Mein erster Arbeitstag in der Internetagentur
Montag, 3. Okober 2011. Mein erster Arbeitstag in der Agentur. "Zuhause" in Deutschland ist heute Feiertag: Tag der deutschen Einheit. In dieser (österreichischen) Agentur arbeitet eine ganze Reihe deutscher Staatsbürger. Die am Morgen von Ben zum Feiertag aufgehängte deutsche Flagge wird jedoch schon bald entwendet und versteckt. Sie taucht hoffentlich irgend wann noch einmal auf. Jedenfalls neckt man sich - auf sehr freundliche Weise.
NCM.at bewohnt das Obergeschoss eines Gebäudes auf der Aignerstraße in Salzburg. Auf beiden Seiten des langgezogenen Gebäudes große Fenster und somit Blick auf Berge auf beiden Seiten - gekrönt von einer Dachterrasse. Die Arbeitsplätze sind alle von der Sicht her miteinander verbunden. Es gibt kurze Wege zum Abklären von Zwischenfragen.
Kurz nach 9 Uhr gibt es erst einmal ein All-hands Meeting zum Wochenstart zu Veränderungen und der Lage der Dinge. Ich verbringe dann den Vormittag damit vieles über einen potentiellen Kunden zu recherchieren, für den die Agentur noch ein Angebot erstellen wird. Dabei lerne ich parallel die Arbeitsweise der Agentur kennen. Beeindruckend...
Zur Mittagspause begleite ich meine Kollegen zum Billa an die Feinkosttheke, wo es Wraps und natürlich auch die obligatorischen Leberkässemmeln gibt. Und zuhause in der Agentur gibt es Almdudler vom Zapfhahn. Ich genieße das Mittagessen auf der Dachterrasse mit Bergblick und fühle mich gerade arbeitstechnisch sehr weit weg von Zeilitzheim, wenngleich dies die Sehnsucht nach meinen Mädels noch verstärkt.
Am Nachmittag weiteres Recherchieren. Zwischendurch ein Meeting von Projektleitern und Designern: Man überlegt proaktiv, wie man einem Kunden, bei dem die Conversions (leicht) rücklaufend sind, helfen kann. Dabei sind alle Vorschläge und Ideen willkommen. Es bleiben verschiedene Ideen hängen die man ausprobieren möchte. Spannend; hier werden alle an der Ideen- und Entscheidungsfindung beteiligt.
Danach darf ich einem Termin mit einem Kunden beiwohnen, bei dem an einem laufenden Projekt "geschraubt" wird. Sehr vernünftig, was Stefan und Julia für diesen empfehlen. Es ist schön zu sehen wie praxisnah an Problemlösungen gegangen wird, ohne den sonst vielleicht üblichen "Marktsprechbullshit". Der Kundennutzen (also nicht nur der Nutzen des Kunden der Agentur, sondern letztlich der Nutzen des Kunden des Kunden) steht dabei im Vordergrund.
Es folgt die Abstimmung eines Blogprojekts in einem kleineren Kreis von Projektleitern. Das interessiert mich als Schlossblogger natürlich besonders... Dennoch ist mir klar, dass gerade Blogs "schwer vermittelbar" sind und auch auf Anhieb kein sofortiges return of investment darstellen. Wer aus unmittelbarer Gewinnabsicht bloggt ist hier aber sowieso fehl am Platz. Es geht doch eher darum Gespräche zu führen, Mehrwert und Blicke hinter Kulissen zu geben und einen Rückkanal zu bieten. Der Erfolg lässt sich - im Gegensatz zu Anfragen, Buchungen oder Sales - nicht so leicht oder schnell messen und ist vielleicht vornehmlich in "weichen Faktoren" gegeben.
Mein Gastgeber, der Agentureigentümer Michael Mrazek, kommt am Nachmittag von einer Veranstaltung dazu und ist noch genau so gut drauf, wie ich ihn vom Mai 2009 in Erinnerung habe.
Am Abend erkundige ich die Salzburger Altstadt - zumindest auf einer Seite eines der Salzacharme (das mit den Armen der Salzach habe ich noch nicht so ganz raus bekommen, zumal ich unterwegs kaum Google Maps konsultieren kann; das muss ich dann tagsüber in der Agentur nachholen). Aber am Mozartplatz gibt es ein offenes WLAN. So kann ich mich zwischendurch bei meiner Familie melden und mich auch einchecken, so dass meine Anwesenheit an diesem Ort auch für die Freunde in aller Welt kurz sichtbar ist.
Am Dienstag geht es weiter mit der Recherche und dem Brainstorming für das Kundenprojekt.
Fazit des ersten Tages: Ich genieße das bewusste "neben der Spur laufen" und sauge auf, was ich aufsaugen kann und freue mich, dass ich hier und da auch etwas sinnvolles beitragen kann.
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