Montag, 31. Januar 2011

Wenn Du mal nicht weiter weißt, gründe einen Arbeitskreis!

Werkzeuge für die Zusammenarbeit Online



Und bist Du erst im Arbeitskreis, müssen natürlich jede Menge Sitzungen (Neudeutsch: Meetings) her. Aber mal im Ernst: Vieles an Vereins- oder Verbandsarbeit ist sehr zeitraubend. Oft sitzen Leute in Meetings herum, um stundenlang Themen zu diskutieren, von denen nur wenige auch wirklich alle Anwesenden berührt. Bei zehn an einem Meeting teilnehmenden Personen stellt jede Stunde zehn Stunden Zeitaufwand dar (ganz zu schweigen von den An- und Abfahrtszeiten und der obligatorischen Verzögerung, mit der Sitzungen so oft anzufangen scheinen).

Mit ein wenig Disziplin lassen sich viele Dinge jedoch kollaborativ, also gemeinschaftlich online abarbeiten. Viele Themen können sogar derart behandelt werden, dass am Ende ein vorzeigbares Dokument mit den Ergebnissen (ein Protokoll, sozusagen) veröffentlicht werden kann. Treffen kann und sollte man sich dann immernoch ab und zu. Bei diesen Treffen kann man sich dann aber zeitsparend mit solchen Themen beschäftigen, die wirklich auch alle Anwesenden betrifft. Und das ist wirklich keine Utopie mehr.

Es gibt eine Reihe von Werkzeugen, die ich in letzter Zeit zunehmen (und erfolgreich) nutze, um mit Gleichgesinnten in verschiedenen Gremien und Gruppierungen an gemeinsamen Projekten zu arbeiten. Von manchen dieser Gremien würde ich mir jedoch noch mehr online-Zusammenarbeit wünschen. Hier die absoluten Top-3 meiner Lieblingswerkzeuge in diesem Bereich:

Dropbox



Dropbox verwende ich nun schon länger, auch geschäftlich. Die Dropbox ist ein Ordner am eigenen Rechner (Betriebssystem ist egal), der mit seinen anderen Rechnern und einem in der "Wolke" synchronisiert wird. Somit hat man gleichzeitig immer ein oder mehrere Backups seiner Arbeit. Kollaborativ wird das, wenn man bestimmte Unterordner anderen dropbox-Nutzern freigibt. Wir haben Dropbox zum Beispiel schon erfolgreich zur gemeinsamen Bearbeitung von Tabellen mit Veranstaltungshinweisen über drei verschiedene Tourismusbüros benutzt. Allerdings kann man hier nicht gleichzeitig an einem Dokument arbeiten.

typewith.me



Google kaufte die Firma EtherPad, um das Werkzeug in das inzwischen (so gut wie) eingestellte Google Wave einzubinden. Glücklicherweise blieb ein Kern des Dienstes jedoch als open-source Code bestehen. Chris Pirillo und Jake Warner haben daraus typewith.me gebastelt. Mit diesem Werkzeug kann ich in Sekundenschnelle öffentliche Dokumente erstellen, an denen andere mitarbeiten können. Sie brauchen dazu lediglich den Link zum jeweiligen Dokument. Eine Anmeldung ist dazu nicht erforderlich. Man kann jedoch seinen Namen im jeweiligen Dokument eintragen, was bewirkt, dass Änderungen im Hauptdokument farbcodiert angezeigt werden. Bis zu 15 Nutzer können so gleichzeitig an einem Text arbeiten und sich nebenbei auch per Chat austauschen, so dass man das "Rauschen" aus dem Dokument heraus halten kann. Veränderungen am Dokument kann man sich über einen Zeitschieber anzeigen lassen

Doodle



Wer hat schon mal für eine Gruppe einen gemeinsamen Termin finden müssen? Früher ging das so: Man schreibt alle mit Vorschlägen an, wartet auf die Rückmeldungen und muss x mal hin und her vermitteln, bis ein für möglichst viele in der Gruppe geeigneter Termin gefunden ist. Heute gibt es Doodle. Einfach bei Doodle eine neue Abfrage starten (das geht auch ohne Anmeldung; will man jedoch eine E-Mail erhalten wenn andere an der Umfrage teilnehmen, sollte man seine E-Mail Anschrift angeben und erhält somit auch Administrator-Zugang zum jeweiligen Doodle. Für die Umfrageteilnehmer ist das nicht erforderlich). Man kann nun also verschiedene Tage und für diese auch verschiedene Uhrzeiten zur Wahl stellen. Die per Link eingeladenen Nutzer signalisieren nun, welche der vorgeschlagenen Termine bei ihnen gehen würden. Der Termin mit der größten Übereinstimmung sticht dann auch optisch hervor. Dies eignet sich auch als Abstimmungstool für Sloganwettbewerbe oder Rückmeldungen zu Ideen mit verschiedenen Optionen (Wahl eines Hauptgangs bei einem Seminar, zum Beispiel).

Oft höre ich von Freunden, die solche Onlinekollaborationswerkzeuge noch nicht nutzen, sie hätten dafür keine Zeit. Wenn ich aber vergleiche, wieviel Zeit in Meetings vergeudet wird, frage ich mich, was da zeitaufwändiger ist. Wer von Euch hat diese Werkzeuge schon benutzt? Was haltet Ihr davon? Was kennt Ihr für Alternativen?

Samstag, 29. Januar 2011

Tränengas - eine persönliche Erinnerung

Bei den ganzen Übertragungen aus Ägypten durch Al Jazeera, bei denen immer wieder gezeigt wird, wie Tränengas in die Menge geschossen wird, erinnere ich mich an eigene Erfahrungen mit Tränengas. Während der Panzeroffiziers- und Spähtruppführerausbildung der U.S. Army in Kentucky, USA, hatte ich einmal die freudige Gelegenheit bei den Übungen zum Gasangriff die Position des „loader“ inne zu haben. Diesem fällt die dubiose Aufgabe zu nach einem Gasangriff zu testen, ob die Luft rein ist. Das geschieht durch verschiedene Messmethoden. Ist man sich dann ziemlich sicher, dass die Gefahr verflogen ist, ist der letzte Schritt der, dass der Lader, neben dem Fahrer der dienstunterste auf dem Panzer und vor allem auch der beweglichste, die Gasmaske ausziehen muss und das lebendige Versuchskaninchen zum Testen der Luft ist. Diesem nimmt man aber vorher seine Waffe weg. Seit diesem praktischen Versuch weiß ich auch warum: Die Übung fand in einem Tal statt, in dem sich das Tränengas schön in Bodennähe gesammelt hatte und auch den Panzer und sein Umfeld noch gut umhüllte. Wäre es wirklich gefährlicheres Gas gewesen, hätte ich bei diesem gezwungenem Versuch, der mir viel zu lange andauerte, vielleicht auch zur Waffe gegriffen. Jedenfalls weiß ich nun wie es ist scheinbar alle vorhandene Körperflüssigkeit aus den verschiedenen Gesichtsöffnungen zu verlieren und kann den Demonstranten hier in diesem Punkt nachempfinden.

Übungen mit Tränengas gab es übrigens beim amerikanischen Militär jährlich. Man wurde bei diesen aber immer wesentlich kürzer nur dem Gas ausgesetzt. Diese Versuche dienten in erster Linie dazu Vertrauen in sein Equipment, also in seine Maske zu bekommen. Man saß längere Zeit mit Maske in der Tränengaskammer, um kurz vor dem Verlassen dieser die Maske auszuziehen und so zu erfahren, was die Maske die ganze Zeit abgewehrt hatte. Überzeugend.

Wir amerikanischen Soldaten und Offiziere haben jedenfalls nie verstanden, warum deutsche Truppen Bärte tragen dürfen, weil diese keinen ordentlichen Verschluss der Gasmaske am Gesicht erlauben. Aber die Deutschen üben wohl nicht im täglichen Geschehen mit ABC-Waffen-Kleidung. Ich fand das Herumschleppen der Gasmaske und der mit Kohle gefütterten Anzüge auch immer als sehr lästig. Zum Glück musste ich sie nie im Ernstfall einsetzen. Ausser mit Tränengas, was unschön genug ist.

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Mittwoch, 26. Januar 2011

schweinfurt und so

Unsere zweite Podcastfolge war die offizielle Nummer Eins. Schön war es. In den Räumlichkeiten des Revista Verlags in Schweinfurt nahmen wir bei Florian Kohl die erste richtige Folge mit unserem Interviewgast, dem Schweinfurter Citykirchenpfarrer Heiko Kuschel auf.

Näheres gibt es bei http://schweinfurtundso.de/schweinfurt-und-so-ausgabe-01-missionar-im-auslandseinsatz und voraussichtlich morgen in einem "iTunes near you"!

Dienstag, 25. Januar 2011

Coworking Würzburg

Gestern war ich bei der Eröffnung der neuen Coworking Büroräume in Würzburg. Ich wünsche allen Beteiligten viel Erfolg! TV-Touring hat einen Fernsehbeitrag dazu gedreht.

Anschließend fand dort der 6. WebMontag Würzburg statt, bei dem ich storify.com vorstellte.

Dienstag, 18. Januar 2011

An jeder Ecke eine Geschichte

Kultur lebendig werden lassen mit Geschichte(n)



Das Thema Storytelling beschäftigt mich ja schon länger. Seit Jahren versuche ich vor allem meine KollegInnen in Gastronomie und Hotellerie davon zu überzeugen auch online Geschichten zu erzählen, zum Beispiel in Blogs. Denn gerade Gastgeber haben doch so viele spannende, lustige und nachdenkliche Geschichten zu erzählen. Ein Wirtshaus ohne erzählenden Wirt ist schließlich nur ein halbes Wirtshaus. Und wenn ein Wirt am Gasttisch erzählen kann, warum nicht auch im Netz?

Und jetzt ist das Thema Storytelling überall zu finden. Während des InnovationCamp im Bayerischen Wald erhielt ich eine Einladung zu einem Storytelling Abend, an dem ich leider nicht teilnehmen kann, weil just an diesem Tag unser Regionalpodcast Schweinfurt und so mit Interviewpartner CityKirchenpfarrer Heiko Kuschel aufgezeichnet wird. Auf dieses Gespräch freue ich mich nämlich auch schon lange.

Und gestern flatterte mir die Einladung zum diesjährigen Unterfränkischen Netzwerktag für (Anbieter) erlebnisorientierter Angebote (ErlA-Tag), ins Haus. Thema: "Erzähl mir was!" - Seminar zum freien mündlichen Erzählen mit Dr. Norbert J. Kober von der Goldmund Erzählakademie.

Auch die diesjährige stARTconference in Duisburg wird sich mit der Kunst des digitalen Erzählens, insbesondere mit transmedia storytelling beschäftigen.

Manchmal ist es so, dass einem Themen nur deswegen verstärkt auffallen, weil man sich damit beschäftigt. In diesem Fall glaube ich jedoch, dass das Thema "Geschichten Erzählen" wirklich an Bedeutung gewinnt, weil es uns im Wesen trifft. Das Thema ist keineswegs neu, aber wir Menschen finden - vielleicht aufgrund der immer größer werdenden Flut an oberflächlichen Informationen - nun wieder Zugang zu diesem Medium, das uns zu berühren und bewegen vermag. Geschichten erlauben einen direkten Zugang zu persönlichen Erfahrungswelten. Durch Geschichten begreifen wir emotional, was uns vermittelt wird. Auch das Erzählen von Geschichten bereitet Freude.

Durch Geschichten und Anekdoten werden Sachverhalte und Informationen lebendig. Ein Beispiel: Am 5. März findet bei uns ein Konzert des Duos Christian Mattick (Flöte) und Mathias Huth (Klavier) statt. Sie spielen Werke von Beethoven, Mozart und Schubert. In unserem gedruckten Jahresprogramm und der online Version auf unserer Internetseite liest sich das so: "Christian Mattick, Flöte, und Mathias Huth, Klavier, vom Bayerischen Kammerorchester Bad Brückenau spielen Beethoven: Serenade D-Dur op. 8, Mozart: Sonate für Klavier und Violine A- Dur KV 526, Mozart: Andante C-Dur KV 315 und Rondo D-Dur KV Anh. 184, Schubert: Introduktion, Thema und Variationen über das Lied "Trockne Blumen" D 802." Spannend, nicht? Interessant wird das alles aber, wenn wir ein wenig tiefer gehen und die Geschichten, die hinter diesen Informationen stehen, enthüllen, wenn wir tiefer graben und diese Geschichten erzählen.

Nehmen wir mal Schuberts Variationen über das Lied "Trockne Blumen". Es ist ein Lied aus dem Zyklus "Die schöne Müllerin", den Schubert im November 1823 fertig schrieb. Warum hat sich Schubert ausgerechnet dem 18. Lied aus diesem Zyklus näher gewidmet? Es handelt sich um Variationen des Liedes für Flöte und Klavier, weshalb wir es nun vom Duo Mattick & Huth hören werden. Er schrieb es wohl für oder in Gedanken an seinen Freund, dem Flötisten Ferdinand Bogner (Quelle). Die Variationen wurden aber nicht zu Schuberts Lebzeiten veröffentlicht und wohl auch nicht aufgeführt. Wenn wir dieses Werk hören, verändert sich unsere Auffassung, wenn wir uns vor Augen führen, dass Schubert seit 1822 wegen Syphyllis behandelt wurde mit Quecksilber, das ihn sicherlich auch vergiftet hat und er 1828 im jungen Alter von 31 starb? Hören oder sehen wir diese Musik anders, weil wir wissen, dass sie erst posthum veröffentlicht wurde? Können wir in den Variationen des Liedes, das hier mit Flöte und Klavier statt mit Gesang und Klavier zum Ausdruck gebracht wird, den Liedtext von Wilhelm Müller erahnen? "Ihr Blümlein alle, Die sie mir gab, Euch soll man legen mit mir ins Grab...".

Es ließen sich noch viele Geschichten über Schubert, diesen Liedzyklus und über die anderen Komponisten und Werke, die am 5. März bei uns aufgeführt werden, erzählen. Verbunden mit Bildern, die dadurch im Kopf entstehen, oder Bildern, die wir dazu reichen, werden diese lebendig. Ich habe begonnen, diese in einer storify Geschichte, die später hier im Blog eingebettet wird, zu sammeln.

Hier zwei Fassungen des Liedes, einmal aus der "schönen Müllerin" und einmal in der Variation für Flöte (Teil 1):



Sonntag, 16. Januar 2011

Innovative Wege gehen im Tourismus

Das InnovationCamp 2011 im Bayerischen Wald



Ich verbrachte das Wochenende im Bayerischen Wald im Dienste der Innovation. Inter Change Concept hatte ein BarCamp für "zukunftsorientiert denkende Hoteliers, Marketing- und Produktverantwortliche im Freizeit-, Kultur-, Sport- und Tourismusmarkt sowie Destinationsmanager/innen aus Regionen im deutschsprachigen Raum zum Ideenaustausch" organisiert: Das InnovationCamp. Mit von der Partie seitens ICC waren Andreas Dittlmann, Susanne Volz und Prof. Dr. Thomas Mohrs.

Gastgeber Andreas Dittlmann ging bei der Begrüßung auf meinen Blogartikel im Vorfeld des Barcamps ein. Dieser Artikel scheint wohl leider der einzige gewesen gewesen zu sein, der sich bewusst schon vor dem Treffen mit der Thematik befasste, wenn auch nur kurz. Während des Barcamp machten jedoch alle gut mit und diskutierten offen und fair über mögliche Innovationen vor allem in den Bereichen Kultur und Tourismus. Es gab auch Sessions zu Sport/Outdoor, von denen ich jedoch nicht berichten kann, weil ich nicht daran teilgenommen hatte.

Wir diskutierten viel über Megatrends, noch mehr aber über Microtrends. Oliver Puhe von TrendONE spielte mit Teilnehmern des Camps das RadicalGame und auch in anderen Sessions und Diskussionen waren Ergebnisse aus der Trendforschung immer wieder ein Thema. Oliver, der bei TrendONE für das Reisesegment zuständig ist, ließ mich auch im Trendbook2012 blättern. Ein faszinierendes Werk, das ich mir jedoch nicht ganz leisten kann. Ich empfehle es jedem, der sich für dieses Thema interessiert.

Eine Diskussion, an der ich mich beteiligte, betraf die Divergenz zwischen Kunst/Kultur und wirtschaftlichem Denken, provokativer Arbeitstitel: Kunst - Wirtschaft - Kommerz. Wir diskutierten über die Kreativwirtschaft,ein unter Künstlern mitunter umstrittener Begriff. Die Mischung aus Künstlerin, Beratern, Forschenden, Aktivtouristikern, Erfindern und mir als Kulturveranstalter fand einen überraschenden Konsens über den ich vielleicht noch separat hier im Schlossblog etwas schreibe. Die kleine Gruppe wird sich jedenfalls aller Voraussicht nach zumindest in Teilen weiterhin austauschen.

Interessante Sessions waren auch "Die Märkte sind weiblich" über einen wichtigen Megatrend unserer Zeit und die Vorstellung des Kreativprozesses bei der Österreichwerbung.

Alexandra Graßler stellte verschiedene Sessions zur Auswahl. Leider wurde die Session über Entscheidungsfindung nicht oder zumindest nicht am ersten Tag auf den Veranstaltungsplan gehievt. Dafür nahm eine sehr große Zahl der Anwesenden am Nachmittag an ihrer Session zu Drehbuch und Storyboard bei der Erstellung von Präsentationen teil. Ich hatte diesen Vortrag ja schon beim KnowledgeCamp in Passau gehört. Mangels Beteiligung an der parallel laufenden Session, die ich eigentlich besuchen wollte über Methoden zur Nachhaltigkeit in kreativen Prozessen, hörte ich mir diese als noch einmal an. Ich hatte im Oktober bereits ausführlich einen Blogartikel über Alexandras Ansatz geschrieben, der momentan der am meisten gelesene Artikel im Blog ist.

Der Medienpädagoge Jürgen Ertelt gab einen guten - wenn aus organisatorischen Gründen bedingt auch recht kurzen - Überblick über verschiedene Dienste rund um location-based services, augmented reality und QR-Codes, allesamt Themen, mit denen ich mich auch intensiv beschäftige. Deshalb wollten wir eigentlich auch eine gemeinsame Brainstorming Session zu dem im vorbereitenden Blogartikel erwähnten Möglichkeiten der Verschmelzung von Online und Offline halten. Zu diesem kam es aus Zeitgründen leider nicht mehr.

Die Party im kultigen Cafė Gloria bei der noch kultigeren Gloria Gray, die auch persönlich live auftrat und sang, bildete den Abschluss des ersten Tages, der für mich krankheitsbedingt leider auch der letzte Tag des Barcamps werden musste. Mit Halsschmerzen setzte ich mich am Sonntagmorgen in den Zug. Ich hätte ohnehin nur etwa eine Stunde des Camps noch miterleben können. Umso mehr würde ich mich darüber freuen, wenn auch andere CampteilnehmerInnen noch darüber bloggen würden.

Mein persönliches Fazit:



Barcamps ermöglichen Dank ihrer unkonventionellen Struktur einen sofortigen Einstieg in die jeweilige Materie mit Experten auf Augenhöhe. Die Unterhaltungen mit und Beziehungen zu interessanten Menschen auch außerhalb der Sessions ist das, was BarCamps besonders wertvoll macht.

Neben einer Beobachtung der inzwischen oft weithin bekannten Megatrends sollten innovative TouristikerInnen sich gerade auch mit den Microtrends beschäftigen. Gerade bei diesen liegen die größten Potentiale für einen kreativen und nachhaltigen Marsch in die Zukunft.

In der Tourismusbranche liegen diejenigen, die sich auf kommunaler Ebene mit dem Thema beschäftigen, oft noch weit hinten, was innovatives oder gar zeitgemäßes Denken betrifft. Zu groß sind die Fesseln seitens der Politik und zu gering ist die Bereitschaft Neues zu probieren. In Österreich scheint man dieses Problem jedoch kaum zu haben. Immer wieder bin ich positiv überrascht von unseren österreichischen Nachbarn aus der Tourismusbranche. Bei uns hören wir von Vertretern touristischer Destinationen, das man zwar wisse, dass Social Media und die verwandten Microtrends wie augmented reality, location-based services etc. wichtig sind, dass man dafür aber keine Zeit habe. Für mich und viele Teilnehmer des InnovationCamps stellt dies eine unhaltbare Einstellung dar, denn: Wenn man schon weiß, das etwas wichtig und richtig ist, und es dennoch nicht tut, ist einem nicht zu helfen.

Ein herzliches Dankeschön an unsere Gastgeber von ICC hier im verwackelten Foto: Andreas Dittlmann, Susanne Volz und Prof. Dr. Thomas Mohrs.

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Mittwoch, 12. Januar 2011

Online und Offline verschmelzen lassen

Kratzen an der Dichotomie



Es wurde nun schon mehrfach darauf hingewiesen, dass das InnovationCamp im Bayerischen Wald, zu dem ich am kommenden Wochenende fahre, ein "offline" Barcamp ist. Darauf muss wohl deshalb gesondert hingewiesen werden, weil Barcamps oft eine starke Anbindung an das Netz haben. Es geht zwar nicht zwingend um online-Themen, aber man vernetzt sich untereinander oft schon im Vorfeld, twittert fleissig während der Veranstaltung und hält Kontakte im Nachhinein möglichst über das Netz aufrecht.

Eine Internetverbindung während eines Barcamps zu haben ist vor allem praktisch, um einen Livestream anbieten zu können, durch den auch andere an den Themen interessierte Menschen am Geschehen teilnehmen können. Twitter ermöglicht externen Beobachtern dann sich ins Geschehen einzubringen durch Kommentare und/oder Fragen an die Anwesenden. Mittels eines "Hashtags" werden die Tweets zur jeweiligen Veranstaltung dann gesammelt und mittels Twitter Client oder Twitterwall sichtbar gemacht. Ich habe das zum Beispiel aus Aussenstehender gut nutzen können beim Hotelcamp, wo ich aus der Ferne zumindest die Zusammenfassungen der Sessions bekam und per Twitter Rückfragen stellen konnte und mich so in den Dialog mittels "Ferndiskussion" einbringen konnte. Auf diese Aspekte müssen externe Beobachter, wegen der fehlenden Internetanbindung im Haus zur Wildnis mitten im Bayerischen Wald, beim InnovationCamp verzichten. Für uns Teilnehmer bedeutet es jedoch vielleicht noch mehr Fokussierung auf die Themen und die Menschen vor Ort.

Wenn es schon ein offline Barcamp ist, liegt es nahe, sich auch mit offline Themen zu beschäftigen. Ich sehe ja selbst keinen Widerspruch zwischen on- und offline sondern sehe in beiden (und allem dazwischen, darunter und darüber) ja lediglich verschiedene Ebenen und Kanäle. Mir ist aber bewusst, dass viele hier bewusst eine Dichotomie sehen (wollen). Ich möchte mir daher verstärkt Gedanken darüber machen, wie wir in der Kulturwirtschaft und im Tourismus die Grenzen zwischen online und offline abbauen können und Schnittstellen zwischen beiden Welten herstellen können.

Das Einfachste wäre sich Gedanken darüber zu machen, wie man Offlineprodukte online bringen kann (zum Beispiel Kataloge touristischer Destinationen ins Netz stellen) oder online Aktivitäten offline darzustellen (Ergebnisse aus Crowdsourcing offline zeigen, Onlinenetzwerke offline sichtbar machen). Das alleine scheint mir jedoch noch nicht genügend interessant. Was können wir tun, um wirklich Vernetzung von online und offline zu erzielen?

Gerade im Bereich des Tourismus, bei dem es meist um Destinationen mit klarem, unverwechselbarem Charakter geht, ist eines der Ziele der Regionalentwickler die Verbundenheit der Urlauber mit der Region auch nach dem Urlaub zu halten. In der Wirtschaft würde man dies Kundenbindung nennen. Im Tourismus hat dies aber weniger mit "Bindung" als mit emotionaler Identifizierung mit einer Region zu tun, die einen eben dazu animiert wieder zu kommen und diese Emotionen wieder aufleben zu lassen und neue Facetten der Region kennen zu lernen. Im besten Fall trägt diese Identifikation mit einer Region natürlich auch dazu bei, dass man sie Freunden als Urlaubsziel empfiehlt.

Im letzten Jahr habe ich ja das Brettspiel zum Schloss entwickelt, das - bis auf seine Entstehungsgeschichte als crowdgesourcte Idee - ein reines Offlineprodukt ist. Was könnten wir im Bereich Spieleentwicklung tun, um die beiden Welten zusammen zu bringen? Eine Idee dazu wäre in ein Spiel, das wir zu einem Unternehmen oder einer Region erstellen, mittels QR-Codes ein online-Spielelement hinein zu bringen. So könnten wir zum Beispiel auf Ereigniskarten QR-Codes abbilden, die beim Abfotografieren mit dem Smartphone automatisch einen Link zu eine Webseite mit weiterführenden Informationen oder Aufgaben führt. Noch spannender wird das, wenn sich diese Inhalte im Netz immer wieder mal automatisch (oder auch je nach gegebenem Anlass in der "realen Welt") aktualisieren. Somit würde das Spiel Dank des interaktiven Elements immer wieder von Neuem spannend.

Eine weitere Idee, die mir dazu kommt, ist die Schaffung von interaktiven Spielen und Welten, die auf die Destination Bezug nehmen. Der Nationalpark Bayerischer Wald könnte zum Beispiel subventionierte Bausätze für Lego, PlayMobil oder ähnliches Spielzeug herstellen, die durch ein klares Branding den Bezug zur Destination herstellen. Mittels Comics und/oder Geschichten, wie wir sie noch von Lurchi, dem Salamander, her kennen, können diese Spielwelten für die Kinder (auch große Kinder) auch nach dem Besuch immer wieder von Neuem zum Leben erweckt werden. Für ganz große Kinder böte sich hier statt Lego etwas an, das maßstabsgetreu bei Spielzeugeisenbahnen, wie man sie von Märklin und Co. her kennt, umgesetzt werden könnte. Auch bei diesen Dingen könnte dann das interaktive Element mittels QR-Code eingesetzt werden, und wenn es nur ein Link auf die Facebookseite des Nationalparks wäre.

Klingt alles zu umständlich? Mag sein. Sicherlich gibt es Dinge, die sich leichter umsetzen ließen. Deshalb darf mir auch jeder gerne noch ein paar Ideen zusenden. Was habt Ihr schon erfolgreich umgesetzt? Oberstaufen's frühzeitiger Einsatz von Google StreetView ist hier sicherlich eines der besten Beispiele für die Verschmelzung von online und offline. Oder was würdet Ihr Euch als Gast einer touristischen Destination in dieser Hinsicht wünschen?

Sonntag, 9. Januar 2011

Sesshafter Weltenbummler

In der gestrigen Samstagsausgabe der Main Post erschien ein sehr wohlwollender und vorteilhafter Artikel der Lindacher Autorin Julia Knetzger über mich. Sie hatte um ein Gespräch gebeten, wollte mich porträtieren. Da mache ich doch gerne mit! Wer den Artikel mit der Überschrift "Vom Weltenbummler zum Schlossherrn" lesen möchte: er ist wohl nur noch wenige Tage online zu finden bei der Main Post, bevor er im Archiv der Main Post verschwindet und nur noch Zeitungsabonnenten zugänglich sein wird.

Ich danke Julia Knetzger für das nette Gespräch und für den sehr schmeichelnden Artikel in dem sie sich vorrangig mit meiner Sicht auf den Adel beschäftigt, aber durch ihre Fragen in mir auch Erinnerungen an meine Kindheit wachgerüttelt hat und auch ein Nachdenken über solch große Themen und Begriffe wie "Heimat" (sanft) losgetreten hat. Ein Ventil für solche Überlegungen ist ja mein Buchprojekt "Bockbier und Barock", für das ich mir jedoch keine zeitlichen Fesseln auferlege.

Die Journalistin, die selbst schon weit gereist ist, beschäftigt sich im Artikel mit meinem der Anstellung meiner Eltern beim Goethe Institut verdankten bunten Geschichte ("auf drei Kontinenten groß geworden"). Die Internationalität unserer Familie ist schon ein wenig verrückt. Und ich denke bei dem Wort "verrückt" meist an die positiven Assoziationen. Der Zugang zu verschiedenen Ländern und Kulturen ermöglicht oft eine neue, eine andere Sichtweise auf die Dinge, die einem sonst klar zu sein scheinen. Auch die Betrachtung gleicher Sachverhalte mittels verschiedener Sprachen bringt oft eine verrückte Sicht mit sich (ich selbst bin in den Sprachwelten Deutsch und Englisch gleichermaßen zuhause). Mir hat das immer geholfen und gut getan. Kati und mir war daher sehr wichtig, dass unsere Töchter Katharina und Isa mit Deutsch und Ungarisch auch zweisprachig aufwachsen.

Ich bin nun jedoch, wie Julia Knetzger in ihrem Artikel schreibt, schon seit 13 Jahren wieder sesshaft geworden hier in Zeilitzheim. Um mir dennoch einen verrückten Blick auf das eigene Leben und auf unsere Arbeit in und mit dem Schloss zu haben, besuche ich in der stilleren Jahreszeit nun verschiedene Barcamps, auf denen ich mir frische und andere Sichtweisen verspreche. Am kommenden Wochenende werde ich tief im Bayerischen Wald im "Haus zur Wildnis" das InnovationCamp besuchen, bei dem der Veranstalter etwa 80 TeilnehmerInnen, alles "zukunftsorientiert denkende Hoteliers, Marketing- und Produktverantwortliche im Freizeit-, Kultur-, Sport- und Tourismusmarkt sowie Destinationsmanager/innen aus Regionen im deutschsprachigen Raum zum Ideenaustausch" zusammen holt. In dem Haus im Wald gibt es keine Internetanbindung. Ein Offline Barcamp, also. Auch mal etwas Neues.

Julia Knetzger, 25, hat selbst schon eine sehr interessante Biographie: Nach ihrem Bachelorstudium (European Studies) an der Universität Eichstätt-Ingolstadt sowie an der Universidad San Pablo CEU in Madrid absolvierte sie einen Masterstudiengang mit dem Schwerpunkt Kultur- und Medienmanagement an der Lettischen Kulturakademie in Riga. Es folgte ein "Entwicklungspolitischer Freiwillingendienst" in Chile. 2010 erschien ihr Buch "Führen wie St. Benedikt? Mönchische Führungsprinzipien für die Wirtschaft" im Tectum Verlag (Marburg). Norbert Vollmann hat Julia Knetzger und ihr Buch am 5. November 2010 in der Main Post vorgestellt.

Mittwoch, 5. Januar 2011

Auslese

Die am meisten gelesenen Blogartikel im Jahr 2010

Meine fünf überhaupt am meisten gelesenen Blogartikel habe ich alle im Jahre 2010 geschrieben. Und das, obwohl ich das Schlossblog in verschiedenen Varianten nun schon seit Anfang 2007 schreibe.  Das mag daran liegen, dass mein Schreiben etwas besser geworden ist. Es mag aber auch einfach daran liegen, dass das Schlossblog einfach von mehr Menschen regelmäßig gelesen wird und/oder nun stärkeres Interesse hervorruft. Was auch immer die Gründe sein mögen, hier nun die fünf meistgelesenen Blogartikel des Schlossblogs:

Drehbuch und Storyboard für Präsentationen

Gesicht zeigen!

Gipfelaufstieg: Kultur und Social Web

Bitte rauchen! (im Freien)

Wie wichtig sind Hotelsterne?

Diese sieht man ja auch (noch) rechts in der Seitenleiste des Blogs, allerdings hoffentlich nicht mehr lang, da ich hoffe bessere und/oder interessantere Artikel zu schreiben.

Oder welches war Euer Lieblingsartikel? Welche Themen hättet Ihr gerne von mir im Schlossblog mehr behandelt?

Sonntag, 2. Januar 2011

Es war ein bewegtes Jahr 2010

Der obligatorische Jahresrückblick

Ich muss jetzt auch mal so einen obligatorischen Jahresrückblick schreiben. Wen es langweilt: Tröstet Euch. Ich schreibe ihn ja auch für mich, damit ich später nichts vergesse. Aber wie fängt man einen solchen "obligatorischen" Jahresrückblick an? Natürlich mit den Worten: "Es war ein bewegtes Jahr".

Reisen

Okay. So bewegt war das Jahr nun gar nicht, sondern Dank der hier im Blog bereits erwähnten "Umstellung" sogar relativ friedvoll und angenehm. Aber ich habe mich ein paar Male bewegt und ging auf Reisen.

Im Januar nahm ich am Tourismuscamp in Eichstätt statt. Dies festigte einige Freundschaften aus dem Jahr 2009 und gab mir auch wieder wichtige Impulse, so dass ich im Januar 2011 wieder mit von der Partie sein werde.

Im April durfte ich dann manomamas Firmengründung in Augsburg mitfeiern, was ich hier im Blog beschrieb.

Mit einem Vortrag stellte ich die Social Media Aktivitäten des Schlosses im September auf der stARTconference in Duisburg vor. Voraussichtlich im Februar wird dann das Buch "Social Media im Kulturmanagement" erscheinen, in dem auch mein Beitrag (für die Buchform entsprechend umgeschrieben) enthalten ist (ISBN 978-3-8266-9110-2).

Im Oktober nahm ich am KnowledgeCamp an der Universität Passau teil und stellte dort in einer Session Werkzeuge für "digital storytelling" vor. Der Austausch mit den Wissensmanagern war sehr fruchtbar. Unter anderem habe ich mich dort ausführlich mit Alexandra Graßler unterhalten können, die ich 2008 über das Internet kennenlernte und die auch schon in Zeilitzheim zu Besuch war. Ich reagierte damals auf einen Blogbeitrag von ihr mit diesem Artikel.

Hobbies

Ich habe mich im Jahre 2010 erstmals als Spieleentwickler versucht. Entstanden ist "Barockschloss: Das Spiel". Bei der stARTconference wurde dieses erstmals vorgestellt. Seit November kann man dieses nun in drei verschiedenen Größen online bestellen bei Spieltz!, dem Online-Spieleverlag mit Sitz in Berlin.

Die Testfolge unseres gemeinsamen Regionalpodcasts Schweinfurt und So nahmen Florian Kohl und ich am 7. Dezember auf.

Mein Buch "Bockbier und Barock" ist nicht sehr weit voran gekommen. Sicherlich: Ich habe hier und dort daran geschrieben und die Teile lassen sich Dank Evernote noch zusammen fischen und irgendwann auch mal veröffentlichen. Aber den entscheidenden Fortschritt hat das Buch in diesem Jahr nicht gemacht. Dafür habe ich im Rahmen des nanowrimo im November an einer Kurzgeschichte auf Englisch geschrieben, die zwar unveröffentlichbar ist, für mich aber eine wichtige Erfahrung war. Auch in Hinsicht auf Technik: Scrivener hat mir wesentlich geholfen meine Schreibschnipsel zu sammeln und zu sortieren und wird mir sicherlich noch große Dienste erweisen.

Kulturelle Veranstaltungen

Neben den beiden Märkten (Ostermarkt, Weihnachtsmarkt) hatten wir zehn kulturelle Veranstaltungen, von denen fünf vom Förderkreis Schloss Zeilitzheim e.V. auch finanziell unterstützt wurden. Diese Veranstaltungen wurden unterschiedlich gut angenommen. Während die Krimidinner fast immer mit etwa hundert Besuchern ausgebucht sind, schwächelt die "hohe Kultur" immer ein wenig. Dies zeigt aber auch wie wichtig die Förderung dieser Veranstaltungen durch den als gemeinnützig anerkannten Förderkreis ist. Ohne diese Förderung könnten diese wohl gar nicht stattfinden.

Vor allem Veranstaltungen mit integriertem Menü erfreuten sich guten Besuchs. Das Theaterstück "Arsen und Spitzenhäubchen", das Mitglied Bernd Lemmerich mit seiner Truppe vom Theater an der Disharmonie, Schweinfurt, aufführte, hatte etwa 60 Besucher während die vier Konzerte durchschnittlich 34 Besucher pro Veranstaltung hatten. Lesungen sind bei uns erfahrungsgemäß leider immer recht schwach besucht, aber dafür umso gemütlicher. So bildete die Lesung von Tebbe Harms Kleen aus Gogols "Die Nacht vor Weihnachten" einen familiären, netten Abschluss des Veranstaltungsjahres gefolgt von Glühwein und Bratapfel.

Betriebliche Veränderungen

Ende 2009 stellten wir für Feiern in unserem Hause auf externe Caterer um. Dies gab uns im Jahr 2010 mehr Zeit für andere Dinge, da ein Großteil der früher selbst erledigten Arbeiten (Einkauf, Planung etc.) nun von externen Dienstleistern übernommen wird. Für Gastgeber, die bei uns ein Fest feiern, bedeutet dies eine größere Auswahl an professionellen Caterern und das System hat sich schon gut bewährt.

Für die Anbindung an externe Buchungssysteme setzte ich 2010 erstmals einen sogenannten Channel Manager ein, so dass wir Kontingente nur noch über eine Schnittstelle eingeben müssen. Erfreulicherweise erhalten wir jedoch die überwiegende Mehrheit unserer Hotelbuchungen auf direktem Wege.

Für unsere Hotelgäste habe ich (endlich) ein für diese kostenloses WLAN einrichten können, das jedoch nur in bestimmten Bereichen des Schlosses funktioniert und von der Bandbreite her durch die sehr langsame dörfliche "DSL Light" Anbindung der tcom noch sehr eingeschränkt ist. Aber es ist ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Auf letztem Drücker habe ich Ende Dezember noch ein kleines Redesign der Schloss-Webseite gemacht. Eine Umstellung der gesamten Seiten mitsamt Blog auf Wordpress ist noch geplant. Ein guter Freund hilft mir bei der Wordpress-Installation, die ich auf einem anderen Server schon testen konnte. Ein frischeres Design durch ein entsprechendes Wordpress-Theme ist also noch geplant. In die bisherigen Seiten habe ich den Dorfrundgang Zeilitzheims eingearbeitet und mit Fotos versehen.

Für den nordamerikanischen Raum habe ich unter www.bavariancastle.com eine eigene Internetseite mit Blog geschaffen.

Aber auch im Offline Bereich konnten wir für das äußere Erscheinungsbild des Schlosses etwas tun: Dieses bekam ein neues Hotelschild mit dem Logo, das nun auch unser Briefpapier und die Webseiten ziert.

Während ich das Projekt "espargo" als touristisches Projekt aus meiner subjektiven Sicht als gescheitert sehe, freue ich mich, dass wir 2010 endlich eine gemeinsame Tourist-Information für Schweinfurt Stadt und Landkreis bekommen haben. Als "Leistungsträger" bringe ich mich im Beirat dieser Vereinigung ein. Großes Lob spreche ich den beiden Cheftouristikerinnen Tanja Dannhäuser und Bettina Beuerlein mit ihrem Team aus und wünsche ihnen (in unser aller Interesse) viel Erfolg bei der Umsetzung der gemeinsamen Ziele.

Fazit

Was ist also das Fazit? Es hat 2010 betriebliche Veränderungen gegeben die mir mehr Zeit lassen andere, neue Hobbies und Arbeiten zu verfolgen. Das Schreiben und das Vortragen von Ideen und Informationen gehören zum Beispiel dazu. Einige mir bis dato nur über das Netz bekannte Menschen konnte ich 2010 im "echten Leben" treffen und näher kennen lernen. Freundschaften wurden vertieft und neue gewonnen. Und nun will ich mich nicht mehr mit der Vergangenheit beschäftigen, sondern in die Zukunft aufbrechen!