Montag, 12. April 2010

Die nächsten Konzerte im Schloss Zeilitzheim

Beitrag von Marina von Halem

Konzert am 30. April um 19.30 Uhr: Zwei wunderbare Sopran- bzw. Mezzo-Sopran-Sängerinnen, Felicitas Weyer und Almut Seebeck, singen als "Trio a Due", weil Almut Seebeck auch Pianistin ist und sich und Felicitas Weyer am Flügel begleitet. Ich kenne sie und war und bin berührt von ihren Stimmen und dem, was sie sich als Programm zusamnmenstellen. „Quella fiamma“ – welche Flamme! Feuer des Lebens! Da muß es um die Gewalt von Schöpfung und von Liebe gehen. Wen berührte das nicht. Eine von Visionen begabte und geplagte Frau, Hildegard von Bingen, die im 13. Jahrhundert lebte, hatte eine Sprachgewalt, die intuitiv begabte Menschen ins Herz trifft – berührt von der Flamme des Lebens. Viele Texte sind mit dem Alltagsverstand nicht zu verstehen, aber in anderen Texten prophetischer Menschen ist das ja auch so: in der Offenbarung des Johannes; in Texten der Religionsstifter, der Propheten. Aus ihren Worten lodert eine Flamme, von der wir ahnen, dass sie aus vulkanischer Tiefe und in ungeahnte Höhen schlägt. Barockarien (die singen die beiden Sängerinnen auch) klingen harmlos dagegen, aber wenn man an die bewegenden Soli von Bachkantaten denkt: „Ich weiß, daß mein Erlöser lebt!“ – da brennt eine Innigkeit, eine Sehnsucht, ein Feuer. Jiddische Lieder mit ihrer Lebensfreude und Lebensschmerz – wie nah sind wir da an den Quellen des Lebens, aus denen beides strömt. Für hinterher kochen wir ein Abendessen: „Aus den Tiegeln Europas“. Es gibt ein Ragout, nach altem Rezept gekocht, und eine Nachspeise.

Das nächste Konzert am Himmelfahrtstag, 13. Mai um 17 Uhr ist ganz anderer Art. Ich kenne die aus Schweinfurt stammende Musikpädagogin Verena Mansky-Richardsen. Ihre Seele gehört der Vermittlung von Musik an junge Menschen. Sie dirigiert ein ca. 40 Mann starkes Schulorchester der Rudolf-Steiner-Schule in München-Daglfing und reist mit ihrem Orchester der Oberstufe und dem Kammerchor der 12. Klasse unter Leitung von Ines Santa Maria zu uns nach Zeilitzheim. Um solch ein großes Projekt auch finanziell machbar werden zu lassen, kamen wir vor einem Jahr, als sie schon einmal bei uns im Schloss auftraten, auf eine Idee: die Jugendlichen wohnen in Mehrbettzimmern unseres Hotels Schloss Zeilitzheim und bekochen sich selbst. Gemeinsames Tun, Lebensfreude und Spaß am Musizieren vereinigen sich dabei. Sie spielen zwei Werke von Johann Sebastian Bach und Filmmusik (aus „Cats“), weil die ihnen natürlich auch gefällt.