In diesem Jahr wurde ich 40 Jahre alt. Und in diesem Jahr sind wir nun schon 30 Jahre lang hier in Zeilitzheim zuhause. Mich verschlug es ja zwischendurch für 11 Wanderjahre in die weite Welt hinaus, aber meine Jugend und die vergangenen wiederum 11 Jahre verbrachte ich hier in diesem Dorf.
In einem so kleinen Ort wie Zeilitzheim braucht es sicherlich Generationen, nicht nur Jahre, bis man wirklich als Einheimischer gesehen wird. Das hat auch seine Berechtigung; ist doch dies eine gesunde Abwehrhaltung gegen potentiell schädliche Einflüsse von außen. Zumindest hat man sich so über Jahrhunderte geschützt.
In Zeiten des Internets kann ein Dorf die Aussenwelt kaum noch abschotten - vor allem wenn man auch vom Tourismus, also vom Gastgebersein lebt (naja: in manchen fränkischen Orten redet man noch immer vom "Fremdenverkehr" und zeigt so, was man davon hält).
Dieses Jubiläum "30 Jahre in Zeilitzheim" wird nicht groß gefeiert (hatten wir 1999 noch das 20jährige Jubiläum mit einem Festakt anlässlich des Tags des offenen Denkmals gefeiert ist in diesem Jahr in Sachen Jubiläum nichts geplant). Sicherlich wird das Jubiläum beim Zeilitzheimer Sommerfestival am ersten Juliwochenende Erwähnung finden. Es ist ja auch nicht über zu bewerten; schließlich ist es auch nur ein "Zählen der Jahre". Aber Meilensteine helfen das Geschehene zu betrachten und zu verarbeiten und somit auch in die Zukunft zu schauen. Was ist in 30 Jahren erreicht worden? Welche Ziele wurden verwirklicht? In welchen Vorhaben sind wir gescheitert? Wie hätte das verhindert werden können? Wie soll es in Zukunft weiter gehen? Welche Wege sollen wir gehen?
Mir persönlich ist besonders wichtig Dinge nicht nur deshalb so zu tun, weil man sie schon immer so getan hat, sondern auch den kritischen Blick auf sich selbst und seine Vorgehensweisen zuzulassen. Um Betriebsblindheit zu verhindern, erfordert es gnadenlose Introspektion. Ein Jubiläum kann Anlass dazu geben, seine Vorgehensweisen und Prozesse kritisch zu durchleuchten. Schließlich ändert sich ja auch immer etwas. Wir werden älter. Wir haben geheiratet. Wir haben nun neben dem großen Kind Schloss auch zwei kleine Kinder. Die Welt um uns herum verändert sich (Informationstechnik, Politik, Wirtschaft). usw.
Ich habe es kürzlich erst hier im Blog mit etwas anderen Wörtern geschrieben: "das einzige, das sicher ist, ist dass sich alles verändert". Der Trick ist nur, diesen Wandel vorausschauend mit zu gestalten und zu steuern, damit man nicht selbst im Strudel untergeht.
Die letzten 30 Jahre im Schloss haben dem Baudenkmal Schloss Zeilitzheim die grundlegende Restaurierung und Sanierung gebracht. Es sind nun fast alle Räumlichkeiten nutzbar gemacht worden. Die Herausforderung der kommenden Jahre wird sein, die geschaffene Basis zu erhalten und das Schloss weiter mit Leben zu erfüllen. Dies sind meine ersten Jubiläumsgedanken. Eine tiefer gehende Analyse der Vergangenheit und ein gezielterer Blick in die Zukunft wird noch nötig sein, um die nächsten Weichen zu stellen.