Mittwoch, 29. September 2010

Social Media: Wie überzeuge ich meinen Chef?

Veränderung muss man wollen



Der Kulturmanager Christian Henner-Fehr hat kürzlich zur Blogparade zum Thema "Social Media: Wie überzeuge ich meinen Chef?" eingeladen. Ich bin zwar mein eigener Chef und muss deswegen niemanden überzeugen (außer meine Co-Geschäftsführerin), aber das Thema interessiert mich, weil ich auch in anderen Bereichen (Hotel- und Gaststättenverband, Tourismusorganisationen, Regionalmarketingverein) immer wieder feststelle, wie schwierig es doch ist, Menschen vom Wert der Social Media zu überzeugen.

Ein wenig dient mein Aufsatz "Einsatz von Social Media im Landschloss Zeilitzheim - kleines Kulturzentrum in Franken" diesem Ziel, zumindest was die Zielgruppe kleiner Kulturveranstalter betrifft. Ich möchte mich, angeregt durch die Blogparade, aber nun auch ein wenig allgemeiner mit dieser Frage beschäftigen.

Zu aller erst müssen wir uns, wenn wir als selbst von Social Media überzeugte Personen andere Menschen davon überzeugen wollen, darüber klar werden, dass die größte Hürde nicht das Thema an sich ist, sondern einfach ein allgemeiner Widerstand gegen Veränderungen. Größere Veränderungen in seinem Leben zuzulassen erfordert einen Mut, den die meisten Menschen einfach nicht haben. Veränderung erfordert das Verlassen eingetretener Pfade. Es erfordert ein Umdenken und unter Umständen auch ein wenig Arbeit. Alles vermeintlich gute Gründe alles lieber einfach beim status quo zu belassen.

Wollen wir jemanden davon überzeugen Social Media einzusetzen, müssen wir also zuerst seine Bereitschaft zur Veränderung im Allgemeinen berücksichtigen. Veränderung muss von der anderen Person auch wirklich gewollt werden, nur dann kann ise auch erfolgreich umgesetzt werden. Veränderungsträgheit hat in meiner Erfahrung nicht erstrangig etwas mit dem Alter zu tun. Es gibt auch sture junge Leute, die Dinge, die sie nicht kennen, einfach kategorisch ablehnen. Der Spruch "you can't teach an old dog new tricks" trifft dann aber eher auf ältere Semester zu. Wie können wir also die Bereitschaft zur Veränderung, speziell in Hinsicht zum Einsatz von Social Media, positiv beeinflussen?

Um Veränderung zuzulassen müssen wir zumindest in Teilen davon überzeugt sein, dass sich unsere eigene Situation mit dieser Veränderung auch verbessert bzw. sich das Risiko der Veränderung irgendwie lohnen wird. Für viele Menschen drückt sich ein solcher Vorteil in Geld aus. Bei Social Media ist ein finanzieller Vorteil jedoch kaum messbar und auch nicht der wichtigste Grund für die Aktivitäten (man lese dazu Dr. Kerstin Hoffmanns Beitrag im Rahmen der stARTconference). Also scheidet das platteste aller möglichen Argumente "das bringt Kohle, Mann!" schon mal aus. Wie überzeugen wir also unseren Chef? Wie können wir den entscheidenden Anstoß zur Veränderung geben, der ein aktiv gelebtes Social Media Konzept hervorbringt?

Veränderung muss man positiv visualisieren. Meine Idee deshalb: vorher/nachher Bilder entwerfen, die aufzeigen, wie es jetzt ist und wie es, durch Einsatz von Social Media sein könnte. Diese Bilder (im echten oder im übertragenen Sinn) müssen möglichst auf die Person, der wir die Vorzüge von Social Media beibringen wollen, zugeschnitten sein. Sie müssen zumindest aus der jeweiligen Branche kommen, möglichst aus dem direkten Umfeld.

Klar: für so etwas benutzt man "best practice" Beispiele. Es sollte aber gar nicht mal so kompliziert sein. Vor allem zu viele Daten und Fakten könnten Abschrecken und den "Mut zur Veränderung" nur verschüchtern. Für diejenigen, die Daten/Fakten lieben, gibt es eine Reihe hervorragender Präsentationen bei slideshare zum Thema (Beispiel: "What the f**ck is Social Media Now?"). Für alle anderen: persönliche, menschliche Beispiele bringen.

Wir könnten den Weg für den Schritt zur Veränderung dadurch bereiten, in dem wir der zu überzeugenden Person Bilder aus dem eignen Leben zeigen, die veranschaulichen, wie eine Situation (vorher Bild) durch eine kleine Veränderung positiv gewandelt wurde (nachher Bild). Das muss in erster Linie gar nicht mal etwas mit Social Media selbst zu tun haben. Beispiele, die mir auf Anhieb einfallen:

Kinder. Familienfoto bevor Kinder auf der Welt waren und ein Foto danach, mit Kindern. Darauf eingehen, wie diese (große) Veränderung auch eine große Bereicherung des Lebens gebracht hat. Gleichermaßen: Single Foto und Hochzeits- bzw. Paarfoto.

Ein Gartenbild vor einer Neuanlage bzw. Veränderung und danach. Zum Beispiel ein Foto eines Baumes am Fluß dem später eine Parkbank hinzu gestellt wurde. Eine kleine Veränderung mit großem Nutzen.

Veränderungen in den Transportmöglichkeiten des anderen. Vom Fahrrad über Mofa/80er zum ersten eigenen Auto oder dem Firmenporsche, der jetzt vor seiner Tür steht.

Veränderung in der Technik: von der Adler Schreibmaschine zur Spracherkennung am Computer.

Was noch?

Die Blogparade endet morgen, 30.9. und ich habe mich gerade eben erst ans Thema gesetzt. Es fehlen mir daher noch praktische Beispiele. Schön wäre es, wenn Leser der Blogparade noch weitere Beispiele für die Visualisierung von Erfolg durch Veränderung machen können. Ich trage sie gerne hier zusammen.

Neues Hotelschild

Im Beitrag "Metallkunst für das Schloss" habe ich im Juli darüber berichtet, dass ich ein neues Hotelschild beim Kunstschmied meines Vertrauens, Stephan Nüßlein, bestellt habe. Seit gestern hängt es.

Die Grafik in der Mitte des neuen Schilds habe ich im Freskensaal fotografiert. Sie ziert auch unser aktuelles Briefpapier.

hotelschild-480.jpg

Montag, 27. September 2010

Einsatz von Social Media im Landschloss Zeilitzheim

Ein kleines Kulturzentrum in Franken bewegt sich im Netz



Hintergrundinformationen zu meinem Vortrag auf der stARTconference am 9. September 2010.

1. Kurze Vorstellung von Schloss Zeilitzheim.
Aufbau. Wie werden Veranstaltungen organisiert und durchgeführt?
Programm-Mix?
Wie setzen sich die Besucher demographisch zusammen?
Wie erfahren unsere Besucher von den Veranstaltungen?



Das 330 alte Schloss ist seit 1979 in unserem Privatbesitz. Wir, Familie von Halem, haben es seither restauriert (zuerst meine Eltern Hilmann und Marina von Halem, seit 1999 auch ich, Alexander von Halem). Die Restaurierung und Instandhaltung des Schlosses finanzieren wir durch einen kleinen Hotelbetrieb mit 18 Zimmern, den wir selbst führen. Kulturelle Veranstaltungen beleben das Haus und öffnen das Kulturdenkmal einem breiten - durch die Hotelzimmer nicht nur regionalen - Publikum. 1982 gründete sich ein als gemeinnützig anerkannter Förderkreis des Schlosses, der aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen gelegentlich Zuschüsse für die Restaurierung gibt. Vornehmlich jedoch unterstützt der Verein jährlich etwa fünf bis sechs kulturelle Veranstaltungen. So können wir auch kulturelle Veranstaltungen anbieten, die keine Gewinne einbringen.

Das Programm beinhaltet etwa drei bis fünf Konzerte der ernsten Musik, ein oder zwei literarische Veranstaltungen oder Vorträge sowie Lesungen und eine Theateraufführung. In den vergangenen Jahren gesellen sich zunehmend auch Veranstaltungen mit integriertem Menü dazu, eine Reihe die wir "Kultur kulinarisch" nennen, und die sich wachsender Beliebtheit erfreut.

Unser Publikum kultureller Veranstaltungen im Schloss lässt sich, stark verallgemeinert, wie folgt darstellen:
Alter: meist ca. 50 Jahre und älter.
Herkunft: Kleinstädte und Orte aus einem Umkreis von rund 30 km.
Bildungsniveau: mittel bis höher.
Internetnutzung und -buchung: gering, aber steigend.

Diese Demographie erklärt auch, wie unsere Besucher von den Veranstaltungen erfahren.

Stammgäste, die drei bis Veranstaltungen im Jahr besuchen, buchen nachdem sie unser Jahresprogramm per Post erhalten haben, im Abonnement. Das Jahresprogramm erscheint in einer Auflage von 10.000 Exemplaren im Herbst des Vorjahres. Die wenigen Abonnenten sind oft zugleich Mitglieder des Förderkreises. Die meisten Besucher entscheiden sich jedoch recht kurzfristig zum Besuch einer Veranstaltung. Für dieses Publikum versenden wir auch mehrmals im Jahr Übersichten über die nächsten drei bis vier Veranstaltungen im handlichen DINLang- oder im DIN-A6- Postkarten-Format. Hinzu kommen Direktmailings zu einzelnen Veranstaltungen, zum Beispiel an Besucher ähnlicher Veranstaltungen in der Vergangenheit. Auch zu diesem Zweck führen wir eine umfangreiche Datenbank unserer Kontakte. Traditionelle Mailings per Post sind also immer noch der Hauptvertriebsweg für den Kartenverkauf. Sicherlich wird dann häufig per E-Mail reserviert, doch noch ist die Zahl derer, die unsere E-Mail Veranstaltungshinweise abonnieren und auch reservieren, verschwindend gering.

Berichte in der Presse können auch Neubesucher bringen. Allerdings erscheinen solche Berichte nur sehr selten in Tageszeitungen außerhalb der lokalen Region. Geholfen haben hier unsere Märkte (Ostermarkt, Weihnachtsmarkt) über die Zeitungen auch im etwa 100 km entfernten Nürnberger Raum berichten, und deren Besucher dann auch zu Besuchern kultureller Veranstaltungen werden können. In unserer Region werden Veranstaltungshinweise häufig nur in der Lokalausgabe des Mittelzentrums Gerolzhofen veröffentlicht - Politik der Mainpresse Verlagsgesellschaft, zu der fast alle Zeitungsverlage in Unterfranken gehören. Unser Kernzielpublikum kommt allerdings vornehmlich aus den 20 bis 30 km entfernt liegenden Städten Schweinfurt, Würzburg und Kitzingen. Nachberichte über unsere Kulturveranstaltungen erscheinen nur sehr selten - und wenn, dann nur im Lokalteil der Zeitung.

Zunehmend erfahren Erstbesucher von unseren Veranstaltungen über das in Erlangen ansässige Veranstaltungsportal Frankentipps.de. Der Inhaber der Betreiberagentur Wolfrum eK, Klaus Wolfrum, ist den Social Media gegenüber sehr aufgeschlossen und bietet Veranstaltern auch RSS Feeds ihrer Termine zur Einbindung auf eigenen Seiten an. So konnte ich den eigenen Veranstaltungsfeed zum Beispiel auf einer flavors.me Seite einbinden (http://flavors.me/barockschloss). Auch bietet der Betreiber den Veranstaltern Hilfestellung bei der Nutzung von QR-Codes und reicht Daten an andere Portale und Wochenblätter weiter. Eine kostengünstige Ticketingoption ermöglich Veranstaltern Karten direkt über das Veranstaltungsportal frankentipps.de zu verkaufen.

2. Chancen für kleine Kulturveranstalter durch Social Media.
Wie werden jetzt Social Media eingesetzt?
Return on Investment (ROI) ist noch gering. Aber: es gibt auch große Chancen.
Vom zufälligen Wiederholungsbesucher zum Stammbesucher. Gästebindung.
Stärkung des Empfehlungsmarketings.
Reduzierung der Kosten, die durch den traditionellen Vertrieb entstanden.



Können wir, gerade als kleiner Kulturveranstalter auf dem Lande, nicht auf den ganzen Hype verzichten? Was haben wir davon, bei dem ganzen Social Media Kram mitzumachen? Warum ist es so wichtig, dass wir künftig mittels Social Media mit unseren Veranstaltungsbesuchern kommunizieren?

Weiche Faktoren:
- Begeisterung,
- emotionale Bindung, Freundschaft und somit:
- Weiterempfehlung.

Harte Faktoren:
- Feedback, das zur Verbesserung unseres Angebotes führt,
- Reduzierung von Kosten (Reduzierung physischer Mailings und dadurch Reduzierung von Druckkosten, Portokosten etc.).

Social Media und vor allem das zeitnahe Bloggen relevanter Inhalte erhöht die Chancen, durch Suchmaschinen gefunden zu werden. Aktuelle und vor allem persönliche Inhalte, die Blicke hinter die Kulissen des Kulturbetriebs bieten, haben einen besonders hohen Stellenwert.

Durch Social Media bzw. durch die "Rückkanäle" entsteht ein Dialog mit unseren Kunden/Gästen. Sie werden oftmals wirklich zu Partnern, zu Freunden gar. Durch diesen Dialog, die gegenseitige emotionale Bindung erreichen wir mehrere Dinge:

a) aus einem zufälligen Wiederholungsbesucher wird ein treuer Stammbesucher,
b) aus begeisterten Besuchern und aus treuen Stammbesuchern werden engagierte Empfehler,
c) Partner geben ehrliches Feedback, das zur Verbesserung des Angebotes führen kann.

Eines der Hauptziele unserer Social Media Strategie ist daher die Stärkung des Empfehlungsmarketings.

Durch aktive Nutzung von Social Media erfolgt eine Reduzierung der Kosten, die durch den traditionellen Vertrieb entstanden. Mitgliedern des als gemeinnützig anerkannten Förderkreises Schloss Zeilitzheim e.V. kommt zugute, dass wir durch Reduzierung von administrativen Kosten die Mitgliedsbeiträge und Spenden noch gezielter dem eigentlichen Vereinszweck zuführen können.

Im wirtschaftlichen Sinne bedeuten diese Anstrengungen, sofern sie erfolgreich sind, alle einen Wettbewerbsvorteil. Aber es geht natürlich - gerade im Kulturbereich - in erster Linie auch um den Qualitätsvorteil; die Qualität unseres Angebots (Veranstaltungen, Technik, Ambiente etc.) und die Qualität und Tiefe der Kommunikation. Durch zielgerichtetere Kommunikation erfahren wir, welche Erwartungen unsere Besucher haben und können das Angebot so besser auf sie abstimmen.

Auch hinter den Kulissen können Social Media bei der internen Kommunikation helfen. So verwenden wir u.a. Google Docs und geteilte Dropbox Ordner zur kollaborativen Erarbeitung von Veranstaltungskonzepten und zum Brainstorming.

Was ist notwendig, damit auch weniger web-affine Veranstaltungsbesucher diese Werkzeuge stärker nutzen? Was muss der Kulturveranstalter tun?

3. Das allgegenwärtige Internet ist erforderlich für den Durchbruch.
Die gute Nachricht? Es wird kommen!
Was könnte den Durchbruch bringen? iPad & Co (erwartete Android Tablets etc.).



Warum schaffen wir es noch nicht zuverlässig unsere Besucher mittels E-Mail (geschweige denn Blog, Twitter, Facebook etc.) zum Kauf von Veranstaltungskarten zu bewegen? Sicherlich liegt das zum großen Teil an der demographischen Zusammensetzung der Besucher. Das ist der Knackpunkt: noch ist die Gemeinschaft unserer Besucher viel zu wenig im Internet (zumindest im Social Web) unterwegs, als dass wir sie mit diesen Werkzeugen genügend erreichen würden. Bis die Nutzung von E-Mail und vor allem von Social Media also für die oben beschriebene Demographie zur alltäglichen Kommunikation dazu gehört, werden wir es schwer haben, sie auf diese Weise zu erreichen. Dennoch bin ich davon überzeugt, dass dieser Wandel noch eintreten wird. Daher ist es sehr wichtig schon jetzt im Social Web mit seinen kulturellen Angeboten (und vor allem mit ergänzenden Inhalten dazu) präsent zu sein. Wenn die Welle überschwappt, werden es diejenigen Kulturveranstalter leichter haben, deren Angebot sich durch gängige Suchmaschinen finden lässt und die bereits eine längere Historie von gut gemachten Inhalten im Netz vorweisen können.

Wir befinden uns jetzt in einer Vorlaufzeit, in der wir noch etwas im Vakuum schreiben und produzieren. Das ist manchmal frustrierend, weil das Return on Investment (ROI) - zumindest im herkömmlichen, materiellen Sinne - sich noch kaum abzeichnet. Aber es lohnt sich. Langfristig. So lange Social Media in Form von allgegenwärtigem Internet nicht zumindest möglich sind, wird es keinen Durchbruch für den sogenannten Mainstream geben. Aber es könnte auch ganz schnell gehen. Dafür müssen wir gerüstet sein. Was könnte den möglichen Durchbruch bringen?

Es gibt bereits eine viel kleinere Zielgruppe, die sich mit unserer Zielgruppe der Veranstaltungsbesucher noch nicht deckt, die bereits jetzt die neuen Smartphones wie iPhone und Google bzw. Android Phone benutzt. Wenn diese Geräteklasse vom Spielzeug der Internetaffinen zum allgegenwärtigen Kommunikationswerkzeug für alle aufsteigt, dann könnte der Markt bereit sein.

Ich schrieb dies zu einem Zeitpunkt, zu dem das iPad noch nicht auf dem Markt war. Es war natürlich schwierig vorauszusagen, ob dieses Gerät (oder die darauf folgenden Nachahmer) es vermögen, den Durchbruch in Sachen ubiquitäres Internet und Veränderung des allgemeinen Nutzerverhaltens zu schaffen. Ich glaubte jedoch, dass durch solche Instrumente ein schneller Wandel vollzogen wird. Wichtig ist die Verbreitung von Geräten, die eine instant-on Funktion haben: kein Hochklappen des Deckels mehr, kein Warten während der Rechner langsam hochfährt. Und vor allem: auf Wunsch immer mit dem Internet verbunden zu sein, sei es durch durch WLAN zuhause oder im Büro oder per Mobilfunk von unterwegs - dann auch mit Geopositionierung (GPS). Ich sah eine große Chance in dieser Geräteklasse, vor allem dann, wenn es genügend Nachahmer gibt, die günstigere Geräte als das doch sehr teure Apple Spielzeug iPad auf den Markt werfen.

Seit 17. Juni 2010 besitze ich nun ein iPad 3G mit Mobilfunkvertrag (O2, EUR 15,-- pro Monat für bis zu 1 GB Datenverkehr zu UMTS Geschwindigkeit, danach gedrosselt auf GPRS). Meine Hoffnung ist nach wie vor groß, dass dieses schöne (aber sehr teure und proprietäre) Gerät nur der Dammbrecher ist für eine neue Ära geprägt durch mobile, stets mit dem Internet verbundene Geräte. Das Sensationelle ist jedoch nicht (nur) das allgegenwärtige Internet. Die Interaktion des Benutzers mit dem Gerät ist es, was diese Klasse von Multitouch-Geräten so sexy macht. Die Multitouch-Bedienung ist so intuitiv, dass sogar meine 3 und 5 Jahre alten Töchter spielend leicht damit umgehen können.

Generell ist es jedoch wichtig festzuhalten: Content löst sich von den Plattformen. Von den bisherigen Plattformen und von Plattformen überhaupt. Jeder einzelne Mensch entscheidet, in welcher Form er/sie die Inhalte konsumieren möchte. Und er konsumiert diese nicht mehr nur, sondern er kommentiert sie, modifiziert und verbreitet sie. Im ersten Schritt wird es daher immer wichtiger, die Information in Formen bereit zu stellen, die plattformunabhängig lesbar und von überall her erreichbar sind (Stichwort: Optimierung für mobile Geräte).

4. Was müssen kleine Kulturveranstalter tun, um sich vorzubereiten? Beispiele aus der Praxis zu
a) Aufarbeitung und Vermittlung von Veranstaltungsinformationen für das Social Web,
b) mögliche Aktionen zur Heranführung unserer Besucher an die Materie.



Was können wir bis dahin tun, um uns auf diesen Wandel vorzubereiten und unsere bestehenden Gäste allmählich zum Ziel der "sozialen" (sprich: bi- und multidirektionalen) Kommunikation mit uns als Kulturveranstalter und der Kommunikation untereinander vorzubereiten? Zum einen müssen wir uns anstrengen unsere Inhalte bereits jetzt in einer multimedial aufbereiteten Form zur Verfügung zu stellen - also die Begleit- und Hintergrundinformationen zu unseren kulturellen Veranstaltungen. Für unsere Bestandskunden gilt es, diese ohne Druck und Fachjargon dezent an das Thema heranzuführen. Einige Beispiele:

Aufarbeitung und Vermittlung von Veranstaltungsinformationen für das Social Web:

- extensive Verlinkung von bereits bestehenden Facebook Seiten/online Profile der Künstler
- Einbindung von Videos und Fotos von anderen Veranstaltungsorten im Blog/online Programm (Flickr, YouTube, Vimeo etc.)
- Geschichten erzählen (Blog)
- Veröffentlichung von tiefergehenden Hintergrundinformationen, die wiederum mit anderen Ressourcen (Wikipedia etc.) verlinkt sind (Blog, Web)
- Blicke hinter die Kulissen des Kulturbetriebs gewähren (Blog, Web)
- Einpflegen von Orten bei "location-based services" wie Google/Gowalla/Foursquare/Facebook Places
- Nutzern dieser Dienste einen Mehrwert bieten (z.B. bei Gowalla "Touren" einpflegen)
- Ticketing über Dienstleister (Amiando, frankentipps.de) anbieten oder möglichst direkt auf den eigenen Seiten einbinden.

Mögliche Aktionen zur Heranführung unserer Besucher an die Materie. Wie können diese aktiver mit eingebunden werden?

- Befragungen (Beispiel Crowdsourcing Postkartenprojekt - siehe http://zeilitzheim.blogspot.com/2010/01/welches-motiv-soll-die-neue.html)
- Neugierig machen mit Social Media Infokarten.
- Eyecatcher so positionieren, dass eine Diskussion mit dem Gast dazu entstehen kann (QR-Codes, Qype Aufkleber).
- In jedes Konzertprogramm/Newsletter etc. einen Link zu einer gebündelten Leitstelle für die social media Kanäle drucken. Ich verwende seit Anfang März 2010 dazu eine kostenlose Seite von flavors.me (http://flavors.me/barockschloss). Der Vorteil (neben kostenlos): Integration der gängigsten Social Media Dienste ist möglich, aber auch RSS Feeds lassen sich darstellen. Der Auftritt lässt sich leicht individualisieren. Nachteil: man weiß nicht, wie lange solch kostenlose Dienste fortbestehen.
- Darauf hinweisen, dass sich Besucher z.B. bei der Facebook Seite zu Fahrgemeinschaften verabreden können.

Wie können Besucher/Mitglieder in Richtung Social Media "erzogen" werden? Sehr schön ist in dieser Hinsicht die "Gebrauchsanweisung", die Frank Tentler vor zwei Jahren im Dacapo Blog der Duisburger Philharmoniker verwendete (leider ist sie dort nicht mehr zu finden).

In jedem Fall gilt es einen Mehrwert zu bieten für diejenigen, die unsere Social Media Werkzeuge nutzen. Sie müssen für die Nutzung dieser Kanäle belohnt werden, zum Beispiel mit Zusatzinformationen oder Leistungen, die nur über das Netz bezogen werden können:

- Hintergrundinformationen in Form von formattierten PDF fact sheets zum Herunterladen und Darstellung dieser Informationen im www (SEO!)
- Theorie (Kulturvermittlung)
- Zugang zu Programmheft online, Künstlerbiografien
- Besondere Buchungsbestätigungen für Onlinebucher, die Links zu den Hintergrundinformationen enthalten
- Hinter die Kulissen des Kulturbetriebs schauen können (Proben, Aufbau, Planung)
- Zugriff auf diese Informationen rund um die Uhr
- geschlossener Bereich online? Ich habe mich bislang gegen einen geschlossenen, Passwort-geschützten Bereich entschieden. Für manche Veranstalter mit einem größeren, Internetaffineren Stammpublikum könnte dies jedoch eine gute Idee sein.

Wir müssen uns ständig fragen: "Welche Probleme unserer Besucher/Nutzer können wir mit unserem Angebot helfen zu lösen? Welche Bedürfnisse befriedigen wir damit? Welchen Zusatznutzen der Besucher können wir noch erfüllen?" und dies dann auch tun.

Erst wenn wir all dies zuverlässig und konsequent tun, können wir auf einen Erfolg des nächsten Schrittes hoffen: Community-Building (Kontakte untereinander knüpfen/ermöglichen/vereinfachen). Es gilt die online gewonnenen Freundschaften auch offline, also im sogenannten "wahren Leben", zu pflegen.

5. Was kommt danach? Welche Visionen haben wir für die Zukunft? "Community building" - die Gemeinschaft mit und unter den Besuchern.



Egal in welcher Branche wir uns bewegen: zuerst muss die Qualität stimmen, das Angebot, der Service. Social Media geben uns Werkzeuge an die Hand diesen Dienst am Kunden (besser) zu leisten und eine Kommunikation in beide Richtungen, sogar untereinander zu ermöglichen. Aber auch wenn die Qualität mal nicht stimmen sollte bzw. die Besucher sich etwas anderes vorstellen oder wünschen: erst der Dialog mit ihnen erlaubt uns zu erfahren, was vielleicht nicht stimmt oder anders gewünscht wird. Auch hilft ein erfolgreiches, positives Beschwerdemanagement oft sogar tiefergehende Beziehungen zu demjenigen aufzubauen, der Einwände vorbringt.

Außerdem: Freunde, die wissen, dass wir sie ernst nehmen und ihnen zuhören, verzeihen uns unsere Fehler eher, als Fremde. Diese Gemeinschaft muss gepflegt werden. Das galt schon in Zeiten von gedruckten Mailings. Aber Social Media erlaubt es unseren Zuhörern in "Echtzeit" zu kommentieren - und uns sofort zu reagieren. Dies erfordert natürlich auch ein stetes Monitoring der Social Media Kanäle.

Auch erlauben diese Werkzeuge unseren Besuchern sich untereinander zu vernetzen. Es geht nicht mehr nur um uns, um die Beziehung zwischen uns und unseren Besuchern. Diese können sich nun im Idealfall untereinander organisieren und austauschen, ganz und gar ohne uns, wenn sie das wollen.

Wenn das Einchecken bei ortsbezogenen Diensten zur alltäglichen Übung für Menschen wird und auch plattformunabhäbhig möglich ist, werden sich zusätzliche Vernetzungen untereinander ergeben. Noch scheint dies utopisch, aber der spielerische Umgang damit (Gowalla, Places) kann helfen, die Scheu vor dem Einchecken abzubauen. Zumindest erkundigen sich immer mehr Menschen per Smartphone, was in ihrer Umgebung gerade zu finden ist.

Die Online-Community sollte ein Bereiter/Förderer der Offline-Community sein. Genau genommen sollte zwischen online und offline nicht unterschieden werden, sondern sollen diese (zum Beispiel mittels Social Media) zusammengebracht werden. Daher ist es sinnvoll, die online Kontakte auch zu regelmäßigen Treffen vor Ort zusammen zu bringen. Als Beispiel hierfür gilt das "Zeilitzheim twitter picnic" das nur twitter followern von @barockschloss offen steht und diese auch offline miteinander vernetzt.

Fazit:



Werkzeuge wie Blogs, twitter etc. sind keine Allheilmittel. Sie alleine bringen nicht den Erfolg. Aber sie können uns dabei helfen mit bestehenden und zukünftigen Kunden in Kontakt zu bleiben und auch von Ihnen zu lernen.

Das Medium bzw. die Werkzeuge sind nicht sexy. Gute Inhalte sind sexy. Es geht bei den Social Media nicht darum zu werben, sondern die für unsere Besucher interessanten Geschichten zu erzählen, die wahrheitsgemäß das beschreiben, was wir machen, sie Anteil daran haben zu lassen, sie gar mit gestalten zu lassen.

Gerade für kleine Kulturveranstalter gilt es den Mut zur Nische zu haben! Gerade im Netz finden die Bewohner der Nischen zusammen. Das ist seine große Stärke. In den Nischen liegen die Stärken der Kleinen.

Online Medien sind nur das: ein Medium. Sie sollen offline Kontakte nicht ersetzen, sondern vereinfachen/ermöglichen/fördern.

Einen Vorteil haben die Aktionen in jedem Fall: solange das Social Web im Kulturbereich noch nicht zum Mainstream gehört sind Social Media Aktionen auch öffentlichkeitswirksam. Auf solchen Lorbeeren dürfen wir uns jedoch keinesfalls ausruhen, sondern müssen immer mindestens ein Ohr bei unseren Besuchern haben, bei Freunden und Kritikern gleichermaßen.

Bei der Anwendung von Social Media im Vergleich zu herkömmlichen Methoden gilt wie immer: das Eine tun und das Andere nicht lassen.

Creative Commons Lizenzvertrag
Einsatz von Social Media in einem kleinen Kulturzentrum auf dem Lande am Beispiel des fränkischen Landschlosses Zeilitzheim von Alexander von Halem steht unter einer Creative Commons Attribution-NoDerivs 3.0 Unported Lizenz

Ein besonderer Dank gilt Katharina Rosch für ihre textliche Hilfe! Korrekturen weiterer Tippfehler etc. nehme ich gerne noch entgegen.

Donnerstag, 23. September 2010

Im Social Web wird jeder zum Designer

Rückblick auf den stARTconference Vortrag von Christof Breidenich



Ein erstes Fazit mit grober Zusammenfassung der Ideen, die in den von mir auf der stARTconference besuchten Vorträgen umher geworfen wurden, habe ich ja schon hier im Blog besprochen. Ich weiß auch, dass sicherlich einige meiner Blogleser / twitter follower das hashtag #start10 nicht mehr sehen können. Ich möchte aber doch noch näher auf den einen oder anderen Beitrag der stART im Schlossblog eingehen, denn ich merke, wie die Ideen in mir noch nachwirken und gären. Diese Gedanken möchte ich teilen und bei Interesse gerne auch diskutieren.

Über den Vortrag von Prof. Dr. Christof Breidenich hatte ich bislang nur ganz knapp folgendes berichtet:

"Prof. Dr. Christof Breidenich konzentrierte sich mit seinem Beitrag "Arkadien oder Arbeitslager? Design und Kommunikation im Social-Web" vornehmlich auf Gestaltung. Logisch, wenn man seine Herkunft berücksichtigt: er unterrichtet Mediendesign an der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation in Köln. In der Tat findet (echtes) Design im Social Web noch zuwenig Beachtung. Hier verwechseln wir oft Design mit Dekoration. Wir geben dem Design oft nicht den Stellenwert, den er in der Konzeptionierung von Social Web Aktionen verdient."


Die Inhalte seines Vortrags verdienen aber noch nähere Betrachtung. Die folgenden Beobachtungen sind Fetzen meiner Notizen und teilweise eigene Formulierungen.

Wir bewegen uns in einer Welt in der Repräsentation und Simulation einer Vereinfachung und Zeichenhaftigkeit weichen. Der Wandel von der Verwendung von Zeichen und Symbolen (die symbolische Einigung auf eine gemeinsam verständliche Darstellung, Beispiel: rotes Kreuz) zur ikonischen Wiedergabe (Verbildlichung, Inhalte zeigen, Beispiel: Icons im Social Web) und wieder zurück zur Zeichenhaftigkeit.

Die Entwicklung von Computer Icons, die Nutzung der Ikonographie zur Versinnbildlichung von Ideen (Beispiel: Leuchtturm des ursprünglichen Netscape Navigator Icons) weicht einer zunehmend symbolischen Darstellung.

Gutes Design beinhaltet wiederum die Reduktion von Komplexität. Hier geht es um Einfachheit statt Verschönerung, Anschaulichkeit statt Dekoration, Verständlichkeit statt Effekte, Funktionalität statt Oberflächlichkeit.

Design ist keiner Elite vorbehalten. Im Social Web wird jeder zum Designer. Wir alle gestalten im Netz. Mit jedem Webauftritt, jedem Blog kümmern wir uns um die Relation von Text zu Bildern, um deren Platzierung etc.

Medien sind Kommunikation. Ein Massenmedium entsteht dann, wenn zu einem Medium Speicherung und Vernetzung hinzugefügt werden. Vieles kann ein Medium sein. So ging Breidenich auf Marschall McLuhan ein, der auch Dinge wie auch Geld, Waffen, Kleidung etc. als Medium bezeichnet hat. Aber erst durch die Speicherung und Vernetzung werden diese zu Massenmedien.

Nonlineares Medium! Der Weg ist nicht vorgegeben. Dynamische Medien: Dinge werden kombinierbar und erweiterbar statt multiplizierbar. Wir prosumieren, anstatt zu konsumieren. Wir gestalten mit. Kontingent statt konsistent. Unsicher statt endlich. Offen (mythisch) statt autorengebunden (Mythos = Erzählung ohne Autor).

Sinnüberschuss fordert Selektion. Niklas Luhmann: Wir können mehr Sinn produzieren, als wir konsumieren können. Wir müssen selektieren. Wir haben totale Freiheit zu den Informationen zu kommen. Es braucht Gestaltung, um diesen Weg zu definieren.

Designer erzeugen Aufmerksamkeit durch Einfachheit, Anschaulichkeit, Verständlichkeit, Funktionalität. Wir müssen unsere Dinge im Aufmerksamkeistkosmos darstellen.
Dirk Baecker: Kultur - all jene Formen, in denen es gelingt, den Überschusssinn eines neuen Mediums zu bewältigen. Selektion!

Wie funktioniert das im Internet?
Processing - Programmierung, Zugang über offene Programmierschnittstellen, APIs.
Gestalter können Dinge gestalten von denen gar nicht klar ist, was dabei raus kommt. Echtzeitkommunikation und Kollaboration.

Grundlage der Gestaltung:
Reduktion von Komplexität.
Beziehung und Unterscheidung.
Bedeutung und Funktion - Zeichen.
Multimedia und Interaktion - von der Fläche auf die Bühne.
Kunst ist ohne Begründung, Design begründet.
Webseite als Dramaturgie. Sich dramaturgischen Grundkonzepten öffnen.

Wir alle sind Gestalter? Packen wir es an!

Notice Anything?

Montag, 20. September 2010

Qualitätsmanagement im Tourismus

Von der Service-Kuh zur Servicequalität



Heute war der erste Tag meiner Ausbildung zum Service-Qualitäts Coach im Rahmen der gleichnamigen Zertifizierung. Ich beschäftige mich ja schon seit einigen Jahren mit dem Thema Qualitätsmanagement, spätestens seit meine Frau Katalin ca. 2002 im Rahmen ihres Hotelmanagement Studiums ihre Facharbeit über die Anwendung der DIN ISO 9001 ff Qualitätsmanagement Zertifizierung schrieb und ihr Praktikum im "ersten Haus am Platz" Würzburgs, dem Hotel Rebstock, das diese Zertifizierung erhalten hatte, machte. Damals habe ich den Prozessoptimierungsansatz dieser Qualitätsmanagementnorm für unser Haus umgesetzt und Standards für die verschiedensten Prozesse erarbeitet. Bei dieser Festlegung sollte es natürlich nie bleiben, denn man strebt ja im Kern aller Qualitätsmanagementbestrebungen ja immer eine kontinuierliche Verbesserung an.

Bei der Servicequalität Deutschland, dessen Zertifizierung ich durch die Teilnahme und Umsetzung des jetzt besuchten Seminars anstrebe, handelt es sich im Wesentlichen um ein Qualitätsmanagementsystem speziell für touristische Dienstleister bzw. verwandte Branchen, in der es - der Name sagt es schon - speziell um Servicequalität geht.

Bei ServiceQ, wie es gebräuchlich praktischerweise abgekürzt wird, erstellt man für seinen Betrieb sogenannte Serviceketten und definiert diese speziell aus Kundensicht. Im zweiten Schritt werden für jedes Glied einer Servicekette Leistungselemente definiert und diese daraufhin analysiert, welche Erwartungen die Kunden haben, wie sie im Ist-Zustand behandelt werden, welches Ziel (neuen Standard) man anstrebt und vor allem welche Maßnahmen man zur Erfüllung (nach Prioritäten gemessen) umsetzen wird. Diese Serviceketten werden von einer zentralen Prüfstelle untersucht und geprüft.

Diese Zertifizierung gilt 3 Jahre - sofern man jährlich Serviceketten einreicht und jeweils 8 neue Maßnahmen umsetzt. Das alles ist nur Stufe 1. Aber Stufe 1 der Service-Q wäre für viele Betriebe entlang der Wertschöpfungskette schon sehr viel. Und eigentlich gehört ja alles, was eine Region zu bieten hat, potenziell ins touristische Spektrum. Jeder Bäcker und Metzger, der von einem Feriengast besucht werden könnte, ist ein wichtiges Glied für die Zufriedenheit der Besucher einer Region. Gerade deshalb ist diese Zertifizierung nicht nur für unmittelbar mit dem Tourismus beschäftigten Betriebe (Hotellerie, Gastronomie) offen.

Ich freue mich nun auf Tag 2 der Ausbildung. Danach kommt die eigentliche Arbeit (Ausarbeitung der einzureichenden Serviceketten und Maßnahmen).

P.S. Das mit der Service-Kuh kommt aus einer Anekdote unserer Referentin Dörte Mäder, die davon berichtete, dass bei einer Umsetzung der Zertifizierung in Italien Service-Q vom Dolmetscher als Service-Kuh übersetzt wurde.

Pray

Freitag, 17. September 2010

Schnapsidee zum Mitsaufen

Ein Vorschlag zur Aktivierung von stillen Mitgliedern in Netzwerken



Ich bin Mitglied verschiedener Netzwerke, Zusammenschlüsse und Kooperationen. Bei den meisten gibt es keinen Mitgliedsbeitrag. Jeder macht so viel oder so wenig mit, wie er oder sie möchte. Mit entsprechendem Erfolg. Es gibt jedoch auch Kooperationen, die zur Finanzierung ihrer gemeinsamen Aufgabe (zum Beispiel Vermarktung einer gemeinsamen Idee oder einer Branche) einen festen Jahresbeitrag erheben. Die administrative Arbeit wird dann oft von einer/einem Aussenstehenden gemacht, die/der aber mit dem Arbeitseinsatz und vor allem den Ausgaben an das gemeinsame Budget der Gruppe gebunden ist. Gerade in solchen Netzwerken ist es besonders wichtig, dass auch die Mitglieder mitarbeiten, mithelfen die gemeinsame Marke / das Vorhaben bekannt zu machen. Leider ruhen sich Mitglieder solcher Mitgliedsbeitragsfinanzierten Kooperationen jedoch oft auf diesen aus und machen darüber hinaus nichts, obwohl gerade *sie* an der Basis die jeweilige Zielgruppe der gemeinsamen Sache am besten ansprechen könnten. Ein paar Überlegungen:

Situation:

Eine Gruppe (Verein, Zusammenschluss etc.) dessen Erfolg auf Mitarbeit der Mitglieder und auf aktive Markenbekanntmachung durch die Mitglieder bzw. das "Netzwerk" angewiesen ist, ist "eingeschlafen", weil nicht genügend mitmachen. Wie so oft sind die Gründe vielfältig. Trägheit spielt natürlich eine große Rolle. Die Mitglieder, die einen festen Jahresbeitrag gezahlt haben, glauben dass sie damit eigentlich schon genug geleistet hätten. Jetzt soll halt der Projektbetreuer alles richten... Dass dies nicht funktioneren kann ist klar. Was tun?

Man müsste eine Netzwerk-Mitgliedschaft irgendwie anders aufbauen, "Incentives" einbauen...

Ein Lösungsvorschlag:

Ich habe da eine rein utopische schnapsidee, nur so zum rum spinnen. Aber wer weiß: von viel Schnaps kommt vielleicht irgendwann auch ein wenig Veritas.

Mein Vorschlag: Anstatt (nur) einen festen Jahresbeitrag zu erheben könnte man eine "Aktivitätsprämie" bzw. Dividende am Jahresende ausschütten bzw. Anteile teilweise zurück zahlen. Schließlich schauen wir Deutschen doch so gerne auf das liebe Geld.

Umsetzungsvorschläge:

1) Jeder zahlt einen Mitgliedsbeitrag x für den er eine festgelegte Anzahl an (jeweils klar zu definierenden) Leistungen erhält (Nutzung der Dachmarke, gemeinsame Werbung, Beratung, Schulungen, Hilfestellungen wie Fotoshootings, Werbeartikel, sonstige Gegenstände etc.).

2) Wenn er nachweislich bestimmte Tätigkeiten, die dem gemeinsamen Zweck dienen, das Jahr über macht, kriegt er jeweils einen klar definierten Betrag zurück. Beispiele:

- wenn er das Netzwerk-Logo ganzjährig auf seiner Internet-Startseite hat mit Link zur Netzwerkseite x euro (vll. gemessen an tatsächlichen click-throughs)
- wenn er mindestens einmal alle 2 monate zu einem Netzwerk-Thema mit Link bloggt x Euro
- Fahne / Schild etc. an Haus / Firma x Euro
- Teilnahme an x Treffen / Versammlungen Sitzungen: y Euro
- Teilnahme an den Schulungen des Netzwerks...
- Erlangen bestimmter Qualifizierungen (Service Qualität Zertifikat etc.)
- Leistung einer bestimmt Anzahl ehrenamtlicher Stunden in Unterstützung des Netzwerks (Mithilfe bei Mailings, Anwesenheit bei Messeauftritten etc.)
- Einbringen von konkreten Ideen (hier muss klar definiert werden, wie das messbar sein soll bzw. es muss ein Gremium / eine Jury geben, die darüber entscheidet. Formate wie https://uservoice.com/ können dabei helfen)
- Weitere ideelle Unterstützung (muss je nach Netzwerk natürlich klarer definiert werden).

3) Jeder weiß also im Vorfeld, um wie viel sich sein Jahresbeitrag reduzieren könnte, wenn er/sie aktiv mitarbeitet. Wer nur sein Geld arbeiten lassen will tut nichts (was nicht so wünschenswert wäre... als: hohe Beiträge und hohe Rückerstattungsprämien vereinbaren!).

4) Noch spannender wird das, wenn man diesen Rückerstattungsbetrag aufteilt: z.B. 50% der Prämie gehen an das aktive Mitglied, 50% wiederum in einen gemeinsamen Topf für Gemeinschaftsprojekte. Aktive Mitglieder werden dann bei einer Jahresversammlung im Dezember des jeweiligen Jahres besonders gerühmt und die Gemeinschaft entscheidet, wie der Gemeinschaftspott ausgegeben wird.

So ein Konzept kann nur funktionieren, wenn der Beitrag von Anfang an hoch genug ist, um

a) genügend Anreiz zu geben aktiv mit zu arbeiten und
b) auch mit dem Anteil, der nicht rückerstattungsfähig ist, noch zuverlässig wirtschaften zu können.

Meine Frage an Euch: was haltet Ihr davon? Schnapsidee? Alles alter Hut, hat schon jemand gemacht? (Wer? bitte Beispiele teilen...). Wenn's nicht komplett idiotisch ist: wer hat konkrete Ideen, wie die zu belohnenden Tätigkeiten unter 2) noch aussehen könnten?

Natürlich habe ich hier 2 oder 3 bestimmte Netzwerke / Gruppen im Blick, aber ich denke das ließe sich auf fast jede Branche / jedes Tätigkeitsfeld, wo auch ehrenamtliche Mitarbeit wichtig wäre, anwenden.

Eine erste Rückmeldung einer Freundin, der ich diese Idee gestern grob skizzierte: "an sich ist das ja eine Idee, die mit der Zeit geht. Doch ich wehre mich ein wenig dagegen, dass immer alles nur über Geld läuft… Kann ich denn heutzutage von niemandem Mehr Idealismus verlangen?" Das trifft den Nagel natürlich voll auf den Kopf. Wenn man ein Netzwerk / eine Kooperation nur bewegen kann, indem man monetäre / materielle Anreize bzw. Strafen gibt, ist das schon ziemlich traurig. In wirtschaftlichen Kooperationen ist das nun mal der Hauptgrund des Zusammenkommens: gemeinsam mehr zu erreichen (hoffentlich nicht *nur* im wirtschaftlichen Sinn). Deshalb wäre es sicherlich gut, in die oben genannten Beispiele noch "ideelle" Belohnungen (auch für ideellen Einsatz) einzubauen.

Was meint Ihr? Für Ideen und Anregungen bin ich - wie immer - sehr dankbar!

Creative Commons Lizenzvertrag
Schnapsidee zum Mitsaufen: Ein Vorschlag zur Aktivierung von stillen Mitgliedern in Netzwerken von Alexander von Halem steht unter einer Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Unported Lizenz.

Zirkusdirektor

Donnerstag, 16. September 2010

Rotary Benefiz-Konzert am Sonntag

Der Rotary Club Schweinfurt-Peterstirn veranstaltet am kommenden sonntag, 19.9.2010 um 17 Uhr ein Benefoz-Konzert bei uns im Schloss Zeilitzheim. Das Programm: Musik aus drei Jahrhunderten für Oboe, Klarinette, Horn und Fagott mit dem Hofstallquartett Matthias Kügler.

Eintritt für Erwachsene 18,00 EUR und für Schüler/Studenten 10,00 EUR.
Anmeldung: Elke Tober-Vogt, Tel. 09721-2019010

Der Erlös des Konzertes geht an die Krankenstation in Nagercoil - Südindien.

Im Anschluss an das Konzert besteht die Möglichkeit an einem Abendessen im Schloss gemeinsam mit den Künstlern teilzunehmen. Es gibt Kürbissuppe mit Ingwer, Pasta mit Gorgonzola-Lachssauce, Salat, (Anmeldung dazu bei uns telef. 09381-9389 oder per E-Mail, twitter etc., pro Person EUR 12,--)

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Dienstag, 14. September 2010

Herbst

Es wird wieder kühler. Der Herbst eilt heran. Für den Hotelbetrieb bedeutet dies, dass die Hochzeitsfeiern nun allmählich den Weinfahrten weichen. Schließlich ist der Weinherbst mit einer der schönsten Zeiten, Franken zu besuchen.

Der Mais ist teilweise gehäckselt. Dieser Vorgang dauert jedoch wohl noch eine Weile. Schließlich soll der Nachschub für die Biogasanlage nicht in einem Schwall angeliefert werden.

Mit den Kindern unternahmen wir einen langen Spaziergang zur Weinbergshütte an den Weinbergen zwischen Zeilitzheim, Obervolkach und Gaibach. Auf dem Weg dorthin gibt es eine Senke in der sich die Fischreiher immer ausruhen, zwischen Beutezügen an den nahegelegenen Fischteichen im Volkachgrund.

Die Walnüsse reifen an den Bäumen. Es ist meine liebste Jahreszeit. Zumindest in Franken.

Corn Leaf

Samstag, 11. September 2010

Gipfelaufstieg: Kultur und Social Web

Erster Bericht von der stARTconference

Ich habe viele spannende Vorträge besucht und für mich persönlich sehr viel mitnehmen können von der stART. Diese Eindrücke werde ich vermutlich erst über einen längeren Zeitraum verarbeiten können. Solange diese jedoch noch frisch sind, hier schon einige Erkenntnisse und Beobachtungen. Die folgenden Notizen umfassen natürlich nur die Vorträge und Diskussionen, die ich selbst besuchen konnte.

Die stARTconference am Donnerstag, 9.9.2010:

Der Vortrag von Prof. Dr. Carsten Winter: "Von der Push- zur Pull-Kultur" leitete die stART am Donnerstagmorgen ein. Er steckte den Rahmen ab, in dem wir uns heute bewegen: in einer Welt in der wir alle jederzeit Zugang zu Informationen haben und selbst entscheiden, welche Inhalte wir uns wann holen. Vor allem: wir werden alle zu Wissens- und ggf. auch zu Kunstproduzenten.

Der Vortrag von Dr. Kerstin Hoffmann "Was kostet das? Was bringt das ein? Budgets und ROI (return on investment), Monitoring und Kennzahlen im Social Web" war für mich Pflicht. Ich wurde auch nicht enttäuscht, wenngleich das Ergebnis ein erfreulich unerwartetes war: natürlich ist es wichtig, dass unsere Anstrengungen im Social Web auch betriebswirtschaftlich erfolgreich sind. Wichtig sind jedoch in erster Linie die Beziehungen zwischen den Menschen. Es sind die Menschen, die zählen, nicht die Medien (wenn unsere Oma anruft ist ja nicht der Telefonapparat das Wichtige, sondern die Oma). Kerstin Hoffmann riet auch dazu bei allzu penetranten "ROI-Nörglern" (meine Beschreibung) die Gegenfrage zu stellen welches ROI denn die klassischen Kommunikationswerkzeuge lieferten und wie diese gemessen würden. "Weiche Faktoren" gäbe es immer und überall. Besonders schön finde ich in diesem Zusammenhang auch einen Spruch der durch ihr twitter-Buch bekannten Social Media Expertin Nicole Simon aus der abschließenden Podiumsdiskussion am Freitag (stark paraphrasiert): "Zahlen und Statistiken sagen wenig aus. Wenn die Erbsenzähler Zahlen haben wollen, gebt ihnen viele Zahlen. Beschäftigt sie". Wozu ich für mich hinzu füge: und ignoriert sie und konzentriert euch auf eure Kernziele, hört auf euer Herz. Sowohl Kerstin Hoffmann als auch Nicole Simon wiesen zu unterschiedlichen Zeitpunkten daraufhin, dass man ROI auch als "risk of ignoring" auslegen müsse, sprich: können wir es uns leisten, Social Media zu ignorieren?

Der gemeinsame bzw. abwechselnde Vortrag von Ulrike Schmid, Julian Stolte, Dr. Axel Vogelsang und Bettina Minder beleuchtete 3 Studien zur Nutzung von Social Media durch Museen und Orchester und setzte mit seinem etwas ernüchternden Ergebnis den Ton für die stARTconference: es gibt noch viel zu tun. Na gut, deswegen waren wir ja auch alle auf der stART!

Dem Vortrag von Patrick Breitenbach "Kulturkommerzialisierung ohne Gesichtsverlust - Ein Plädoyer für Kulturmanagement 2.0" entnahm ich vor allem, dass es es schon noch einen ziemlichen Graben bzw. ein Missverständnis zwischen der Kunst und dem (zum Überleben der Kunst notwendigen) Kommerz gibt. Kommerz bzw. Wirtschaftlichkeit, Kapital etc. sind in manchen Kunstkreisen noch verpönt. Dabei sollten Künstler (und Kultureinrichtungen) den Wert ihrer Kunst erkennen und diesen auch einfordern bzw. vermarkten. Wieder so ein böses Wort, "vermarkten". Jedenfalls hat Patrick Breitenbach es mit seinem Vortrag geschafft eine plausible Erklärung dafür zu geben, warum dieser Graben überbrückt werden muss. Wenn sein Beitrag im Tagungsband oder online verfügbar ist, werde ich noch darauf verlinken.

Sehr gut gefallen haben mir auch die Vorträge von Frank Tentler, der mit seiner quirligen Begeisterungsfähigkeit und Kreativität (zusätzlich unterstützt durch die Kollagen von Solveig Schwarz) keinen Zweifel daran ließ, in welche Richtung wir uns bewegen (müssen). Tenor seiner Vorträge (und vieler Beiträge auf der stARTconference) war es u.a. dass wir niemals vergessen dürfen, dass der Mensch Mittelpunkt und Ziel aller Social Media ist.

Nach den offiziellen Vorträgen testeten wir noch das Social Media Brettspiel, an dessen Entstehung ich ja auch mitgewirkt hatte. Ergebnis: obwohl noch in der Beta-Phase ist das Spiel schon gut spielbar und hat den Beteiligten sichtbar Spaß gemacht. Auch konnte ich mein Brettspiel "Barockschloss: Das Spiel" abholen, das - wie ich sogar selber finde - sehr schön geworden ist. Ein herzliches Dankeschön an Karin Janner und Team dafür!

Die stARTconference am Freitag, 10.9.2010:

Begeistert hat wohl alle Tagungsteilnehmer der Vortrag von Shelley Bernstein vom Brooklyn Museum in New York. Ihre Praxisbeispiele zur Nutzung von Social Media durch ein Museum und die Tatsache, dass an diese Medien mit einer Selbstverständlichkeit heran gegangen wird, haben uns sehr beeindruckt. Natürlich sind die U.S. Amerikaner uns auch um etwa 10 Jahre voraus. Aber so ist es doch immer. Das muss jedoch kein großer Nachteil sein. Für diejenigen, die noch nicht im Web 1.0 unterwegs waren bedeutet dies, dass sie gleich bei Web 2.0 einsteigen könnten. Diese kulturellen Einrichtungen müssen sich nicht um den Umstieg bemühen, nicht um neue Werkzeuge, sondern könnten das ganze statische Web gleich überspringen und gleich ins Social Web einsteigen.

Der seit 8 Jahren in USA lebende Holländer Marc van Bree berichtete in seinem Vortrag "A Framework for Social Media Strategy" von den Ergebnissen seiner Untersuchung der Nutzung von Social Media im Marketing durch Orchester. Während der Vortrag von Bernstein eher inspirierend und praxisnah war, zeigte van Bree einen eher wissenschaftlichen Ansatz zum Thema. Sein Ratschlag für alle Kulturtreibenden in Bezug auf Social Media ist es, zuerst mit einem "mission statement" zu beginnen. Mit nützlichem Beispiel aus der Praxis riet er Kulturveranstaltern beim Fundraising nicht mit der Klinke ins Haus zu fallen. Nur weil jemand einmal gespendet hat, möchte er nicht ständig um Spenden angebettelt werden. Nur (und vielleicht gerade) weil jemand ein Schostakowitsch Konzert besucht hat, möchte er vom Veranstalter nicht jede Woche über Konzerte anderer Komponisten angeschrieben werden. Ganz klar: wir müssen in unserer Korrespondenz, Ansprache, Aussendarstellung zielgenauer werden.

Prof. Dr. Christof Breidenich konzentrierte sich mit seinem Beitrag "Arkadien oder Arbeitslager? Design und Kommunikation im Social-Web" vornehmlich auf Gestaltung. Logisch, wenn man seine Herkunft berücksichtigt: er unterrichtet Mediendesign an der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation in Köln. In der Tat findet (echtes) Design im Social Web noch zuwenig Beachtung. Hier verwechseln wir oft Design mit Dekoration. Wir geben dem Design oft nicht den Stellenwert, den er in der Konzeptionierung von Social Web Aktionen verdient.

Christof Breidenich hat aber auch die stART künstlerisch bereichert: auf einer riesigen Leinwand einzelner kleiner Leinwände produzierte er während der Konferenz ein Megagemälde, ein sogenanntes "Pixelpainting" deren einzelne Bestandteile die Teilnehmer im Anschluss mit nach Hause nehmen durften. Das gelungene Konzept: jedes einzelne Pixelgemälde (auf einer Leinwand von ca. 15 x 15 cm) für sich genommen ist abstrakt. Nähme man alle Teile und brächte sie wieder zusammen, würde das Originalbild wieder entstehen, das in den Augen und Gedanken derjenigen, die vor Ort waren, noch im Kopf ist. So nimmt man ein Teil der Veranstaltung mit sich mit nach Hause und behält das "Gesamtbild" in guter Erinnerung.

Es folgte mein eigener Vortrag: "Web 2.0 für kleine Kulturveranstalter". Das Feedback war sehr gut, wofür ich sehr dankbar bin. Da meine Folien wenig Text und hauptsächlich Bilder enthalten, werde ich die Präsentation noch vertonen bevor ich sie hoffentlich schon bald im Netz veröffentliche. Auch arbeite ich an einer textlichen Ausarbeitung des Vortrags, die etwas ausführlicher ist, als die Präsentation mittels Folien. Für diese suche ich noch Freiwillige, die mir durch Vorablektüre beim Lektorieren des Textes helfen (bitte per Kommentar, E-Mail, twitter etc. melden).

Der Vortrag von Christoph Bauer fand nun doch zeitgleich zu meinem statt, so dass ich diesen nicht hören konnte. Seine Folien sind jedoch schon online unter http://bit.ly/start10pr.

Viele, viele sicherlich hervorragende Vorträge konnte ich wegen der Fülle an Themen und Sprechern bei jeweils 6 parallel laufenden Veranstaltungen nicht hören, was ich sehr schade finde. Die meisten werden jedoch ihre Präsentation in irgendeiner Form (Slideshare, scribd, Blogbeitrag, PDF) online stellen. Bei www.startconference.org werden diese zusätzlich gesammelt.

Den vier für die stARTconference Hauptverantwortlichen Personen (Frank Tentler, Christian Henner-Fehr, Christian Holst und Karin Janner) danke ich herzlich für eine inspirierende und organisatorisch (trotz bescheidenem Widerspruch der Macher) höchstprofessionellen Konferenz! Herzlichen Dank auch allen Helfern hinter den Kulissen, die Sprechern und Besuchern einen reibungslosen Ablauf ermöglichten und ein herzliches Miteinander bereiteten.

Auch zeigte sich für mich wieder wie wichtig die Gespräche am Rande einer solchen Konferenz sind. Ich sah einige "alte Freunde" wieder. So traf mich im Zug mit meinem guten Freund Klaus Wolfrum von Frankentipps.de und sah auch die auf dem Tourismuscamp schon kennen und schätzen gelernte Stefanie Dehler wieder. Aber auch eine ganze Reihe lieb gewonnener twitter Freunde konnte ich endlich persönlich kennen lernen. Da wir bereits am Vorabend der stART anreisten, verabredeten wir uns über twitter mit anderen Konferenzteilnehmern zum Twabendessen. Herzlichen Dank an die "Organisatorin" @verlagsstarter und die twitterer, die sich im Thairestaurant Nuh's (der Deppenapostroph ist nicht von mir) trafen: @Verlagsstarter, @KlausWolfrum, @dasBogenfenster, @StefanieDehler auch bekannt als @ich_unterwegs, @Frank_Tentler, @kulturmanager, @be_es_ha, @Vogelsang1 und @barockschloss (moi).

Dienstag, 7. September 2010

Riding the Avalanche

Bald ist es soweit: die stARTconference in Duisburg.

Über meine "Piste" durch die Konferenz zum Thema "Web 2.0 im Kunst- und Kulturbereich" hatte ich hier im Blog schon berichtet. Allerdings wurde das Programm etwas umgeschmissen, worüber ich mich sehr freue, denn:

1. ist mein Vortrag am Freitag nun gleich nach der Mittagspause, so dass ich nicht von einem Vortrag zu meinem eigenen hetzen muss (aber mir noch überlegen muss, wie ich uns satten und müden Krieger wieder aufwecke nach dem Mittagessen) und

2. weil der Vortrag von Christoph Bauer "PR im Social Web: Die Kunst des Eigensinns" nun nicht mehr parallel zu meinem läuft, sondern im Anschluss daran, so dass ich ihn werde hören können.

Jetzt wird mein Vortrag noch einmal an meiner lieben Ehefrau Kati getestet, um die Dauer (maximal 45 Minuten, von denen ich gerne Zeit für Fragen / Diskussion lassen möchte) zu testen.

Das komplette Programm der stART10 gibt es hier: http://www.startconference.org/wp-content/uploads/2009/01/start10_programm_20100905.pdf

Wir sehen uns auf der stART am 9. und 10. September 2010 in der Mercatorhalle in Duisburg!

Als "teaser" hier meine Startfolie:

leidenschaft.jpg

Freitag, 3. September 2010

Idee zur Vereinfachung von Weiterempfehlungen

Oft bekomme ich sehr positives Feedback bei Schlossführungen oder kulturellen Veranstaltungen im Schloss. Oft sagen die Erstbesucher Dinge wie "das wusste ich ja gar nicht, dass hier in Zeilitzheim so ein schönes Schloss steht!" oder: "dieses große Anwesen und den Garten hätte ich hinter der Fassade gar nicht vermutet!". Erstbesucher des kulturellen Veranstaltungsprogramms sind manchmal gleichermaßen überrascht einen solchen "Geheimtipp" gefunden zu haben. Viele verabschieden sich mit den Worten "wir werden das Schloss in unserem Freundeskreis weiterempfehlen".

Doch tun sie das wirklich? Sicherlich verfliegt die anfängliche Begeisterung oft auch wieder, ist man erst mal wieder zuhause. Das ist ja auch vollkommen verständlich. Doch der Wille war ja da. Wie kann ich diesen wohlwollenden Freunden des Hauses helfen, es wirklich aktiv weiter zu empfehlen? Natürlich habe ich dazu schon eine Idee:

Die Empfehlungskarte



Es genügt jedoch bestimmt nicht, den Besuchern einfach nur eine Karte oder Broschüre mit zu geben in der Hoffnung sie würden diese von sich aus verteilen oder weitergeben. Ein Anreiz muss her bzw. dieser Vorgang muss Spaß machen. Der Empfehler und derjenige, dem etwas empfohlen wird, sollte irgendeine "Belohnung" oder zumindest Motivation erfahren, wenn er sich aktiv für die Bekanntmachung des Schlosses und seines Kulturprogramms einsetzt

Wie könnte eine "Empfehlungskarte" aussehen? Welche Anforderungen stellt ein solches Projekt? Was erwarten wir uns, was erwarten sich der Empfehler und seine Freunde davon? Einige Ideen (die gerne von meinen Blogleser/innen in den Kommentaren ergänzt werden dürfen!):

- Die Karte sollte durch Bildmaterial und (kurze!) Texte Lust darauf machen, das Schloss für sich selbst zu entdecken. Vielleicht eignet sich ein (dezentes) Comic-Layout dazu. Stichwort: "Geheimtipp!".
- Die Empfehlerin muss Platz auf der Karte für ihren eigenen Namen und für eine kurze Grußbotschaft haben.
- Derjenige, der die Empfehlung erhält, sollte einen Anreiz bekommen diese Karte im Schloss einzulösen (z.B. Ermäßigungen für 2 Personen zu kulturellen Veranstaltungen, Freikarten zu den Märkten, Ermäßigung bei Übernachtung im Hotel).
- Der Empfehler sollte dann die gleichen Anreize bekommen, wenn die Karte von seinen Freunden eingelöst wurde. Er soll dann darüber benachrichtigt werden und sich ebenfalls eine solche "Prämie" aussuchen dürfen.
- Der potentielle Empfehler sollte maximal 3 Empfehlungskärtchen erhalten, damit das Ganze nicht inflationär wirkt. Er muss sich dann schon gut aussuchen, welchen 3 Freunden er den "Geheimtipp" empfiehlt.
- zusätzlich sollte eine Verknüpfung zwischen offline und online mit der Karte erreicht werden, z.B. indem auf ihr ein Link zu einer Internetseite genannt wird, die sonst nicht über die vorhandenen Seiten verlinkt ist, eine versteckte "landing page" sozusagen. Auf dieser könnten zusätzliche Inhalte zu finden sein, die eben nur für Verschenker und Rezipienten dieser Karten erhältlich sind. Was könnten das für Inhalte sein? Ein Code, den man per email zurück schickt und dafür Freikarten oder ähnliches erhält?

Die Idee einer solchen Empfehlungskarte hatte ich schon vor Jahren, habe sie aber nie umgesetzt. Das bringt dann ja auch nichts! Jetzt könnte aber etwas daraus werden. Welche weiteren Ideen und Hinweise haben Sie, verehrte Blogleser/innen?

Donnerstag, 2. September 2010

Diesseits der Trampelpfade

Kostenloses eBook über ungewöhnliche Werbe- und PR-Maßnahmen erschienen



Mit meinem Artikel "Gespräche führen" beteiligte ich mich an der Blogparade "Diesseits der Trampelpfade" von Dr. Kerstin Hoffmann, die Unternehmen in Sachen Kommunikation berät. Nun ist das eBook zur Blogparade erschienen und kann im "PR-Doktor" Kommunikationsblog kostenlos herunter geladen werden.

Im eBook finden sich zahlreiche Beispiele, wie man erfolgreich ungewöhnliche Wege in Sachen PR gehen kann. Etwa 20 Autoren bzw. Autorenteams kommen darin zu Wort.

Das Teilen des eBooks ist ausdrücklich erwünscht. Es darf dann jedoch nur kostenlos und vollständig weitergegeben werden. Die einfachste Methode es mit anderen zu teilen ist folgenden Link zu versenden: http://www.kerstin-hoffmann.de/Downloads/eBook_Diesseits_der_Trampelpfade.pdf

Foto: "Trampelpfad" an der Hallburg bei Volkach

Hill