Dienstag, 27. Dezember 2011

Zeit zur Zäsur

Der Rückblick 2011

Ende des Jahres. Zeit zur Zäsur. Rückblick, Ausblick, gute Vorsätze. Okay, die guten Vorsätze lasse ich mal weg. Will mich ja schließlich nicht auch noch nächstes Jahr daran messen lassen müssen. Also nur ein Rückblick. Damit ich nicht wieder alles vergesse und die Jahre meiner Blütezeit nur so vor sich hin ziehen und gedanklich ineinander verschmelzen. Es gilt also nun Höhepunkte der vergangenen zwölf Monate aufzuzählen. Oder zu suchen. Was waren noch einmal die Höhepunkte? Vielleicht sollte ich im eigenen Blog nachlesen…

Wenn schon keine Höhepunkte, dann zumindest Neuerungen. Was habe ich 2011 gemacht, was ich zuvor noch nicht, oder bedeutend weniger gemacht habe? Nun ja, da waren zum Beispiel die zahlreichen Vorträge, die ich vor allem in Sachen "soziale Netzwerke und Medien in diesem Internet Dings" gehalten habe. Im Januar: Neben dem Besuch der Barcamps wie dem Innovationcamp im Bayerischen Wald und dem Tourismuscamp in Eichstätt waren dies zum Beispiel der WebMontag in Würzburg. Im Februar nahm ich an einer Podiumsdiskussion mit dem Bayerischen Staatsminister des Inneren, Joachim Hermann, in Schweinfurt teil. Besonders bewegt haben mich (wegen der längeren Vorbereitung) die Präsentationen auf dem Hotel-Online-Kongress in Wiesbaden im April und auf der main.IT Messe für Kommunikation im Juli in Eibelstadt, auf der Sascha Lobo die Keynote hielt. Im Herbst gab sich das dann so langsam mit den öffentlichen Auftritten nach einer Präsentation/Diskussion mit HotelierskollegInnen beim Tourismusbesprechungsraum in Salzburg und dem Internet-Abend in Erlangen, wo ich über Online-Bewertungsportale sprach.

Ein "speaking engagement" aus dem Vorjahr mündete im Mai 2011 in der Veröffentlichung eines Buches über Social Media im Kulturmanagement, dem ich ein Kapitel spendieren durfte. Ansonsten geht es mit meinem eigenen Buch nur schleppend voran, was mich nicht sonderlich stört, weil ich nicht weniger schreibe, sondern nur für verschiedene und zunehmende Projekte in die Tasten haue. Auch liebäugele ich zunehmend mit dem Format des eBook für die Veröffentlichung von Texten. Also macht es nichts, wenn in diesem Bereich noch nichts so richtig fertig ist, bis ich auch die Werkzeuge und Systeme so richtig auf der Reihe habe. Nur für ein totes Medium zu "produzieren" fänd' ich dann nämlich doch ein wenig traurig.

Natürlich ist unser Podcast schweinfurtundso.de, zu dem Florian Kohl mich angestiftet hat, eine wesentliche Neuerung des Jahres 2011. Gut; gegründet haben wir diesen schon im November 2010 und die erste Probeaufnahme gab es Anfang Dezember 2010. Die erste "richtige" Folge mit Gast im Studio zeichneten wir jedoch am 26. Januar 2011 mit Heiko Kuschel auf. Aus dem monatlich geplanten Podcast wurde ein nahezu wöchentlicher. Es macht einfach zu viel Spaß, um vier Wochen zwischen den Folgen zu warten…

Im Bereich der kulturellen Veranstaltungen im Schloss hat sich bestätigt, dass weniger oft mehr ist. Gegen "innerbetriebliche Widerstände" habe ich eine Reduzierung der Anzahl an Veranstaltungen durchsetzen (oder erflehen) können. Belohnt wurde dies mit nahezu gleichen Besucherzahlen insgesamt. Zwei Veranstaltungen mussten leider krankheitsbedingt kurzfristig abgesagt werden, was der Statistik im Ganzen jedoch auch nicht schadete. Beim Zeilitzheimer Sommer (alle zwei Jahre) bin ich mir noch nicht sicher, ob es wirklich eines Kulturwochenendes mit besonderem "Branding" bedarf. Aber es scheint zu gefallen. Und solange es gefällt… why not.

Meinem Feldzug gegen Aktionismus und Vereinsinflation kam ein neues Schlachtfeld hinzu: Zum Jahresende sind wir aus dem Hotel- und Gaststättenverband ausgetreten. Zu verkrustet und eingeschlafen, innovationsfremd erscheinen mir die Wege hier inzwischen. Eine Reform "von innen" ist mir nicht gelungen und wo es auch nicht gewünscht wird, sehe ich keinen Anlass zu übersteigertem Einsatz.

Große Unterstützung und viele gute Ideen bekam ich dagegen von meinen Netzwerken, die sich zunehmend online bewegen und finden. Schön war in diesem Zusammenhang auch das Twitter Picnic im Schloss im April.

Auch in Sachen Restaurierung ging es im Schloss wieder voran. Mit großzügiger Unterstützung des Schloss-Förderkreises wurde im Sommer die Treppenumwandung des Hauptportals neu verfugt, nachdem ein Mähdrescher den (ohnehin schon unansehnlichen Verputz) beschädigt hatte. Im November kamen dann Sandsteinarbeiten im Arkadenhof des Schlosses hinzu, die ebenfalls vom Förderkreis großzügig bezuschusst wurden. Den Mitgliedern und Spendern ein herzliches Dankeschön! Dem Innenhof bescherten wir im Frühjahr eine frische Ladung Mainkies, den Kati und ich über Tage verteilten. Ebenfalls in Eigenregie haben wir in diesem Jahr das Schneiden der Buchsbaumhecken im Schlossgarten bewältigt. Darüber konnten vor allem die Twitter-Follower und Facebook-Freunde wochenlang lesen. Es hat aber auch Spaß gemacht und verschaffte mir (neben Rückenschmerzen) über mehrere Wochen fast täglich mehrstündige Betätigung abseits des Büros und die Möglichkeit ganz ungeniert ganz viele Podcasts und Hörbücher zu hören.

Mit den Kindern verreisten wir in diesem Jahr für eine Woche mit Freunden und noch einmal für eine Woche nach Ungarn, der zweiten Heimat unserer Töchter (und ersten Heimat von Kati). Tochter Katharina stellten wir noch ein Jahr von der Einschulung zurück, was sich schon jetzt als sehr vorteilhaft für sie erweist. Sie wächst in Selbstvertrauen in ihren Aufgaben und genießt es wohl auch nun das älteste Kind im Kindergarten zu sein. Jetzt genießen wir den Besuch meiner Schwestern und Nichten, die uns als ganz besonderes Weihnachtsgeschenk durch ihre Behütung unserer Kinder am 25.12. bereiteten: Wir gingen zum ersten Mal seit vielen Jahren zusammen mit Freunden auf ein Konzert. So kann es gerne 2012 weiter gehen. Wir sind in Fahrt...

So gesehen gab es doch zahlreiche Höhepunkte. Es waren vor allem die persönlicheren Erlebnisse mit Familie und Freunden.

Foto: Kurz vor dem Weihnachtsessen mit der Familie im Schloss.

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