Freitag, 19. Februar 2010

Die Einrichtungsgegenstände im Schloss

Schwer vorstellbar, dass das Schloss beim Kauf 1979 komplett leer war



(Gastbeitrag von Marina von Halem)

Der Anfang wurde gemacht durch das eigene Inventar, das wir beim Umzug von Schottland nach Zeilitzheim mitbrachten und durch Dinge vermehrt hatten, die wir dort zur Verwendung in Zeilitzheim erworben hatten. Das waren meist Tische und Stühle im Queen-Anne-Stil, die ich in Zeilitzheim selber aufgearbeitet und gepolstert habe sowie einiges Mobiliar für öffentliche Räume, aber auch ein altes Himmelbett von ca. 1840 aus dem Stammschloss der schottischen Familie Stuart. Dieses Bett gab dem "Maria-Stuart-Zimmer" den Namen; es ist besonders bei Brautpaaren sehr beliebt. Es wurden Ferienwohnungen (und später Gästezimmer) eingerichtet. Dafür fanden sich Weichholzmöbel; alte Betten wurden auf die heute nötige Länge gebracht und zu Himmelbetten umgebaut, Vorhänge dafür und für alle Fenster genäht. Manch schönes Möbelstück, Lampen und Bilder kam als Leihgabe oder Geschenk von Freunden ins Haus. Sehr willkommen waren auch die kräftigen Truhen und Tische aus gebrauchten Harthölzern, die einst als Bahnschwellen in Südafrika gelegen hatten und später zu Möbeln verarbeitet worden waren.

Die Mehrzahl der Bilder im Schloss, auch in den Gästezimmern, sind Originale, wenngleich sie nur ideellen Wert haben. Stammtafeln und Portraits von Vorfahren der Familie v. Halem hängen im Jagdsaal und der "Kapelle". In einigen Gästezimmern hängen Zeichnungen und Aquarelle von Asta von Halem, die bis 1944 als Zeichenlehrerin in Striegau, Niederschlesien, lebte. (Zufall! Meine mütterlichen Vorfahren, die Familie v. Engelmann, lebte im Landkreis Striegau, aber Asta von Halem kannte sie damals nicht). Viele originale Stiche schmücken das Haus, aber es gibt auch Faksimiles oder Reproduktionen alter Vogel- oder Blumenbilder.

Der jüngste Zuwachs von 2009 sind die Trophäen aus Ostafrika, die ein Vetter und Freund der Natur und der Jagd dem Hause schenkte. In meinem Elternhaus in Schlesien hingen solche Trophäen. Mein Vater Heinz Freiherr v. Richthofen hatte sie aus Namibia mitgebracht, wo er einige Jahre als Farmer lebte. Deshalb sind sie mir vertraut, und ich mag sie wegen ihrer Schönheit. Da sind die gewaltigen Gehörne der Kaffernbüffel, die schönen, schlanken, geraden der Oryx-Antilope, die eleganten, gedrehten Gehörne des Großen und des Kleinen Kudus, der Impalas, Wildebeests und Hartebeests und die kleinen Hörnchen des Duiker und des Steenboks. Aber auch bekanntere Gehörne von Rotwild kamen als Geschenk eines weiteren Vetters ins Haus.

Fast könnte man meinen, das Schloss sei schon immer möbliert gewesen.

Marina v. Halem

Antlers 'n' Stuff