Immer mehr Dienste nutzen geolocation und den "social graph"
Früher, als ich noch etwas weniger bloggte, da habe ich meinen twitter feed automatisch in meinem blog in der Seitenleiste eingebunden. So konnte jeder, der regelmäßig das Schlossblog las, auch immer die neuesten 5 oder 6 tweets von mir lesen. Davon bin ich jedoch abgekommen, denn ich finde, dass der twitterstream doch mehr Sinn macht, wenn man diesem regelmäßig folgt (und den jeweiligen Bezug auch annähernd verstehen kann). Lesen kann ihn noch immer jeder, denn er ist öffentlich, muss ihn dafür aber schon suchen und anclicken.
Twitter ist eben doch mehr als "microblogging" bzw. zusätzliches publishing Werkzeug. Ich sehe es mehr und mehr als Netzwerk. Sicherlich gibt es dort viele, denen ich folge, weil ich (nur) den Informationsgehalt ihrer tweets schätze. Es gibt aber auch eine wachsende Gruppe derer, die ich zu meinem sozialen Netz zähle, die ich auch nach und nach persönlich "im realen Leben" kennen lerne.
Friendfeed ist genial, weil es die verschiedenen streams der dort angemeldeten Nutzer bündelt. Folgt man mir dort, sieht man nicht nur meine tweets, sondern auch in Echtzeit wenn ich neue Fotos bei flickr hoch lade, oder Videos bei YouTube, Blogartikel in meinen verschiedenen Blogs etc.
Jeder dieser Dienste hat bestimmte Vorteile, weshalb ich bislang auf keinen verzichten wollte. So findet bei
facebook zum Beispiel der persönlichere Kontakt zu Freunden "im echten Leben" und über die fan pages der persönlichere Kontakt zu den "noch nicht" Freunden im echten Leben statt. Aber das Pflegen von mehreren Diensten bedeutet eben auch einen erhöhten (zeitlichen) Aufwand.
Es ist daher kein Wunder, dass ein Wettbewerb um den besten, alles zusammen fassenden Dienst begonnen hat. Facebook hat z.B. Friendfeed gekauft. Und gestern hat sich google, die bis vor Kurzem noch de facto Suchmaschine cum alles erobernde Firma mit dem Start von
google buzz ins Feld des "social networking" katapultierte.
Klar, dass ich als möchte-gerne
"early adopter" auch schon gestern gleich buzz ausprobiert habe. Noch zeigt sich mir dieser Dienst als noch ein weiterer zu pflegender Aggregator. Worin der größte Vorteil jedoch liegen könnte, ist die Nutzung von buzz auf mobilen Geräten. Hier zeigt sich der Vorteil (für manche sicherlich auch der Nachteil) von geobasierten Diensten. Das wird die persönlichen Datenschützer natürlich wieder auf's Feld rufen und ich kann denen, die nicht sichtbar sein wollen, auch nur raten, sich bei solchen Diensten nicht anzumelden. Für diejenigen, die - auch aus beruflichen Gründen - im öffentlichen Leben stehen, wird die Erreichbarkeit und Vernetzung jedoch sicherlich von weiterem Vorteil sein.
Wer einen gmail (in Deutschland auch googlemail genannten) account (auf Deutsch: elektronisches Postfach) besitzt, wird früher oder später gefragt werden, ob er/sie bei buzz mitspielen möchte. Damit dieser Dienst wirklich brauchbare Ergebnisse liefert, empfiehlt es sich, sein google profile (auf Deutsch: Profil) mit möglichst vielen seiner verwendeten Dienste zu füttern. Klar macht uns das auch wieder ein Stück weiter
gläsern. Ich opfere mich eine Weile lang bei diesem Experiment und mache mich für Euch gläsern. Wer es nicht selber ausprobieren möchte, kann mich ja später mal nach meinen Erfahrungen fragen.

Das Foto hat mit dem Ganzen nichts zu tun. Aber es ist recht aktuell (aus dem Schlossgarten, am Teich).