Deutsche Hotelblogs unter der Lupe
Den Inhaber des Hotels Krone in Neuenburg, Stefan Waidele, kenne ich persönlich. Er bloggt nicht nur für das Hotel, sondern hat auch weitere Blogs (einer sammelt branchenbezogene Tipps, der andere beleuchtet meist technische Themen). Stefan war einer der ersten, von denen ich weiß, dass sie ihre Firmenwebsite auf der Struktur eines Blogs aufbauten. Insofern ist seine Seite ein schönes Beispiel, wie Neueinsteiger das Web 1.0 komplett auslassen und gleich ins Web 2.0 einsteigen könnten. Seine Blogbeiträge handeln von bevorstehenden Veranstaltungen im Hotel, aber auch von örtlichen Festen und Vorkommnissen in Neuenburg am Rhein. Interessant und bislang einzigartig finde ich Stefans Kategorie "Lost and Found".
Das Blog des Prizeotel, dem "ersten Budget-Design Hotels in Bremen", ist unter der kreativen und selbstbewussten Anschrift http://www.prizeotel.com/so-geht-hotel-heute/ zu finden. Das Design des Blogs (ich sage nur: Rosa, Lila/Lavendel und Gelb?) ist für mich gewöhnungsbedürftig, mag aber an das "Design-Konzept" insgesamt angelehnt sein (genau wie die automatisch startende Musik auf der Mutterseite, die man aber zum Glück abschalten kann, wenn man nicht, wie ich erst mal vor Schreck vom Stuhl gefallen ist, weil die Lautsprecher vom letzten Musik hören zu laut eingestellt waren). Die Kategorien im Blog finde ich sehr gut, da übersichtlich gewählt (und zudem jedes mit einem eigenen Pictogramm versehen): Ausgehtipps, Azubi-Tagebuch, Best of Bewertungen, Design und Style, Hotelgeschichten, Message from the CEO, Prizeotel im Web und Preizeotel Faces. Mit den als Azubi-Tagebuch gekennzeichneten Beiträgen kommen, wie man es vermutet, die Azubis mit persönlichen Beiträgen zu Wort. In der Kategorie Prizeotel Faces werden diese, und andere Mitarbeiter des Hotels, in kurzen Interviews nach und nach vorgestellt. Schön finde ich, dass jeder Beitrag von oder über einen Mitarbeiter auch mit dessen Foto versehen ist; so kann man sich beim Lesen jedes Artikels vorstellen, wer gerade mit einem "spricht". Schön ist auch die Kategorie Hotelgeschichten, die Blicke hinter die Kulissen des Hotels gibt und Brancheninfos beleuchtet. Man befasst sich im Prizeotel Blog auch kritisch, durchaus auch selbstkritisch mit Kommentaren und Bewertungen. Mancher Einblick in Korrespondenz mit Gästen ist für meinen Geschmack etwas zu freigiebig, aber es passt in das Gesamtkonzept des Blogs. Die Nachrichten vom Chef machen sonst meist nur branchenintern besprochene Sachverhalten, wie die Mechanik hinter Online Hotelbewertungen auch für Gäste transparent. Super fand ich das gemeinsam mit MitarbeiterInnen im Tonstudio aufgenommene Weihnachtslied, das bei YouTube veröffentlicht wurde und dann wieder im Blog eingebettet wurde. Das hat sicherlich viel Spaß gemacht, wurde für eine Spendenaktion eingesetzt und hat das Team sicherlich zusammengeschweißt und dieses für die Blogleser auch greifbar gemacht. Alles in allem ein gelungenes Hotelblog (nur: diese Farben?!).
S. Fischer, der das Blog der "Winter's Hotels" schreibt, chattete mich über mein Blog nach Erscheinen des ersten Artikels dieser Serie an. Ich war mir zuerst nicht sicher, ob S. Fischer ein Er oder eine Sie ist - im Impressum der Winters Hotels habe ich den Namen nicht gefunden und auch im Blog ist unter "Verfasser des Blogs" lediglich ein "himbeertoni" vermerkt ist. Durch die Suchfunktion der Firmenwebsite nach "Fischer" fand ich jedoch Sven Fischer, der eine Stelle als "Electronic Distribution Manager" im Unternehmen hat ("geboren 1986 in Salzburg, Mittlere Reife, Ausbildung zum Hotelfachmann im Hotel Bär Sinsheim, seit Februar 2010 Electronic Distribution Manager der Winter's Hotel Company"). Jedenfalls schrieb mir Sven Fischer, dass das Blog der Wintershotels noch ganz am Anfang sei und ich ein super Vorbild für ihn sei. Das ehrt mich natürlich. Zum Blog selbst: Einen Cityguide schreibe man in Berlin, was offensichtlich Standort des Electronic Distribution Managers ist. Es gibt noch Häuser in München und Offenbach, dem Firmensitz. Zum Münchner Standort gibt es auch schon einen Cityguide Eintrag vom Münchner Hoteldirektor Thomas Gaier über den Society-Schuppen P1. Das Blog wird von Googles Blogger gehostet. Die Kategorien sind sinnvoll gewählt nach Standort und kulturellen Highlights (ich hoffe Sven Fischer passiert nicht, was mir im eigenen Blog passiert ist: eine Inflation der Artikelkategorien. Das kann man vermeiden, indem man sich von Anfang an eine klare Strategie zu den zu bearbeitenden Themenfeldern aufstellt, so wie es im oben genannten Prizeotel Blog gut gelöst ist). Der jüngste Artikel zu Berlins Weihnachtsmärkten integriert auch ein klassisches Werkzeug des Social Web: Der Rückkanal wird (neben der Kommentarfunktion) auch über ein Umfragemodul ("welchen Weihnachtsmarkt findet Ihr am besten?") besetzt. Alles in allem ein junges, aber gut gemachtes Hotelblog mit Schwerpunkt "Ausgehtipps" für die Hotelgäste. Ich würde mir persönlich nur wünschen, dass die Personen dahinter stärker zum Vorschein kommen, so dass man als Leser nicht erst mühsam recherchieren muss. Ich werde dieses Blog auf jeden Fall im Auge behalten und wünsche Sven (und den einzelnen bloggenden Direktoren und Mitarbeitern der Winters Hotels) viel Erfolg!
Wer kennt noch gute Hotelblogs, die ich im ersten und zweiten Teil diese Artikelserie noch nicht untersucht habe? Ich bin für Vorschläge dankbar!
Hallihallo,
AntwortenLöschennur kurz (ich muss dringend in die Mittagspause ;) bzgl. "Web1.0 überspringen": Unter http://1996.krone-neuenburg.de/Krone.htm sind die Orginalseiten - nur Links sind korrigiert worden.
Einsnulliger geht wohl nicht, oder? War aber damals im letzten Jahrtausend voll hipp, ey ;)
Hallo,
AntwortenLöschenfreue mich total über die erwähnung unseres Blogs. Danke auch für die Tips ich werde versuchen diese in Zukunft einfließen zu lassen.
Viele Grüße
Sven Fischer
Hallo
AntwortenLöschenFinde diese Aufstellung der Hotel Blogs recht interessant und habe mir einige angesehen. Was mich wundert ist wie sehr die Blogs ein Satelliten-Dasein zur Hauptwebsite des Hotels fristen.
Macht das kommunikationsmässig Sinn? Oder ist es nur ein technisches Problem der Hotel Website (da diese wahrscheinlich vorher da war).
Oder anders gefragt: Ist es sinnvoll eine neue/überarbeitete Hotel Website mit einer Blog Lösung aufzubauen? Was spricht dafür, was dagegen?