Dienstag, 31. Mai 2011

Familientreffen in Berlin

Am vergangenen Freitag: Erste große Zugfahrt mit den Kindern. Wir fuhren in die Bundeshauptstadt Berlin zu einem Treffen mit der weitläufigen Familie.

Organisiert hat das treffen diesmal mein Patenonkel Victor von Halem (genannt Vicco) der manchen als Opernsänger bekannt sein dürfte. Es war überhaupt eine bunte Mischung interessanter Leute, von denen vielleicht auch Gerhard von Halem als Produzent des Kinofilms Aimée und Jaguar und anderen Filmen bekannt sein könnte sowie die Landtagsabgeordnete der Grünen im Brandenburger Landtag, Marie Luise von Halem. Auch meine bzw. die "jüngere" Generation war vertreten, zum Beispiel mit Gioia von Halem und meiner Schwester Sibylle von Halem. Es waren natürlich noch einige mehr dabei; ich habe hier jedoch nur aufgeführt, wer ohnehin durch die Namenssuche "von Halem" im Internet gut auffindbar ist in der Annahme, dass wer das noch nicht ist, es vielleicht auch nicht möchte.

Auch mein Vater wohnt seit einigen Jahren in Berlin und wir trafen uns am Freitagabend erst einmal in kleinerem Kreise bei ihm und seiner Frau Gabriele und meinen Schwestern Cornelia und Sibylle.

Am Samstagvormittag dann feierliche Einweihung einer von den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) finanzierten Gedenktafel für Nikolaus Christoph (genannt Kiez) von Halem in der U-Bahn Station Halemweg (Linie U7, im Norden Berlins). Dort gab es schon mal eine solche Tafel, die jedoch von Vandalen oder vielleicht sogar politisch motivierten Tätern (man weiß es nicht) zuerst beschädigt und später entwendet worden war. Die Initiative die ursprüngliche Tafel aufzustellen ging von Schülern und Lehrern der Anna-Freud-Oberschule in deren Nähe auch besagter Halemweg ist, aus. Besonders hatte sich Ursula Maier, Vorsitzende des Fördervereins der Schule, für die Wiederanbringung einer Gedenktafel eingesetzt.

Beim Festakt im U-Bahnhof bekamen die Kinder erstmal von den freundlichen Mitarbeitern der Verkehrsbetriebe eine Bauarbeiter-Playmobilfigur mit U7 Aufkleber geschenkt. Die Polizeipräsenz stellte sich glücklicherweise als unnötig heraus: Niemand störte den Festakt. Im Gegenteil: Ich fand das Kommen und gehen der Reisenden, von denen manche auch blieben, um sich anzuhören, was gesagt wurde, sehr erfrischend. Die Beamten hielten sich jedoch auch sehr dezent im Hintergrund zurück. Dagegen schlich sich zwischendrin ein Hund in unsere Mitte und lauschte den Reden.

Dr. Wilfried Fest von der Gedenktafelkommission der BVV erzählte über die Entstehung dieser zweiten Gedenktafeleinweihung und bedankte sich bei Ursula Maier und bei den Schülern, die bei der Aktion mitgewirkt hatten und sich dafür eingesetzt hatten, dass es dazu kam, dass der BVG die neue Tafel finanzierte.

Anschliessend ging es in die nahegelegene Schule, wo die Schüler eine Ausstellung zu Nikolaus Christoph von Halem an Pinnwänden vorbereitet hatten. Dazu gab es Saft und Wasser und - sehr zur Freude der Kinder - auch Chips und andere Naschsachen.

Nach der Feierstunde mit angenehm kurzen Reden ging es auf den kindgerechteren Teil des Familientreffens: Eine Schiffahrt rund um Berlin. An der Jungfernheide stiegen wir ein auf das Schiff MS Nostalgie der Reederei Wolff. Mit an Bord hatten wir den Architekten Botho von Senger und Etterlin, der seit 30 Jahren in Berlin lebt und uns unterwegs zwischendurch immer wieder mal etwas über die Gebäude, die links und rechts an uns entlang glitten, erklärte.

Wir wohnten an dem Wochenende im Hotel Friedenau, dem Literaturhotel von Frau Moog, bei dem auch meine Schwester Cornelia immer wohnt, wenn sie in Berlin ist. Uns hat es dort sehr gut gefallen; das Hotel in der Fregestraße hat einen schönen ruhigen Garten und ist größtenteils mit Biedermeiermöbeln ausgestattet. Mary die Hotelkatze ließ die Kinder mit ihr spielen und wir fühlten uns bei Frau Moog sehr wohl. Nur sind zwei Tage für Berlin zu kurz - vor allem, wenn man ohnehin schon "Programm" hat.

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Mittwoch, 25. Mai 2011

"Aus Müslifressern werden Marktführer!"

4. Internationales Weintourismussymposium in Iphofen


Wie auch in den vergangenen Jahren besuchte ich heute das internationale Weintourismussymposium in Iphofen. Wie immer ist das Symposium auch ein großes Treffen der Gästeführer Weinerlebnis Franken. Werner Mündlein (der uns Gästeführer regelmäßig mit Weinnews versorgt und sich auch um die Internetseite des Vereins kümmert) und ich sitzen in der 4. Reihe, gleich hinter den Sprechern und Ehrengästen. Das Symposium ist immer sehr spannend, vor allem wegen der eingeladenen Gastreferenten. Leider nehmen die wohl obligatorischen Grußworte zu Beginn, in dem jede/r mehr oder weniger das Gleiche sagt, immer mehr Zeit in Anspruch. Aber "Hausherr" Bürgermeister Mend, Landrätin Bischof, Weinbaupräsident Steinmann und Ehrengast Neumeyer wollen eben auch alle sagen dürfen, wie toll sie das weintouristische Konzepts Frankens (und somit Bayerns) finden und wie erfolgreich der Weinbau in Franken ist. Ich gehe daher auch (nur kurz) auf die Eröffnungsgrußworte ein.

Die Grußworte


Zuerst die Begrüßung durch Josef Mend, Bürgermeister von Iphofen. Er habe heute keinen Minister zu bieten (der Ehrengast aus dem Ministerium ist auch noch auf dem Weg; die Weinkönigin habe man vor die Karl Knauf Halle platziert, um ihn in die Halle zu geleiten). Er begrüßt die Riege der behördlichen Vertreter. Aber auch die Nichtfranken begrüßt er und freut sich, dass es mittlerweile Google gibt, so dass wir auch gefunden werden. Den Teilnehmern des Symposiums wünscht er durch die Teilnahme einen Wissensvorsprung. Erwartungsgemäß (und berechtigterweise) stellt er das Projekt Wein.Schöner.Land! als Erfolgsmodell vor. Er meint, wir werden spätestens am Ende des Tages die Begeisterung für den Weintourismus spüren. Ich habe Josef Mend, einer der wenigen Bürgermeister aus den Reihen der Freien Wähler, selbst schon leidenschaftlicher erlebt. Klar: Die Botschaft im Weintourismus bleibt immer Diesselbe und es wird zunehmend schwieriger diese so rüber zu bringen, dass sie noch jemanden vom Hocker reisst. Aber dafür holt man sich ja auch Inspiration von Aussen.

Tamara Bischof, Landrätin des Weinlandkreises Kitzingen, greift das Thema "über den Tellerrand blicken" dann auch in ihrem Grußwort auf. Innovative Beispiele und das Thema Nachhaltigkeit stünden heute im Mittelpunkt des Weintourismussyposiums, sagt sie. Als Beispiel aus ihrem Heimatlandkreis Kitzingen, in dem wir uns ja auch befinden, nennt sie die Gelbe Welle als Beispiel der Schaffung einer touristischen Infrastruktur (in diesem Fall für Kanutourismus), welche die Attraktivität der Region als solche stärkt. Auch durch die kleine Gartenschau (bis 21. August) in Kitzingen bekomme die Region wichtige Impulse (die Verbindung zum Weintourismus kann ich hier nicht ganz erkennen, finde es aber gut, dass sich die Landrätin mit Begeisterung für Veranstaltungen in ihrem Landkreis einsetzt).

Es folgt das Grußwort von Artur Steinmann, Präsident des fränkischen Weinbauverbands. Franken bilde ein Zauberdreieck, in dem der Wein als Bindeglied fungiere. Der Reiz des Weines auf unsere Kulturlandschaft mache sich gerade jetzt im Frühjahr bemerkbar. Man könne sehen, wie die Menschen - auch Touristen - ins Freie strömten. Steinmann wies darauf hin, dass Weinberge Produktionsflächen seien. Aber Ökonomie und Ökologie müssten sich nicht gegenseitig ausschließen. Weinbergsflurbereinigungen haben für Diversifizierung gesorgt, betont Steinmann. Die Weinberge seien zu Erlebnislandschaften geworden. Alles spiele ein Rolle: Bäume, Gästeführer, das Leben in den Dörfern. Auch spannende Weinarchitektur hätte ein neues Bild Frankens geschaffen. Er malt mit seinen Worten ein schönes, begreifbares Bild Weinfrankens und weist auf die Bedeutung der Zusammenarbeit aller am Weintourismuskonzept Wein.Schöner.Land! Beteiligten Personen hin. So schön hat er dieses Bild gemalt, dass ich aufmerksam zuhörte, aber nicht gut mitschrieb.

Es moderiert - wie bei Veranstaltungen zum Frankenwein nun schon fast Tradition - der aus Würzburg stammende Bayern3-Moderator Axel Robert Müller. Er fragte im Publikum gleich mal ab, wer alles schon zum 4. mal dabei ist. Es sind doch schon einige. Aber auch einige, die zum ersten Mal dabei sind melden sich. Axel Robert Müller kündigt nun den Ehrengast bzw. Festredner an.

Festrede aus dem Landwirtschaftsministerium


Martin Neumeyer, Ministerialdirektor im Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten, ist in Vertretung für Staatsminister Brunner, den wir neulich bei der Verleihung des Weintourismuspreises reden hörten, hier. Neumeyer ist Amtschef des Bayerischen Staatsminiteriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Als solcher ist er auch für den "Cluster Ernährung" zuständig, zu dem ja auch der Bayerische Weinbau - der ja vor allem ein fränkischer Weinbau ist - gehört. Beim Cluster Ernährung erfährt man auch einiges über den Weintourismus.

Neumeyer spricht unter anderem die Frostschäden der Nacht vom 2./3. Mai in Franken an und verspricht den Winzern Unterstützung des Ministeriums und auch des bayerischen Staates in Hinsicht auf Förderung in Form von Darlehen und Steuervergünstigungen. Weintourismus müsse man als Wachstumsmarkt verstehen. Gerade die Wort-Bild-Marke Wein.Schöner.Land! (das wir heute auch alle wieder auf unseren Namensschildern tragen) trage zum Erfolg des Weintourismus bei. Man brauche ein passgenaues Konzept, um dem Strukturwandel begegnen zu können. Das Fundament dazu wurde schon vor 20 Jahren gelegt.

Auf die Notwendigkeit von lebenslangem Lernen ging der Ministerialdirektor ein. Schulungen von Winzern bereiten diese auf neue Aufgaben - auch im Tourismus - vor. Die inzwischen 233 ausgebildeten Gästeführer Weinerlebnis Franken und die Weindozenten sind hier speziell genannt. Die Winzer und Gästeführer sorgen für eine zeitgemäße, authentische und attraktive Region. Qualität sei bei all dem jedoch die Grundvoraussetzung. Der Kauf des Weines müsse dem Verbraucher einen Mehrwert bieten. Wichtig sei auch die Weinkulturlandschaft und der persönliche Kontakt zum Winzer. Auch auf entstehende Weinarchitektur ging Neumeyer in diesem Zusammenhang ein. Es gehe darum einen Zusatznutzen zu bieten. Ja, so haben wir das in der Gästeführerausbildung auch gelernt. Schlüsselgrößen seien u.a. Regionalität, Diversifizierung und Authentizität.

Neumeyer ging auch auf die Vertriebswege des Frankenweins ein: In der Direktvermarktung würden 2/3 aller Frankenurlauber den Weineinkauf fest einplanen, weitere 17% kaufen spontan vor Ort. 18 Flaschen Wein werden beim Winzer durchschnittlich gekauft während des Aufenthalts in Franken. 1,7 Milliarden Euro Umsatzvolumen im Weintourismus alleine im fränkischen Weinland. Dieses Geld generiert weitere Wertschöpfung. Wir befinden uns in einem Veränderungsprozess von Produktion zu Dienstleistung, betonte Neumeyer. Es gehe darum, einen lebenswerter ländlichen Raum zu schaffen. Bestrebungen dahin verdienen Unterstützung. Wein sei Kulturträger schlechthin. Ihm müssen wir eine optimale Zukunft sichern. Dazu sage ich: Amen.

Keynote mit Hermann Scherer


Mein Sitznachbar Werner stellt fest, dass man die Weinkönigin, Sabine Ziegler, die in der ersten Reihe sitzt und offensichtlich eine Ansprache vorbereitet hat - zumindest in der Eröffnungsriege - bei den Grußworten nicht berücksichtigt hat. Vermutlich muss Zeit aufgeholt werden für die "Keynote" Präsentation, die jetzt folgt: Der Vortrag von Hermann Scherer mit dem Titel "Jenseits von Mittelmaß - Spielregeln für die Pole Position in den Märkten". Das Buch dazu hatte ich mir schon vor ein paar Jahren gekauft und es auch zügig gelesen. Das ist auch nicht schwer, denn es ist ein Buch, das gefüllt ist mit Infografiken und Bildern.

Scherer fragt das Publikum: Wer ist innovativ? Wer ist leidenschaftlich? Wer sogar sexy? Bis jetzt habe ich alle Fragen mit "ja" beantwortet. Er meint Sexiness sei das, was wir brauchen. Also bin ich noch im Rennen! Der Präsentation habe ich zu sehr zugehört, als hätte ich diese mitschreiben können. Dennoch einige unzusammenhängende Statements:
War for eyeballs.
Wie haben wir die Qualität und den Nutzen kommuniziert?
Qualitätsersatzstoffe, Qualitätssurrogat.
Nur 3% von Präsentationen sind begeisternd.
Emotionalisiertes Marketing. Nicht nur Spaß.
Nicht nur im Unternehmen arbeiten, sondern auch *am* Unternehmen arbeiten.
Wir verschieben manchmal alle unsere Träume auf morgen.
Visionen machen uns sexy.
Loslassen um besser zu werden.
So schlecht wie heute dürfen wir nie wieder werden.

Okay, das kann ich eigentlich alles so unterschreiben und hoffe, dass uns das im fränkischen Weintourismus auch gelingt.

Ein Zwischenspiel, das ohne mich stattfand


Über den Vortrag von Matthias Beyer und Prof. Dr. Ulrike Pröbstl kann ich nicht aus erster Hand berichten, da ich diese nicht hörte. Aber zumindest aus den Folien des Vortrags von Herrn Beyer lassen sich dennoch einige Punkte zitieren.

Matthias Beyer referierte über nachhaltigen Tourismus. Nachhaltigkeit ist überhaupt ein Schlagwort, das (berechtigterweise) um sich greift. Hier geht es in erster Linie darum, welche Auswirkungen dieser Bewusstseinswandel auf den Markt hat. Wir bewegen uns also auf einem Weg der Transformation von der Gesellschaft der Pflichtkultur der 50er und 60er Jahre und des Hedonismus der 70er und 80er Jahre hin zu den LOHAS. "Aus Müslifressern werden Marktführer!" ist hier der etwas larmoyante Aufruf uns auf diesen Markt einzustellen. Oder: "Aus Alternativen werden Avantgardisten! Aus Weltverbesserern werden Werteträger!". Nun gut. Es darf natürlich eine Statistik der GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) nicht fehlen, die quantifiziert aussagt: "Nahezu jeder vierte Haushalt steht ökologischer und humanitär Verantwortung offen gegenüber". Dann besteht ja noch Hoffnung für unsere Gesellschaft (wobei ich das eigentlich für ein Armutszeugnis halte; nur ein Viertel?!). Dennoch soll man sich schon für diesen wachsenden Markt rüsten. Destinationen sollen strategisch-konzeptionell und operativ Antworten zur gesellschaftspolitischen Debatte im Tourismus finden. Passend zum Weintourismussymposium beantwortete Beyer in einer Folie die Frage "Worum geht es?" mit einer weiteren Frage, dem Acronym WEIN (wie erreiche ich Nachhaltigkeit?). Hier geht es also darum neue Produktbausteine zu entwickeln für deren Beispiele Beyer die Bausteine Gesundheitstourismus, Volunteertourismus und Slownesstourismus nennt (ich hoffe das artet nicht wieder in einer Wellnessorgie aus). Wir sollen Nachhaltigkeit als Alleinstellungsmerkmal entwickeln und uns fragen, was wir besser können, als andere, ob wir die richtigen Dinge tun und dies auch richtig machen. Durch konsequente Markenbildung könnten wir Nachhaltigkeit für unsere Kunden erlebbar machen.

Die fränkische Weinwirtschaft ist in Sachen Nachhaltigkeit auf einem guten Weg


Für Franken besteht Hoffnung, denn hier wurde die erste CO2-Bilanz für Weinbau erstellt. Ein Kriterienkatalog zur Nachhaltigkeit in der Weinwirtschaft (vom Weinberg zum Endverbraucher) ist bereits durch die Universität Heidelberg erstellt worden. Sogar ein Siegel gibt es schon, dass sich Weinbaubetriebe an die Tür pappen können: FairChoice (für Betriebe, die nach international anerkannten Kriterien ökologisch, ökonomisch und sozial wirtschaften).

Eine Folie über die Bedeutung des Erhalts und der Pflege der Kulturlandschaften durfte in diesem Zusammenhang natürlich auch nicht fehlen. Ich bin jedoch vor allem darüber gespannt, wie die am Weintourismus beteiligten Akteure (vom Weinberg bis zum Endverbraucher) diesen Wandel zu einer (echten) Nachhaltigkeit schaffen und vor allem kommunizieren werden.

Sehr schön hat das Thema übrigens Dr. Hermann Kolesch am 15. März in Zeilitzheim auf der Mitgliederversammlung der Weingästeführer vorgetragen: Innerhalb Deutschlands müssten wir die heißen Themen als erste besetzen. Das sollte auch in puncto Nachhaltigkeit gemacht werden. " Eine Energiegenossenschaft baue man auf mit deren Windrädern der gesamte Energiebedarf der fränkischen Weinwirtschaft gedeckt werden kann. Es wird also nicht nur geredet, sondern auch gehandelt (oder zumindest schon hinter den Kulissen verhandelt).

Franz Graf Pfeil stellt seinen Kränzelhof vor


Aus der Mittagspause gestärkt durch zwei Bauchfleischbrötchen aus einer Iphöfer Metzgerei ging ich dann in den zweiten Teil des Vortragstages.

Franz Graf Pfeil hatte in der Pause jeden Stuhl mit einer Broschüre seines Kränzelhofs in Tscherms im Meraner Land (Südtirol) versehen, so dass wir uns schon ein wenig in das Thema einlesen konnten. Das hatte ich natürlich schon im Vorfeld Dank des Internets getan, durch Graf Pfeils Internetseite und ein Videovortrag von ihm bei YouTube über sein Weingut und Philosophie.

Der Kränzelhof in Tscherms, im Meraner Land in Südtirol, ist inzwischen synonym mit dem Weinlabyrinth, weshalb die domain kraenzel.com auf labyrinth.bz umleitet. Der Labyrinthgarten hat die mittelalterliche Hofanlage berühmt gemacht. Aber vor allem der Fokus auf Kunst und Kultur machen das Weingut lebendig. Im Labyrinthgarten stellen jährlich wechselnde Künstler ihre Arbeiten aus. Auch ein Amphitheater mit 300 Sitzplätzen und Blick über den Meraner Talkessel gibt es dort.

Graf Pfeil gab einen charmanten Überblick über die eigene Leidensgeschichte als Schüler (was ich selber - zumindest in Bezug auf mein Schülerdasein in Deutschland - nur unterschreiben kann). Er empfand das Arbeitsleben als große Befreiung. Dem Idiom "Masse ist Klasse" konnte er nichts abgewinnen. Ihn interessiert nur das Beste. Darunter verstehe aber nicht jeder das Gleiche. Er hat auf dem geerbten Hof die Apfelanlagen gerodet und dafür Weinreben gepflanzt und arbeite mit der Natur als gestrengen Partner zusammen. Nichts sei regelmäßig: Kontinuität im Weingeschmack ist ihm daher auch nicht wichtig, sondern aus dem jeweiligen Jahrgang das beste raus zu holen. 6ha. Rebfläche sind das.

Garten: Graf Pfeil hatte es satt sich auf Weinmessen herum zu quälen. Ein Zusatzangebot müsse her. Es galt also einen Garten anzulegen, um so schönes ein Umfeld zu schaffen, um Besucher anzulocken. Eines Tage stolperte er über ein Buch über Labyrinthe. Die ganze Welt ist auf der Suche. Man wolle (und müsse?) seinen Ängsten entgegen treten. Labyrinthe böten dabei ein Spiegelbild des Gehirns. 2 ha. Apfelanlage habe er zum Garten umgebaut, sich dabei keinem Modetrend unterworfen. Ab 2003 in Eigenarbeit den Garten angelegt, der 2006 feierlich eröffnet wurde und im vergangenen Jahr vergrößert wurde. 20.000 zahlende Gartenbesucher gibt es dort pro Jahr.

Ohne Kunst kann Graf Pfeil sich ein menschenwürdiges Leben nicht vorstellen. Also: Verein gegründet, der Kunst und Künstler fördert. Vor allem auch die zeitgenössische Kunst in Wechselwirkung mit der Natur liegt ihm am Herzen. Künstler sieht er als Juweliere, die den Labyrinthgarten schmücken.

Führungen: Messen seien ihm zu hektisch. Er fühlt sich dort nicht wohl. Ein eigener Betriebszweig müsse also her. Es gehe ihm darum Erlebnisse bieten, z.B. Meditationen mit einer Schülerin von Willigis Jäger. Seelische Erfahrungen. Dem Selbst näher rücken...

Aber es gibt auf dem Kränzelhof auch ein gastronomisches Angebot: Die Weinschänke Miil. Kleine Mengen guten Weines werden dort präsentiert. Die ehemalige Wassermühle des Hofes habe er dort zum Restaurant ausgebaut. Er möchte die Gefühle der Besucher anregen, damit nicht viel erklärt werden muss. Sein Meisterkoch ist gleichzeitig Regisseur, Bühnenbildner, Akteur in seinem Theater.

Marketing: Der Betrieb muss so reizvoll sein, um möglichst kostenlos Berichterstattung und Werbung zu bekommen.

Graf Pfeils Unternehmensziele: Jeder spielt bewusst oder unbewusst eine Rolle. Auf Anforderungen unserer Zeit agieren. Auf das Umfeld positiv ausstrahlen. Wertschätzung. Altes bewahren. Nachhaltig wirtschaften.

Ein Blick nach Spanien


Um die Weinstraßen und Museumsprojekte in Spanien ging es dann in dem Vortrag von Rainer Brusis von innovamanagement in Barcelona. Rainer Brusis, seit 16 Jahren in Spanien, hat sich seit 2001 auch auf auf den Weintourismus spezialisiert. Axel Robert Müller moderiert ihn an mit einem Hinweis auf Kathedralen, die nichts mit Kirchen zu tun haben. Diese bekommen wir dann auch anhand vieler Fotos gezeigt, zum Beispiel: Frank O. Gehrys Bodega in Elciego, Norman Fosters Bodega in Castilla y Leon, Zaha Hadids Wein Pavillon in Haro und viele mehr.

Ich musste dann zur Kaffeepause um 15:15 Uhr schon gehen, verpasste also noch die Vorträge von Hans Dieter Niederprüm vom Tourismusverband Fränkisches Seenland (von der Bedeutung der E-Bike Mobilität für eine Tourismusregion) und den Abschlussvortrag von Miriam Fritsch und Olaf Seifert vom Tourismusverband Franken, die das Fränkische Weintourismuskonzept "Wein.Schöner.Land!" nach fünf Jahren als Erfolgsgeschichte vorstellten. Ja, das ist es wohl. Jetzt sollten wir uns aber auch neue Ziele setzen und diese angehen.

Samstag, 21. Mai 2011

Das Widget zum Kulturmanagementbuch

Wie bereits erwähnt, durfte ich für das Buch "Social Media im Kulturmanagement" ein Kapitel über den Einsatz von Social Media bei uns im Schloss beisteuern. Im Widget unten findet man eine Übersicht des Buchinhaltes sowie ein Probekapitel (das von Wolfgang Gumpelmaier zum Thema Crowdfunding).

In unserem Podcast schweinfurtundso.de, der im Buch auch Erwähnung findet, haben Florian Kohl und ich in unserer Folge vom 11. Mai kurz über das Buch gesprochen.

Der mitp Verlag schreibt über das Buch:

Dieses Buch basiert auf der Konferenz stART10, die sich mit aktuellen Möglichkeiten des Kulturmanagements in Zusammenhang mit dem Internet und Social Media beschäftigt. Von Grundlagen zum Einsatz von Social Media über Forschungsergebnisse bis hin zu konkreten Praxisbeispielen von Orchestern und Museen gibt dieses Buch einen umfassenden Einblick in PR-Möglichkeiten für Kultureinrichtungen.

- Praktische Grundlagen und aktuelle Forschungsergebnisse

- Erfolgreiche Social-Media-Strategien von Kulturbetrieben

- Ausblick auf die Herausforderungen an neue Geschäfts- und Finanzierungsmodelle

Dieses Buch gibt einen umfassenden Einblick in den aktuellen Stand der Entwicklung sowie Einsatzmöglichkeiten des Social Web im Kulturmanagement.

Sie erhalten eine Einführung in die wichtigsten Social-Media-Dienste und das Potential von Communities für Kulturschaffende. Praxisbeispiele einzelner, sehr erfolgreicher Social-Media-Strategien zeigen Ihnen, was sich mit dem Einsatz von Social Media heute erreichen lässt. Darüber hinaus wird in einigen theoretischen Abhandlungen die veränderte Kommunikation und Rezeption durch das Social Web im kulturhistorischen Kontext reflektiert. Und auch die veränderten Anforderungen an künftige Geschäfts- und Finanzierungsmodelle wie z.B. durch Crowdfunding werden detailliert erläutert. Zum Abschluss werden aktuelle Umfrage- und Forschungsergebnisse zum Einsatz von Social Media im Kultursektor vorgestellt.

Dieser Band basiert auf den wichtigsten Vorträgen der Konferenz stART10. Die stARTconference ist die erste Konferenz im deutschsprachigen Raum zum Thema Social Media im Kulturbereich. 2010 fand sie zum zweiten Mal in Duisburg statt. Kulturschaffende, Künstler, Kultureinrichtungen, Vertreter aus der Kulturwirtschaft und Social-Media-Experten diskutierten gemeinsam über das Potenzial des Web 2.0 im Kunst- und Kulturbereich.

Die Website zur stART: www.startconference.org.

Über die Herausgeber:

Karin Janner hat Kultur- und Medienmanagement an der HfMT Hamburg studiert und ist in Berlin freiberuflich als Kulturmanagerin, Beraterin für Marketing und PR und Trainerin/Workshop-Leiterin tätig. Ihre Schwerpunkte sind Online-Kommunikation und Social Media. Sie betreibt mehrere Blogs und hat 2009 gemeinsam mit Christian Holst, Frank Tentler und Christian Henner-Fehr die stARTconference ins Leben gerufen.

Christian Holst studierte an den Universitäten Lüneburg und St. Gallen Kulturwissenschaften und BWL. Von 2004 bis 2006 war er Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit am Oldenburgischen Staatstheater. Heute ist er in der Geschäftsleitung der euro26 Schweizer Jugendkarte AG tätig.

Axel Kopp studierte Angewandte Literatur- und Kulturwissenschaften an der TU Dortmund (B.A.) und Kulturwissenschaft und Kulturmanagement an der PH Ludwigsburg (M.A.). Während seines Studiums unterstützte er als Assistent das stART-Team. Seit 2011 ist er im Renitenztheater (Stuttgart) für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig.



Hier gibt es das Buch bei Amazon.

Montag, 16. Mai 2011

Das Abilene Paradox

Kommunikation ist etwas absolut Faszinierendes. Faszinierend, wenn sie gut funktioniert, aber auch spannend zu beobachten, wenn sie nicht funktioniert. In dieser Kategorie gibt es ein interessantes Paradox: "Das Abilene-Paradox ist ein Paradox, in dem eine Gruppe von Menschen sich kollektiv zu einer Handlung entschließt, die der persönlichen Präferenz jedes einzelnen Gruppenmitgliedes zuwiderläuft." (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Abilene-Paradox)

Das haben wir alle schon erlebt, oder? Man verabredet sich in der Gruppe, will zum Beispiel ins Kino. Jeder denkt, dass die anderen den "angesagten" Kinofilm sehen möchten, während man selbst eher den emotional ansprechenden Film sehen möchte. Irgendwann stellt sich raus: Die anderen wollten auch alle diesen Film sehen. Es traute sich nur niemand das zu sagen. Man nahm einfach an, alle wollten den Kassenreißer sehen.

Das "Abilene Paradox" kann nur eintreten, wenn wir selbst unsere ehrliche Meinung nicht kund tun. Es ist ein Beispiel einer "lose-lose Situation", also einer, in der jede/r Beteiligte verliert. Und das nur, weil man nicht aufrichtig und - wenn es sein muss mutig - kommuniziert.

Wie oft lassen wir Dinge zu, von denen wir selbst nicht überzeugt sind, nur weil wir denken der/die anderen wollen es so? Ich habe mich leider selbst hier und da dabei erwischt: Eine suboptimale Situation zulassen, obwohl man es eigentlich besser weiß. Am Ende stellt sich raus es haben alle nicht wirklich an den Erfolg geglaubt. Klar, dass dieser dann auch nicht eintreten kann.

Was ist (ein erstes) Fazit dieser Überlegungen?

1) Wenn man Zweifel an einem Projekt hat, sollte man diese auch äußern.
2) Sind die Zweifel groß, sollte man auch bereit sein - sogar gegen Widerstand - diese gegen eine (empfundene) Gruppenmehrheit durchzusetzen.
3) Seine eigenen Wünsche kategorisch unterzuordnen ist krankhaft. Was nicht heißt, dass wenn man wirklich überstimmt wird, man sich dem Gruppenwillen nicht beugen sollte.
4) stimme niemals einer Sache zu, nur weil Du denkst, die anderen wollen das so.

Naja, und jede Menge weitere möglichen Überlegungen. Welche habt *Ihr* zum Thema?!

Samstag, 14. Mai 2011

Der Elefant jagt den Drachen

Das ist das Motto der Indienwoche in unserem Hause, die am Mittwoch begann und noch bis Mittwoch kommender Woche andauern wird. Eine Fülle von Veranstaltungen hat der Organisator (Jens-Volker Haupt aus Volkach) sich ausgedacht und ins Leben gerufen.

Am morgigen Sonntag gibt es zum Beispiel einen Diavortrag von Daniel Wirth, der mit dem Motorrad von Volkach bis nach Kerala, der Südspitze Indiens gereist ist. Es folgt ein Vortrag des Würzburger Franziskanerpaters Dr. Klaus Bäuerle. Am Sonntagabend um 18 Uhr gibt es Jagdsaal des Schlosses dann ein Benefizkonzert zu Gunsten indischer Kinderheime. Zu allen Veranstaltungen ist der Eintritt frei. Spenden werden natürlich gerne entgegen genommen (alle an der Veranstaltungen beteiligten Vereine sind berechtigt Spendenquittungen auszustellen).

Das ausführliche Programm ist hier zu finden.

Freitag, 13. Mai 2011

Mai in Zeilitzheim



Wer das Original als PDF runter laden möchte (ca. 760 KB), kann dies noch begrenzte Zeit unter diesem Link tun.

Dienstag, 10. Mai 2011

Umwege, die ins Schloss geführt haben

Am 14. März habe ich ja schon mal einen Blogartikel den Suchbegriffen gewidmet, die Suchende zur Website des Schlosses führten. Es folgt eine Auffrischung dieser "Analyse".

marina von halem mutter

Ja, Marina von Halem ist eine Mutter. Sie ist sogar meine Mutter.

zeilitzheim barockschlösschen

Ja, das ist es. Ein Schlösschen. Ein Barockschlösschen. Die domain ist aber dennoch etwas weniger goldig: barockschloss.de

aufflug in Franken

Ich hoffe der Suchende ist nicht ganz aufgeflogen.

barockt teich

Rocken? Am Teich? Yeah, baby!

brünnstadt nach links

Ich hoffe, dass diese Person dann aus Gerolzhofen kam, denn dann findet sie beim Abbiegen in Brünnstadt nach links tatsächlich Zeilitzheim.

christliche hotels gastgeber würzburg

Nicht ganz. Aber nah genug. Auch Christen sind uns immer herzlich willkommen.

essen -essen gehen

Hier verwendet jemand die höhere Kunst der booleschen Suchbegriffsparameter an. Viele Ergebnisse, die sowohl das Wort "essen" beinhalten, als dieses auch ausschließen, dürfte es aber nicht geben. Zum Schloss findet man so aber wohl dennoch.

elefant jagt drachen

Ja, hier sind Sie bei uns richtig! Der Elefant jagt tatsächlich den Drachen und zwar während der Indischen Woche im Schloss vom 11.-18. Mai 2011.

faxgeräte mit schloß

Wer hat eigentlich noch ein Faxgerät? Und wozu dieses abschließen? Ich bin jedenfalls drauf und dran unser Faxgerät abzuschaffen bzw. auszustöpseln. Spätestens wenn ich wieder neues Briefpapier drucke ist es dann soweit für diesen überfälligen Schritt.

hinweis auf pünktlichen beginn der veranstaltung

Naja, manchmal fangen die Konzerte auch 5 Minuten später an. Aber meist doch recht pünktlich. Habe ich auf der Website irgendwo darauf hingewiesen? Ja, tatsächlich! Folgendes steht in der FAQ zu den kulturellen Veranstaltungen: "Wie lange vor Beginn der Veranstaltung muss ich denn erscheinen? Wenn Sie eine Sitzplatzreservierung durch Vorauszahlung des Eintrittspreises haben, genügt es in der Regel ca. 15 Minuten vor planmäßigem Beginn der Veranstaltung im Schloss anzukommen, um ggf. seinen Mantel aufzuhängen und seinen Platz zu finden. Wenn Sie Ihre Karten an der Abendkasse kaufen möchten, empfiehlt sich eine Ankunft von 20-30 Minuten vor planmäßigem Beginn der Veranstaltung. Diese beginnen meist pünktlich. Sollten Sie zu spät kommen, warten Sie bitte bis zur Pause, oder bis mal geklatscht wird, bevor Sie in den Veranstaltungssaal kommen."

schloss spiele für kinder

Hereinspaziert! Ich habe da genau das Richtige für Sie... http://barockschloss.de/spiel.html

welches schloß ist von der a70 zu sehen?

Unseres eigentlich nicht. Ausser man hat Adleraugen.

zeiletzheim, zeilidsheim, zeilirzheim, zeilitzheuim, zeitlitzheim

Alles Schreibweisen von Zeilitzheim die zeigen, dass dies doch ein recht schwieriger Ortsname ist für viele Menschen.

katalin von halem

Wer googlet da nach meiner Frau?!

Foto: Enegriesparbirne (gesehen in Zeilitzheim)

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Montag, 9. Mai 2011

ich (in 120 sekunden)

Naja, spätestens zum Jahresende darf ich diese Präsentation wieder überarbeiten, denn ich bin schon wieder mal wo ausgetreten. Zum 31.12.2011.



Update vom 13.5.11: Ich habe die Präsentation bereits durch eine aktuellere Version ersetzt.

Kurzpräsentation...

Freitag, 6. Mai 2011

Social Media im Kulturmanagement

Für das Buch "Social Media im Kulturmanagement: Grundlagen, Fallbeispiele, Geschäftsmodelle, Studien" durfte ich einen an meinen Vortrag auf der stARTconference angelehnten Artikel beisteuern. Das Buch ist kürzlich erschienen und ist schon heute (vorübergehend) in der Kategorie Kulturmanagement in der Rubrik Business & Karriere, Management bei Amazon auf Platz 1 der Bestsellerliste zu finden. Das freut mich (und bestimmt auch die Herausgeber Karin Janner, Christian Holst und Axel Kopp) natürlich sehr!

Es gibt viele interessante Beiträge in dem Buch und ich werde selber noch oft darin quer und immer wieder lesen.

Besonders spannend finde ich natürlich auch den Beitrag von Karin Drda-Kühn und Alexander Marschall, die ich im letzten Jahr auch auf der stARTconference kennen lernen durfte. "Mut zum Experiment – soziale Netzwerke als Chance für den Kulturtourismus im ländlichen Raum" lautet ihr Beitrag. Ja, es scheint leider schon so zu sein, dass wenn im ländlichen Raum soziale Netzwerke genutzt werden, dies eher als Experiment (ein mutiges, noch dazu) angesehen wird. Mit dem Kulturtouristischen Netzwerk Altenkirchen zeigen Karin Drda-Kühn und Alexander Marschall, dass solche Projekte selbst im ländlichen Raum erfolgreich sein können. Sie legen aber auch Finger in Wunden, die gerne triefend eitrig hinter unauffälligen Verbänden und langen Ärmeln versteckt werden: "Auch wenn längst klar ist, dass die traditionellen Kommunikationsmedien (Hochglanzbroschüren, großzügige Messebeteiligungen, perfekte Homepages und Buchungsportale) keine Erfolgsgarantie mehr sind, um Menschen für Urlaubsregionen zu begeistern, ist das Beharrungsvermögen bei Budgetverantwortlichen immens." Wie wahr. Wie wahr.

Jede/r, der/die sich in der sogenannten "Kulturwirtschaft" bewegt, sei dieses Buch empfohlen, alleine schon, weil es einen schönen Querschnitt der stARTconference des vergangenen Jahres gibt. Vielleicht komme ich noch dazu, über das eine oder andere Kapitel näher zu berichten, aber: selber lesen macht glücklich (ich verdiene übrigens nichts an dem Buchverkauf). Mein Beitrag im Buch (Kapitel 14, Seiten 313-327) befasst sich mit dem Einsatz von Social Media bei uns im Schloss Zeilitzheim.

Foto: Teil des modularen Gemeinschaftskunstwerks, das Christof Breidenich und Team im Rahmen der stARTconference 2010 schufen (es hängt jetzt bei uns in Zeilitzheim).

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Mittwoch, 4. Mai 2011

Enkelkinder

Schlossblogbeitrag von Marina v. Halem

Alle vier Enkeltöchter wachsen zweisprachig auf. Klara und Leana in Brno, Tschechien, sprechen deutsch und tschechisch, Katharina und Isa in Zeilitzheim deutsch und ungarisch. "Liebe Amama", schreibt die 7jährige Leana, die in Brno in die Schule geht, "ich habe mich sehr über deine beiden briefe gefrojt. Zehr gerne würde ich nochmal aine pferde ku´cen fat machen" (Das bezieht sich auf unsere einwöchige Planwagenfahrt im letzten Sommer)....." Wir famisen dich auch zehr..."

Isa, Katharina und ich sind oft im Garten. Immer wird "gekocht" und gegessen:  zerrupfte Blättchen, Gänseblümchen, Steinchen. Ist kein Teller oder Becher vorhanden, leistet ein Häufchen Gras Ersatz, ein Stöckchen ist die Gabel. Ist das Spiel zu Ende - schwups, wird das Gras in alle Winde gefegt. Spielzeug ist wirklich nicht nötig; Mutter Natur liefert alles.

Bollerwagen

Montag, 2. Mai 2011

Barockschloss - Das Spiel (Interview)

Kürzlich gab ich Karin Janner von Spieltz! ein kurzes Interview zum Barockschloss-Brettspiel. Das Interview mit einem schönen Foto des Spiels von Karin gibt es im Spieltz-Blog.

Foto: Spielsachen.

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