Freitag, 23. Juli 2010

The Sound of... Folk Camp

Internationales Volkstanztreffen im Schloss Zeilitzheim



Der letzte Freitag im Juli ist traditionell der Beginn des jährlichen "Folk Camps" im Schloss. Das ist nun schon seit über 25 Jahren so. Manche der Camper der "ersten Stunde" sind auch immer noch dabei. Das nenne ich Kontinuität!

Worum geht es beim Folk Camp eigentlich? Als Beobachter, aber nicht als Teilnehmer über die Jahre habe ich natürliche eine aus diesem Blickwinkel beeinflusste Sicht: Jahr für Jahr werden oft immer wieder gleiche Lieder auf der Quetsche von immer wieder neuen Nachwuchskünstlern eingeübt. Das kann eine Woche lang auch ein wenig nerven. Für mich bildet dieser Geräuschpegel von Unterhaltung derer, die im Arkadenhof an den Biertischgarnituren sitzen, der immer gleichen Melodien und das ständige Rauschen der Getreidegebläse der Nachbarn aber auch eine unverwechselbare, fast nicht mehr weg zu denkende in Geräusch dargestellte Identität dar.

Im Gewölbekeller üben die "Folkies" verschiedenste Tänze, auch die englischen "Morris Dances" mit Stöcken, die aneinander geschlagen werden. Dieser Ton gehört auch zum Folk Camp, genau wie das Gelächter und die Unterhaltung, die deutlich abnimmt, sobald die Mahlzeiten im Hof serviert werden.

Der Arkadenhof und die Wiese des Schlossgartens gleichen einem lustigen Zigeunerlager. Auf der Wiese stehen die Zelte der Camper. In der "Kelterküche" wird gekocht. Im Arkadenhof wird gespült und wie eine bunte Fahne die vielen Küchenhandtücher zum trocknen aufgehängt. Morgens und abends sieht man die Camper mit ihren Zahnbürsten und Handtüchern sandaliert die Gartenwege auf und hinab wandern auf ihrem Weg zur Toilette. Aus den Zelten hört man nachmittags die jugendlichen Rufe von "Mau!" und "Mau Mau!".

Ein Höhepunkt des Folk Camps ist immer der öffentliche Abend am Mittwoch im Gewölbekeller. An diesem dürfen unter fachlicher Anleitung auch die Besucher mitmachen. Aus dem Dorf kommt immer eine treue, aber sehr kleine Schar von Tänzern und Beobachtern hinzu. Auch die jüngere Dorfjugend traut sich zu diesem Anlass auch meist zu kurzen Blicken und Gekicher in den Gewölbekeller.

Wirklich Neues bringt das Folk Camp, zumindest aus meiner Sicht als Betrachter, von Jahr zu Jahr nicht. Aber vielleicht liegt gerade darin seine Stärke. Die Teilnehmer, die schon öfter dabei waren, wissen, was auf sie zu kommt. Sie wissen vorab, welche Aktivitäten an welchen Tagen geplant sind. Das hilft sicherlich auch, die "Neuen" zu integrieren. Aufgaben sind klar definiert. Jeder findet sich auf den verschiedenen Dienstplänen wieder. Und die Kontinuität schafft auch einen verlässlichen Rahmen für langjährige Freundschaften. Ganze Familien (inklusive unserer eigenen, am Rande) haben wir mit dem Folk Camp aufwachsen sehen.

Keith, der treue "Warden" über viele Jahre (zuständig für Organisatorisches) ist in diesem Jahr nicht dabei wegen der Hochzeit eines seiner Söhne, die auch mit und auf dem Folk Camp aufgewachsen sind. Aber Inga, die diesen Posten in diesem Jahr ausübt, ist genauso erfahren.

Ich werde das Folk Camp wieder beobachten. Vielleicht gibt es in diesem Jahr ja auch mal etwas Neues zu berichten! Dann werde ich das hier im Schlossblog tun.

Hats