Dienstag, 21. Dezember 2010

Feste feiern im Landschloss

Im Jahr 2010 haben wir einiges geändert

Wer die Aktivitäten im Schloss schon länger beobachtet und auch ab und zu unsere Website etwas genauer studiert, wird es bereits gemerkt haben: Wir haben im Jahr 2010 geändert, wie bei uns im Schloss Feste organisiert werden. Haben wir bis Ende 2009 noch Feiern durch die schlosseigene Küche bewirtet, vermieten wir seit Anfang des nun fast abgeschlossenen Jahres unsere Festsäle. Das Catering wird nun komplett von externen Dienstleistern durchgeführt.

Haben unsere Gastgeber früher alle Details eines Festes mit uns abgesprochen, tun sie dies nun mit einem Caterer, der das Fest dann bewirtet, inkl. Service und allem drum und dran. Selbstverständlich können wir dennoch auch in Sache externe Leistungen beraten, da wir über die Jahre viel Erfahrung im Bereich Catering und Eventorganisation gesammelt haben. Auch haben wir eine große Datenbank mit Anschriften von externen Dienstleistern rund um Feste, so dass wir unseren Gastgebern bei der Suche nach diesen behilflich sein können (auf unserer Website gibt es zum Thema Hochzeit feiern auch eine Checkliste dazu).

Letztlich ändert sich für den Gast einer Feier nichts. Die Gastgeber haben nun jedoch mehr Entscheidungsspielraum, was die Wahl des Caterers betrifft. Für Feiern in den Festsälen im Erdgeschoss ist man völlig frei, welcher Caterer zum Einsatz kommt und kann sich sein Fest so auch komplett in Eigenregie ausrichten (dies eignet sich jedoch in erster Linie für Familien, die selbst über die nötige Infrastruktur zur Durchführung eines Festes verfügen). Für Feiern im Obergeschoss (Jagdsaal mit Nebenraum, Freskensaal) empfehlen wir Caterer aus der Region, die regelmäßig im Schloss zum Einsatz kommen.

Diese Vorgehensweise hat sich 2010 hervorragend bewährt und auch für das kommende Jahr 2011 ist die Buchungslage wieder sehr erfreulich. Unsere Gastgeber genießen nach wie vor das familiäre Ambiente des Schlosses mit seinen Sälen, Garten und den Hotelzimmern, die es ermöglichen, dass ein Großteil der Festgäste auch direkt vor Ort übernachten können. Nun haben sie jedoch selbst die Wahl eines professionellen Caterers. Somit ist eine breitere Palette an Bewirtungsangeboten möglich, als vorher. Wir können uns dagegen auf unsere Kernkompetenzen konzentrieren, den Hotelbetrieb. Wir müssen nicht mehr Produkte und Leistungen vorhalten, die genau so gut von anderen Dienstleistern punktuell angeboten werden können. Wir verfügen jedoch nach wie vor über eine eigene gastronomische Konzession und kochen meist selbst für die familiären Abendessen zusammen mit den Künstlern im Anschluss an die kulturellen Veranstaltungen und für Seminargruppen, die Halb- oder Vollpension buchen.

Die Umstrukturierung wurde von langer Hand vorbereitet und Ende 2009 "über Nacht" umgesetzt. Ich bin sehr froh, diesen Schritt gewagt zu haben. Es hat sich dadurch eine win/win/win Situation ergeben. Jeder gewinnt: Gastgeber, Caterer und wir. Mit einem Jahr Erfahrung mit dem neuen System gehen wir nun mit Zuversicht ins neue Jahr und freuen uns auf die vielen Feiern in unserem Haus!

Jagdsaal

Montag, 20. Dezember 2010

Das Geschenk der Kultur

Gutscheine für kulturelle Veranstaltungen verschenken

Weihnachten steht nun ganz kurz vor der Tür und die Drähte laufen bei uns heiß wegen Gutscheinbestellungen für kulturelle Veranstaltungen im kommenden Jahr. Der große Renner war in dieser Hinsicht das Krimidinner am 26. März 2011: Dieses ist nun restlos ausverkauft (sorry!).

Die  gute Nachricht: es gibt ein zweites Krimidinner im November und auch die anderen Veranstaltungen eignen sich gut als Weihnachtsgeschenk. Wer anderen das Geschenk der Kultur machen möchte, kann diese natürlich zu einer Veranstaltung begleiten. Das machen auch immer mehr unsere treuesten Stammbesucher, dass sie vier Karten reservieren, um ein befreundetes Ehepaar mit einzuladen. Berührungsängste abbauen, sozusagen...

Falls jemand diesem kurzfristigen Aufruf noch folgt: was am Donnerstag noch in die Post geht, sollte noch rechtzeitig zum Heiligabend ankommen. Sollte jemand wirklich noch im allerletzten Moment einen Gutschein benötigen, lässt sich dieser sicherlich auch digital als Urkunde zum selber ausdrucken erstellen und per E-Mail zusenden. Irgendwie finden wir gemeinsam einen Weg, damit a) Sie nicht ohne Geschenk dastehen und b) möglichst vielen Menschen, auch im Interesse unseres rührigen Kulturvereins, das Geschenk der Kultur gemacht wird!

Wer sich schnell einen Überblick über die Möglichkeiten verschaffen möchte findet hier eine Übersicht sowie einen Gutscheinkalkulator hier.

Allen, die bereits Gutscheine bestellt haben, sage ich ein herzliches Dankeschön! Man darf sich übrigens gerne auch selbst beschenken...

Gut. So viel "Werbung" gab es schon lange nicht mehr im Schlossblog. Aber ich denke die Kultur darf ruhig ein wenig beworben werden!

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Geschickte Bärwurzerei

Einsatz von Fotowänden für das Empfehlungsmarketing im Tourismus



Schon Anfang des Jahres hatte ich mir dieses Foto eines Blutwurz Schildes in evernote gespeichert und mit "Ideen" und "inarbeit" getagged, um sie später wieder aus der Versenkung zu holen. Es handelt sich dabei um ein Schild, auf dem eine Karikatur des Wahrzeichens, der "Waldprophet Blutwurz", des Schnapsherstellers "Bärwurzerei Hieke in Zwiesel" abgebildet ist. Nur ist der Kopf ausgesägt, so dass man sich hinter diese Wand stellen kann und sein Antlitz als das des Waldpropheten ablichten lassen kann. Tut man dies und stellt das Bild, wie in diesem verlinkten Fall geschehen, ins Internet (bei einem der Fotodienste wie flickr oder im eigenen Blog oder Webseite), dann macht man indirekt auch Werbung für das dargestellte Produkt oder den Ort. Man kennt das wohl von Vergnügungsparks, wo solche Tafeln oft gerade für Kinder aufgestellt werden.

Bei seinem Vortrag in Schweinfurt brachte Jürgen Krenzer mich nun wieder auf diese Idee. Er hat vor seinem Rhönschafhotel in Seiferts einen riesigen Apfel stehen, vor dem sich Gäste oft fotografieren (lassen). Geschickterweise hat Jürgen natürlich auch seine www-Anschrift auf dem Apfel angebracht...

Wer mein Blog regelmäßig liest weiß, dass ich Euch gelegentlich zu geplanten Projekten befrage, bevor ich sie umsetze. Rausgekommen ist dabei immer mehr, als wenn ich diese Dinge im Alleingang angezettelt hätte. Daher nun meine Fragen an Euch, liebe Gemeinschaft:

Ich ziehe in Erwägung - zumindest zur Aufstellung bei größeren Veranstaltungen wie den Märkten im Schloss - eine Holzwand dieser Art aufzustellen. Das Motiv könnte eine (oder mehrere) historische Persönlichkeit des Schlosses sein, bei dem das Gesicht, wie im oben beschriebenen Fall, ausgeschnitten ist. Gäste könnten sich so fotografieren lassen. Eventuell könnte ich zu bestimmten Uhrzeiten auch anbieten die Fotos zu machen und anschließend den Gästen per E-Mail zu senden. So bekommen diese ein schönes Erinnerungsfoto an ihren Tag im Schloss.

Was haltet Ihr davon? Findet Ihr das nett oder nur kitschig?

Welche Fotomotive sollten es sein? Fändet Ihr eine Karikatur des Fürstbischofs von Speyer, Kardinal Damian Hugo Graf von Schönborn, der hier einige Jahre lebte und alleine schon wegen seines pompösen Auftritts recht imposant ist, für eine gute Figur? Oder sollten Es etwas sein, das speziell auf Kinder gemünzt ist? Denkbar wären auch saisonale Motive, die dann speziell nur zu den Märkten eingesetzt werden wie eine Hasenfamilie mit bunten Eiern zum Ostermarkt oder ein Weihnachtsmann für den Weihnachtsmarkt (jeweils mit entsprechender Überschrift und www).

Natürlich müssten noch rechtliche Dinge beachtet werden. Sofern ich die Fotos für Gäste mache und zusende sollten Sie ihr Einverständnis erklären bzw. ich muss klar stellen, was (bzw. was nicht) ich mit den Fotos mache.

Die Idee ist natürlich generell für den Tourismus einsetzbar. So hatte ich schon mal überlegt das mit dem Wahrzeichen unsere Kooperation espargo (Zusammenschluss von Spargelanbauern, Winzern und Gastronomen), dem "Spargelkönig" zu machen. Vielleicht findet sich ja noch ein handwerklich begabtes Mitglied, das dies umsetzen möchte.

Wer hat noch Ideen und Anregungen zu diesem Projekt? Was fällt Euch noch ein? Wer hat so etwas schon mal irgendwo gesehen (oder gar fotografiert?). Für Hinweise per Kommentar, E-Mail etc. wäre ich sehr dankbar! Die Ergebnisse fasse ich dann gerne für alle noch mal im Blog zusammen bzw. berichte, was daraus wird.

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Audioblogbeitrag

Kurzer Beitrag (knapp über 2 Minuten) über die bevorstehende letzte kulturelle Veranstaltung des Jahres und geplante Restaurierungsarbeiten im Winter.

Listen!

Mittwoch, 17. November 2010

Das Barockschloss auf dem Gabentisch

Barockschloss: Das Spiel - jetzt im Spieltz! Shop



In diesem Jahr habe ich mich erstmals als Spieleentwickler geübt und habe ein Brettspiel zum Schloss erstellt. Über diesen Vorgang habe ich bereits hier und hier im Schlossblog berichtet. Auf der stARTconference in Duisburg stellten Karin Janner und Team von Spieltz! das Schloss-Spiel vor. Zu dieser Gelegenheit bekam ich das erste gedruckte Exemplar des Spiels. Und nun, am 8. November wurde der Spieltz! Shop aktiviert, in dem mein Brettspiel "Barockschloss: Das Spiel" allgemein online bestellt werden kann.

Auf der Seite zum Spiel findet man eine Beschreibung des Spiels, dessen Spielbrett ich hier unten abbilde. Bestellt man es, bekommt man es gerollt (das Spielbrett wird auf flexibler LKW-Plane gedruckt) in einer Röhre mit den Spielfiguren, Würfel und Spielanleitung zugeschickt. Mir ist bewusst, dass dieses Spiel keinen Massenmarkt wird bedienen können, aber vielleicht erfreut sich der/die eine oder andere frühere Schlossbewohner/in über das Spiel mit den vielen Fotos rund um das das Schloss und den Schlossgarten.

Natürlich eignet sich das Spiel auch als Weihnachtsgeschenk für andere, denen man Lust auf einen Besuch in Zeilitzheim machen möchte. In der kleinsten Fassung von 30 x 30 cm ist man ab ca. EUR 20,-- dabei. Ich empfehle die Version mit 42 x 42 cm. Es gibt noch eine größere Version zu 50 x 50 cm, die sehr schön ist, aber vielleicht nicht auf jeden Kaffeetisch passt.

Über fleissiges Spielen mit dem Schloss-Spiel und über Feedback würde ich mich sehr freuen!

Barockschloss - Das Spiel

Freitag, 5. November 2010

Das Schloss im November

Beitrag von Marina von Halem



Noch leuchten die Birkenblätter golden, und die Buche unten am Teich hat ihr üppiges rostrot-gelbes Laub noch nicht ganz abgeworfen. Aber der Ginkgo-Baum ist nackt und kahl: seine kürzlich noch herrlichen gelben "eins-und-doppelten" Blätter hat der Wind abgeschüttelt. Sie liegen als Kreis um seinen Stamm. Die Quitten und die letzten gelben Äpfel wurden geerntet (und des Abends verarbeitet), Stauden umgesetzt, Rosen angehäufelt - noch viel mehr wäre zu tun, aber auch die Herbstarbeiten im Büro fordern meine Zeit.

Gerade ist das kulturelle Programm fürs nächste Jahr fertig geworden und liegt sogar schon gedruckt im Büro. Ich habe es ausgearbeitet, der Förderkreis hat es begutachtet, Alexander hat es gesetzt und druckfertig gemacht und kümmert sich um die Repräsentanz im Internet. Ich freue mich über und auf jedes Programm; das Planen und Feilen mit den jeweiligen Künstlern macht Freude (und Arbeit natürlich auch). Am meisten freue ich mich auf den "Zeilitzheimer Sommer" am ersten Juli-Wochenende, das "Begegnung mit Portugal" betitelt ist. Natürlich gibt es da viel Musik, Literatur, Malerei, aber einer der Stars ist ein Pferd: "Lusitano". Die edle Reitkunst zeigt es uns mit seinem portugiesischen Besitzer, der es am langen Zügel vorführt.

Nicht alles, was ich plane und unseren Besuchern bieten möchte, findet den Widerhall, den ich mir wünsche. Wir werden von der Presse (der Main Post mit Monopol hierzulande) in die lokale Ecke unseres kleinen Nachbarstädtchens Gerolzhofen geschoben. Im Internet findet man uns gut, wenn man einen Ort zum Heiraten oder einfach zum Übernachten sucht, aber man sucht dort nicht unbedingt nach unseren kulturellen Programmen.

Die jüngste Generation wächst heran. Katharina (5 Jahre alt) will beim Weihnachtsmarkt servieren und Kuchen verkaufen und nicht wie einige "Kleine" im Engelsgewand den Weihnachtsmann begleiten. Isa (dreieinhalb) macht sich darüber keine Gedanken. Sie ist fröhlich und wickelt alle um den Finger. In Brno, Tschechische Republik, lebt die Tochter Cornelia mit ihren beiden Töchtern, die ich heute besuchen fahre, um dann weiterzufahren nach Wien zu Sibylle, der Bildhauerin, und weiter zu ihrem Wohnort Klagenfurt.

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Krimidinner im Schloss

Letzte Aufführung des ersten Stücks am kommenden Samstag



Das von der Essener Produktionsgesellschaft Galadinner organisierte Krimidinner erfreut sich sehr großer Beliebtheit. So waren alle diese Veranstaltungen bei uns immer ausverkauft, oder fast ausverkauft. So ist es auch diesmal: für das Krimidinner "Ein Leichenschmaus" am kommenden Samstag gibt es nur noch wenige Karten für Kurzentschlossene.

Das Stück "Ein Leichenschmaus" wird nun am Tag vor Halloween das letzte Mal bei uns aufgeführt. Im Jahr 2011 kommt (am 26. März und am 5. November) das zweite Stück der Krimidinnerserie bei uns auf die Bretter: Die Hochzeit in Schwarz.

Manche derer, die das erste Stück bei uns gesehen haben, haben sich auch schon für 2011 angemeldet. Wer mag am Samstag noch dazu stoßen? Aber Vorsicht: nicht Sie damit einen Dolchstoß erfahren...

Das Menü:

Aperitif

Geräuchertes Forellenfilet vom Volkachgrund mit Sahnemeerrettich und Weißbrot

Kürbiscremesuppe mit Ingwer und Sahnehäubchen

Hühnerbrüstchen in Silvanersauce, Bandnudeln und Gemüse der Saison

Nußparfait und feines Gebäck

(Für Vegetarier richten wir auf Anfrage gerne vegetarische Alternativen)

krimi.jpg

Samstag, 16. Oktober 2010

Allerley Kurzweil

Noch ist der Stand der Anmeldungen für das Programm "Allerley Kurzweil" am kommenden Freitag, 22. Oktober, recht schlecht gebucht. Das wundert mich, wo doch sonst Programme mit mittelalterlichem Essen und alter Musik auf nachgebauten Instrumenten immer so gut ankam. Ich starte aber hiermit nochmal einen kleinen Versuch, die Veranstaltung von William Buchanan und Freunden nochmal schmackhaft zu machen:

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Auftritt des ensemble tityre am 12.11.

Das für Freitag, 12. November 2011 geplante Konzert "Weibermusik" muss leider ausfallen.

Dienstag, 12. Oktober 2010

Heute: Quittenernte

Digital Storytelling

Im letzten Blogbeitrag zu "Drehbuch & Storyboard für Präsentationen" erwähnte ich, dass ich noch über meinen "Ausflug" ans Knowledge Camp der Gesellschaft für Wissensmanagement an der Uni Passau berichten würde. Ich hielt dort eine Session über "digital storytelling" und erhielt wertvolles Feedback zum Thema von den anderen Teilnehmern dort. Da dieses Thema jedoch für die etwaigen Leser hier etwas zu "speziell" sein könnte, verweise ich hier nur auf meinen gestrigen Gastbeitrag im Trailmeme Blog (Trailmeme ist eine Web-Applikation, die unter dem Dach der Xerox Corporation in USA entwickelt wird).

Das Thema "digital storytelling" wird mich noch weiter beschäftigen...

Foto: Ein Netz am Morgen.

Mühlteich - Schloss Wissen

Sonntag, 10. Oktober 2010

Drehbuch und Storyboard für Präsentationen

Alexandra Graßlers Session beim Knowledge Camp



Ich war am 8./9.10.2010 beim Knowledge Camp der Gesellschaft für Wissensmanagement an der Universität Passau und habe dort eine Session über "digitales story-telling" gehalten (dazu später sicherlich mehr). Ich habe aber auch viele sehr interessante Beiträge anderer dort gehört und mitdiskutieren dürfen. Es folgt hier meine persönliche Zusammenfassung von Alexandra Graßlers Session zu "Drehbuch & Storyboard" im Einsatz zur Erstellung von Präsentationen.

Wie können wir Inhalte in einer Präsentation besser rüber bringen? Im Wesentlichen hilft es Geschichten zu erzählen (das Thema "digital story-telling" hatten wir bei der ersten Session am Freitag bereits besprochen).

Geschichten helfen, dass auch richtig zuhört wird. Wir wollen Botschaften vermitteln, die auch verstanden werden. Alexandra verweist hier auf Aristoteles Poetik und schildert wie man mittels eines "Logischen Baumes" Inhalte erfolgreich vermittelt.

Mit dem Logischen Baum werden Argumente immer möglichst im Dreierrhytmus präsentiert, Der Vorteil hängt mit unserem innerem Rhytmus der Informationsverarbeitung zusammen. Geben wir dem Zuhörer nur zwei Möglichkeiten erzeugen wir in ihm ein Dilemma.

Wie wenden wir das auf das Erstellen von Präsentationen an? Was wollen wir? Präsentations-KOMA oder Präsentations-KRAFT? Alexandra schilderte diese Grundfrage mit einigen anschaulichen Bildern.

Wir müssen die Inhalte auf das Wesentliche Komprimieren. Im Wort "wesentlich" steckt das Wesen des Konzepts bzw. Inhaltes drin. Mit kurzen Sätzen und assoziativen Bildern erzeugen wir Emotionen. Emotion = Bewegung. Man bewegt sich bzw. den Zuhörer zum Ziel. Grundsätze des Präsentierens sind u.a.:

What's the point? Auf das Wesentliche fokussieren. Wiederholung im enstcheidenden Moment einsetzen. Die Zielgruppe beachten. Nicht nur aufschreiben... denn Geschriebenes kann gelesen werden. Keine Aufzählungen. Assoziativ statt linear. Visuelle Marker setzen.

Alexandra stellte eine Methodik vor, wie man erfolgreiche Präsentationen vorbereiten kann: das Drehbuch mit 3 Akten. Sie erklärte wie, ähnliche wie beim Film, durch das Befolgen dieser Technik der Zuhörer / Zuschauer erfolgreich in den Bann gezogen werden kann. Was ist zu tun?

1. Akt

Im ersten Akt unserer Präsentation müssen wir für unseren Zuhörer fünf Fragen / Elemente beantworten:

1. Um was geht es? Im Film gibt es den sogenannten "establishing shot" in der erster Szene. Dieser setzt den Ton und das Thema des gesamten Films. Hier wird Zustimmung beim Zuhörer abgeholt. Wir definieren wo wir uns befinden und formulieren dies in einem Satz.

2. Um wen geht es? Die Bilder und Texte sollten immer die Person oder Personengruppe im Ziel haben.

3. Ungleichgewicht / Katastrophe. Wir stellen unsere Zuhörer vor ein Ungleichgewicht, das aufrüttelt, Aufmerksamkeit und Dringlichkeit erzeugt.

4. Zielbild / Gleichgewicht. Wir zeigen die mögliche Lösung, die erstrebt wird, auf. "Das Ende der Reise".

5. Lösung. Hier zeigen wir den Zuhörern den Weg zum Ziel auf. Hier sollten wir mit einem Verb beginnen und so eine klare Handlungsaufforderung geben.

2. Akt

Im Sinne des Logischen Baums sollten wir unsere Argumente immer in Dreiergruppen aufbauen. Wir beginnen also mit drei Hauptargumenten. Diese Methodik zwingt uns unser Thema gut durchzudenken. Wir zeigen inhaltlich auf, welche Sachargumente es gibt. Wie/warum wird das Problem bzw. die Fragestellung gelöst?

Auch zeigen wir im "2. Akt" einen Wendepunkt ins Spiel. Der Zuhörer merkt, dass es hier eine entscheidende Wendung geben wird, an der er im besten Fall beteiligt ist. An dieser Stelle kann grafisch of ein Fragezeichen als Symbol eingesetzt werden.

3. Akt

Im 3. Akt kommen drei Elemente ins Spiel:

1. Krise. Hier könnte zum Beispiel der "worst case" mit emotional berührenden Bildern aufgezeigt werden.

2. Wiederholung der Lösung. Die Folie / das Bild / das Beispiel mit der die Lösung am Ende des 1. Aktes aufgezeigt wurde, kann hier wiederholt werden.

3. Schließen der Emotion. Nachdem die Lösung noch mal präsentiert werden, müssen wir dem Zuhörer Gelegenheit geben langsam zum Abspann zu kommen. Das kann durch einen Aufforderungssatz geschehen und endet im besten Fall mit einem einprägsamen bzw. zutreffenden Slogan.


Alexandra rät dazu Präsentationen keinesfalls gleich in Powerpoint/Keynote etc. zu beginnen, sondern das Drehbuch abseits von der jeweils einzusetzenden Technik nieder zu schreiben. Sie macht dies mittels eines Texteditors aus dem sie die einzelnen Elemente anschließend in die Präsentation importiert und anschließend bebildert. Ich werde die Methode Drehbuch und Storyboard auf jeden Fall in einer meiner nächsten Präsentationen ausprobieren. Sie auch? Oder haben Sie andere bzw. ergänzende Ideen?

Montag, 4. Oktober 2010

Apfelernte

Gestern war zugleich Tag der Deutschen Einheit und Erntedanksonntag. Das schönste Wetter des Jahres nutzten wir am Nachmittag, um mit den Kindern die Äpfel im Schlossgarten zu ernten. Schlosskater Charly war mit dabei (sein Bruder Emilio hält sich in letzter Zeit etwas zurück; ihm bekommt der Trubel mit den Kindern im Alter nicht mehr so).

6 große Kisten Äpfel haben wir zusammen bekommen. Daraus werden jetzt Gelees für das Frühstücksbuffet im Schloss und Saft, vielleicht auch der eine oder andere Bratapfel und Apfelkuchen. Wird die Apfelmenge zu viel, können wir sie auch in der Safterei abgeben und bekommen die Lieferung in Naturalien (naturtrübem Apfelsaft) ausbezahlt. Hier die Preisliste der Lohnmosterei Endres in Bergrheinfeld, zu der auch unsere Stammheimer Kindergartenkinder die Äpfel des Kindergarten geliefert haben.

Bald sind dann auch die Quitten dran, die schon gelb im Baum hängen. In unseren Köpfen schwirrte eine Mär man solle Quitten erst nach dem ersten Frost ernten. Eine Recherche im Netz zeigt jedoch auf, dass diese bereits nach dem Farbumschlag von grün auf gelb geerntet werden können, wenn sie sich leicht vom Stiel lösen und keinen Pflaum mehr haben. Die Quitten schnibbelt meine Mutter dann an den Herbstabenden und verkocht sie meist zu einem Kompott, das auch gelegentlich unseren Seminargästen mit Schlagsahne gereicht wird, die dieses oft noch nicht gekannt haben.

Foto: Katharina und Isa bei der Apfelernte

Apple Harvest

Mittwoch, 29. September 2010

Neues Hotelschild

Im Beitrag "Metallkunst für das Schloss" habe ich im Juli darüber berichtet, dass ich ein neues Hotelschild beim Kunstschmied meines Vertrauens, Stephan Nüßlein, bestellt habe. Seit gestern hängt es.

Die Grafik in der Mitte des neuen Schilds habe ich im Freskensaal fotografiert. Sie ziert auch unser aktuelles Briefpapier.

hotelschild-480.jpg

Dienstag, 14. September 2010

Herbst

Es wird wieder kühler. Der Herbst eilt heran. Für den Hotelbetrieb bedeutet dies, dass die Hochzeitsfeiern nun allmählich den Weinfahrten weichen. Schließlich ist der Weinherbst mit einer der schönsten Zeiten, Franken zu besuchen.

Der Mais ist teilweise gehäckselt. Dieser Vorgang dauert jedoch wohl noch eine Weile. Schließlich soll der Nachschub für die Biogasanlage nicht in einem Schwall angeliefert werden.

Mit den Kindern unternahmen wir einen langen Spaziergang zur Weinbergshütte an den Weinbergen zwischen Zeilitzheim, Obervolkach und Gaibach. Auf dem Weg dorthin gibt es eine Senke in der sich die Fischreiher immer ausruhen, zwischen Beutezügen an den nahegelegenen Fischteichen im Volkachgrund.

Die Walnüsse reifen an den Bäumen. Es ist meine liebste Jahreszeit. Zumindest in Franken.

Corn Leaf

Dienstag, 24. August 2010

Die Hochzeit in Schwarz

Neuauflage des Krimidinners



Das Krimidinner am 30. Oktober ist nun schon fast ausgebucht. Deswegen - und weil wir nach 4 Aufführungen des Stücks "Ein Leichenschmaus" unseren Gästen auch ein neues Stück präsentieren möchten, beginnen nun schon die Vorbereitungen für 2011.

Im Jahre 2011 kommt das 2. Stück der Ashtonburry Trilogie der Essener Krimidinnerspezialisten Galadinner zur Aufführung. Jeweils am Samstag, 26. März und am Samstag, 5. November heißt es im Rahmen eines festlichen Dinners im Jagdsaal des Schlosses "Vorhang auf!" für "Die Hochzeit in Schwarz":

Zur Hochzeitsfeier von Cora, der Tochter des verstorbenen Lord Ashtonburry, finden sich Verwandte und Anverwandte auf dem Stammsitz der Familie Ashtonburry ein. Lady Ashtonburry, Coras Stiefmutter, begrüßt die geladenen Gäste im Speisesaal von Schloss Darkwood, einem altehrwürdigen Herrenhaus in Schottland.

Cora Tilling feiert ihre lang ersehnte Hochzeit mit Peter Ross. Einige Familienangehörige sind darüber gar nicht begeistert. Sie setzen alles daran, dem jungen Glück jede Menge Steine in den Weg zu legen. Die Hochzeitsgeschenke sind gespickt mit üblen Verdächtigungen. Was sich im Verlauf des delikaten 4-Gänge-Hochzeits-Menüs abspielt, lässt vielfältige Spekulationen zu.

Wie kam der Bräutigam, der sonst all sein Geld verspielt, so überraschend zu Reichtum? Welches Geheimnis verbirgt die mittellose Braut? Warum lässt der sonst so zuverlässige Pfarrer so lange auf sich warten?

Keine Sorge, bei einer Hochzeit kann ja schließlich niemandem etwas zustoßen! Oder, vielleicht doch?


Der Beginn ist jeweils um 19 Uhr, die Dauer ca. 4 Stunden. Karten sind über unsere Internetseite www.barockschloss.de erhältlich (EUR 69,-- pro Person incl. Menü und Aperitif).

Krimidinner Hochzeit Familie auf Bank_72dpi.jpg

Montag, 23. August 2010

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Gemeinsame Entwicklung des stARTspiels



Über meine neuesten Versuche mich als Amateur-Spieleentwickler zu versuchen habe ich ja hier und hier schon berichtet. Damit hört es aber nicht auf, denn ich mische nun ein wenig am Rande mit bei der Entwicklung eines social-media Brettspiels zur stARTconference.

Das Besondere an dem Projekt: es ist eine Gemeinschaftsarbeit, ein "open-source" Brettspiel, das von den Entwicklern im Netz weiter entwickelt wird und dann in verschiedenen Etappen publiziert / hergestellt wird.

Nach der ersten Brainstormingphase befinden wir uns nun in der Entwicklungsphase des Spiels. Jetzt werden vor allem Spielablauf, Mechanismen und Spielelemente abgestimmt.

Hervorragend moderiert und gebündelt wird dieses im ersten Moment vielleicht chaotische (aber umso kreativere) Vorgehen von Marcel Kerkow von www.okahra.com.

Sicherlich werde ich an anderen bestimmten Meilensteinen wieder vom stARTspiel berichten!

Samstag, 21. August 2010

Bitte rauchen! (im Freien)

Gestern machte ich eine Runde durch unsere Gästezimmer, um nach dem Rechten zu sehen. Dabei fiel mir auf, dass unsere Schilder, mit denen wir unsere Gäste bitten in den Zimmern nicht zu rauchen, schon teilweise etwas unansehnlich sind. Sie sind hier und schon - da auf normalem 80g Papier gedruckt - etwas zerkrümpelt. Auch sacken sie schon in sich zusammen, weil die Falz ausgeleiert ist. Oder Kinder haben drauf gekritzelt (ist ja schließlich fast blankes Papier, das lädt dazu ein).

Mir kam die Idee die selbstgestrickten Schildchen durch selbst gestrickte aber nicht selbst gedruckte Kärtchen zu ersetzen. Anstatt sie mit einer Falz aufzustellen möchte ich die Karten in etwas größerem Format (DIN A7), dafür im Vierfarbdruck (beidseitig) drucken.

Natürlich habe ich auch schon einen ersten Entwurf, den ich hier vorstellen möchte. Auch wäre ich für Ihre Tipps und Meinungen zu diesem Projekt sehr dankbar, insbesondere:

Ich wollte eine negative Formulierung wie "rauchen verboten" oder "bitte nicht rauchen" ausdrücklich vermeiden (das Symbol mit der durchgestrichenen Zigarette sollte "Verbotsschild" genug sein und dient auch dazu, unsere ausländischen Gäste anzusprechen. Ist die Formulierung "bitte rauchen Sie nur im Freien!" genügend freundlich bzw. positiv formuliert? Ist das Ausrufezeichen zuviel?
Ist dieser Satz bzw. das Kärtchen im Zimmer okay für ein Hotel, das in Zimmerprospekt und Website darauf hinweist, dass es ein Nichtraucherhotel ist?
Ist durch das Bild des Arkadenhofs genügend klar, dass dieser (zum Beispiel) mit "im Freien" gemeint ist? Oder verwirrt das nur, so dass man vielleicht denkt, man dürfe im Arkadenhof nicht rauchen?
Wie könnte die Vorderseite des Kärtchens noch gestaltet werden?

Ich habe dann ja noch die ganze Rückseite frei. Ich dachte daran darauf kurz zu erklären, warum wir darum bitten, dass in den Zimmern nicht geraucht werden soll (oder ist das eh schon genügend klar?). Wie könnte dieser Hinweis freundlich formuliert werden? Was könnte noch auf die Rückseite drauf? Name des Hauses / Anschrift? (man ist ja schon dort und zur Mitnahme ist es ja nicht unbedingt gedacht).
Sonst noch Ideen für die Gestaltung der Rückseite?

Mir geht es übrigens nicht darum, den Rauchern das Leben zu vermiesen. Es ist für Nichtraucher nur wirklich recht unangenehm, wenn es in ihrem Schlafzimmer nach Zigaretten riecht.

Meinungen? Ideen?

Freitag, 20. August 2010

Neues zum Schloss-Spiel

"Barockschloss: Das Spiel" ist druckreif



Lange hat es ja wirklich nicht gedauert, bis das Brettspiel zum Schloss von der ersten Idee (bzw. dem Wunsch es zu kreieren) zur Produktionsreife kam. Am 13. August, also vor 7 Tagen, fragte mich Karin Janner, ob ich nicht schnell noch ein Schloss-Spiel zur Präsentation auf der stARTconference in Duisburg entwickeln möchte (ich habe hier im Schlossblog schon darüber berichtet).

Ich begann mit dem Konzept, der Auswahl der Fotos rund ums Schloss und erstellte dann die Druckvorlage für das Spielbrett (das auf flexible LKW-Plane gedruckt wird und somit gerollt verschickt / gelagert werden kann). So wäre das Spiel auch schon ohne große Erklärung spielbar gewesen, aber natürlich muss es also auch eine Spielanleitung geben. Und Hintergrundinformationen zu den Fotos und dem Schloss. Das war also das nächste Projekt

Heute habe ich die Druckvorlage auf das shop-portal von spieltz.de hochgeladen (dieser Bereich ist für Publikum noch geschlossen, soll aber bald freigeschaltet werden). Eine Vorabansicht des Spielbretts in niedriger Auflösung habe ich unten eingefügt. Das ganze Spiel mit Anleitung und Beiheft gibt es dann am 9. und 10.9. September 2010 auf der stARTconference in Duisburg zu sehen bzw. ist dann auch im Spieltz! shop erhältlich.

Ich danke dem Spieltz! Team um Karin Janner, das mich nett und kompetent (wie es sich im social web eben gehört) durch diesen Vorgang geleitet hat. Danke auch an Maria Shipley, die mir die Idee mit dem Leiterspiel als Basis für das Schloss-Spiel gab.

Überhaupt finde ich die Idee eines "on-demand" Spieleshops faszinierend. Man denke an die unendlich vielen Möglichkeiten Spiele für jede noch so kleine Nische zu entwickeln. Lehrer/innen könnten Spiele entwickeln, die zu ihrem Fach oder besonderem Interessensgebiet Wissen eben spielend vermitteln (mit Abbildungen mit lokalem Bezug, oder personalisiert auf ihre Bildungseinrichtung etc. - das erhöht die Identifikation der Schüler mit Spiel). Musiker und Künstler könnten Spiele entwickeln, die Menschen spielerisch an ihre Kunst heran bringen. Und und und...

Dienstag, 17. August 2010

Aganpanthus

Der Agapanthus blüht nun um den Brunnen im Arkadenhof herum. Das mühsame rein, raus, herum, wieder rein und raus und nochmals herum Tragen im Winter bzw. in den in diesem Jahr nicht so zuverlässigen "Frühsommer" Monaten hat sich also gelohnt.

Die blaue Blütenpracht täuscht darüber hinweg, dass es hier derzeit richtig kalt und nass ist. Das nützt dem Rasen im Schlossgarten leider auch nicht mehr viel, da schon teilweise verbrannt. Egal. Das ist das schöne an der Natur: alles wiederholt sich wieder. Man muss nur warten.

Im Hotel ist der Besuch zur Zeit recht international. Das freut mich immer besonders, zumal ich ja nicht (mehr) viel in der Welt umher komme. Da ist es schön, wenn einem die Welt ins Haus kommt.

Blue

Samstag, 14. August 2010

Schloss Zeilitzheim: Das Spiel

Schön länger trage ich mich mit dem Gedanken für das Schloss ein Brettspiel zu entwickeln. Verdichtet haben sich diese Pläne als Karin Janner, die Kulturmarketingberaterin und Co-Organisatorin der stARTconference, auf der ich im September sprechen werde, mit Spieltz eine online Plattform für Spieleentwickler ins Leben gerufen hat. Das Konzept ist genial: als Spieleentwickler entwirft man ein Spiel und spieltz.de produziert und vertreibt es für einen ab Herbst diesen Jahres über ein online-shop.

Doch wie es oft so ist mit Plänen und Ideen: sie rutschen in den "Irgendwann-Ordner". So war es ein Glücksfall, dass Karin mir vor Kurzem anbot für ihren im Rahmen der stARTconference geplanten Messestand für spieltz.de ein Spiel zu produzieren.

Ein Glücksfall, aber auch eine Herausforderung, denn es bleibt nicht mehr viel Zeit bis zur stART und gedruckt werden muss das Teil ja auch noch (auf flexible LKW-Plane). Also: gleich ran an die Gedankenarbeit gemacht.

Und zum Glück gibt es die kollektive Intelligenz des Netzes. Denn so bekam ich innerhalb der ersten 12 Stunden der Planungszeit schon einen hervorragenden Vorschlag für das Grobkonzept des Spiels: über Facebook hat mir Maria Shipley den Vorschlag gemacht, das Spiel auf der Basis des mir aus meiner Kindheit in Schottland gut bekannten Spiels "Snakes and Ladders" (zu Deutsch "das Leiterspiel") aufzubauen. Mit dieser Idee konnte ich mich sofort anfreunden, auch weil es eine Spielform ist, die ohne zusätzliche Karten auskommt (ein Spiel mit Karten würde die Produktionszeit nämlich deutlich verlängern).

Gestern kam ich dann auch schon recht weit, was die Skizzierung erster Ideen und eingebundener Bilder betrifft. Sicherlich wird es kein Spiel sein, das einen Massenmarkt findet, doch diejenigen, die das Schloss kennen, werden sich, denke ich, daran erfreuen. Das ist nämlich auch die Stärke des Geschäftsmodells von Karin Janner: man kann das Spiel dann im "on-demand" Verfahren bestellen, das heißt schon aber einem bestellten Stück wird produziert.

Vielleicht sehen wir uns ja auf der stARTconference am 9. und 10. September in der Mercatorhalle in Duisburg! Dann könnt Ihr das fertige Spiel bei Karin Janner begutachten.

Let's Play

Donnerstag, 12. August 2010

Sibylle von Halem

Neue Online Präsenz meiner Schwester



Heute ging die website meiner Schwester, der Künstlerin Sibylle von Halem, online. Unter http://www.sibyllevonhalem.eu sind aktuelle und frühere Projekte beschrieben und bebildert.

Bitte seht Euch die Werke auf Sibylles Seite an und empfehlt sie in kunstinteressierten Kreisen weiter!

Für den Schlosshof bei uns in Zeilitzheim hat sie 1991 den Brunnen aus Sandstein geschaffen, der in diesem Video zu sehen ist:

Freitag, 23. Juli 2010

The Sound of... Folk Camp

Internationales Volkstanztreffen im Schloss Zeilitzheim



Der letzte Freitag im Juli ist traditionell der Beginn des jährlichen "Folk Camps" im Schloss. Das ist nun schon seit über 25 Jahren so. Manche der Camper der "ersten Stunde" sind auch immer noch dabei. Das nenne ich Kontinuität!

Worum geht es beim Folk Camp eigentlich? Als Beobachter, aber nicht als Teilnehmer über die Jahre habe ich natürliche eine aus diesem Blickwinkel beeinflusste Sicht: Jahr für Jahr werden oft immer wieder gleiche Lieder auf der Quetsche von immer wieder neuen Nachwuchskünstlern eingeübt. Das kann eine Woche lang auch ein wenig nerven. Für mich bildet dieser Geräuschpegel von Unterhaltung derer, die im Arkadenhof an den Biertischgarnituren sitzen, der immer gleichen Melodien und das ständige Rauschen der Getreidegebläse der Nachbarn aber auch eine unverwechselbare, fast nicht mehr weg zu denkende in Geräusch dargestellte Identität dar.

Im Gewölbekeller üben die "Folkies" verschiedenste Tänze, auch die englischen "Morris Dances" mit Stöcken, die aneinander geschlagen werden. Dieser Ton gehört auch zum Folk Camp, genau wie das Gelächter und die Unterhaltung, die deutlich abnimmt, sobald die Mahlzeiten im Hof serviert werden.

Der Arkadenhof und die Wiese des Schlossgartens gleichen einem lustigen Zigeunerlager. Auf der Wiese stehen die Zelte der Camper. In der "Kelterküche" wird gekocht. Im Arkadenhof wird gespült und wie eine bunte Fahne die vielen Küchenhandtücher zum trocknen aufgehängt. Morgens und abends sieht man die Camper mit ihren Zahnbürsten und Handtüchern sandaliert die Gartenwege auf und hinab wandern auf ihrem Weg zur Toilette. Aus den Zelten hört man nachmittags die jugendlichen Rufe von "Mau!" und "Mau Mau!".

Ein Höhepunkt des Folk Camps ist immer der öffentliche Abend am Mittwoch im Gewölbekeller. An diesem dürfen unter fachlicher Anleitung auch die Besucher mitmachen. Aus dem Dorf kommt immer eine treue, aber sehr kleine Schar von Tänzern und Beobachtern hinzu. Auch die jüngere Dorfjugend traut sich zu diesem Anlass auch meist zu kurzen Blicken und Gekicher in den Gewölbekeller.

Wirklich Neues bringt das Folk Camp, zumindest aus meiner Sicht als Betrachter, von Jahr zu Jahr nicht. Aber vielleicht liegt gerade darin seine Stärke. Die Teilnehmer, die schon öfter dabei waren, wissen, was auf sie zu kommt. Sie wissen vorab, welche Aktivitäten an welchen Tagen geplant sind. Das hilft sicherlich auch, die "Neuen" zu integrieren. Aufgaben sind klar definiert. Jeder findet sich auf den verschiedenen Dienstplänen wieder. Und die Kontinuität schafft auch einen verlässlichen Rahmen für langjährige Freundschaften. Ganze Familien (inklusive unserer eigenen, am Rande) haben wir mit dem Folk Camp aufwachsen sehen.

Keith, der treue "Warden" über viele Jahre (zuständig für Organisatorisches) ist in diesem Jahr nicht dabei wegen der Hochzeit eines seiner Söhne, die auch mit und auf dem Folk Camp aufgewachsen sind. Aber Inga, die diesen Posten in diesem Jahr ausübt, ist genauso erfahren.

Ich werde das Folk Camp wieder beobachten. Vielleicht gibt es in diesem Jahr ja auch mal etwas Neues zu berichten! Dann werde ich das hier im Schlossblog tun.

Hats

Donnerstag, 22. Juli 2010

Audioblogbeiträge im Schlossblog

Nein, ich habe kein iPhone. Aber, ja, ich kann ja jetzt Audioboos mit dem iPad aufzeichnen und online stellen. Und hier einbetten. Daher gleich mal ein erster Test. Man erreicht diese "boos" künftig unter http://audioboo.fm/barockschloss

Listen!

Montag, 19. Juli 2010

Der musicalische Quack-Salber

Aus der "satyrischen Feder" Kuhnaus



Am Freitag, 24. September findet unsere Veranstaltung zu Ehren des 350. Geburtstags Johann Kuhnaus statt. Das ist zwar noch eine Weile hin, aber die Nachfrage nach detaillierteren Informationen nimmt schon jetzt zu. Der Schatzmeister unseres Förderkreises, Thomas Kerzel, Musiklehrer am Celtis-Gymnasium in Schweinfurt, hat dieses Programm erarbeitet:

Johann Kuhnau war der Amtsvorgänger von Johann Sebastian Bach als Thomaskantor in Leipzig, ein hochgebildeter, hochgeschätzter und äußerst vielseitiger Mann. Er war Kantor, Komponist, Schriftsteller, Jurist, Sprachgelehrter. Für die Neubesetzung der Stelle nach seinem Tod galt Bach dem Rat der Stadt Leipzig als „zweite Wahl“.

Kuhnaus Geburtstag jährte sich am 5. Juni 2010 zum 350. Mal. Aus diesem Grund hat Thomas Kerzel eine frühere Entdeckung hervorgeholt: den Roman aus seiner, wie Kuhnau selbst sagte, „satyrischen Feder“ mit dem Titel „Der musicalische Quack-Salber“.

Der Titelheld Caraffa, der seine musikalische Ausbildung standesgemäß in Italien genossen haben will, blamiert sich in dem 54 Kapitel umfassenden Roman ein ums andere Mal, bekommt einen Prozess wegen des zwangsläufig ausbleibenden Erfolgs seines Kompositionsunterrichts an den Hals, begegnet einem „losen Stäncker“, verpasst ein Liebesabenteuer, weil er in seiner Tollpatschigkeit die Verführungskünste einer verheirateten Edelfrau nicht versteht, wird aber am Ende durch „wohlgemeynte Lehr=Sätze“ eines Pfarrers „geläutert“.

Die musikalische Seite Kuhnaus repräsentieren die „Biblischen Sonaten“ für „Clavier“, worunter man damals die Tasteninstrumente zusammenfasste, also Cembalo und Orgel. Sechs bildhafte und plastische biblische Geschichten hat Kuhnau in seinen Kompositionen sinnfällig in Musik gesetzt und jeweils in einem prägnanten Vorwort, das in unserem Konzert den Hörern dargeboten wird, ihre Inhalte erläutert. Maria Plett, Konzertpianistin und als Klavierlehrerin Kollegin von Thomas Kerzel am Celtis-Gymnasium, spielt auf dem heutigen „Clavier“, dem Flügel, eine Auswahl daraus mit den Titeln „Der Streit zwischen David und Goliath“, „Der von David vermittelst der Music curierte Saul“ und „Jacobs Heirat“.

Passend zur italienischen Hochstapelei Caraffas erklingt auch Bachs „Italienisches Konzert“, das wird alle Musikfreunde freuen, ob sie Caraffa oder Kuhnau kennen oder nicht.

Zum Kulturprogramm des Schlosses: http://www.barockschloss.de/Jahrespr.htm

Video: Johann Sebastian Bachs "Italienisches Konzert"




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Mittwoch, 14. Juli 2010

Erfrischung für Leib, Geist und Seele

Ideen für eine kühlende Sommertagestour gesucht!



Die Tage dieses Sommers sind heiß. Die Straßen sind tagsüber wie leer gefegt. Vielen ist es einfach zu heiß um sich in heißen Blechdosen fort zu bewegen und auf dem Hitze abstrahlenden Asphalt zu laufen. Dennoch kommen Gäste, die ihren Urlaub von langer Hand geplant hatten, trotzdem zu uns ins Frankenland nach Zeilitzheim und wollen etwas erleben. Deshalb kam mir heute eine Idee für einen Tagesausflugsvorschlag für unsere Gäste: die "kühlende Sommertagestour".

Die Idee dahinter: welche Orte kann man möglichst in der Nähe Zeilitzheims besuchen ohne seine letzten Hirnzellen dem Sonnengott zu opfern und dennoch etwas zu erleben? Welche Orte / Aktivitäten sollten in einer solchen Tagestour enthalten sein? Start und Endpunkt ist das Schloss, ist ja klar, denn hier sind die Reisenden ja hoffentlich auch untergebracht! ;-)

Es folgen die ersten Ergebnisse meines Brainstormings, teilweise noch ohne konkrete Inhalte. Ich bin nämlich auch an den Ideen meiner Blogleser interessiert. Wer mir (per Kommentar, twitter, email, XING, Facebook etc. - nur bitte kein Fax!) Ideen für die noch zu veröffentlichende "kühlende Sommertagestour" schickt wird am Ende dieser genannt (falls er/sie dies wünscht, natürlich sind anonyme Kommentare oder Ideen ohne Quellenangabe auch möglich).

Also. Das Brainstorming. Kühlen... was kühlt Leib, Geist, und Seele?

Ist es wirklich sehr heiß empfiehlt sich natürlich ein früher Start in den Tag. Wer esoterisch veranlagt ist oder einfach gerne naturnah lebt könnte noch vor dem Frühstück eine Yoga oder Tai Chi Übung barfuß im noch taunassen Gras des Schlossgartens machen. Das Frühstück ist danach sicher ein besonderer Genuss. Und es bildet eine wichtige Grundlage für den Tag. Natürlich sollte man den Tag über auch ausreichend Flüssigkeiten (bevorzugt Wasser) zu sich nehmen.

Fortbewegen könnte man sich ohne große Kraftanstrengung auch mit einem E-Bike. Diese elektrischen Fahrräder kann man sich inzwischen in unserer Region an verschiedenen Stellen ausleihen. Akkuladestationen gibt es auch. Über das Projekt "Movelo-Region Main Rhön" werde ich noch ausführlicher berichten.

Es sollten bei der Tagestour mehrere Stationen dabei sein, an denen der träge Wanderer mal seine nackten Füße in möglichst kaltes Wasser hängen lassen kann. Ohne dabei verachtende Blicke von den Einheimischen zu bekommen. Ein Schwimmbad oder Badebesuch sollte natürlich auch auf dem Programm stehen. Für die Naturnahen bietet sich hier der Mainarm bei Fahr oder die Baggerseen bei Sennfeld an. Für den klassischen Badespaß: die Freibäder in Volkach oder Gerolzhofen (es gibt weitere große "Wellnessoasen" in der Region, aber wir wollen ja nicht zu lange im Auto sitzen).

Einkehren sollte man zwischendurch auch können. An einem kühlen, schattigen Ort wo es leichte regionale Kost gibt. Oder an mehreren solchen Orten! Leider kenne ich noch keinen Ort an dem der von Kati neulich ausprobierten Kohlrabisalat serviert wird. Dieser knackige Salat aus geraspelten Kohlrabis mit etwas Zitronensaft, Salz und Pfeffer (wahlweise etwas Wasser oder Joghurt dazu geben) ist sehr erfrischend.

Pflichtprogrammpunkt: Eiskrem. Ganz klar. Nicht jedes 08/15 Eis sollte es sein, kein Ed v. Schleck aus der Supermarkttruhe. Lieber ein fruchtiges Sorbet, ein Lavendel- oder Silvanereis oder ein anderer regionaler Geheimtipp. In Röthlein gibt es zum Beispiel das im biologischen Anbau gefertigte Bauernhofeis der Familie Götz. Kati hat von dort heute frischen Dill und Gurken (auch ein Frischegeheimtipp) sowie einen Becher Johannisbeersorbet mitgebracht. Lecker!

Kunstgenuss in kühlen Mauern: Museen sind meist angenehm kühl. So auch das Museum Georg Schäfer in Schweinfurt. Hier lässt sich daher die Kunst (Schwerpunkt 19. Jahrhundert) angenehm betrachten. Vielleicht lässt sich ja eine "Kühle Kunsttour" durch das Museum vorbereiten? Eine Farbe, die mit kühl assoziiert wird ist zum Beispiel Blau. Oder Gelb (erfrischend). Das ganze ließe sich zu einer interaktiven, wachsenden Schnitzeljagd ausbauen: jeder, der daran teil nimmt, könnte seine drei Lieblingsbilder aus dem Museum zum Thema "kühl und erfrischend" auf einer Pinnwand posten und schildern, warum er diese gewählt hat. Das "Mädchen mit einer Schüssel Kirschen" von Otto Scholderer, 1882, das das Plakat zur aktuellen Ausstellung "Meisterwerke der Portraitkunst" ziert, finde ich zum Beispiel, der Kirschen wegen, recht erfrischend.

Der Ausklang kann ja in den kühlen Mauern des Schlosses sein oder im bis dahin abgekühlten Arkadenhof oder Schlossgarten. Es muss ja nun auch nicht mehr Auto gefahren werden, also bietet sich ein oder mehrere Gläser eines frischen Sommerweines dazu an. Natürlich habe ich dazu auch schon einen konkreten Vorschlag.

Diese Tagestour möchte ich also noch ganz konkret mit Reiseinformation, Anschriften, Preisen, Geheimtipps etc. ausarbeiten. Vielleicht haben aber auch die Blogleser noch Ideen für mich, entweder in Form konkreter Vorschläge derer, die die Region kennen, oder einfach struktureller Natur als Ergänzung meines "Kühle" Themas. Ich freue mich auf die Zuschriften!

Die LandWirt'n

Montag, 12. Juli 2010

Metallkunst für das Schloss

Heute war der Metallkünstler meines Vertrauens, Stephan Nüßlein, mit seiner Frau Petra im Schloss zu Besuch. Ich hatte ihn vor einiger Zeit beauftragt einen neuen Ausleger für das Hotel zu fertigen. Und weil er wirklich ein Künstler ist und viele Projekte hat und ich auch keinerlei Eile mit diesem Projekt habe, habe ich ihm auch keine Frist bzw. Wunschdatum für die Fertigstellung des Projekts gegeben. Wichtiger ist mir, dass die Idee in ihm und mir reift und gedeiht. Es sollte keinerlei Termindruck geben. Umso schöner ist es dann, wenn man "aus heiterem Himmel" einen positiven Zwischenbericht und erste sichtbare Ergebnisse bekommt.

Stephan hat mir per maßstabsgetreuer Skizze gezeigt, wie der Ausleger aussehen soll. Zur Befestigung (Ort, Höhe, Entfernung von der Hauswand) hatte er noch einige zusätzliche und neue Ideen, die ich bisher noch gar nicht berücksichtigt hatte. Aber deswegen ist es ja wichtig, dass man sich Fachleute ins Haus holt.

Ich zeigte ihm dann noch meine Idee einer neuen Grafik für das Schild, die auch schon unser neues (aber noch nicht im Einsatz befindliches) Briefpapier ziert und auch auf Fahnen gedruckt werden soll. Stephan und Petra fanden die Idee der Einbindung dieser Grafik gut. Wir haben diese Grafik auf dem iPad noch etwas etwas gestutzt und auch bei der Farbe wird es wohl noch Änderungen geben. Man darf gespannt sein... ich werde das Rätsel jedoch hier im Blog noch auflösen und das fertige Ergebnis noch vorstellen.

Vorerst verweise ich ich auf das noch vorhandene, ganz nette aber etwas biedere und schon rostige Schild mit der Aufhängung "von der Stange". Hier ein Foto:

Hotel

Sonntag, 11. Juli 2010

Hitzefrei!

Bis vor Kurzem drehte sich alles nur noch um den Fussball. Bis die deutsche Mannschaft das Halbfinalspiel verlor. Mit deutlich reduzierter Begeisterung schaute man dann noch das Spiel um den 3. Platz, das aus fussballerischer Sicht einen für die WM ungewöhnlich hohen Unterhaltungswert hatte. Nach dem heutigen Abend ist die WM ohnehin vorbei. Da dreht sich alles *nur* noch um die Hitze.

Als es bis Mai und teilweise Juni noch so furchtbar kalt war, sagte ich allen, die es hören wollten: "wartet's ab: es wird bestimmt der heißeste Sommer seit 2003!". Ich fürchte ich habe Recht behalten mit meiner Vorhersage. Alles stöhnt und flucht über die Hitze. Air Conditioning kennen wir ja - bis auf in Einkaufspassagen und C&A Läden - in diesem Land noch kaum. Ich finde es ja mal eine ganz nette Abwechslung. Es ist ähnlich den Sommern im südlichen Colorado, da auch nicht so feucht. Des Nachts schlafe ich statt Bettdecke mit einem Laken, genau so wie 1994/1995 in Haiti, als ich dort im Rahmen eines UNO Blauhelmeinsatzes mit einem Cavalry Regiment der U.S. Army über ein halbes Jahr (oder war es ein Jahr? Die Erinnerung verblasst) im "War Eagle Base" in Port au Prince im Zelt lebte. Doch dort herrschte eine solch hohe Luftfeuchtigkeit, dass man durch die Luft regelrecht hindurch watete. Und die Malariamücken und Tsetsefliegen waren eine Plage, die ich hier im biederen und sicheren Deutschland nicht misse.

Es ist also durchaus angenehm, diese Hitze, vor allem in den kühlen Mauern des Schlosses. Und am Abend kühlt es ja wieder ab, so dass man bequem im Garten oder Arkadenhof sitzen kann. Ein frisches Weinschorle oder ein Sommerwein wie der spritzige Silvaner der Winzergruppe "der franke" hilft dabei.

Auf den Sommer!

Just Before Harvest

Samstag, 3. Juli 2010

Theater im Schloss: "Arsen und Spitzenhäubchen"

Am Freitag, 9. Juli 2010 gastiert um 20.30 Uhr das Theater an der Disharmonie (Schweinfurt) mit dem Stück "Arsen und Spitzenhäubchen" in unserem Schlosshof. Es sind noch Karten zu haben (EUR 17,--). Informationen zum Stück sowie aktuelle Fotos aus dem Schlossgarten im Juli-Rundschreiben. Es lässt sich bei scribd.com übrigens auch als PDF Datei herunterladen.

1007 Rundschreiben Schloss Zeilitzheim

Freitag, 2. Juli 2010

Der Schlossgarten Anfang Juli

Beitrag von Marina von Halem:

Die kalte, regnerische Zeit, die man kaum Frühling nennen konnte, ist vorbei. Sie hatte den Vorteil, daß ich viel pflanzen konnte und Stauden, die zu dicht standen, umgepflanzt habe, und sie wuchsen wunderbar an. Die Katzenminze hatte sich selbst ausgesamt im Kies des Hofes. Die kleinen Pflänzchen decken nun kahle Stellen in den Staudenbeeten. Rittersporn, Spiree und Baumpeonie habe ich gekauft, aber sonst habe ich nur Pflanzen, die sich im letzten Jahr selbst ausgesamt hatten (Sommerrittersporn, Kapuzinerkresse, Schleierkraut, Jungfer im Grün und Mohn) freigehalten von der überwältigenden Kraft der viel zu vielen Ringelblumen.

Mit Macht ist nun der Sommer hereingebrochen mit flimmernder Hitze und leuchenden Farben. Rittersporn und Malven stehen neben rot glühenden Rosen. Auf den Blättern des üppig gelb blühenden Frauenmantels sammeln sich am Morgen Wassertropfen als glitzernde Kristalle. Die Blütenwogen der alten Rosensorten mit dem wunderbaren Duft, weiß oder rosa blühend, gehen zurück, aber die Rosen im Hof - besonders meine Lieblingsrose New Dawn - blühen überschwenglich und reichen bis ans Gesims des ersten Stockwerks. Die Amseljungen im Nest der New Dawn sind schon ausgeflogen, aber die Rotschwänzchenjungen sitzen noch in der Mauerluke hoch oben im Durchgang zum Garten und werden mit großem Stimmaufwand der Eltern gefüttert. Die Kater Charlie und Emilio liegen träge und scheinbar unberührt auf den heißen Steinstufen zum Garten - sie sind nun schon etwas betagt und die Trauben hängen zu hoch.

Nun warte ich noch auf die Phloxblüte und die der hohen weißen japanischen Anemonen in den Beeten und die großen blauen Blütenkugeln der Agapanthas in den Trögen im Hof. Acht große Tröge, dichtbepflanzt, haben wir nach Teilung im Herbst gut überwintert. Aus der Fülle des Blattwerks strecken sich die ersten Blütenstengel empor. Auch die aus Ablegern selbst gezogenen Geranien haben den Winter gut überstanden und blühen leuchtend rot.

Im Garten hatten wir neulich ein Picknick und die Lesung eines uns befreundeten Autors, Dr. SuitbertHoffmann. Am Freitag, 9. Juli verwandelt sich der Innenhof in eine Bühne: Dort wird der alte Krimi "Arsen und Spitzenhäubchen" gespielt.

Mittwoch, 30. Juni 2010

Lavendelblüte

Der Lavendel im Schlossgarten steht nun in voller Blütenpracht. Weitere Bilder vom Lavendel und vom Schlossgarten im Allgemeinen gibt es in diesem Album bei flickr (bis ganz nach unten rollen für die neuesten Bilder.

White On Lavender

Mittwoch, 16. Juni 2010

Treffen der Gleichgesinnten

In Kürze treffen sich die Mitglieder des Schloss-Förderkreises wieder zur jährlichen Mitgliederversammlung. Es können natürlich nicht alle Mitglieder kommen, zumal der als gemeinnützig anerkannte Verein Mitglieder in aller Welt hat.

Bei den Mitgliedern des Förderkreises handelt es sich um eine Gruppe Kultur- und Denkmalinteressierter Menschen, die die kulturellen Veranstaltungen im Schloss, aber auch die Wiederherstellung und Erhaltung des historischen Baudenkmals Schloss Zeilitzheim, ideell und finanziell unterstützen. So ist das jährliche Treffen mit Mitgliederversammlung nicht nur ein bürokratischer Akt, sondern auch ein schönes Wiedersehen und ein Anlass zum Austausch untereinander. In diesem Jahr kommen wir nach der Versammlung zu einem gemeinsamen als "potluck" bestrittenen Picnic im Schlossgarten zusammen. Anschließend wird uns der langjährige Freund der Familie und des Hauses, Dr. Suitbert Hoffmann, aus seinen neuesten Texten lesen.

Allen Mitgliedern, Freunden und Förderern des Schlosses und des Förderkreises sage ich hiermit schon herzlich "Dankeschön!" für die Unterstützung. Ich freue mich auf ein Wiedersehen bei der Mitgliederversammlung, zu der wir bereits schriftlich eingeladen haben.

Montag, 10. Mai 2010

Weinbau- und Wetterbericht aus Franken

Es ist zwar erst Mitte Mai, aber ich denke das Jahr wird insgesamt als das "kalte Jahr" und als das "Jahr der Aschewolke" in Erinnerung bleiben. Mal sehen, was es sonst noch so bringt.

Der viele Regen hat nach dem Düngen des Rasens im Schlossgarten jedoch gut getan. Auch die vielen neu gesetzten Pflanzen haben den Niederschlag gefreut. Gerade die Winzer waren sehr erfreut darüber.

Im aktuellen Weinbaufax des Weinbaurings Franken vom 6. Mai heißt es: "Auch wenn es kühl war, ist die Entwicklung bei den Reben weiter fortgeschritten. In den meisten Wein- bergen sind 1 bis 4 Blätter entwickelt. Der Austrieb ist aber nicht immer gleichmäßig. Teilweise sind selbst an einer Rute Knospen mit vier Blättern bzw. im Wollestadium zu sehen. Nach einem kühlen Wochenende ist erst für die nächste Woche wieder mit wärmeren Tagen zu rechnen. Die Zweifel an größeren Niederschlagsmengen bleiben bestehen. Noch zehren die Reben von der Feuchtigkeit im Unterboden."

Die erhoffte wärmere Woche hat nun bereits begonnen. Allerdings ist es noch ziemlich kalt und ungemütlich in Weinfranken. Und die "Gestrengen Herren" um den 12. Mai herum stehen uns nun unmittelbar bevor. Einige Frostschäden hat es bereits gegeben, wie es im Weinbaufax weiter heißt: "Mit dem fortschreitenden Wachstum mehren sich auch die Meldungen über Frostschäden, denn sie werden jetzt richtig offenkundig. Vor allem früh austreibende Sorten bzw. stark wüchsige Anlagen sind stärker betroffen. Es ist nicht ganz klar, ob es sich dabei um Schäden durch Winterfrost oder Spätfrost im April handelt. Wichtig ist jetzt allerdings, nicht zu früh auszubrechen und vorhandene Frostruten noch nicht abzuschneiden. In ein bis zwei Wochen kann dann endgültig entschieden werden, welcher Trieb stehen bleiben soll."

Dem Laien eröffnen diese Zeilen nur andeutungsweise, welche Kunst der Winzer im Weinberg vollbringen muss.

Fresh Tulip


Foto: Rosa Tulpe nach dem Regen im Schlossgarten.

Samstag, 8. Mai 2010

Hochzeitsfotos im Schloss

Das unter folgendem Link dargestellte Brautpaar schickte uns auch eine schöne Fotokarte vom Fest bei uns im Schloss. Neulich waren die beiden plötzlich zum 6-monatigen Hochzeitsjubiläum mal wieder im Schloss, während ich gerade mit der Gartenarbeit beschäftigt war. Es ist immer wieder schön, wenn Gäste, die bei uns wichtige Familienfeste feiern, den Kontakt zu uns und dem Schloss aufrecht erhalten!

Die Fotos (auch vom Freskensaal und der Feier in der Remise) bei Riess-Photography im Blog: http://www.weddingphoto-riess.com/blog/die-hochzeit-von-tatyana-und-andre-auf-schloss-zeilitzheim/

Das im Artikel erwähnte und in den Fotos gezeigte Vorhängeschloss hängt übrigens noch immer an der Zeilitzheimer Volkachbrücke. Es fiel mir kürzlich bei einem Spaziergang mit den Kindern auf. Hoffentlich bleibt es auch jetzt, wo ich dies schreibe, noch länger dort. Der Schlüssel dazu ist jedenfalls wohl für immer im Volkachgrund begraben. Wenn er nicht schon im Main gelandet ist. Ein nettes Brautpaar, ein tolles Fest und sehr schöne Bilder.

Donnerstag, 6. Mai 2010

Endlich Regen

Endlich regnet es mal ordentlich. Das haben die Pflanzen im Schlossgarten und der frisch gedüngte Rasen im Barockgarten jetzt gebraucht.

Am Nachmittag war ich in der Vinothek in Iphofen. Hier wurden wir Mitglieder des Vereins Gästeführer Weinerlebnis Franken für neu geplante Broschüren und die gemeinsame Internetseite fotografiert.

Gerade hat es mal aufgehört zu regnen. Ich werde also nun in den frisch vorbereiteten Boden die Borretschsamen säen.

Tulips

Montag, 3. Mai 2010

Ein Spaziergang am Eulenberg

Jetzt, zur Obstblüte, ist es besonders schön am Zeilitzheimer Eulenberg (ausgesprochen: Allaberch). Hier treffen saftige Wiesen im Volkachtal auf blühende Obstbäume auf den Wiesen am Hang des Hügels und Ackerflächen auf der Anhöhe. Die Ackerflächen sind umgepflügt. Das zaghaft keimende Getreide vermag es noch nicht die Brauntöne aus den Flächen zu vertreiben. Die Wiesen im Tal blühen jedoch kräftig gelb von Löwenzahn. In der Ferne verleiht vereinzelt Raps der wogenden braunen Landschaft gelbe Inseln.

Zeilitzheim

Der Blick gen Westen haftet an der Kapelle auf dem Gaibacher Kapellenhügel, dahinter die Konstitutionssäule. Zur anderen Seite des Hügels öffnet sich der Blick auf den See und die Fischteiche der Obervolkacher Fischzucht Gerstner. Bis hinauf auf den Eulenberg ist das eifrige "Konzert" der im Wettbewerb stehenden Frösche aus dem Tal zu hören. Hinter Dickicht versteckt vermutet der Eingeweihte beim Blick ins Tal die Lohmühle an der Volkach.

Fertile

Ein Blick zurück auf das Dorf Zeilitzheim im Tal bietet ein Meer von roten Ziegeldächern. Das größte Dach ist das des Schlosses, das wie ein Klotz am Ortsrand steht und seine Schönheit erst so richtig beim Betreten, vor allem auch des Gartens, offenbart.

Eulenberg

Der Spaziergang zurück auf dem Feldweg auf der Anhöhe führt an der Ziegelei des Dorfes und dem Damwildgehege vorbei. Der Nussbaum am Wegesrand schwächelt seit einigen Jahren, bringt aber noch kleine wohlschmeckende Nüsse hervor, die im Herbst beim Passieren in geringen Mengen dem Mundraub geopfert werden.

Unsere Kinder kennen schon die geheimen Trampelpfade, über die man abkürzend den Gänsewasen erreicht, entlang an weiteren Nussbäumen am Hang. Der "Ziegeleihund" begleitet uns ein Stück.

Freitag, 30. April 2010

Von Bärlauch bis Waldmeister

Kräutergarten des Schlosses auf Vordermann gebracht



Für dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, mich besonders um den Kräutergarten des Schlosses zu kümmern. Er soll seinem Namen wieder Ehre machen.

So begann ich mit dem Vorbereiten der 13 durch kleine Buchshecken umrandete Felder. Zuerst galt es das Unkraut zu entfernen, dass den Kräutern Licht und Nahrung nimmt. Dies ist natürlich eine fortwährende Aufgabe...

Gestern pflanzte ich dann einige Kräuter neu an. Nun ist der Kräutergarten bestückt mit folgenden Kräutern (und einigen, die ich noch nicht identifiziert habe):

Heiligenkraut, Wermut, Waldmeister, Salbei, Basilikum, Oregano, Majoran, Rosmarin, Lavendel, Kerbel, Bohnenkraut (in 3 verschiedenen Varianten), Liebstöckel, Schafgarbe, Zitronenmelisse, Pimpinelle, Petersilie, Schnittlauch, Beinwell, Sauerampfer (2 verschiedene Sorten), Rauke, Lungenkraut, Bärlauch.

Nun sollen die kleinen Pflanzen wachsen und gedeihen!

Einige Kräuter fehlen jedoch noch, zum Beispiel: Pfefferminz, Borretsch und Estragon. Und vielleicht finde ich noch ein paar Ecken für zusätzliche Kandidaten. Auf der Facebookseite des Schlosses werden jedenfalls schon eifrig Vorschläge gesammelt.

Meine Mutter hat schon kleine Porzellanschildchen mit den Namen der Kräuter bemalt, die dann noch gebrannt werden und dann auf Holzstäbchen montiert in den Boden gesteckt werden.

Kräuter.jpg

Foto: Beet 10 von 13 mit Blick auf Oregano, Thymian, Majoran und dem bereits zurück geschnitten Sauerampfer.

Freitag, 23. April 2010

Aus dem Schlossgarten

Beitrag von Marina von Halem:

Ich bin begeisterte Hobby-Gärtnerin. Schließlich wurde der ganze Garten nach eigenen Plänen und unter Mithilfe vieler Jugendlicher angelegt. Jetzt, Anfang April, blühen die Osterglocken üppig, ein paar Leberblümchen haben sich von ganz allein eingefunden und unter Büschen ausgebreitet. Die Schneeglöckchen- und Winterlingspracht ist vorbei. Andere florale Gäste fühlen sich im Rasen der vier von Buchsbaum umsäumten Carrées wohl: eine Heerschar weißer und blauer Veilchen, und die Tulpen gehen gerade auf. Die kleinen Wildtulpen die ursprünglich aus Persien kommen und die Ahnen aller Tulpen sind, tun sich immer noch etwas schwer in meinem Garten, während die Lilien- und die Rembrandt-Tulpen gedeihen und mich ständig an das ungewöhnliche und eigenständige Leben der Maria Sibylla Merian erinnern. Nach ihr ist auch eines unserer Gästezimmer benannt.

Sea of Flowers

Samstag, 17. April 2010

Liebstöckel

Aus dem Kräutergarten des Schlosses



Jetzt im April gedeiht der Liebstöckel im Kräutergarten des Schlosses. Die noch hellgrünen Triebe sind zart, aber schon sehr aromatisch. "Maggikraut" wird es oft genannt, weil es einen sellerieartigen Geschmack hat, der an das Aroma der Maggi-Würze erinnert.

Der Liebstöckel ist ein Doldengewächs, das seinen Namen der Tatsache verdankt, dass man es früher für aphrodisierend hielt. Allerdings ist das Kraut wohl eher weniger romantisch zu sehen; es ist harntreibend und wirkt gegen Blähungen. Es eignet sich gut zur Verdauung.

Wir verwenden Liebstöckel gerne als frische Zugabe zu Suppen und Gemüsegerichten. Die Samen des Liebstöckels habe ich noch nicht bewusst verkostet. Diese sollen gut sein zum Würzen von Fleisch oder als Beigabe zu Brot und Käse. Ab August, nach der Blüte, muss ich das mal ausprobieren! Unsere Kinder kennen es schon gut und bringen gelegentlich einen Zweig mit nach hause.

Ich habe mir heute gleich mal eine Ladung Liebstöckel fein gehackt und eingefroren. So kann ich mir immer wieder eine schnelle Ration für Suppen aus der Tiefkühltruhe holen!

liebstöckl.jpg

Montag, 12. April 2010

Die nächsten Konzerte im Schloss Zeilitzheim

Beitrag von Marina von Halem

Konzert am 30. April um 19.30 Uhr: Zwei wunderbare Sopran- bzw. Mezzo-Sopran-Sängerinnen, Felicitas Weyer und Almut Seebeck, singen als "Trio a Due", weil Almut Seebeck auch Pianistin ist und sich und Felicitas Weyer am Flügel begleitet. Ich kenne sie und war und bin berührt von ihren Stimmen und dem, was sie sich als Programm zusamnmenstellen. „Quella fiamma“ – welche Flamme! Feuer des Lebens! Da muß es um die Gewalt von Schöpfung und von Liebe gehen. Wen berührte das nicht. Eine von Visionen begabte und geplagte Frau, Hildegard von Bingen, die im 13. Jahrhundert lebte, hatte eine Sprachgewalt, die intuitiv begabte Menschen ins Herz trifft – berührt von der Flamme des Lebens. Viele Texte sind mit dem Alltagsverstand nicht zu verstehen, aber in anderen Texten prophetischer Menschen ist das ja auch so: in der Offenbarung des Johannes; in Texten der Religionsstifter, der Propheten. Aus ihren Worten lodert eine Flamme, von der wir ahnen, dass sie aus vulkanischer Tiefe und in ungeahnte Höhen schlägt. Barockarien (die singen die beiden Sängerinnen auch) klingen harmlos dagegen, aber wenn man an die bewegenden Soli von Bachkantaten denkt: „Ich weiß, daß mein Erlöser lebt!“ – da brennt eine Innigkeit, eine Sehnsucht, ein Feuer. Jiddische Lieder mit ihrer Lebensfreude und Lebensschmerz – wie nah sind wir da an den Quellen des Lebens, aus denen beides strömt. Für hinterher kochen wir ein Abendessen: „Aus den Tiegeln Europas“. Es gibt ein Ragout, nach altem Rezept gekocht, und eine Nachspeise.

Das nächste Konzert am Himmelfahrtstag, 13. Mai um 17 Uhr ist ganz anderer Art. Ich kenne die aus Schweinfurt stammende Musikpädagogin Verena Mansky-Richardsen. Ihre Seele gehört der Vermittlung von Musik an junge Menschen. Sie dirigiert ein ca. 40 Mann starkes Schulorchester der Rudolf-Steiner-Schule in München-Daglfing und reist mit ihrem Orchester der Oberstufe und dem Kammerchor der 12. Klasse unter Leitung von Ines Santa Maria zu uns nach Zeilitzheim. Um solch ein großes Projekt auch finanziell machbar werden zu lassen, kamen wir vor einem Jahr, als sie schon einmal bei uns im Schloss auftraten, auf eine Idee: die Jugendlichen wohnen in Mehrbettzimmern unseres Hotels Schloss Zeilitzheim und bekochen sich selbst. Gemeinsames Tun, Lebensfreude und Spaß am Musizieren vereinigen sich dabei. Sie spielen zwei Werke von Johann Sebastian Bach und Filmmusik (aus „Cats“), weil die ihnen natürlich auch gefällt.

Mittwoch, 7. April 2010

Gartensaison

Es ist noch frisch, aber schon schön sonnig. Und alles wächst und gedeiht. Gestern habe ich daher zum ersten Mal im Jahr den Rasen im Schlossgarten gemäht, sowohl die Karrees des Barockgartens als auch die wiese, die im Sommer vor allem für Kaffeegesellschaften geschätzt wird. Jetzt sich *ich* hier und genieße das schöne Wetter. Mit dem Macbook habe ich hier ein mobiles Büro. Sehr praktisch.

Neko

Donnerstag, 1. April 2010

Immernoch Frühjahrsputz

Geburtshilfe für den Schlossgarten



Während im Schlossgebäude bereits zum Anfang März für die ersten Hotelgäste des Jahres der Frühjahrsputz gemacht wurde, geht dieser im Schlossgarten nun weiter. Die letzten Blätter werden aufgesammelt, um den Pflanzen darunter Luft "zum Atmen" geben zu können.

Ein paar der herbstlichen Überbleibsel fand ich jedoch zu schön, um sie unfotografiert aufzukehren. Hier mein Lieblingsbild des Laubes des vergangenen Jahres:

Curl

Auf die Schneeglöckchen und Krokusse folgten nun die Narzissen und Hyacinthen. Es wird langsam wieder etwas bunter im Schlossgarten. Der erste Rasenschnitt steht nun bald bevor, dann Vertikutieren... dabei half mir im vergangenen Jahr mein Schwiegervater, der auch jetzt gerade aus Ungarn zu Besuch ist. Aber in diesem Jahr darf ich wohl alleine ran, weil uns die Schwiegereletrn bereits morgen gen Heimat verlassen.

Dienstag, 30. März 2010

Die fotogene Saison bricht an

Endlich wird es mal wieder ein wenig bunter! Im Schlossgarten blühen nun die Osterglocken und die Katzen verbringen wieder mehr Zeit draußen.

Neue Fotos gibt es bei flickr. Wer dort Mitglied ist kann die Fotos gerne kommentieren. Und: wer in Zeilitzheim schon mal Fotos gemacht hat, darf diese zum flickr Album für Zeilitzheim hinzufügen!

Show-Off

Foto: Charly überwacht sein Reich vom Korb aus.

Samstag, 6. März 2010

Der Start in die Saison ist ein guter

Von kulturellen Veranstaltungen und persönlichen Erlebnissen



Es tut richtig gut, mit einer ausverkauften Veranstaltung in die neue Saison zu starten! Das Krimidinner ist nun im Gange. Diejenigen, die keine Karten mehr bekommen haben, haben jetzt noch die Chance, sich für das Krimidinner Ende Oktober anzumelden. Sollte dieses auch so gut und frühzeitig gebucht werden, schieben wir evtl. noch eine Veranstaltung im Sommer nach.

Am kommenden Sonntag in einer Woche, am 14. März, ist dann erst einmal der Ostermarkt im Schloss. Ich hoffe doch sehr, dass der Schnee und die Kälte bis dahin wieder verschwunden sind. Der Schnee und eisige Wind der letzten Nacht haben nämlich die Frühlingsgefühle vorerst wieder vertrieben. Die Krokusse und Schneeglöckchen verschwanden wieder unter einer Schneedecke und ich hoffe, dass sie sich wieder erholen (sollten sie eigentlich, denn dies sind diese ersten Frühlingsboten ja gewohnt).

Am 19. März ist dann "Talisman New Gypsy Art" mit einem Konzert wieder bei uns zu Gast. Ich muss die Besucher des Konzerts von 2008 wohl daran erinnern, denn diese waren damals restlos begeistert.

Tja und dann steht Ostern schon bald vor der Tür. Die Kinder waren heute noch etwas verwirrt ob des ganzen Schnees... O-Ton Katharina: "Papi, jetzt ist schon wieder Winter!". So wurden auch die Weihnachtslieder wieder ausgekramt, was mich persönlich nicht so begeisterte. Aber die Kinder wissen schon, dass der Osterhase Schokolade bringt, also freuen auch sie sich, den Schnee bald gegen Frühling einzutauschen.

Katharina war heute wieder beim Englischunterricht für Vorschulkinder in Würzburg und es macht ihr großen Spaß. Isa möchte nun auch bald dort schnuppern. Auch im Stammheimer Kindergarten soll es nun bald ein Angebot für den Englischunterricht geben, so dass Kati bald nicht mehr so "weit" mit den Kindern fahren muss. Aber die Gruppe Eltern samt Kinder (und Englischlehrerin mit Familie) haben den Anlass zu einem Besuch im Indoor-Spielplatz nach dem Unterricht genutzt. Katharina liebt alles sportliche besonders. Sie rennt gerne und springt auf dem Trampolin besonders hoch. Isa macht auch überall mit und sagt immer "das kann ich auch!" egal ob es stimmt, oder nicht.

Mir durch aufmerksame google buzz Lesern, die auf meinen Blog zu Bockbier und Barock stießen, bewusst, dass ich den ursprünglich angedachten Zeitplan für mein Buch nicht werde einhalten können. Das ist jedoch egal, denn es gab nie eine Frist dafür. Jedenfalls schreibe ich munter daran weiter, möchte jedoch allmählich anfangen, die Fäden etwas straffer zusammen zu ziehen. Jedenfalls ist "Bockbier" in der Fastenzeit ein super Stichwort, um wieder tätig zu werden.

Sonntag, 28. Februar 2010

Freier Sonntag

Und in eigener Sache: Es gibt noch 4 Karten zum Krimidinner



Heute ist der letzte Sonntagmorgen des Jahres, an dem noch kein Betrieb im Schloss ist. Das bedeutet: noch kein Frühstück für unsere Gäste, kein Receptionsdienst. Diesen "freien" Sonntag genießen wir, auch weil meine Schwester mit ihren Töchtern zu Besuch ist.

Ich freue mich aber auch, wenn es bald wieder los geht im Schloss, denn dieses lebt von dem, was darin geschieht. Die neue Saison beginnt sehr vielversprechend mit einer fast ausverkauften Veranstaltung: dem Krimidinner am Samstag, 6. März. Aus Krankheitsgründen wurden 4 Karten kurzfristig auf die Veranstaltung im Oktober umgebucht, so dass zum jetzigen Zeitpunkt noch genau 4 Karten zu haben sind.

Stone

Mittwoch, 24. Februar 2010

Alltag

Vier Tage lang habe ich keinen Blogartikel mehr geschrieben. Geschrieben habe ich zwar schon einiges, aber nur Fetzen, die in meinem evernote gespeichert sind und es noch nicht zur Veröffentlichungsreife geschafft haben.

Endlich habe ich wieder mit einem milden sportlichen Trainingsprogramm begonnen. Dieses möchte ich nach und nach wieder ausbauen, da ich gemerkt habe, dass das viele Herumsitzen ohne Bewegung wirklich auf Dauer nicht angenehm ist. Vom Übergewicht gar nicht zu sprechen...

Im Schloss hat nun der "Frühjahrsputz" begonnen. Anfang März öffnet der Hotelbetrieb wieder. Eigentlich sollten wir angesichts der Art, wie wir diesen führen, eher von Bed & Breakfast gesprochen werden. Ich werde unsere Gäste nach und nach befragen, ob sie mehrheitlich etwas mit diesem Begriff anfangen können bzw. ob die Assoziation dann stimmt.

Den Kindern geht es gut. Isa ist noch in der Kleinkindgruppe, wird jedoch bald etwas länger drin bleiben und dann noch in die Gruppe der größeren Kinder wechseln. Sie möchte schließlich auch Mittagessen im Kindergarten bekommen, genau wie ihre große Schwester. Katharina besucht wöchentlich einen Englischkurs für Kinder im Vorschulalter und saugt dort spielerisch neue Wörter und Aussprachen auf. Natürlich hilft es, dass die Kinder bereits zweisprachig aufwachsen.

Noch ist es kahl und trüb in Franken, aber der Frühling kündigt sich zumindest schon ganz langsam an. Bald geht es also los!

Red Squirrel

Foto: Eichhörnchen an der Schlossmauer.

Freitag, 19. Februar 2010

Die Einrichtungsgegenstände im Schloss

Schwer vorstellbar, dass das Schloss beim Kauf 1979 komplett leer war



(Gastbeitrag von Marina von Halem)

Der Anfang wurde gemacht durch das eigene Inventar, das wir beim Umzug von Schottland nach Zeilitzheim mitbrachten und durch Dinge vermehrt hatten, die wir dort zur Verwendung in Zeilitzheim erworben hatten. Das waren meist Tische und Stühle im Queen-Anne-Stil, die ich in Zeilitzheim selber aufgearbeitet und gepolstert habe sowie einiges Mobiliar für öffentliche Räume, aber auch ein altes Himmelbett von ca. 1840 aus dem Stammschloss der schottischen Familie Stuart. Dieses Bett gab dem "Maria-Stuart-Zimmer" den Namen; es ist besonders bei Brautpaaren sehr beliebt. Es wurden Ferienwohnungen (und später Gästezimmer) eingerichtet. Dafür fanden sich Weichholzmöbel; alte Betten wurden auf die heute nötige Länge gebracht und zu Himmelbetten umgebaut, Vorhänge dafür und für alle Fenster genäht. Manch schönes Möbelstück, Lampen und Bilder kam als Leihgabe oder Geschenk von Freunden ins Haus. Sehr willkommen waren auch die kräftigen Truhen und Tische aus gebrauchten Harthölzern, die einst als Bahnschwellen in Südafrika gelegen hatten und später zu Möbeln verarbeitet worden waren.

Die Mehrzahl der Bilder im Schloss, auch in den Gästezimmern, sind Originale, wenngleich sie nur ideellen Wert haben. Stammtafeln und Portraits von Vorfahren der Familie v. Halem hängen im Jagdsaal und der "Kapelle". In einigen Gästezimmern hängen Zeichnungen und Aquarelle von Asta von Halem, die bis 1944 als Zeichenlehrerin in Striegau, Niederschlesien, lebte. (Zufall! Meine mütterlichen Vorfahren, die Familie v. Engelmann, lebte im Landkreis Striegau, aber Asta von Halem kannte sie damals nicht). Viele originale Stiche schmücken das Haus, aber es gibt auch Faksimiles oder Reproduktionen alter Vogel- oder Blumenbilder.

Der jüngste Zuwachs von 2009 sind die Trophäen aus Ostafrika, die ein Vetter und Freund der Natur und der Jagd dem Hause schenkte. In meinem Elternhaus in Schlesien hingen solche Trophäen. Mein Vater Heinz Freiherr v. Richthofen hatte sie aus Namibia mitgebracht, wo er einige Jahre als Farmer lebte. Deshalb sind sie mir vertraut, und ich mag sie wegen ihrer Schönheit. Da sind die gewaltigen Gehörne der Kaffernbüffel, die schönen, schlanken, geraden der Oryx-Antilope, die eleganten, gedrehten Gehörne des Großen und des Kleinen Kudus, der Impalas, Wildebeests und Hartebeests und die kleinen Hörnchen des Duiker und des Steenboks. Aber auch bekanntere Gehörne von Rotwild kamen als Geschenk eines weiteren Vetters ins Haus.

Fast könnte man meinen, das Schloss sei schon immer möbliert gewesen.

Marina v. Halem

Antlers 'n' Stuff

Donnerstag, 18. Februar 2010

Frühlingsanzeichen

Und: Wir geben Ihren gelesenen Büchern ein gutes Zuhause



Im Schlossgarten sprießt das erste Grün der Narzissenspitzen durch den Schnee hervor und ganz oben nahe der Hauswand, wo tagsüber schon etwas Sonne hin kommt, zeigen sich die ersten Schneeglöckchen mit noch geschlossenen Knospen. Es wird langsam wärmer und das wird nach diesem Winter auch langsam Zeit.

Unser Ostermarkt, der immer 3 Wochen vor Ostern stattfindet (also in diesem Jahr am Sonntag, 14. März) läutet für uns auch immer den Frühling ein. Es sind keine 4 Wochen mehr bis dahin und die Vorbereitungen laufen bereits.

Zu den Vorbereitungen für den Ostermarkt gehört es auch, die Bücherspenden für den parallel dazu stattfindenden Büchermarkt entgegen zu nehmen, zu sichten und zu sortieren. Die Spenden mehren sich auch langsam, wofür wir sehr dankbar sind. Da der Büchermarkt auch zum Weihnachtsmarkt im November stattfindet, werden Bücherspenden auch das ganze Jahr über entgegen genommen und vom fachkundigen Team ehrenamtlicher Helfer des Förderkreises Schloss Zeilitzheim e.V. thematisch einsortiert. Wer also auf seinen Bücherregalen Platz für neue Bücher schaffen möchten und die gelesenen Bücher einem guten (und als gemeinnützig anerkannten) Zweck zukommen lassen möchte, darf uns diese gerne bringen (gerne auch bei Besuch von Veranstaltungen oder dem Markt selbst). In manchen Fällen ist nach Absprache auch Abholung möglich.

Wir sind für alle Spenden von Büchern, von denen Sie meinen, es gäbe dafür noch interessierte Leser, sehr dankbar. Auch Musik-CDs finden vermehrt den Weg in die Sammlung nehmen wir ebenfalls gerne entgegen!

Good Tidings

Dienstag, 16. Februar 2010

Emilio

Entwarnung: Der Ketzer ist wieder da!



Kater Emilio war mal wieder etwa 48 Stunden verschollen. Das macht natürlich immer Sorgen, wenn einer der beiden Schlosskastraten verschwunden ist. Kommt im Jahr etwa 1-2 je Katze vor. Ecken, wo man sich verstecken kann, gibt es ja genug. Und jedes Mal, wenn ich auf Katzensuche gehe denke ich: Du hast doch schon alles durchsucht, kennst jedes Katzenversteck!

Naja, ich lerne eben jedes Jahr noch 2-4 Katzenverstecke (wohl erst freiwilliger, dann, wenn der Hunger kommt, unfreiwilliger Natur) kennen.

Es sind jedenfalls alle Ketzer wieder da. Und genährt, gewärmt und (wie es scheint) glücklich.

Emilio

Freitag, 12. Februar 2010

schwarz weiss ist das neue bunt

Nicht alle denkmalpflegerischen Arbeiten sind glamourös



Ich habe beschlossen den heutigen Blogartikel rein in schwarz/weiß zu schreiben. Schließlich ist draussen auch alles weiß, unterbrochen nur durch ein paar Grautöne. Aber keine Angst: über den Schnee ist schon genug an anderen Stellen geschrieben worden.

Im Schloss werden werden eine Reihe unaufregender aber dennoch Arbeit generierende Reparaturen durchgeführt. Keine grandiosen Restaurierungen oder das Freilegen von Fresken oder ähnliches. So ein Barockschloss kann eben auch mal ganz unglamourös sein. Aber es braucht eben auch diese weniger aufregenden Arbeiten. Stühle wollen neue Filze bekommen, Ritzen zugespachtelt, Kabel unter Putz gelegt, dunkle Ecken aufgehellt. Auch das ist Denkmalpflege. Unbunt. Aber wichtig.