Donnerstag, 26. Januar 2012

Wir müssen lernen, mit den Maschinen zu sprechen

Programmieren lernen im Grundschulalter

Heute veröffentliche Nico Lumma in seiner Kolumne beim t3n Magazin (online) einen Beitrag "Warum Kinder programmieren lernen sollten". Dies sei nicht nur erforderlich, weil die Zukunft halt digital ist, sondern weil es "vielen Leuten immer noch an einem grundsätzlichen Verständnis für die Funktionsweisen der digitalen Welt fehlt". Schüler sollen laut Lumma daher "eine Programmiersprache als zweite Fremdsprache" lernen. Er spricht mir damit aus der Seele.

Im Mai 2010 schrieb ich hier im Schlossblog einen Artikel "Programmieren im Grundschulalter" und kam u.a. zu folgender Erkenntnis:

"wenn unsere Kinder für die Zukunft gerüstet sein sollen, dann müssen sie nicht nur Sprachen im herkömmlichen Sinn lernen. Sie müssen auch lernen, wie man programmiert. Sie müssen lernen mit Maschinen und deren Schnittstellen reden zu können. Sie müssen lernen, welche Problemlösungen Technologie im Alltag lösen kann und wie man ihr dies beibringt. Sie müssen lernen, das Wissen, das bereits zugänglich ist, anzuzapfen und die Module an Code für ihre eigenen Zwecke umzuprogrammieren."

Nico Lumma weist in seinem Beitrag darauf hin, dass die "Internet-Nutzung mittlerweile ganz ohne Computerkenntnisse möglich ist", was einerseits gut ist, aber andererseits sei es für ihn "teilweise erschreckend zu sehen, wie wenig konzeptionelles Verständnis vom Internet bei vielen Nutzern existiert und wie wenig digitales Verstehen vorhanden ist." Er kommt daher auch zu dem Schluss: "Wir sollten uns ganz dringend überlegen, wie wir das Programmieren bereits Kindern und Jugendlichen vermitteln, da es immer essentieller wird für ihre Zukunft."

Volle Zustimmung. Wie gehen wir das an?

Lumma weist auf das Codeyear der Codeacademy hin, das durch die Teilnahme von New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg viel Öffentlichkeit bekam. Es braucht zu Beginn also prominente Botschafter (und mit prominent meine ich nicht solche aus der Klatschpresse, sondern Menschen, die Kindern und Jugendlichen ein Vorbild sind), die sich für dieses Ziel einsetzen (überhaupt als Vorbilder für den Spaß am Lernen). Mit Lernen meine ich auch nicht den Krampf, an den ich mich nur schemenhaft aus meiner Gymnasialzeit erinnern kann. Vor allem nicht das Konzept, das ein Lehrer 30 Schülern, die alle unterschiedliche Interessen und Begabungen haben, den gleichen Stoff (nur) für die Dauer bis zum Abruf der nächsten Klausur oder gar des Abiturs in die Köpfe hämmert. Aber das ist wiederum ein anderes Thema…

Ob ich selbst noch neben den vielen, teilweise neuen und immer spannenden Projekten erfolgreich das Codeyear durch arbeiten kann? Noch sind erst 3 Wochen "Lernstoff" nach zu holen. Und vielleicht kommt es ja doch noch dazu, dass das Erlernen einer Programmiersprache sich schon bald auch für die jüngeren Jahrgänge an den Schulen durchsetzt. Dann könnte ich es gleich mit meinen Töchtern zusammen lernen. Wie so oft beim Formulieren von Ideen und Visionen muss ich aber sagen, dass ich hier nur "vorsichtig optimistisch" bin. Es hilft also wie immer nur eines: Selber machen!

Artikel vom 27. Mai 2010 im Schlossblog: http://zeilitzheim.blogspot.com/2010/05/programmieren-lernen-im-grundschulalter.html

Ias am iPad

Wir Franken können es besser!

Roman Rausch vor dem Mikrofon

Gestern hatten Florian Kohl und ich für unseren Podcast schweinfurtundso.de den Autor Roman Rausch vor dem Mikrofon. Die Anregung den Roman zu interviewen, kam von Maria Shipley. Sie hatte kürzlich mit ihm korrespondiert, weil er, wie er uns im Podcast selbst erzählt hat, bei der Recherche für seinen Fernsehkrimi auf der Suche nach unterfränkischen Schimpfwörtern war. Bei Maria im Beutebayern Blog wurde er fündig. Das Internet macht's möglich!

Ich hatte Roman Rausch bereits bei der Verleihung des Weintourismuspreises im Februar 2011 in Iphofen, einer trockenen aber redenreichen Veranstaltung, erlebt. Ich hatte damals im Schlossblog über die Preisverleihung geschrieben. Entgegen meiner Behauptung im Podcast, die Weinkönigin habe damals nicht sprechen dürfen, sprach Melanie Unsleber sehr wohl. Es war beim 4. Weintourismussymposium am 25. Mai 2011, bei dem ich mich wunderte, dass trotz der vielen Grußworte die Weinkönigin Sabine Ziegler nicht zu Wort kam.

Aber zurück zu Roman Rausch: Unser knapp 42-minütiges Gespräch fand in der Stadtbibliothek Gerolzhofen statt, die sich gegen Ende des Interviews gut füllte, da Roman aus Berlin angereist war, um aus seinem neuesten Buch "Die Kinderhexe" vorzulesen. Ich habe selbst in Vorbereitung des Gesprächs mit Roman erst kürzlich zwei seiner Bücher gelesen, die vom Kriminalroman über den historischen Roman bis hin zum Psychothriller reichen. Für die Zukunft hat Roman viel vor. Aber: Hört selbst! Das Gespräch kann im Blog von schweinfurtundso, der auch die "shownotes" zur Folge enthält, angehört werden. Der Podcast lässt sich jedoch auch über iTunes abonnieren, so dass man ihn auf das mobile Endgerät seiner Wahl laden kann.

Ein herzliches Dankeschön an Frau Vogt, die Leiterin der Stadtbibliothek, dass wir noch während ihrer Vorbereitungen für den Vorleseabend dort podcasten durften!

Der Titel dieses Blogartikels, "wir Franken können es besser!", war übrigens Romans Schlusswort im Podcast.

Verwandte Beiträge im Schlossblog: http://zeilitzheim.blogspot.com/search?q=weintourismus

Montag, 23. Januar 2012

Januarerinnerungen: Die Flucht aus Schlesien

Beitrag von Marina von Halem

Der Januar ist ein schicksalsschwerer Monat in der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Am 27. Januar 1945 wurden die Gefangenen des Konzentrationslagers in Auschwitz befreit.

Auch für meine Familie und mich war der Januar 1945 mit Kummer und Not verbunden.

Am 27. Januar 1945 verließen wir unsere Heimat in Niederschlesien. Die Heimat verlassen, das bedeutete nicht einfach Umziehen. Es bedeutete sein Hab und Gut, Haus und Hof, die Tiere und Alles unwiederbringlich zu verlassen. Menschen haben das oft tun müssen und sich oft lebenslang nach der alten Heimat gesehnt. Meist aus Hungersnot, oder als Opfer der unzähligen Vertreibungen.

Im Januar 1945 ahnte man schon, daß es böse ausgehen würde. Wir, Eltern und Kinder standen abends am Fenster und sahen die Bomber in der Nacht gen Dresden fliegen. Sie vernichteten mit Brandbomben diese Stadt und alles, was in ihr lebte, zu 90%. Kann man sich wirklich vorstellen, was das bedeutete? Schon zu Weihnachten waren Flüchtlingstrecks aus dem deutschen Osten durch Schlesien gezogen. Noch nie war die Christnacht in der Kirche in Großburg so voller Menschen. "Gott ist unsre Zuversicht"...

Auf unserem Gut in Plohe wurde gepackt. Mein Vater stattete Wagen aus, die ein Verdeck bekamen. Mit ihnen würden wir den Treck im kalten Winter antreten. Viele Abende vergingen für ihn, den Landarbeitern auf dem Gut zu erklären, wie er die nächste Zukunft sah und sie ermutigte, mit uns zu ziehen. Sie taten es auch, aber nur für einen Tag und eine Nacht.

Also, am 27. Januar abends ging es los. Auch ich hatte ein Köfferchen gepackt mit meinen zwei Lieblingspuppen und den Kleidchen für sie, die meine Mutter genäht hatte und die ich gerade zu Weihnachten bekommen hatte. Ich war acht Jahre alt, hatte lange, dunkelblonde Zöpfe und war lang und schlaksig. Ich weiß nicht, wie viele Wagen sich vom Hof aus in Bewegung setzten: Ein Wagen für Pferdefutter, einer für Nahrungsmittel und Gegenstände, die man meinte retten zu müssen, einer für alle Kinder (mit den Kindern der drei Nachbarsfamilien waren wir sechzehn) und der Großmutter Richthofen. Der Fahrer unseres Wagens war Janek, ein Polenjunge. Auf Berge waren unsere Wagen nicht eingerichtet. Der Ruf der Großmutter: "Janek, die Bremse!" wurde, da er allzu oft erklang, von uns Kindern bösartigerweise nachgeäfft. Meine Mutter fuhr auch einen Wagen. Oft liefen auch mein Vater und meine Mutter neben den Wagen her. Nachts war mein Vater oft mit einem Reitpferd weg, um Nahrungsmittel zu organisieren. Einmal kam er mit einem Ochsen zurück, den er erschossen hatte.

Für die Unterbringung der ersten Nacht war meine Mutter, durch die Not couragiert, in die Kirche eines Dorfe gestürmt, durch das wir kamen, und erbat dort unser Nachtlager. 20 - 30 Menschen waren wir wohl, die dort auf Stroh nächtigten. Wo die Pferde untergebracht wurden, weiß ich nicht - der Pastor wollte sie nicht in der Kirche haben. Und die Leute des Hofes - die kehrten am nächsten Tag um. So elend hatten sie sich Treck nicht vorgestellt. (Sie verloren ihre Heimat später, sie wurden von den Polen vertrieben, denen man Ostpolen genommen und dafür Schlesien überantwortet hatte).

So ging es Tag für Tag und Nacht für Nacht. Wir zogen durch das Sudentenland, die Berge machten unseren Pferden sehr zu schaffen. Die Bevölkerung war noch da. Von den Bauern wurden wir liebevoll über Nacht untergebracht. In einer warmen Küche wurden wir Kinder in einer Wanne geschrubbt, es gab satt zu essen, und wir schliefen unter dicken Federbetten. Wir erreichten die Elbe und die Brücke, kurz bevor sie von deutschen Einheiten gesprengt wurde.

Was für mich das Schlimmste war? Daß unsere Jagdhündin Donna, die wir mitgenommen hatten, wieder nach Plohe zurückgelaufen war. Daß ich nicht wußte, was wohl mit den anderen Jagdhunden geschehen war. Und ob die Kühe irgendwie überleben konnten. Viele sahen wir ungemolken, mit prallen Eutern, auf verschneiten Feldern brüllen.

Im Frühjahr waren wir in der Oberpfalz angekommen, wo eine Tante lebte. Dort fanden wir Unterschlupf, bis sich das weitere Schicksal klären würde. Es war natürlich von entscheidender Wichtigkeit, ob die amerikanische oder die russische Armee in diesem Gebiet einrücken würde. Es waren die Amerikaner. Wir hatten überlebt, man suchte - mit Hilfe des Roten Kreuzes - nach Verwandten und Freunden, wartete auf Soldaten aus dem Feld.

Es begann ein neues Kapitel - die Nachkriegszeit.

stammbaum familie von richthofen

Sonntag, 22. Januar 2012

Wir naiven Leistungsträger an der Front

Eindrücke vom Tourismuscamp in Eichstätt

Zum dritten Mal war ich in den vergangenen drei Tagen beim Tourismuscamp (Hasthtag #tc12) in Eichstätt dabei. Hier treffen sich all diejenigen, die an der Schnittstelle zwischen offline und online im Tourismus tätig sind. Viele namhafte Firmen der Branche sind hier vertreten. Ich möchte sie hier nicht aufführen, aber man findet die Teilnehmerliste hier: Teilnehmerliste Tourismuscamp 2012.

Als Hotelier war ich beim Tourismuscamp einer der Vertreter der "Leistungsträger", also der Betriebe vor Ort, der letzten Kette im Tourismus, die den Kundenkontakt bei der eigentlichen Reise hat. Leider waren nur wenige Leistungsträger dabei. Vielmehr waren viel mehr Leistungsforderer dort, was ich auch in Ordnung fand. Von den Leistungsträgern muss man auch Leistung fordern. Die Hotellerie wurde jedoch in der einen oder anderen Session schnell mal als unwissend und unmotiviert hingestellt. Während das ja leider oft auch stimmt, gab es aber auch verteidigende Stimmen für die Leistungsträger: Diese sollen den Service am Gast pflegen und sich nicht auch noch mit dem ganzen Marketinggedöns beschäftigen, das den Tourismuscampern so eigen ist.

Natürlich sind das alles nur Pauschalaussagen, die deswegen für sich alleine genommen nicht stimmen können. Es gibt sehr wohl auch (sogar kleine) Leistungsträger, die sich mit Konzepten, Zielen und Kennzahlen beschäftigen. Und es gibt auch Hoteliers, die sich trotz einer hervorragend ausgeübten Gastgeberrolle auch mit Social Media und um die eigene Fortbildung kümmern. Klar ist aber, dass wir Leistungsträger an der Front ALLE noch sehr viel lernen können, und dies auch müssen, wenn die Branche als Ganze Erfolg haben soll. Die Hoteliers als kleinkariert und unfähig zu beschimpfen, wird weder ihnen noch ihren Beratern jedoch aus der Misere helfen.

So haben gerade die Berater, die bei solchen Veranstaltungen zahlreich vertreten sind, eine ganz wichtige Rolle. Ich habe einige hervorragend BeraterInnen, die ich teilweise schon persönlich kannte, in Eichstätt besser kennen und schätzen gelernt. Diejenigen, die ihren eigenen Erfolg am Erfolg ihrer Kunden messen, sind sicherlich auf dem besten Weg. Aber auch die Touristiker der Destinationen, selbst und gerade der kleinen DMOs (Destination Marketing Organisationen) auf Landkreisebene (wobei ich diese "politische" Raumtrennung für überholt halte) bzw. Regionsebene könnten eine wichtige Rolle spielen. Leider tun sie es viel zu selten (das scheint Konsens zu sein, unabhängig von der Region).

Welche "Player" am Markt zu welchem Zeitpunkt der "customer journey" von (Reise-) Inspiration, Suche, Buchung, Vorbereitung, Reise und Reflektion eine besondere Relevanz haben, hat Uwe Frers von escapio in seiner Session sehr schön aufgezeigt (hier der Link zu einer früheren Version der Präsentation). Auch dazu gab es jedoch noch Diskussion. Zum Beispiel: Auch wenn es nicht zur Primärfunktion einer DMO gehört - warum sollte sie nicht auch eine Buchungsfunktion auf ihren Internetseiten anbieten, wenn es doch funktioniert? Vermutlich, weil es eben doch nicht funktioniert und die Aufgaben der Kernkompetenz, nämlich den Reisenden bei der Reisevorbereitung zu helfen und während des Aufenthaltes vor Ort zu beraten, unter solchen "Ausflügen" leiden. Aber das Problem ist ja schon mal grundsätzlich, dass sich Touristiker auf DMO Ebene gar nicht erst auf solche Barcamps, wo ein offener Austausch innerhalb der Branche stattfindet, begeben. Sie verbringen ihre Zeit lieber auf Verbrauchermessen, wo sie an Messeständen gedruckte Kataloge an Rentner und Reisejournalisten von Lokalzeitungen verticken. Grausame Welt. Nicht dass ich Rentner und Reisejournalisten nicht schätze (das Gegenteil ist der Fall). Aber erfolgreich ist das nicht, wenn auch ein sehr beliebter Sport unter Touristikern. Sie meinen jedoch dann meist, die Lokal- und Regionalpoliker, die ihre Gehälter schließlich bezahlen, würden das von ihnen verlangen.

Die Bedeutung des "mobile web", das in den vergangenen Jahren beim Tourismuscamp immer so betont wurde, ist mittlerweile schon für eine breite Bevölkerungsmasse Realität geworden und wird in den Stationen der "customer journey" schon eifrig genutzt. Diejenigen, die sich trotz besseren Wissens (oder Dank schlechter Beratung) nicht darauf vorbereitet haben und dennoch auf statische Seiten und Buchungssysteme setzen, haben nun das Nachsehen (wenn sie es auch oft gar nicht selber merken). Dies sind eben immer oft diejenigen, die noch immer nicht zuhören. Und es wohl auch nicht so schnell tun werden. Jetzt wird jedenfalls schon lange nicht mehr über die Bedeutung des Social Web im Allgemeinen für den Tourismus oder über den Einsatz von Facebook gesprochen. Das hat sich schon längst etabliert. Jetzt sprechen wir zum Beispiel über die Anwendungsmöglichkeiten von Near-Field Communication (NFC) und Open Data. Zumindest an der "Front". Beim Tourismuscamp. Ein Dankeschön an das Team von Tourismuszukunft und an die Sponsoren!

Nachtrag 20:46 Uhr: Auch und gerade den Studierenden der KU Eichstätt "TOPAS" sei besonders gedankt für die gute Betreuung und Organisation inkl. check-in, Livestream etc.

Nachtrag 2: Eric Horster, dessen Session mich natürlich zum obigen Kommentar angeregt hat, bietet Hintergrundinformationen zu NFC an: eric-horster.de

Nachtrag 3: Wirtin Sonja Wurth vom Jägerstüble in Oberharmersabch hat sehr nett und verständnisvoll (danke!!!) auf meinen Artikel hier reagiert: Jägerstüble.

Nachtrag 4: Es enstand durch meinen Artikel hier und da der Eindruck, Hoteliers seien respektlos auf dem Tourismuscamp behandelt worden. Bitte meine Antwort auf Tim Schütrumpf in den Kommentaren dazu lesen!

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Samstag, 21. Januar 2012

Aufenthalt bei Kollegen

Die Trompete - Braugasthof im Altmühltal

Als Hotelier reise ich natürlich immer mit offenen Augen, besonders wenn ich in einem Hotel wohne. Blicke hinter die Kulissen sind natürlich besonders interessant, aber einfach auch zu sehen "wie macht es der Kollege?" ist gut.

Ich bin jetzt, zum dritten Jahr in Folge, beim Tourismuscamp in Eichstätt. Wie auch in den Vorjahren wohne ich im Braugasthof Trompete. Sicherlich könnte ich mehr Erfahrungen sammeln, wenn ich jedes Jahr woanders wohnen würde. Aber in der Trompete fühle ich mich einfach wohl. Außerdem macht der Kollege Schmidramsl und sein Team viel sehr gut, auf das es lohnt den Blick zu wenden.

Gerade Social Media werden vom Team der Trompete sehr geschickt eingesetzt. So habe ich meine Zimmerbuchung für dieses Jahr sehr unkompliziert über die Facebookseite der Trompete durchs einen Kommentar getätigt. Ruckzuck meldeten sich im Konversationsstrang weitere Freunde, die auch in den Vorjahren dabei waren, dass sie ihr Zimmer noch gar nicht gebucht haben. Sie taten sich direkt auf der Facebookseite zu einer Zimmer-WG in der Trompete zusammen.

Weil ich von Jahr zu Jahr mit der Buchung früher dran war, konnte ich mich von einem einfacheren "Radlerzimmer" zum - wie ich finde - schönsten Zimmer in diesem Jahr "hoch arbeiten". Ein Vorteil dieses Zimmers: Das im Hotel kostenlos angebotene WLAN hat in diesem ein sehr gutes Signal. Das System, das es dem Gast erlaubt sich in das kostenlose WLAN ein zu loggen, habe ich übrigens hier in der Trompete vor drei Jahren kennen gelernt und inzwischen bei uns Zuhause im Hotel Schloss Zeilitzheim für unsere Gäste eingesetzt.

Wer ein Hotel im Altmühltal sucht, ist in der Trompete bestens aufgehoben!

Link: Hotel im Altmühltal


Freitag, 20. Januar 2012

Letzte Atemzüge einer guten Sache

Wird das Fränkische Wein- und Kulturland überleben?

Dem Vorstand unseres Regionalentwicklungsvereins gehörte ich bis Ende 2008 zuerst ein paar Jahre lang als Arbeitskreisleiter für Öffentlichkeitsarbeit und dann sechs Jahre lang als Vorsitzender an. Mit der gestrigen Jahresversammlung in Stammheim zeigt sich jedoch, dass es den Verein bald nicht mehr geben könnte.

Zu erfolgreich waren wir wohl in den letzten 15 Jahren seit Gründung des Vereins "Fränkisches Wein- und Kulturland der Gemeinde Kolitzheim (FWK)". Für viele Tätigkeiten konnten wir genügend Verständnis seitens des Gemeinde gewinnen, so dass viele dieser Aufgaben inzwischen auch schon dort angesiedelt sind. Kämpften wir anfangs noch hartnäckig um jedes Projekt, hat sich unser Bürgermeister Horst Herbert inzwischen viele dieser auf die eigenen Fahnen geschrieben.

Über die grundsätzlichen Fragen, wie der Verein sich künftig ausrichten und organisieren soll, gibt es verschiedene Meinungen. Meine eigene spielt dabei als nicht-mehr-Vorstandsmitglied nur eine sehr untergeordnete Rolle. Ich bin der Meinung, dass diejenigen, die jetzt die Arbeit machen und den Verein führen, auch diese Entscheidungen treffen und sie mittragen müssen. Der Vorstand hat bei den gestrigen Neuwahlen jedoch durch die Bank verkündet nicht mehr zur Wahl zu stehen. Lediglich die Schatzmeisterin bot sich an künftig als Kassenprüferin tätig zu werden. Auch bei den wenigen erschienenen Mitgliedern war niemand dabei der sich bereit erklärte, die Geschicke des Vereins weiter zu lenken. Es bleibt also nichts weiter, als eine weitere außerordentliche Versammlung Mitte März einzuberufen, bei der ein letzter Versuch gemacht werden soll, einen Vorstand zu wählen. Klar ist aber, dass wenn dieses Vorhaben scheitert, der nächste Schritt die Vereinsauflösung wäre.

Ich sehe das trotz der über die Jahre vielen in den Verein und die gemeinsamen Vorhaben investierten Stunden momentan recht unemotional. Dass vieles erreicht wurde ist klar und wurde auch entsprechend gewürdigt, zum Beispiel durch einen mit EUR 15.000,-- dotierten Preis für "zukunftsfähige Landnutzung" seitens des Bayerischen Staatsministeriums für Landwirtschaft und Forsten, 2005. Dass vieles, was der Verein geleistet hat nun nicht mehr auf dieser Ebene geleistet werden müsste, sondern durch andere Strukturen erledigt werden könnte, scheint sich ebenfalls abzuzeichnen.

Nicht ganz klar ist mir, warum dann noch jetzt auf Gemeindeebene Geld in einem größeren fünfstelligen Betrag ausgegeben wird für Produkte, die 1. nicht mehr zeitgemäß und 2. auf dieser Ebene gar nicht notwendig sind. Das ist natürlich nur meine Meinung, die ich in den letzten Jahren allerdings mehrfach geäußert habe, wenn ich danach gefragt wurde. Gleichzeitig habe ich immer betont, dass der Vorstand des Vereins und die Gemeinde, wenn sie denn diese Produkte wollen und das Geld dafür ausgeben wollen, es halt eigenverantwortlich tun sollen. Die Mitglieder zu stark in diesen Prozess einzubinden, wenn sie sich sonst auch nicht einbringen, halte ich für schwierig. Andernfalls wird immer wieder von Anfang an neu zu diskutieren versucht über jedes Foto auf jeder Seite jeder Broschüre.

Unklar ist jetzt jedenfalls, wohin die Reise geht. Das von EU und Gemeinde geförderte neue Entwicklungskonzept (d.h. neue Broschüren) wird vom jetzigen Vorstand noch "abgewickelt". Ob sich der Verein dann mangels neuer Gesichter und vor allem neuer Macher auflösen wird? Es will sich wohl niemand mehr verschleißen für Aufgaben, die innerhalb der Gemeinde ohnehin kaum gewürdigt werden und (mit dieser Meinung bin ich jedoch vielleicht alleine) gar nicht mal benötigt werden. Aber jedes Ende kann ja auch ein neuer Anfang sein. Der Nährboden für neue Ideen und Konzepte ist nach 15 Jahren aktiver Arbeit in Sachen Regionalentwicklung jedenfalls sehr fruchtbar. Es fragt sich nur, ob sich neue, widerstandsfähige Keimlinge und solche Menschen, die diese behutsam aber unbeirrt pflegen können, finden werden.

Nachtrag 27.1.2012: Am 26.1. schaffte es diese Versammlung auch in die "Tageszeitung". Der Bericht der Main Post war am 25.1. nachmittags "schon" online zu lesen.

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Donnerstag, 19. Januar 2012

Monkey Dance und Meeresschildkröten

Ein Ausflug in die Vergangenheit mit Sorya Lippert

Gestern hatten Floh und ich die kürzlich mit der Bayerischen Staatsmedaille für soziale Dienste ausgezeichnete Schweinfurter Stadträtin Sorya Lippert in unserem Podcast Schweinfurtundso zu Gast. Zu Sorya haben meine Eltern und ich seit der gemeinsamen Zeit in Pakistan Anfang der 1970er Jahre Kontakt. In unserem gestrigen Gespräch deckten wir noch weitere Gemeinsamkeiten auf. Vor allem meine Kindheitserinnerungen an Karachi wurden im Gespräch wieder geweckt. Ach ja: Wer will noch beim Bollywood Tanzkurs in Schweinfurt mitmachen? Im Podcast erfahrt Ihr (nicht nur) darüber mehr.

Link zum Podcast: http://schweinfurtundso.de/schweinfurtundso-folge-34-kein-soziales-feigenblattchen

Verwandte Beiträge:

Erinnerungen

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Samstag, 14. Januar 2012

Die Königin ist tot. Lang lebe die Prinzessin!

Weinköniginnenwahl ohne Wahl

Gestern wurde bekannt (siehe Artikel Weinbauverband), wer die 57 fränkische Weinkönigin sein wird: die 20-jährige Lehramtsstudentin Melanie Dietrich aus Fahr am Main. Normalerweise wird die Weinkönigin ja in einer großen Gala in mehreren Wahlgängen gewählt. Warum steht die Weinkönigin für das Amtsjahr 2012/2013 dann bereits jetzt fest? Ganz einfach: Es gab nur diese eine Bewerberin für das Amt.

Dass es nur eine Bewerberin für das Amt der Weinkönigin gibt, gab es laut Meldung des Weinbauverbands in Franken das letzte Mal vor 16 Jahren. In einem der Jahre, in dem ich selbst bei der Wahl dabei war, waren es sogar 5 Kandidatinnen für die Krone. Da taten mir die Mädels schon ein wenig leid, die sich alle in die Strapazen der Vorbereitungen stürzten, obwohl sie wussten, dass nur eine die Krone bekommen würde. Ein kleines Trostpflaster war dann immer, dass die zweitplatzierte Kandidatin zur fränkischen Weinprinzessin ernannt wurde. Vizekönigin, also, die Termine wahrnimmt, an denen die Weinkönigin selbst verhindert ist. In dem Jahr, als Marlies Dumbsky zur deutschen Weinkönigin gekrönt wurde, durfte die Weinprinzessin sogar die Krone der Königin für den Rest der Saison übernehmen.

Melanie Dietrich muss sich dieser Prozedur also nicht stellen, was natürlich nicht heißt, dass sie dem Amt nicht gewachsen ist. Sicherlich wird jedoch einiges anders sein für die Königin in spe, verglichen mit den Königinnen der vergangenen 15 Jahre. So wird die "Siegesfeier" in Fahr am Main sicherlich etwas weniger stürmisch sein, als die Feiern, bei der erst nach einer Zitterpartie die Gewinnerin fest stand. Eine solche Wahl und anschließende Feier habe ich ja selbst mit erlebt, als unsere Zeilitzheimer Weinprinzessin Jennifer Herbert 2006 zur Königin gekrönt wurde. Tagelang feierte Zeilitzheim. Eine Reihe schöner Fotos von Jenny, größtenteils aus unserem Freskensaal, hält die Gemeinde übrigens hier vor.

Kritisch meldete sich Sueddeutsche.de heute zum Umstand der unangefochtenen Wahl: "Der Grund muss zu denken geben, denn für das ehemals schönste Amt zwischen Alzenau und Altdorf meldete sich lediglich diese eine Bewerberin, eine 20 Jahre alte Lehramtsstudentin aus Fahr am Main." Und sogar der Bild "Zeitung" ist es eine Meldung Wert, die den Geschäftsführer des Weinbauverbands, Hermann Schmitt, zitiert: "Wir werden nachforschen, woran das gelegen hat".

Warum so wenig Interesse an der Wahl zur Wahlkönigin seitens der Prinzessinnen der Region in diesem Jahr? In Schweinfurt suchte man ja per Casting, in der engeren Auswahl per Voting die aus den letzten drei Kandidatinnen im kommenden März zu wählende Weinprinzessin (siehe Podcast Schweinfurtundso). Obwohl hier - im Gegensatz zum eigentlich höheren Amt der fränkischen Weinkönigin - das Interesse mit 34 Kandidatinnen sehr groß war, fand die Lokalzeitung dafür nur Spott: (siehe Glosse "Zeug gibt's", Schweinfurter Tagblatt vom 6.1.12, letzter Absatz). Ausser in dieser Glosse hat das Blatt den Abschluss des Online-Votings in Schweinfurt nicht weiter erwähnt. Bestraft für so viel Engagement wird Schweinfurt jetzt auch, indem die erstmals auf der schweinfurter Maininsel geplante Wahlveranstaltung durch eine kleinere Krönungsfeier in Würzburg ersetzt wird. So zitiert der Online-Dienst des Main-Echo Hermann Schmitt: "Statt der Wahl in Schweinfurt werden wir in Würzburg eine Feier veranstalten, bei der Sabine Ziegler gebührend verabschiedet und ihre Nachfolgerin gekrönt wird".

Ist das der Anfang vom Ende für die Institution der Weinkönigin? Vielleicht ist es ja auch eine große Chance, wenn Melanie den Umstand der unangefochtenen "Wahl" zum Anlass nimmt ganz neue Wege beim Ausfüllen des Amtes zu gehen. Mich würde zum Beispiel freuen, wenn es mehr authentische Berichte und Blicke hinter die Kulissen der Arbeit der alleinherrschenden Weinkönigin geben würde, anstatt nur die gewohnten Pressemitteilungen und Foto-Op Bilder. Ein Königinnenblog, etwa.

Ganz fair ist es wahrscheinlich nicht, wenn wir alle Melanie Dietrich besonders beobachten. Aber umso besser wird sie ihre Arbeit, das Frankenland und seinen Wein zu repräsentieren, wohl machen. Ich wünsche ihr schon mal viel Erfolg! Gespannt blicke ich aber auch auf die Ereignisse in Schweinfurt, wo es im März dann eine Gala mit Wahl der ersten Schweinfurter Weinprinzessin geben wird.

Verwandte Beiträge: http://zeilitzheim.blogspot.com/search?q=weinprinzessin

Foto: Die amtierende Fränkische Weinkönigin, Sabine Ziegler

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Mittwoch, 4. Januar 2012

Bedienung! Zwoa Hoibe!

Der Biergarten feiert heute 200. Geburtstag

Über den DEHOGA Bayern (dem ich allerdings nicht mehr angehöre) erfuhr ich über Facebook durch eine Umfrage, dass der Biergarten heute 200. Geburtstag feiert. Dazu gratuliert der Verband, steigt jedoch mit der Umfrage gleich in ein umstrittenes Thema ein und signalisiert durch die möglichen Antworten schon in welche Richtung das gehen kann (zumindest wenn man nur die Fans des Verbands befragt, die vermutlich fast ausschließlich Wirte sind). Folgende Frage und möglichen Umfrageantworten werden nämlich gestellt:

Was halten Sie von der Tradition, dass Gäste Mitgebrachtes verzehren dürfen?

a) Finde ich gut, genau das macht einen Biergarten aus
b) Ist mir egal
c) Überhaupt nichts, da verdient der Wirt nichts mehr.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt... Ich finde die Biergartentradition tagsüber seine Speisen selbst mitbringen zu dürfen jedenfalls sehr schön. Das rückt die Brautradition näher in den Fokus eines Biergartenbesuchs. So finde ich es auch besonders schön, dass man im Bamberger Schlenkerla, auch in den Innenräumen, auch heute noch tagsüber Speisen mitbringen darf und sich ein paar Halbe Rauchbier vom Eichenfass zapfen lassen kann (über das Schlenkerla hatte ich hier schon mal berichtet).

Ein Dekret des Bayerischen Königs Maximilian I. vom 4. Januar 1812 erlaubte den Bierbrauern über ihren Kellern von Juni bis September ihr Bier auszuschenken (siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Biergarten).

Das Recht seine eigenen Speisen in den Biergarten mitzubringen wurde sogar in der jüngsten Geschichte in der Bayerischen Biergartenverordnung von 1999 verschriftlicht. Im Gegenzug kommt man den Wirten hinsichtlich der Lärmschutzregelungen entgegen. Genau genommen wird in der Verordnung nicht das Mitbringen von Speisen genehmigt, sondern es wird die Betriebszeit im Freien auf spätestens 23 Uhr festgelegt, was unter anderem durch "die traditionelle Betriebsform, speziell die Möglichkeit, dort auch die mitgebrachte, eigene Brotzeit unentgeltlich verzehren zu können, was ihn von sonstigen Außengaststätten unterscheidet" begründet wird.

Auch die Lokalzeitung hat heute eine Meldung zum Jubiläum der bayerischen Biergärten veröffentlicht. Allerdings greift diese auf eine DPA-Meldung von Sabine Dobel zurück. Regionale Bezüge oder Recherche zum Thema Biergärten fehlen dort jedoch (noch). Dafür wird fleißig Werbung für München gemacht und die dortige Tourismuschefin Gabriele Weishäupl zitiert, die "2012 zum Jahr des Biergartens erklärt".

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass in unserer Region der Wein sich wieder fest etabliert hat und das Bier eine eher untergeordnete Rolle eingenommen hat (unser "Nachbar", der Krautheimer Brauer Friedrich Düll, der auch seit Juni 2011 Präsident des Bayerischen Brauerbundes ist, würde mir bestimmt widersprechen). Jedenfalls ist Zeilitzheims eigene stolze Braugeschichte eben das: Geschichte. Auch bei uns in Zeilitzheim gab es nämlich einmal drei Gastwirtschaften und eine Brauerei und einen Sommerausschank über dem Felsenkeller an der Brünnstadter Straße.

Bei welchen Biergärten unserer Region ist das Mitbringen eigener Speisen ausdrücklich erlaubt? Groß geworben wird damit jedenfalls nicht. Aber ich werde meine Augen im Sommer offen halten und dann im Schlossblog noch einmal berichten.

Ach ja, nochmal zur oben genannten Umfrage des DEHOGA Bayern bei Facebook haben sich in den ersten 6 Stunden nur zwei Nutzer geäußert: einem ist es egal und einer hält überhaupt nichts von der Tradition, weil der Wirt ja nichts mehr verdient...

Foto: Ein Fastenbier im Schlenkerla

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Dienstag, 3. Januar 2012

Heimat ist leise. Aber schön.

Jahresprogramm des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege e.V.

Seitdem ich vor einigen Jahren als Gastgeber einer Vorbesprechung einer Landestagung des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege dabei war, bekomme ich jedes Jahr dessen sehr umfangreiche Broschüre "Jahresprogramm und Kulturfahrten". Was der Landesverein so alles auf die Beine stellt ist wirklich beachtlich, findet nur, glaube ich, noch nicht die Beachtung, die es verdient.

Selbsterklärtes Ziel des Landesvereins für Heimatpflege: "Der Landesverein will alle Menschen in Bayern dazu ermutigen, ihr kulturelles Leben selbst in die Hand zu nehmen und qualitätvoll zu gestalten" (Martin Wolzmüller, Geschäftsführer des Landesvereins, im Vorwort zur Broschüre). Weiter schreibt Wolzmüller: "Nutzen Sie unser Angebot und tragen Sie in ganz Bayern dazu bei, dass unsere Heimat in all ihrer Vielfalt und eigenen Prägung bunt, selbstgestaltet und lebenswert bleibt". Nicht also staubtrockenes Geschichtstümeln und Heimatromantik. Oder nicht nur. Sondern auch zukunftsträchtige Themen werden im Landesverein angefasst.

So leitet Wolzmüller selbst zusammen mit Dr. Wolfgang Pledl die erste Veranstaltung des Jahres in der Geschäftsstelle in München: "Arbeitstreffen der bayerischen Heimatpfleger" zum Thema "Windkraft, Photovoltaik und Biogas. Erneuerbare Energien im Blickfeld der Heimatpflege" am Samstag, 11.2.2012. Ausdrücklich kann und soll hier in einer offenen Gesprächsrunde hier auch Kritik geübt werden oder Probleme angesprochen werden. So wird auch ein Thema angesprochen, das unser Schloss auch betreffen könnte: Photovoltaikanlagen auf Dächern denkmalgeschützter Häuser. Eine solche hat man uns bislang (auch wenn die Anfrage nicht durch konkrete Pläne bedingt war, sondern rein interessehalber erfolgte) seitens der unteren Denkmalbehörde als so gut wie aussichtslos auf erfolgreiche Beantragung bescheinigt.

Das Thema "Verschandelung der Landschaft durch Windräder" wurde in den vergangenen zwei Jahren auch schon kräftig bei uns in der Gemeinde und in der Region diskutiert. Zum Thema "Ausbau der Windenergie" in Bayern sprach Martin Wolzmüller am 19.5.2011 schon mit dem Bayerischen Rundfunk. Das Interview bei Radio Bayern 2 ist noch in der ARD Mediathek abrufbar. Als Alternative für Windenergie "in der Fläche" empfiehlt er zum Beispiel den Ausbau von Energiegewinnung aus Tiefengeothermie.

Am 10.2.2012 gibt es dann eine Veranstaltung in meinem eigenen Bezirk Unterfranken: Beim Symposium "Heimatforschung in Theorie und Praxis" treffen sich die ober- und unterfränkischen Heimatforscher. Die Schwerpunktthemen sind in diesem Jahr u.a. Friedhöfe und ein Thema aus dem Bereich der Pressegeschichte. Letzteres, mit dem Inhaber des Lehrstuhls Bamberger Lehrstuhls für Kommunikationswissenschaft Prof. Dr. Rudolf Stöber, dürfte meiner Meinung nach besonders spannend werden.

Weitere Veranstaltungen des Landesvereins zum Thema Heimatpflege im Allgemeinen: Ein Seminar für Trachtenschneiderinnen, eine Filmvorführung eines Dokumentarfilms über die Arbeit traditionsbewusster Handwerker in denkmalgeschützten Werkstätten, Orts- und Hausbesuche in Sachen Denkmalpflege, diverse Treffen der Heimatpfleger und der Gredinger Trachtenmarkt.

Auch wird es im Jahr 2012 wieder zahlreiche Kulturfahrten geben, die zum Ziel haben "unter Begleitung von ausgewiesenen Fachleuten die oft versteckten Zeugnisse der Kultur unseres Landes kennenzulernen, ihre Geschichte zu erfahren und ihre Schönheit zu erleben". So gilt es am 19.5.2012 Natur und Kultur am Lechrain mit dem Fahrrad zu erfahren, am 26.5. und 29.9. einen Stadtrundgang Münchens entlang der Prinzregentenstraße zu erleben, am 15./16.6. das Land der Burggrafen von Hohenzollern kennenzulernen, am 16.6. drei Münchner Friedhöfe erbaut von Hans Döllgast zu entdecken, sich am 14.7. auf die Spuren einer schwierigen Nachbarschaft zwischen Bayern und Tirol zu begeben, am 30./31.7. Memmingen zu besuchen, am 5.10. Natur und Kultur rund um den Auerberg zu erwandern und nicht zuletzt am 27.10. sich auf die Spuren Napoleons in Bayerisch-Schwaben zu begeben.

Die Abteilung Volksmusik bietet zahlreiche Veranstaltungen mit den Arbeitsschwerpunkten Volksmusikseminare, Lehrerfortbildungen für die Arbeit mit Volksmusik an Schulen, offenes Singen und Wirtshaussingen (ein solches haben wir einmal im ehemaligen Gasthaus "Zur Sonne" hier in Zeilitzheim mit dem Leiter der unterfränkischen Beratungsstelle für Volksmusik, Franz Josef Schramm, gemacht), und Volksmusikforschung. Diese Veranstaltungen stellen das Gros der im Jahresprogramm veröffentlichten Termine dar. Live habe ich fränkische Volksmusik auch immer sehr genossen, auch wenn ich nicht freiwillig Bayern 1 hören würde.

Den Bürgern und Heimatpflegern, die sich im Rahmen der Veranstaltungen des Landesvereins treffen und austauschen werden, wünsche ich dabei viele frohe Stunden und die Synthese neuer Erkenntnisse. Sofern diese eintreten: Bitte schreibt sie auf und teilt sie im Netz, damit wir alle etwas davon haben und diese Gedanken weiter führen können!

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