Dienstag, 14. Dezember 2010

Fränkischer Whisky in Zeilitzheim

Ein Hauch von Schottland im Weingut Mößlein



Heute durfte ich beim Whiskybrennen im Weingut Mößlein dabei sein. Der Geruch der Maische vor dem Brennen erinnerte mich an meine Zeit als Hobbybierbrauer in den USA zurück (ich war damals Gründungspräsident des "Home-Brewing Club" an meiner Universität, einer dieser nicht nur geduldeten, sondern auch unterstützten Vereinigungen). Damals hatten wir alle paar Wochen frisches Bier (eigentlich öfter, weil wir meist einmal die Woche Bier brauten). Für die Herstellung von Whisky braucht man dagegen einiges mehr an Geduld, berücksichtigt man, dass der Whisky fünf Jahre lang in Eichenholzfässern lagern muss, um den Geschmack und die herrliche Farbe anzunehmen.

Reiner Mößlein macht das nun schon einige Jahre, so dass es nun schon seit 2003 Fränkischen Whisky in Zeilitzheim zu verkosten gibt. Den herrlichen Geschmack dieses edlen Getränks schätzt man umso mehr, wenn man sieht wieviel Arbeit und Sorgfalt (und administrativer Aufwand; ich sage nur: Zoll) geht. Den heutigen Brenntag durfte ich für eine Charge mit erleben.

Im Prinzip ist Whisky nichts anderes als eine gebrannte Biermaische, das heißt das gemälzte Getreide wird zu Schrot gemahlen und anschließend mit heißem Wasser angesetzt. Reiner verwendet dabei alte Weizensorten aus eigenem Anbau. Die Flüssigkeit darf dann unter Zusatz von Hefe gären, wodurch Alkohol entsteht. Bis jetzt ist es dem Bierbrauen alles ziemlich ähnlich, nur dass natürlich kein Hopfen hinzugefügt wird. Anschließend wird das wohlriechende Gemisch destilliert, der Vorgang, dem ich heute beiwohnen durfte.

Im Keller besuchten wir dann noch den schon reifenden Whisky in ihren Eichenfässern und entnahmen hier und dort eine Probe. So ließen sich die unterschiedlichen Reifegrade sehr schön feststellen. Herrlich.

Nach der fünfjährigen Reifung im Eichenfass ist das fertige Produkt ein 40%iger Grain Whisky, ein exklusives Produkt, das nur in kleinen Mengen im Online-Shop des Weinguts bestellt werden kann. Wer größere Mengen des Whiskys aufkaufen möchte bekommt von Reiner Mößlein eine Abfuhr. Ausserdem macht es viel mehr Spaß den Whisky direkt vor Ort zu probieren und zu kaufen in Reiners Schaubrennerei, die nun in die neue Vinothek integriert ist.

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