Samstag, 24. Juli 2010

Es fehlt nur noch der Ruf des Muezzin

Glockengeläut in Zeilitzheim



Es scheint mir manchmal, dass die Kirchenglocken bei uns im Dorf wahllos durcheinander läuten, zu allen möglichen Tages- (und Nachtzeiten). Aber natürlich ist da ein System dahinter. Ein ziemlich kompliziertes, sogar. Ich habe das Thema nun ein wenig durchleuchtet und bin nun etwas schlauer. Also: warum werden die Glocken zu welcher Uhrzeit geläutet?

Das Schlagen der Glocke zu jeder viertel Stunde ist klar. Das summiert sich zu Mitternacht zum Beispiel auf 28 Glockenschläge: 4 zur Ankündigung der vollen Stunde, je 12 weitere mit verschiedenen Glocken, "Rauf und runter" sozusagen.

Morgens früh um sechs gibt es ein fröhlich lautes Morgengeläut von der evangelischen Kirche, das einen bei offenen Fenstern im Sommer durchaus effektiv aus dem Bett katapultieren kann. Die Katholiken sind da ausnahmsweise etwas liberaler eingestellt und wiederholen das Morgengeläut dann um sieben. Es fehlt nur nur der Ruf des Muezzins in Zeilitzheim. Wann wäre dieser dann?Um 06:30 Uhr? Das wäre ein schönes Mittelmaß.

Am Freitagmorgen um neun gibt es immer das Freitagsgeläut als Erinnerung an die Kreuzigung Jesu. Zumindest in der evangelischen Kirche. In der katholischen Kirche findet es nämlich erst um 15 Uhr statt. Das hat wohl mit verschiedenen Arten die Zeit zur "9. Stunde" zu rechnen zu tun, meinte eine Mitarbeiterin, die ich zu den örtlichen Gepflogenheiten befragte. In der Tat: Wikipedia klärt im Artikel zur Läuteordnung auf. Die Evangelen läuten Freitags zur Kreuzigungsstunde um 9, die Katholen zur Todesstunde um 15 Uhr die Glocken.

Es gibt noch andere interessante Glockengeschichten in Zeilitzheim. Über die Evangelistenglocke hatte ich hier im Blog schon mal berichtet.

Zeilitzheim

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen