Zeilitzheims gepflasterter Marktplatz ist lebendiger Mittelpunkt des Dorfes. Hier werden die wichtigsten Feste des Jahres gefeiert.
Kreisarchivpfleger Hilmar Spiegel hat für die Beschilderung der historischen Gebäude Zeilitzheims den Marktplatz wie folgt beschrieben:
Der Marktplatz ist von alters her der zentrale Punkt unseres altfränkischen Dorfes.
Er weist eine in Franken nur sehr selten anzutreffende trapezförmige Grundfläche auf.
In Nord- Südrichtung stehen sich das Rathaus (1696) gegenüber. Doppelstöckige Bauern- und Bürgerhäuser, eine Gastwirtschaft und ein spätbarockes Wohnhaus von 1801 mit großzügiger Treppen- und Toranlage umrahmen ihn.
Den Mittelpunkt bildet das Kriegerdenkmal, welches 1925 in unmittelbarer Nähe vom Dorfbrunnen und der Dorflinde errichtet wurde.
Das Pfarrhaus und die evangelische St. Sigismundkirche (1451) mit einer Gadenanlage (Kirchenburg) aus der ersten Hälfte des 18. Jh. begrenzen ihn an der Ostseite.
Seit Jahrhunderten ist dieser Platz geistiger und kultureller Begegnungspunkt.
Traditionell wurde an Kiliani, Mathei und Thomas Markt abgehalten.
1762 wird ein solcher erstmals schriftlich erwähnt.
1768 vereinnahmt die Gemeinde 23 Kreuzer "wegen der Märkte auszutrummeln". Letzter Markt um 1885.
Der Dorfvogt wachte darüber, dass an den Markttagen die Marktordnung strikt eingehalten wurde.
Unter der alten Dorflinde traf sich seit je her die Dorfjugend zu Plaudereien und Tanz.
1715 wird die Kirchweih an Johanni unter der Linde schon genannt, als dem Schultheißen durch den Vogt befohlen wird, der versammelten Bürgerschaft einen "Hauptmann" vorzustellen, der den Plantanz mit Bürgersöhnen aufführt.
Der letzte Plantanz fand in Zeilitzheim 1819 statt.
Die Tradition wird jedoch an der "Zalzemer Kerm" weitergeführt und gepflegt.
Sie ist mit ihrem Umzug und dem Festgeschehen im ganzen Umkreis bekannt.
Dieser Platz erlangte zur Zeit der Hexenverfolgung eine unrühmliche Bedeutung.
Unter Folter und Tortur sagten Zeilitzheimer Frauen 1616 im "Hexenturm" in Gerolzhofen aus, "sie hätten mit dem Pfiffer (Teufel) nach dem Lied "Pfeifen wir den Firlefanz, zu den Burlebanz" um die Dorflinde getanzt.
Auch Männer aus Zeilitzheim teilten dieses Schicksal, als sie nach erpresster Aussage den Flammentod auf dem Scheiterhaufen erlitten.
Direkt vor dem Rathaus befindet sich unter dem Pflaster eine Siedlungsstelle aus der Jungsteinzeit (4000 vor Chr.).
Bei der Erstpflasterung des Platzes 1831/32 wurde vor der Dorflinde eine Viehwaage eingebaut, welche 1999 aufgelassen wurde.
Der unter Denkmalschutz stehende Platz erfuhr 1990 eine Neugestaltung. Dabei wurde der gesamte Teerbelag entfernt und Teile des historischen Dorfpflasters wieder eingebaut.
Bei seiner Einweihung 1994 wurde auch das renovierte Rathaus der Bürgerschaft übergeben.