Werkzeuge für die Zusammenarbeit Online
Und bist Du erst im Arbeitskreis, müssen natürlich jede Menge Sitzungen (Neudeutsch: Meetings) her. Aber mal im Ernst: Vieles an Vereins- oder Verbandsarbeit ist sehr zeitraubend. Oft sitzen Leute in Meetings herum, um stundenlang Themen zu diskutieren, von denen nur wenige auch wirklich alle Anwesenden berührt. Bei zehn an einem Meeting teilnehmenden Personen stellt jede Stunde zehn Stunden Zeitaufwand dar (ganz zu schweigen von den An- und Abfahrtszeiten und der obligatorischen Verzögerung, mit der Sitzungen so oft anzufangen scheinen).
Mit ein wenig Disziplin lassen sich viele Dinge jedoch kollaborativ, also gemeinschaftlich online abarbeiten. Viele Themen können sogar derart behandelt werden, dass am Ende ein vorzeigbares Dokument mit den Ergebnissen (ein Protokoll, sozusagen) veröffentlicht werden kann. Treffen kann und sollte man sich dann immernoch ab und zu. Bei diesen Treffen kann man sich dann aber zeitsparend mit solchen Themen beschäftigen, die wirklich auch alle Anwesenden betrifft. Und das ist wirklich keine Utopie mehr.
Es gibt eine Reihe von Werkzeugen, die ich in letzter Zeit zunehmen (und erfolgreich) nutze, um mit Gleichgesinnten in verschiedenen Gremien und Gruppierungen an gemeinsamen Projekten zu arbeiten. Von manchen dieser Gremien würde ich mir jedoch noch mehr online-Zusammenarbeit wünschen. Hier die absoluten Top-3 meiner Lieblingswerkzeuge in diesem Bereich:
Dropbox
Dropbox verwende ich nun schon länger, auch geschäftlich. Die Dropbox ist ein Ordner am eigenen Rechner (Betriebssystem ist egal), der mit seinen anderen Rechnern und einem in der "Wolke" synchronisiert wird. Somit hat man gleichzeitig immer ein oder mehrere Backups seiner Arbeit. Kollaborativ wird das, wenn man bestimmte Unterordner anderen dropbox-Nutzern freigibt. Wir haben Dropbox zum Beispiel schon erfolgreich zur gemeinsamen Bearbeitung von Tabellen mit Veranstaltungshinweisen über drei verschiedene Tourismusbüros benutzt. Allerdings kann man hier nicht gleichzeitig an einem Dokument arbeiten.
typewith.me
Google kaufte die Firma EtherPad, um das Werkzeug in das inzwischen (so gut wie) eingestellte Google Wave einzubinden. Glücklicherweise blieb ein Kern des Dienstes jedoch als open-source Code bestehen. Chris Pirillo und Jake Warner haben daraus typewith.me gebastelt. Mit diesem Werkzeug kann ich in Sekundenschnelle öffentliche Dokumente erstellen, an denen andere mitarbeiten können. Sie brauchen dazu lediglich den Link zum jeweiligen Dokument. Eine Anmeldung ist dazu nicht erforderlich. Man kann jedoch seinen Namen im jeweiligen Dokument eintragen, was bewirkt, dass Änderungen im Hauptdokument farbcodiert angezeigt werden. Bis zu 15 Nutzer können so gleichzeitig an einem Text arbeiten und sich nebenbei auch per Chat austauschen, so dass man das "Rauschen" aus dem Dokument heraus halten kann. Veränderungen am Dokument kann man sich über einen Zeitschieber anzeigen lassen
Doodle
Wer hat schon mal für eine Gruppe einen gemeinsamen Termin finden müssen? Früher ging das so: Man schreibt alle mit Vorschlägen an, wartet auf die Rückmeldungen und muss x mal hin und her vermitteln, bis ein für möglichst viele in der Gruppe geeigneter Termin gefunden ist. Heute gibt es Doodle. Einfach bei Doodle eine neue Abfrage starten (das geht auch ohne Anmeldung; will man jedoch eine E-Mail erhalten wenn andere an der Umfrage teilnehmen, sollte man seine E-Mail Anschrift angeben und erhält somit auch Administrator-Zugang zum jeweiligen Doodle. Für die Umfrageteilnehmer ist das nicht erforderlich). Man kann nun also verschiedene Tage und für diese auch verschiedene Uhrzeiten zur Wahl stellen. Die per Link eingeladenen Nutzer signalisieren nun, welche der vorgeschlagenen Termine bei ihnen gehen würden. Der Termin mit der größten Übereinstimmung sticht dann auch optisch hervor. Dies eignet sich auch als Abstimmungstool für Sloganwettbewerbe oder Rückmeldungen zu Ideen mit verschiedenen Optionen (Wahl eines Hauptgangs bei einem Seminar, zum Beispiel).
Oft höre ich von Freunden, die solche Onlinekollaborationswerkzeuge noch nicht nutzen, sie hätten dafür keine Zeit. Wenn ich aber vergleiche, wieviel Zeit in Meetings vergeudet wird, frage ich mich, was da zeitaufwändiger ist. Wer von Euch hat diese Werkzeuge schon benutzt? Was haltet Ihr davon? Was kennt Ihr für Alternativen?
