Mittwoch, 14. Dezember 2011

Fränkischer Hasenpfeffer

Suchbegriffe, die ins Schloss Zeilitzheim führten

Nach dem Auftakt im März, Mai und Juli folgt nun der 4. Teil der Artikelserie "Suchbegriffe, die ins Schloss Zeilitzheim führten". Ob die Menschen im Winter nach anderen Dingen suchen? Teilweise ja. So war die Suche nach unserem Weihnachtsmarkt natürlich ganz oft mit verschiedenen Keywords mit dabei. Hier aber nun die lustigeren oder zumindest ausgefallerenen Suchbegriffe, die zu uns ins Schloss führten:

90. geburtstag, vormittags stehempfang der gäste

Ja, das ist eine hervorragende Idee. Man muss aber nicht warten, bis man 90 Jahre alt ist, um im Schloss zu feiern.

adresse doris geißler dingolshausen

Ich empfehle für solche Suchen ja das Telefonbuch. Aber Frau Geißler hat in der Tat mal ein gemeinnütziges Projekt im Schloss vorgestellt.

brettspiel kind motive würfel

Ein Brettspiel zum Schloss gibt es ja. Hier die Eckdaten: http://www.barockschloss.de/spiel.html

bücherflohmarkt bayreuth

Nicht ganz. Es gibt zwei mal im Jahr einen schönen Büchermarkt bei uns. Aber Bayreuth ist doch noch ein Eckchen entfernt.

discobus geburtstagsfeiern bei schweinfurt

Nein, nicht ganz.

facebook verantwortlich im sinne des telemediengesetzes

Das will ich hoffen!

fränkischer hasenpfeffer

… das ist ein uriges fränkisches Gericht, das es früher oft im Gasthaus gegenüber gab. Doch nicht jeder ist ein Freund der herzhaften Blutsoße.

gruselgeschicht im schloss

Ich find's ja gruselig, wenn wir wieder mal eine Heizölrechnung bekommen. Ansonsten ist es recht friedlich bei uns.

historei schloss zeilitzheim

Es gibt schon einiges an Historei bei uns. Dass dieser eher altertümliche Suchbegriff verwendet wurde, deutet darauf hin, dass es etwas mit den "living history" Gruppen zu tun haben könnte.

hotels in der nähe von enzklösterle

Hab's selber mal gegeooglet, das Enzklösterle. Sehr schön! Es handelt sich aber um einen Kurort im Schwarzwald und somit nicht ganz in unserer Nähe.

kati von richthofen

Unsere Kati heißt von Halem. Aber meine Mutter, Marina von Halem, ist eine geborene von Richthofen.

schlo' zeilityheim

Ja, sowas passiert, wenn man auf einer auf Englisch eingestellten Tastatur sucht.

seejungfrau mit zwei schwänzen

Die gibt es bei uns tatsächlich. Man schaue hier: http://www.flickr.com/photos/barockschloss/4928961028/

unsere danksagung ans schloss

Vielen Dank noch mal für die Danksagung!

wein+schloss franken

Das ist ja auch eine perfekte Kombination!

Bisherige Artikel dieser Serie:

März 2011: http://zeilitzheim.blogspot.com/2011/03/lustige-suchbegriffe-die-zum-schloss.html

Mai 2011: http://zeilitzheim.blogspot.com/2011/05/umwege-die-ins-schloss-gefuhrt-haben.html

Juli 2011: http://zeilitzheim.blogspot.com/2011/07/kleinstes-schloss-in-nordbayern.html

Sonntag, 4. Dezember 2011

Besuch von flickr Nutzer Andreas Hendrik

Schloss Zeilitzheim, FrankenSchloss Zeilitzheim, FrankenSchloss Zeilitzheim, FrankenSchloss Zeilitzheim, Franken fencesSchloss Zeilitzheim, Franken, KastanienSchloss Zeilitzheim, Franken, Kastanien
Schloss Zeilitzheim, Franken, Lavendel/LavenderSchloss Zeilitzheim, FrankenSchloss Zeilitzheim, FrankenSchloss Zeilitzheim, FrankenSchloss Zeilitzheim, FrankenSchloss Zeilitzheim, Franken
Schloss Zeilitzheim, FrankenSchloss Zeilitzheim, Franken

Besuch Andreas Hendrik, a gallery on Flickr.

Eindrücke aus dem Schloss und Dorf vom 24. und 25. September 2011.

Montag, 14. November 2011

Loslassen lernen

Was habe ich nur früher Bücher bei Goodwill und bei Poor Richard's Bookstore auf der Tejon Street in Colorado Springs gekauft, um sie zu besitzen. Ich wusste damals schon, dass ich sie nicht alle so schnell würde lesen können. Umzug über Umzug mussten diese (schweren) Bücher mich begleiten. Viele schafften es auch nach Zeilitzheim, weil die U.S. Army befand, dass es genau so günstig sei mein Zeug nach Deutschland zu verrfachten (so lange ich es nicht eilig hatte), als es von Kentucky nach Boston zu schicken. Ich hatte es nicht eilig. Irgendwann, Monate später, kamen alle meine Bücher nach Zeilitzheim per Spedition.

Habe ich ein einziges Mal in diesen Bücherschatz gesehen, in den letzten fast 13 Jahren, seitdem ich wieder hier in Zeilitzheim lebe? Ja. Aber nur selten. Es gibt ein paar Sammlungen in diesem Bücherschatz, die mir wichtig sind, wenngleich ich die wenigsten Bücher darin wohl wieder lesen werde. Dazu gehören einige der Philosophiebücher, die ich im Laufe des Studiums gelesen habe, oder die Beatnik Sammlung. Es sind aber auch viele Taschenbücher, die ich wohl nie wieder in die Hand nehmen werde - außer sie in den Büchermarkt des Förderkreises zu geben. Auch wenn ich sie selbst noch nicht gelesen habe. Denn wenn ich sie doch noch einmal lesen möchte, tue ich das eh lieber am iPad mit der Kindle app.

Ich gebe nun also - wenn ich es neben den anderen Marktvorbereitungen schaffe - viele meiner englischen Bücher in den Büchermarkt am kommenden Sonntag. Wenn ich es zeitlich nicht schaffe, sind sie halt beim Büchermarkt zum Ostermarkt am 18. März 2012 dabei. Die Sammlung englischer Bücher ist ohnehin recht groß und wächst. Einige meiner Freunde, mit denen ich zuerst - aber nicht ausschließlich - online zusammen kam, haben diese gespendet. Und ich weiß von anderen aus dieser Gruppierung, dass sie gerne englische Bücher lesen. Daher richten wir nun einen separaten Raum für die englischsprachigen Bücher ein. Ich bin gespannt, ob sie sich größerer Nachfrage erfreuen. Der Büchermarkt findet am kommenden Sonntag, 20. November 2011 von 10 bis 18 Uhr im ehemaligen Gasthaus "Zur Sonne" in Zeilitzheim statt, gegenüber vom Schloss, in dem zeitgleich der vorweihnachtliche Kunsthandwerkermarkt stattfindet.

Ein herzliches Dankeschön den vielen Bücherspendern, die ebenfalls ihre Bücher "los lassen" und dem Förderkreis Schloss Zeilitzheim e.V. spenden. Dieser bezuschusst mit den Erlösen aus dem Verkauf der Bücher abwechselnd Restaurierungsprojekte im Schloss und die (oft defizitären) kulturellen Veranstaltungen. Die Bücherspender ermöglichen mit ihren Spenden auch anderen Menschen in den Genuss ihrer Inhalte zu kommen. Und wir wissen ja: Geteiltes Wissen vermehrt sich. Einige der regelmäßigen Bücherspender sind LeserInnen dieses Blogs. Andere sind Twitter-Follower. Wiederum andere Bücherspender sind Freunde aus dem Kindergarten (Eltern und Erzieherinnen). Und viele, die Bücher spenden, sind auch Mitglieder des Förderkreises. Allen - egal ob sie ein Buch oder 20 Kartons voll Bücher spenden - danke ich herzlich.

Und wer - anders als ich - Bücher noch bevorzugt in "Hardcopy" liest, findet beim Büchermarkt am kommenden Sonntag sicherlich ein paar schöne Sachen. Es wäre schön, wenn die Leser diese Bücher wiederum auf den Weg schicken, sie anderen Menschen oder Einrichtungen schenken, die anderen damit eine Freude machen können.

Frühere Blogartikel zu unseren Märkten:

http://zeilitzheim.blogspot.com/search/label/markt

Mittwoch, 2. November 2011

Nach dem Programm ist vor dem Programm

Kulturelles Jahresprogramm geht in Druck

Heute habe ich den Druckauftrag erteilt zur Herstellung der ersten 5.000 Exemplare unseres kulturellen Jahresprogramms 2012. Was sich so lapidar in einer Aussage unspektakulär berichten lässt hat doch eine längere Vorgeschichte.

Die Abstimmung des Veranstaltungsprogramms mit den Künstlern erfolgte teilweise schon im Kalenderjahr 2011. Manche Angebote und Kontakte liegen aber auch schon mehrere Jahre zurück. Sammeln tut diese in erster Linie meine Mutter, Marina von Halem, die dann eine Vorauswahl an Programmen bündelt und diese dem Vorstand des Förderkreises Schloss Zeilitzheim vorstellt, der die kulturellen Veranstaltungen finanziell unterstützt. Manche Kontakte entstanden jedoch auch über das Social Web. So habe ich die Gitarristin Heike Matthiesen, die im September bei uns spielen wird, vor einigen Jahren bei Twitter kennen gelernt (@gitarra). Und 2013 wird es möglicherweise auch eine Aufführung einer Web-Bekanntschaft geben...

Dann ging es an das Texten der Programmeinträge und an viele, viele Iterationen des Korrekturlesens. Parallel dazu bekamen die Künstler ihre Verträge und die Gelegenheit ihre Einträge auf Richtigkeit zu überprüfen. Dabei wurden einige Titel geändert und auch begleitende Musiker ausgetauscht. Anschließend nochmals mehrfaches Korrekturlesen...

Heute Vormittag beschloss ich dann, dass damit nun genug sei und ich das Programm nun in Druck gebe. Ich habe es also am PC (ja, im Büro habe ich noch keine Macs, ausser wenn mein MacBook dabei ist) mittels Grafikprogramm für den Druck als DIN Lang 4-Seiter gesetzt. Dann noch einmal Korrekturlesen, um die beim Satz meist unvermeidbaren Umbruchsfehler und Ähnliches zu korrigieren. Die Dateien der Vorder- und Rückseiten dann als (für den Druck optimierte) PDF Datei exportiert, bei einer Online-Digitaldruckerei in Auftrag gegeben und die Dateien hoch geladen. Vorerst werden (nur) 5.000 Stück gedruckt. Es werden jährlich meist 10.000 gedruckte Exemplare benötigt, aber das gibt uns später die Möglichkeit eventuelle Fehler noch zu korrigieren.

Enstanden ist für 2012 mal wieder ein schöner Mix an Veranstaltungen (siehe unten; wer jetzt noch Tippfehler findet, kann sie gerne melden. Diese werden dann zumindest online berücksichtigt - und bei der nächsten Auflage).

Und jetzt? Nach der Veröffentlichung des Kulturprogramms ist vor der Veröffentlichung für 2013. Wir sind daher schon jetzt wieder in Planung und Absprache zu den Inhalten für das Kalenderjahr 2013 (und folgende).

Kulturelles Jahresprogramm 2012:

Samstag, 3. März 2012, 19.00 Uhr
KRIMIDINNER: "DIE HOCHZEIT IN SCHWARZ"
Zur Hochzeitsfeier von Cora, der Tochter des verstorbenen Lord Ashtonbury, finden sich Verwandte und Anverwandte auf dem Stammsitz der Familie Ashtonbury ein. Während eines Vier-Gänge-Menüs geschehen atemberaubende Dinge...
Eintritt: € 69,-- inkl. Aperitif und Vier-Gänge-Menü.

Sonntag, 18. März 2012, 10.00 - 17.00 Uhr
OSTERMARKT MIT BÜCHERMARKT
Frühlingshafter Markt in den Räumen des Schlosses und im Park.
Attraktives Rahmenprogramm. Das Schlosscafé ist geöffnet.
Tageskarte: € 3,-- (Kinder frei).
Zum Büchermarkt ist der Eintritt frei.

Samstag, 31. März 2012, 19.30 Uhr
GROSSE ARIEN UND DUETTE AUS 300 JAHREN OPER UND OPERETTE
Konzert des Bayreuther Opern- und Operetten Ensembles.
Jasmin von Brünken, Sopran; Ewald Bayerschmidt, Tenor und Moderation; Hans-Martin Gräbner, Klavier.
(Mit Unterstützung des Förderkreises Schloss Zeilitzheim e.V.)
Eintritt: € 15,--
Abendessen im Anschluss: Tafelspitz mit Kartoffeln und Gemüse der Saison, Apfelstrudel, € 15,-- inkl. Tischgetränke.

Mittwoch, 25. April 2012, 19.00 Uhr
FRAUEN DER REFORMATIONSZEIT ERGREIFEN WORT UND FEDER
Argula von Grumbach, ehem. Schlossherrin von Zeilitzheim, die mutig eintrat für die Ziele der Reformation und Olympia Fulvia Morata, in Italien geborene, in Schweinfurt ansässig gewordene Humanistin.
Vortrag von Gudrun Wurmthaler, Coburg.
Eintritt: Beitrag für Imbiss und Getränke: € 5,--
Anmeldung bei I. Schmiedel, Tel. 09381-9453 und Wiltrud Klapheck, Tel. 09381-802000 oder Dekanat Castell Tel. 09325-97970.
(Veranstaltung der Frauenbeauftragten der Dekanate Schweinfurt, Kitzingen und Castell)

Freitag, 11. Mai 2012, 19.30 Uhr
"ES LIEGT WAS IN DER LUFT"
Eine Revuette aus dem Berlin der 20er und 30er Jahre, als Marlene Dietrich, Friedrich Holländer und Margo Lion in Berlin in den musikalischen Revuen auftraten. Berühmte Texte mit unverwechselbarer musikalischer Note.
Ulrich Raue, Klavier und Gesang; Roswitha Dasch, Violine und Gesang.
(Mit Unterstützung des Förderkreises Schloss Zeilitzheim e.V.)
Eintritt: € 15,--
Abendessen im Anschluss: Bierbrauereintopf, Erdbeeren mit Schlagsahne, € 15,-- inkl. Tischgetränke.

Sonntag, 17. Juni 2012, 17.00 Uhr
"JÜDISCHE MELODIE"
Bedeutende jüdische Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts.
Es spielt das "Bamberger Violinduo": Eva Wengoborski-Sohni, Violine (1. Geigerin der Bamberger Symphoniker); Manfred Wengoborski, Violine und Theodore Ganger, Klavier.
(In Zusammenarbeit mit dem Förderverein ehemalige Synagoge Kitzingen, mit Unterstützung des Förderkreises Schloss Zeilitzheim e.V.) Eintritt: € 15,--
Abendessen im Anschluss: Orangen-Hühnchen nach Jaffa-Art mit Mandelreis, Flan, € 15,-- inkl. Tischgetränke.

Sonntag, 13. Mai 2012, 17.00 Uhr
MITGLIEDERVERSAMMLUNG
für Mitglieder des Förderkreises Schloss Zeilitzheim e.V.

Mittwoch, 25. Juli 2012, 20.00 Uhr
ABENDTANZ
Traditionelle englische und internationale Folk-Musik. Tanz zum Mitmachen.
Eintritt frei.
(Veranstaltung des Folk Camp Germany e.V.)

Freitag, 7. September 2012, 19.30 Uhr
GOETHE, MARIANNE VON WILLEMER UND DIE GITARRE
Konzert: Gitarrenmusik aus der Goethezeit.
Marianne v. Willemer, die Adressatin von Goethes Gedichten im West-Östlichen Divan, hatte ersten Gitarrenunterricht bei Clemens Brentano. Sie spielte für Napoleon und Josephine 1806 in Frankfurt, und für Goethe spielte und sang sie in der Gerbermühle aus dem Don Giovanni.
Heike Matthiesen, Gitarristin aus Frankfurt, spielt Solowerke für Gitarre aus Goethes Frankfurter Zeit.
(Mit Unterstützung des Förderkreises Schloss Zeilitzheim e.V.)
Eintritt: € 15,--
Abendessen im Anschluss: Goethes Leibgericht (Frankfurter Grüne Soße, Rindfleisch und Salzkartoffeln, Weincreme), € 15,-- inkl. Tischgetränke.

Samstag, 20. Oktober 2012, 19.30 Uhr
"EMMA"
Theateraufführung über die Irrungen und Wirrungen der Liebe, frei nach Jane Austen, präsentiert vom Tournee Theater Stuttgart.
Eine Komödie von einer Frau - für alle Frauen (und ihre Begleiter). Regie - natürlich eine Frau!
(Mit Unterstützung des Förderkreises Schloss Zeilitzheim e.V.)
Eintritt: € 15,--
Abendessen im Anschluss: Shepherd's Pie mit Branston Pickle, Apple Crumble, € 15,-- inkl. Tischgetränke.

Samstag, 17. November 2012, 19.30 Uhr
KAMMERKONZERT
mit klassischer und neuerer Musik.
Es musiziert das K.u.K. Klavierquintett Bad Königshofen Werke von Gustav Mahler, W. A. Mozart, Herbert Baumann, Hans Franke und Elke Tober-Vogt.
(Mit Unterstützung von Gerhard Vogt und Elke Tober-Vogt, Schweinfurt und des Förderkreises Schloss Zeilitzheim e.V.)
Eintritt: € 15,--
Abendessen im Anschluss: Szegediner Gulasch, Rotweinbirnen, € 15,-- inkl. Tischgetränke.

Sonntag, 25. November 2012, 10.00-18.00 Uhr
WEIHNACHTSMARKT MIT BÜCHERMARKT
Vorweihnachtlicher Markt in den Räumen des Schlosses und im Park.
Attraktives Rahmenprogramm. Das Schlosscafé ist geöffnet.
Tageskarte: € 3,-- (Kinder frei)
Zum Büchermarkt ist der Eintritt frei.

Mittwoch, 28. September 2011

Herbsthimbeeren

Kein gutes Walnußjahr im Schlossgarten

Im vergangenen Jahr hatte in diesem Beitrag http://storify.com/barockschloss/schwache-walnussernte von einer schwachen Walnußernte berichtet. Leider trägt unser Walnußbaum im Schlossgarten in diesem Jahr überhaupt keine Nüsse. Solche Schwankungen sind bei Walnußbäumen aber ganz normal.

Dafür sind unsere gelben Himbeeren reif!
Yellow Raspberries

Samstag, 17. September 2011

Die schönsten Landhotels in Deutschland

GEO-Saison portraitiert Schloss Zeilitzheim

Anfang Mai 2011 bekamen wir im Schloss Besuch der Reisejournalistin Hannah Glaser. Sie war im Auftrag der Zeitschrift GEO-Saison bei uns, einerseits wohl um unser Haus zu testen und dann im Idealfall auch einen Artikel für das renommierte Reisemagazin zu schreiben. Es war ein netter Besuch und wir unterhielten uns lange über das Schloss und alles, was wir so machen.

Anfang Juni war dann der Fotograf Christian Kerber zu Gast im Schloss. Auch er nächtigte bei uns und nutze die Zeit, um in Haus, Hof und Garten zu fotografieren. Jetzt ist Mitte September der Artikel von Hannah Glaser im Titelthema "Die schönsten Landhotels in Deutschland" in der Oktoberausgabe der GEO-Saison mit Fotos von Herrn Kerber erschienen. Ausgewählt hat die Redaktion von GEO-Saison vier seiner Fotos, von denen das des Kaminzimmers und das des Arkadenhofes ganzseitig abgedruckt wurden. Aber auch ein Bild eines Gästezimmers musste natürlich mit rein und der Schlossgarten (in diesem Fall der Kräutergarten).

Ich hatte Frau Glaser zur Aufnahme in einen möglichen Artikel auch unser Zeilitzheimer Weingut Mößlein und den Reiseführer Gabi Bergauers, "Die Mainschleife und ihr reizvolles Umland" empfohlen und freue mich, dass beide darin Erwähnung finden und verlinkt werden.

Die Zeitschrift ist nun am Kiosk erhältlich. Ich empfehle sie allen - nicht nur wegen des Eintrages zum Schloss Zeilitzheim. 17 weitere Häuser in ganz Deutschland werden darin als die schönsten Landhotels empfohlen. Der Artikel zeigt sehr schön auf, was für eine Art Landhotel das Schloss Zeilitzheim ist, nämlich kein prunkvoller Luxusschuppen, sondern ein familiäres Haus auf dem Lande. Lustig fand ich Frau Glasers Einführung in den zweiten Absatz des Artikels:

"Den jungen, gutgelaunten Hausherrn von Schloss Zeilitzheim treffen wir im Garten, auf den Knien beim Löwenzahnstechen".
Das ist in der Tat ein häufiger Anblick. Auch die Schlosskater Charly und Emilio, die Hannah Glaser kennen lernen konnte, finden im Artikel Erwähnung. Sie verrät den Lesern auch, wie diese ihre Namen erhielten.

Hannah Glaser, die reisend und schreibend viel in der Welt unterwegs ist, hat auch einen Neuenglandführer geschrieben, in dem ich aus Heimweh an meine alte Heimat Boston öfter lese. Er liegt - neben dem Reiseführer von Gabi Bergauer - auf meinem Schreibtisch.

Warm Stones

Freitag, 16. September 2011

Dem Marterl auf der Spur

Ein Besuch im Fränkischen Bildstockinformationszentrum Egenhausen



Mit meinen Freunden des historischen Arbeitskreises Zeilitzheim (Hilmar Spiegel, der zugleich Kreisarchivpfleger ist, und Kurt Scheuering) besuchte ich am Donnerstagabend auf Einladung des Marktes Werneck das Fränkische Bildstockzentrum in Egenhausen. Ziel des Besuchs war laut Einladung auch das bessere Kennenlernen der Akteure, die sich im Mai 2011 zur "Vernetzung und Inwertsetzung der Museen und Sammlungen im Schweinfurter Land" zusammen getan hatten. Das Bildstockinformationszentrum war ein mit EU-Mitteln (LEADER) gefördertes Projekt, das im Mai 2010 eröffnet wurde. Eine Führung des Vorzeigeobjektes stand natürlich auch auf dem Programm.


Ich muss gestehen, dass ich zuvor noch nie im Leben von Egenhausen etwas gehört hatte - geschweige denn jemals dort war - obwohl sich dieser kleine Ort (ein Ortsteil des Marktes Werneck) nur etwa 30 km nordwestlich von Zeilitzheim befindet und mit über 600 Einwohnern auch nicht bedeutend kleiner als Zeilitzheim ist. Wir fanden unseren Weg jedoch problemlos dorthin und trafen früh genug ein, um uns schon im Vorfeld der Führung näher um sehen zu können.


Die in Franken weit verbreiteten Bildstöcke, die entsprechend der frühen Abbildungen der Marter (oder Qual) der Kreuzigung in Franken weitestgehend - heute auch unabhängig vom jeweiligen Motiv - Marter (oder Marterla) genannt werden, wurden touristisch kaum genutzt. Am 16. Mai 2010 hat man daher das Erlebniszentrum eröffnet und auch Rad- und Wanderwege, die an "Premiumbildstöcken" vorbeiführen, geschaffen. Über 600 Bildstöcke sind im Oberen Werntal in einer Datenbank erfasst. Wir konnten uns davon überzeugen, dass die Geschichte zu den einzelnen Bildstöcken in dieser Datenbank ausführlich und optisch ansprechend gezeigt wird.


Die Gästeführerin Christine Stühler erklärte uns anhand der Exponate anschaulich die Bedeutung und Entwicklung der Bildstöcke in der Region. Die wichtigsten Punkte ihrer Ausführungen fasse ich hier zusammen. Die folgenden Absätze sind teilweise wörtliche, teilweise von mir umformulierte Zitate der Gästeführerin. Der Artikel sollte daher nicht als erschöpfender Beitrag zum Thema gesehen werden, sondern lediglich als Schnappschuss aus dem Egenhausener Museum.


Die Exponate der Ausstellung sind in drei Hauptbereiche unterteilt: "Katholisches Land", "Fränkische Landschaft" und "Herstellung und Erhaltung der Bildstöcke".

Katholisches Franken


Das erste Segment der Ausstellung und somit auch der Ausführungen der Gästeführerin Christine Stühler sind die Epochen Mittelalter, Gegenreformation und Barock.


Bildstöcke entstanden zuerst aus Totenleuchten und Steinkreuzen. Sühnekreuze wurden aufgestellt wenn jemand eine Tat begangen hatte, die nicht vorsätzlich begangen wurden und somit gesühnt werden konnte. Tätern (und ihren Familien) wurde ermöglicht Sühnekreuze aufzustellen. Das half generationsübergreifende Sippenfehden zu vermeiden oder zu unterbinden. Der Akt ließ Friede ins Dorf wieder einkehren. Totenleuchten hatten die Form eines Bildstocks, haben sich aber eher in den Friedhöfen durchgesetzt.


Die Bildsprache wurde verwendet, da das Volk nicht lesen und schreiben konnte. Taten, die gesühnt werden sollten, wurden somit bildlich beschrieben und mit dem Namen des Stifters bzw. des Sühnenden versehen und dienten so später auch als Wegweiser in der Flur. Diese Namen haben sich oft auch als Flurbezeichnungen festgesetzt.


Die Formen der Bildstöcke haben sich dem Stil der jeweiligen Zeit angepasst. So findet man im Mittelalter zum Beispiel auch die Spitzen der gotischen Architektur.


In der Zeit der Gegenreformation wurde das Bistum Würzburg unter Julius Echter von Mespelbrunn wieder (fast ausschliesslich) katholisch. So ließ Echter Bildstöcke mit seinem Wappen aufstellen, die sogenannten Echter-Bildstöcke, die den "wahren" Glauben darstellen sollten. Aber auch zum Abstecken seines Territoriums dienten diese. Die Schauseite darauf wurde zum Dorf hin gerichtet, um die Grenze zwischen katholischem Land und Feindesland zu markieren. Visitatoren des Fürstbischofs kontrollierten, ob die befohlenen Bildstöcke auch aufgestellt wurden.


Im Mittelalter waren noch Pietà und Kreuzigungsszenen die häufigsten Motive. Namenspatrone durften ihren Namen setzen, was auch genealogischen Forschungen zugute kommt. So erkennt man zum Beispiel an den "Assistenzfiguren" neben den Kreuzigungsszenen wie viele Kinder welchen Geschlechts der Stifter hatte. Männer und ihre Söhne wurden nämlich zur rechten Seite Jesu gesetzt (also vom Betrachter aus links), die Frauen links. Kreuze über den Personen signalisierten, dass diese zum Zeitpunkt entweder bereits verstorben waren, oder der Bildstock wurde zu ihrem Gedenken aufgestellt wurde.


Im Barock passten sich auch die Bildstöcke dem überschwänglichen Baustil der Zeit an. Jetzt gab es sehr aufwändige Motive. Kartuschen unter den Bildstöcken wurden immer großer, die Texte darin immer länger; es wurde mehr erzählt. Man spricht daher auch vom "geschwätzigen Barock". Weil die Steinmetze und Bildhauer jedoch oft selbst nicht lesen und schreiben konnten, kam es so zu interessanten Stilblüten. In manchen Fällen wurden die Anweisungen des Pfarrers zur Positionierung des Steins mit in den Text gemeisselt.


Im Barock hatten Wallfahrtswesen und Prozessionen Hochkonjunktur. Mit Gott in der Natur Eins Werden war hier die Devise. Mit der Monstranz voraus pilgerte man zu Wallfahrtskirchen und machte Station an den Bildstöcken. Weil das Abstellen der Monstranz ein Problem darstellte, wurden die Bildstöcke in dieser Zeit oft zu Prozessionsaltären mit Ablagefläche. Auch gab es in der Barockzeit eine sehr viel größere Motivvielfalt der Bildstöcke. Die Heiligen wurden mit ihren Attributen dargestellt (Andreaskreuz etc.). Die Auswahl der abgebildeten Heiligen betraf meist den Namen des Stifters, so dass man in vielen Fällen im Nachhinein erschließen kann, in welcher Generation einer Familie ein Bildstock gestiftet wurde.

Fränkische Landschaft


Der zweite Hauptbereich der Ausstellung ist mit "Fränkische Landschaft" betitelt. Hier geht es um die drei Schwerpunktbereiche Aufklärung, Romantik und Gegenwart.


Die Zeit der Aufklärung ist geprägt von den napoleonischen Kriegen. Es gab nun bedeutende Reformen in Naturwissenschaften, Rechtswesen, etc. Es gab eine Aufbruchstimmung, eine Umwandlung; alles sollte sich ändern. So wurden viele Verbote erlassen, um den ausufernden Prunk zu beseitigen. Das Protzen und Übertrumpfen sollte verhindert werden. So wurde Trauerflor verboten; Wallfahrten und Prozessionen wurden reduziert. Schauspiele wie Flagellation wurden unterbunden. Auch das Setzen neuer Bildstöcke wurde in dieser Zeit verboten. Dafür setzte man dann, vermutlich um die Gesetze zu umgehen, vermehrt Hochkreuze. An den Assistenzfiguren und deren Gewand erkennt man den Unterschied der Herangehensweise dieser Zeit. Auch die Arbeit der Bildhauer wird stilistisch erkennbar.


Die Zeit der Romantik brachte romantische Verklärung. Nach vielen Kriegen ist das Volk ermüde und ausgeblutet. Der Durchmarsch vieler fremder Truppen lässt das Volk nach Schönheit und Frieden sehnen. Man malt sich die Welt schön, verklärt die eigene Situation. So entsteht vielfach idyllische Landschaftsmalerei. In Franken werden die hier typischen Bildstöcke in diese Bilder aufgenommen und finden so auch überregional Beachtung.


Die Gegenwart: Die Zeit nach den Weltkriegen ist eine des Wiederaufbaus. Für Bildstöcke hat man kaum Zeit oder Interesse. Vielfach wurden auch die zerfallenen Bildstöcke gemalt und somit auf den Zerfall vielleicht unbewusst hingewiesen. Als Wahrzeichen Frankens entstand ein denkmalschützerischer Gedanke für die Bildstöcke. Im Zuge der Flurbereininung wurde oft auch erwartet, dass neue Bildstöcke gesetzt werden. Es kommen jetzt aber keine barocken Motive mehr zum Einsatz, sondern zum Beispiel neogotische. Gerade in Verbindung mit der Flurbereinigung in den Weinbergen werden nun Weinmotive, der Weinheilige Urban und die Frankenapostel Kilian, Totnan und Kolonat abgebildet. Hier und da finden sich aber auch heute noch Pietà und Kreuzigungsszenen. In dieser Zeit wurde auch mit den Materialien experimentiert. So wurde auch das heimische Muschelkalk verwendet. Es haben sich aber dadurch auch die Formen geändert, weil man in den harten Stein nicht so filigrane Formen schnitzen konnte. Auch eigentlich fremde aber modische Formen wie die Lourdes Madonna kamen in Franken nun häufig zum Einsatz.

Herstellung, Materialien und Erhaltung


Der dritte Teil der Ausstellung zeigt den Abbau des Gesteins in der Region, die durch die Trias vornehmlich Sandstein (in verschiedenen Verfärbungen von rot, violett, grünlich und gelblich) und Muschelkalk hervor bringt. Wo es Steinabbau gab, gab es auch Steinmetze und Bildhauermeister. Deren Arbeit und Arbeitsmaterialien zeigt die Ausstellung anhand verschiedener Werkzeuge und eines Videos.


Die Werkstätten in Egenhausen sind seit 1613 namentlich bekannt. Steinmetzzeichen können aber meist nicht mehr namentlich zugeordnet werden. Hans Österlicher konnte man jedoch recherchieren. Die Ausstellung zeigt alte Fotos aus den Steinbrüchen. Man erkennt: Frauen luden die Steine im Steinbruch auf. Die Steinmetze arbeiten vom Bruch bis zur Auslieferung in einer Familie. Ganze Familie mit eingebunden; ganze Generationen arbeiten mit.


Auch über die Restaurierung und Erhaltung vorhandener Bildstöck klärt die Ausstellung auf. Die frühere Methode den Bildstock in Acrylharz zu tauchen wird nun kaum noch angewandt, weil dies den Bildstock verschließt und unveränderbar macht, so dass weitere Restaurierung fast ausgeschlossen ist. Man verwendet daher nun häufig Kieselsäureester, eine Flüssigkeit mit ganz feinem Sandstein, die nach dem Auftragen die Oberfläche verfestigt.


Schön fand ich den Hinweis der Gästeführerin, dass gerade Sandstein oft bewusst als Symbol der Vergänglichkeit benutzt wurde. Der Verwitterung ausgesetzt, zerrieselt der Stein nach und nach.

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Samstag, 10. September 2011

Ich wünscht ich wär - vertont

Ich hatte ja die Kindergeschichte meiner Mutter mit dem Titel "Ich wünscht ich wär" mit Fotos versehen und auf unserer Seite zum Download angeboten (Text und Fotos als PDF). Christian Spließ hat die Geschichte sehr schön vertont:

Anachorete-Podcast 5: Ich wünscht ich wär... by Spliess

Seinen Blogartikel dazu findet man hier.

Danke, Christian!

Sonntag, 7. August 2011

Stefan Grasse Trio

Das Konzert des Stefan Grasse Trios heute Abend hat den Besuchern sichtlich gefallen. Leider musste das als open-air geplante Konzert wegen des unbeständigen Wetters im Jagdsaal stattfinden, was wiederum für die Akustik sehr gut war.


Foto: Stefan Grasse (Foto Elke Tober-Vogt)


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Donnerstag, 28. Juli 2011

kleinstes schloss in nordbayern

Suchbegriffe, die ins Schloss führten



Im März und im Mai hatte ich mich schon mal der Analyse der Keywords gewidmet mittels derer Besucher (unter anderem) auf unserer Website barockschloss.de landen. Es ist Zeit wieder mal einen Blick darauf zu werfen…

auf schloss heiraten?

Ja, kann man. Warum so zögerlich?!

14.7. sascha lobo würzburg

Ja, den habe ich neulich gesehen. Der hat mich sogar erkannt. Das war ein Nerd-Kompliment.

97514 Oberaurach

Keine Ahnung, wo das ist. Aber Google sagt es mir. Jedenfalls nicht hier.

baumhaushotel

Nee, dass nu leider noch nicht.

camere degli scapoli

Stimmt. Mit dem Suchbegriff gelangt man auf unsere italienische Unterseite zu den Zimmern im Hotel: http://www.barockschloss.de/zi-ital.html

gada

Nicht doch lieber gaga?

geschenk barrock

Ähm, wie jetzt? Bar oder Rock? oder Barock? Bin da für alles zu haben.

kleinstes schloß in nordbayern zum übernachten

Naja, ob wir wirklich das kleinste Schloss sind?

love hotel schloss

Da sag ich jetzt lieber gar nichts zu...

neulitzheim

Auch schön! Bei uns gibt es ja jede Menge -itzheims. Aber noch kein Neulitzheim.

schneekoppe

Nein, nicht wirklich.

uss schloss castle

United States Ship? Ich war ja schon in der U.S. Air Force und auch in der U.S. Army, aber in der U.S. Navy noch nicht.

von volkach nach zeilitzheim

Ja, auch Volkacher sind uns herzlich willkommen.

werfen

Klar doch. Aber bitte nicht auf mich!

route coburg über schweinfurt nach frankfurt

Ja, die wäre perfekt für einen Abstecher bei uns im Schloss!

Sonntag, 3. Juli 2011

Portugiesisches Pferd im Schlossgarten

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Zum Abschluss des Zeilitzheimer Sommers "Begegnung mit Portugal" führte Joao Mimoso mit Pferd die Dressurarbeit am langen Zügel vor.

Weitere Fotos bei flickr...

Samstag, 2. Juli 2011

Zeilitzheimer Sommer: Erste Eindrücke

Elke Tober-Vogt hat am gestrigen am Eröffnungsabend des Zeilitzheimer Sommers schon mal fotografiert im Jagdsaal des Schlosses. Einen Teil dieser Fotos hat sie bereits zur Verfügung gestellt für das Schlossblog. Hier sind zwei:

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Donnerstag, 30. Juni 2011

Groha Fotoshooting im Schloss

Anfang März machte die regionale Firma Groha Frisuren (mit zahlreichen Filialen in der Region Mainfranken) ein Fotoshooting bei uns im Schloss Zeilitzheim. Entstanden ist - neben den vielen Fotos, die die neue Werbekampagne unterstützen - auch ein kurzes aber sehr stimmungsvolles Video, ein sogenanntes "making of" der ausführenden Werbeagentur David&Goliath.

Groha Making of from David&Goliath on Vimeo.

Dienstag, 28. Juni 2011

Barockschloss: Das Spiel - Das Zweite

Wer möchte bei der Entwicklung eines Brettspiels hinter die Kulissen schauen?



Wer das Schlossblog schon länger liest, hat schon mitbekommen, dass ich im vergangenen Jahr Dank Karin Janners Anregung und durch ihr Startup Spieltz! ein Brettspiel zum Schloss entwickelt habe. Frühere Beiträge dazu gibt es hier: http://zeilitzheim.blogspot.com/search/label/Spiel

Da ich unseren Gästen im Kaminzimmer eine ganze Spielekiste mit Spielen möglichst mit Schlossbezug zur Verfügung stellen möchte, arbeite ich nun am zweiten Brettspiel zum Schloss. Da mir das "Crowdsourcing" schon beim ersten Spiel wesentlich geholfen hatte (Maria Shipley gab die zündende Idee für das Spiel) und das Ganze so auch mehr Spaß machte, werde ich diesmal den Entstehungsprozess des Spiels für interessierte "Zuschauer" transparent machen. Diese können und dürfen aber auch ihren Senf dazu geben.

Wer Interesse daran hat zu erfahren, wovon das nächste Schloss-Spiel handeln wird, oder auch Ideen dazu einbringen möchte, schreibe mir bitte per Kommentar, Facebook, Twitter, E-Mail, Post oder Rauchzeichen. Ich sende dann den Link zum Online Dokument zum Mitmachen (nur für "Eingeweihte").

Wer macht mit?!

Foto: Das erste Barockschloss-Spiel, das es schon online zu bestellen gibt bei Spieltz!

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Der Schlosshof am Sommerabend

Castle Courtyard by barockschloss
Castle Courtyard, a photo by barockschloss on Flickr.

Samstag, 21. Mai 2011

Das Widget zum Kulturmanagementbuch

Wie bereits erwähnt, durfte ich für das Buch "Social Media im Kulturmanagement" ein Kapitel über den Einsatz von Social Media bei uns im Schloss beisteuern. Im Widget unten findet man eine Übersicht des Buchinhaltes sowie ein Probekapitel (das von Wolfgang Gumpelmaier zum Thema Crowdfunding).

In unserem Podcast schweinfurtundso.de, der im Buch auch Erwähnung findet, haben Florian Kohl und ich in unserer Folge vom 11. Mai kurz über das Buch gesprochen.

Der mitp Verlag schreibt über das Buch:

Dieses Buch basiert auf der Konferenz stART10, die sich mit aktuellen Möglichkeiten des Kulturmanagements in Zusammenhang mit dem Internet und Social Media beschäftigt. Von Grundlagen zum Einsatz von Social Media über Forschungsergebnisse bis hin zu konkreten Praxisbeispielen von Orchestern und Museen gibt dieses Buch einen umfassenden Einblick in PR-Möglichkeiten für Kultureinrichtungen.

- Praktische Grundlagen und aktuelle Forschungsergebnisse

- Erfolgreiche Social-Media-Strategien von Kulturbetrieben

- Ausblick auf die Herausforderungen an neue Geschäfts- und Finanzierungsmodelle

Dieses Buch gibt einen umfassenden Einblick in den aktuellen Stand der Entwicklung sowie Einsatzmöglichkeiten des Social Web im Kulturmanagement.

Sie erhalten eine Einführung in die wichtigsten Social-Media-Dienste und das Potential von Communities für Kulturschaffende. Praxisbeispiele einzelner, sehr erfolgreicher Social-Media-Strategien zeigen Ihnen, was sich mit dem Einsatz von Social Media heute erreichen lässt. Darüber hinaus wird in einigen theoretischen Abhandlungen die veränderte Kommunikation und Rezeption durch das Social Web im kulturhistorischen Kontext reflektiert. Und auch die veränderten Anforderungen an künftige Geschäfts- und Finanzierungsmodelle wie z.B. durch Crowdfunding werden detailliert erläutert. Zum Abschluss werden aktuelle Umfrage- und Forschungsergebnisse zum Einsatz von Social Media im Kultursektor vorgestellt.

Dieser Band basiert auf den wichtigsten Vorträgen der Konferenz stART10. Die stARTconference ist die erste Konferenz im deutschsprachigen Raum zum Thema Social Media im Kulturbereich. 2010 fand sie zum zweiten Mal in Duisburg statt. Kulturschaffende, Künstler, Kultureinrichtungen, Vertreter aus der Kulturwirtschaft und Social-Media-Experten diskutierten gemeinsam über das Potenzial des Web 2.0 im Kunst- und Kulturbereich.

Die Website zur stART: www.startconference.org.

Über die Herausgeber:

Karin Janner hat Kultur- und Medienmanagement an der HfMT Hamburg studiert und ist in Berlin freiberuflich als Kulturmanagerin, Beraterin für Marketing und PR und Trainerin/Workshop-Leiterin tätig. Ihre Schwerpunkte sind Online-Kommunikation und Social Media. Sie betreibt mehrere Blogs und hat 2009 gemeinsam mit Christian Holst, Frank Tentler und Christian Henner-Fehr die stARTconference ins Leben gerufen.

Christian Holst studierte an den Universitäten Lüneburg und St. Gallen Kulturwissenschaften und BWL. Von 2004 bis 2006 war er Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit am Oldenburgischen Staatstheater. Heute ist er in der Geschäftsleitung der euro26 Schweizer Jugendkarte AG tätig.

Axel Kopp studierte Angewandte Literatur- und Kulturwissenschaften an der TU Dortmund (B.A.) und Kulturwissenschaft und Kulturmanagement an der PH Ludwigsburg (M.A.). Während seines Studiums unterstützte er als Assistent das stART-Team. Seit 2011 ist er im Renitenztheater (Stuttgart) für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig.



Hier gibt es das Buch bei Amazon.

Samstag, 14. Mai 2011

Der Elefant jagt den Drachen

Das ist das Motto der Indienwoche in unserem Hause, die am Mittwoch begann und noch bis Mittwoch kommender Woche andauern wird. Eine Fülle von Veranstaltungen hat der Organisator (Jens-Volker Haupt aus Volkach) sich ausgedacht und ins Leben gerufen.

Am morgigen Sonntag gibt es zum Beispiel einen Diavortrag von Daniel Wirth, der mit dem Motorrad von Volkach bis nach Kerala, der Südspitze Indiens gereist ist. Es folgt ein Vortrag des Würzburger Franziskanerpaters Dr. Klaus Bäuerle. Am Sonntagabend um 18 Uhr gibt es Jagdsaal des Schlosses dann ein Benefizkonzert zu Gunsten indischer Kinderheime. Zu allen Veranstaltungen ist der Eintritt frei. Spenden werden natürlich gerne entgegen genommen (alle an der Veranstaltungen beteiligten Vereine sind berechtigt Spendenquittungen auszustellen).

Freitag, 13. Mai 2011

Mai in Zeilitzheim



Wer das Original als PDF runter laden möchte (ca. 760 KB), kann dies noch begrenzte Zeit unter diesem Link tun.

Dienstag, 10. Mai 2011

Umwege, die ins Schloss geführt haben

Am 14. März habe ich ja schon mal einen Blogartikel den Suchbegriffen gewidmet, die Suchende zur Website des Schlosses führten. Es folgt eine Auffrischung dieser "Analyse".

marina von halem mutter

Ja, Marina von Halem ist eine Mutter. Sie ist sogar meine Mutter.

zeilitzheim barockschlösschen

Ja, das ist es. Ein Schlösschen. Ein Barockschlösschen. Die domain ist aber dennoch etwas weniger goldig: barockschloss.de

aufflug in Franken

Ich hoffe der Suchende ist nicht ganz aufgeflogen.

barockt teich

Rocken? Am Teich? Yeah, baby!

brünnstadt nach links

Ich hoffe, dass diese Person dann aus Gerolzhofen kam, denn dann findet sie beim Abbiegen in Brünnstadt nach links tatsächlich Zeilitzheim.

christliche hotels gastgeber würzburg

Nicht ganz. Aber nah genug. Auch Christen sind uns immer herzlich willkommen.

essen -essen gehen

Hier verwendet jemand die höhere Kunst der booleschen Suchbegriffsparameter an. Viele Ergebnisse, die sowohl das Wort "essen" beinhalten, als dieses auch ausschließen, dürfte es aber nicht geben. Zum Schloss findet man so aber wohl dennoch.

elefant jagt drachen

Ja, hier sind Sie bei uns richtig! Der Elefant jagt tatsächlich den Drachen und zwar während der Indischen Woche im Schloss vom 11.-18. Mai 2011.

faxgeräte mit schloß

Wer hat eigentlich noch ein Faxgerät? Und wozu dieses abschließen? Ich bin jedenfalls drauf und dran unser Faxgerät abzuschaffen bzw. auszustöpseln. Spätestens wenn ich wieder neues Briefpapier drucke ist es dann soweit für diesen überfälligen Schritt.

hinweis auf pünktlichen beginn der veranstaltung

Naja, manchmal fangen die Konzerte auch 5 Minuten später an. Aber meist doch recht pünktlich. Habe ich auf der Website irgendwo darauf hingewiesen? Ja, tatsächlich! Folgendes steht in der FAQ zu den kulturellen Veranstaltungen: "Wie lange vor Beginn der Veranstaltung muss ich denn erscheinen? Wenn Sie eine Sitzplatzreservierung durch Vorauszahlung des Eintrittspreises haben, genügt es in der Regel ca. 15 Minuten vor planmäßigem Beginn der Veranstaltung im Schloss anzukommen, um ggf. seinen Mantel aufzuhängen und seinen Platz zu finden. Wenn Sie Ihre Karten an der Abendkasse kaufen möchten, empfiehlt sich eine Ankunft von 20-30 Minuten vor planmäßigem Beginn der Veranstaltung. Diese beginnen meist pünktlich. Sollten Sie zu spät kommen, warten Sie bitte bis zur Pause, oder bis mal geklatscht wird, bevor Sie in den Veranstaltungssaal kommen."

schloss spiele für kinder

Hereinspaziert! Ich habe da genau das Richtige für Sie... http://barockschloss.de/spiel.html

welches schloß ist von der a70 zu sehen?

Unseres eigentlich nicht. Ausser man hat Adleraugen.

zeiletzheim, zeilidsheim, zeilirzheim, zeilitzheuim, zeitlitzheim

Alles Schreibweisen von Zeilitzheim die zeigen, dass dies doch ein recht schwieriger Ortsname ist für viele Menschen.

katalin von halem

Wer googlet da nach meiner Frau?!

Foto: Enegriesparbirne (gesehen in Zeilitzheim)

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Mittwoch, 4. Mai 2011

Enkelkinder

Schlossblogbeitrag von Marina v. Halem

Alle vier Enkeltöchter wachsen zweisprachig auf. Klara und Leana in Brno, Tschechien, sprechen deutsch und tschechisch, Katharina und Isa in Zeilitzheim deutsch und ungarisch. "Liebe Amama", schreibt die 7jährige Leana, die in Brno in die Schule geht, "ich habe mich sehr über deine beiden briefe gefrojt. Zehr gerne würde ich nochmal aine pferde ku´cen fat machen" (Das bezieht sich auf unsere einwöchige Planwagenfahrt im letzten Sommer)....." Wir famisen dich auch zehr..."

Isa, Katharina und ich sind oft im Garten. Immer wird "gekocht" und gegessen:  zerrupfte Blättchen, Gänseblümchen, Steinchen. Ist kein Teller oder Becher vorhanden, leistet ein Häufchen Gras Ersatz, ein Stöckchen ist die Gabel. Ist das Spiel zu Ende - schwups, wird das Gras in alle Winde gefegt. Spielzeug ist wirklich nicht nötig; Mutter Natur liefert alles.

Bollerwagen

Montag, 2. Mai 2011

Barockschloss - Das Spiel (Interview)

Kürzlich gab ich Karin Janner von Spieltz! ein kurzes Interview zum Barockschloss-Brettspiel. Das Interview mit einem schönen Foto des Spiels von Karin gibt es im Spieltz-Blog.

Foto: Spielsachen.

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Mittwoch, 20. April 2011

Wanderung im Paradies

Mit Gabi Bergauer auf dem Quittenlehrpfad unterwegs


Gabi Bergauer aus Astheim lernte ich vor einigen Jahren kennen, als ich noch den Redaktionssitzungen der Zeitschrift MainZeit beiwohnen durfte. Wir besprachen regelmäßig die bevorstehenden Themen des Tourismus- und Freizeitmagazins der Volkacher Mainschleife. Ich vertrat dort in erster Linie die Anliegen der Mainschleifenorte der Gemeinde Kolitzheim bzw. das war der Sinn hinter meiner Anwesenheit. Natürlich ging es mir - wie den anderen Redaktionsmitgliedern auch - um ein harmonisches Ganzes. Gabi ist eine der wichtigsten beitragenden Autorinnen. Als Gästeführerin an der Mainschleife bringt sie seit über fünfzehn Jahren Besuchern unserer Region die Gegend näher. Im Jahre 2008 veröffentlichte sie dann den passenden Reiseführer für die Region: "Die Volkacher Mainschleife und ihr reizvolles Umland".

Über Facebook kamen Gabi und ich wieder in Kontakt. Wir tauschten uns aus zu technischen Tipps zu Social Media und so kamen wir wieder ins Gespräch. Vor allem erfreue ich mich aber an ihren Beiträgen auf der Facebookseite zum Reiseführer, die Lust machen die von ihr vorgeschlagenen Touren zu erleben. Um uns mal wieder auszutauschen verabredeten wir uns für Dienstagnachmittag. Aber nicht etwa einfach nur so zum Tee. Nein: Wenn schon mit einer erfahrenen Gästeführerin unterwegs, dann wandernd.

Vereinbarter Treffpunkt: Astheim, am Startpunkt des Quittenlehrpfads. Vereinbarte Kleidung: Festes Schuhwerk und lange Hosen (falls die Zecken auch unterwegs sein sollten). Ich habe mir einen Buschhut aufgesetzt, da die Sonne kräftig auf uns herab schien. Wir marschierten los, zuerst zügig sportlich, fanden dann aber einen gemächlicheren Rhythmus.

Quittenlehrpfad. Klingt akademisch. Wer aber schon meine kleine Geschichte über die Quittenernte des vergangenen Jahres gelesen hat weiß, dass das Wort "Quitte" genug Anreiz für mich ist, mich sogar auf einen Lehrpfad zu begeben. Und neben der sachkundigen und sehr netten Begleitung von Gabi gibt es noch einen weiteren, guten Grund dies genau jetzt zu tun: Die Quittenbäume blühen in voller Pracht! Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich weit die Quittenblüte ist. Während schon manch Sorte abgeblüht ist und andere in voller Blütenpracht stehen, steht manchen noch die Blüte bevor. Kein Wunder: Über 200 verschiedene Quittensorten soll es geben. Wie viele davon wohl an der Mainschleife wachsen?

Wir liefen am Hang oberhalb des Maines entlang, der Blick immer wieder über das Maintal schweifend, wo sich Lastschiffe auf und ab schieben und mit ihren blauen und weißen Aufbauten zwischendurch immer wieder ungewohnte, sich bewegende Farben in die grün-gelbe Landschaft fräsen. Das Vogelgezwitscher ist zu dieser Zeit besonders intensiv. Da wird wohl fleissig umeinander geworben. Oder die Vögel freuen sich - wie wir - einfach nur über das warme Wetter mit kühler Brise. Einen Specht hörten wir auch, konnten ihn aber nicht ausfindig machen. Zwischen den Obstbaumreihen hier und da Bienenstöcke und an den Quittenfrüchten eifriges Gesummse.

Gabi führte mich auch an die Astheimer Rangedälli (Rangenteile) an denen ihre Großeltern einen Weinberg hatten. Im Buch erzählt sie von "Omas Rolle rückwärts": Eine Anekdote einer Traktorfahrt mit Folgen. Es sind auch diese familiären Anekdoten, die diesen Reiseführer so lesenswert machen. Das Prädikat "besonders wertvoll" bekommen von mir auch Gabis Hinweise zur Nachhaltigkeit im Buch. So schreibt sie davon, die Leser mit auf ihren Lieblingsweg zu nehmen und wünscht sich, dass diese das Paradies nicht gefährden, indem sie sich zum Beispiel tütenweise an den Früchten des Paradieses bereichern. Sie denkt dabei auch an die Bauern, die diese Obsthänge pflegen und davon leben.

Einer dieser Obstbauern ist der Initiator des Quittenlehrpfads selbst: Marius Wittur aus Eisenheim hat ihn angelegt und hat mit dem Quittenrekultivierungsprojekt an der Mainschleife bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt. Auf der Seite http://mustea.de/ bekommt man Einblicke in sein umfangreiches Projekt. Was mich an Marius Witturs Projekt fasziniert, ist dass es ein absolutes Nischenprojekt ist. Er hat sich auf Quitten spezialisiert und weckt durch seine Begeisterung diese auch bei anderen. Und gerade das hat Gabi durch die nachmittägliche Wanderung durch die Rangedälli in mir entfacht: für die schöne Astheimer Flur, das Weinland und die Quitte. Und Zecken habe ich mir auch keine eingefangen.

Der Reiseführer von Gabi Bergauer ist im Buchhandel erhältlich:


Die Volkacher Mainschleife und ihr reizvolles Umland. Unterwegs mit einer einheimischen Gästeführerin. Franken erwandern - erradeln - erfahren. 12,80 Euro - ISBN 978-3-00-023915-1

Und natürlich über Amazon.

Da Informationen in solch Reiseführern auch schnell mal überholt sein können (Anbieter schließen, Öffnungszeiten ändern sich etc.) bietet Gabi mit dem Leserservice auf ihrer Internetseite einen wertvollen Dienst an.

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Dienstag, 19. April 2011

Ein richtiges Buch

Schlossblogbeitrag von Marina v. Halem

Also, ich kann auch über andere Dinge sprechen oder schreiben als immer nur über den Schlossgarten. Obwohl ich das sehr gerne tue, denn hunderte von Osterglocken überstrahlen das Wiesengrün mit ihrem Gelb; rote und gelbe Tulpen setzen fröhliche Farbflecken in die grünen Inseln von Frauenmantel und Wolfsmilch; silbrige Blättchen umfangen die blass-violetten Blüten der Kuhschelle; tausend weiße Blütchen übersäen den Spireenbusch; die Hyazinthen duften .... betörend, würde Goethe sagen. Da sind wir bei der Literatur. Seit etwa 25 Jahren führe ich für die Volkshochschule einen Literaturkreis. Unsere letzte Lektüre war Martin Walsers Roman "Ein liebender Mann" über die Liebe des 73jährigen Goethe zu der 19jährigen Ulrike von Leventzow. Die frech-furchtlose Elke Heidenreich hatte die Spätwerke von Grass und Walser als "ekelhafte Altmännerliteratur" bezeichnet, hatte aber nach dem Erscheinen von "Ein liebender Mann" ihr Urteil über Walser revidiert. Das Meininger Theater hat dieses Stück über Goethes leidenschaftliche letzte Liebe auf die Bühne gebracht. Theaterstück und Buch sind wunderbar! "Was ein richtiges Buch ist", schreibt Kurt Tucholsky, "das muss den ganzen Haushalt durcheinanderbringen: die Familie prügelt sich, wer es weiterlesen darf, die Temperatur ist beängstigend, und Mittag wird überhaupt nicht mehr gekocht."

Ihre
Marina v. Halem

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Sonntag, 3. April 2011

Ostermarkt im Barockschloss

Der Ostermarkt hatte mit etwa 40 Ausstellern rund 10 mehr als in den vergangenen zwei Jahren. Auch die Besucherzahl nahm gegenüber dem Vorjahr zu, was sicherlich auch dem schönen Sommerwetter zu verdanken war!

Die ersten von Besuchern gemachten Fotos erreichen mich nun auf verschiedenen Wegen und auch ich habe angefangen Fotos zu sichten und hoch zu laden:


Created with Admarket's flickrSLiDR.

Freitag, 25. März 2011

Das Schloss Ende März

Beitrag von Marina von Halem


Es wird wieder Frühling - das ist die aufregendste Nachricht! Der Garten wird nun wieder schön gemacht, vieles musste geschnitten werden. Hilmar Spiegel, der gute Geist der Apfel-, Kirsch- und Quittenbäume und der Rosen, arbeitete tagelang. Alexander schnitt Überzähliges wie viel alten Efeu und von der Schneelast im Januar heruntergerissenes, altes schönes Geißblatt von der Nordwand des Innenhofes. Bald wird er an die Sanierung des arg bemoosten Rasens gehen. Der Hof bekam neuen Kies, kaputter Sandstein an Fensterbänken (nur einigen! Den schlechtesten!) wird noch ausgebessert und die Umfassung der Portaltreppe neu verputzt. Dazu helfen angesparte Mittel des Förderkreises, wofür wir diesem bzw. unseren Mitgliedern sehr dankbar sind.

Das erste Konzert der Saison wurde von einem Duo Flöte/Klavier bestritten und war wunderschön mit Musik von Beethoven, Mozart und Schubert.

Der Ostermarkt am 3. April steht vor der Tür: Ausgesuchtes schönes Kunsthandwerk, ein paar kostbare Leckereien, handgemacht oder aus kleiner Manufaktur, ein großes "Schlosscafé".

Ansonsten müssen wir noch ein wenig warten auf Dinge, die im Mai und Juni geschehen: ein indisches Programm, das von unserem Förderkreis-Mitglied "der ersten Stunde", Jens-Volker Haupt aus Volkach als Benefizprogramm veranstaltet wird (11.-18. Mai), auf Verena Richardsens Konzert "Zur blauen Stunde" am 2. Juni (Orchesterkonzert der Rudolf-Steiner-Schule aus München-Daglfing) und vor allem auf den "Zeilitzheimer Sommer: Begegnung mit Portugal". Schauen Sie doch mal ins Veranstaltungsprogramm auf unserer Internetseite!

Wir würden uns freuen, Sie zu einem dieser Anlässe im Schloss Zeilitzheim zu sehen!

Ihre
Marina v. Halem

Freitag, 18. März 2011

Die Kunst des Erzählens

Erzählseminar mit Dr. Norbert Kober


Das Thema Storytelling begleitet mich schon länger und taucht daher an jeder Ecke auf. Ein besonderer Glücksfall war es, dass ich am vergangenen Mittwoch als Gästeführer Weinerlebnis Franken an einem vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten geförderten Seminar des Erzählkünstlers Dr. Norbert J. Kober teilnehmen durfte.

Norbert Kober unterrichtet u.a. an der Goldmund Erzählakademie in München. Den 45 Damen und 5 Herren des Seminars (ein Netzwerktag der AnbieterInnen erlebnisorientierter Angebote in Weinbau und Landwirtschaft) bereite Norbert Kober in der Kürze des Eintagesseminars einen guten Überblick und Einstieg in das Erzählen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Norbert Kober begann immer mit der Praxis: Er erzählte und Geschichten (wobei das zu einseitig klingt, denn wir waren immer mittendrin und nicht nur "Publikum") bevor er dann die Theorie hinter dem Vorgetragenen erklärte. Schon sehr schnell lagen wir ihm zu Füßen und hätten ihm gerne noch stundenlang zugehört.

Zum Arbeiten mit Kindern führte er uns das bildgestützte Erzählen vor. Wichtig sind für Kinder vor allem auch die Dialoge in den Geschichten. Anstatt bei den Kindern Lösungen abzufragen, sollten wir immer nach deren Ideen fragen. Alle diese Antworten der Kinder sind richtig, alle Ideen werden zugelassen. Die etwaige Lösung oder den Fortgang der Geschichte erklärt der Geschichtenerzähler dann selbst. Wichtig sei bei der Arbeit mit Kindern auch, Spielregeln festzulegen, die es selbst den stilleren Kindern erlauben, sich zum Mitmachen zu trauen. So ist es hilfreich, die Antworten per Handzeichen abzufragen. Norbert Kober erläuterte auch die Tonusarbeit (Körperarbeit): Durch Mitmachen oder Ausrufen löst sich die Körperspannung der Kinder. Diese Bewegung entlastet sie und erlaubt es ihnen besser zuzuhören und mitzumachen. Theaterpädagogisch setzte er die Szenen um, indem er uns diese nachspielen ließ. Das funktionierte erstaunlich gut, obwohl wir das Kind in uns teilweise erst wieder entdecken mussten. Wichtig seien bei dem Geschichtenerzählen auch Rituale. So haben viele Geschichtenerzähler ihren eigenen ritualen Einstieg in die Erzählsituation. Sehr schön wird das in diesem Video mit Norbert Kober erklärt:



Anhand dieses Videos könnt Ihr Euch auch schon ganz gut vorstellen, wie gebannt wir unserem Erzähler zuhörten!

Für Kinder und Jugendliche ab dem Grundschulalter gab Norbert Kober uns einen Einstieg in die Theater-Erzählpädagogik. Diese partizipative Kunstform, in der Geschichten von möglichst allen Beteiligten szenisch umgesetzt werden, ermöglicht einen Wechsel der Beobachtungsperspektive. Jeder muss jeden anderen beobachten. Als Erzähler kann und muss man für diese Arbeit in die Stoffe/Texte eingreifen und diese verändern, um sie anzupassen. Geschichten müssen ggf. ausgedünnt werden und - wenn es droht langweilig zu werden - ein Plot erstellt werden. Der Geschichtenerzähler baut die Szenen dabei in einem Handlungsgefüge, in einem Beziehungsgeflecht auf. Den Firlefanz lässt man weg und erstellt dabei ein Gerüst. Was trägt die Geschichte? Was ist nur Dekoration? Sind darin noch zu viele literarische Schönheiten? Was ist die eigentliche Handlung? Die Geschichte sollte den Kindern vorher nicht bekannt sein oder nur rudimentär, um das Überraschungsmoment nicht vorweg zu nehmen. Ziel ist es die Kinder und Jugendlichen selbst zum Erzählen zu bringen. Die Sprache ist hierbei ästhetische Dimension, nicht nur Werkzeug.

Norbert Kober zeigte auf, wie man mittels eines selbst erstellten Geschichtsbaukastens mit Modulen und einem Gerüst (Protagonisten, Orte, Gegenspieler etc.) mit jeder Gruppe spielend leicht eine neue und nur für diese Gruppe spezifische Geschichte erarbeiten bzw. erspielen kann. Wichtig sei bei diesem theaterpädagogischen Ansatz, dass wir als Gruppe die Geschichte nur für uns spielen, nicht etwa, um sie für einen Auftritt einzustudieren.

Norbert Kober erklärte auch den typische Aufbau der Heldengeschichte, die mythologische Struktur vieler Geschichten des Abendlandes. Er legte uns das Storyboarding nahe, eine Technik über die ich im Zusammenhang der Erstellung von Präsentation ja schon zu Alexandra Graßlers Präsentation beim Knowledgecamp berichtete.

Es folgte eine Übung der Übersetzung einer schriftlichen Vorlage in eine mündliche Erzählung. Die so erarbeiteten Geschichten übten wir erst mit uns selbst und dann mehrmals in kleinen Arbeitsgruppen, ein Vorgang der immer besser wurde, weil wir zwischendurch wieder neue Tipps bekamen, wie wir die Geschichten lebendiger werden lassen konnten.

Zum Schluss übten wir auch das biographische Erzählen, was für die anwesenden Kräuterführer und Weingästeführer ja ein wichtiger Bestandteil ihrer Führungen ist. Die Übung kratzte so manche verschlossene Seelenstellen der Teilnehmerinnen an und ich bin mir sicher, dass diese Introspektion noch so manche Geschichte der Beteiligten lebendig werden lässt.

Ich habe jedenfalls wieder große Lust bekommen Geschichten zu erzählen: Meinen Kindern, natürlich, aber auch den Besuchern des Schlosses, im Rahmen von Schlossführungen. Da heißt es nun üben, üben, üben. Denn nur die Praxis macht einen besser.

Montag, 14. März 2011

Lustige Suchbegriffe die zum Schloss führten

Angeregt durch eine Blogartikelserie im Bachmichels-Haus Blog von der @apfelmuse beschloss ich auch einige teilweise lustige Suchbegriffe, durch die Leute auf unserer Internetseite barockschloss.de gelandet sind, zu teilen.

holztüren-geschichte

Die Holztür des Schlossportals erzählt bestimmt wirklich eine interessante Geschichte. Allerdings ist mir nicht ganz klar welche. Auf dieser ist eine etwas mürrisch dreinblickende Figur mit verschränkten Armen zu sehen. Ich nenne sie daher den "Wächter". Nicht gerade einladend, diese Körperhaltung. Vermutlich sollte der Wächter die bösen Geister aus dem Haus fern halten. Ich bin gespannt, welche interessanten Holztüren-Geschichten der/die Suchende noch alles im Netz gefunden hat!

brasilianisches bohnengericht

Ja, Bohnengerichte gibt es bei uns tatsächlich, nämlich im Rahmen der Mahlzeiten gemeinsam mit den Künstlern zu unseren Veranstaltungen. Also nicht zu jeder. Und nicht unbedingt brasilianisch. In diesem Jahr wird es zum Beispiel portugiesische und argentinische Bohnengerichte geben. Das erinnert mich an ein Sprüchlein aus meiner Kindheit in Schottland: "Beans beans are good for your heart. The more you eat, the more you...".

gäste sagen danke für feier

Das ist in der Tat schön, wenn Gäste sich für eine Feier in unserem Hause bedanken. Dass man konkret im Netz nach solchen Aussagen sucht (und uns dann findet) war mir neu. Aber schön!

mannheim und seniorenband

Mannheim liegt doch etwas weiter weg und eine Seniorenband spielt bei uns im Schloss derzeit nicht. Es hat jedoch schon vor vielen Jahren die Schweinfurter Seniorenband im Rahmen unseres damaligen Kellerfestes gespielt. Die Band scheint es auch noch zu geben. Wie alt die Herren wohl jetzt sind? Vielleicht hat sich die Gruppe ja auch "verjüngt".

teich mit behindertengerechten zugang

Unser Teich ist sicherlich für viele Menschen, natürlich abhängig von der jeweiligen Behinderung (und irgendeine haben wir ja alle mindestens eine), zugänglich. Doch kommt es selten vor, dass dort auch jemand hinein geht. Vielleicht ist aber auch nur gemeint, dass man mit dem Rollstuhl bis zum Teich kommt, um an diesem der Musik der Frösche zu lauschen. Das geht. Allerdings müsste der Rollstuhl ein paar Stufen die Gartentreppe hinunter getragen werden oder einen weiteren Umweg über den Feldweg entlang des Baches zum Hintereingang des Gartens machen. Mich würde interessieren, welche Teiche mit behindertengerechtem Zugang so alles im Netz gefunden wurden.

hans-hilman von halem

Ich las zuerst: "fans hilmann von halem": Das sähe mein Vater, Hilmann von Halem, sicherlich nicht so gerne, weil er sein Leben lang mit dieser falschen Schreibweise seines Namens konfrontiert wird. Schön aber, dass er offensichtlich Fans im Internet hat, die so nach ihm suchen. Aber dem war ja gar nicht so. Gesucht wurde wohl Hans-Hilmann von Halem, genannt "Hali", der mit der Quandt Erbin Inge Quandt verheiratet war und sich Weihnachten 1978 auf ihrem Totenbett das Leben nahm. Das Manager Magazin dazu:
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,415340,00.html

schloss karlstadt

Weit gefehlt. Bis Karlstadt sind es dann doch noch einige Kilometer. Hilfreich für diesen Suchbegriff war es aber wohl, dass unsere ehemalige Förderkreis-Vorsitzende Bettina Winter in Karlstadt wohnt.

catharina v. halem

Sucht etwa schon jemand nach unserer erst fünfjährigen Tochter Katharina oder gibt es noch eine Kusine Catharina, von der ich (noch) nichts weiß?

eibenhecke or kräutergarten

Ja, beides haben wir. Interessant, dass sich der Suchende hier eines Boole'schen Parameters bedient. Sicherlich ein Nerd (ein Begriff, den ich mit Wertschätzung verwende).

essen mit kinder in franken

Dieser Mensch hat verstanden, dass Suchmaschinen sicherlich weniger grammatikalisch arbeiten (müssen).

geburtstag feiern im barock

Mit dieser Suche ist man bei uns eigentlich genau richtig. Für die passenden Kostüme für ein barockes Fest können wir über einen kleinen Umweg (Würzburg) ebenfalls sorgen. Nicht wahr, Ursula?

ich wollte mich nochmals herzlich bedanken dafür, dass sie für uns zeit hatten.

Ehrlich: Mit diesem Suchbegriff kam jemand auf unsere Seite. Freut mich natürlich, wenn es so ist!

itzheim

Manche sind von der schnellen Partie... Oder mit Buchstaben besonders sparsam. Jedenfalls haben wir in unserer Gemeinde gleich zwei ...itzheims: Kolitzheim und Zeilitzheim.

krimidinner in köln tanja

Naja. Krimidinner gibt es ab und zu bei uns. Wir sind jedoch recht weit von Köln entfernt, und ob Tanja jedes mal dabei ist, weiß ich auch nicht so recht.

leitern brettspiel

Dieser Suchbegriff ist natürlich haargenau richtig, denn ich habe im vergangenen Jahr tatsächlich ein Brettspiel zum Schloss basierend auf dem Leiterspiel erstellt.

nackten frauen von schwebheim

Dazu weiß ich weder etwas zu sagen, noch zu berichten. Ich hoffe, der Suchende würde fündig (oder vielleicht lieber auch nicht). Ich glaube aber, es handelt sich hier um ein Theaterstück. Jedenfalls hoffe ich es. Denn im Rahmen von Kultur und Literatur ist Nackheit ja schon wieder gesellschaftsfähig.

ostermarkt in spanien

Warum nach Spanien zum Ostermarkt fahren, wenn das Gute doch so nahe liegt? Immer drei Wochen vor Ostern in Zeilitzheim.

seniorenband der volkshochschule mainz

Wirklich?! Kein Kommentar. Bzw. siehe oben.

Und wie sind Sie auf unsere Seite gestossen?


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Samstag, 5. März 2011

Schlenkerla Fastenbier

Zu meiner Liebe zum Schlenkerla Rauchbier der Heller-Bräu Brauerei bekenne ich mich ja nun schon seit Jahren. Bei (fast) jedem Ausflug nach Bamberg gehört ein Besuch des Brauereiausschanks in der Dominikanerstraße am Fuße des Bamberger Doms einfach dazu. Tagsüber kann man sich hier sogar seine eigene Brotzeit mitbringen und sich ein frisch aus dem Eichenfass gezapftes Schlenkerla Rauchbier dazu bestellen.

Kürzlich war ich ja erst wieder in Bamberg im Rahmen des "Blog trifft Gastro" Bloggertreffens. Höhepunkte des Wochenendes waren zweifelsohne auch die Blicke hinter die Kulissen der Bamberger Bierwelt, die uns Dank Gerhard Schoolmanns "Connections" ermöglicht wurden. So durfte natürlich auch ein Besuch im Schlenkerla nicht fehlen. Aber mehr als das: Matthias Trum, Braumeister und Inhaber der Brauerei in 6. Generation, führte uns persönlich durch die Brauerei am Stephansberg. Der Betrieb war am Wochenende zwar eingestellt, aber Matthias heizte für uns dennoch ein Buchenfeuer unter der Malzdarre ein. Er führte uns durch die gesamte Brauerei und erklärte uns das spezielle Brauverfahren der Schlenkerla Brauerei. Höhepunkt dieser Brauereiführung war ein Besuch im tiefsten Lagerkeller, wo wir das fertige Fastenbier direkt aus dem Fass probieren durften, das erst ab Aschermittwoch, 8. März, im Brauereiausschank verkauft wird.

Anschließend ging es hinab in die Stadt in just dieses Lokal, das 1405 erstmals als "Blauer Löwe" urkundlich erwähnt wurde. Matthias erzählte uns dort im Rahmen eines Biermenüs noch mehr über die Geschichte des Bieres und seiner Brauerei. Als Hauptgang gab es eine Bamberger Zwiebel - eine mit Hackfleisch gefüllte Gemüsezwiebel mit Biersoße und Kartoffelbrei. Bamberg ist nämlich nicht nur als Braustadt, sondern auch als Gärtnerstadt bekannt. Diese Gärtner hießen im Bamberger Volksmund die Zwiebeltreter, weil sie durch häufiges Abtreten der überschüssigen Triebe ihrer Pflanzen besonders große Früchte produzierten. Zu jedem Gang gab es natürlich auch das passende Bier, auch ein Lager, das es gewöhnlich gar nicht im Brauereiausschank gibt und das deshalb auch nicht nachbestellt werden konnte. Es war ein interessanter und netter Abend bei gutem Bier und Essen mit den Gastrobloggern vom #btg2011 (Blog trifft Gastro).

Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf die Fastenzeit. Dann wird es das gute Fastenbier nämlich wieder geben im Schlenkerla!



Foto: Buchenfeuer unter der Malzdarre.

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Donnerstag, 3. März 2011

Die Glocken Bambergs

Beim "Blog trifft Gastro" Treffen in Bamberg am vergangenen Wochenende ist mir wieder aufgefallen, wie sehr die Kirchen die Landschaft der Stadt prägen - und das nicht nur im optischen Sinne. Ich habe das Läuten der Glocken des Bamberger Domes am Samstagmorgen aufgenommen und die der Stephanskirche am Samstagabend und möchte diese Geräusche hier mit den LeserInnen des Schlossblogs teilen.

Gerhard Schoolmann hatte bei seiner Stadtführung sehr anschaulich gezeigt, dass dem Erbauer des Bamberger Doms (Kaiser Heinrich II.) und somit Gründer der Stadt diese so anlegen wollte, dass Gott, wenn er von oben herab blickt, eine Kreuzform erkennt. Er wollte Bamberg zu einer Pilgerstadt von ähnlicher Bedeutung wie Rom ausbauen und hat mit dem Bamberger Dom, der für die dort ansässige Kirchengemeinde viel zu groß dimensioniert war, und den Dienstleistungen für Reisende drum herum, im Prinzip Tourismusförderung betrieben.

Am Rande verweise ich noch an Hintergrundinformationen zu diesen Kirchen selbst bei Wikipedia:

Der Bamberger Dom

Die Stephanskirche

Listen!


Listen!

Freitag, 4. Februar 2011

Handgemaltes Porzellan

Beitrag von Marina von Halem


Schloss Zeilitzheim hält Winterschlaf. Meine ererbte Unruhe hält das nicht gut aus, und so greife ich zurück auf eine frühere sehr liebe Tätigkeit: das Porzellanmalen. Als im Schloss Gästezimmer und Bäder ausgebaut wurden (ab 1985 und folgende Jahre), habe ich Fliesen bemalt und gebrannt, die dann in die Badezimmerwände eingelassen wurden. (Andere Sachen habe ich natürlich auch bemalt: Kaffee- und Teeservice, Döschen und Vasen). Die frühen Ausbauarbeiten haben wir überwiegend in "Eigenregie" gemacht, d.h. ich selbst, Leo Seidel der Hausmeister und der gute Josef Eckert (von mir im Stillen "Meister Eckehard" genannt) sowie andere Helfer waren die Bauarbeiter. Herr Eckert freute sich über meine mit Blumen, Vögeln und Schmetterlingen bemalten kleinen Kunstwerke. Wenn mal Eile geboten war und eine Kachelwand nur einfarbig mit Efeu bemalt war, war er nicht sehr zufrieden mit mir. Es kam auch vor, daß er in meiner Abwesenheit die einzelnen Kacheln, die nebeneinander ein Bild ergaben, senkrecht statt wagrecht klebte, sodaß der grüne Frosch nicht am Duschrand saß, sondern kopfüber hinunterstürzte.

Längst schon braucht das Schloss keine neuen Bäder mehr. Aber es ist Zeit zum Malen da. Und da am 5. März das erste Konzert dieser Saison stattfindet, werde ich eine Reihe kleiner Gegenstände bemalen und ausstellen, alle mit Frühlingsmotiven: Schneeglöckchen, Weiden- und Erlenkätzchen, Immergrün mit seinen blauen Blüten, Himmelschlüssel usw.

Wie ich zum Malen kam? Es war für mich eine ähnliche Situation wie jetzt. 1981 wurden wir vom Goethe-Institut in Glasgow nach Bremen versetzt, ich fühle mich nicht ausgelastet und lernte bei der mir sehr liebgewordenen Frau von Einem das Porzellanmalen. Und malte von da an. Ich brauche dazu außer Farbpigmenten und Pinseln nur ein Tablett, das ich mir dort hintrage, wo ich malen kann, d.h. wo es warm ist. ("Winterschlaf" bei uns bedeutet auch, daß das Schloss ganz hübsch kalt ist und nur das Nötigste geheizt wird).

Marina v. Halem

Donnerstag, 3. Februar 2011

Büchermarkt in Zeilitzheim

Gestern bekam ich Besuch einer treuen Besucherin unserer Märkte aus Erlangen, die auf diesen auch oft sehr schön fotografiert. Sie brachte mir erneut einige Kartons voll Bücher: Eine Spende für unseren Büchermarkt, der wieder im Rahmen unseres Ostermarktes stattfinden wird. Inzwischen sammelt sie auch schon von Freundinnen Bücher ein, um sie für den Büchermarkt zu spenden. Vielen Dank!

Aber auch über Twitter und XING erhielt ich in den vergangenen Tagen Angebote von Bücherspenden. Dafür danke ich herzlich! Wer noch Bücher hat und diese nicht mehr aufheben kann oder will: Wir nehmen so ziemlich alle Bücher an, von denen die Spender meinen, sie seien "zu schade zum wegwerfen" und könnten noch jemandem gefallen. Wir nehmen die Bücher das ganze Jahr über an. Diese werden dann nach und nach von den ehrenamtlichen Helfern des Förderkreises einsortiert, schwerpunktmäßig dann immer kurz vor dem Kunsthandwerkermarkt vor dem 1. Adventssonntag und zum Ostermarkt, an denen auch der Büchermarkt geöffnet ist. Die Erlöse kommen dem als gemeinnützig anerkannten Förderverein zugute. Dieser bezuschusst aus den so erwirtschafteten Geldern (aber auch mit Spenden und Beiträgen) die kulturellen Veranstaltungen im Schloss sowie ausgewählte Restaurierungsprojekte in dem denkmalgeschützten Gebäude.

Ostern ist in diesem Jahr recht spät. So fällt der Ostermarkt mal wieder in den April: Sonntag, 3. April 2011 (10-17 Uhr).

Dienstag, 18. Januar 2011

An jeder Ecke eine Geschichte

Kultur lebendig werden lassen mit Geschichte(n)



Das Thema Storytelling beschäftigt mich ja schon länger. Seit Jahren versuche ich vor allem meine KollegInnen in Gastronomie und Hotellerie davon zu überzeugen auch online Geschichten zu erzählen, zum Beispiel in Blogs. Denn gerade Gastgeber haben doch so viele spannende, lustige und nachdenkliche Geschichten zu erzählen. Ein Wirtshaus ohne erzählenden Wirt ist schließlich nur ein halbes Wirtshaus. Und wenn ein Wirt am Gasttisch erzählen kann, warum nicht auch im Netz?

Und jetzt ist das Thema Storytelling überall zu finden. Während des InnovationCamp im Bayerischen Wald erhielt ich eine Einladung zu einem Storytelling Abend, an dem ich leider nicht teilnehmen kann, weil just an diesem Tag unser Regionalpodcast Schweinfurt und so mit Interviewpartner CityKirchenpfarrer Heiko Kuschel aufgezeichnet wird. Auf dieses Gespräch freue ich mich nämlich auch schon lange.

Und gestern flatterte mir die Einladung zum diesjährigen Unterfränkischen Netzwerktag für (Anbieter) erlebnisorientierter Angebote (ErlA-Tag), ins Haus. Thema: "Erzähl mir was!" - Seminar zum freien mündlichen Erzählen mit Dr. Norbert J. Kober von der Goldmund Erzählakademie.

Auch die diesjährige stARTconference in Duisburg wird sich mit der Kunst des digitalen Erzählens, insbesondere mit transmedia storytelling beschäftigen.

Manchmal ist es so, dass einem Themen nur deswegen verstärkt auffallen, weil man sich damit beschäftigt. In diesem Fall glaube ich jedoch, dass das Thema "Geschichten Erzählen" wirklich an Bedeutung gewinnt, weil es uns im Wesen trifft. Das Thema ist keineswegs neu, aber wir Menschen finden - vielleicht aufgrund der immer größer werdenden Flut an oberflächlichen Informationen - nun wieder Zugang zu diesem Medium, das uns zu berühren und bewegen vermag. Geschichten erlauben einen direkten Zugang zu persönlichen Erfahrungswelten. Durch Geschichten begreifen wir emotional, was uns vermittelt wird. Auch das Erzählen von Geschichten bereitet Freude.

Durch Geschichten und Anekdoten werden Sachverhalte und Informationen lebendig. Ein Beispiel: Am 5. März findet bei uns ein Konzert des Duos Christian Mattick (Flöte) und Mathias Huth (Klavier) statt. Sie spielen Werke von Beethoven, Mozart und Schubert. In unserem gedruckten Jahresprogramm und der online Version auf unserer Internetseite liest sich das so: "Christian Mattick, Flöte, und Mathias Huth, Klavier, vom Bayerischen Kammerorchester Bad Brückenau spielen Beethoven: Serenade D-Dur op. 8, Mozart: Sonate für Klavier und Violine A- Dur KV 526, Mozart: Andante C-Dur KV 315 und Rondo D-Dur KV Anh. 184, Schubert: Introduktion, Thema und Variationen über das Lied "Trockne Blumen" D 802." Spannend, nicht? Interessant wird das alles aber, wenn wir ein wenig tiefer gehen und die Geschichten, die hinter diesen Informationen stehen, enthüllen, wenn wir tiefer graben und diese Geschichten erzählen.

Nehmen wir mal Schuberts Variationen über das Lied "Trockne Blumen". Es ist ein Lied aus dem Zyklus "Die schöne Müllerin", den Schubert im November 1823 fertig schrieb. Warum hat sich Schubert ausgerechnet dem 18. Lied aus diesem Zyklus näher gewidmet? Es handelt sich um Variationen des Liedes für Flöte und Klavier, weshalb wir es nun vom Duo Mattick & Huth hören werden. Er schrieb es wohl für oder in Gedanken an seinen Freund, dem Flötisten Ferdinand Bogner (Quelle). Die Variationen wurden aber nicht zu Schuberts Lebzeiten veröffentlicht und wohl auch nicht aufgeführt. Wenn wir dieses Werk hören, verändert sich unsere Auffassung, wenn wir uns vor Augen führen, dass Schubert seit 1822 wegen Syphyllis behandelt wurde mit Quecksilber, das ihn sicherlich auch vergiftet hat und er 1828 im jungen Alter von 31 starb? Hören oder sehen wir diese Musik anders, weil wir wissen, dass sie erst posthum veröffentlicht wurde? Können wir in den Variationen des Liedes, das hier mit Flöte und Klavier statt mit Gesang und Klavier zum Ausdruck gebracht wird, den Liedtext von Wilhelm Müller erahnen? "Ihr Blümlein alle, Die sie mir gab, Euch soll man legen mit mir ins Grab...".

Es ließen sich noch viele Geschichten über Schubert, diesen Liedzyklus und über die anderen Komponisten und Werke, die am 5. März bei uns aufgeführt werden, erzählen. Verbunden mit Bildern, die dadurch im Kopf entstehen, oder Bildern, die wir dazu reichen, werden diese lebendig. Ich habe begonnen, diese in einer storify Geschichte, die später hier im Blog eingebettet wird, zu sammeln.

Hier zwei Fassungen des Liedes, einmal aus der "schönen Müllerin" und einmal in der Variation für Flöte (Teil 1):