Kommunikation ist etwas absolut Faszinierendes. Faszinierend, wenn sie gut funktioniert, aber auch spannend zu beobachten, wenn sie nicht funktioniert. In dieser Kategorie gibt es ein interessantes Paradox: "Das Abilene-Paradox ist ein Paradox, in dem eine Gruppe von Menschen sich kollektiv zu einer Handlung entschließt, die der persönlichen Präferenz jedes einzelnen Gruppenmitgliedes zuwiderläuft." (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Abilene-Paradox)
Das haben wir alle schon erlebt, oder? Man verabredet sich in der Gruppe, will zum Beispiel ins Kino. Jeder denkt, dass die anderen den "angesagten" Kinofilm sehen möchten, während man selbst eher den emotional ansprechenden Film sehen möchte. Irgendwann stellt sich raus: Die anderen wollten auch alle diesen Film sehen. Es traute sich nur niemand das zu sagen. Man nahm einfach an, alle wollten den Kassenreißer sehen.
Das "Abilene Paradox" kann nur eintreten, wenn wir selbst unsere ehrliche Meinung nicht kund tun. Es ist ein Beispiel einer "lose-lose Situation", also einer, in der jede/r Beteiligte verliert. Und das nur, weil man nicht aufrichtig und - wenn es sein muss mutig - kommuniziert.
Wie oft lassen wir Dinge zu, von denen wir selbst nicht überzeugt sind, nur weil wir denken der/die anderen wollen es so? Ich habe mich leider selbst hier und da dabei erwischt: Eine suboptimale Situation zulassen, obwohl man es eigentlich besser weiß. Am Ende stellt sich raus es haben alle nicht wirklich an den Erfolg geglaubt. Klar, dass dieser dann auch nicht eintreten kann.
Was ist (ein erstes) Fazit dieser Überlegungen?
1) Wenn man Zweifel an einem Projekt hat, sollte man diese auch äußern.
2) Sind die Zweifel groß, sollte man auch bereit sein - sogar gegen Widerstand - diese gegen eine (empfundene) Gruppenmehrheit durchzusetzen.
3) Seine eigenen Wünsche kategorisch unterzuordnen ist krankhaft. Was nicht heißt, dass wenn man wirklich überstimmt wird, man sich dem Gruppenwillen nicht beugen sollte.
4) stimme niemals einer Sache zu, nur weil Du denkst, die anderen wollen das so.
Naja, und jede Menge weitere möglichen Überlegungen. Welche habt *Ihr* zum Thema?!
und dann gibt es noch die Geschichte von diesem langjährigen Paar: die beiden sind schon Jahrzehnte zusammen. Und immer ist er morgens die untere Brötchenhälfte, weil er denkt, sie mag die obere lieber. Und sie ist immer die obere, weil sie denkt, er ist die untere lieber. Beide nahmen also an, sie würden dem anderen einen Gefallen tun. Tja, und irgendwie nach zig Jahren stellt sich heraus, dass es genau umgekehrt ist.
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