Samstag, 26. Dezember 2009

2009 - ein persönlicher Rückblick

Es war ein Jubiläumsjahr voller runder Zahlen: Wir schreiben 2009. Vor 330 Jahren begannen die Bauarbeiten am Schloss, am 27. Dezember 1679 durch Baumeister Andreas Kessler, Steinmetz aus Zeil, mit 14 Gesellen. Vor 40 Jahren erblickte ich das Licht der Welt. Vor 30 Jahren erwarben meine Eltern das Schloss in sehr, sehr schlechtem Zustand. Und vor 10 Jahren wurde ich Eigentümer des Schlosses und stieg mit meiner Mutter ins Geschäft ein.

Eigentlich wollte ich einen Jahresrückblick schreiben. Da ich jedoch kaum mehr als 10 Minuten am Stück finde, in denen ich ungestört schreiben könnte, wird es wohl eher eine Aneinanderreihung kürzerer Beobachtungen werden, als ein Jahresrückblick, der diesen Titel verdienen würde.

Es gibt natürlich jede Menge Statistiken (Zahlen von Veranstaltungen, Besuchern, Feiern, Übernachtungen). Vielleicht streue ich auch noch die eine oder andere Zahl hier ein. Zuerst möchte ich jedoch auf das zurück blicken, was sich so rein gar nicht quantitativ betrachten lässt: das vergangene Jahr in Hinsicht auf unsere Kinder.

Katharina stieg im Kindergarten von der Gruppe der Blumenkinder zur Käfergruppe auf und Isa besucht seit September nun auch den Kindergarten in Stammheim. Beiden Kindern macht es Spaß in den Kindergarten zu gehen und wir merken, wie sehr ihnen diese zusätzlichen Eindrücke und Erfahrungen gut tun. Katharina spielt besonders gerne im Freien und liebt alles in der Natur. Aber auch Musik macht ihr Spaß und so hat sie auch einmal in der Woche den ersten Musikunterricht. Isa lernt als Zweitgeborene alles sehr schnell und hat, nachdem Katharina inzwischen aufs Fahrrad umgestiegen ist, das Laufrad "fahren" in Blitzesschnelle erlernt. Sie wünschte sich zu Weihnachten nichts sehnlicher, als eine Klingel für ihr Laufrad und hat diese am ersten Weihnachtsfeiertag schon eifrigst am Objekt ausprobiert. Als Nächstes dürfen sich die Kinder nun beide an Rollschuhen versuchen - mit den erforderlichen Knie- und Ellbogenschonern natürlich.

Kati hat in diesem Jahr für uns privat einen umfangreicheren Kräutergarten angelegt und auch eine große Kirschtomatenernte eingefahren. Auch Paprika gab es und zu meiner großen Freude auch scharfe Paprikaschoten und Koriander. Wir verbrachten viel Zeit und so manche Mahlzeit in diesem Jahr im Freien, was vor allem die Kinder sehr genossen.

Im Sommer war Kati mit den Kindern für zwei Wochen bei ihrer Familie in Ungarn, hauptsächlich am Plattensee, aber auch in Budapest. Großstadtleben mit U-Bahn und Straßenbahn ist für die Kinder eine aufregende Zeit, im Vergleich zu ihrem eher beschaulichem Leben auf dem Dorf. Der Familienbesuch tat den Kindern sehr gut. Sie wachsen ja auch zweisprachig auf, aber es ist eben doch etwas anderes, wenn man sich dann auch voll in der anderen Kultur bewegt. Es kommt neues Vokabular, das über das der alltäglichen Gespräche und Geschichten hinausgeht. Vor allem aber sind es die kulturellen Unterschiede, die gepflegt und zelebriert werden sollen. So besucht Kati mit den Kindern hin und wieder auch ein Treffen von ungarischen "Expats", das speziell auf die Kinder ausgelegt ist.

Das Strohwitwerdasein in diesen zwei Wochen hat mir jedoch so gar nicht behagt (einen "Zwischenbericht" dazu hatte ich im Blog schon gegeben. Anfangs dachte ich, ich würde die "gewonnene Zeit" ohne das geschäftige Treiben der Kinder gut nutzen können, um an meinem Buch zu arbeiten. Die Zeit ohne Kati und die Kinder war jedoch alles andere als förderlich für das Schreiben, denn es tat sich eine emotionale Leere auf. Im nächsten Jahr werde ich auf jeden Fall zumindest für 7-10 Tage wieder mit nach Ungarn fahren. Die Arbeit soll mich davon nicht abhalten bzw. wird so strukturiert, dass es geht. Das ist kein Vorsatz, sondern eine Entscheidung.

Nach diesem Nachdenken über die familiären Meilensteine des Jahres 2009 habe ich nun so gar keine Lust über die "harten Zahlen" und Statistiken zu schreiben. Vielleicht muss es einfach einen zweiten Rückblick geben...

Candy

Freitag, 18. Dezember 2009

Nussknacker und Mausekönig

Zur heutigen Veranstaltungen "Nussknacker und Mausekönig" sind noch Karten zu haben (gerne auch ohne Vorreservierung an der Abendkasse). Zum Abendessen im Anschluss ist jedoch Anmeldung erforderlich. Zu diesem werden die Plätze nun schon knapp...

"Nussknacker und Mausekönig"
Musikalische Lesung zur Weihnacht im Schloss


Das musikalische Weihnachtsmärchen „Nussknacker und Mausekönig“ stimmt am Freitag, 18. Dezember um 19.30 Uhr Erwachsene und Kinder im Schloss Zeilitzheim auf Weihnachten ein.

In einem wunderbaren Märchen des fantastischen romantischen Dichters E.T.A. Hoffmann werden des nachts die Weihnachtsspielsachen zweier Kinder, Fritz und Marie, lebendig: die Puppen und die Soldaten, vor allem aber der Nussknacker erheben sich in einer Fehde gegen das Heer der Mäuse mit ihrem Mausekönig. Marie wird in das heimliche Drama hineingezogen - so mischen sich Wirklichkeit mit Traum und Märchen. Der Komponist Carl Reinecke hat das Märchen, das durch den Rezitator Thomas Streit erzählt wird, in Musik am Klavier zu vier Händen umgesetzt. In der Einleitung stellt er den Schlummer der Marie dar, wie er in das Traumleben übergeht. Plötzlich fährt es den Soldaten in die Glieder, sie werden lebendig, und auch die Mäuse regen sich. Es ertönt das Signal, mit dem der Mausekönig seine Truppen herbei pfeift, auch der Nussknacker ruft seine Truppen. Die Kavallerie galoppiert an im Bass, die Mäuse springen im Diskant, es erklingt ein Marsch der bleiernen Soldaten. Nach heißer Schlacht siegt der heldenmütige Nussknacker. Der ist natürlich im Geheimen identisch mit einem schönen jungen Mann, der später das Herz der herangewachsenen Marie gewinnt.

Gernot Tschirwitz, Musiker, Komponist und Lehrer, und die 17jährige Pianistin Karolina Halbig spielen vierhändig am Flügel. Nach dem Konzert bietet Schloss Zeiitzheim ein winterliches Abendessen an, das bei Kerzenlicht serviert wird.

Karten: EUR 12,-- (Kinder: EUR 6,--)
Abendessen im Anschluss: EUR 12,-- (Kinder bis 10 Jahre EUR 6,--)

Informationen und Platzreservierung:
Familie von Halem
Tel. (09381) 9389, Fax (0 93 81) 3710
www.barockschloss.de
info@barockschloss.de

nussknacker.jpg
Foto: Martin Müller

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Der erste Schnee

Für die Kinder war der Schnee (der heute jedoch zum Glück wieder größtenteils verschwunden ist) natürlich eine große Freude. Gestern spielten sie in ihren Schneeanzügen im Schlossgarten und freuten sich an der ungewohnten Materie. Ich bin ja selbst kein großer Freund von Schnee, aber mit Kindern lässt sich dieser schon leichter ertragen.

Miniature Snowman

Foto: Der Schneemann ist noch etwas klein ausgefallen.

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Anno 1759 im Schloss Zeilitzheim

Es gibt weitere Bilder der Veranstaltung "anno 1759" im Schloss!

Hier ist das Fotoalbum online.

Ein kleiner Auszug:

soiree.png

Dienstag, 15. Dezember 2009

Gutscheinkalkulator - Weihnachtsgeschenke

Mit dem Kulturprogramm im Schloss 2010 ist für jeden Geldbeutel das passende Weihnachtsgeschenk dabei. Damit man sich leichter aussuchen kann, welche Veranstaltungen sich bei seinem Budget für ein Geschenk für eine oder zwei Personen (mit oder ohne Abendessen und/oder Übernachtung im Schloss) eignen, können Sie in meinem "Gutscheinkalkulator" ersehen.

Der Gutscheinkalkulator kann als PDF Datei (28 KB) auf unserer Veranstaltungsseite auf der website eingesehen / herunter geladen werden.

Es ist noch Zeit, Weihnachtsgeschenke in Form von Veranstaltungs- und/oder Übernachtungsgutscheinen bei uns zu bestellen!

Iced Rose Yellow

Samstag, 12. Dezember 2009

Fotos mit creative commons Lizenz

Vor einiger Zeit habe ich begonnen, meine bei flickr veröffentlichten Fotos neu zu lizensieren. Statt der bisherigen cc-by-nc (also creative commons, Namensnennung erforderlich, nicht-kommerzielle Nutzung) stelle ich die meisten Bilder nun mit einer cc-by-sa (= share-alike, also kann unter gleichen Bedingungen weitergegeben werden). In manchen Fällen genügt auch die Namensnennung alleine.

Angeregt wurde dieses Umdenken durch einen Artikel in Stefan Waideles Blog zum Thema "Freie Lizenzen als Basis für Social Media & Viralität" und der darauf folgenden Diskussion mit anderen Hoteliers und im Kulturbereich aktiven Menschen, u.a. bei google wave.

Hintergrund dieser Strategie ist nicht nur die Tatsache, dass ich mich freue, wenn meine Fotos gesehen werden. Die Verlinkung, die so geschieht, bedeutet natürlich auch eine kostenlose Bekanntmachung der anderen Inhalte.

So hat kürzlich centralamericadata.com eines meiner Fotos bei einem Artikel über neue Bestimmungen für die Energiewirtschaft in Guatemala veröffentlicht, schön brav mit Namensnennung und Verlinkung zu meinem flickr account.

Das ist alles noch nicht weiter spektakulär, aber die Sache mit den Fotos hat Zukunft. Denn: wer guten "content" (also egal ob Fotos, Texte etc.) erstellt und diesen zur Verfügung stellt, wird auch leichter gefunden, als jemand, der dies nicht tut.

Weitere Informationen zu creative commons Lizenzen (nur zwei Beispiele):

Namensnennung-keine kommerzielle Nutzung - http://creativecommons.org/licenses/by-nc/3.0/deed.de

Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen - http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/

Hier die Verwendung meines Fotos im oben erwähnten Artikel:

guatemala.png

Freitag, 11. Dezember 2009

Buschiger Besucher

Squirrel

Dieses Eichhörnchen besuchte uns vorgestern. Auf der Suche nach einem passenden Abstiegspunkt, lief es rings um das vierflügelige Schloss auf dem Sims herum. An der Gartenseite ist es wohl an der Glyciene oder dem wilden Wein herunter gekrabbelt.

Update 23.12.09, 09:00 Uhr: Martin hat gerade berichtet, dass das Eichhörnchen wohl dauerhaft als Untermieter im Schloss wohnt, in einem Loch im Nordosteck. Danke, Martin!

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Johann Kuhnau in Zeilitzheim

In der Zeit als das Schloss Zeilitzheim noch ein niegelneuer Neubau war, war Johann Kuhnau Thomaskantor in Leipzig, als unmittelbarer Vorgänger Johann Sebastian Bachs, den er persönlich kannte und wohl auch beeinflusste.

Im kommenden Jahr, zum 350. Geburtstag Johann Kuhnaus, widmen wir eine unserer Veranstaltungen dem Komponisten, der auch als Schriftsteller bekannt wurde. "Der musicalische Quacksalber" heißt das Programm, das Thomas Kerzel zusammengestellt hat und uns als Rezitator zusammen mit Maria Plett am Klavier darbieten wird.

Am Freitag, 24. September 2010 findet der Klavierabend mit "Biblischen Sonaten" und vergnüglicher Rezitation aus Kuhnaus "satyrischen Feder", dazu Bachs "Italienisches Konzert", im Jagdsaal des Schlosses statt.

Unser gedrucktes Jahresprogramm verlässt Anfang kommender Woche per Post das Haus. Wer also noch ein Weihnachtsgeschenk für Freunde, Familie oder Mitarbeiter sucht, kann noch rechtzeitig vor Weihnachten einen Geschenkgutschein für Veranstaltungskarten mit oder ohne Übernachtung im Schloss anfordern.

Wer es nicht auf den Verteiler geschafft hat oder den "Papierstau" eindämmen möchte, kann unsere Veranstaltungshinweise per email anfordern. Natürlich können Sie das Programm auch jederzeit online einsehen unter http://www.barockschloss.de/Jahrespr.htm

Machen Sie "das Geschenk der Kultur" und helfen Sie uns damit das Kulturprogramm und das Schloss am Leben zu erhalten!

Montag, 7. Dezember 2009

virtuelles Büro

Ich habe in den vergangenen Wochen über vieles in diesem Blog geschrieben, nur nicht über das, was im Schloss passiert. Naja, es steht noch. Und es wird kalt darin. Zum großen Glück (und mit hohem finanziellem Aufwand) gibt es eine Zentralheizung (genau genommen: zwei dezentral arbeitende Heizungen). Nachteil: Öl. Und teuer. Aber: so ist.

Heute hatten wir zwar keine Gäste im Schloss, aber das Ventil des Heizkörpers im Büro streikte, weshalb wir das Büro letztlich schlossen (nicht ohne heroische Anstrengungen und Durchhalteversuche - danke, Manuela!). Jedenfalls habe ich das altmodische Ventil des Heizkörpers Dank fernmündlicher Anweisung unseres technisch sehr versierten Hausmeisters noch lösen können. Morgen können wir also wieder "arbeiten" im Büro.

Interessant fand ich jedoch, dass ich die allermeisten Arbeiten auch von zuhause aus erledigen kann. Kalender ist dabei, per gMail Kontakt zur Aussenwelt, Zugriff auf die Dateien via Dropbox. Selbst im Schloss und Dorf ist ein "virtuelles Büro" also durchaus möglich. Nicht nur, wenn die Heizung mal streikt.

espargo - fränkische Wege vom Spargel zum Wein

Für das espargo Projekt (ein Zusammenschluss von Winzern, Spargelanbauern und Gastronomen in der Region zwischen Main, Rhön und Steigerwald) soll ich mich künftig um die Pflege der Internetseiten "kümmern". Für die Bearbeitung der Beiträge mittels CMS wurde ich nun als "Chefredakteur" freigeschaltet. Klingt glamourös, ist es aber nicht. Denn: Wieder mal zeigt sich, dass - so schön ein CMS (Content Management System) für so genannte "end user" sein mag - es doch ziemlich gewöhnungsbedürftig ist, wenn man es sonst gewohnt ist, seine Seiten selbst zu codieren (egal wie gut oder schlecht...).

Am Design und Layout (die ich übrigens generell gut finde) ist nichts zu machen; diese wurden bereits vor 2 Jahren von einem Designerteam und der umsetzenden Agentur K&K Software in Gerolzhofen erstellt und mit dem CMS versehen. Aber es geht ja auch nicht darum, grundlegende Änderungen vorzunehmen - eher im Gegenteil. Mein Ziel wird es sein, der Teilnehmergemeinschaft Vorschläge für zusätzliche Module (Inhalte; Fotos, Texte) zu machen und eine Strategie zu entwickeln, wie die Seiten aktuell gehalten werden können. Und diese dann natürlich von Zeit zu Zeit hoch zu laden und in die entsprechende Struktur zu integrieren.

Mein erster redaktioneller Akt war es, sachliche Fehler zu korrigieren (z.B. falsch geschriebene Namen) und eine Fotogalerie mit Fotos vom espargo-Kochkurs (auch noch aus dem Jahr 2008) hoch zu laden, damit sich zur Fotogalerie "Eröffnungsveranstaltung" auch etwas Neues hinzugesellt.

Die espargo Seiten haben Potenzial, denn sie sind erstaunlich gut besucht. Allerdings muss es neue, weitere Gründe für Besucher geben, diese wiederholt zu besuchen. Auch müssen wir es schaffen, unseren Besuchern einen Mehrwert zu bieten über der reinen Information darüber, welche Gemeinden, Winzer, Spargelanbauer und Gastronomen eben dabei sind.

Wir müssen einen Weg finden, das Projekt das ganze Jahr über interessant zu halten. Sicherlich: Spargel wird nur im Mai/Juni gegessen, aber Frankenwein lässt sich das ganze Jahr über genießen. Und die Spargelanbauer haben meist auch andere regionale Produkte die eben zu einer anderen Saison interessant werden. Die Gastronomie ist dagegen nicht saisonal bedingt (abgesehen davon, dass viele Gastronomen im Sommer zu machen, weil mit den Wein- und Vereinsfesten einfach nicht zu konkurrieren ist).

Was sind die größten Herausforderungen?

1. die bereits erwähnte Saisonalität des Spargels zu überwinden bzw. zusätzliche Anreize in den Vordergrund zu stellen; Spargel und Wein mag der Hauptgrund für den Zusammenschluss sein. Synergie-Effekte gibt es jedoch noch viele mehr.

2. die Teilnehmer dazu zu bewegen, nicht nur "Mitglieder" und somit potentiell Nutznießer einer Vermarktungsplattform zu sein, sondern aktive Akteure und Partner mit einem gemeinsamen Ziel.

3. Betriebsinhabern, die schon Schwierigkeiten damit haben, ihre eigenen Internetsites aktuell zu halten, dazu zu bewegen, auch für espargo interessante Inhalte zeitnah zu liefern. Darin liegt denke ich die größte Herausforderung. Denn Trägheit ist eine der schwierigsten zu überwindenden Hürden im Leben überhaupt.

4. "espargo" als Genussmarke für die Region zu etablieren, unabhängig von den einzelnen Komponenten (Spargel, Wein, Gastronomie).

Trotz dieser Herausforderungen: ich halte das Projekt für machbar. Die Besucher unserer Region und unseres Portals www.espargo.de profitieren schon jetzt davon, einen solchen, einzigartigen Zusammenschluss vorzufinden. Aber erst wenn wir ihnen einen wirklichen Mehrwert bieten und reale Ansprechpartner "zum Anfassen" bzw. Geschichten aus dem Leben erzählen, werden auch wir - gemeinsam mit unseren Gästen und Kunden - gewinnen können. Unter den teilnehmenden Betrieben profitieren wird letztlich, wer am aktivsten mitmacht, seine eigenen Seiten interessant und aktuell hält und auch für die Gemeinschaft Inhalte liefert.

Cooking with Wolfgang Marquard

Sonntag, 6. Dezember 2009

Bewichtelt

Schon als das Päckchen in braunem Packpapier Mitte der Woche im Schloss ankam war die Freude groß. Anhand des Absenders erfuhr ich nämlich schon, dass @ich_unterwegs mich beim Chitime Wichteln gewichtelt hatte. Ich "folge" Steffi bei twitter schon länger und sie ist hier im Blog als Kommentarschreiberin (auf Umwegen...) ja auch schon bekannt. Auch lese ich schon seit einer Weile ihren Blog, in dem sie auch über Ihre Cuba-Reise berichtet.

Als U.S.-amerikanischer Staatsbürger darf ich selbst (noch) nicht nach Cuba reisen. Da ich jedoch Mitte der Neunziger ein halbes Jahr als junger Leutnant als UN Friedenssoldat auf Haiti verbrachte, kann ich mir den Landstrich jedoch ganz grob vorstellen - zumindest landschaftlich - und bin ein (noch etwas unbefriedigter) Karibik-Fan. Steffis Berichte habe ich deshalb mit besonderem Interesse gelesen.

Umso größer die Freude über Steffis Wichtelgeschenk! Nebst einer cubanischen Zigarre (für deren Genuss ich mir noch einen besonderen Moment, mal ohne Frau und Kinder, aussuchen werde) hat sie wohl eigenhändigst hergestellte Rumkugeln (genau genommen sogar Rumbomben) mit original cubanischem Rum ins Päckchen gelegt. Auch die Karte mit typischem Oldtimer und vor allem netter Nachricht hat mich sehr gefreut!

Herzlichen Dank, Steffi! Das ist mal ein Geschenk, das "Papi" ganz alleine genießen darf... Naja, Kati bekommt gerne *eine* Rumkugel ab.

Steffi und ich haben uns, glaube ich, beide gefreut über diesen netten "Zufall", dass sie mich gezogen hat. Von meinem Wichtelpartner weiß ich jedoch leider noch nicht, ob er das Päckchen, dass ich bereits am Montag der Post anvertraute, auch erhalten hat. Aber auch in seinem Blog ist seit 15. November Ebbe, so dass ich hoffe, dass es ihm gut geht... Für mich war es jedenfalls ein schönes Chitime-Wichtelerlebnis. Dafür ganz herzlichen Dank auch an die @Chikatze die sich viel Mühe mit der Koordination macht!

Samstag, 5. Dezember 2009

Chaos, Kreativität und Wissen

Ich muss gestehen: ich habe mir von dem Buch "Wikinomics" mehr versprochen. Aber gegen Ende des Buches werfen Tapscott und Williams einen guten Vorschlag und ein super Zitat auf:

Wie sollten Führungspersonen in der Wirtschaft die Prinzipien von Wikinomics in ihren Unternehmen anwenden? Laut David Snowden, einem Experten für Wissensmanagement, sollten sie auf allzu detaillierte Pläne verzichten. Seiner Ansicht nach sollten gute Manager das Chaos ähnlich managen, wie eine gute Vorschullehrerin mit ihren Schützlingen umgeht. "Erfahrene Lehrer", schreibt Snowden, "lassen zu Beginn einer Unterrichtseinheit ein gewisses Maß an Chaos zu und greifen dann ein, um erstrebenswerte Muster zu stabilisieren und nicht erstrebenswerte zu destabilisieren." Und wenn sie sehr gut sind, legen sie den Raum so an, dass die gewünschten Muster mit größerer Wahrscheinlichkeit entstehen als die unerwünschten.

Wenn man um sich herum chaotische Verhältnisse pflegt, kommt einem eine solche These ganz gelegen. Aber - Spaß beiseite: da ist natürlich etwas dran.

Der Großmeister von "flow" und Kreativität, Mihaly Csikszentmihalyi, betont: "Der erste Schritt zu einem kreativeren Leben ist die Förderung der Neugier und des Interesses, das heißt, die Verteilung von Aufmerksamkeit auf Dinge um ihrer selbst willen." Sehr viel mehr hat sein Werk nach erster Betrachtung nicht mit dem oben beschriebenen Chaos zu tun, denn er plädiert zum Beispiel für "starke Gewohnheiten" und "Schutzwälle gegen Ablenkungen". Für mich erscheint es sinnvoll, grundlegen zwar schon zuverlässige Systeme einzusetzen, die gedankliche Sicherheit bieten, aber auch Kreativitätstechniken anzuwenden, die es vermögen, kontrolliertes Chaos auf sein geschlossenes Gedankensystem anzuwenden und die resultierenden Kreativitätsschübe zuzulassen.

Auf der einen Seite empfehlen uns die Selbstverbesserungs-Gurus immer, wir sollten uns langfristige Ziele setzen, die auf einer tiefgründigen Lebensphilosophie und einem "Mission Statement" basieren. Und nun sollen wir "auf allzu detaillierte Pläne verzichten" und unsere Kreativität durch die Förderung einer kindlichen Neugier wieder entdecken. Letztere Variante erscheint mir viel vergnüglicher und sympathischer, wenngleich ich von der Persönlichkeit her eher zur durchorganisierten Variante neige.

Aber für solche wie mich, die zwar im Prinzip eher Perfektionisten und Organisierer sind, gibt es Spielzeuge, die eine Schnittstelle zu kreativitätsfördernden Prozessen darstellen: Mindmaps.

Es gibt fast keinen planerischen Bereich oder keine größere Entscheidungsfindung im Schloss, die nicht schon durch den Einsatz von MindMaps voran gebracht wurde. In Anlehnung an die apple iPhone Werbung kann man durchaus sagen: "There's a map for that". Das Schöne an den MindMaps ist nämlich, dass aus einer bloßen Auflistung und Kategorisierung von Daten assoziativ neue Gedankenzweige entstehen. Und am Rechner (zum Beispiel mit MindManager, MindNode, FreeMind oder anderer MindMapping Software) kommt für mich ein wesentlicher Bestandteil der Kreativitätsförderung hinzu: ich kann die "Arme" und Verzweigungen meiner Gedanken umher schieben, miteinander verknüpfen, gar mit externen Inhalten (aus dem web oder gar Dateien) verknüpfen. Es ergeben sich neue Assoziationen und dadurch neue Eingebungen. Aus organisiertem Chaos entsteht kreativ neues Wissen. Denn erst im relevanten Kontext kann Information auch als Wissen verstanden werden. Mit der entsprechenden Anwendung dieses Wissens in der Praxis können wir unser Leben und die Welt verbessern. Scheibchenweise.

Quellen:
Don Tapscott, Anthony D. Williams, Wikinomics - Die Revolution im Netz, dtv, Oktober 2009, s. 289.
C. F. Kurtz und D. J. Snowden, "The New Dynamics of Strategy: Sensemaking in a Complex and Complicated World", in IBM Systems Journal, Bd. 42, Nr. 3 (2003).
Mihaly Csikszentmihalyi, Kreativität Wie Sie das Unmögliche schaffen und Ihre Grenzen überwinden, Klett-Cotta, 1997, s. 492

MindManager.jpg

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Lost Horizon

Barockmusik versetzt mich immer wieder in die Lage, die Welt ganz "relativ" zu sehen. Denn nur relativ ist sie ja auch zu verstehen. Objektivität gibt es nicht. Gut, ich bin kein reiner Relativist. Aber ich bin dennoch dem Objektivismus sehr misstrauisch.

Was habe ich heute erlebt?

Eine Besucherin unserer Kontaktseite hat mich "angechattet" und bekannte sich dazu, zum ersten Mal im Leben dies überhaupt getan zu haben (Chat = in Echtzeit miteinander mittels Textnachrichten zu kommunizieren). Sie bekam die gewünschte Information und meinte, sie würde sich wohl immer an diesen ersten Chat erinnern. Das hat mich sehr geehrt. Zeigt es doch, welche vielfältigen Möglichkeiten es in der Kommunikation gibt und dass es wirklich möglich ist, seinen Horizont zu erweitern.

Dabei kommt mir das zweite Stichwort des Tages: Ich "lese" gerade ein Buch. "Irgendwo in Tibet" oder "Lost Horizon" von James Hilton. Warum ich gerade dieses Buch lese? Es sollte "entsorgt" werden als jahrelanger Ladenhüter beim Büchermarkt. Doch ich habe das Buch gerettet und lese es jetzt. Danach ist es jedoch wirklich dem Tode geweiht, denn die Seiten des 1958 im Fischer Verlag veröffentlichten Werks sind nicht nur vergilbt und riechen nach Verfall, das Buch zerfällt wirklich. Einen weiteren Leser wird es nicht verkraften.

Warum ich "Lesen" in Anführungszeichen setzte? Jede/r die/der Arbeit UND zwei kleine Kinder hat weiß, dass man nur auf dem Klo oder, mangels üblicher Erschöpfung, spät in der Nacht lesen kann. Aber so macht es am meisten Spaß!

Konstitutionssäule

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Das Leben im Schloss anno 1770

Es herrscht immer eine ganz besondere Stimmung im Schloss, wenn die "reenactment" Gruppen mit ihren feinen Kostümen vergangener Epochen durch das Schloss wandeln. Ich versuche diesen immer möglichst viel Privatsphäre zu gewähren und so wenig wie möglich zu stören. Ab und zu veröffentlichen jedoch Teilnehmer dieser "living history" Gruppen selbst Fotos von ihren Veranstaltungen im Schloss.

Wie ein Schlossbewohner um 1770 gekleidet sein konnte ist in MacThadeforrest's Schneiderstube gut zu sehen. Die Schneiderin beschreibt den Gehrock, den sie für Ihren Mann für die Veranstaltung in Zeilitzheim genäht hat. Dieser modelt in ihrem Blog diesen auch auf zwei Bildern im Schloss.

Auch sehr schön sind die Fotos vom Mme. du Jard bei flickr.

The Day After

Foto: Nach dem Fest - im Freskensaal (in meinem flickr stream)

Dienstag, 1. Dezember 2009

Adventskalender im Bachmichels Haus

Heute möchte ich ein Projekt vorstellen, das mich schon am ersten Tag begeistert. Und das nicht nur, weil daran mindestens drei liebgewonnene Menschen direkt oder indirekt beteiligt sind.

Ich bin kein Christ und meist auch nicht sonderlich sentimental. Ich denke (meist) zu wissen, was richtig und falsch ist und was für die Menschen gut und für die Welt richtig ist. Dennoch bin ich genauso wie fast alle anderen und kann dieses "Wissen" nicht immer in die richtigen Taten verwandeln. Dazu benötigt es Inspiration.

Diese bekam ich heute mal wieder im Netz. Bei Andrea Juchem startete heute ein Adventskalender der besonderen Art. Besonders? Schaut selbst: http://bachmichels.wordpress.com/2009/12/01/das-1-turchen-was-ist-ein-moment/

Ich "kenne" Andrea nun schon seit etwa einem Jahr über twitter. Und noch eine Verbindung gibt es: Die Illustrationen zum Adventskalender von Andrea hat Claudia Schramm gemacht (hier das "making of"), die wiederum von Alexandra Graßler mir und offensichtlich auch Andrea "vorgestellt" wurde. Online. So verrückt ist die Welt. Alexandra und Claudia habe ich bereits persönlich hier in Zeilitzheim kennenlernen dürfen. Claudia hilft mir auch gelegentlich beim Korrigieren von Texten, die ich laienhaft schreibe, bevor diese veröffentlicht werden.

All das ist eine Bereicherung meines Lebens. Interessante Menschen kennen zu lernen, obwohl ich aus meinem kleinen Dorf fast nie raus komme.

Der Kontakt zu Alexandra entstand übrigens vor fast einem Jahr über einen inspirierenden Blogartikel von ihr, den sie schrieb und der mich zur Veröffentlichung eines eigenen, nachdenklichen Blogartikels inspirierte. Und jetzt stehen noch 23 Beiträge bei Andrea Juchems Blog bevor, allesamt gespickt mit Claudias Zeichnungen. Darauf freue ich mich und empfehle allen, diese ebenfalls zu genießen und/oder sich davon inspirieren zu lassen.

Cold