
Foto: Schild an einem alten landwirtschaftlichen Anhänger. Den "Dorfschmied" Walter Pickel gibt es in Zeilitzheim nun nicht mehr. 4-stellige Postleitzahlen und 3-stellige Telefonnummern gibt es ja auch nicht mehr. In der Alten Schmiede hat sich inzwischen das "Forum Wohnenergie" eingerichtet.
Hilmar Spiegel hatte für die Beschilderung historischer Gebäude getextet:
Seit dem Mittelalter befand sich die Zeilitzheimer Dorfschmiede im Untergeschoss des Rathauses am Marktplatz und war auf der Südseite mit einer offenen Beschlaghalle, Amboss und Esse ausgestattet.
1822 wurde sie in das "Ochsenhirtenhaus" (Armenhaus der Gemeinde) an den Gänsewasen verlegt.
Ab 1850 wechselten sich mehrere Schmiedemeister im Dorf mit ihrem Handwerk ab.
Zeitweise übten gar drei gleichzeitig ihren Beruf hier aus.
Das an dieser Straßenkreuzung befindliche Schmiedegebäude mit seinen gewölbten Fenstern stammt aus neuerer Zeit. Ihr Vorläufer befand sich als Vorbau am Hs.-Nr. 11.
Die kleine Halle, dort von Schmiedemeister Michael Pickel 1895 errichtet, war bald zu klein geworden und so verlegte der geprüfte Hufschmied Fritz Pickel 1924 seine Werkstatt hierher.
Der Huf- und Wagenschmied Willi Hüttner baute daneben eine Scheune mit Stallungen und brachte am Südgiebel zwischen seinen Initialen W H ein Hufeisen an mit der Jahreszahl 1948.
1960 wandelte sich die einstige Dorfschmiede zu einer Reparaturwerkstatt für Schlepper und Landmaschinen aller Art mit Fahrzeugbau.
Das große zweiflügelige, gewölbte Eingangstor aus Holz wurde 1964 ausgebaut und erweitert.
Im gleichen Jahr vergrößerte Walter Pickel die Schmiede durch einen Anbau nach Norden.
Am 01.11.1992 wurde die Dorfschmiede geschlossen.
Durch Umbauarbeiten im Jahre 2002 wurden Amboss und Esse entfernt.
0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen