Sonntag, 9. August 2009

Überschäumendes Bier - der Brauer gibt Antwort

Im Mainschleifen-Kurier, dem Mitteilungsblatt für den Gewerbeverband Volkach, las ich in der Augustausgabe eine Stellungnahme des Brauereibesitzers der Krautheimer Brauerei, Friedrich Düll, zu überschäumenden Bier. Dies scheint in den vergangenen Wochen ein Problem gewesen sein, soll aber nun gebannt sein. Da ich die Stellungnahme nicht auf der website der Brauerei fand und ich bereits über die Brauerei hier im Blog berichtet habe, möchte ich die Information des Brauereichefs hier teilen:

Überschäumen... endlich erledigt

Lästig war es allen, das Überschäumen der Pils- und Weizenbiere nach dem Öffnen der Flaschen in den vergangenen Monaten. Bierfreunde wunderten sich, Bierbrauer staunten und die Brauereitechnologen suchten nach der Ursache dieses Phänomens, das in manchen Jahren vorkommt. Die Erklärung ist so einfach wie natürlich: Braugerste und Brauweizen haben unter besonderen Aufwuchs- und Erntebedingungen manchmal die Eigenschaft, dass die daraus gebrauten Biere beim Öffnen teilweise zum Überschäumen neigen. Dieser Effekt kann - abhängig von der Biersorte aber auch zwischen verschiedenen Chargen von Braumalz - unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Bekannt ist das Phänomen der spontanen Kohlensäureentbindung auch bei anderen Getränken wie Apfelschorle oder auch Minberalwasser.

Unser Bier ist ein echtes Naturprodukt. Es wird allein aus Wasser, Malz, Hopfen und Hefe hergestellt. Die Rohstoffe des Bieres (ausschließlich einheimische Gerste und Weizen aus Vertragsanbau direkt vom Landwirt) sorgen dafür, dass Bier grundsätzlich eine Neigung zum Schäumen aufweist. Dies ist auch gewollt, da sich ohne selbstständiges Aufschäumen auf einem Glas eingeschenkten Bieres die gewünschte appetitliche Schaumkrone nicht einstellen würde.

Jahrgangsbedingte Schwankungen in der Eigenschaft von Gerste und Weizen werden normalerweise durch die Kunst des Brauers ausgeglichen. Allerdings gelangen wir manchmal auch an unsere Grenzen, da uns das deutsche Reinheitsgebot keine Zusätze, die das Überschäumen verhindern würde, erlaubt und wir das auch nicht wollen. Generell aber hat das Schäumen keine Auswirkungen auf die Qualität oder den Geschmack des Bieres, es kann nur lästig sein.

Also, unser Bier wird gebraut wie eh und je und die neue Ernte von Gerste und Weizen sorgt für normal schäumende Biere, das Überschäumen ist vorbei.

Ihr Friedrich Düll


Hier kann man sich die Seite im Original ansehen: Mainschleifenkurier 8-09, s. 14.

Ich habe dazu noch etwas recherchiert. In einem Forumsbeitrag von "CrossFire" bei bier.de aus dem Jahr 2007: "Gushing: Unter Gushing versteht man das Wildwerden und Hochschäumen des Bieres beim Öffnen der Flasche. Dieser unschöne Effekt tritt in manchen Jahren verstärkt auf und schädigt das ansehn der Brauerei. Ursache: Fusarium (schimmelpilze) bei falscher lagerung des Malzes"

Egal was der Grund für das Phänomen ist, alle Quellen waren sich darüber einig, dass es nur eine lästige Seitenerscheinung ist, die keinerlei negative Auswirkung auf Geschmack oder Qualität des Bieres hat. Respekt an die Krautheimer Brauerei für den offenen Umgang mit ihren Kunden!

Cooler