Samstag, 26. Dezember 2009

2009 - ein persönlicher Rückblick

Es war ein Jubiläumsjahr voller runder Zahlen: Wir schreiben 2009. Vor 330 Jahren begannen die Bauarbeiten am Schloss, am 27. Dezember 1679 durch Baumeister Andreas Kessler, Steinmetz aus Zeil, mit 14 Gesellen. Vor 40 Jahren erblickte ich das Licht der Welt. Vor 30 Jahren erwarben meine Eltern das Schloss in sehr, sehr schlechtem Zustand. Und vor 10 Jahren wurde ich Eigentümer des Schlosses und stieg mit meiner Mutter ins Geschäft ein.

Eigentlich wollte ich einen Jahresrückblick schreiben. Da ich jedoch kaum mehr als 10 Minuten am Stück finde, in denen ich ungestört schreiben könnte, wird es wohl eher eine Aneinanderreihung kürzerer Beobachtungen werden, als ein Jahresrückblick, der diesen Titel verdienen würde.

Es gibt natürlich jede Menge Statistiken (Zahlen von Veranstaltungen, Besuchern, Feiern, Übernachtungen). Vielleicht streue ich auch noch die eine oder andere Zahl hier ein. Zuerst möchte ich jedoch auf das zurück blicken, was sich so rein gar nicht quantitativ betrachten lässt: das vergangene Jahr in Hinsicht auf unsere Kinder.

Katharina stieg im Kindergarten von der Gruppe der Blumenkinder zur Käfergruppe auf und Isa besucht seit September nun auch den Kindergarten in Stammheim. Beiden Kindern macht es Spaß in den Kindergarten zu gehen und wir merken, wie sehr ihnen diese zusätzlichen Eindrücke und Erfahrungen gut tun. Katharina spielt besonders gerne im Freien und liebt alles in der Natur. Aber auch Musik macht ihr Spaß und so hat sie auch einmal in der Woche den ersten Musikunterricht. Isa lernt als Zweitgeborene alles sehr schnell und hat, nachdem Katharina inzwischen aufs Fahrrad umgestiegen ist, das Laufrad "fahren" in Blitzesschnelle erlernt. Sie wünschte sich zu Weihnachten nichts sehnlicher, als eine Klingel für ihr Laufrad und hat diese am ersten Weihnachtsfeiertag schon eifrigst am Objekt ausprobiert. Als Nächstes dürfen sich die Kinder nun beide an Rollschuhen versuchen - mit den erforderlichen Knie- und Ellbogenschonern natürlich.

Kati hat in diesem Jahr für uns privat einen umfangreicheren Kräutergarten angelegt und auch eine große Kirschtomatenernte eingefahren. Auch Paprika gab es und zu meiner großen Freude auch scharfe Paprikaschoten und Koriander. Wir verbrachten viel Zeit und so manche Mahlzeit in diesem Jahr im Freien, was vor allem die Kinder sehr genossen.

Im Sommer war Kati mit den Kindern für zwei Wochen bei ihrer Familie in Ungarn, hauptsächlich am Plattensee, aber auch in Budapest. Großstadtleben mit U-Bahn und Straßenbahn ist für die Kinder eine aufregende Zeit, im Vergleich zu ihrem eher beschaulichem Leben auf dem Dorf. Der Familienbesuch tat den Kindern sehr gut. Sie wachsen ja auch zweisprachig auf, aber es ist eben doch etwas anderes, wenn man sich dann auch voll in der anderen Kultur bewegt. Es kommt neues Vokabular, das über das der alltäglichen Gespräche und Geschichten hinausgeht. Vor allem aber sind es die kulturellen Unterschiede, die gepflegt und zelebriert werden sollen. So besucht Kati mit den Kindern hin und wieder auch ein Treffen von ungarischen "Expats", das speziell auf die Kinder ausgelegt ist.

Das Strohwitwerdasein in diesen zwei Wochen hat mir jedoch so gar nicht behagt (einen "Zwischenbericht" dazu hatte ich im Blog schon gegeben. Anfangs dachte ich, ich würde die "gewonnene Zeit" ohne das geschäftige Treiben der Kinder gut nutzen können, um an meinem Buch zu arbeiten. Die Zeit ohne Kati und die Kinder war jedoch alles andere als förderlich für das Schreiben, denn es tat sich eine emotionale Leere auf. Im nächsten Jahr werde ich auf jeden Fall zumindest für 7-10 Tage wieder mit nach Ungarn fahren. Die Arbeit soll mich davon nicht abhalten bzw. wird so strukturiert, dass es geht. Das ist kein Vorsatz, sondern eine Entscheidung.

Nach diesem Nachdenken über die familiären Meilensteine des Jahres 2009 habe ich nun so gar keine Lust über die "harten Zahlen" und Statistiken zu schreiben. Vielleicht muss es einfach einen zweiten Rückblick geben...

Candy

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