Donnerstag, 11. Juli 2013

Das Schlossblog ist umgezogen

Sonnenuhr im Kräutergarten des Schlosses

Wer es noch nicht mitbekommen haben sollte: Das Schlossblog ist Ende Mai 2013 umgezogen. Es "wohnt" jetzt zuhause bei barockschloss.de.

Folgende Beiträge habt Ihr verpasst, wenn Ihr den Umzug noch nicht mitgemacht habt (durch Abonnieren des neuen RSS Feeds dort oder das E-Mail Abo über das Formular oben rechts im Blog):

http://barockschloss.de/blog/

Donnerstag, 30. Mai 2013

Was lange währt...

Sechs Jahre residiert das Schlossblog nun schon hier auf Blogger. Über 109.000 Seitenaufrufe hat es hier schon gegeben. Und mindestens so lange besteht auch schon der Wunsch auch der Internetseite des Schlosses, die anfangs von meiner Schwester Cornelia 1998 in Eigenarbeit erstellt und später von mir gepflegt wurde, ein neues, professionelleres Gesicht zu verpassen. Lange habe ich diesen Schritt vor mir her getragen.

Inzwischen ist durch entsprechendes Know-How (Dank meines Freundes Floh, dessen Expertise man bei kunkelundkohl.de auch käuflich erwerben kann) und dem Vorhandensein einiger Werkzeuge, die einen solchen Umzug erleichtern, der Durchbruch gelungen: Es ist vollbracht!

Die Seite des Schlosses - barockschloss.de - hat seit letzter Nacht (ca. 3 Uhr morgens) ein neues Gesicht. Damit ist auch das Schlossblog dorthin umgezogen.

Ich werde die alten Beiträge hier belassen und neue einfach unter barockschloss.de einstellen. Wer also weiterhin informiert sein möchte, ziehe am besten mit um.

Für alle, die die Hoffnung an diesen Relaunch bereits aufgegeben hatten: So ein Barockschloss ist (sogar noch mehr als Wein) eben ein "slow" Produkt. Gut Ding will eben Weile haben. Jetzt geht es aber los…

Links:

barockschloss.de

Schlossblog

kunkelundkohl.de

Montag, 27. Mai 2013

Händlernomaden

Foto: Hanna Rauber

Foto: Hanna Rauber

Beitrag von Marina von Halem:

Vor einigen Jahren besuchte ich die Schreibwerkstatt von Jürgen vom Scheidt in München. Sein Spezialgebiet war: Schreibblockaden auflösen. Das war zwar nicht mein Problem. Ich wollte mich nur einfach ein Wochenende lang dem ungestörten Schreiben unter den Augen eines Lehrers aussetzen. Was ich schrieb, weiß ich nicht mehr. Aber ich lernte Hanna Rauber kennen. Die war ein Jahr lang als Ethnologin bei einem Nomadenstamm in Nepal gewesen zu Feldstudien, aber nach der Heimkehr gelang es ihr nicht, aus ihren Notizen ein lesbares Buch zu machen. Schreibblockade!

Sympathie und gemeinsame Erfahrungen im Norden von Pakistan und Indien verbanden uns. Später - sie konnte ihre Erlebnisse und Forschungsergebnisse noch immer nicht zu Papier bringen - korrespondierten wir, stellten fest, daß wir beide Rosenfreundinnen waren, sie kam mich auch in Zeilitzheim besuchen und arbeitete zu ihrer und meiner Freude beim Pflegen der Rosen.

Noch später - im Winter vor einem Jahr - erhielt ich von ihr zwei Reiser, die ein Gärtner-Freund für sie durch Aufpfropfen von einer Lieblingsrose aus dem Tessin veredelt hatte. Die zwei Rosen sind nun
in meinem Garten und tragen ihren Namen. Eines Tages teilte sie mir mit, daß sie einen Vortrag an dem berühmten Völkerkundemuseum in Zürich gehalten hatte: "Die Humli-Khympa nennen sich neu Bhote-Khampa". Im Jahr 2010 war sie ein Jahr lang mit Händlernomaden von Far West Nepal (so heißt die Region offiziell) von der indischen Grenze über den Himalaya an die tibetische Grenze gewandert, um die Veränderungen von Wirtschaft und Gesellschaft seit ihrem ersten Besuch 1977 in Wort und Bild darzustellen.

Natürlich musste ich Hanna fragen, ob sie diesen Vortrag auch in Zeilitzheim halten würde. Nepal war mir etwas bekannt von einer Reise von Pakistan aus. (In Pakistan lebten und arbeiteten wir von 1968 - 1975 und reisten, so viel wir konnten, in alle benachbarten Länder, die man damals noch nicht durch Fernsehsendungen kannte. Kulturschock pur, Erlebnisse und Eindrücke umwerfend!).

Nun ist es so weit. Am Freitag, 7. Juni 2013 wird Hanna ihren Vortrag in Zeilitzheim halten. In Fotos von 1977 und 2010 stellt Hanna Rauber diesen Wandel von der traditionellen zur heutigen Gesellschaft dar. Zwei Personen lässt sie selbst zu Wort kommen: Phulamo und Dil Bahadur. Es sind atemberaubende
Bilder!

Als Abendessen nach dem Vortrag koche ich ein traditionelles nepalesisches Essen: dal bhaat und tarkani, das sind rote Linsen und ein Gemüsecurry. Solche Gerichte kenne ich aus Pakistan und Indien, aber sie sind über den ganzen Himalaya verbreitet. Ich freue mich auf das Wiedersehen mit Hanna und mit Freunden, die sich für dieses Thema interessieren.

Links:

Jürgen vom Scheidt (Wikipedia) http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_vom_Scheidt

Far-West Nepal (Wikipedia) http://de.wikipedia.org/wiki/Entwicklungsregion_Fernwest_(Nepal)

Mittwoch, 15. Mai 2013

Alles VOLX-Müller, oder was?

In den Weinbergen Stammheims

Der Fränkische Weinbauverband feiert dieses Jahr den Geburtstag einer in Franken typischen Rebsortenzüchtung: Der Müller-Thurgau. Die Rebsorte hat sich vom Image her gut erholt. Jedenfalls finde ich immer seltener die alternative Bezeichnung "Rivaner", die dem Müller wohl ein jugendlicheres Image verpassen sollte.

Um dem Ganzen auch im Social Web Bekanntheit zu verschaffen und ein virales Klickfest zu ermöglichen, hat die Frankenwein-Frankenland GmbH (früher bekannt als die "Gebietsweinwerbung") einen Wettbewerb als Facebook-Event gestartet: Wählt der VOLX-Müller. Die Community soll hier Fotos von gefundenen Müllern zu posten und durch "Likes" für diese abzustimmen.

In unserem eigenen Weingut Wein von 3 haben wir Müller-Thurgau bewusst nicht sortenrein ausgebaut und verwenden auch keine Bocksbeutelflaschen, was auch eine Voraussetzung für nominierte Weine ist. Dennoch hindert mich das nicht den einen oder anderen dort vorgestellten Wein mal zu probieren. Ich werde also mal Ausschau nach ihnen halten…

Links:

VOLX-Müller Eventseite

Müller-Thurgau (Wikipedia)

Wein von 3

Sonntag, 12. Mai 2013

Wein von 3 am Start

Es gibt ihn nun für ALLE (solange der Vorrat reicht): Unseren Wein von 3.

Gestern präsentierten wir die ersten 6 Wein des Weinjahrgangs 2012.

Neugierig?

http://weinvon3.de/

Weinn von 3 Gläser

Mittwoch, 1. Mai 2013

Frühling!

Der Schlossgarten am 1. Mai 2013

Und die Geräusche zum Frühling:

Freitag, 26. April 2013

Kirschblüte im Schlossgarten

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Die Obstbäume blühen im Schlossgarten! Und die Rasen mäh-, Hecken schneide- und Begleitflora zupfen- Saison hat wieder begonnen.

Montag, 25. März 2013

Zeilitzheim Anno 1763

Neulich war erst wieder eine Reenactment-Gruppe bei uns im Schloss, die ein Wochenende lang die Zeit um 1763 nach stellten. Entstanden ist u.a. ein Fotoalbum mit wunderbaren Fotos von Claudia Behnke:

Fotoalbum

Die Gruppe feierte bei Kerzenschein in prächtigen Gewändern den Pariser Frieden (oder feierten sie den Hubertusburger Frieden oder den rund 100 Jahre zurück liegenden Westfälischen Frieden?). Der Freskensaal, in dem sie feierten, war ca. 1735 vom italienischen Maler Giovanni Francesco Marchini ausgemalt worden. Und im gleichen Jahr ihres Festwochenendes spielte Wolfang Amadeus Mozart als sechsjähriger vor der Kaiserin Maria Theresia in Wien.

Links:

Pariser Friede (Wikipedia): http://de.wikipedia.org/wiki/Pariser_Frieden_1763

Hubertusburger Frieden (Wikipedia): http://de.wikipedia.org/wiki/Frieden_von_Hubertusburg

Giovanni Francesco Marchini (Wikipedia): http://de.wikipedia.org/wiki/Marchini

Mittwoch, 20. März 2013

Dirndlschubsen? Nicht bei uns!

Was sich das Qualitätsfernsehen von uns wünscht



Vor Kurzem bekam ich über die üblichen touristischen Kanäle ein Rundschreiben an "Leistungsträger". Gesucht werden Gemeinden und Betriebe, die besondere Veranstaltungen für eine Sonderreihe des Bayerischen Fernsehen liefen könnten. Die Reihe heißt - und das klingt erst mal ganz harmlos - "Bayern feiern - Reportagen über die bayerische Lebensfreude".

Schaut man jedoch genauer auf den weiter geleiteten Aufruf, handelt es sich nicht um einen des Bayerischen Rundfunks (BR) selbst, sondern von einer "Produktionsfirma". Wenn man sich die gewünschten Themen genauer durch liest, wird einem schon klar, warum der BR hier nicht selbst recherchiert:

"Gaudi: Bürostuhlrennen, Dirndlschubsen, Goldgräberfest, Maibaumkraxel-Wettbewerb, Bierfassroll-EM, Kürbisfest, Steinheber-WM, Rasenmäherrennen; Musik und Tanz: Gstanzl-Slam, Almsingen auf der Zugspitze, Brunnensängerfest, Jodelwettbewerb, Sambafestival Coburg, tanzende Bollywood-Kids; Essen: Pichelsteiner-Eintopf-Fest, Käsefestival, Bratwurstfest, Weinfest im beleuchteten Weinberg"


Nichts gegen Käsefestival und beleuchtete Weinberge, aber mit manch anderen Vorschlag war die Anfrage für mich sofort als, sagen wir mal "nicht sonderlich seriös und schon gar nicht erstrebenswert" sofort vom Tisch. Ich löschte bzw. archivierte die Nachricht ohne groß weiter darüber nach zu denken.

Die Vorsitzende unseres Tourismusvereins FWK (Fränkisches Wein- und Kulturland der Gemeinde Kolitzheim e.V.) bat mich jedoch kürzlich die Nachricht, die auch sie erhalten hatte, an die Mitglieder des Vereins zu senden, was ich auch pflichtbewusst tat. Soll halt jede/r selbst entscheiden, was er/sie mit solch einem Mist anfängt. Ach ja, ich vergaß zu erwähnen: Nur wirklich "aussergewöhnliche" Veranstaltungen wie ein Fingerhakl-Wettbewerb dürfen auch ausnahmsweise mal in einem Festzelt stattfinden, denn für die sommerliche Sendung soll wohl so viel wie möglich im Freien aufgezeichnet werden…

Ich tat also meine Pflicht und bekam sogar eine "positive" Rückmeldung (ich bat die entsprechende Person sich direkt an die Produktionsgesellschaft zu wenden). Ich bekam aber auch eine kritische Reaktion von einem anderen Vereinsmitglied, das mir schrieb:

“Na ja, wenn man sich die Anfrage des Rundfunks durchliest: da haben wir ja rein gar nichts zu bieten. Weil wir auch so was Niveauloses nicht machen. Bürostuhlrennen, Dirndlschubsen, Pichlsteiner Eintopffest - dass ich nicht kotze. Und 300 Leute sollen sich den Schmarrn vor Ort für die Aufzeichnung ansehen? Da sollte sich auch der FWK zu schade sein.”


Wer das mutige und weise Mitglied ist, das mir wagt so offenmutig und kritisch zu schreiben? Meine eigene Mutter! Sie hat recht. Das ist Mist. Und ich hoffe, dass wir uns in unserer kleinen Weinbaugemeinde mit mehr und interessanterem als "Dirndlschubsen" noch beweisen können. Vor allem wenn das öffentlich-rechtliche Qualitätsfernsehen Bayerischer Rundfunk im Spiel ist.

Mittwoch, 13. Februar 2013

Von "александр шлоссе" und "Wein von 3"

Weinbergsstickel - Wein von 3


Suchbegriffe, die Menschen auf die Webseite des Schlosses geführt haben - Teil 7:



der garten

… ist eines meiner Lieblingsprojekte im Schloss und ein Ort, an dem ich mich (vor allem im Sommer mit dem Buchsschnitt und der Rasenpflege) auch sehr viel aufhalte.


förderverein schloss zeilitzheim

Ja, bitte, werden Sie Mitglied im Förderkreis Schloss Zeilitzheim e.V. und unterstützen Sie dessen Ziele der Denkmalpflege und der Kulturpflege.


geschichte der putten

Welcher Putten, bitte, im Speziellen? Im Schloss haben sich einige versteckt.


http://www.barockschloss.de

Ja, das ist unsere Domain. Der Besucher muss wohl noch einen etwas älteren Web Browser verwenden, der das Suchfenster nicht gleich in die Browserzeile integriert hat.


pension in gernach

Im Kolitzheimer Ortsteil Gernach ist mir keine Pension bekannt. Es gibt aber Pensionen vor allem in Zeilitzheim und Stammheim.


schloss wein franken

Die Verbindung zum Wein hat im Barockschloss Zeilitzheim eine große Tradition, die wir gerade mit dem eigenen Weingut wieder aufleben lassen.


telefon schloss zeilitzheim zimmer

Ob jemand nur heraus finden möchte, wie er uns wegen einer Zimmeranfrage erreichen kann? Tel. 09381-9389. Allerdings sind wir telefonisch oft schwer erreichbar, bei den weiten Wegen im Schloss. Daher am besten gleich eine E-Mail senden. Die erreicht uns auch unterwegs. In den Hotelzimmern stehen jedenfalls keine Telefonapparate.


überherrn

Das sagt mir in diesem Zusammenhang jetzt gar nichts. Ob Nietzsches Übermensch gemeint ist?


ubernachtung von 18 eur

… die gibt es bei uns nicht. Vielleicht sollte es der Webseitenbesucher lieber auf dem Campingplatz versuchen?


wein von 3 barockschloss zeilitzheim

Da weiss ja schon jemand etwas über den offiziellen Namen unseres Weingutes, den wir erst kürzlich veröffentlicht haben.


zeilitzheim alte wirtschaft

Mit alter Wirtschaft könnte das Handwerk gemeint sein. Vermutlich suchte dieser Besucher jedoch nach alten Dorfgasthäusern (im Volksmund "Wirtschaft"). Davon gibt es gleich drei im Dorf. Hinzu kommen nun langsam neue, aktive Wirtschaften, wie etwa das Wochenend-Restaurant im Weinhof Herbert.


zeilitzheim eine fränkische dorfgeschichte

Zeilitzheim hat eine interessante und bewegte Geschichte, nicht nur wegen des für einen solch kleinen Ort recht imposanten Schlosses. Auch das Handwerk hat eine starke Tradition im Dorf. Darüber und über vorhandene und ehemalige historische Gebäude kann man an den im Dorf aufgestellten Tafeln des Dorfrundgangs einiges lernen.


zeilitzheim vineyard

Es gibt natürlich Weinberge im Weinort Zeilitzheim. Diese liegen etwa auf halber Strecke jeweils zu den Dörfern Obervolkach und Gaibach und gehören zur Lage "Zeilitzheimer Heiligenberg" (Großlage Volkacher Kirchberg).


александр шлоссе

Ja, in diesem Schloss gibt es einen Alexander. Das bin ich. Wie kann ich behilflich sein?


Alle Beiträge aus Serie "Suchbegriffe, die ins Schloss führten":



http://zeilitzheim.blogspot.de/search?q=suchbegriffe&max-results=20&by-date=true

Montag, 11. Februar 2013

Bücher, Bücher

Büchermarkt in Zeilitzheim

Beitrag von Marina von Halem:

Seit einiger Zeit treffe ich mich einmal die Woche mit Bernd Schmidtchen, dem Vorsitzenden unseres Förderkreises, und einigen anderen ehrenamtlichen Förderkreismitgliedern in unserem antiquarischen Büchermarkt. Wir sortieren die vorhandenen Bücher, entfernen Dubletten oder unansehnliche Bücher der uns einmal gespendeten Bücher, um Platz zu schaffen für neue. Zweimal im Jahr werden sie zum Verkauf angeboten: beim Ostermarkt und beim Weihnachtsmarkt.

Ich "wirke" in der Abteilung Literatur. So vieles mir Bekanntes geht durch meine Hände, und anderes, dessen "Wert" mir zweifelhaft erscheint; Bücher, die aber dennoch gerne gelesen werden (wurde mir versichert). Etliche Bücher, die hier doppelt und dreifach zu finden sind, stelle ich in unsere Gästezimmer, in denen Gäste ja keinen Fernsehapparat vorfinden, in der Erwartung, dass sie hier und da einmal in ein Buch hineinschauen.

Jetzt, bei dieser Tätigkeit, sind Bücher für mich bzw. für meine Aufgabe eine Mischung von bekanntem Inhalt, Materie und Kommerz (denn wir verkaufen sie ja bei den Märkten wieder). Ich bin sonst gewohnt, Büchern, die mich privat umgeben, einen ganz hohen Stellenwert zu geben. Ich schaue in meine Regale und sehe die Entwicklung meiner Persönlichkeit vor mir, die Themen, die mich ein mal berührten und es meist noch immer tun. Ich setze natürlich da Bücher mit Literatur gleich. Literatur ist nicht dazu da, Berufskarrieren zu begründen, Gartenbau zu lernen oder Kochrezepte vorgestellt zu bekommen (na gut; schön, wenn man lesen kann und von solchen Büchern guten Gebrauch machen kann). Literatur ist auch keine Flucht vor der Wirklichkeit. Sie ist eine Gegenwirklichkeit, eine "eigentliche" Wirklichkeit, wie manche sagen.

Iris Radisch (DIE Zeit, 11.12.2003 - Link siehe unten) schreibt:

"Gute Bücher erklären und öffnen uns die Welt, wie niemand sonst es vermag. Sie schärfen unseren Möglichkeitssinn, verfeinern unser Gehör, bilden unseren Geschmack. Sie zerreißen den Panzer aus Konvention und Banalität, der uns umgibt. Gut geschrieben ist immer auch gut gedacht: Niemand, der heute Tolstoj gelesen hat, wird sich morgen mit den Phrasen eines sprachdebilen Medienkapitalismus abspeisen lassen. … Lesend können wir die Welt erkennen. Die andere Welt, die, in der nicht alle Zeiger auf Geld gestellt sind. Und das ist - obwohl die meisten guten Bücher schlecht ausgehen - ein großes Glück. Nimm und lies!"


Seit Jahren leite ich einen Literatur-Gesprächskreis an der Volkshochschule im nahegelegenen Volkach. Wir lesen, wir sprechen, wir atmen die Luft von Welten, die uns die Literatur erschließt. Soeben lasen wir Kurzgeschichten der Kanadierin Alice Munro. Diese Geschichten gehen fast alle schlecht aus: Ganz leise schleicht sich die Katastrophe ein. Und wir können nicht sagen: "Wie gut, dass es uns nicht betrifft". Es betrifft uns, wenn wir sehr ehrlich sind. Es betrifft die Menschen, die uns umgeben. Es stammt aus unserer Gegenwart.

So arbeite ich also in zwei Richtungen: einmal sortiere ich in unserem großen Saal des Gasthauses "Zur Sonne", derzeit Bücherladen, Bücher aus (ich will nicht sagen, dass ich sie entsorge), und auf der anderen Seite suche ich im Internet oder dem Feuilleton großer Zeitungen Literatur, zeitgenössische möglichst, die sich für unseren Literaturkreis eignen würde. Spannend. Ich liebe es.

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Artikel Iris Radisch - DIE ZEIT 11.12.2003: http://www.zeit.de/2003/51/01__Leiter_2

Loslassen lernen (Blogartikel vom 14.11.11): http://zeilitzheim.blogspot.de/2011/11/loslassen-lernen.html

Sonntag, 10. Februar 2013

In Gedenken an Schlosskater Emilio

Unser Schlosskater Emilio (15) ist in der Nacht zum Samstag gestorben. Sein Halbbruder Charly, der neulich auch eine schwere Bronchitis hatte, ist jedoch wieder wohl auf. Wir trauern um Emilio, der in den vergangenen 15 Jahren, seit ich ihn und Charly im Mai 1998 kurz nach meiner Rückkehr nach 11 Jahren in den USA von einem Bauernhof in Laub bei Prichsenstadt ins Schloss holte. Er wird uns allen sehr fehlen.

Samstag, 9. Februar 2013

Nachrichten aus unserem Weingut

Barriquefässer Wein von 3


Während hier im @barockschloss Blog schon länger nichts mehr über unser Weingut zu lesen war, ging die Arbeit hinter den Kulissen munter weiter. Der Wein des ersten Weinjahrgangs 2012 hat sich prächtig entwickelt und steht (teilweise) schon kurz vor der Abfüllung. Die Paletten mit Flaschen wurden bereits angeliefert.

Nun stehen wir drei Weinmacher (Alexander, Heiko und Christian) wieder draussen im Weinberg beim Rebschnitt, um die Weichen für den Jahrgang 2013 zu stellen.

Hinter den Kulissen laufen auch die Vorbereitungen für den Verkaufsstart im Mai (Gestaltung der Etiketten, Geschäftspapier, Versandmaterialien etc.). So stellen wir schon häppchenweise Elemente unseres Corporate Designs auf unserer Facebookseite vor. So haben wir den offiziellen Namen des Weingutes "Wein von 3" und (einen Teil) des Logos dort durchsickern lassen. Wer (zu Recht!) ein wenig neugierig ist: Bitte auf der folgenden Facebookseite auf "gefällt mir" clicken. Ihr werdet dort dann rechtzeitig informiert, wann es richtig los geht und es den ersten Wein auch zu verkosten gibt!

https://www.facebook.com/weinvon3

Mittwoch, 30. Januar 2013

Die Namen der Gästezimmer im Schloss

Beitrag von Marina von Halem:

Eines Tages brachte uns die Kommunikationswissenschaftlerin Daniela Kuhlmann auf die gute Idee, die Nummern an den Gästezimmertüren durch Namen auszutauschen. Zuerst kamen fränkische Künstler der Spätgotik und des Barock dran: Albrecht Dürer, Veit Stoß, Matthias Grünewald, Lucas Cranach (der übrigens mein Ahnherr ist), Tilman Riemenschneider, Balthasar Neumann. Dann einige Frauen, die mich beeindrucken: Maria Sibylla Merian, Bettina von Arnim, Gabriele Münter. Und Namen bedeutsamer Personen wie Beatrix von Botenlauben (auch Bodenlauben) und Argula von Grumbach.

Beatrix und ihr Mann Otto von Botenlauben (ca. 1177 - 1245, bekannt als Minnesänger und dargestellt in der Manessischen Handschrift) stammten aus alter fränkischer Adelsfamilie. Sie kehrten nach einer Pilgerreise von Jerusalem heim und führten ein frommes Leben in Armut und Demut. In Frauenroth ist ihr wunderschöner Grabstein aus dem frühen 13. Jahrhundert.

Argula von Grumbach (1492 - ca. 1568) war die Schlossherrin in dem mittelalterlichen Vorgängerbau des heutigen Schlosses Zeilitzheim. Sie griff in Wort und Schrift in die vorreformatorischen Auseinandersetzungen ein. So kam es auch, dass Zeilitzheim sich sehr früh der „neuen Lehre“ zuwandte. Argula von Grumbach soll in Zeilitzheim beerdigt sein. Ein Gedenkstein am evangelischen Pfarrzentrum erinnert an sie.

Bettina von Arnim (1785 – 1859) entwickelte sich literarisch und politisch erst nach dem Tod ihres Mannes Achim von Arnim. So engagierte sie sich während einer Cholera-Epidemie bei sozialen Hilfsmaßnahmen in den Armenvierteln von Berlin, sammelte und veröffentlichte in ihrem “Armenbuch” statische Angaben über die Situation der Armen, kümmerte sich um die politische Gleichstellung von Frauen und von Juden. Ihr Werk „Dies Buch gehört dem König“ zeugt von ihrem Mut und ihrer Zivilcourage. Aber sie war auch eine sehr extravagante Person, was ihr viel Kritik eingetragen hat.

Auch andere Zimmer erhielten die Namen von Menschen, die mit der Baugeschichte des Schlosses in Zusammenhang stehen: Fuchs von Bimbach, Wolf von Wolfsthal, oder die in unserer Umgebung von historischer Bedeutung waren wie Echter von Mespelbrunn, oder die sich als Künstler hervorgetan hatten, bevor das Schloss in Zeilitzheim gebaut worden war, wie Walter von der Vogelweide. Und dann ehrten wir - wie oben schon erwähnt -die Sterne der fränkischen Kunst um 1500: Tilman Riemenschneider, Lucas Cranach, Veit Stoß, Albrecht Dürer. in den meisten Zimmern hängt ein Bild, liegt ein Buch über sie zur Ansicht für unsere Gäste.

Über den Heros der Barockarchitektur, Balthasar Neumann (1687 - 1753), brauche ich hier nichts zu sagen, außer dass er Zeilitzheim des öfteren passierte auf seinen Fahrten von Würzburg zu seiner Glasfabrik in Fabrikschleichach im Steigerwald und für „unseren“ Kardinal Damian Hugo von Schönborn einen Kirchensaal entwarf und ihn bei seinen Umbauplänen beriet. (Der eigensinnige Kardinal hörte aber nicht immer auf ihn. Z.B. setzte Damian Hugo in seiner neuen Zimmerflucht die Kamine und Öfen mittig in die Zimmer statt in die Ecken, wie es zu der Zeit üblich war und wie Balthasar Neumann es empfahl).

Dann fiel mir auf, dass unter den oben Genannten außer Argula von Grumbach keine weitere Frau war. So wählte ich Künstlerinnen aus, die ich bewunderte: Gabriele Münter, die Gefährtin von Kandinsky und wunderbare expressionistische Malerin aus Oberbayern; Maria Sibylla Merian, die im 17. und frühen 18. Jahrhundert ganz selbständig lebte und ein großes Werk von naturgetreu dargestellten Blumen und Insekten malte, die sie auf einer Reise nach Surinam (Südamerika) zwei Jahre lang studierte.

Hintergrundinformationen (aus Wikipedia) zu den Namensgebern für unsere Zimmer:

Otto von Botenlauben: http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_von_Botenlauben

Argula von Grumbach: http://de.wikipedia.org/wiki/Argula_von_Grumbach

Bettina von Arnim: http://de.wikipedia.org/wiki/Bettina_von_Arnim

Fuchs von Bimbach: http://de.wikipedia.org/wiki/Fuchs_von_Bimbach

Wolf von Wolfsthal: http://de.wikipedia.org/wiki/Wolf_von_Wolfsthal

Julius Echter von Mespelbrunn: http://de.wikipedia.org/wiki/Julius_Echter_von_Mespelbrunn

Walther von der Vogelweide: http://de.wikipedia.org/wiki/Walther_Von_Der_Vogelweide

Tilman Riemenschneider: http://de.wikipedia.org/wiki/Tilman_Riemenschneider

Lucas Cranach: http://de.wikipedia.org/wiki/Lucas_Cranach_der_%C3%84ltere

Veit Stoß: http://de.wikipedia.org/wiki/Veit_Sto%C3%9F

Albrecht Dürer: http://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_D%C3%BCrer

Balthasar Neumann: http://de.wikipedia.org/wiki/Balthasar_Neumann

Damian Hugo von Schönborn: http://de.wikipedia.org/wiki/Damian_Hugo_Philipp_von_Sch%C3%B6nborn-Buchheim

Gabriele Münter: http://de.wikipedia.org/wiki/Gabriele_M%C3%BCnter

Maria Sibylla Merian: http://de.wikipedia.org/wiki/Maria_Sibylla_Merian

Sonntag, 6. Januar 2013

Der Retter von Assisi

Valentin müller gedenkstein 

Dem "Retter von Assisi" ist in Zeilitzheim ein Gedenkstein gesetzt. Warum? Er war Zeilitzheimer. Also zumindest derjenige Retter, der Arzt und Oberst der deutschen Wehrmacht war und als solcher ab September 1943 Stadtkommandant der italienischen Stadt Assisi. Er sorgte damals dafür, dass Assisi zum Lazarettzentrum erklärt wurde und somit nicht mehr angegriffen werden durfte.  

Der 1891 in Zeilitzheim geborene Dr. Valentin Müller genoss noch zu Kriegszeiten hohes Ansehen bei der örtlichen Bevölkerung von Assisi und den Partisanen dort - was schon etwas heißen will. Man empfing ihn und seine Familie dort 1950 - laut unten verlinkten Wikipedia Artikel - wie einen Helden.
 
Was bedeutet diese Geschichte für uns? Nun, ja. Sie kann vieles bedeuten. Für jeden etwas anderes. Aber viele von uns werden darin sehen, wie Überzeugung - egal welcher Art, solange sie Anstand und goldene Regeln als Ursprung hat - dafür sorgen kann, dass wir - egal aus welcher Herkunft - etwas bewirken können. Ein Dorf wie Zeilitzheim dankt es Jahrzehnte später seinem "Ehrenbürger" Valentin Müller, auch - oder gerade weil - das Dorf auch nicht gerade eine rühmliche Geschichte im Umgang mit verfolgten Menschen (z.B. den aus Zeilitzheim durch Vertreibung und Mord fast gänzlich ausgelöschten ehemals jüdischen Mitbürgern) hat.
 
Erinnern hilft. Das Erinnern an Ruhmestaten ehemaliger Bürger und auch das Erinnern an die von uns ausgegrenzten und ausgelöschten Bürger. Was wir ihnen weg genommen haben sehen wir im Dorf tagtäglich - wenn wir bereit sind hin zu sehen. 
 
Es gibt aber eben durchaus rühmliche Töchter und Söhne des Dorfes. Hoffen wir, dass die Besten noch geboren werden!
 
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Sonntag, 30. Dezember 2012

Jahresrückblick 2012

Emilio
 
Rückblicke verankern, helfen beim Weg in die Zukunft. So habe ich in den vergangenen drei Jahren jeweils am Jahresende einen Blogartikel dem fast vergangenen Jahr gewidmet. Das möchte ich auch heuer tun.
 
Am schönsten ist es doch immer die Familie wachsen zu sehen (keine Angst: Es werden nicht mehr Familienmitglieder. Nur die Erlebnisse lassen uns wachsen). So wurde Katharina im September in Zeilitzheim eingeschult als einzige Zeilitzheimer Schülerin des Jahrgangs. Isa ist im Kindergarten in Stammheim nun Vorschülerin und geniesst ihre neue Rolle - ohne schwesterliche "Aufsicht" - sehr. Sie ist eine geborene Anführerin mit jeder Menge Mumm und frischen Ideen. Auch Katharina wächst mit der neuen Herausforderung. Sie lernt begierig, was zu lernen ist, auch wenn Hausaufgaben meist erst im zweiten Versuch gelingen wollen. Sie geht schließlich sehr nach ihrem Vater…
 
Das andere Kind, das uns nun schon ein ganzes Jahr beschäftigt, ist das Weingut. Die viele und sehr befriedigende Handarbeit im Weinberg wurde im September und Oktober mit einer fulminanten Weinlese belohnt. Die Weine reifen nun im Keller und versprechen schon Großes. Im Mai werden diese dann der Weltöffentlichkeit präsentiert (einer kleinen Weltöffentlichkeit, denn mit 1,4 ha. Rebfläche lässt sich die Weltbevölkerung noch nicht versorgen, aber im kommenden Jahr sind es ja schon 2 ha.).
 
Auch 2012 durfte ich wieder einige Barcamps und Konferenzen besuchen. Zum Tourismuscamp in Eichstätt kam erstmals auch das DestinationCamp in Hamburg hinzu, für das ich mich für 2013 schon wieder angemeldet habe. Über das online Netzwerken durfte ich bei Vorträgen im Jahre 2012 Realschüler und Zahnärzte aufklären. Fortsetzungen dieser Aktivitäten sind bereits geplant.
 
Der Höhepunkt des Jahres 2012 war ganz gewiss meine etwa zehntägige Reise nach China, wo ich mit befreundeten Gästeführern und der Fränkischen Weinkönigin den Frankenwein auf einer großen Wein- und Spirituosenmesse repräsentieren durfte. Ich hatte ja ausführlich darüber hier im Blog berichtet und jede Menge Fotos bei Flickr hochgeladen.
 
Medial bekamen wir im nun fast vergangenen Jahr Aufmerksamkeit u.a. in der BILD am Sonntag (!), im evangelischen Sonntagsblatt, einer Radiosendung des BR2 und einer Hundezeitschrift. 
 
Unser Podcast Schweinfurtundso feierte mit der 68. Folge seinen zweijährigen Geburtstag. Eine Zusammenfassung des 2. Sendungsjahres hatte ich ja auch schon hier im Blog veröffentlicht. 
 
Besonders gerne blicke ich auch auf die arbeitsreiche Woche von "Baukes Schlossliebe" zurück und auf das Buchsheckenschneiden, das mir zu manch Stunde Hörbuchhören verhalf.
 
2013 wird in vielen Teilen ganz sicherlich "more of the same" werden, denn der Buchs geht uns nicht aus und auch die Rebflächen werden mehr. Hinzu kommt jedoch die Vermarktung des Weines. Wobei ich mir noch gar nicht sicher bin, ob ich ihn überhaupt her geben möchte...

Samstag, 15. Dezember 2012

Erst Kapelle, dann Kilianssaal, nun Petrinisaal

Petrinisaal
 
Im Juni schrieb ich im ganz unten verlinkten Artikel über unsere Grübeleien unseren meist als Frühstücksraum genutzten und intern als "Kapelle" bezeichneten Saal neben dem Jagdsaal (beides waren früher vorübergehend Teile der Zeilitzheimer katholischen Pfarrkirche) einen neuen Namen zu geben. 
 
Ihr, liebe Blogleserinnen, habt uns dankenswerterweise zahlreiche Vorschläge zur Umbenennung gemacht. Wir einigten uns intern vorerst auf die Umbenennung in "Kilianssaal". Allerdings konnten wir uns nach anfänglicher Euphorie wohl doch nicht so recht damit anfreunden. Zu gering erschien uns der persönliche Bezug bzw. der Bezug zum Schloss. Einen heute wie ursprünglich weltlich genutzten Raum wegen der vorübergehenden Nutzung als Erweiterungsanbau eines provisorischen katholischen Kirchensaales nach einem in Würzburg aktiven irischen Missionar zu benennen… irgendwie passte da etwas nicht.
 
Sehr wohl etwas mit der Baugeschichte zu tun hat der Baumeister Antonio Petrini. Zu ihm lässt sich im Schloss oder in diesem nun nach ihm benannten kleinen Saal so einiges erzählen (siehe auch den unten verlinkten Blogartikel). Das neue Schild, das am Eingang des Saales hängt, ist nun auch schon fertig und der Namenswechsel nun komplett: Petrinisaal.
 
Der Name Petrini soll im kommenden Jahr wohl auch noch weitere Bedeutung im Schloss bekommen. Aber dazu wird jetzt noch nicht mehr verraten.
 

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Donnerstag, 6. Dezember 2012

Mein Bruder Fritz und ich

Kindheitserinnerungen von Marina von Halem

Drei Ölgemälde, gemalt im Kriegsjahr 1944, befinden sich in meinem Besitz. Es sind die Kinderportraits meiner beiden Geschwister und mir. Sie sind mir sehr lieb und sehr wertvoll aus  verschiedenen Gründen. Einer ist, daß das Ölbild meiner Schwester Karin, geboren 1932 und gemalt von dem Berliner Maler Höhl, von meiner Mutter vor der Flucht aus Schlesien im Januar 1945 aus dem Rahmen genommen und mit auf den Treck genommen wurde. Die beiden Portraits von meinem Bruder Fritz und mir, gemalt auf Holz, ließ sie aus Gründen des Gewichts und des Umfangs in Plohe, unserem Heimatort in Schlesien, zurück. Sie wurden uns 1947, nach der Vertreibung der Deutschen durch die Polen, von unserer ehemaligen Köchin Marthel mit  den wenigen Dingen, die sie mitnehmen durfte, als etwas Wertvolles (was sie für uns waren), nach Westdeutschland gebracht.

A. Höhl, ein Berliner Maler, war vor den Bombardierungen auf Berlin 1944 zu uns nach Schlesien gekommen und von meinen Eltern beauftragt, meine älteste Schwester zu malen. Aus Dankbarkeit, daß er wohl aufgenommen war, malte er danach noch meinen Bruder und mich. Ich erinnere mich ziemlich genau an ihn. Kein Wunder: man mußte ihm Modell sitzen (unendlilch lange, wie ich als siebenjährige empfand), aber in der Zeit erzählte er wunderbare Geschichten. Von Zigeunern in ihren Zigeunerwagen; daß sie in Lehm eingepackte Igel im Holzkohlenfeuer backten und aßen und nicht seßhaft waren wie wir und nicht gerne feste Arbeiten übernahmen und gelegentlich Hühner und kleinere Gegenstände mitnahmen, und daß sie wunderbar Geige spielten und mit Pferden umgehen konnten, und so vieles mehr.

Über meinem Schreibtisch hier in Zeilitzheim hängen die beiden Portraits von Fritz und mir. Bis zum Tod meiner Mutter waren sie natürlich in ihrer Wohnung. Ich liebe die schönen, braunen, verträumten Augen meines damals neunjährigen Bruders, den ich innig liebe und mit dem ich mich als Kind herzzerreißend gestritten habe - wie gute Geschwister eben. Hatte er mich massakriert und ich heulte wie am Spieß, bekniete er mich; "Heul doch nicht! Heul doch nicht!", wohl wissend, dass die Jüngere, Heulende meist alles Mitleid (und er die Schimpfe) der Erwachsenen bekam. Wir teilten ein Kinderzimmer. Am Samstag wurde gebadet und es gab Grießbrei im Kinderzimmer, wenn Gäste erwartet wurden. Onkel Adolf Rohde, immer unter den Gästen, versäumte nie, zu uns ins Kinderzimmer zu Besuch zu kommen. Keine Ahnung, was unsere große Schwester Karin derweil tat. Sie wurde von uns "Kleinen" kaum bemerkt. Von Henner, unserem Nachbarssohn und Sohn von Onkel Adolf, hatte Fritz mal zwei wunderschöne holzgeschnitzte Ochsen eingepackt und mit nach Hause genommen (Henner hatte doch mehrere!). Fritz musste die Ochsen dann unter Entschuldigungen zurückbringen und wurde von Henners Mutter, Tante Inga, empfangen und freundlich mit Tee bewirtet. Viele Vettern und Kusinen, mit denen wir unsere und deren Geburtstage begingen, waren uns nahe. Mit Fritz teile ich die Erfahrungen der frühen Kindheit in Schlesien, die Erfahrungen des Trecks mit Pferd und Wagen aus Schlesien bis nach Mittelfranken, die Nachkriegszeit auf dem Waldhof und die Schulzeit in Scheinfeld. Seit vielen Jahren lebt er in USA, aber noch immer sind wir uns gleich nahe.

Ich war die Jüngste der drei Geschwister. Es betrübt mich, daß ich nicht viele Erinnerungen aus meiner Kindheit vor dem Lebensalter von 8 Jahren habe. Mit acht habe ich den Treck erlebt, den Verlust des Zuhauses in Schlesien und die Nachkriegszeit auf unserem Bauernhof in Mittelfranken. Und davor?

Das Portrait über meinem Schreibtisch zeigt ein Kind mit Zöpfen in duftigem, von meiner Mutter gefertigten Smock-Kleidchen; ein Lächeln war mir von dem Portraitisten kaum abzugewinnen. Überhaupt: ich muß eigenwillig gewesen sein. Ich liebte Tiere und fühlte mich von Tieren mehr als von Erwachsenen verstanden. Mit 6 Jahren hatte ich Lungenentzündung. Unser Kinderarzt war Homöopath. Als sich nach 6 Wochen Bettruhe (schrecklich! schrecklich!) noch keine Besserung zeigte, wechselte meine Mutter den Arzt. Eine andere Behandlung erfolgte, und danach wurde ich mit einer Tante ins Riesengebirge auf die "Kleine Teichbaude" verschickt. Einmal wanderten wir zusammen auf dem Kamm bis zur höchsten Erhebung des Riesengebirges, der Schneekoppe. Dort war es winterlich, während "unten" an der kleinen Teichbaude Sommer-Gebirgsblumen blühten. Als die Nachricht von unserer Unternehmung nach Plohe kam, war man entsetzt, was man mit dem zarten Kind angestellt hatte. (ich bin glücklich heutzutage, daß ich dieses damals noch deutsche Gebirge noch kennengelernt habe!).

Als ich nach Hause nach Plohe kam, hatten mir meine Geschwister eine "Bude" in den Büschen des Parks gebaut. "Willkommen zur verzuckerten Himbeere" stand über dem Eingang dieser im Himbeergebüsch verborgenen, von Ranken umschlossenen Höhle. Für das meiste, das meine Geschwister "durften", z.B. die Ski- und Rodelferien mit dem "Hörnerschlitten" im Riesengebirge, war ich immer "zu klein", aber beim "Leben" in den Buden - eine davon war eine Baumbude hoch oben auf einem Baum, eine war unterirdisch - war ich immer mit dabei. Die unterirdische Bude hatte mein Vater für uns ausheben lassen. Sie hatte eine Decke, die begrünt war, sodaß man sie kaum entdecken konnte. Ich glaube, das war Tante Ellens Idee - eine schon betagte, aber im Wesen ganz junge Großtante, die aus Hundehaaren Mützen für uns strickte, aus Holunderzweigen Flöten schnitzte und voller Ideen steckte. Von dem Erfindungsreichtum der Tante Ellen zeugt zum Beispiel, daß sie sich in ihrem Haus in Potsdam beim Einzug der Russen 1945 mit schwarz verschmiertem Gesicht mit einem Spinnrad in den Eingang des Hauses setzte und den eindringenden Russen sagte, alle Bewohner des Hauses hätten Typhus. Damit schützte sie die bei ihr lebenden Frauen vor dem, was sonst den Frauen bevorstand.

Und sonst? Ich ging kurz (d.h. bis Dezember 1944) zur Grundschule im Nachbardorf: acht Jahrgänge zusammen unter dem gestrengen Lehrer Friebel lernten dort in einem Klassenzimmer. Am Nachmittag ging ich zu meiner Freundin Erika, Landarbeitertochter unseres Gutes. (Dieser Freundschaft verdanke ich, daß ich schlesisch sprechen konnte und heute noch kann). In den haushohen Bergen, zu denen im Herbst die Zuckerrüben aufgetürmt waren, gruben alle Kinder rundum -  und es waren viele - begehbare Gänge und Aushöhlungen. Das war streng verboten wegen der Einsturzgefahr der nachrutschenden Zuckerrüben und überhaupt.

Auf dem Gut waren eine Stellmacherei mit dem Stellmacher Karrasch, eine Schmiede und andere Handwerksbetriebe. (Karrasch war auch unser Kutscher und bediente bei Gastlichkeiten mit weißen Handschuhen bei Tisch). Da war die Brennerei, wo aus Pfefferminze  Pfefferminzessenz hergestellt wurde (unter Anderem für die "Pfefferminzkichla") und die "Darre", in der Kräuter getrocknet wurden. Mein Vater hatte sie entwickelt, denn er erkundete schon damals die Möglichkeiten des Heilkräuteranbaus und ihrer Anwendung. Dann waren da die Ställe: Kuhstall und Pferdestall für die Arbeits(Kaltblut)pferde. Auf einem Foto sind 30 Pferdegespanne mit je einem Pferdejungen abgebildet.  Die Warm- und Vollblut- und Araberpferde, d.h. die Reit- und Kutschpferde, hatten einen anderen Stall, nahe an unserem Haus, dem "Alten Schloss" im Gegensatz zum "Neuen Schloss", ca. 1910 von meinem Großvater erbaut, in dem meine Großmutter lebte.

Die "große Oma" (sie war recht umfangreich, im Gegensatz zur “kleinen Oma”, der Großmutter mütterlicherseits) war sehr beliebt. Fühlten wir uns zu Hause unverstanden, gingen wir rüber zur Großmutter. Dort wurden wir verwöhnt, wie Großmütter das eben tun. Ich erinnere mich an sie in ihrem Salon an der Südseite des Hauses sitzen und an ihren wunderschönen Schattenstich-Stickereien arbeiten. Wenn wir kamen, spielten wir Schweineschlachten mit ihr und schlitzten ihr, die auf dem Teppich lag und quieckste, im Spiel den Bauch auf. Danach gab es vermutlich Tee und Plätzchen.

Woran ich mich noch erinnere, war ein Zirkusbesuch in Breslau und eine Übernachtung im Nordhotel. Letzteres hatte ich mir zu meinem letzten Geburtstag in Schlesien gewünscht. Meine Mutter und ich gingen einkaufen in der Schweidnitzer Straße. Möglicherweise stammte meine Käthe-Kruse-Puppe von dort. So ist mir doch wenigstens ein bißchen von Breslau in Erinnerung. Der Zirkus Busch war ein großes Erlebnis. Kätzchen saßen in kleinen Körben und wurden in einer Schaukel bewegt, und Pudel sprangen über sie und zeigten ihre Kunststücke. (Nie wieder habe ich später Katzen im Zirkus gesehen). Ponies hatten einen wunderbaren Kopfputz, der nickte und wippte. Ein Pony wurde nachher zum Verkauf angeboten. Mein Vater kaufte Harry für uns Kinder als Reitpferd. Es war ziemlich eigenwillig, konnte aber zu unserem Entzücken auf den Hinterbeinen stehen und erschien gelegentlich, die Flügeltüren aufstoßend, in unserer Küche, wo es natürlich etwas Eßbares erhielt. Einmal hatte der Förster eine Fähe (eine Füchsin) erschossen. In ihrer Höhle waren 6 junge Füchslein. Er brachte sie uns, was uns eine Fahrt nach Breslau in den Zoo einbrachte, wo wir sie abgaben. Fahrten dieser Art geschahen mit Pferd und Wagen. Autos waren als kriegsnotwendig eingezogen worden.

Dann kam bald das letzte Weihnachtsfest in Schlesien 1944 und der Aufbruch im Januar 1945. Darüber habe ich schon berichtet.

Marina von Halem


Links:

Januarerinnerungen: Die Flucht aus Schlesien (Marina v. Halem): http://zeilitzheim.blogspot.de/2012/01/januarerinnerungen-die-flucht-aus.html

Hofgut Plohe (Kreis Strehlen, Schlesien): http://www.richthofen.de/allgemein/historisches/haeuser-und-orte/plohe.html

Marina von richthofen

Montag, 26. November 2012

Das war der Weihnachtsmarkt 2012

Ich danke allen Helfern und Ausstellern des gestrigen Weihnachtsmarktes mit Büchermarkt sehr herzlich! Dem harmonischen Zusammenspiel ist es zu verdanken, dass es wieder ein besonders stimmiger Markt war. Viele Besucher haben sich sehr positiv geäußert. Überhaupt scheint der Markt nun eine Konstanz und Richtung zu haben, die für alle Beteiligten sehr angenehm ist.

 
Seit Einführung des Eintrittspreises in Höhe von EUR 3,-- im Jahre 2007 haben sich die anfänglich geschrumpften Besucherzahlen langsam wieder hochgeschaukelt und sind nun seit etwa drei Jahren konstant. Es kommen nicht mehr so viele Besucher wie früher, aber dafür ein sehr interessiertes Publikum, dass den Charakter des Marktes und das Rahmenprogramm schätzt. Das hat natürlich auch zur Folge, dass das frühere Gedränge, das vielen Besuchern sehr unangenehm war, nicht mehr vorherrscht.
 
Der Förderkreis Schloss Zeilitzheim e.V., der mit den Bewirtungserlösen des Weihnachtsmarktes und den Erlösen des Büchermarktes das Kulturprogramm unterstützt, ist mit dem Ergebnis des Marktes sehr zufrieden. Es war in dieser Hinsicht der erfolgreichste Markt seit Jahren und der zweit erfolgreichste Markt der vergangenen zehn Jahre. Möglich ist das nur durch das Engagement der vielen ehrenamtlichen Helfer, die im Schlosscafé, am Bratwurststand oder im Büchermarkt aktiv sind. Danke für Euren Einsatz für das Schloss und sein Kulturprogramm!
 
Ein herzliches Dankeschön auch an die Kuchenspender aus Zeilitzheim und Umgebung und an die Aussteller, deren Zahl sich in den letzten zwei Jahren wieder erhöht hat und nun bei etwa 60 sorgfältig ausgewählter Kunsthandwerker liegt.
 
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Tracht

Samstag, 24. November 2012

Hundefreundliches Hotel

Vor längerer Zeit zeichnete ein Freund aus Alaska, der zum Deutschlernen nach Zeilitzheim gekommen war, ein Bild in unser Gästebuch: er und seine Frau, in dicke Kleidung gehüllt und mit Pelzmützen ausgestattet, kommen auf einem von vier Huskies gezogenen Schlitten vor das Portal von Schloss Zeilitzheim. Das Ehepaar von Halem hat die Tür des Schlosses etwas aufgemacht und schaut vorsichtig heraus. Unter dem Bild folgender Text: "Guten Tag! Unsere Freunde in Alaska haben uns empfohlen, zum Schloss Zeilitzheim zu gehen, weil es drinnen immer schön kühl bleibt, und man kann ganz gutes Deutsch da lernen, und die Leute da sind sehr nett und gastfreundlich, und noch etwas dazu, und zwar etwas ganz Tolles - die Leue da sind sehr hundefreundlich!"
 
Es ist in der Tat so, dass Gäste mit Hunden im Schloss und seinen Hotelzimmern herzlich willkommen sind. Man sollte wissen, dass es im Schloss zwei Kater gibt (Charly und Emilio), die sich meist im Schlossgarten aufhalten, falls man einen Hund hat, der ein erwiesener Katzenjäger ist. Einen eigenen Hund haben wir schon einige Jahre nicht mehr.
 
Die Zeitschrift "Dogs" veröffentlichte in seiner September/Oktober Ausgabe ein Reise Special "Die besten 100 Hotels für Mensch und Hund" und listete uns gleich auf der ersten Seite, worüber wir uns natürlich sehr gefreut haben. 
 
Marina von Halem
 
Skizze whelan 500

Sonntag, 18. November 2012

Rotweingelee zum Schlossfrühstück

Am 31. Oktober ernteten Kati, unsere große Tochter Katharina (7) und ich die “Hangerli” (Nachkömmlinge) im Domina-Weinberg unseres Weingutes Barockschloss. Aus den roten Trauben, die wir bei der Weinlese bewusst nicht mit geerntet hatten, weil sie unseren Anforderungen an die Reife nicht genügten, wird aber keinesfalls mehr Wein gemacht. Sie wurden anders verarbeitet.

Wir brachten zwei kleinere Transportkisten voll nachgereifter Rotweintrauben zurück ins Schloss, wo sich meine Mutter, Marina von Halem, dieser erst einmal annahm. Sie kochte die Trauben zu Saft, um sie anschließend zu Gelee zu verarbeiten.

Das Traubengelee schmeckt natürlich klassisch auf dem Frühstücksbrot. Ich bevorzuge es jedoch zu pikanten, salzigen Speisen als interessanten Kontrast. Neulich probierten wir es zu Ofenkäse, was sehr lecker war. Aber auch mit Leberwurst und Kümmerli (Gewürzgurken) schmeckt das Dominagelee ganz prima.

Nachtrag 20.11.12: Aus Gramado, Brasilien erreichte uns folgende Rückmeldung unseres guten Freundes Ricardo:

Bei uns wird normalerweise Rottraubengelee konsumiert. Als ich in Zeilitzheim 96. dass erste mal war aß ich das erste mal weisstraubengelee. Traubensaft ist bei uns Rottraubensaft... Meistens aus Bordoux trauben. Mein nachbar am Marktplaz samstags morgens verkauft spitze geleen aus Mandarine mit pfeffer, Himbeeren mit pfeffer (chili?) usw. Ohne chili gibt es auch gelee... aus "Blueberry", feigen, gouaven, erdbeeren... Ich schmücke die gelee dosen mit meine Blumen...

Hangerli

Donnerstag, 15. November 2012

Antonio Petrini und Zeilitzheim

Dass man in Franken um 1670/80 noch im Renaissance-Stil dachte und baute, kann man vielen Bauten ansehen, auch dem Schlossbau in Zeilitzheim, den ein lokaler Baumeister aus Zeil am Main mit Namen Andreas Kessler von 1679 bis 1683 erstellte: Eine Vierflügelanlage mit einem arkadengeschmückten Innenhof. Der einzige Schmuck: ein Portal, bei dem ältere Bauteile wiederverwendet wurden, sehr kräftig und recht einfach. 

Der Bauherr des Zeilitzheimer Schlosses war Philipp Gaston Wolf von Wolfsthal. Er war weise genug, die Pläne seines Baumeisters nach Würzburg zu schicken. Dort hatte sich der aus der Gegend von Trient stammende Italiener Antonio Petrini als führender Festungsbaumeister und Barockarchitekt etabliert. Eine Reihe von mächtigen Bastionen und Torhäusern hatte er bereits gebaut sowie den Auftrag für die Stiftskirche Haug in Würzburg erhalten (ab 1670) und bald darauf auch für den für die Stadtkirche in Kitzingen, die "Petrini-Kirche". Petrini "richtete" die Zeililtzheimer Pläne "in Form" und versah die Scheitel jeder der zwei großen Torbögen, von denen heutzutage nur einer seitlich in den Innenhof führt, mit seinem "Markenzeichen": einer großen männlichen Laubmaske. (Das andere Tor wurde später zugemauert, hat aber noch die Torummauerung und die Petrini-Maske in seinem Scheitel).

Petrini hat eine große Zahl von privaten Häusern und Adelshöfen gebaut. Schloss Seehof gehört zu seinen Werken und das Juliusspital, das allerdings dann von Greising vollendet wurde, sowie eine stattliche Reihe von Kirchen im Würzburgr Umland. 

Die Stadt Würzburg vergibt als Ehrung dieses bedeutsamen Architekten alle zwei Jahre den Petrini-Preis.
 
Schloss Zeilitzheim zeichnet sich aus durch eine klare, harmonische Anlage. Die immer gleichen Stilelemente sind ein feiner Stuckdekor an fast allen Decken, sogar im Außenbereich unter den Arkaden, schön geschwungene schmiedeeiserne Fenstergitter und das schon erwähnte kräftige Portal an der Nordseite.
 
Die Säle und Zimmer im Schloss Zeilitzheim bekamen im Laufe der Jahre Namen, die an frühere Besitzer des Schlosses erinnern oder an fränkische Künstler. Einem Raum, der erst im Jahre 2000 restauriert und verwendbar wurde, gaben wir den Namen "Petrini-Saal".

Marina von Halem

Das könnte Dich auch interessieren:

Blogartikel zum Stichwort Geschichte: http://zeilitzheim.blogspot.de/search/label/Geschichte

Antonio Petrini (Wikipedia): http://de.wikipedia.org/wiki/Antonio_Petrini

Antonio Petrini Preis der Stadt Würzburg: http://wuerzburgwiki.de/wiki/Antonio-Petrini-Preis
 
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Montag, 12. November 2012

Kulturelles Jahresprogramm 2013

Veranstaltungskarten eignen sich gut als Weihnachtsgeschenk

Hier nun ein kleiner, wenn auch seltener "sales pitch": Eintrittskarten zu kulturellen Veranstaltungen im Schloss eignen sich hervorragend als Geschenk (auch Weihnachtsgeschenke). Bei uns können Sie ganz unbürokratisch Karten für bestimmte Veranstaltungen oder als Wertgutschein bestellen. Zum Verschenken drucken wir den Wortlaut in Klappkarten mit Schlossmotiv ein. Ob Sie dabei nur Karten für das jeweilige Konzert/Theateraufführung verschenken oder auch den Abendimbiss zusammen mit den Künstlern oder eine Übernachtung im Schloss, bleibt natürlich ganz Ihnen überlassen. Manche Gutscheinbesteller reservieren oft gleich Plätze für sich selber mit und begleiten ihre beschenkten Freunde dann zur Veranstaltung ins Schloss. Der "Gutscheinkalkulator" (Link: PDF Datei, 29 KB) hilft bei der Auswahl.

Also, lesen Sie selbst was im Schloss im kommenden Jahr alles geboten sein wird und machen Sie sich und Ihren Freunden "das Geschenk der Kultur"

Die Veranstaltungen ab jetzt bis Ende 2013:

Samstag, 17. November 2012, 19.30 Uhr
KAMMERKONZERT
mit klassischer und neuerer Musik.
Es musiziert das K.u.K. Klavierquintett Bad Königshofen Werke von Gustav Mahler, W. A. Mozart, Herbert Baumann, Hans Franke und Elke Tober-Vogt.
(Mit Unterstützung von Gerhard Vogt und Elke Tober-Vogt, Schweinfurt und des Förderkreises Schloss Zeilitzheim e.V.)
Eintritt: € 15,--
Abendessen im Anschluss: Szegediner Gulasch, Rotweinbirnen, € 15,-- inkl. Tischgetränke.

Sonntag, 25. November 2012, 10.00-18.00 Uhr
WEIHNACHTSMARKT MIT BÜCHERMARKT
Vorweihnachtlicher Markt in den Räumen des Schlosses und im Park.
Attraktives Rahmenprogramm. Das Schlosscafé ist geöffnet.
Tageskarte: € 3,-- (Kinder frei)
Zum Büchermarkt ist der Eintritt frei.

Sonntag, 10. März 2013, 10.00 - 17.00 Uhr
OSTERMARKT MIT BÜCHERMARKT
Frühlingshafter Kunsthandwerkermarkt und Büchermarkt in den Räumen des Schlosses und im Park. Attraktives Rahmenprogramm. Das Schlosscafé ist geöffnet.
Tageskarte: € 3,-- (Kinder frei). Büchermarkt: Eintritt frei.

Donnerstag, 9. Mai 2013, 18.00 Uhr
NACHT DER FILMMUSIK
Das Oberstufenorchester der Rudolf-Steiner-Schule München-Daglfing unter Leitung von Verena Mansky-Richardsen hat sich ein abwechslungsreiches Repertoire zum Thema "Filmmusk" erarbeitet. Melancholie, Sehnsucht, Abenteuer - dazu gibt es viele Motive in modernen Filmszenen. Im Schlosshof von Zeilitzheim wird es u.a. um Bilder und Melodien aus "New Moon", "Fluch der Karibik" und "Schindlers Liste" gehen.
(Mit Unterstützung des Förderkreises Schloss Zeilitzheim e.V.)
Eintritt: € 15,--

Sonntag, 26. Mai 2013
ERÖFFNUNGSWEINFEST IM WEINGUT BAROCKSCHLOSS
Präsentation des ersten Weinjahrgangs des Schlossweingutes.
Programm ab Anfang 2013 abrufbar unter www.weingut-barockschloss.de

Freitag, 7. Juni 2013, 19.30 Uhr
DIE HUMLI - KHYAMPA NENNEN SICH NEU BHOTE - KHAMPA
Veränderungen von Wirtschaft und Gesellschaft zwischen 1977 und 2010 bei Händlernomaden in Far West Nepal.
Diavortrag der Ethnologin Hanna Rauber über ihre Wanderungen mit Händlernomaden von der indischen Grenze über den Himalaya an die tibetische Grenze. In Bildern stellt sie die heutige Gesellschaft der traditionellen gegenüber und läßt Phulamo sowie Dil Bahadur aus ihrem Leben erzählen.
(Mit Unterstützung des Förderkreises Schloss Zeilitzheim e.V.)
Eintritt: € 8,--
Abendessen im Anschluss: dal bhaat und tarkari (rote Linsen, Gemüsecurry), € 15,-- inkl. Tischgetränke.

Zeilitzheimer Sommer 2013
“Begegnung mit Italien”
In Zusammenarbeit mit der Dante Alighieri-Gesellschaft, Würzburg und mit Unterstützung des Förderkreises Schloss Zeilitzheim e.V.
Schirmherr: Filippo Scammacca del Murgo, Generalkonsul des Italienischen Generalkonsulats München.

Freitag, 28. Juni 2013, 19.30 Uhr
"ITALIA IERI E OGGI"
Kammerkonzert alter und neuer italienischer Musik: Antonio Vivaldi, (1678-1741), Pietro Nardini (1722-1793), Gaetano Braga (1829-1907), Salvatore Sciarrino (*1947) und andere.
Es musizieren Solisten des Münchner Kammerorchesters: Eri Nakagawa-Hawthorne, Violine; Kelvin Hawthorne, Viola; Heiko Stralendorff, Klavier.
Eintritt: € 20,--
Abendessen im Anschluss: Antipasti e pasta, € 15,-- inkl. Tischgetränke.

Samstag, 29. Juni 2013, 19.30 Uhr
REISEBILDER AUS ITALIEN
Musikalisch-literarische Soiree mit dem DUO BOZZA (Köln).
Andreas Evers (Flöte) und Stephan Schäfer (Gitarre) begleiten den Schauspieler Axel Gottschick. Er rezitiert aus Heinrich Heines "Reise von München nach Genua", die ihn 1828 von München über Trient, Verona und Mailand nach Genua führte.
Die Musiker spielen im Wechsel mit den Texten Kompositionen des Gourmets und Hobbykochs Gioacchino Rossini und originale Duos der Gitarrenvirtuosen Francesco Molino und Mauro Giuliani.
Eintritt: € 20,--
Abendessen im Anschluss: "Pollo al buongustaio, Panna cotta", € 15,-- inkl. Tischgetränke.

Sonntag, 30. Juni 2013, 11.00 - 13.00 Uhr
"FÜR LEIB UND SEELE - von beidem etwas".
Italienische Köstlichkeiten und kurze Texte zum Thema "Shakespeare liebt (in) Italien". "Gott Amor droben kennt meinen Sinn und weiß aus vielen Proben, wie schwach ich bin." Reminiszenzen in deutscher, englischer und italienischer Sprache.
Bernd Lemmerich, Idee und Regie; Christine Hadulla, Rezitation.
Eintritt: € 20,-- inkl. Speisen und Tischgetränke

Begleitende Ausstellung
Gemälde von Donatella Lanzeni, Mailand: "VIAGGIO NELL`ANIMA DELLA CITÀ" (Reise in die Seele der Städte).

 

Freitag, 12. Juli 2013, 21.00 Uhr
THEATER: "LEONCE UND LENA"
Komödie von Georg Büchner (1813 - 1837).
Büchners Weltgeltung wurde erst im 20. Jahrhundert erkannt. Erich Kästner zählt "Leonce und Lena" zu den sechs wichtigsten klassischen Komödien deutscher Sprache.
Regie: Bernd Lemmerich, Theater an der Disharmonie (Schweinfurt).
Open air (bei ungünstiger Witterung im Gewölbekeller).
(Mit Unterstützung des Förderkreises Schloss Zeilitzheim e.V.)
Eintritt: € 15,--

Sonntag, 22. September 2013, 17.00 Uhr
KONZERT: “TANZ MIT DER GEIGE”
Musikalische "Saitensprünge" von Bach bis Tango. Eine musikalisch-fantasievolle Reise von Bach über ungarische und spanische Tänze, Mazurken, eigenen Jazz-Arrangements und Blues-Songs bis zu feurigem Tango in Bearbeitung für Violine.
Caroline Adomeit, Violine; Nadiya Chlodkova, Klavier.
(Mit Unterstützung des Förderkreises Schloss Zeilitzheim e.V.)
Eintritt: € 15,--
Abendessen im Anschluss: Ungarisches Gulasch, gefüllte Palatschinken, € 15,-- inkl. Tischgetränke.

Freitag, 4. Oktober 2013, 19.30 Uhr
EINE MUSIKALISCHE REISE DURCH DIE FRÄNKISCHE GESCHICHTE
Es musizieren die Oberndorfer Barden mit Instrumentalstücken und schlagen einen musikalischen Bogen über die Geschichte Frankens. Mit frechen Liedern aus der Carmina Burana, Minneliedern aus dem Hochmittelalter in alter Sprache, Lieder von Freud und Leid der Bauern bis hin zu romantischen Volks- und Wanderliedern aus der Renaissancezeit.
(Mit Unterstützung des Förderkreises e.V.)
Eintritt: € 15,--
Abendessen im Anschluss: "Fleysch und Zugemuos und ein Bratepfelin", € 15,-- inkl. Tischgetränke.

Samstag, 9. November 2013, 19.30 Uhr
KONZERT: MESSEN, MOTETTEN, MADRIGALE
Weltliche und geistliche A-Capella-Musik aus Mittelalter und Renaissance.
Die Gruppe "Vocal Appearance" musiziert: Joachim Vogt und Christian Vogt, Bass; Christian Roid und Nils Groppe, Counter Tenor; Ralf Jäkel, Tenor.
(Mit Unterstützung des Förderkreises Schloss Zeilitzheim e.V.)
Eintritt: € 15,--
Abendessen im Anschluss: “Ein Mahl für den Dogen”: Risi e bisi und Schmorhuhn, € 15,-- inkl. Tischgetränke.

Sonntag, 24. November 2013, 10.00 - 18.00 Uhr
WEIHNACHTSMARKT MIT BÜCHERMARKT
Vorweihnachtlicher Kunsthandwerkermarkt und Büchermarkt in den Räumen des Schlosses.
Attraktives Rahmenprogramm. Das Schlosscafé ist geöffnet.
Tageskarte: € 3,-- (Kinder frei).
Zum Büchermarkt ist der Eintritt frei.

Karten- bzw. Gutscheinbestellung: karten@barockschloss.de

Beratung: Tel. 09381-9389

 

Samstag, 10. November 2012

Kinderzeit in Zeilitzheim

Hilmar Spiegel stellt sein Buch im Schloss vor 

Gestern war es endlich so weit: Hilmar Spiegels stellte sein Buch "Kinderzeit in Zeilitzheim" in der Remise des Schlosses vor. Zuvor eröffnete er zusammen mit Bürgermeister Horst Herbert und zahlreichen Ehrengästen im historischen Rathaus Zeilitzheim die begleitende Ausstellung zum Buch mit vielen Fotos und Exponaten aus seiner Kinder- und Jugendzeit. Die Ausstellung und Buchpräsentation hatten wir vier vom Historischen Arbeitskreis Zeilitzheim (Hilmar Spiegel, Dr. Reinhold Holzheid, Kurt Scheuering und ich) unter Mitwirkung zahlreicher Zeilitzheimer Bürger, insbesondere Dietmar Hausstein und seinen "Hofsängern", dem Männerchor und dem Kolpingchor Zeilitzheim organisiert. Bei der Ausstellungseröffnung hob Schirmherr Helmut Wächter hervor, wie wichtig der Einsatz Hilmar Spiegels für sein Dorf ist und zollte ihm Respekt dafür.
 
In der Remise setze sich der festliche Abend fort. Die Lesung zweier Kapitel aus dem Buch durch Dr. Reinhold Holzheid und Hilmar Spiegel selbst wurde unterstützt durch Liedbeiträge der oben genannten Chöre. Der passionierte und teilweise sehr humorvolle Vortrag führte dazu, dass bereits in der Pause zahlreiche Zeilitzheimer Bürger das Buch kauften (der Reinerlös kommt der Arbeit des Historischen Arbeitskreises zu) und Hilmar fleissig Widmungen schreiben durfte. Die erste Auflage des Buches ist nun bereits fast ausverkauft. Eine weitere Auflage ist daher sehr wahrscheinlich.

 

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Historischer Arbeitskreis (Blogartikel vom 27.2.2009): http://zeilitzheim.blogspot.de/2009/02/historischer-arbeitskreis-zeilitzheim.html
 
Foto: Hilmar Spiegel zeigt Isa und Katharina seine als Kind aus Lehm gefertigten Spielsachen
 
121109 hilmar