Heute veröffentliche Nico Lumma in seiner Kolumne beim t3n Magazin (online) einen Beitrag "Warum Kinder programmieren lernen sollten". Dies sei nicht nur erforderlich, weil die Zukunft halt digital ist, sondern weil es "vielen Leuten immer noch an einem grundsätzlichen Verständnis für die Funktionsweisen der digitalen Welt fehlt". Schüler sollen laut Lumma daher "eine Programmiersprache als zweite Fremdsprache" lernen. Er spricht mir damit aus der Seele.
Im Mai 2010 schrieb ich hier im Schlossblog einen Artikel "Programmieren im Grundschulalter" und kam u.a. zu folgender Erkenntnis:
"wenn unsere Kinder für die Zukunft gerüstet sein sollen, dann müssen sie nicht nur Sprachen im herkömmlichen Sinn lernen. Sie müssen auch lernen, wie man programmiert. Sie müssen lernen mit Maschinen und deren Schnittstellen reden zu können. Sie müssen lernen, welche Problemlösungen Technologie im Alltag lösen kann und wie man ihr dies beibringt. Sie müssen lernen, das Wissen, das bereits zugänglich ist, anzuzapfen und die Module an Code für ihre eigenen Zwecke umzuprogrammieren."
Nico Lumma weist in seinem Beitrag darauf hin, dass die "Internet-Nutzung mittlerweile ganz ohne Computerkenntnisse möglich ist", was einerseits gut ist, aber andererseits sei es für ihn "teilweise erschreckend zu sehen, wie wenig konzeptionelles Verständnis vom Internet bei vielen Nutzern existiert und wie wenig digitales Verstehen vorhanden ist." Er kommt daher auch zu dem Schluss: "Wir sollten uns ganz dringend überlegen, wie wir das Programmieren bereits Kindern und Jugendlichen vermitteln, da es immer essentieller wird für ihre Zukunft."
Volle Zustimmung. Wie gehen wir das an?
Lumma weist auf das Codeyear der Codeacademy hin, das durch die Teilnahme von New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg viel Öffentlichkeit bekam. Es braucht zu Beginn also prominente Botschafter (und mit prominent meine ich nicht solche aus der Klatschpresse, sondern Menschen, die Kindern und Jugendlichen ein Vorbild sind), die sich für dieses Ziel einsetzen (überhaupt als Vorbilder für den Spaß am Lernen). Mit Lernen meine ich auch nicht den Krampf, an den ich mich nur schemenhaft aus meiner Gymnasialzeit erinnern kann. Vor allem nicht das Konzept, das ein Lehrer 30 Schülern, die alle unterschiedliche Interessen und Begabungen haben, den gleichen Stoff (nur) für die Dauer bis zum Abruf der nächsten Klausur oder gar des Abiturs in die Köpfe hämmert. Aber das ist wiederum ein anderes Thema…
Ob ich selbst noch neben den vielen, teilweise neuen und immer spannenden Projekten erfolgreich das Codeyear durch arbeiten kann? Noch sind erst 3 Wochen "Lernstoff" nach zu holen. Und vielleicht kommt es ja doch noch dazu, dass das Erlernen einer Programmiersprache sich schon bald auch für die jüngeren Jahrgänge an den Schulen durchsetzt. Dann könnte ich es gleich mit meinen Töchtern zusammen lernen. Wie so oft beim Formulieren von Ideen und Visionen muss ich aber sagen, dass ich hier nur "vorsichtig optimistisch" bin. Es hilft also wie immer nur eines: Selber machen!
Artikel vom 27. Mai 2010 im Schlossblog: http://zeilitzheim.blogspot.com/2010/05/programmieren-lernen-im-grundschulalter.html







