Freitag, 31. Dezember 2010

Evangelistenglocke 2010

Man hört sie nur ein einziges Mal im Jahr: die Evangelistenglocke. Und zwar immer am 31. Dezember um 14 Uhr. In diesem Jahr fing sie schon ein wenig früher an...

 

Listen!

Montag, 27. Dezember 2010

Gesicht zeigen! Teil 2

Deutsche Hotelblogs unter der Lupe

Im ersten Teil dieser Artikelserie über deutsche Hotelblogs sah ich mir zwölf Blogs genauer an. Wer den ersten Artikel noch nicht gelesen hat: http://zeilitzheim.blogspot.com/2010/12/gesicht-zeigen.html

Den Inhaber des Hotels Krone in Neuenburg, Stefan Waidele, kenne ich persönlich. Er bloggt nicht nur für das Hotel, sondern hat auch weitere Blogs (einer sammelt branchenbezogene Tipps, der andere beleuchtet meist technische Themen). Stefan war einer der ersten, von denen ich weiß, dass sie ihre Firmenwebsite auf der Struktur eines Blogs aufbauten. Insofern ist seine Seite ein schönes Beispiel, wie Neueinsteiger das Web 1.0 komplett auslassen und gleich ins Web 2.0 einsteigen könnten. Seine Blogbeiträge handeln von bevorstehenden Veranstaltungen im Hotel, aber auch von örtlichen Festen und Vorkommnissen in Neuenburg am Rhein. Interessant und bislang einzigartig finde ich Stefans Kategorie "Lost and Found".

Das Blog des Prizeotel, dem "ersten Budget-Design Hotels in Bremen", ist unter der kreativen und selbstbewussten Anschrift http://www.prizeotel.com/so-geht-hotel-heute/ zu finden. Das Design des Blogs (ich sage nur: Rosa, Lila/Lavendel und Gelb?) ist für mich gewöhnungsbedürftig, mag aber an das "Design-Konzept" insgesamt angelehnt sein (genau wie die automatisch startende Musik auf der Mutterseite, die man aber zum Glück abschalten kann, wenn man nicht, wie ich erst mal vor Schreck vom Stuhl gefallen ist, weil die Lautsprecher vom letzten Musik hören zu laut eingestellt waren). Die Kategorien im Blog finde ich sehr gut, da übersichtlich gewählt (und zudem jedes mit einem eigenen Pictogramm versehen): Ausgehtipps, Azubi-Tagebuch, Best of Bewertungen, Design und Style, Hotelgeschichten, Message from the CEO, Prizeotel im Web und Preizeotel Faces. Mit den als Azubi-Tagebuch gekennzeichneten Beiträgen kommen, wie man es vermutet, die Azubis mit persönlichen Beiträgen zu Wort. In der Kategorie Prizeotel Faces werden diese, und andere Mitarbeiter des Hotels, in kurzen Interviews nach und nach vorgestellt. Schön finde ich, dass jeder Beitrag von oder über einen Mitarbeiter auch mit dessen Foto versehen ist; so kann man sich beim Lesen jedes Artikels vorstellen, wer gerade mit einem "spricht". Schön ist auch die Kategorie Hotelgeschichten, die Blicke hinter die Kulissen des Hotels gibt und Brancheninfos beleuchtet. Man befasst sich im Prizeotel Blog auch kritisch, durchaus auch selbstkritisch mit Kommentaren und Bewertungen. Mancher Einblick in Korrespondenz mit Gästen ist für meinen Geschmack etwas zu freigiebig, aber es passt in das Gesamtkonzept des Blogs. Die Nachrichten vom Chef machen sonst meist nur branchenintern besprochene Sachverhalten, wie die Mechanik hinter Online Hotelbewertungen auch für Gäste transparent. Super fand ich das gemeinsam mit MitarbeiterInnen im Tonstudio aufgenommene Weihnachtslied, das bei YouTube veröffentlicht wurde und dann wieder im Blog eingebettet wurde. Das hat sicherlich viel Spaß gemacht, wurde für eine Spendenaktion eingesetzt und hat das Team sicherlich zusammengeschweißt und dieses für die Blogleser auch greifbar gemacht.  Alles in allem ein gelungenes Hotelblog (nur: diese Farben?!).

S. Fischer, der das Blog der "Winter's Hotels" schreibt, chattete mich über mein Blog nach Erscheinen des ersten Artikels dieser Serie an. Ich war mir zuerst nicht sicher, ob S. Fischer ein Er oder eine Sie ist - im Impressum der Winters Hotels habe ich den Namen nicht gefunden und auch im Blog ist unter "Verfasser des Blogs" lediglich ein "himbeertoni" vermerkt ist. Durch die Suchfunktion der Firmenwebsite nach "Fischer" fand ich jedoch Sven Fischer, der eine Stelle als "Electronic Distribution Manager" im Unternehmen hat ("geboren 1986 in Salzburg, Mittlere Reife, Ausbildung zum Hotelfachmann im Hotel Bär Sinsheim, seit Februar 2010 Electronic Distribution Manager der Winter's Hotel Company"). Jedenfalls schrieb mir Sven Fischer, dass das Blog der Wintershotels noch ganz am Anfang sei und ich ein super Vorbild für ihn sei. Das ehrt mich natürlich. Zum Blog selbst: Einen Cityguide schreibe man in Berlin, was offensichtlich Standort des Electronic Distribution Managers ist. Es gibt noch Häuser in München und Offenbach, dem Firmensitz. Zum Münchner Standort gibt es auch schon einen Cityguide Eintrag vom Münchner Hoteldirektor Thomas Gaier über den Society-Schuppen P1. Das Blog wird von Googles Blogger gehostet. Die Kategorien sind sinnvoll gewählt nach Standort und kulturellen Highlights (ich hoffe Sven Fischer passiert nicht, was mir im eigenen Blog passiert ist: eine Inflation der Artikelkategorien. Das kann man vermeiden, indem man sich von Anfang an eine klare Strategie zu den zu bearbeitenden Themenfeldern aufstellt, so wie es im oben genannten Prizeotel Blog gut gelöst ist). Der jüngste Artikel zu Berlins Weihnachtsmärkten integriert auch ein klassisches Werkzeug des Social Web: Der Rückkanal wird (neben der Kommentarfunktion) auch über ein Umfragemodul ("welchen Weihnachtsmarkt findet Ihr am besten?") besetzt. Alles in allem ein junges, aber gut gemachtes Hotelblog mit Schwerpunkt "Ausgehtipps" für die Hotelgäste. Ich würde mir persönlich nur wünschen, dass die Personen dahinter stärker zum Vorschein kommen, so dass man als Leser nicht erst mühsam recherchieren muss. Ich werde dieses Blog auf jeden Fall im Auge behalten und wünsche Sven (und den einzelnen bloggenden Direktoren und Mitarbeitern der Winters Hotels) viel Erfolg!

Wer kennt noch gute Hotelblogs, die ich im ersten und zweiten Teil diese Artikelserie noch nicht untersucht habe? Ich bin für Vorschläge dankbar!

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Weinkönigin gesucht

Aber: Bitte nur unverheiratete Schönheiten!

Am 24. März wird die neue Fränkische Weinkönigin in Würzburg gewählt. Die Main Post veröffentlichte, wie jedes Jahr eine Pressemitteilung des Weinbauverbandes, in der Bewerberinnen für dieses "repräsentative Ehrenamt" gesucht werden. In der Mitteilung heißt es weiter:

"bewerben können sich junge Winzertöchter oder Mädchen aus einer fränkischen Winzerfamilie oder mit abgeschlossener fachbezogener Berufsausbildung (z. B. Winzermeisterin), die mindestens 18 Jahre alt sind. Außerdem sollten sie Intelligent, attraktiv, sympathisch und kontaktfreudig sowie unverheiratet sein, natürlich auch allerhand von Wein und Weinkultur verstehen und über eine gute Allgemeinbildung verfügen."

So weit so gut. Das ist ja alles ziemlich klar für eine Weinkönigin; klar sollte sie möglichst sympathisch sein, wenn sie weltweit für den Frankenwein werben soll. Bei dem Wort "unverheiratet" kam ich jedoch etwas ins Stutzen. Warum muss die Weinkönigin unverheiratet sein? Und sind die "Anforderungen" in einer Ausschreibung so überhaupt zulässig? Wenn ich als Arbeitgeber so auf Mitarbeitersuche gehen würde, könnte das ziemlich teuer für mich werden.

Vermutlich ist es zulässig, weil es sich beim Amt der Weinkönigin im Prinzip um ein Ehrenamt handelt. Jedenfalls habe ich angeregt ein Regionaljournalist könne sich doch mal mit dem Thema beschäftigen, inwieweit es zulässig ist, die Stelle so auszuschreiben. Wobei ich mich natürlich freue, wenn die Weinkönigin, wie jedes Jahr, dann tatsächlich auch intelligent, attraktiv, sympathisch und kontaktfreudig ist. Dass die Weinkönigin "unverheiratet" sein soll ist mir als glücklich verheirateter Mann nicht so wichtig. Man schreibt übrigens nichts darüber, dass die unverheiratete Bewerberin keine Kinder haben soll...

Vines

Dienstag, 21. Dezember 2010

Feste feiern im Landschloss

Im Jahr 2010 haben wir einiges geändert

Wer die Aktivitäten im Schloss schon länger beobachtet und auch ab und zu unsere Website etwas genauer studiert, wird es bereits gemerkt haben: Wir haben im Jahr 2010 geändert, wie bei uns im Schloss Feste organisiert werden. Haben wir bis Ende 2009 noch Feiern durch die schlosseigene Küche bewirtet, vermieten wir seit Anfang des nun fast abgeschlossenen Jahres unsere Festsäle. Das Catering wird nun komplett von externen Dienstleistern durchgeführt.

Haben unsere Gastgeber früher alle Details eines Festes mit uns abgesprochen, tun sie dies nun mit einem Caterer, der das Fest dann bewirtet, inkl. Service und allem drum und dran. Selbstverständlich können wir dennoch auch in Sache externe Leistungen beraten, da wir über die Jahre viel Erfahrung im Bereich Catering und Eventorganisation gesammelt haben. Auch haben wir eine große Datenbank mit Anschriften von externen Dienstleistern rund um Feste, so dass wir unseren Gastgebern bei der Suche nach diesen behilflich sein können (auf unserer Website gibt es zum Thema Hochzeit feiern auch eine Checkliste dazu).

Letztlich ändert sich für den Gast einer Feier nichts. Die Gastgeber haben nun jedoch mehr Entscheidungsspielraum, was die Wahl des Caterers betrifft. Für Feiern in den Festsälen im Erdgeschoss ist man völlig frei, welcher Caterer zum Einsatz kommt und kann sich sein Fest so auch komplett in Eigenregie ausrichten (dies eignet sich jedoch in erster Linie für Familien, die selbst über die nötige Infrastruktur zur Durchführung eines Festes verfügen). Für Feiern im Obergeschoss (Jagdsaal mit Nebenraum, Freskensaal) empfehlen wir Caterer aus der Region, die regelmäßig im Schloss zum Einsatz kommen.

Diese Vorgehensweise hat sich 2010 hervorragend bewährt und auch für das kommende Jahr 2011 ist die Buchungslage wieder sehr erfreulich. Unsere Gastgeber genießen nach wie vor das familiäre Ambiente des Schlosses mit seinen Sälen, Garten und den Hotelzimmern, die es ermöglichen, dass ein Großteil der Festgäste auch direkt vor Ort übernachten können. Nun haben sie jedoch selbst die Wahl eines professionellen Caterers. Somit ist eine breitere Palette an Bewirtungsangeboten möglich, als vorher. Wir können uns dagegen auf unsere Kernkompetenzen konzentrieren, den Hotelbetrieb. Wir müssen nicht mehr Produkte und Leistungen vorhalten, die genau so gut von anderen Dienstleistern punktuell angeboten werden können. Wir verfügen jedoch nach wie vor über eine eigene gastronomische Konzession und kochen meist selbst für die familiären Abendessen zusammen mit den Künstlern im Anschluss an die kulturellen Veranstaltungen und für Seminargruppen, die Halb- oder Vollpension buchen.

Die Umstrukturierung wurde von langer Hand vorbereitet und Ende 2009 "über Nacht" umgesetzt. Ich bin sehr froh, diesen Schritt gewagt zu haben. Es hat sich dadurch eine win/win/win Situation ergeben. Jeder gewinnt: Gastgeber, Caterer und wir. Mit einem Jahr Erfahrung mit dem neuen System gehen wir nun mit Zuversicht ins neue Jahr und freuen uns auf die vielen Feiern in unserem Haus!

Jagdsaal

Montag, 20. Dezember 2010

Das Geschenk der Kultur

Gutscheine für kulturelle Veranstaltungen verschenken

Weihnachten steht nun ganz kurz vor der Tür und die Drähte laufen bei uns heiß wegen Gutscheinbestellungen für kulturelle Veranstaltungen im kommenden Jahr. Der große Renner war in dieser Hinsicht das Krimidinner am 26. März 2011: Dieses ist nun restlos ausverkauft (sorry!).

Die  gute Nachricht: es gibt ein zweites Krimidinner im November und auch die anderen Veranstaltungen eignen sich gut als Weihnachtsgeschenk. Wer anderen das Geschenk der Kultur machen möchte, kann diese natürlich zu einer Veranstaltung begleiten. Das machen auch immer mehr unsere treuesten Stammbesucher, dass sie vier Karten reservieren, um ein befreundetes Ehepaar mit einzuladen. Berührungsängste abbauen, sozusagen...

Falls jemand diesem kurzfristigen Aufruf noch folgt: was am Donnerstag noch in die Post geht, sollte noch rechtzeitig zum Heiligabend ankommen. Sollte jemand wirklich noch im allerletzten Moment einen Gutschein benötigen, lässt sich dieser sicherlich auch digital als Urkunde zum selber ausdrucken erstellen und per E-Mail zusenden. Irgendwie finden wir gemeinsam einen Weg, damit a) Sie nicht ohne Geschenk dastehen und b) möglichst vielen Menschen, auch im Interesse unseres rührigen Kulturvereins, das Geschenk der Kultur gemacht wird!

Wer sich schnell einen Überblick über die Möglichkeiten verschaffen möchte findet hier eine Übersicht sowie einen Gutscheinkalkulator hier.

Allen, die bereits Gutscheine bestellt haben, sage ich ein herzliches Dankeschön! Man darf sich übrigens gerne auch selbst beschenken...

Gut. So viel "Werbung" gab es schon lange nicht mehr im Schlossblog. Aber ich denke die Kultur darf ruhig ein wenig beworben werden!

Sonntag, 19. Dezember 2010

Ein Sonntag

Es war der erste Sonntag ganz ohne Hotelgäste im Schloss. Das beeinflusst den Tagesablauf natürlich schon ein wenig, denn Sonst ist Kati, meine Frau, am Sonntagmorgen im Schloss bei Frühstückmachen im Einsatz und ich bin bei den Kindern. So hatten wir heute seit Ewigkeiten mal wieder einen Sonntagvormittag zusammen. Allerdings nur für eine Weile, denn Kati ging mit den Kindern nach Stammheim zur Einweihung des neu gebauten Jugendheims.

Die Kinder des Kindergartens, auch Katharinas Gruppe, hatten ein Spiel eingeübt, dass sie auf der Bühne des neuen Jugendheimes bei der Eröffnung vortrugen.  Vorher gab es jedoch einen Gottesdienst, was für unsere Kinder doch recht ungewöhnlich ist. Über ihre Berichte und Kommentare zu den Gottesdiensten freue ich mich immer ganz besonders, da sie keine Beobachtung schönen, sondern einfach sagen, was sie zu den Riten und dem Prozedere denken.

Am Nachmittag waren wir mit den Kindern dann in Schweinfurt, wo sie einen Malkurs an der Kunsthalle besuchen. Danach ging Kati mit ihnen noch mal raus in den Schlossgarten (es liegt noch immer viel Schnee) währenddessen ich am Redesign unserer Webseite für das Schloss arbeitete. Nun haben wir noch den Abend und ich muss sagen, es ist auch mal schön, keinen Betrieb im Haus zu haben. Umso mehr können wir uns freuen, wenn es dann im März wieder los geht!

Foto: Tochter Isa war wohl doch recht brav, denn sie bekam neulich etwas vom Nikolaus, der die Kinder im Kindergarten Stammheim besuchte.

Nikolaus besucht Kindergarten Stammheim

Samstag, 18. Dezember 2010

Peace!

Aus der katholischen Pfarrkirche Zeilitzheim



jesusbaby-gloom.jpg

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Geschickte Bärwurzerei

Einsatz von Fotowänden für das Empfehlungsmarketing im Tourismus



Schon Anfang des Jahres hatte ich mir dieses Foto eines Blutwurz Schildes in evernote gespeichert und mit "Ideen" und "inarbeit" getagged, um sie später wieder aus der Versenkung zu holen. Es handelt sich dabei um ein Schild, auf dem eine Karikatur des Wahrzeichens, der "Waldprophet Blutwurz", des Schnapsherstellers "Bärwurzerei Hieke in Zwiesel" abgebildet ist. Nur ist der Kopf ausgesägt, so dass man sich hinter diese Wand stellen kann und sein Antlitz als das des Waldpropheten ablichten lassen kann. Tut man dies und stellt das Bild, wie in diesem verlinkten Fall geschehen, ins Internet (bei einem der Fotodienste wie flickr oder im eigenen Blog oder Webseite), dann macht man indirekt auch Werbung für das dargestellte Produkt oder den Ort. Man kennt das wohl von Vergnügungsparks, wo solche Tafeln oft gerade für Kinder aufgestellt werden.

Bei seinem Vortrag in Schweinfurt brachte Jürgen Krenzer mich nun wieder auf diese Idee. Er hat vor seinem Rhönschafhotel in Seiferts einen riesigen Apfel stehen, vor dem sich Gäste oft fotografieren (lassen). Geschickterweise hat Jürgen natürlich auch seine www-Anschrift auf dem Apfel angebracht...

Wer mein Blog regelmäßig liest weiß, dass ich Euch gelegentlich zu geplanten Projekten befrage, bevor ich sie umsetze. Rausgekommen ist dabei immer mehr, als wenn ich diese Dinge im Alleingang angezettelt hätte. Daher nun meine Fragen an Euch, liebe Gemeinschaft:

Ich ziehe in Erwägung - zumindest zur Aufstellung bei größeren Veranstaltungen wie den Märkten im Schloss - eine Holzwand dieser Art aufzustellen. Das Motiv könnte eine (oder mehrere) historische Persönlichkeit des Schlosses sein, bei dem das Gesicht, wie im oben beschriebenen Fall, ausgeschnitten ist. Gäste könnten sich so fotografieren lassen. Eventuell könnte ich zu bestimmten Uhrzeiten auch anbieten die Fotos zu machen und anschließend den Gästen per E-Mail zu senden. So bekommen diese ein schönes Erinnerungsfoto an ihren Tag im Schloss.

Was haltet Ihr davon? Findet Ihr das nett oder nur kitschig?

Welche Fotomotive sollten es sein? Fändet Ihr eine Karikatur des Fürstbischofs von Speyer, Kardinal Damian Hugo Graf von Schönborn, der hier einige Jahre lebte und alleine schon wegen seines pompösen Auftritts recht imposant ist, für eine gute Figur? Oder sollten Es etwas sein, das speziell auf Kinder gemünzt ist? Denkbar wären auch saisonale Motive, die dann speziell nur zu den Märkten eingesetzt werden wie eine Hasenfamilie mit bunten Eiern zum Ostermarkt oder ein Weihnachtsmann für den Weihnachtsmarkt (jeweils mit entsprechender Überschrift und www).

Natürlich müssten noch rechtliche Dinge beachtet werden. Sofern ich die Fotos für Gäste mache und zusende sollten Sie ihr Einverständnis erklären bzw. ich muss klar stellen, was (bzw. was nicht) ich mit den Fotos mache.

Die Idee ist natürlich generell für den Tourismus einsetzbar. So hatte ich schon mal überlegt das mit dem Wahrzeichen unsere Kooperation espargo (Zusammenschluss von Spargelanbauern, Winzern und Gastronomen), dem "Spargelkönig" zu machen. Vielleicht findet sich ja noch ein handwerklich begabtes Mitglied, das dies umsetzen möchte.

Wer hat noch Ideen und Anregungen zu diesem Projekt? Was fällt Euch noch ein? Wer hat so etwas schon mal irgendwo gesehen (oder gar fotografiert?). Für Hinweise per Kommentar, E-Mail etc. wäre ich sehr dankbar! Die Ergebnisse fasse ich dann gerne für alle noch mal im Blog zusammen bzw. berichte, was daraus wird.

Dienstag, 14. Dezember 2010

Fränkischer Whisky in Zeilitzheim

Ein Hauch von Schottland im Weingut Mößlein



Heute durfte ich beim Whiskybrennen im Weingut Mößlein dabei sein. Der Geruch der Maische vor dem Brennen erinnerte mich an meine Zeit als Hobbybierbrauer in den USA zurück (ich war damals Gründungspräsident des "Home-Brewing Club" an meiner Universität, einer dieser nicht nur geduldeten, sondern auch unterstützten Vereinigungen). Damals hatten wir alle paar Wochen frisches Bier (eigentlich öfter, weil wir meist einmal die Woche Bier brauten). Für die Herstellung von Whisky braucht man dagegen einiges mehr an Geduld, berücksichtigt man, dass der Whisky fünf Jahre lang in Eichenholzfässern lagern muss, um den Geschmack und die herrliche Farbe anzunehmen.

Reiner Mößlein macht das nun schon einige Jahre, so dass es nun schon seit 2003 Fränkischen Whisky in Zeilitzheim zu verkosten gibt. Den herrlichen Geschmack dieses edlen Getränks schätzt man umso mehr, wenn man sieht wieviel Arbeit und Sorgfalt (und administrativer Aufwand; ich sage nur: Zoll) geht. Den heutigen Brenntag durfte ich für eine Charge mit erleben.

Im Prinzip ist Whisky nichts anderes als eine gebrannte Biermaische, das heißt das gemälzte Getreide wird zu Schrot gemahlen und anschließend mit heißem Wasser angesetzt. Reiner verwendet dabei alte Weizensorten aus eigenem Anbau. Die Flüssigkeit darf dann unter Zusatz von Hefe gären, wodurch Alkohol entsteht. Bis jetzt ist es dem Bierbrauen alles ziemlich ähnlich, nur dass natürlich kein Hopfen hinzugefügt wird. Anschließend wird das wohlriechende Gemisch destilliert, der Vorgang, dem ich heute beiwohnen durfte.

Im Keller besuchten wir dann noch den schon reifenden Whisky in ihren Eichenfässern und entnahmen hier und dort eine Probe. So ließen sich die unterschiedlichen Reifegrade sehr schön feststellen. Herrlich.

Nach der fünfjährigen Reifung im Eichenfass ist das fertige Produkt ein 40%iger Grain Whisky, ein exklusives Produkt, das nur in kleinen Mengen im Online-Shop des Weinguts bestellt werden kann. Wer größere Mengen des Whiskys aufkaufen möchte bekommt von Reiner Mößlein eine Abfuhr. Ausserdem macht es viel mehr Spaß den Whisky direkt vor Ort zu probieren und zu kaufen in Reiners Schaubrennerei, die nun in die neue Vinothek integriert ist.

Montag, 13. Dezember 2010

Gesicht zeigen!

Meine Gedanken über deutsche Hotelblogs



Weil ich im April kommenden Jahres auf dem Hotel-Online-Kongress in Wiesbaden (hier ein Beitrag über diese Veranstaltung 2010) just über das Thema Bloggen für Hotels sprechen werde, habe ich mich mal wieder verstärkt in dieser "Szene" umgesehen. Ich musste feststellen: Besonders groß ist die Zahl der Hotelblogs in Deutschland noch nicht. Die Österreicher sind da schon länger Vorreiter. Schön aber, dass die deutschsprachige Social Media Gemeinde europäisch aufgestellt ist und kaum Grenzen zwischen Deutschland, Schweiz, Österreich und Südtirol kennt.

Was ich in den vorhandenen Hotelblogs aus Deutschland bislang fand, haut mich insgesamt leider noch nicht wirklich vom Hocker. Viele nutzen Blogs noch immer in erster Linie als Werbeplattformen und übertragen Inhalte 1:1 aus ihren statischen Seiten, mit der Hoffnung, dass hier immerhin durch "buzz" automatische Empfehlungen generiert werden. Andere Hotelblogs sind ausgezeichnet, zeichnen sich aber leider auch dadurch aus, dass dort nur alle halbe Jahr' mal wieder ein neuer Artikel erscheint.

Ein paar dieser Hotelblogs möchte ich unter die Lupe nehmen. Nicht um diese zu kritisieren, sondern um von ihnen zu lernen. Im Positiven wie im Negativen. Ich bin mir durchaus bewusst, dass ich selbst auch sehr viel zu verbessern hätte mit meinem eigenen Blog, das ich jedoch nicht unbedingt als Hotelblog betrachte. Es ist das Schlossblog. Und im und um das Schloss passiert viel mehr als nur Hotelbetrieb. Und als Familienbetrieb und Personenfirma sind die Geschicke des Betriebes auch immer stark verwoben mit den eigenen Geschicken. Klar, dass sich deswegen auch Artikel darin finden, die meine persönliche Meinung und Interessensbereiche widerspiegeln (die kulturellen Veranstaltungen im Schloss, die Arbeit in Vereinen der Region, Beobachtungen und Meinungen überhaupt). Das Schlossblog dürfte also diejenigen enttäuschen, die ein "typisches Hotelblog" erwarten, das es aber eben auch nicht gibt.

Zuerst finde ich es sinnvoll, zwischen Blogs von privaten, familiengeführten Häusern und denen großer Häuser oder Ketten zu unterscheiden. Letztere haben nämlich oft "Social Media Manager" - mit allen Vor- und Nachteilen. Der Vorteil ist natürlich, dass sich hier jemand "hauptberuflich" auch um das Bloggen kümmern kann. Der Nachteil ist, dass Beiträge, die nicht vom Inhaber oder anderen Schlüsselfiguren im Betrieb selbst geschrieben sind, nie die Stimme und Authentizität dessen werden erreichen können.

Bei den kleinen und meist privaten Hotels ist es indes oft schwierig für den Chef/die Chefin (meist ohnehin Mädchen für alles), Zeit für das Bloggen zu finden. Deswegen finden sich gerade hier oft sehr kurze Beiträge, die selten über die aktuelle Tageskarte des Restaurants hinausgehen. Dabei haben gerade die Inhaber von familiengeführten Hotels am meisten zu erzählen, könnten direkt aus dem Nähkästchen plaudern.

Der Vorteil des Bloggens für Schlüsselpersonen in Familienunternehmen ist meiner Meinung nach, dass sie durch regelmäßiges Bloggen für den Kunden greifbarer werden. Gerade in der Hotellerie ist der Kunde ja auch mehr als nur ein Kunde, nämlich ein Gast der im besten Fall auch zum persönlichen Freund werden kann. So kann sich der Gast schon vor dem Besuch im Hotel ein Bild darüber machen, wie der Gastgeber eigentlich "tickt", und sich so besser vorstellen, ob man auch zueinander passt. Hat man als Gast erst einmal den Betrieb, die Familie kennengelernt, erfährt man durch gelegentliche oder regelmäßige Besuche des Blogs, was in seiner Abwesenheit dort weiter passiert, wie es sich entwickelt.

Wichtig ist, meiner Meinung nach, wenn man im Netz regelmäßig Inhalte/Informationen in einer irgendwie redigierten Form preisgibt: sie müssen zumindest potentiell für irgendjemanden interessant sein (mal mehr, mal weniger). Tageskarten lassen sich aber auch per E-Mail an einen Kreis von Abonnnenten versenden. Wenn ich diese in einem Blog finde, bin ich meist etwas enttäuscht. Ich denke mir dann: Da hat der Schreiber nicht gewusst, was er sonst so schreiben könnte. Geht mir ja oft genug selbst so. In diesem Fall ist es jedoch besser, denke ich, man schreibt dann gar nichts, bis man wieder etwas Persönlicheres mitzuteilen hat.

Natürlich ist ein Blog auch für tagesaktuelle Informationen gedacht (man beachte den Ursprung des Wortes in Weblog, also Logbuch, Tagebuch), weshalb auch Hinweise auf bevorstehende Veranstaltungen und Aktionen dort ihren Platz haben. Nehmen diese jedoch überhand, wenden sich Leser meist ab. Interessanter finden wir doch alle, wenn es in einem Blog wirklich mehr wie in einem Tagebuch zugeht und wir aktuelle Blicke hinter die Kulissen erhalten. Kurzer Einwurf: Man darf mir hier natürlich gerne widersprechen. Wie sehen Sie das? Lassen Sie es mich bitte in den Kommentaren wissen.

Mit dem Fokus auf den ursprünglichen Gedanken eines Hotelblogs als Tagebuch seiner Bewohner komme ich in meiner kurzen Übersicht nun zuerst auf das Blog, das ich wohl mit am frühesten gelesen habe, und das mich wohl auch ein wenig zur Nachahmung animierte: Schloss Dennenlohe. Damals (2006) fand ich dort einen Beitrag über ein Siebenschläferbaby, das man im Schlosspark gefunden hatte. Im "Online Tagebuch" berichtete man ab und zu von den Aktivitäten rund um das Schloss. Leider waren diese Beiträge sehr selten, so dass es sich kaum lohnte, einen RSS-Feed dazu einzurichten. Aber der Ursprungsgedanke war toll: Wirklich persönliche, nette, kleine Inhalte teilen. Heute, als ich das Blog von Schloss Dennenlohe suchte, musste ich leider feststellen, dass die ganze Seite des Schlosses verändert wurde (zum Unpersönlicheren, muss ich leider, leider sagen. Das hat aber sicherlich eine Agentur zu verantworten). Etwas, was mir dort heute noch immer gefällt, ist der Hinweis (veranschaulicht durch drei kleine Hundesymbole): "Hunde an der Leine und bei allen Veranstaltungen willkommen". Ich finde es sehr schade, dass das Dennenloher Blog nicht mehr online zu finden ist. Ich hoffe es geht mir bzw. meinen LeserInnen mal nicht genauso.

Korrektur (14.12.10): Ich habe mich geirrt! Es handelte sich beim Blog mit dem Siebenschläferbaby um das von Schloss Burgellern, ebenfalls in Franken. Ich hatte dieses nun mit Schloss Dennenlohe verwechselt. Unter burgellern.de ist nach wie vor das Blog zu finden, sogar auf der Startseite, was ich sehr lobenswert finde. Zusätzlich zu diesem neueren Blog finden sich die älteren Einträge noch unter dem Menüpunkt Schlosstagebuch, inkl. Siebenschläferbaby. Im aktuelleren Blog auf der Startseite sind auch Videos zu finden.


Das Kallbach's Blog verfolge ich nun mit am längsten, wenn ich auch zugeben muss, dass mich die Beiträge über die Jahre hinweg nicht sonderlich vom Hocker rissen. Die letzten Einträge sind fast identisch und preisen in erster Linie eines an: Angebote und Preisvorteile. Ich habe erst nach mehrmaligem Rumklicken festgestellt, dass man bei jedem einzelnen Artikel auf "weiterlesen" klicken muss, um den eigentlichen Inhalt zu finden. Ist man bereit, sich auf diese etwas gewöhnungsbedürftige Struktur des Blogs einzulassen, erfährt man auch vom Chef persönlich, Peter von Agris, hin und wieder etwas vom Team des Hotels und über Veranstaltungen des Hauses. Ein intuitivieres CMS (content management system) dürfte Herrn von Agris und Team sicherlich helfen (das könnte übrigens ein komplett separates Thema sein: Wie vermittelt man dem Firmenchef eines familiengeführten, mittelständischen Unternehmens überhaupt die Lust am öffentlichen Tagebuchschreiben?).

Nicht einheitlich einschätzen lassen sich die Blogs von Mitgliedshotels der Kooperation "Best Western". Diese sind sehr unterschiedlich, was auf eine hohe Freiheit auf der örtlichen Ebene schließen lässt. Was mir jedoch schon mehrfach aufgefallen ist: Die Best Western Hoteliers haben eine große Solidarität mit den anderen Häusern innerhalb der Kooperation. Beispiel: Das "ErBlogged" Hotel Blog von Hotel Erb. Die Beiträge sind zwar meist stark geprägt von der Dachmarke, aber es gibt auch schöne Beiträge zu Geschehnissen lokaler Art, wie der aktuelle Artikel zu Konzerten in der Vorweihnachtszeit.

Unter dem Best Western Dach fand ich noch dieses Blog: Im Konrad Zuse Hotel in Hünfeld (bei Fulda) bloggt Chef Kai Gelhausen meist persönlich über Veranstaltungen, Erfolge und Auszeichnungen, Neuerungen in Technik (WLAN jetzt auch in den Zimmern für die steigende Zahl an iPad Besitzern), Lieferanten und Mitarbeiter. Diese werden mit Foto vorgestellt. So bekommt das Hotel für den Blogleser ein menschliches Gesicht. Gelegentlich sind auch als solche gekennzeichnete Artikel der Best Western Unternehmensgruppe enthalten, wie einer zur Hotelmehrwertsteuer. Alles in allem ist das Blog des Konrad Zuse Hotels überzeugend und durch seine aufgeräumte Schlichtheit auch optisch ansprechend.

Im Blog der carathotels wird nun, im ersten Drittel des Dezember, schon kräftig die Werbetrommel für Silvester in den verschiedenen carathotels gerührt. Der Beitrag des 1. Dezember befasste sich mit dem Welt-Aids-Tag 2010. Frühere Artikel handeln von Weihnachtsmärkten in den carathotel-Städten. Laut eigenem Bekunden will dieses Blog "einfach nur ein bisschen plaudern". Weiter erklärt man "Blogs sollen ja einen Mehrwert für den Leser (also Sie) bieten. Wir wollen hier nicht einfach unsere Hotelangebote wiederkauen. Wir bloggen allgemein über alles, was uns so einfällt. Freizeit-Tipps, Stadtleben, Weltgeschehen, Veranstaltungen. Natürlich machen wir Ihnen auch immer wieder ein unwiderstehliches Angebot. Es lohnt sich also, immer mal wieder vorbeizuschauen." Das Blog ist sehr professionell gemacht, es fehlt ihm meiner Meinung nach jedoch der persönliche Touch, der bei einem solchen "corporate blog" zwar möglich, aber nur schwer erreichbar ist. Wer steht hinter den Beiträgen? Leider fehlen Namen und Fotos der bloggenden carathotel-MitarbeiterInnen. Schön fände ich, wenn der jeweilige Charakter der vier carathotels in München, Frankfurt, Düsseldorf und Basel durch Geschichten, durch Menschen und Gesichter greifbar wären. Einen Blick hinter die Kulissen bietet der Blogbeitrag vom 27. Oktober 2010, in dem das "Team vom carathotel Frankfurt Airport" den Bau eines Wellnessbereichs dokumentiert.

Den früheren Hoteldirektor und damaligen Chef-Blogger des Neptun-Hotels in Warnemünde, Jörg Schlottke, kenne ich persönlich. Dieser hat sich inzwischen selbstständig gemacht mit dem einfach Meer Network, einem in Warnemünde ansässigen Beratungsunternehmen und Regionalportal. Das Neptun-Team scheint seinem früheren Beispiel jedoch weiterhin zu folgen und bloggt noch immer frisch und fröhlich aus dem Riesenhotel an der Ostsee. Dieses Hotelblog ist für mich das beste Beispiel dafür, dass auch in großen Häusern authentisch mit den Stimmen einzelner Mitarbeiter erfolgreich gebloggt werden kann. Jeder Blogartikel trägt den Namen desjenigen, der ihn verfasst hat. In einer Seitenleiste werden diese Autoren in der Kategorie "Wir schreiben für Sie..." auch mit Foto vorgestellt und ihre gesammelten Beiträge verlinkt.

Das Blog des Berwanger Hofes im Allgäu ist optisch schön aufgemacht mit Blick aus der Alpen-Spa in die Berge. Das Blog kommt jedoch wie eine statische Website daher bzw. ist eine statische Website. Das Archiv (immerhin zurück bis Juli 2007, wenngleich dieser Kalender in Englisch angezeigt wird) verweist jedoch auf meist sehr kurze Beiträge. Am persönlichsten finde ich hier die Kategorie "Annas Allgäu-Tagebuch", in der Anna Berwanger kurze Einblicke hinter die Kulissen des Berwanger Hofes gewährt. Schade, dass diese Beiträge auf der Seite etwas schwer zu finden sind vor lauter Wellness-Arrangements, Themen-Specials etc.

Das Blog des Berlin Plaza Hotel ist eine bunte Mischung aus Interna und Weltpolitik. So handelt der aktuellste Artikel vom Weltklimagipfel in Cancun. Der Artikel davor ist eine dieser berüchtigten Speisekarten (Wochenkarte für's Businesslunch). Aber auch regionale Themen werden hier behandelt, wie das Filmmuseum in Potsdam. Besonders schön finde ich den Beitrag in der Kategorie "Unser Team stellt sich vor". Hier wurde am 28. November 2010 der Restaurantleiter des hoteleigenen Restaurant Knese interviewt. Und ich finde es schön, von ihm erfahren zu dürfen, dass sein Leibgericht "Steak mit krossen Bratkartoffeln" ist. So wird er für mich zum Menschen und das Hotel für mich zum Ort, in dem echte Menschen arbeiten und sicherlich auch willkommen sind.

Die SORAT-Hotels habe ich zwar über eine Blogsuche gefunden, konnte auf den Seiten der Mitgliedshotels jedoch keine Blogs finden.

Für das Hotel Domspitzen in Köln bloggt bislang Thomas Hendele, der sich in der Social Media Beraterszene für die Hotellerie einen Namen gemacht hat und ab Januar mit some-communication.de selbständig sein wird. Als Profi hat Thomas für das Hotel Domspitzen unter "Neuigkeiten" sinnvolle Kategorien für Blogeinträge verlinkt: aus dem Hotel, aus dem Internet, aus der Küche, aus der Nachbarschaft, aus Köln, aus unserem Gästebuch, vom Team und "vum Blomemann". Unter letzter Kategorie konnte ich mir als Nicht-Kölner nichts vorstellen und habe diese als erstes besucht: Der Blumenspezialist des Hotels erklärt hier in vier Einträgen vom Juni und Juli 2010 verschiedene Blumen, die wohl in der Hoteldekoration eingesetzt werden. Der aktuelle Eintrag von heute kommt aus der Kategorie "vom Team" und handelt von einer in Manila gestrandeten und hospitalisierten Mutter einer Mitarbeiterin. Per Blog wird gefragt, wer Kontakte zu einer Airline hat oder zu einem Reisebüro und so helfen könnte, die Dame zeitnah und günstig zurück nach Deutschland bringen zu können. Das ist persönlich und echt und somit für mich ein absolutes Beispiel zur Nachahmung.

Das Blog des Berliner Hotels Sylter Hof fand ich just über einen Beitrag vom 6. Oktober 2010 mit der Überschrift "Hotelblogs - eine gute Möglichkeit Gesicht zu zeigen", in dem die Schreiber dieses Wordpress-Blogs "eine Lanze für Blogs, und im speziellen für die Hotelblogs" brechen wollen. Wer hinter den einzelnen Blogartikeln steckt, wer sein Gesicht eigentlich zeigen möchte, wird durch dessen Initialen angezeigt. Unter dem Reiter "Autoren" kann man dann nachlesen, wer sich jeweils dahinter verbirgt. Geschäftsführer und Initiator des Blogs Markus Bähr erklärt: "...Weblog des Hotels Sylter Hof *Berlin* richtet sich in erster Linie an unsere Gäste. Wir wollen unsere Gäste am Leben im und ums Hotel herum teilhaben lassen. Dafür haben wir uns das Online-Tagebuch, den Weblog, ausgesucht. An dieser Stelle wollen wir ihnen Geschichten aus dem Hotel, aus der City Berlins, unserer näheren Umgebung erzählen. Wir wollen unseren Gästen Veranstaltungstipps geben und ihnen Orte empfehlen, die sie unbedingt besuchen sollten."

Das Blog des Fuldaer Hotel Lenz wird - wie mein eigenes Blog - über Googles Plattform Blogger gehostet. In der Seitenleiste stellt sich Augustinus Lenz (Jahrgang '69, wie ich!) kurz und bündig vor. Er bloggt über Veranstaltungen in Fulda, aber auch über das Hotel - allerdings nur etwa einmal monatlich. Im März 2010 gab es jedoch eine Artikelserie mit sieben Beiträgen über Umbauarbeiten im Hotel. Die Artikel sind allesamt aus persönlicher Sicht geschrieben, könnten nur ein wenig regelmäßiger erscheinen.

Über meinen Kollegen, den Rhönschafwirt Jürgen Krenzer, habe ich hier im Schlossblog bereits berichtet. In seinem "Rhönschaf Blök" verfolgt Jürgen im positiven Sinne rücksichtslos die Erfüllung seiner Markenstützen Schaf und Apfel mit Leben durch sehr persönlich gehaltene Beiträge. Diese Beiträge sind kompromisslos echt und ehrlich. Sein Blog gefällt mir daher bis jetzt am besten von allen Gastronomie- und Hotelblogs, die ich bislang finden konnte.

Insgesamt bin ich bei dieser ersten Recherche zum Thema Hotelblogs vor allem darüber überrascht, wie wenig Beispiele ich doch gefunden habe. Das lässt sich auf mindestens zwei Arten deuten: Hotelblogs sind eine noch unterbesetzte Nische mit großem Potenzial. Oder: Das Bloggen für Hotels scheint sich nicht durchzusetzen und ist eine Zeitverschwendung. Naja, oder irgendwo dazwischen liegt die Wahrheit. Jedenfalls zeigt diese kurze Übersicht, dass Hotelblogs sehr unterschiedlich genutzt werden. Sicherlich gibt es kein Patentrezept, aber ich werde weiter recherchieren, um empfehlenswerte Praxisbeispiele zu finden.

Der vorläufige Titel meines Vortrags auf dem Hotel-Online-Kongress im April wird sein: "Mehrwert für Gäste bieten: Chancen des Bloggens am Beispiel des Zeilitzheimer Schlossblogs". Themen des Vortrags könnten sein:

Gesicht zeigen - Wie man durch persönliche Blogbeiträge für seine Gäste greifbar wird
Grundsätze des Bloggens in der Hotellerie (Dos and Don'ts)
Praxisbeispiele aus dem Schlossblog für nachhaltigen Dialog mit Gästen

Bis April ist zum Glück noch ein wenig Zeit, um an diesen Themen zu arbeiten und an Praxisbeispielen im und aus dem Schlossblog zu feilen. Es ist genügend Zeit, um noch im "Trial-and-error-Verfahren" Dinge auszuprobieren und die Reaktionen zu analysieren. Meine BlogleserInnen dürfen mir natürlich jederzeit Hinweise geben, was ihnen gefällt und was nicht. Auch wäre ich dankbar für Hinweise über weitere deutsche Hotelblogs.

Freitag, 10. Dezember 2010

Touristen fahren dorthin, wo es schön ist

Tourismus, Wein und Architektur



Nachdem wir letzte Woche über die Neuauflage eines touristischen Entwicklungskonzept für die Gemeinde mit diskutiert hatten, warf der Zeilitzheimer Winzer Reiner Mößlein mir am Sonntag eine Zeitschrift in den Briefkasten mit Anmerkungen zu einem interessanten Artikel: "Tourismus: Attraktivität steigern". Diesen konnte ich erst jetzt lesen, weil ihn sich vorher andere unter den Nagel gerissen hatten und ihn wohl interessiert studiert haben.

Dieser Artikel von Friedrich Lörcher erschien in der aktuellen Ausgabe von "Der Deutsche Weinbau", dem "offiziellen Organ des Deutschen Weinbauverbandes e.V.". Wenn ich in diesem Zusammenhang etwas von "Organen" lese wende ich mich meist ab, aber die Kernpunkte des Artikels sind für die fränkische Winzerschaft durchaus empfehlenswert.

Lörchers Hauptthese "Touristen fahren dorthin, wo es schön ist" mag sofort einleuchtend sein. Dennoch bin ich immer wieder überrascht darüber, wie Kommunen "Fremdenverkehr" betreiben (dieses Wort sagt eigentlich auch schon alles). Dass sich ländliche Gemeinden um die touristische Entwicklung ihrer Dörfer bemühen wollen liegt sicherlich daran, dass sie zumindest in Theorie erkannt haben, dass in Zeiten größerer Umstrukturierungen gerade im ländlichen Raum dieser den Menschen neue Einkommensmöglichkeiten bescheren können (müssen). Leider ist das Ergebnis oft nicht in den ersten Schritten die Schaffung von Orten, die "schön" sind. Grundprinzipien wie Ästhetik und Servicequalität stehen oft erst viel später auf der Planung. Zuerst werden immer erst einmal Flyer produziert.

In unserer Gemeinde blicken wir nun aber schon auf etwa zwölf Jahre Arbeit in Sachen Regionalentwicklung zurück, bei dem die Akzeptanz und Unterstützung seitens der Gemeinde für dieses Vorhaben aber auch das Bestreben einzelner - wenn leider nicht aller - Leistungsträger zur Verbesserung eigener Angebote und Infrastrukturen schon deutlich zu spüren sind. Aber es gibt noch viel zu tun (ja, auch immer und gerade in unserem eigenen Hause).

Neben der steten Verbesserung vorhandener Strukturen gibt es jedoch auch immer wieder Glanzpunkte, die man - wenngleich nicht ohne große Investitionen - mit Architektur und Design schaffen kann. Genau darum geht es geht in diesem Artikel in diesem Artikel von Friedrich Lörcher: er legt dar, wie im Weintourismus neue Architektur ein Reiseziel zur Attraktion macht, wie gerade zukunftsweisende Winzer insbesondere in Form von ansprechenden Vinotheken die Kulturlandschaft (und somit ihr Einkommen) nachhaltig verbessern können:
"Vinotheken sind touristische Einrichtungen, bei denen Touristinformation, Weinverkostung und Weinverkauf angesiedelt sein können. Vinotheken erleichtern den Zugang zum Wein. Damit alles funktioniert , sollte die Vinothek selbst eine echte Sehenswürdigkeit sein. Wein und Architektur müssen dort in besonderer Weise verschmelzen. Wenn dann noch Kunst und kulturelle Angebote dazu kommen, ergibt das ganze eine Kommunikationseinrichtung für Wein, Menschen, Landschaft, Kultur und Genuss."

Welchen Schub ansprechende Architektur einem wirtschaftlichen Projekt geben kann, zeigt Lörcher mit dem "Rioja Effekt". Im spanischen Winzerort Rioja hatte Frank O. Gehry, der zuvor mit dem Guggenheim-Museum Bilbao zu einem Platz auf der Landkarte verholf, ein Weinhotel gebaut (das Weingut "Marqués de Riscal"). Bekannt ist dieses Phänomen daher als Bilbao-Effekt, den Lörcher für diesen Zusammenhang wie folgt umschreibt: "Eine Stadt, meist eine kleine, die für Touristen bislang wenig zu bieten hatte, baut sich ein gigantisches Bauwerk - und schon kommen die Besucher in Scharen".

Lörcher ist Referatsleiter für Marketing an der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg (Baden Württemberg). Dass er und sein Arbeitgeber auch im und am eigenen Hause schon viel mit diesem Thema Design und Architektur beschäftigt haben, zeigt der Abschnitt zum Verkaufsraum der Versuchsanstalt im Beitrag "Unternehmensdesign – ein wichtiger Wettbewerbsfaktor", der beim Infodienst der LVWO online zu finden ist (auch wenn das Projekt nun schon ein paar Jahre zurück liegt).

Im Artikel, auf den mich Reiner Mößlein aufmerksam machte, nennt Lörcher die Vinotheken in Iphofen und Dettelbach als Beispiele, bei denen die Kommunen Tourist-Informationen in Vinotheken betreiben, die verpachtet sind. Die "zentrale Rolle", die diese Kommunen dort spielen, wird jedoch nicht überall von den Gemeinden angenommen. Auf dem flachen Land scheint es oft eher so, dass kommunale Vertreter das Gefühl haben sie müssten sich für Projekte zur Schaffung von touristischer Infrastruktur entschuldigen, als dass sie diese unterstützen. Zu unterschiedlich seien die Interessen zwischen touristischen Leistungsträgern und anderen Interessensvertretern, wie zum Beispiel Landwirten. Zu wenig wird noch erkannt, dass Tourismusförderung auch Wirtschaftsförderung für alle Zweige der Wirtschaft ist und dass die Schaffung touristisch interessanter Infrastruktur auch für die Bürger einer Region zu einer Verbesserung der Lebensqualität führen kann.

Ein positives Beispiel, bei dem sich die Gemeinde unter Sicherung einer EU-Förderung Geld in die Sanierung eines auch touristisch einsetzbaren Gebäude gesteckt hat, ist das Alte Rathaus in unserem Ortsteil Stammheim. In puncto Vinotheken sind die Winzer auf dem Land jedoch noch auf sich allein gestellt. Schließlich sind Dörfer keine touristischen Destinationen, die eine eigene Tourist-Information verkraften können. Zumindest nicht, bis dort ein vielfältiges Angebot entstanden ist (man beachte, wie sehr man sich hier im Kreis drehen könnte). Gut, dass hier in Zeilitzheim mit der bereits gebauten Vinothek der Familie Mößlein und der bereits durch die Gemeinde genehmigte Vinothek der Familie Herbert bald zwei Projekte dieser Art in unserem 750-Seelen Dorf besucht werden können.

Welcher treue Zeilitzheimbesucher war seit Juli nicht mehr hier? Für diese gibt es einen guten Grund spätestens im Frühjahr mal wieder zu kommen. Der Anblick der Mößleinschen Vinothek in der Unteren Dorfstraße Zeilitzheims erinnert mich übrigens immer, wenn ich abends bei Dunkelheit dort vorbei komme, an Edward Hoppers 1942 gemaltes Gemälde "Nighthawks" - auch wenn die Perspektive eine andere ist. Auch auf die neue, noch zu bauende Vinothek der Familie Herbert bin ich sehr gespannt.

Es tut sich etwas in Zeilitzheim. Es wird immer schöner. Man darf gerne zu uns kommen (ins Schloss dann gerne auch wieder nach dem Winterschlaf bis Ende Februar).

Foto: Das pure Gold eines frischen Zeilitzheimer Sommerweines

Pure Gold

Mittwoch, 8. Dezember 2010

schweinfurt und so

Regionalpodcast für Schweinfurt Stadt und Land ist online



Wer mich kennt oder schon eine Weile beobachtet weiß, dass ich gerne mit verschiedenen Medien experimentiere. Schon öfter wurde ich gefragt: warum machst du eigentlich keinen Podcast? Gute Frage. Meine Antworten waren bisher: worüber sollte ich denn erzählen? Wie schaffe ich das zeitlich und technisch? Wen interessiert das überhaupt, was ich so erzählen könnte?

Es traf sich also gut, dass Florian Kohl (Geschäftsführer des Schweinfurter Revista Verlags) mich neulich fragte, ob ich nicht Lust hätte einen Regionalpodcast zusammen mit ihm zu machen. Perfekt! Denn zu zweit macht es natürlich viel mehr Spaß. Man kann sich im Gespräch oder im Interview mit Gästen, die Bällen zuspielen. So ist ein Podcast auch nicht so eintönig. Ausserdem, und das ist natürlich auch ein sehr wichtiger Faktor, verfügt Florian über das entsprechende Know-How und Hardware in Bezug auf Audio-Schnitt und Technik.

So kommt es, dass unsere "Nullnummer" - also die Testfolge des Podcast, in der wir uns kurz vorstellen und die Technik testen - nun schon online ist. Im schweinfurt und so Blog kann man diese "Nullfolge" schon hören. Florian hat den Podcast auch schon bei iTunes eingereicht, so dass er hoffentlich schon bald dort abonniert werden kann. Denn dafür sind Podcasts ja gedacht: man abonniert Sendungen, die einen interessieren, bekommt sie dann automatisch, wenn wieder eine neue Folge online ist und kann sie mit seinem iPod/iPhone oder sonstigem Smartphone synchronisieren und dann offline hören.

Worüber wollen wir uns bei schweinfurt und so unterhalten? Worum geht es? Wir nennen es ja Regionalpodcast, weil wir uns vorrangig mit regionalen Themen rund um Schweinfurt Stadt und Land befassen wollen. Da wir beide ein Faible für Technik und Medien und vor allem für Social Media haben, wird dies den Inhalt sicherlich stark prägen. Wir wollen aber vor allem auch regionale Persönlichkeiten als Gäste im Podcast zu Wort kommen lassen, die unsere Region bereichern und sonst vielleicht noch nicht groß im Rampenlicht stehen. Der Kirchenblogger und Pfarrer der Schweinfurter Citykirche, Heiko Kuschel, steht zum Beispiel schon auf dem Programm, aber es bahnen sich auch schon weitere, spannende Kontakte und Interviewpartner an.

Wie mit allen "sozialen Medien" liegt auch bei diesem Podcast ein Schwerpunkt auf dem Dialog, den wir mit unseren Zuhörern pflegen wollen. Rückkanäle für Kommentare, Ideen und Anregungen sind das Blog zum Podcast unter schweinfurtundso.de und unsere twitter accounts, die im Blog aufgelistet sind. Nachdem wir die kurze "Nullnummer" in einem take aufgezeichnet haben, Florian es heute schon online gestellt hat und wir nur noch auf die Veröffentlichung bei iTunes warten, steht einer rosigen Zukunft von schweinfurt und so nun nichts mehr im Wege!

schweinfurtundso.png

Samstag, 4. Dezember 2010

Zeilitzheimer Dorfrundgang

Gute Idee gleich umgesetzt



Bei der Jahresversammlung des Vereins FWK (Fränkisches Wein- und Kulturland der Gemeinde Kolitzheim) äußerte die Vorsitzende den Wunsch, ob zum Dorfrundgang Zeilitzheims, den ich vor einigen Jahren ins Netz gestellt hatte, auch Fotos hinzugefügt werden könnten. Da ich keinen Zugriff mehr habe auf die Seiten des Vereins, habe ich neue Seiten zu dem von Hilmar Spiegel erstellen Rundgang nun hier ins Netz gestellt.

Ich habe bei dieser Gelegenheit die Seiten so überarbeitet, dass die einzelnen Texte nicht mehr auf verschiedenen Unterseiten zu finden sind, sondern auch fortlaufend gelesen werden können. Einige Fotos fehlen noch, aber ich werde diese noch nach und nach hoch laden.

Hilmars Texte geben Einblicke in die Geschichte der beschilderten Gebäude. Auch einige inzwischen nicht mehr vorhandene Bauten (inzwischen abgerissene Tore und Gebäude) werden darin beschrieben.

By the Bridge

Freitag, 3. Dezember 2010

Wer ist John Galt?

Von der Last bürgerschaftlichen Engagements



Gestern: Jahreshauptversammlung des Regionalentwicklungsvereins FWK (Fränkisches Wein- Kulturland der Gemeinde Kolitzheim), dem ich in Führungsverantwortung auch einige Jahre meines Lebens schenkte. Dieser Verein steht nun an einem kritischen Punkt seiner Entwicklung. Nachdem die Vorsitzende aus persönlichen Gründen zurück trat, wird der Verein nun kommissarisch von der 2. Vorsitzenden und der Arbeitskreisleiterin für Dorfgestaltung geführt. Die amtierende Vorsitzende fragte nun die Mitglieder wie es weiter gehen soll (Tagesordnungspunkt 10: Zukünftige Ausrichtung des Vereins). Eine schwierige Situation, wenn man bedenkt, dass der jetzige Vorstand bereits jetzt fast geschlossen ankündigte bei den turnusgemäßen Neuwahlen im kommenden Jahr nicht mehr zu kandidieren. Und wenn man bedenkt, dass neben dem Vereinsvorstand nur rund zehn Mitgliedsbetriebe (aus den acht Dörfern der Gemeinde) bei der Versammlung anwesend waren. Darunter zwei ehemalige Vorsitzende, einige ehemalige Vorstandsmitglieder und einige Mitglieder, die sich ohnehin schon immer gut beteiligt haben. Und unser Bürgermeister und der zweite Bürgermeister.

Einen persönlichen Dank möchte ich denjenigen aussprechen, die gestern Abend (und so oft schon davor) anwesend waren, obwohl sie nicht Mitglieder sind, sich jedoch für die Entwicklung der Region einsetzen und uns dabei immer wieder helfen: Georg Bätz von der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau, der eine neue Fördermöglichkeit für die Überarbeitung des touristischen Entwicklungskonzepts vorstellte und Marco Maiberger, Chef der Tourist-Information der Mainschleife. Beide hätten an diesem eiskalten Donnerstagabend sicherlich viel Besseres zu tun gehabt, als sich in einem "Nebenraum" eines Dorfgasthauses unsere Beschwerden anzuhören, warum wir für dieses oder jenes keine Zeit haben.

Ob und wie der Verein und seine Mitglieder die jetzige Situation wird überwinden können ist interne Sache des Vereins. Für mich stellen sich anhand meiner Beobachtungen der letzten Jahre jedoch ganz allgemeine Fragen in Bezug auf bürgerschaftliches Engagement.

Klar ist für mich, dass Menschen an einer dem Gemeinwohl dienenden Sache langfristig nur dann effektiv mitwirken, wenn sie darin auch einen größeren Sinn sehen. Und: diese Arbeit muss einen konkreten Nutzen haben. Dieser Nutzen muss nicht materiell sein und er wird für jeden Menschen anders sein. Erkennt man diesen Nutzen für sich aber nicht, sieht man auch keinen Anlass zur Mitarbeit. Das gilt für die Spitze einer Bewegung natürlich um ein Vielfaches mehr, als für "stille Mitglieder". Und wer sich für das Gemeinwohl einsetzt, muss ein besonders dickes Fell haben, denn man wird dann immer angegriffen werden, früher oder später.

Bei den vielen Diskussionen rund um die Regionalentwicklung, bei der seitens der Politik immer eine "Beteiligung der Bürger" gefordert wird, musste ich in den letzten Jahren immer wieder an das Mammutwerk "Atlas Shrugged" von Ayn Rand denken (der Deutsche Titel: "Atlas wirft die Welt ab oder Wer ist John Galt?"). Ganz stark vereinfacht geht es in dem Roman, in dem Rand 1957 ihre Philosophie des Objektivismus umschrieb, darum, dass einige Wenige die Last der Welt auf ihren Schultern tragen. Die Erfinder und Produzenten seien der Motor der Welt und tragen diese Last sogar gegen den Willen der Menschen, die von ihrem Erfindergeist und Einsatz profitieren. Rand fragt: was würde passieren, wenn diese Menschen sich von dieser Last befreien würden, sich ihr entledigen?

Wie bringt man diejenigen, die diese "Last" tragen, dies weiterhin zu tun, wenn sie es nicht aus eigener Kraft und Überzeugung tun? Vermutlich gar nicht. Denn wenn sie bereits daran zweifeln ist es wohl schon zu spät. Und wer war nochmal dieser John Galt?

Franken

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Audioblogbeitrag

Kurzer Beitrag (knapp über 2 Minuten) über die bevorstehende letzte kulturelle Veranstaltung des Jahres und geplante Restaurierungsarbeiten im Winter.

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