Donnerstag, 28. Oktober 2010

Krimidinner im Schloss

Letzte Aufführung des ersten Stücks am kommenden Samstag



Das von der Essener Produktionsgesellschaft Galadinner organisierte Krimidinner erfreut sich sehr großer Beliebtheit. So waren alle diese Veranstaltungen bei uns immer ausverkauft, oder fast ausverkauft. So ist es auch diesmal: für das Krimidinner "Ein Leichenschmaus" am kommenden Samstag gibt es nur noch wenige Karten für Kurzentschlossene.

Das Stück "Ein Leichenschmaus" wird nun am Tag vor Halloween das letzte Mal bei uns aufgeführt. Im Jahr 2011 kommt (am 26. März und am 5. November) das zweite Stück der Krimidinnerserie bei uns auf die Bretter: Die Hochzeit in Schwarz.

Manche derer, die das erste Stück bei uns gesehen haben, haben sich auch schon für 2011 angemeldet. Wer mag am Samstag noch dazu stoßen? Aber Vorsicht: nicht Sie damit einen Dolchstoß erfahren...

Das Menü:

Aperitif

Geräuchertes Forellenfilet vom Volkachgrund mit Sahnemeerrettich und Weißbrot

Kürbiscremesuppe mit Ingwer und Sahnehäubchen

Hühnerbrüstchen in Silvanersauce, Bandnudeln und Gemüse der Saison

Nußparfait und feines Gebäck

(Für Vegetarier richten wir auf Anfrage gerne vegetarische Alternativen)

krimi.jpg

Sonntag, 24. Oktober 2010

Hör doch einfach auf, der Geprellte zu sein!

Weitere Gedanken zu Qualität



Neulich hatte ich mir den Inhalt eines Artikels in der aktuellen Ausgabe der Brandeins zum späteren Lesen in mein evernote gepackt. Erst jetzt kam ich dazu, den Beitrag auch zu lesen. Es ist ein guter Artikel von Wolf Lotter über die Geschichte und die Tücken des Qualitätsmanagements. Seine wichtigste These, die im Titel "Die Geprellten" schon anklingt, findet sich jedoch erst am Ende des Artikels in recht kurzer Form:
"Qualität ist, wenn man was dafür tut. Wer das begriffen hat, hört auf, der Geprellte zu sein."

Was meint Lotter damit? Er schreibt:
"Kunden, die nur verlangen und nörgeln, die nur fordern und nicht an der bestmöglichen Qualität mitarbeiten, sind ein Auslaufmodell. Lebenslange Garantien? Dann tut etwas. Macht mit. Quatscht nicht die Callcenter-Mitarbeiter voll. Rotzt die Leute im Service nicht an. Sagt einfach, was ihr wollt. Mitmach-Web, Mitmach-Wirtschaft - das heißt nicht, dass man einfach mehr rummosern kann. Ein neuer Deming-Kreis entsteht: Wünschen-Nachdenken-Vorschlagen-Mitmachen."

Ich habe darüber etwas nachgedacht. Im Grunde ist dieses Prinzip nur so revolutionär, weil es so einfach ist. Wir Nutzer/Kunden entscheiden schließlich auch was Qualität (für uns) ist. Bekommen wir diese nicht geliefert, liegt es an uns sie zu fordern (oder woanders hin zu gehen). Liegt uns jedoch genug am jeweiligen Produkt/Dienstleistung, dass wir diesem nicht einfach den Rücken kehren wollen, müssen wir uns einbringen um die Qualität zu erhalten, die wir uns wünschen.

Der Gedanke erinnert mich auch an das Buch "Wikinomics" von Don Tapscott und Anthony D. Williams: die beiden beschäftigten sich darin mit "Peer Production", also die kollaborative Weiterentwicklung von Produkten in Zusammenarbeit mit ihren Nutzern. Sie beschreiben wie Dank immer neuer technischen Möglichkeiten aus producer "produser" werden, wie aus Konsumenten Prosumenten werden (Wikinomics). Gute Beispiele dafür sind verschiedene Open-Source Projekte wie die Fortentwicklung des Internet Browsers Firefox. Bei Peer Production Projekten geht es jedoch meist um solche, bei denen einfach durch die Masse viele kleiner Rückmeldungen und Veränderungen eine stetige Weiterentwicklung erzielt wird. Melden sich genügend Nutzer, dass Knopf x lieber y cm an Eingabefeld z gerutscht werden soll, wird dies umgesetzt.

Im Sinne von Qualitätsmanagement wird es mit der Peer Production jedoch etwas persönlicher. Wir haben einen Nutzen, aber vielleicht sogar eine Verantwortung dafür, notwendige Veränderungswünsche an einem Produkt oder Dienstleistung einzureichen. Nur so können wir diese für uns selbst und andere in unserer jeweilige Nische auch verbessern.

Muss ein Unternehmen auf uns hören? Müssen wir als Unternehmer auch immer auf jeden hören? Zuhören sollten wir schon. Aber ob jeder Vorschlag umgesetzt werden sollte ist eine andere Frage. Diejenigen, die möglichst alles für möglichst viele sein wollen, können sich nicht genügend spezialisieren und werden es sehr schwer haben zu bestehen. Jason Fried und David Heinemeier Hansson zitieren in ihrem Buch "Rework" zur Veranschaulichung dieses Prinzips Henry Ford, der gesagt haben soll: "If I'd listened to customers, I'd have given them a faster horse". Sie plädieren dafür öfter auch mal "nein" zu sagen. Für kleine oder sehr spezialisierte Unternehmen ist das sicherlich auch sehr wichtig. Man kann und sollte es nicht jedem Kunden recht machen, sondern sollte sich auf seine Kernkompetenzen konzentrieren.

Im Umkehrschluss bedeutet dies aber - um beim Thema der Peer Production zu bleiben - dass wir Kunden/Nutzer uns auch besonders anstrengen müssen, wenn wir wollen, dass ein Unternehmen auf uns hört und ihr Produkt gezielt in Richtung unserer Wünsche und Bedürfnisse weiter entwickelt. Auch wir als Kunden müssen Leidenschaft für das jeweilige Produkt/Unternehmen entwickeln und uns für unsere Produktwünsche leidenschaftlich einsetzen.

Gleiches gilt in allen Bereichen des Lebens, auch in der Politik. Wir haben Dank Social Media und dem Netz im Allgemeinen zunehmend eine Stimme, die auch gehört wird. Wir sollten diese Möglichkeit nicht alleine darauf verwenden uns zu beschweren, sondern sollten uns aktiv und konstruktiv in den Verbesserungsprozess mit einbringen. Nicht nur loben oder anprangern, sondern erklären warum wir dies tun und welche weiteren Schritte wir uns wünschen.

So lässt sich Qualität auch im eigenen Leben erreichen.

The Thinker

Mittwoch, 20. Oktober 2010

"Sag es bloß niemandem, dass ich dir Geld gegeben habe!"

Argumente für das Kultursponsoring auf dem Lande



Ich nahm heute Morgen mal wieder per Videokonferenz am "Treffpunkt Kulturmanagement" teil - zumindest bis meine dörfliche "Internetverbindung" mal wieder zusammen brach. Thema des heutigen Online-Treffens war das Kultursponsoring.

Ich habe mich in den vergangenen Jahren mit dem Thema Kultursponsoring sehr schwer getan hier bei uns in der Region, auf dem Lande. Man kommt sich als Kulturveranstalter, der ein Unternehmen bezüglich Sponsoring anspricht, doch immer sehr als Bittsteller vor. Viele Unternehmen haben den Wert eines Kultursponsoring nicht begriffen und setzen dieses, sofern sie sich dazu bereit erklären, mit dem Geben von Almosen gleich. Dass ein stetes und gut kommuniziertes Kultursponsoring nicht nur für den bezuschussten Kulturveranstalter nachhaltig vorteilhaft ist, wird - gerade in der "Provinz" - noch zu wenig verstanden. Woran liegt es bzw. welche Argumente fehlen den Unternehmen noch, um sich für regionales Kultursponsoring zu entscheiden?

Hier eine lose Sammlung von Argumenten für nachhaltiges Engagement regionaler Wirtschaftsunternehmen im Kulturbereich (die Liste bitte gerne ergänzen!).

Zuerst aber die Frage: was hat der Kulturveranstalter vom Sponsoring? Doofe Frage, denkt sich jetzt mancheine/r: Geld, natürlich! Aber, nein, es geht eben nicht nur um Geld, sondern um Partnerschaften, auch im Sinne eines Bildungsauftrages. Kulturveranstalter machen ja nicht nur schöne Veranstaltungen, die Bürger besuchen können und so ihre Lebensqualität im Sinne von "Spaß" verbessern können. Kultur fördert auch die Bildung und Entwicklung der Menschen einer Region, hebt die Lebensqualität in höherem Maße, als nur Ablenkung und Unterhaltung für wenige Stunden zu liefern. Durch Partnerschaften mit Unternehmen im Sinne eines Kultursponsoring wird dieser durchaus auch infrastrukturbildende Auftrag gesichert.

Aber nun doch wieder zurück zu den Unternehmen. Was haben diese davon einen Kulturveranstalter finanziell zu fördern?

Die wirtschaftlichen Aspekte liegen natürlich auf der Hand bzw. werden vom potentiellen Sponsor oft zuerst abgefragt: Werbung. Wieviele Menschen erreiche ich als Sponsor mit einer Anzeige in einem Kulturprogramm oder auf einem Plakat? Beim Treffpunkt Kulturmanagement nannte der Wiener Kulturmanagement Christian Henner-Fehr diese Art der Werbung sehr treffend "Logofriedhof". Dieser Beschreibung stimme ich zu, wenn es dabei bleibt. Der Sponsor zeigt mit solchen Anzeigen aber generell auch Präsenz in der Region. Er stellt sich schon mal in die Nähe der kulturellen Einrichtung. Wobei viele das gar nicht wollen und lieber mal still und heimlich einen "Fuffi" abzwicken, als Schweigegeld, sozusagen (welcher Kulturveranstalter hat das nicht schon gehört: "okay, wenn es sein muss, ich gebe ihnen etwas, aber sagen sie es bloß niemandem, sonst hauen die mich alle auch noch an").

Vor allem ist Kultursponsoring in der Regel viel günstiger als Anzeigenwerbung. Erscheint das Unternehmenslogo in einem kulturell bedeutenden Kontext, wird dieses gedanklich in diesem als hochwertig abgesehenen Kontext "gespeichert". Noch viel erfolgreicher ist dies, wenn das Unternehmen sich nicht nur werblich zeigt, sondern durch eigene Inhalte die Ziele des Kulturveranstalters unterstützt. Dies kann zum Beispiel durch Grußworte, Blogbeiträge im Firmenblog oder Rundschreiben an eigene Kunden geschehen. Wenn sich das Unternehmen mit dem Thema auseinander setzt und dies auch kommuniziert, hat es selbst auch mehr von einem Kultursponsoring.

Mit Kultursponsoring werden Menschen erreicht, die sonst nur schwer erreichbar sind, weil sie sich gegen die Werbeflut aus herkömmlichen Medien verschließen. Kultursponsoring ermöglicht einem Unternehmen sein Image als stark mit der Region und den Menschen der Region verbundenes Unternehmen zu stärken.

Aber auch innerhalb eines Unternehmens zeigt Kultursponsoring Mitarbeitern und Lieferanten, wie sich das Unternehmen einsetzt. Eine schöne Form von Incentives für das Sponsoring finde ich es daher, wenn Kulturveranstalter einem Sponsor ermäßigte Kartenkontingente ermöglicht. Dieses kann dann seinen Mitarbeitern und Partnern Karten als Präsent überreichen. So werden vielleicht auch neue Besucher an kulturelle Themen heran geführt, die sich aus eigener "Kraft" heraus vielleicht nicht für eine Veranstaltung interessiert hätten, diese Art der Unterhaltung (und Wissensvermittlung) jedoch schätzen lernen.

Ich kratze mit diesem Artikel nur an der Oberfläche eines wichtigen Themas. Weitere Beschäftigung damit ist notwendig. Ich mache mir mit diesem Wiedereinstieg ins Thema jedoch selbst Mut es vielleicht doch mal wieder zu versuchen. Vielleicht kann ich doch mal wieder regionale Unternehmen ansprechen, ob sie im beiderseitigen Interesse als Sponsor unserer kulturellen Veranstaltungen auftreten. Nach zahlreichen Anläufen Sponsoren für den "Zeilitzheimer Sommer" zu finden, hatte ich dies nämlich vor zwei Jahren aufgegeben.

Welche Argumente fehlen mir noch, wenn ich regionale Unternehmen ansprechen möchte, sich (auch im eigenen Interesse) für Kultur in der Region einzusetzen? Für Anregungen und Ideen bin ich dankbar.

Foto: beim Kylie Minogue Konzert in Ischgl 2009 auf der VIP- und Pressetribüne

Press Party

Sonntag, 17. Oktober 2010

Wie wichtig sind Hotelsterne?

Eine Ferndiskussion am HotelCamp per Twitter



In Bendorf am Mittelrhein trafen sich am Wochenende Hoteliers, Social Media Berater und Vertreter von Bewertungs- und Buchungsportalen im Hotel Friends zum 2. HotelCamp. Ich konnte leider nicht teilnehmen. Das heißt: ich konnte nicht vor Ort dabei sein. Dank Twitter habe ich jedoch aus der Ferne zugesehen und mich auch hier und da an der Diskussion beteiligt.

So ging es bei einer der BarCamp Sessions auch um folgende Frage: Braucht es noch Hotelsterne im Zeitalter der Hotelbewertungen?

Ich argumentierte, dass wir im Schloss ganz bewusst keine Hotelklassifizierung wünschen, weil wir uns mit dem historischen Gebäude mit seinen unterschiedlich großen Zimmern und der bewussten Abkoppelung von bestimmten Mindeststandards der Klassifizierung (Fernsehapparate und Telefone in den Zimmern) nicht ins Schema passen würden. Jörg Schlottke stimmte mir für unser Haus zu: "Dein Haus ist ja auch keines von der Stange ;-), deshalb fragt auch bei Dir kein Gast nach Hotelsternen".

Ich habe das für das Schloss auch immer so empfunden. Aber ist es auch wirklich so? Werden die Sterne der Hotelklassifizierung immer weniger wichtig? Ich denke schon, aber ich hoffe auch, dass ich es nicht nur so sehe, weil ich selbst keine Klassifizierung anstrebe. Ich merke jedenfalls auf eigenen Reisen, dass die 4 Sterne eines Hauses rein gar nichts über den Charakter, die Atmosphäre des Hauses aussagen. Zwar mögen diese rein technisch bestimmte Ausstattungsmindestanforderungen erfüllen, aber es gibt dennoch große Unterschiede zwischen ihnen. Hotelsterne sind für mich als Reisender schon lange kein Auswahlkriterium mehr. Zustimmung bekam ich von einem nicht-Hotelier bei twitter, Stephan List: "Dem stimme ich zu. Sterne interessieren mich schon lange nicht mehr; Ich weiss nicht, was die Sterne aussagen. Sie haben mit Service auf jeden Fall wenig zu tun #purehardware".

Ich äußerte meine Meinung dazu bei Twitter: "okay. sterne helfen ausstattung standards zu definieren. glaube aber, dass die immateriellen werte im wettbewerb an bedeutung gewinnen".

Die Mehrheit der beim HotelCamp anwesenden Berater resümierte - wie ich dem Twitterstream der Veranstaltung entnahm - wie folgt:

Andreas Romani von ideas4hotels: "Fazit dieser Session: Sterne sind Hardfacts und fuer viele gut. ABER Sterne muessen vom Hotelier gelebt werden!"

Es gab jedenfalls auch Stimmen (oder durch Retweets Andeutungen dahingehend), die in meine Kerbe schlagen:

Claudia Gunkel: "@h2cconsulting Sterne schaffen Aufmerksamkeit! Aber ist nicht eine ehrliche wahre Empfehlung transparenter & authentischer als Sterne?"
h2cConsulting: "@ClaudiaGunkel Auf jeden Fall! Brand und Flair ersetzten die Sterne vielleicht auch..."
@CustomerAll vermeldete: "Die Diskussion wurde soeben mit folgendem Fazit beendet. Hotelbewertungen sind relevanter als Hotelsterne."

Diese Zusammenfassung ist bei Weitem nicht komplett. Wer sich an der Diskussion beteiligt hat und hier nicht genügend wieder findet, kann diese ja ggf. hier in den Kommentaren äußern. Ich war schließlich leider nur per Twitter "zugeschaltet" und konnte nicht der gesamten Diskussion folgen.

Meine Frage hiermit an alle, gerade auch nicht-Hoteliers und nicht-Berater: Wie seht Ihr das? Wie wichtig sind Hotelsterne für Euch bei der Wahl eines Hotels? Seid Ihr der Meinung, dass Hotelsterne aussagekräftig sind in der Vorbewertung des Hotels? Welche anderen Ideen/Meinungen habt Ihr zum Thema?

Guest Room Corridor

Samstag, 16. Oktober 2010

Allerley Kurzweil

Noch ist der Stand der Anmeldungen für das Programm "Allerley Kurzweil" am kommenden Freitag, 22. Oktober, recht schlecht gebucht. Das wundert mich, wo doch sonst Programme mit mittelalterlichem Essen und alter Musik auf nachgebauten Instrumenten immer so gut ankam. Ich starte aber hiermit nochmal einen kleinen Versuch, die Veranstaltung von William Buchanan und Freunden nochmal schmackhaft zu machen:

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Auftritt des ensemble tityre am 12.11.

Das für Freitag, 12. November 2011 geplante Konzert "Weibermusik" muss leider ausfallen.

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Contra Quotenheinis

Wie das Netz die (regionale) Politik verändert



Heute morgen, noch recht früh, saß ich mit meinem iPad auf dem Klo (ja, so etwas soll es geben) und las meinen twitter stream und die Nachrichten meiner "Freunde" bei Facebook. Während dieser wenigen Minuten hatte ich auch einen kurzen Austausch mit unserem ehemaligen Bayerischen Staatsminister und noch amtierenden Landtagsabgeordneten Eberhard Sinner über die geplanten Anstrengungen der Staatsregierung, auch auf dem Land Breitbandinternetverbindungen 2011 "flächendeckend" zu ermöglichen. Ein historischer Moment. Also nicht, weil ich etwa auf dem Klo saß (das tut schließlich jeder mal). Aber ich finde es doch beachtlich, wie sehr sich innerhalb kürzester Zeit unsere Kommunikation verändert hat. Sie ist direkter geworden.
Eberhard Sinner hatte per Facebook folgende Meldung verbreitet: "#Seehofer: 2011 Bayern voll mit #Breitband erschlossen. #LTE wird das beschleunigen. #Bund muss aus DD bisherige Nutzer fördern." Ich kommentierte kurz: "Ich bin da vorsichtig optimistisch. Aber sehr hoffnungsvoll. Vor allem auf dem Land sind wir doch noch abgehängt." Worauf er antwortete: "Mit LTE geht das schneller als bisher". (wer das mit den vielen "#" nicht versteht, der sollte mal nach dem Begriff "hashtag" googlen).

Das ist alles nicht sonderlich spektakulär, im Inhalt (außer wenn die Staatsregierung es wirklich schaffen würde, uns flächendeckend schnellere Netzzugänge zu ermöglichen). Interessant finde ich, wie erreichbar unsere Politiker werden, wenn sie sich diesem Dialog im Netz stellen. Ich habe auch noch nicht erlebt, dass ein Politiker besonders unfair behandelt wird bei Facebook und Co. Schließlich spricht er/sie dort mit den "Freunden". Die aber auch kritisch sein können. Und das ist auch gut so. Denn nur bei konstruktiver, offener Auseinandersetzung mit Themen und Menschen kann man auch einen Mehrwert erreichen.

Dass man auf diese Weise auch Antworten bekommt, die einem nicht so lieb sein dürften, hat neulich erst unsere Europaabgeordnete Dr. Anja Weisgerber erfahren, die sich für eine Frauenquote in der CSU (nein, Entschuldigung, man sprach - sich der Brisanz des Wortes bewusst - von einem Frauenquorum) einsetzte. Gegenwind bekam sie bei Facebook gerade von der eigenen "Jungen Union" - zurecht, wie ich finde. Schließlich will keine(r) den/die Quotenheini / Quotenheiniin spielen.

Aber das macht es doch alles auch so viel menschlicher: nicht mehr nur hinter verschlossenen Parteitagstüren wird Politik gemacht, sondern das Volk hat die Möglichkeit ihre Volksvertreter wissen zu lassen, was es will. Sofern es das tut. Und sofern dies die Volksvertreter auch interessiert.

Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt, was mir mir das Lesen der morgendlichen Meldungen morgen so bringen wird. Und Ehrenwort: es kommt nicht so oft vor, dass dies auf dem Klo geschehen muss. Obwohl auch das schließlich letztendlich doch auch nur menschlich ist. Oder?

Dienstag, 12. Oktober 2010

Heute: Quittenernte

Digital Storytelling

Im letzten Blogbeitrag zu "Drehbuch & Storyboard für Präsentationen" erwähnte ich, dass ich noch über meinen "Ausflug" ans Knowledge Camp der Gesellschaft für Wissensmanagement an der Uni Passau berichten würde. Ich hielt dort eine Session über "digital storytelling" und erhielt wertvolles Feedback zum Thema von den anderen Teilnehmern dort. Da dieses Thema jedoch für die etwaigen Leser hier etwas zu "speziell" sein könnte, verweise ich hier nur auf meinen gestrigen Gastbeitrag im Trailmeme Blog (Trailmeme ist eine Web-Applikation, die unter dem Dach der Xerox Corporation in USA entwickelt wird).

Das Thema "digital storytelling" wird mich noch weiter beschäftigen...

Foto: Ein Netz am Morgen.

Mühlteich - Schloss Wissen

Sonntag, 10. Oktober 2010

Drehbuch und Storyboard für Präsentationen

Alexandra Graßlers Session beim Knowledge Camp



Ich war am 8./9.10.2010 beim Knowledge Camp der Gesellschaft für Wissensmanagement an der Universität Passau und habe dort eine Session über "digitales story-telling" gehalten (dazu später sicherlich mehr). Ich habe aber auch viele sehr interessante Beiträge anderer dort gehört und mitdiskutieren dürfen. Es folgt hier meine persönliche Zusammenfassung von Alexandra Graßlers Session zu "Drehbuch & Storyboard" im Einsatz zur Erstellung von Präsentationen.

Wie können wir Inhalte in einer Präsentation besser rüber bringen? Im Wesentlichen hilft es Geschichten zu erzählen (das Thema "digital story-telling" hatten wir bei der ersten Session am Freitag bereits besprochen).

Geschichten helfen, dass auch richtig zuhört wird. Wir wollen Botschaften vermitteln, die auch verstanden werden. Alexandra verweist hier auf Aristoteles Poetik und schildert wie man mittels eines "Logischen Baumes" Inhalte erfolgreich vermittelt.

Mit dem Logischen Baum werden Argumente immer möglichst im Dreierrhytmus präsentiert, Der Vorteil hängt mit unserem innerem Rhytmus der Informationsverarbeitung zusammen. Geben wir dem Zuhörer nur zwei Möglichkeiten erzeugen wir in ihm ein Dilemma.

Wie wenden wir das auf das Erstellen von Präsentationen an? Was wollen wir? Präsentations-KOMA oder Präsentations-KRAFT? Alexandra schilderte diese Grundfrage mit einigen anschaulichen Bildern.

Wir müssen die Inhalte auf das Wesentliche Komprimieren. Im Wort "wesentlich" steckt das Wesen des Konzepts bzw. Inhaltes drin. Mit kurzen Sätzen und assoziativen Bildern erzeugen wir Emotionen. Emotion = Bewegung. Man bewegt sich bzw. den Zuhörer zum Ziel. Grundsätze des Präsentierens sind u.a.:

What's the point? Auf das Wesentliche fokussieren. Wiederholung im enstcheidenden Moment einsetzen. Die Zielgruppe beachten. Nicht nur aufschreiben... denn Geschriebenes kann gelesen werden. Keine Aufzählungen. Assoziativ statt linear. Visuelle Marker setzen.

Alexandra stellte eine Methodik vor, wie man erfolgreiche Präsentationen vorbereiten kann: das Drehbuch mit 3 Akten. Sie erklärte wie, ähnliche wie beim Film, durch das Befolgen dieser Technik der Zuhörer / Zuschauer erfolgreich in den Bann gezogen werden kann. Was ist zu tun?

1. Akt

Im ersten Akt unserer Präsentation müssen wir für unseren Zuhörer fünf Fragen / Elemente beantworten:

1. Um was geht es? Im Film gibt es den sogenannten "establishing shot" in der erster Szene. Dieser setzt den Ton und das Thema des gesamten Films. Hier wird Zustimmung beim Zuhörer abgeholt. Wir definieren wo wir uns befinden und formulieren dies in einem Satz.

2. Um wen geht es? Die Bilder und Texte sollten immer die Person oder Personengruppe im Ziel haben.

3. Ungleichgewicht / Katastrophe. Wir stellen unsere Zuhörer vor ein Ungleichgewicht, das aufrüttelt, Aufmerksamkeit und Dringlichkeit erzeugt.

4. Zielbild / Gleichgewicht. Wir zeigen die mögliche Lösung, die erstrebt wird, auf. "Das Ende der Reise".

5. Lösung. Hier zeigen wir den Zuhörern den Weg zum Ziel auf. Hier sollten wir mit einem Verb beginnen und so eine klare Handlungsaufforderung geben.

2. Akt

Im Sinne des Logischen Baums sollten wir unsere Argumente immer in Dreiergruppen aufbauen. Wir beginnen also mit drei Hauptargumenten. Diese Methodik zwingt uns unser Thema gut durchzudenken. Wir zeigen inhaltlich auf, welche Sachargumente es gibt. Wie/warum wird das Problem bzw. die Fragestellung gelöst?

Auch zeigen wir im "2. Akt" einen Wendepunkt ins Spiel. Der Zuhörer merkt, dass es hier eine entscheidende Wendung geben wird, an der er im besten Fall beteiligt ist. An dieser Stelle kann grafisch of ein Fragezeichen als Symbol eingesetzt werden.

3. Akt

Im 3. Akt kommen drei Elemente ins Spiel:

1. Krise. Hier könnte zum Beispiel der "worst case" mit emotional berührenden Bildern aufgezeigt werden.

2. Wiederholung der Lösung. Die Folie / das Bild / das Beispiel mit der die Lösung am Ende des 1. Aktes aufgezeigt wurde, kann hier wiederholt werden.

3. Schließen der Emotion. Nachdem die Lösung noch mal präsentiert werden, müssen wir dem Zuhörer Gelegenheit geben langsam zum Abspann zu kommen. Das kann durch einen Aufforderungssatz geschehen und endet im besten Fall mit einem einprägsamen bzw. zutreffenden Slogan.


Alexandra rät dazu Präsentationen keinesfalls gleich in Powerpoint/Keynote etc. zu beginnen, sondern das Drehbuch abseits von der jeweils einzusetzenden Technik nieder zu schreiben. Sie macht dies mittels eines Texteditors aus dem sie die einzelnen Elemente anschließend in die Präsentation importiert und anschließend bebildert. Ich werde die Methode Drehbuch und Storyboard auf jeden Fall in einer meiner nächsten Präsentationen ausprobieren. Sie auch? Oder haben Sie andere bzw. ergänzende Ideen?

Montag, 4. Oktober 2010

Apfelernte

Gestern war zugleich Tag der Deutschen Einheit und Erntedanksonntag. Das schönste Wetter des Jahres nutzten wir am Nachmittag, um mit den Kindern die Äpfel im Schlossgarten zu ernten. Schlosskater Charly war mit dabei (sein Bruder Emilio hält sich in letzter Zeit etwas zurück; ihm bekommt der Trubel mit den Kindern im Alter nicht mehr so).

6 große Kisten Äpfel haben wir zusammen bekommen. Daraus werden jetzt Gelees für das Frühstücksbuffet im Schloss und Saft, vielleicht auch der eine oder andere Bratapfel und Apfelkuchen. Wird die Apfelmenge zu viel, können wir sie auch in der Safterei abgeben und bekommen die Lieferung in Naturalien (naturtrübem Apfelsaft) ausbezahlt. Hier die Preisliste der Lohnmosterei Endres in Bergrheinfeld, zu der auch unsere Stammheimer Kindergartenkinder die Äpfel des Kindergarten geliefert haben.

Bald sind dann auch die Quitten dran, die schon gelb im Baum hängen. In unseren Köpfen schwirrte eine Mär man solle Quitten erst nach dem ersten Frost ernten. Eine Recherche im Netz zeigt jedoch auf, dass diese bereits nach dem Farbumschlag von grün auf gelb geerntet werden können, wenn sie sich leicht vom Stiel lösen und keinen Pflaum mehr haben. Die Quitten schnibbelt meine Mutter dann an den Herbstabenden und verkocht sie meist zu einem Kompott, das auch gelegentlich unseren Seminargästen mit Schlagsahne gereicht wird, die dieses oft noch nicht gekannt haben.

Foto: Katharina und Isa bei der Apfelernte

Apple Harvest