Freitag, 28. Mai 2010

Gespräche führen

Dieser Artikel erscheint im Rahmen der von Dr. Kerstin Hoffmann initiierten Blogparade "Diesseits der Trampelpfade" in der sie Bloggern Gelegenheit gibt folgende Frage zu beantworten: "Mit welchen ungewöhnlichen Aktionen machen Sie auf Ihr Unternehmen aufmerksam?". Dabei sind (wie bei der Blogparade "Kundennutzen") wieder sowohl Beiträge zu Fachwissen und Expertentipps von Beratern und Agenturen als auch Best Practice in Unternehmen gefragt.

Wir sehen es doch immer wieder an uns selbst: auf klassische Werbung reagieren wir gelangweilt, blenden sie im Unterbewusstsein sogar einfach aus. Aber gut gemachte und vor allem kreative, pfiffige Werbung, die uns amüsiert oder zum Nachdenken bewegt, bleibt in Erinnerung. Es gibt sogar ganze Fernsehsendungen mit den lustigsten oder kreativsten Werbespots.

Was können gerade kleine Unternehmen tun, um (positiv) aufzufallen? Spätestens seitdem ich 1998 das von Jay Conrad Levinson 1984 veröffentlichte Buch "Guerilla Marketing" las war mir klar: herkömmliche Methoden (alleine) genügen nicht, um seiner Nachricht Verhör und Verbreitung zu verschaffen. Seither träume ich für unser kleines Hotel im fränkischen Landschloss Zeilitzheim davon, den Guerilla Marketing Hit zu landen. Doch mir fällt so recht nichts ein. Sicherlich, eine Idee gab es schon: Ein Himmelbett und Frühstückstisch an einem Tag der offenen Tür im Schloss auf einen der Rasenkarrees im Barockgarten nachzustellen und "Schauspieler" hinein zu setzen (oder selbige Idee auf einer Messe umzusetzen).

Mir kam die Idee, dieses und andere Szenarien als Kurzfilm festzuhalten und über das Internet zu veröffentlichen. Dank Internet und YouTube werden gut gemachte und vor allem witzige Werbespots oft verlinkt und geteilt, verbreiten sich manchmal sogar "viral" mit rasender Geschwindigkeit. Erst kürzlich haben mehrere meiner Facebook Freunde zum Beispiel unabhängig voneinander YouTube Videos von Heineken Werbespots gepriesen. Aber nicht jeder ist so kreativ oder kann es sich leisten eine Werbeagentur damit zu beauftragen eine einmalige virale Werbekampagne auszuhecken.

Bis ich weiß, ob eine dieser Ideen den gewünschten Erfolg haben wird, indem ich es einfach ausprobiere und den "Rücklauf" messe, bleibt mir jedoch eines: zu analysieren, welche Maßnahmen denn bisher gut funktioniert haben und diese immer wieder gezielt umzusetzen.

Was so gut wie gar nicht zu funktionieren scheint, sind Anzeigen in Tageszeitungen (regional oder überregional) oder Wochenblättern. Zudem sind diese auch recht teuer. Was immer wieder gut funktioniert ist die direkte Ansprache, der direkte Kontakt zu bisherigen Kunden / Gästen. Diese werden oft zu Empfehlern, was gerade für ein "außergewöhnliches" Haus wie unser Landschloss enorm wichtig ist, weil es auch nicht jedem gefällt, dafür manchen außerordentlich gut gefällt. Wenn diese uns in ihrem Freundeskreis empfehlen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es den Freunden auch gefällt groß. Es wird so die richtige Botschaft an die richtigen Leute geschickt.

Klar, es handelt sich hier um das klassische "Empfehlungsmarketing". Das in sich ist nicht neu. Relativ neu sind die Werkzeuge, die uns nun zur Verfügung stehen, um unseren potentiellen Empfehlern zu helfen, dies auch zu tun (ja, social media). Und zu aller erst muss natürlich die Qualität des Angebots stimmen, das ist klar.

Erfolgreiche Empfehlungen entstehen nicht, indem man einfach sagt: "bitte empfehlen Sie uns weiter". Sicherlich, es kann helfen. Aber die wirklich erfolgreiche Empfehlung erfolgt bei Gästen / Kunden, die wirklich begeistert sind bzw. bei denen das, was man bietet, sie persönlich, gar emotional berührt. Gerade in der Gastronomie/Hotellerie, in der sich oft auch besonders herzliche Kontakte zwischen Gast und Gastgeber entwickeln können, sind solche Situationen nicht selten. Ich glaube jedoch, dass eine solche Beziehung in jeder Branche möglich ist. Man muss nur Gespräche mit seinen Kunden führen, sie im besten Fall zu Freunden machen (und ich meine dies nicht nur im Sinne von Facebook).

1999 veröffentlichten Rick Levine, Chris Locke, Doc Searls und David Weinberger das "Cluetrain Manifest" mit seinen 95 Thesen und Erläuterungen. Dieses Manifest gewinnt heute, Dank der inzwischen entwickelten Kommunikationswerkzeuge, immer mehr an Bedeutung. Ich empfehle allen es zu lesen. Es gibt neben dem Original (http://www.cluetrain.com/) auch eine ins Deutsche übersetzte Version (http://www.cluetrain.de/).

Im Cluetrain Manifest ist viel drin, über das es sich lohnt nachzudenken (und die Erkenntnisse umzusetzen). Die Kernessenz des Manifests, und womit ich nun zum Thema zurück komme, findet sich in der 1. These: "Märkte sind Gespräche". Nur durch das persönliche Gespräch lernen wir etwas über unsere Kunden und diese etwas über uns. Durch Gespräche werden wir zu gleichberechtigten Partnern, zu Menschen, die vielleicht unterschiedliche Interessen und Motivationen haben, aber durch das Gespräch Respekt zueinander aufbauen während gleichzeitig Barrieren abgebaut werden.

Gespräche ermöglichen Rückmeldungen, die einem helfen können sich selbst aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten (Betriebsblindheit zu überkommen). Deswegen ist der wichtigste Teil meiner Schlossführungen nicht der Vortrag, sondern die Fragen der Besucher. Ich bin immer wieder positiv überrascht, wie Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen so unterschiedliche Fragen zu einem auf den ersten Blick ziemlich klar definierten Thema stellen und welche neuen Fragen auftauchen.

Auch ein Blog ist ein guter Ansatz zu einem Gespräch, weil es durch die Kommentarfunktion die Möglichkeit zur Rückmeldung bietet (auch wenn das Kommentieren in einem Blog für viele Menschen wohl noch eine unüberwindbare Hürde darstellt). Facebook, XING und andere "sozialen Netzwerke" bieten durch Foren und Kommentarfunktion ebenfalls Gelegenheit für Gespräche - sogar für öffentlich geführte Gespräche, die dadurch schon "Empfehlungscharakter" haben.

Am allerwichtigsten ist jedoch das persönliche Gespräch von Angesicht zu Angesicht. "Menschen erkennen sich am Klang ihrer Stimme" (These 6, Cluetrain). Wenn wir diese Gespräche führen und die Interessen, Neigungen, Erfahrungen unseres "Gegenübers" kennen und beherzigen, können wir das Gespräch zu einem späteren Zeitpunkt vertiefen. Wenn ich weiß, dass ein bestimmter Gast sich für historische Gärten interessiert, kann ich ihm später in einem Brief oder email ein Fundstück oder eine Postkarte zu diesem Thema senden. Weil ich diese Information aus einem persönlichen Gespräch habe, wird er mir die Zuschrift nicht übel nehmen, sondern sich eventuell sogar sehr darüber freuen. Ich freue mich jedenfalls immer sehr, wenn ich sehe, dass sich jemand etwas aus einem persönlichen Gespräch gemerkt hat und mich später wieder darauf anspricht. Aber auch die nur durch das Adress-Etikett personalisierten Direktmailings mit gedruckten Fotokarten erfreuen sich eines guten "Rücklaufs" - gerade wenn wir diese an frühere Gäste schicken, mit denen wir persönlich im Gespräch waren.

Bis also das "virale Video" im Netz steht werde ich weiterhin auf die Auffindbarkeit unserer Internetseite www.barockschloss.de hoffen, Direktmailings versenden und mich vor allem darin üben, Gespräche zu führen. Sollte mir das aus Schüchternheit nicht gelingen, dann sprechen bitte Sie mich an!

Donnerstag, 27. Mai 2010

Programmieren lernen im Grundschulalter

Die rasende Geschwindigkeit, in der technologische Plattformen, die unser Leben verändern, aus dem Boden sprießen, bringt mich zu einer Erkenntnis: wenn unsere Kinder für die Zukunft gerüstet sein sollen, dann müssen sie nicht nur Sprachen im herkömmlichen Sinn lernen. Sie müssen auch lernen, wie man programmiert. Sie müssen lernen mit Maschinen und deren Schnittstellen reden zu können. Sie müssen lernen, welche Problemlösungen Technologie im Alltag lösen kann und wie man ihr dies beibringt. Sie müssen lernen, das Wissen, das bereits zugänglich ist, anzuzapfen und die Module an Code für ihre eigenen Zwecke umzuprogrammieren.

Lernen Kinder denn schon das Programmieren von Klein auf? Ich rede nicht von irgendwelchen speziellen Programmiersprachen, sondern von der allgemeinen Syntax und Logik des Programmierens.

Ich erinnere mich an einen Programmierkurs, den ich Ende der 80er Jahre an der University of Maryland belegte. Ich dachte wir würden dort in Basic, COBOL oder was es damals sonst so alles gab loslegen und programmieren. Aber: nein. Wir programmierten "virtuell". Wir schrieben kleine Programme in einer sprachlich leicht verständlichen Syntax, die auf dem Papier liefen. Und es war sehr spannend und machte ungeheuer viel Spaß.

Sicherlich wäre ein solcher Kurs im Kindergarten- oder Grundschulalter noch ein wenig "hoch" für unsere Kinder. Aber können wir sie nicht schon in diese Richtung bewegen? Lernen sie denn schon Abläufe zu skizzieren und zu analysieren? Wie könnten wir dies spielerisch in Gang setzen?

In der "Ausführungsverordnung" des Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetzes (BayKiBig) heißt es lediglich: "Kinder sollen die Bedeutung und Verwendungsmöglichkeiten von alltäglichen informationstechnischen Geräten und von Medien in ihrer Lebenswelt kennen lernen."

Kennenlernen ist schön. Diese Technologie zumindest ansatzweise beeinflussen zu können wäre besser.

Einen interessanten Ansatz habe ich bei der am Massachusetts Institute of Technology (MIT) Media Lab ansässigen "Lifelong Kindergarten Group" gefunden. Mit ihrem Programm "Scratch" ermöglichen sie es Kindern per "drag & drop" interaktive Projekte zu erstellen und zu veröffentlichen.

Wer kennt erfolgreiche Versuche in diese Richtung? Wer hat eigene Ideen, wie das Erlernen von Grundfähigkeiten im Programmieren schon im Vorschul- und Grundschulalter gefördert werden kann?

Father and Daughter

Mittwoch, 19. Mai 2010

Gründung des Kulturnetzwerk Unterfranken

Am 12. Mai habe ich den ersten Anstoss für die "Gründung" eines Kulturnetzwerkes für Unterfranken ins Rollen gebracht. Es begann mit einer Facebook Gemeinschaftsseite. Wie und warum ich diesen Schritt gemacht habe, ist im Artikel "ungezwungen, informell, freundschaftlich" von Nicole Oppelt auf "Readers Edition", ein Blog das sich beschreibt als "Portal für Bürgerjournalismus in Deutschland. Bürgerjournalisten schreiben über Politik, Wirtschaft, Web 2.0, Social Media, Klimawandel, Wissenschaft und Kultur". Nicole Oppelt hatte mich kürzlich zum noch jungen Kulturnetzwerk befragt.

Inzwischen habe ich die Facebookseite - schließlich ist nicht jeder dort registriert - auch um eine Linkliste bei delicious.com und durch einen Blog ergänzt. Wie und warum das mit den Links beim social-bookmarking Dienst delicious.com funktioniert habe ich dann auch im Kulturnetzwerk Blog beschrieben.

Nun hoffe ich, dass möglichst viele Akteure rund um Kunst und Kultur in Mainfranken sich auch aktiv ins Kulturnetzwerk einklinken. Aber passiv mitlesen wäre auch schon ein Anfang!

Sonntag, 16. Mai 2010

Lederhose ohne Laptop

Volkach ist mal wieder in den nationalen Nachrichten



Im nahegelegenen Volkach gibt es mal wieder einen Skandal. Einer Stadträtin will man verbieten, sich Notizen während der Ratsversammlungen zu machen, angeblich, weil "man damit auch Tonaufzeichnungen machen" könne.

Bis in die Süddeutsche Zeitung hat es diese (für manche mehr, für andere weniger) lustige Geschichte geschafft.

Die erwähnte Stadträtin solle ihre Notizen doch handschriftlich machen. Daraus spricht die Angst, die Inhalte könnten mittels Laptop und Internet weiter verbreitet werden. Stadträte wollen nämlich beim "zufälligen Blick" auf den Bildschirm der Stadtratskollegin festgestellt haben, diese habe "private Notizen" über StadtratskollegInnen darauf verfasst (siehe Artikel der MainPost vom 23.3.2010).

Hallo? Wo leben wir eigentlich? Bzw. in welchem Jahrhundert? Ist Euch, die Ihr Angst habt, eine Stadtratskollegin könnte über Eure (im öffentlichen Teil ohnehin öffentlichen) Aussagen Buch führen, nicht bewusst, dass dies auch dann möglich ist, wenn man die Notizen handschriftlich macht und erst anschließend ins Netz stellt? Glaubt Ihr wirklich, dass eine Vorgehensweise, die nur handschriftliche Notizen während Sitzungen erlaubt, es einer aufgeklärten und engagierten Stadträtin nicht ermöglicht diese auch später einzugeben? Ist die Schikane es wert?

Klar: es gilt in Allem zuerst der Respekt und der Anstand. Von einer nicht-öffentlichen Sitzung wird nicht berichtet bzw. Ergebnisse erst dann, wenn sie auch offiziell öffentlich gemacht werden. Soll es aber "verboten" sein (des Deutschen Lieblingswort, das sich auch schon als amerikanisches Fremdwort etabliert hat), sich Notizen zu machen über Themen, Menschen, Sachverhalte?

Wie es aussieht, müssen in diesem Volkacher Fall die Gerichte entscheiden.

Wer jedoch noch nicht begriffen hat, dass es gar keines Laptops (auch ganz ohne Lederhose, wie man im benachbarten Bayern sagt) bedarf, um Inhalte festzuhalten und - oh Graus - gar zu veröffentlichen, der ist auf einem langen Holzweg.

Woher rührt die Angst vor solchen Fähigkeiten und Methoden? Dazu sind sicherlich ein oder mehrere weitere Blogartikel angebracht.

Emilio at Work

Samstag, 15. Mai 2010

Video vom Zimmer "Echter von Mespelbrunn"

Unser Gast Klaus Wolfrum hatte im vergangenen Sommer ein kurzes Video vom Schloss mit seinem Mobiltelefon gedreht und bei YouTube hochgeladen. Dieses wird auch gelegentlich erwähnt, wenn Gäste ein Zimmer reservieren. Die Möblierung des im Rahmen seiner gefilmten Hausbegehung von Klaus gezeigten Zimmers hat sich jedoch in der Zwischenzeit geändert, so dass es angebracht ist, ein neues Video hoch zu laden. Weitere Videos werden folgen...

Hier der aktuelle Stand der Dinge:



Und das Video vom letzten Jahr:

Montag, 10. Mai 2010

Weinbau- und Wetterbericht aus Franken

Es ist zwar erst Mitte Mai, aber ich denke das Jahr wird insgesamt als das "kalte Jahr" und als das "Jahr der Aschewolke" in Erinnerung bleiben. Mal sehen, was es sonst noch so bringt.

Der viele Regen hat nach dem Düngen des Rasens im Schlossgarten jedoch gut getan. Auch die vielen neu gesetzten Pflanzen haben den Niederschlag gefreut. Gerade die Winzer waren sehr erfreut darüber.

Im aktuellen Weinbaufax des Weinbaurings Franken vom 6. Mai heißt es: "Auch wenn es kühl war, ist die Entwicklung bei den Reben weiter fortgeschritten. In den meisten Wein- bergen sind 1 bis 4 Blätter entwickelt. Der Austrieb ist aber nicht immer gleichmäßig. Teilweise sind selbst an einer Rute Knospen mit vier Blättern bzw. im Wollestadium zu sehen. Nach einem kühlen Wochenende ist erst für die nächste Woche wieder mit wärmeren Tagen zu rechnen. Die Zweifel an größeren Niederschlagsmengen bleiben bestehen. Noch zehren die Reben von der Feuchtigkeit im Unterboden."

Die erhoffte wärmere Woche hat nun bereits begonnen. Allerdings ist es noch ziemlich kalt und ungemütlich in Weinfranken. Und die "Gestrengen Herren" um den 12. Mai herum stehen uns nun unmittelbar bevor. Einige Frostschäden hat es bereits gegeben, wie es im Weinbaufax weiter heißt: "Mit dem fortschreitenden Wachstum mehren sich auch die Meldungen über Frostschäden, denn sie werden jetzt richtig offenkundig. Vor allem früh austreibende Sorten bzw. stark wüchsige Anlagen sind stärker betroffen. Es ist nicht ganz klar, ob es sich dabei um Schäden durch Winterfrost oder Spätfrost im April handelt. Wichtig ist jetzt allerdings, nicht zu früh auszubrechen und vorhandene Frostruten noch nicht abzuschneiden. In ein bis zwei Wochen kann dann endgültig entschieden werden, welcher Trieb stehen bleiben soll."

Dem Laien eröffnen diese Zeilen nur andeutungsweise, welche Kunst der Winzer im Weinberg vollbringen muss.

Fresh Tulip


Foto: Rosa Tulpe nach dem Regen im Schlossgarten.

Samstag, 8. Mai 2010

Hochzeitsfotos im Schloss

Das unter folgendem Link dargestellte Brautpaar schickte uns auch eine schöne Fotokarte vom Fest bei uns im Schloss. Neulich waren die beiden plötzlich zum 6-monatigen Hochzeitsjubiläum mal wieder im Schloss, während ich gerade mit der Gartenarbeit beschäftigt war. Es ist immer wieder schön, wenn Gäste, die bei uns wichtige Familienfeste feiern, den Kontakt zu uns und dem Schloss aufrecht erhalten!

Die Fotos (auch vom Freskensaal und der Feier in der Remise) bei Riess-Photography im Blog: http://www.weddingphoto-riess.com/blog/die-hochzeit-von-tatyana-und-andre-auf-schloss-zeilitzheim/

Das im Artikel erwähnte und in den Fotos gezeigte Vorhängeschloss hängt übrigens noch immer an der Zeilitzheimer Volkachbrücke. Es fiel mir kürzlich bei einem Spaziergang mit den Kindern auf. Hoffentlich bleibt es auch jetzt, wo ich dies schreibe, noch länger dort. Der Schlüssel dazu ist jedenfalls wohl für immer im Volkachgrund begraben. Wenn er nicht schon im Main gelandet ist. Ein nettes Brautpaar, ein tolles Fest und sehr schöne Bilder.

Donnerstag, 6. Mai 2010

Endlich Regen

Endlich regnet es mal ordentlich. Das haben die Pflanzen im Schlossgarten und der frisch gedüngte Rasen im Barockgarten jetzt gebraucht.

Am Nachmittag war ich in der Vinothek in Iphofen. Hier wurden wir Mitglieder des Vereins Gästeführer Weinerlebnis Franken für neu geplante Broschüren und die gemeinsame Internetseite fotografiert.

Gerade hat es mal aufgehört zu regnen. Ich werde also nun in den frisch vorbereiteten Boden die Borretschsamen säen.

Tulips

Montag, 3. Mai 2010

Ein Spaziergang am Eulenberg

Jetzt, zur Obstblüte, ist es besonders schön am Zeilitzheimer Eulenberg (ausgesprochen: Allaberch). Hier treffen saftige Wiesen im Volkachtal auf blühende Obstbäume auf den Wiesen am Hang des Hügels und Ackerflächen auf der Anhöhe. Die Ackerflächen sind umgepflügt. Das zaghaft keimende Getreide vermag es noch nicht die Brauntöne aus den Flächen zu vertreiben. Die Wiesen im Tal blühen jedoch kräftig gelb von Löwenzahn. In der Ferne verleiht vereinzelt Raps der wogenden braunen Landschaft gelbe Inseln.

Zeilitzheim

Der Blick gen Westen haftet an der Kapelle auf dem Gaibacher Kapellenhügel, dahinter die Konstitutionssäule. Zur anderen Seite des Hügels öffnet sich der Blick auf den See und die Fischteiche der Obervolkacher Fischzucht Gerstner. Bis hinauf auf den Eulenberg ist das eifrige "Konzert" der im Wettbewerb stehenden Frösche aus dem Tal zu hören. Hinter Dickicht versteckt vermutet der Eingeweihte beim Blick ins Tal die Lohmühle an der Volkach.

Fertile

Ein Blick zurück auf das Dorf Zeilitzheim im Tal bietet ein Meer von roten Ziegeldächern. Das größte Dach ist das des Schlosses, das wie ein Klotz am Ortsrand steht und seine Schönheit erst so richtig beim Betreten, vor allem auch des Gartens, offenbart.

Eulenberg

Der Spaziergang zurück auf dem Feldweg auf der Anhöhe führt an der Ziegelei des Dorfes und dem Damwildgehege vorbei. Der Nussbaum am Wegesrand schwächelt seit einigen Jahren, bringt aber noch kleine wohlschmeckende Nüsse hervor, die im Herbst beim Passieren in geringen Mengen dem Mundraub geopfert werden.

Unsere Kinder kennen schon die geheimen Trampelpfade, über die man abkürzend den Gänsewasen erreicht, entlang an weiteren Nussbäumen am Hang. Der "Ziegeleihund" begleitet uns ein Stück.

Samstag, 1. Mai 2010

Geschäftsmodelle erstellen im Web 2.0

Artikel im Rahmen der Blogparade der stARTconference



Worum geht es da überhaupt? Klar: es geht um Geschäftsmodelle, also um die Beschreibung der Vorgänge in einer meist ähnlich ablaufenden geschäftlichen Beziehung. Diese klar zu skizzieren ermöglicht es anderen, diese nachzuahmen oder Teile des Modells auf ihr eigenes Betätigungsfeld zu übertragen. Die Untersuchung eines Geschäftsmodells mit seinen schematisch (und oft auch stark vereinfacht) dargestellten Vorgängen hilft neue Ideen zu finden (zum Beispiel zur Schaffung neuer Geschäftsbeziehungen, Angebote oder Dienstleistungen). Das kann etwas ganz Neues und noch nie Ausprobiertes sein, oder die Beschreibung einer Sache, die bereits funktioniert. Letzteres nennt man dann inzwischen "Best Practice". Es geht hier aber auch um das sagenumwobene Web 2.0, das "Mitmachinternet", das wir nun haben, nachdem es anfänglich nur statische Internetseiten gab, im schlimmsten Fall die so genannten Web-Visitenkarten.

Mitmachinternet. Muss ich eigentlich immer überall mitmachen? Nein. Aber wäre es nicht schön ich könnte es, wollte ich es denn? Und wie ließe sich daraus für mich (als Konsumenten oder als Produzenten) ein Geschäft machen?

Stopp. Halt.

Hier kommt der erste und für mich wichtigste Punkt des Web 2.0 ins Spiel: es geht nämlich gar nicht mehr um Konsumenten und Produzenten, sondern um gleichberechtigte Akteure einer Wertschöpfungskette. Klingt doof, weiß ich. Besser ausgedrückt: das "Mitmachweb" (was schon sehr vereinfacht ist) macht uns alle, die wir uns darin bewusst und gewollt bewegen, mehr und mehr zu gleichberechtigten Menschen. Das kommunikative Wesen des Web 2.0 bringt den Fokus wieder auf die Beziehungen zwischen den Akteuren. Und zwar allen Akteuren entlang der Wertschöpfungskette, nicht nur von oben nach unten und anders herum sondern auch waagrecht, also zwischen den Menschen, die auf der gleichen Sprosse stehen (die "Verbraucher" zum Beispiel, oder im Kontext unseres Kulturbetriebs die Besucher unserer Veranstaltungen). Das "Geschäft" werden diejenigen am ehesten machen, die verstehen und beherzigen, dass diese Akteure gleichberechtigt sind und die eine offene Kommunikationskultur pflegen.

Wir begegnen uns Dank schnellerer und persönlicherer und vor allem offenerer Kommunikation immer mehr mit Respekt voreinander. Wenn wir die Interessen des Anderen besser verstehen, können wir auch besser einschätzen, wie wir für diese Menschen, für deren Interessen und Bedürfnisse eine Lösung / Produkt / Dienstleistung etc. bieten können, die auch wirklich passt. Ein Geschäftsmodell, sozusagen.

Respekt und Verständnis für die Beweggründe des Anderen werden Dank Web 2.0 immer wichtiger (okay: ich bin Optimist). Jedenfalls erlaubt uns eine Welt, in der wir uns als Menschen mit eigenen Vorlieben, Träumen, Wünschen, Schwächen, schlechten und guten Angewohnheiten etc. begegnen, doch auch sehr viel differenziertere (sprich: passendere) ökonomische Transaktionen. Dank der Werkzeuge des Web 2.0 (Chat, Blog, Kommentarfunktion, Netzwerke...) haben wir den direkten Draht zueinander.

Der Kern eines jeden Geschäftsmodells muss also in erster Linie sein, diese Kommunikation überhaupt erst zu ermöglichen. Dies macht aus unseren Besuchern / Zuhörern (oder im anderen Kontext Käufern etc.) statt einer Zuhörerschaft (audience) eine den gemeinsamen Zielen verschriebene Gruppe Gleichgesinnter.

Sich Gedanken über ein Geschäftsmodell in Bezug auf Web 2.0 zu machen hilft, die Ressourcen (Zeit, Geld, Aufmerksamkeit etc.) auf längerfristige Ziele zu fokussieren. Klar können wir einfach loslegen und uns ins Web 2.0 konzeptlos stürzen (und dies zu tun ist sicherlich viel besser, als gar nichts zu tun). Diesen Weg jedoch aufgrund tiefergehender Überlegungen zum eigenen Geschäftsmodell und dem Studium von Best Practice Beispielen zu gehen spart sicherlich einige der oben genannten Ressourcen und somit auch Nerven.

Welche typischen Bestandteile eines Geschäftsmodells können wir nun in Hinblick auf das Mitmachinternet betrachten?

Am Anfang steht der Kundennutzen. Es gilt sich zuerst Gedanken darüber zu machen, welchen Nutzen andere von unserem Angebot erzielen (können). Und zwar in meiner Sicht nicht nur der unmittelbare Nutzen der Kunden (Besucher, Gäste, Zuhörer etc.) sondern auch der Nutzen der Lieferanten und anderer Partner. Wenn das, was wir tun, anderen (und uns) keinen Nutzen bringt, brauchen wir erst gar nicht weiter über das Geschäftsmodell nachzudenken.

Werkzeuge des Web 2.0 können uns helfen den Kundennutzen zu eruieren. Wenn wir unsere Kunden aktiv befragen, welchen Nutzen unser Angebot für sie erfüllt, wären wir vielleicht im einen oder anderen Fall überrascht, welche Antworten wir bekämen. Diese neuen Formulierungen des Kundennutzens helfen uns dann auch in der Außendarstellung anders und besser zu kommunizieren. Dachten wir zum Beispiel bislang, dass der Nutzen unserer Konzertbesucher in erster Linie der Genuss von Musik in ansprechendem Ambiente ist, hören wir dann vielleicht, dass diese gleichberechtigt auch die Gespräche beim Abendessen nach dem Konzert als Nutzen sehen. Fazit: die Veranstaltung, der ein Abendessen folgt, muss gerade auch in Bezug auf das gesellige Wesen des Abends bekannt gemacht werden.

Zum Thema Kundennutzen empfehle ich das kostenlose eBook "Handbuch Kundennutzen" in Dr. Kerstin Hoffmanns "PR-Doktor: Das Kommunikationsblog".

Oft verstehen wir erst so richtig, was unser Alleinstellungsmerkmal (USP) eigentlich ist, wenn wir zuhören, was andere dazu sagen. Das Web 2.0 ermöglicht es ihnen uns diese Rückmeldung zu machen, zum Beispiel über Bewertungs- und Empfehlungsportale wie Qype oder als Kommentar auf einer Facebookseite.

Wichtig für die Erstellung eines neuen oder für die Skizzierung eines vorhandenen Geschäftsmodells ist auch die Analyse des Marktes. Es gilt herauszufinden, welche Nachfrage bzw. welches Interesse unser Angebot erzielen könnte und welche Mitbewerber sich ebenfalls in der jeweiligen Nische bewegen und wie wir uns (im positiven Sinne) von ihnen abgrenzen müssen, um Erfolg zu haben. Hier bietet das Web 2.0 natürlich zahlreiche Werkzeuge zur Marktbeobachtung. Mit twitter, Echtzeitsuchen bei Google, über Facebookseiten und -gruppen können wir den Puls der Zeit im Allgemeinen, aber auch ganz speziell zur eigenen Branche (und im Idealfall Nische) stichwortbezogen oder Themenbezogen erfühlen. Den Markt konnten wir früher natürlich auch schon beobachten. Es war jedoch bislang ein sehr viel langwierigerer Prozess. Jetzt stehen uns Informationen in Echtzeit zur Verfügung. Wir können die gefundenen Information nun direkt beim Sender hinterfragen, Diskussionen dazu entfachen.

Im Sinne eines Qualitätsmanagements, zum Beispiel durch die Standardisierung häufig auftretender Geschäftsprozesse, kann das Web 2.0 helfen durch kollaborativen Austausch mit KollegInnen aus der Branche. Die Zeiten, in denen man den Wettbewerb fürchtet, sollten längst vorbei sein. Denn nur man selbst kann für seine Kunden den jeweiligen Nutzen erzielen. Auf dem Weg dorthin sind jedoch sicherlich einige Prozessabläufe sehr ähnlich unter den KollegInnen. Warum sich über diese dann nicht aktiv online austauschen? So wird es ja auch zunehmend gemacht. Wir teilen miteinander zum Beispiel unsere Erfahrungen aus der Branche, sei es zu Ticketingsystem für Kulturveranstalter oder zu Bewertungsportalen. Dies geschieht zunehmend in den so genannten "Communities" wie XING und Facebook. Für besonders Mutige und Aufgeschlossene können hier aber auch kollaborative Werkzeuge wie Google Wave, geteilte DropBox Ordner etc. besonders hilfreich sein.

Die Analyse und Verbesserung der Prozesse entlang der Wertschöpfungskette wird so mittels Web 2.0 erleichtert. Für mich ist der wichtigste Aspekt dieses Austauschs jedoch die entstehende Synergie. Andere Akteure mit anderen Hintergründen und Erfahrungen bieten neue Sichtweisen, die einem aus eigener Betriebsblindheit helfen können.

Ähnliches gilt sicherlich auch für andere Bereiche eines Geschäftsmodells. Warum sollte nicht auch über Finanzen öffentlich diskutiert werden? Im Zuge der NPO-Blogparade wurde dies zum Beispiel in der 4. Runde bereits mit großem Erfolg getan.

Vor allem in Bezug auf das, was man betriebswirtschaftlich nüchtern das "Distributionsmodell" nennt, kann das Web 2.0 besondere Dienste erweisen. Hier kommt nämlich besonders der "gesellige" Aspekt des "social web" zum Tragen. Ich schrieb eingangs, dass die durch das Mitmachinternet geförderte offene Kommunikation das Potenzial hat, den respektvollen Umgang der Menschen untereinander zu fördern. Und sind Verknüpfungen und Beziehungen zwischen den Menschen erst einmal da (zum Beispiel durch regelmäßigen Kontakt per twitter, gemeinsame Zugehörigkeit und häufiges gegenseitiges Kommentieren von Beiträgen in Facebookseiten oder auf Blogs etc.), dann werden diese Menschen oft zu Sprachrohren der jeweils gemeinsamen Sache. Wenn mir jemand, den ich kenne und respektiere, dessen Meinung ich schätze, etwas empfiehlt, dann hat diese Empfehlung für mich eine sehr viel höhere Relevanz, als wenn diese "Kaufempfehlung" vom "Hersteller" des Angebots selbst kommt. Ist einfach so. Es war auch schon immer so. Aber nun verbreiten sich solche "Empfehlungen" oder gar "likes" wie es für den deutschen Sprachgebrauch noch etwas holprig bei Facebook daher kommt, mit rasender Geschwindigkeit, gar Viralität, durch das Netz. Ein jedes Geschäftsmodell muss daher diese Kanäle nicht nur nutzen (im Sinne der Veröffentlichung hilfreicher Informationen zu Produkten und Dienstleistungen), aber auch die stete Beobachtung dieser Kanäle berücksichtigen.

Die Grundwerte, die schon immer ihre Gültigkeit in der Wirtschaft und Gesellschaft hatten, gelten in Zeiten des Web 2.0 noch immer. Auf diese sollten alle eingesetzten Werkzeuge des "social web" nur aufbauen, sie nicht ersetzen. Schon immer galt es - im Idealfall - dass jede Interaktion, sei es geschäftlicher oder persönlicher Natur, einen Mehrwert für beide (oder mehr) beteiligte Partner schafft. Kommunikation ist das A und O auf dem Weg dorthin. Das Web 2.0 bietet zahlreiche Werkzeuge, die dieser Kommunikation dienen. Sie sollten Grundlage jedes Geschäftsmodells sein.