: Als Vorbild zu fungieren und gar nicht erst zu predigen (das muss ich mir aber erst selbst noch abgewöhnen). Was mir persönlich sehr geholfen hat GTD zu begreifen war ein online "Lesezirkel" von Oliver Gassner, den ich 2009 mitmachte. Da er mittels einer Google Group immer wieder das Lesepensum für die kommende Woche vor gab und über diese Gruppe Hilfestellung bot, hatte ich ein zuverlässiges Gerüst in dem ich überhaupt erst das Buch von David Allen lesen konnte. Diese Fristen halfen mir am Ball zu bleiben und ich wusste, dass wenn es kompliziert wird (was es dann nicht tat), ich immer wieder Hilfe bekommen würde. In der Gruppe waren nicht nur Erstleser dabei, sondern auch solche, die GTD schon erfolgreich einsetzten. Gerade die Vergleiche "wie machst du das oder wie verstehst du dies oder jenes oder setzt es um" waren mir dabei eine große Hilfe.

Das ist, denke ich, die beste Methode in so einen Selbstumkremplungsprozess einzusteigen: Zusammen mit anderen. Nicht ohne Grund gibt es für Alkoholkranke und andere Süchtige Selbsthilfegruppen, bei denen der (moderierte) persönliche Austausch im Vordergrund steht. Zusammen erreicht man mehr, als alleine.

Wer kommt also mit in die GTD Selbsthilfegruppe? Vielleicht hat Oliver ja noch einen Platz frei...

Zur Blogparade…

Dienstag, 2. August 2011

Wie ich mit Zeitschriften-Abonnements umgehe

Nachtrag zum Blogartikel vom 30.8.2010



Im letzten August hatte ich mir in diesem Blogartikel ja ein Ziel gesetzt: Jeder abonnierte Zeitschrift bewusst und ausführlich lesen und aus jeder Ausgabe jeweils eine Idee umsetzbare Idee ziehen.

Wer den ganzen Blogartikel vom August nicht noch einmal nachlesen möchte, hier das Kernzitat:

Ich werde künftig die Zeitschriften, die ich abonniere (und vielleicht auch die Blogs / RSS feeds) bewusster lesen. Ich möchte aus jeder einzelnen Ausgabe einer Zeitschriften (oder aus einem Blog / Onlineangebote über einen gewissen Zeitraum hinweg) mindestens eine Sache ziehen, die mein Leben (privat oder beruflich) verbessert und das angewandte Wissen auch konkret umsetzen. Gelingt mir dies nicht regelmäßig mit den bisherigen (und etwaig zukünftigen) Medien, werde ich die Abos kündigen. Wenn ich damit auch nichts Anderes bewirke als das: zumindest werde ich die Zeitschriften bewusster gelesen haben, als zuvor.

Was ist seitdem passiert?

Ich hatte damals schon auf zwei Zeitschriften reduziert: Macwelt und impulse - das Unternehmermagazin. Die Macwelt lässt sich jedoch nicht wirklich in diese Kategorie packen, da ich diese grundsätzlich nicht von vorne bis hinten durchlese, sondern aus einem Stapel immer wieder mal Ausgaben heraus ziehe und stöbere. Schön sind hier die Jahresausgaben auf CD (die ich mir allerdings auf SD-Karte oder USB-Stick wünschen würde). Trotz aller Mac-Feeds auf dem iPad möchte ich die Macwelt noch nicht missen. Wie sieht es mit der impulse aus?

Aufmerksamer lesen tue ich diese Ausgaben schon. Allerdings ist zu den seltenen Momenten, in denen ich einfach mal auf dem Sofa rum sitze, meist grad nicht die Zeitschrift dabei. Das iPad schon. Ich lese dann schnell mal Artikel, die mir Freunde aus verschiedenen Branchengruppen empfohlen haben (zum Beispiel über Twitter Listen, deren Links sich magazinartig auf dem iPad in der flipboard app anzeigen lassen) oder über den Google Reader oder Bookmarks von Delicious Kontakten oder die tollen Editor's Picks bei Instapaper oder … Eben schon genug Content der mir Kontextbezogen je nach Lust und Laune angezeigt wird.

Die impulse, als Zeitschrift, die ich manuell nach Inhalten durchblättern muss und dabei kein Feedback dazu bekomme, welcher meiner Freunde/Bekannten die Beiträge ebenfalls gelesen oder gar kommentiert haben, bietet mir daher zu wenig "Mehrwert". Sicherlich, die Inhalte an sich sind nach wie vor gut. So zum Beispiel ein Artikel von Felix Rohrbeck in der aktuellen Ausgabe darüber was Unternehmer berücksichtigen sollten, wenn ihr Unternehmen wächst. Ich plädiere ja mehr und mehr dafür Unternehmen - so denn es geht - bewusst klein zu halten, als diese mit Gewalt zu vergrößern. Aber das ist eine andere Geschichte (siehe Rework von Jason Fried und David Heinemeier Hansson). Oder der Artikel von Felix Wadewitz "Einfach einfach" über die Vereinfachung von Produkten in Design und Usability.

Jedenfalls habe ich die impulse abbestellt. Nicht mit sofortiger Wirkung, sondern bis zum Ende der bereits bezahlten Frist. Vielleicht springt mir in einer der kommenden Ausgaben etwas derart spannendes in die Augen, dass ich nicht widerstehen kann mein Abo doch zu verlängern. Oder man bietet mir eine (volle, durchsuchbare, von den Kosten her verhältnismäßige pay-on demand Online- oder Digitalausgabe…). Ich darf ja noch hoffen…

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