Freitag, 25. Juni 2010

Kleine Dinge mit großer Wirkung

Wie oft zögern wir damit Veränderung zuzulassen und einzuleiten, weil wir das Ausmaß der Veränderung und etwaige Kollateralschäden fürchten? Wie oft bleiben Dinge deshalb einfach liegen, manchmal über Jahre hinweg? Über das Prinzip "never touch a running system" bzw. über die natürliche Hemmung "gewachsene Strukturen" anzugreifen habe ich in diesem Blog ja schon einmal laut nachgedacht.

Oft sind es aber sehr kleine Dinge, die eine vergleichsweise große Wirkung erzielen können. Oft lässt sich mit nur wenigen Handgriffen eine grundlegende Verbesserung oder Verschönerung erzielen. Ein praktisches Beispiel hat mir dieses Prinzip kürzlich wieder vor Augen geführt.

Seit 2001 bin ich Eigentümer des ehemaligen Gasthauses "Zur Sonne" in Zeilitzheim. Dieses hat einen recht einfachen Hinterhof. Eine Scheune am Hinterhof hat zwei offene Fenster, die einen wie schwarze Augenhöhlen anstarren. Täglich gehen wir daran vorbei. Schon immer hat mich dieser Anblick - zumindest im Unterbewusstsein - gestört.

Vor Kurzem hat meine Frau Kati diese unansehnlichen Löcher gestopft: mit blau glasierten Terracottatöpfen und roten Blumen darin. Sie verleihen dem Hinterhof nun einen fast südländischen Charme. Und es hat kaum Aufwand oder Geld gekostet. Es musste nur gemacht werden. Kati hat die Notwendigkeit der Verschönerung gesehen. Und sie hat gehandelt. Und das ist der entscheidende Punkt. Sie marschierte zum Baumarkt und kaufte die zwei Terracottaschalen zu EUR 3,99 das Stück und die dazugehörigen Pflanzen und machte sich gleich an die Arbeit. Jetzt wenn ich täglich über den Hinterhof laufe denke ich mir: "Das hätten wir längst machen können! Warum haben wir so lange gewartet?". Naja, ohne Katis kurzentschlossenes Handeln wäre zumindest dieser Schandfleck noch ein solcher.

Eines der beiden neu "gefüllten" Fenster habe ich kürzlich fotografiert (siehe unten). Ich möchte mir dieses Beispiel als Ansporn nehmen, mich bewusster im eigenen Haus, Hof und Garten umzusehen und den Mut zu haben, kleine Schritte öfter auch sofort zu gehen. Es muss nicht immer gleich eine 100%-Lösung sein. Auch kleine Dinge können auch eine große Wirkung haben. Und sind in jedem Falle besser, als gar nichts zu tun.

Welche Beispiele gibt es in Ihrem Leben, in denen der Einsatz kleiner Veränderungen für Sie große Wirkung erzielt hat?

Not Tuscany

2 Kommentare:

  1. Das sieht wirklich sehr, sehr hübsch aus! Ich glaube jemand der Kati heißt, kann so was einfach. Vornamensvorurteil ;-)
    (By the way es gibt 3 Jungendromane von Astrid Lindgren aus den 50ern. Kati in Italien, Kati in Paris, Kati in Amerika. Ich habe díe erst als Erwachsene gelesen und fand sie toll, für ihre Zeit total moderne Geschichten.) Dies als Lesetipp für alle sympathischen Kati´s .

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  2. Diese "Lichtmomente", also Ideen, die nicht nur als Ideen irgendwo hängenbleiben, sondern gleich in die Tat umgesetzt werden, sind bei mir leider eine Rarität geworden.

    Das Bild ist eine gute Erinnerung Altes mit neuen Augen zu betrachten.

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